Bücher mit dem Tag "renaissance"
71 Bücher
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.495)Aktuelle Rezension von: MyrdynDer Titel verspricht, das Buch handle von der "Welt" eines fünfzehnjährigen Mädchens. Doch über Sofie erfahren wir sehr wenig, über ihre Mutter und ihre Welt fast nichts. Den Autor interessiert seine Figur "Sofie" eigentlich nicht, sie ist nur dazu erfunden worden, einem schrulligen alten Mann namens Alberto als willige Zuhörerin bei seinen Monologen über Philosophie zu dienen und sich den Kopf mit lauter Buchwissen volllabern zu lassen. Alberto seinerseits ist eine Maske des Autors Jostein Gaarder, der unbedingt ein Jugendbuch über Philosophie schreiben wollte, aber sich eine schlüssige Einführung in das Philosophieren (= Philosophie als Aktivität denkender Menschen) für junge Leser nicht zutraute. Philosophieren lernt man jedoch nicht durch einen Spaziergang durch die verwitterten, brüchigen Monumente der europäischen Philosophiegeschichte.
Die Hintergrundstory vom geheimnisvollen Mentor eines hochpubertären und doch braven, leicht manipulierbaren Mädchens, dem er eine neue Welt erschließt, ist schon ohne den verkrampften Sprung ins Metaphysische unglaubwürdig. Wenn Sofie etwa Bücher wie "Die rote Zora und ihre Bande" (von Kurt Held), "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen" (von Anna Jürgen) oder "Yashor - Der Hirt aus Harkin" (von Michael Morgental) gelesen hätte, dann hätte sie über die Einübung in das Philosophieren im praktischen Leben eines jungen Menschen mehr gelernt als durch die aufdringlichen Versuche eines Hobbyphilosophen, der sich fast zwanghaft eine folgsame Rezipientin für seine fast manischen oberflächlichen Expektorationen suchen musste.
- Rebecca Gablé
Der dunkle Thron
(465)Aktuelle Rezension von: ReisefreundinDer dunkle Thron spielt von 1529 bis 1553 und damit hauptsächlich in der Regierungszeit von Heinrich VIII. Die Hauptperson ist Nicholas of Waringham der Urenkel von Julian of Waringham. Somit gibt es keine nahe familiäre oder geschichtliche Bindung mehr an die Vorgänger-Bücher.
Die Geschichte startet neu mit Nicolas of Waringham, der zum Beschützer der späteren Königin Mary wird, dem Kind aus der ersten Ehe des berüchtigten Heinrich VIII mit Katharina von Aragon. Durch die Augen von Nick wird dieses Kapitel englischer Geschichte beleuchtet, welches mit der Thronbesteigung durch Mary I. endet.
Wer den Fernsehmehrteiler "Die Tudors" mit Jonathan Rhys-Meyers als König Heinrich VIII und dem späteren "Superman" Henry Cavill als Charles Brandon (Duke of Suffolk, Günstling Heinrichs VIII.) mochte, der wird auch dieses Buch mögen.
Der Roman ist geeignet für alle, die nicht die gesamte Waringham-Saga lesen wollen (solche Menschen soll es ja geben), denn er ist in sich abgeschlossen.
- Marie Lu
Young Elites 1. Die Gemeinschaft der Dolche
(652)Aktuelle Rezension von: Mike_LeseratteEs dreht sich um Adelina. Durch das Blutfieber gehörte sie zu eines der wenigen Kinder, die später besondere Kräfte entfalten. Diese zu bändigen soll sie bei der Revolutionistengruppe der Dolche lernen, wäre da nicht ihr Hang zur Dunkelheit.
Es ist interessant und spannend geschrieben. Jedoch habe ich nie den richtigen Bezug zur Protagonistin gefunden, was hauptsächlich daran liegt, dass sie so von Hass, Angst und Wut sich beeinflussen lässt.
Trotzdem passt die Charakterentwicklung sehr gut. Wie sie wegen dem Terror des Vaters und dem ganzen Schmerz als Folge sich so entwickelt.
- Oliver Bowden
Assassin's Creed: Renaissance
(72)Aktuelle Rezension von: Xamaror"Assassin's Creed: Renaissance" von Oliver Bowden ist eine literarische Adaption des beliebten Videospiels, das die Geschichte des jungen Assassinen Ezio Auditore da Firenze im Italien der Renaissance verfolgt. Während das Buch einige spannende Aspekte bietet, gibt es auch einige Schwächen, die die Lektüre trüben.
Zunächst einmal gelingt es Bowden, die prächtige Kulisse der italienischen Städte und die faszinierende Atmosphäre der Renaissance einzufangen. Die bildhaften Beschreibungen von Florenz, Rom und anderen Orten bringen die Geschichte zum Leben und vermitteln ein starkes Gefühl für die Zeit. Die politischen Intrigen und die Machtkämpfe zwischen den Familien und Clans sind gut dargestellt und tragen zur Spannung der Handlung bei.
Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte. Die Charakterentwicklung bleibt oft flach, und Ezio wird nicht so tiefgründig dargestellt, wie man es sich wünschen würde. Viele seiner Entscheidungen und Emotionen wirken manchmal stereotypisch und vorhersehbar. Auch die Dialoge sind nicht immer überzeugend und können manchmal platt oder klischeehaft erscheinen.
Ein weiterer Aspekt, der die Lektüre beeinträchtigt, ist der Wechsel zwischen actionreichen Szenen und ruhigeren Passagen. Manchmal fühlt es sich an, als ob die Handlung ins Stocken gerät, was den Lesefluss stören kann. Außerdem könnte das Buch für Leser, die mit der Videospielreihe nicht vertraut sind, verwirrend sein, da es einige Annahmen über Wissen und Verständnis der Welt von Assassin's Creed macht.
Insgesamt ist "Assassin's Creed: Renaissance" eine unterhaltsame Lektüre für Fans des Spiels, die in die Geschichte eintauchen möchten. Es bietet spannende Momente und eine interessante Kulisse, doch die flache Charakterentwicklung und einige erzählerische Schwächen verhindern, dass es sich zu einem herausragenden Werk erhebt. Für Leser, die tiefere Charakterstudien und komplexe Handlungsstränge schätzen, könnte das Buch enttäuschend sein. Daher vergebe ich drei Sterne.
- Bernd Roeck
Der Morgen der Welt
(3)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeUmfassende und fundierte Darstellung der Renaissance
In durchaus „munter“ zu nennendem Erzählton führt Bernd Roeck über die knapp 1200 Seiten reinen, darstellenden Textes den Leser in alle Hauptlinien, Verästelungen und Denkansätze, Kunst und Kultur mitsamt der mit ihr einhergehenden „Wandlungen der Welt“ im Zeitalter der Renaissance bestens hinein.
Im Kern fast in Gänze zusammengefasst 1632 durch das „Gespräch über zwei vornehmliche Weltsysteme“, publiziert von keinem Geringeren als Galileo Galilei, steht die Renaissance bis heute für eine einerseits „Rückbesinnung“ auf die Antike, gerade auch im philosophischen Denken, und durch diese Rückbesinnung hindurch auf eine Veränderung der Welt hin zu Ihren Grundlagen, die bis heute die „moderne Lebensweise“ fundamental prägten und prägen.
Gerade das aus der Antike übernommene Wesen des „Diskurses“, der „kritischen Diskussion“, der „Freiheit der Meinungen“ führte in dieser kulturellen Blütezeit zu massiven Erschütterungen scheinbar auf „ewig“ festgefügter, „göttlicher“ Ordnungen, von denen das heliozentrische Weltbild nur ein prominentes Beispiel der Wucht der Veränderungen darstellt.
Das „Prinzip Streit“ wurde in und durch die Renaissance als Leitmotiv gesetzt, von denen auch in der Gegenwart freiheitliche und demokratische Ordnungen zentral leben.
„Antike in Fülle aufgreifen, es weiterdenken Neues daraus entwickeln, schließlich das Alte überwinden“. Alle Gebiete des kulturellen Lebens, der Kunst, des Wissens, erfuhren in diesem Zeitalter nachhaltige Umwälzungen und setzten sich in den „Formeln“ zu Prinzipien einer sich immer weiter entwickelnden, den „Fortschritt“ im Blick habenden, Welt.
Diesen Weg beschreibt Roeck im Werk minutiös und detailliert, und legt damit auch die Wurzeln der bis heute zu sehenden „Teilung der Welt“ offen vor die Augen des Lesers. Das, was gemeinhin „westliche Welt“, „Abendland“ als Summe konkreter, freiheitlicher und am Individuum orientierter Haltungen darstellt, ist in dieser Zeit des „europäischen Wunders“ (Eric Jones) entstanden, gewachsen und hat sich fest verankert. Bis hin dazu, wie Roeck überzeugend argumentiert ausführt, dass die wissenschaftlichen und technischen Umbrüche dieser Phase des Spätmittelalters die „notwendigen Bedingungen“ erst gesetzt hat für die später folgende industrielle Revolution und damit für die Moderne schlechthin.
Wobei Roeck im späteren Verlauf seiner Darstellung ebenfalls redlich der Frage nachgeht, warum dieses Geschehen regional eher beschränkt blieb und in anderen Kulturen, auf anderen Kontinenten nicht vollzogen wurde (was nicht zuletzt dazu führte, dass die „Aufklärung“ als direkte Folge des veränderten Denkens in manchen Groß-Kulturen bis zum heutigen Tag nicht durchgehend vollzogen wurde).
In der Struktur legt Roeck zunächst die „Vorgeschichte“ der Renaissance dar, die „Formierung des Möglichkeitsraumes“, aus denen dann durch konkretes Schaffen in Wissenschaft, Philosophie und Kunst reale „Ereignisse“ entstehen konnten. Fassbare Werke, verstehbare Gedanken. Eine „Verwirklichung der Möglichkeiten“ die etwa ab 1400 bis 1600 ihre zentralen Säulen in der Weltgeschichte aufgerichtet hat.
Wobei klar ist und bleibt während der Lektüre, dass keine zwingenden, monokausalen Entwicklungen im Raum stehen, sondern vielfache Wege und Erprobungen, Umwege, Verlangsamungen, Widerstand und Gegenbewegungen (gerade aus den Reihen der religiösen Vereinigungen). Und, nicht selten, einfach auch Zufälle den Gang der Dinge bestimmten, die im Westen, im Gegensatz zu kulturellen „Aufbrüchen“ an anderen Orten in anderen Kulturen nicht in Stagnation endeten, sondern eine bis heute wirksame Dynamik freisetzten. Mit allen konstruktiven und destruktiven Möglichkeiten und beschrittenen Wegen, die Roeck ebenfalls detailliert zu Worte kommen lässt.
Die in der Einleitung bereits griffig formulierten „Sieben Säulen der Moderne“, (klimatische und geographische Vorteile, staatliche Vielfalt und kulturelle Konkurrenz, die Entwicklung städtischer Mittelschichten, die Eindämmung der Religion (in harten Kämpfen), der „kritische Diskurs“, die stattfindende „Medienrevolution“ durch Buchdruck und Vervielfältigungsmöglichkeiten und die Chance eines „sehr langen Zeitraumes“ der Entwicklung) können als Grundstruktur des Buches genommen werden und bieten so die „roten Fäden“ der Darstellung.
Wobei bemerkt sei, dass Roeck zum einen eher das „Grandiose“ der Epoche nicht müde wird, zu betonen und hier und da die kritische Hinterfragung zu kurz kommt. Wie auch eine solche Vielzahl an Ereignissen dargestellt wird, vom Kleinen ins Große, die teils zu breiten Raum im Blick auf den „Gewinn“ für die Renaissance einnehmen.
Ein breites, tiefes, solides, in der Sprache gut verständliches Werk, allerdings auch sehr, sehr weit verästelt in den Details, das so gut wie alle Wurzeln der Moderne in ihren Ursprüngen darstellt und damit dem Leser ein tiefes Verstehen der Entwicklungen bis zur Gegenwart hin ermöglicht.
Mit Anregungen und Schlüssen, die ebenfalls die Zukunft in den Blick nehmen und den „Geist der Renaissance“ als hochaktuell und eben nicht lange vergangen charakterisieren. - Rebecca Ross
Die fünf Gaben
(122)Aktuelle Rezension von: magic_and_crazy_reader16Die fünf Gaben ist eines der Bücher, die leider seit nun fast 3 Jahren ungelesen in meinem Regal stehen. Obwohl es damals so gehypt wurde, kam ich erst jetzt dazu, in die Geschichte der jungen Brienna einzutauchen💚
Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich flüssig und lässt sich super leicht lesen. Man taucht sehr schnell in die Geschichte ein und verliert sich in den Seiten. Das Buch spielt im Mittelalter und das kam auch beim Lesen sehr stark zum Ausdruck. Ich liebe Bücher mit Mischung aus Fantasy und Historik, sodass diese Geschichte genau das richtige für mich war😊
Brienna war durch und durch eine sehr authentische und großartige Protagonistin. Ihre Sicht zu lesen war sehr angenehm und ich konnte mich sofort mit ihr anfreunde und mich mit ihr identifizieren.
Vor allem die erste Hälfte des Buches konnte mich total von sich überzeugen. Die Idee das es Ardenschwestern gibt, welche jede für sich in einer der fünf Gaben ausgebildet wird (Esprit, Kunst, Wissen, Musik und Schauspiel) hat mir gut gefallen und war einfach mal etwas Besonderes. Auch die Freundschaft zwischen der Schwesternschaft war sehr innig und greifbar😘
Die Romanze zwischen Brienna und ihrem Meister Cartier wurde super spannend aufgebaut. Ich musste beim Lesen immer wieder mal schmunzeln, weil die beiden als Team und auch als Paar so toll agiert haben.
Der weitere Verlauf der Geschichte im Zusammenhang mit Machtergreifung und Schlachten war auch sehr fesselnd und gutgeschrieben, aber eben so, wie es in jedem Fantasybuch ist. An diesem Punkt hätte ich mir ein wenig was Einzigartigeres gewünscht, was einen kleinen Wiedererkennungswert besitzt. Aber das ist ja auch Mängeln auf hohem Niveau.
Außer diesem kleinen Kritikpunkt hat mir das Buch aber echt gut gefallen und ich kann es euch nur wärmstens empfehlen. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2, obwohl ich sehr gespannt bin, was mich dort erwartet, denn das Ende des Buches war in meinen Augen ziemlich abgeschlossen. 🤨❤
- Sarah Dunant
Der Palast der Borgia
(89)Aktuelle Rezension von: shinyJulieDurch Rodrigo Borgias Ernennung zum Papst wird seine Familie auf einmal zur mächtigsten von ganz Rom. Doch Rodrigo und seine ehrgeizige Familie sind noch lange nicht am Ziel…
.
Der historische Stoff wird wirklich gut aufgearbeitet und in eine spannende Handlung umgesetzt. Es kommen unglaublich viele verschiedene Figuren zu Wort und so bekommt man einen tollen Überblick über die Epoche. Man kann sich also gut vorstellen, wie das Leben der Borgias wohl ausgesehen haben muss. Viele Dinge sind natürlich dazu gedichtet, wie vermutlich viele der zwischenmenschlichen Beziehungen, aber auch das fügt sich gut in das komplette Gesamtbild ein. Leider ist der Schreibstil wirklich sehr kompliziert, die Sätze ziehen sich teilweise über eine halbe Seite, was das Verständnis stellenweise ein bisschen schwierig macht. Davon einmal abgesehen lässt sich das Buch gut lesen, einfach wegen der spannenden Handlung. Den zweiten Band werde ich nicht lesen. - Oliver Pötzsch
Der Spielmann (Faustus-Serie 1)
(162)Aktuelle Rezension von: Anno_TukkWer kennt sie nicht oder hat nicht zumindest schon einmal davon gehört: Die Legende des Dr. Faust, der mit dem Teufel einen Pakt schloss.
Das Buch von Oliver Pötzsch spielt um 1500. Eine Zeit, in der die Begriffe Hexerei, Fortschritt und Magie oft gleichbedeutend waren und von der Kirche mit allen Mitteln bekämpft wurden. In dieser Zeit lebt Johann Georg, ein Junge, der von seiner Mutter Faustus genannt wird - der Glückliche. Er erlebt seine Jugend in Knittlingen im Kraichgau, einem kleinen Ort, in dem es wenig Abwechslung im Leben gibt. Dann erscheinen die Gaukler, unter ihnen der Spielmann und Magier Tonio del Moravia. Faustus ist fasziniert von diesem blassen Mann mit den stechenden, schwarzen Augen und das Schicksal führt die beiden zusammen. Doch es geschehen unheimliche Dinge in Knittlingen: Kinder verschwinden und ein schrecklicher Unfall passiert.
Die Faust-Geschichte von Oliver Pötzsch spannt einen weiten Zeitbogen und ist fast so etwas wie eine Art Road-Movie zum Lesen. Als Junge verlässt Johann Georg Knittlingen und seine Reise führt ihn ihn bis nach Venedig und dann nach Heidelberg. Viele Orte und Städte säumen seinen Weg. Diese Reise ist sein Werdegang vom jungen Faustus hin zum gebildeten und manchmal ziemlich unheimlichen, aber auch sehr vom Schicksal gebeutelten Dr. Faust. Und es lohnt sich allemal, ihn auf diese Reise zu begleiten. So wie auch der Rabe und die Krähen von Tonio del Moravia das tun... oder sind das doch nur einfache Vögel? Eine Krähe sieht schließlich aus, wie die andere!
Der fast 800 Seiten starke Wälzer zieht einen von Anfang an in seinen Bann. Der Text ist gut zu lesen und der Spannungsbogen steigt langsam aber stetig, bis man im letzten Drittel das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Geschichte von Faustus ist eine Geschichte, in der Vieles vorkommt: Verlust, Hass, Freundschaft, Liebe, Enttäuschung, Magie und Hexerei, Fortschritt und Stillstand, Kirche und gefallene Engel und auch Kontrollverlust und namenloser Schrecken, aber auch Hoffnung.
Und zum Schluss hat dieses Buch, neben einem kleinen Anhang mit Interessantem und Wissenswertem, auch ein Ende. Zumindest ein vorläufiges. Denn es gibt noch einen zweiten Teil dieser Coming-of-age-Story aus dem tiefsten Mittelalter mit dem Titel "Der Lehrmeister".
Ich werde mir jetzt zur Erholung einen kleinen Gruselhappen in Form eines recht kurzen Taschenbuchs gönnen und bin danach schon sehr gespannt, was Faustus so alles noch passiert und ob er diesem Namen (der Glückliche), dem ihm seine Mutter gab, irgendwann einmal gerecht werden kann. - Stephanie Schuster
Der Augenblick der Zeit
(25)Aktuelle Rezension von: Renate1964Die Hauptfigur des Romans ist ein geheimisumwittertes Porträt. Er spielt auf zwei Zeitebenen, die durch Kapitel gleicher Farbige stimmig verbunden sind. Ganz toll ist die zusätzliche Zunahme an Helligkeit i den Titeln. Beide Handlungsstränge erklären viel über Farben und Kunst
In der Gegenwart ist die Künstlerin Ina Kosmos fasziniert von dem Bild, das aus dem 19. Jahrhundert stammen soll. Sie erinnert es an Leonardo da Vinci. Das ist aber nicht der Hauptgrund, dass sie es unbedingt erwerben möchte. In ihrem Leben bewirkt es große Umwälzungen.
Im Jahr 1493 wird der junge Astronom Georg Tannstetter, der vom Ziehvater medizinisches Wissen erworben hat und gerne Arzt werden würde, von Maximilian I nach Mailand gesandt, um seine mögliche Braut zu begutachten. Am Hof der Sforza erlebt er Überraschungen und lernt Leoardo da Vinci kennen Spannend und oft humorvoll liest man über das Leben bei Hof, den Maler und Il Moro.
Das Cover ist stimmig , die Sprache erzeugt Bilder.
Ich finde nur viele Nebenfiguren schemenhaft. In der Renaissance allerdings lernt man Vorstellungen von der Welt und auch Behandlungsmethoden kennen und erfährt einiges über die Sforza, Visconti, aber auch Maximilian.
Empfehlenswert ganz besonders für alle, die sich für Malerei interessieren
- Iny Lorentz
Ein verhängnisvolles Testament
(58)Aktuelle Rezension von: anne_foxDas verhängnisvolle Testament ist ein weiterer historischer Roman von der Bestsellerautorin Iny Lorentz. Im Jahre 1590 hatten Frauen noch überhaupt keine Rechte und so verliert auch Elisabeth von Thannsberg ihren Besitz nach dem Tod ihre Ehemanns, da kein männlicher Nachfolger mehr da ist. Anna eine entfernte Verwandte traut dem Ganzen nicht und macht sich auf zur Recherche, ob das alles Rechtens ist. Sie stößt dabei auf viele Ungereimtheiten zum Unmut von Geiern die sich den Besitz unter den Nagel reißen wollten. Letzendlich schafft si das auch.
Fazit:
Ein Roman voller Intrigen, Mord und Totschlag, ganz nach dem bekannten Chema der Autorin. - Claire North
Die Intrige von Venedig
(8)Aktuelle Rezension von: pardenSCHACHSPIEL UND INTRIGEN - DER ERSTE BAND DER SPIELHAUS-TRILOGIE...
Das Spielhaus existiert jenseits von Raum und Zeit. Eingeweihte spielen hier um die wirklich interessanten Gewinne: die Macht über ganze Reiche, Einfluss, sogar Lebensjahre. Legendäre Spieler können so den Jahrhunderten trotzen. Doch je höher der Einsatz, desto tödlicher die Regeln. In drei Novellen entführt Claire North uns in die faszinierende, Kontinente und Jahrhunderte umspannende Welt des Spielhauses.
Venedig in der Renaissance: Die junge Thene führt eine unglückliche, arrangierte Ehe. Doch im Spielhaus erweist sie sich als geschickte Spielerin. Bald wird sie in ein ebenso reizvolles wie grausames Ränkespiel verwickelt: Die Spielfiguren sind echte Menschen, und es geht um Leben und Tod.
Die Idee des Spielhauses hat mich zugegebnermaßen fasziniert. Kein Casino oder eine verruchte Spielhölle der heutigen Zeit, sondern ein gediegenes Etablissement des Renaissancezeitalters (15./16. Jahrhundert), in dem Mann und Frau ihr Glück versuchen können. Der Bereich für jedermann bietet Vergnügungen wie das Kartenspiel oder auch Schach.
Thenes deutlich älterer Ehemann ist dem Spielhaus verfallen. Längst schon hat er sämtliches Vermögen, über das sie verfügt haben, dorthin getragen - und auch noch mehr. Er ist dabei, sie tief in die Schuldenfalle zu stürzen, als Thene beschließt, es ihm gleichzutun. Ohne sein Wissen begibt sie sich ebenfalls ins Spielhaus und versucht herauszufinden, was ihn dort derart reizen könnte.
Thene beginnt schließlich selbst zu spielen, und bald schon erkennt sie, dass sie sich deutlich geschickter anstellt als ihr Ehemann, den selbst der schlechteste Spieler zu übertölpeln versteht. Es dauert nicht lange, bis auch die Spielmeisterin auf sie aufmerksam wird - die Leiterin des Spielhauses. Auf ihre Einladung hin nimmt Thene schließlich an einem Spiel teil, bei dem es um deutlich mehr geht als um ein paar Geldmünzen.
Bei diesem Spiel geht es um echte Menschen. Es geht darum, dass die Spieler versuchen, ihrem jeweils zugeteilten politisch ambitionierten Kandidaten einen hart umkämpften Posten in Venedig zu sichern. Dabei ist weder bekannt, welche und wie viele anderen Spieler es dabei noch gibt, noch wie viele entsprechende potentielle Anwärter auf den begehrten politischen Posten.
Was sich fortan entspinnt, ist ein Schachspiel mit lebendigen Figuren. Es gilt, die Züge der anderen vorauszuahnen und entsprechend geschickt zu taktieren, sowie eigene Züge vorsichtig vorzubereiten und dabei auch vor gewalttätigen Schhritten nicht zurückzuschrecken. Hinter einer Maske verborgen begibt sich Thene in die engen Gassen Venedigs und versucht sich im Spiel der Manipulationen und Intrigen. Mit den ihr zur Verfügung gestellten Mitteln erweist sie sich tatsächlilch als recht geschickt - doch kommt es letztlich darauf an, wer seine Karten am Ende am besten ausspielt und das letzte Ass im Ärmel hat...
Was hier doch recht reizvoll klingt, entpuppte sich - zumindest für mich - als recht langweilig. Hat jemand schon einmal einer Schachpartie beigewohnt und diese über eine längere Zeit beobachtet? Wenn man nicht selbst begeisterter Schachspieler ist, erweist sich dies rasch als zäh und wenig erbaulich. Ein wenig ging mir dies hier leider auch so.
Die zahllosen italienischen Namen rauschten an mir vorbei ohne dass ich in den meisten Fällen sagen konnte, ob mir die jeweilige Figur bereits begegnet war, geschweige denn, welche Funktion diese in dem Spiel bekleidete. Begegnungen im Spielhaus sowie Teilnehmer und Kandidaten des politischen Ränkespiels - das war mir, zumindest in der Hörversion, eindeutig zu viel.
Hinzu kam, dass die Figur der Thene, immerhin der Hauptcharakter, flach, blass und eindimensional blieb. Außer dass sie eine unglückliche Ehe führt, sich als geschickte Spielerin erweist und früher gern gesungen hat, erfährt der Leser/Hörer fast nichts über sie. Die Rolle hinter der Maske, die Thene in dem Spiel der Intrigen bekleidet, nimmt sie (leider) auch dem Leser/Hörer gegenüber ein. Man erkennt lediglich die Maske - der Mensch dahiner bleibt verborgen.
Auch hätte die Handlung ehrlich gesagt in jeder Stadt der Welt und zu jeder Zeit stattfinden könnten. Außer einem Gondoliere und der gelegentlichen Erwähnung eines Kanals deutete wenig auf Venedig hin, und auch die historischen Gegebenheiten der Renaissance tauchten hier im Grunde nicht auf. Das hätte man sicherlich noch viel mehr ausschmücken können.
Entsprechend der langsamen Erzählung liest Stefan Kaminski die ungekürzte Hörbuchfassung (4 Stunden und 29 Minuten) unaufgeregt und geruhsam. Tatsächlich trug dies noch zu meinem Empfinden einer gemächlich vor sich hinplätschernden Geschichte bei.
Alles in allem also ein in meinen Augen wenig gelunger Auftakt der Trilogie. Da ich aber bereits alle drei Teile hier liegen habe, werde ich zumindest noch dem zweiten Band eine Chance geben. Ich bin gespannt!
© Parden
- Oliver Bowden
Assassin’s Creed: Renaissance
(11)Aktuelle Rezension von: Fay83Ich finde das Buch sehr spannend und die Geschichte aus der Zeit sehr interessant
- Richard David Precht
Erkenne dich selbst
(10)Aktuelle Rezension von: jackdeckIm 2. Teil seiner Philosophiegeschichte behandelt Precht die Zeit von der Renaissance (ab ca. 1450) bis Hegel (um 1830). Zunehmend wird erkannt, dass die Welt nicht einfach so da oder von Gott erschaffen ist, sondern im Bewusstsein erscheint. Daher passt der Titel „Erkenne dich selbst“, auch wenn der Spruch eigentlich aus der griechischen Antike stammt. Die Idee der Selbstreflexion entwickelt sich nicht gradlinig. Es gibt Vorläufer im Mittelalter wie Ramon Lull (1232-1316) und die typischen Vertreter wie Immanuel Kant, dazwischen aber auch Hardliner wie Newton, die darauf beharren, dass Raum und Zeit unabhängig vom Subjekt existieren. Und davon gehen wir ja auch heute meist noch aus. Dem Autor gelingt es, diesen zentralen Gedanken der „Kopernikanischen Wende“ als eine Art roten Faden durch die Jahrhunderte der Geistesgeschichte in Europa aufzuzeigen und nachvollziehbar zu machen. Dabei werden die Philosophen, auch etliche weniger bekannte – als Menschen mit ihren Eigenarten lebendig. Dieses Buch hatte ich bereits kurz nach dem ersten Band „ Erkenne die Welt“ vorbestellt. Ich kenne schon mehrere Bücher von R. D. Precht und finde die klare, auch für nicht Abiturienten, verständliche Sprache herausragend. Die Qualität steht seinen anderen Büchern in nichts nach. Ganz im Gegenteil. Ermüdend finde ich die, in schierer Fülle, genannten Fakten. Denn bei Abschnitten in welchen ich keine Vorbildung hatte musste ich den roten Faden manchmal erarbeiten, aber das macht mir ausgesprochen Freude. Die 620-Seiten sind spannend zu lesen, ein bleibender innerer Gewinn
- Loel Zwecker
Vom Anfang bis heute
(19)Aktuelle Rezension von: WolfhoundLoel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten.
Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen.
Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.
Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten.
Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.
Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat
- Matteo Strukul
Medici - Die Macht des Geldes
(65)Aktuelle Rezension von: AriusRund vierhundert Jahre lang lenkte die Bankiersfamilie de’ Medici die Geschicke von Florenz und Norditalien. Vom 15. bis 18. Jahrhundert war sie eine der einflussreichsten Dynastie Italiens, aus der Großherzöge der Toskana, drei Päpste und zwei Königinnen von Frankreich hervorgingen.
Die Medici erwarben ihren Reichtum im Textilhandel und begründeten um 1410 ein modernes Bankwesen. Sie dominierten – auch durch ihre Beziehungen zum Papsttum – die europäische Finanzwelt der frühen Neuzeit. Ihr Mäzenatentum ermöglichte und prägte die Renaissance in Florenz. Dieser Band erzählt vom Aufstieg der Familie.
Im Februar 1429 stirbt Giovanni de Medici. Seine Söhne Cosimo und Lorenzo übernehmen die Geschäfte in dem florierenden Bankhaus. Lorenzo, der kühle Rechner und heißblütige Kämpfer, und Cosimo, der feinsinnige Kunstliebhaber und taktisch kluge Politiker. Ihr eigener Lebensstil ist eher bescheiden, doch sie wenden viel Geld auf, um die Schönheit und den Ruhm ihrer Heimatstadt zu mehren. Cosimo finanziert den Bau der Kuppel auf dem Dom, das Bankhaus Medici stellt Geld zur Verfügung um Söldnerhauptmänner wie Francesco Sforza zu bestechen und die politischen Interessen der Stadt Florenz zu wahren. Dennoch haben die Medici Feinde, einige davon mit großem Einfluss im Stadtrat. Zu ihnen gehört Rinaldo degli Albizzi, der nichts unversucht lässt, um den Medici zu schaden und der auch nicht vor Mordversuchen zurückschreckt. Ihm gelingt es, die Medici-Brüder aus der Stadt verbannen zu lassen und selbst die Herrschaft in Florenz an sich zu reißen. Doch er scheitert katastrophal. Schon nach einem Jahr holt der Stadtrat Cosimo und Lorenzo zurück. Und wieder stürzen sich beide in die Arbeit, für das Gemeinwohl und für ihre Heimatstadt Florenz.
Matteo Strukul führt seine Leser mitten hinein in eine unruhige, gefährliche Zeit, lässt sie regelrecht die giftige Atmosphäre einatmen, die Florenz und den Norden Italiens in der Mitte des 15. Jahrhunderts beherrschte. Es geht um Macht und Einfluss.
Der Leser bekommt den Eindruck, dass der Autor seinen Roman auf einer genauen Recherche aufgebaut hat. Er versucht, möglichst nahe bei der Realität zu bleiben. Dennoch werden wichtige vorhandene Informationen dem Leser vorenthalten, wie durch einfaches Googlen leicht herauszufinden ist. Nur als Beispiel: Für den Sturm Rinaldos und seiner Getreuen auf den Palazzo gab es einen Grund. Rinaldo degli Albizzi und andere Führer der Partei wurden in den Palast vorgeladen, um Anschuldigungen eines Komplotts gegen den Staat zu entgegnen. Rinaldo antwortete, indem er achthundert bewaffnete Anhänger zusammenrief. Eine Revolution wurde nur durch die Intervention Papst Eugens IV. abgewendet, der sich zu der Zeit in Florenz aufhielt.
Die Figurenzeichnung ist nicht gerade ausgeprägt. Die Medici und ihre Verbündeten sind generell weiß und ihre Gegenspieler schwarz charakterisiert. Grautöne finden sich so gut wie gar nicht. Die Handlung scheint auch mehr eine Biografie und weniger ein Roman zu sein. Statt einer zusammenhängend spannenden Handlung werden kurze Episoden aus dem Leben einzelner Personen gegriffen. Einen Teil Fiktion dürfte es dennoch geben. Daher gliedere ich den Roman irgendwo zwischen Biografie und historischer Erzählung ein. Unter einem Roman stelle ich mir jedoch mehr vor.
Matteo Strukul gelingt es, vor allem Cosimo als einen Menschen darzustellen, der vorausschauend dachte, politisch in einem fast schon europäischen Rahmen, und dem daran gelegen war, den Ruhm seiner Vaterstadt vor allem durch Kunst und Kultur zu mehren. Und wer Florenz kennt, dem wird beim Lesen bewusst, welche großartige Kunstwerke und Gebäude die Welt der finanziellen Unterstützung Cosimo de Medicis verdankt.
In diesem Buch geht es um das Fundament der Macht, welche die Medici aufbauen und über einen langen Zeitraum halten konnten. Dieses Fundament legten Lorenzo und Cosimo wohl gemeinsam, aber Cosimo war offenbar derjenige, der mit seinen Ideen und klugen politischen Schachzügen der Vordenker war. In Florenz wird er "il Vecchio", der Alte, genannt, der Gründer einer großen Dynastie. Als älterer Bruder war er Herr des Hauses Medici und seine Verdienste um Florenz so groß, dass seine Stadt ihn mit dem Titel "Vater des Vaterlandes", pater patriae, ehrte.
Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Familienleben, die Verbundenheit der Familie untereinander. Dabei entstehen spannende Charakterbilder der einzelnen Familienmitglieder, vor allem Cosimos und Lorenzos, aber auch ihrer Mutter Piccarda und ihrer Ehefrauen Contessina und Ginevra. Lorenzo und seine Frau Ginevra stehen dabei allerdings im Schatten Cosimos und seiner Contessina.
Ebenso interessant, jedoch nicht unbedingt vielschichtig, ist das Charakterbild Rinaldo degli Albizzis.
Natürlich kann auch der Autor in einigen Fällen nur spekuliert haben. Dennoch ist es ihm gelungen, ein stimmiges Bild zu schaffen, welches wir als Leser gut annehmen können.
Wie es zu bestimmten Entwicklungen kam, wird jedoch zu wenig beleuchtet. Darüber hinaus habe ich mit den Personen nicht wirklich mitgefiebert. Es war die ganze Zeit immer eine gewisse Distanz da. Dies wurde sicher auch durch die Perspektivwechsel mitten im Absatz begünstigt. Plötzlich war man in der Gedankenwelt von jemand anderem drin. Die Gespräche der Personen untereinander wirkten teilweise sehr unglaubhaft und gestellt.
Nur bei dem fiktiven Schweizer Söldner Richard Schwartz und der Mörderin Laura Ricci wird ein Blick in die Vergangenheit gewagt und so analysiert warum diese Personen so geworden sind. Ganz schlimm fand ich die Sexszenen. Diese waren glücklicherweise nur kurz geschrieben, entsprachen jedoch nicht der damaligen Zeit. Entweder wurde die Liebe zu der Person in der Szene überhöht oder es war einfach nur abstoßend. Dies lag durchaus auch an den Personen, die Sex miteinander hatten, aber meist hatten diese Szene irgendwie einen krankhaften Touch.
Ein Roman-Portrait, das kaum Spannung vermittelt, und wenig wissenswerte Fakten. Das Buch liest sich flüssig und ist durchaus geeignet, seinen Lesern ein paar interessante und durchaus auch vergnügliche Stunden zu bescheren. Doch von einem historischen Roman ist das Werk noch weit entfernt.
Sicher war das ein und andere dabei das ich nicht gewusst habe. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass der Autor mehr auf die Charaktere eingegangen wäre. Was bleibt, ist eine leichte, unterhaltsame Lektüre. Genau das richtige wen sich einer an das Genre Historische Roman herantasten möchte, ohne gleich davon erschlagen zu werden. Ein gutes hat das Buch auf jeden Fall, ich werde mir weitere Lektüre über die Familie Medici gönnen.
- Marina Neumeier
Aquarius – Herz über Kopf durch die Zeit
(61)Aktuelle Rezension von: Anne_Sawyer„Wo viel Gefühl ist, da ist auch viel Leid.“
Als Rosalie im Haus Ihres Professors bei einer Gemäldesammlung ein Bild berührt, findet sie sich plötzlich um 1480 in Florenz wieder. Und als ob das nicht genug ist, wird sie auch noch von Leo begleitet, mit dem sie wahrlich keinen guten Start hatte …
Seit langem hat mich kein Zeitreiseroman so abgeholt wie dieser. Rosalie hatte ich sofort ins Herz geschlossen und auch Leos Beweggründe, wenn er sich verhält, wie er sich nun mal leider anfangs verhält, konnte man sehr gut nachvollziehen, was ihn für mich trotz allem sympathisch gemacht hat. Ich fand die Chemie und vor allem die Kabbeleien der Beiden einfach großartig gezeichnet. Auch in Florenz habe ich mich sehr gerne befunden und habe sogar einige Personen und Begriffe aus dieser Zeit gegoogelt. Und das macht einen guten Zeitreiseroman für mich aus.
Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Der Schreibstil war schön humorvoll, dass ich einige Male kichern und lachen musste. Auch die Zeitreisefantasyelemente fand ich wunderbar.
- Javier Sierra
Das geheime Abendmahl
(64)Aktuelle Rezension von: Eve-FairDieses Buch habe ich schon mehrfach gelesen. Es ist sehr spannend und lässt uns in vergangene, mysteriöse Zeiten abtauchen. Ein geniales Werk. Empfehlenswert für alle, die an Verschwörungen glauben und die faszinierenden Hintergründe dazu. Leonardo da Vinci war ein Genie und mich beeindrucken alle seine Werke und die darin versteckten Botschaften für nachfolgende Generationen. Und plötzlich betrachtet man die Welt mit ganz anderen Augen, denn vieles liegt offen vor uns und ist doch verborgen.
- Michael Römling
Pandolfo
(13)Aktuelle Rezension von: mandalottiAls Buch hätte ich es auf jeden Fall niemals beendet, auch als Hörbuch habe ich immer mal gezweifelt, ob ich es wirklich weiterhören soll, aber mich hat der Sprecher irgendwie fasziniert.
Nach einer Weile wurde die Story dann auch noch interessant und auch teilweise irgendwie spannend.
Wer Geschichte mag, dem könnte das (Hör)Buch gefallen, auch wenn ich nicht sagen kann, ob die Story nun wirklich geschichtlich und chronologisch so stimmt.
- Ian Caldwell
Das letzte Geheimnis
(83)Aktuelle Rezension von: LadyMinschkeDer Titel und Klappentext kling viel versprechend. Es ist spannend und geheimnisvoll geschrieben. Die Rückblicke machen das ganze aufregender. Bis zum letzen drittel ist es gut zum Lesen, allerdings ist das Ende enttäuschend. Hinter das antike Geheimnis hat man viel mehr erwartet und auch der Verlauf der Handlung schwächt stark ab.
Ich würde es nicht umbedingt weiter empfehlen.
- Sarah Dunant
Die letzte Borgia
(62)Aktuelle Rezension von: BlondAngel~+~ Klappentext ~+~
Italien, 1502: Ihr Vater ist der mächtigste Mann der christlichen Welt, ihr Bruder ein leidenschaftlicher Kriegstreiber, der eifersüchtig über sie wacht: Lucrezia Borgia ist eine der begehrtesten und schönsten Frauen des Landes, ganz Italien liegt ihr zu Füßen, als sie von REom nach Ferrara reist, zu ihrem dritten Ehemann.
Wo sie auftaucht, bringt ihre Anmut die bösen Gerüchte über sie zum Verstummen. Doch wird es ihr gelingen, im gefährlichen Spiel um Macht und Reichtum zu bestehen?
~+~ Leseeindruck ~+~
Nach "Der Palast der Borgias" nun "Die letzte Borgia" von Sahrah Dunant.
Die Autorin war mir bis dato unbekannt, bis ich ihren ersten Roman über die Borgias gelesen habe. Natürlich ist es für mich ein Muss, die Fortzetzung zu lesen, schon allein wegen Italien.Wie im ersten Teil geht es auch in diesem Teil
- Cornelia Wusowski
Katharina von Medici
(37)Aktuelle Rezension von: AMCLiestDieses Buch hat mich durch meine Reise zu den Loireschlössern begleitet und es war absolut spannend zu lesen und gleichzeitig die berühmten Schlösser zu sehen, in denen sich Katharina von Medici aufgehalten hat.
Dabei fängt die Geschichte in Florenz mit der Geburt der kleinen Katharina an. Kurz danach sterben ihre Eltern und sie kommt in die Obhut des ihres Großonkels, Papst Leo X. Sorgfältig wird sie von ihrer Tante, Clarice Strozzi erzogen und bekommt die Ausbildung, die ihr als adeliges Mädchen zusteht. Ihre Kindheit verläuft turbulent, sie wird Geisel der aufmüpfigen Stadt Florenz, bis sie ihr Onkel, Papst Clemens VIII. befreit, um sie dann auf dem europäischen Heiratsmarkt zu präsentieren. Das Rennen macht der französische Dauphin, Henri, Sohn des Renaissancefürsten Franz I. , der Katharina wohlwollend gegenübersteht. Das Herz von Henri gehört nämlich der schönen Witwe Diane de Poitiers, da ist einer zu viel in dieser Ehe. Als der Thronerbe stirbt, wird die Kinderlosigkeit Katharinas ein großes Problem, eine Scheidung steht im Raum, die mühsam abgewehrt wird. Dank Diane wird sie doch schwanger und als sie ihren ersten Sohn bekommt, ist ihre Rolle bei Hof endlich gefestigt. Mit dem Tod ihres Schwiegervaters wird Henri zum König und Katharina Königin von Frankreich, aber Diane spielt noch immer eine Rolle bei Henri. Mit der Geburt weiterer Kinder verfestigt Katharina ihre Stellung, erarbeitet sich den Respekt und die Zuneigung ihres Mannes, der langsam sich von der wesentlich älteren Diane abwendet. Als Henri II stirbt, kann Katharina endlich die Rivalin verjagen und muss sich noch unerfahren in den Regierungsgeschäften den politischen Auseinandersetzungen widmen. Ihr Sohn Franz II, der Maria Stuart geheiratet hat, ist in den aufkeimenden religiösen Fragen nicht ganz gewachsen. Als er stirbt, geht seine Witwe auf Anraten der mächtigen De Guise Familie nach Schottland, um ihren Thron zu besteigen. Katharina muss nun ihren noch unmündigen Sohn Karl IX beim Regieren unterstützen. In seine Regentschaft fällt der blutige Höhepunkt der Hugenottenkriege, die Bartholomäusnacht, der Hochzeitsnacht seiner Schwester Margot mit Heinrich von Navarra. Halbweges geeint präsentiert sich Frankreich, um Katharinas drittem Sohn Henri den polnischen Thron zu ermöglichen. Als jedoch Karl IX ohne Erben stirbt, eilt Henri zurück nach Frankreich, heiratet, bleibt aber ebenfalls kinderlos, sodass Katharinas jüngster Sohn Franz Herkules Thronfolger wird. Dessen Bestrebungen nach einem eigenen protestantischen Staat werden von seinem Bruder unterstützt, aber auch er stirbt vor der Zeit. Den Tod ihres Lieblingssohnes Henri II, mit dem sie gemeinsam regiert hat , erlebt Katharina von Medici nicht mehr.
Dieses Buch ist ein höchst interessanter, sehr lebendiger Abriss der französischen Geschichte mit seinen Auswirkungen auf den Rest von Europa, insbesondere Englands, Schottlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens. Historisch ausgezeichnet fundiert kann diese Romanbiographie überzeugen, da man sich genau vorstellen kann, wie das Leben auf den Fürstenhöfen abgelaufen ist. Die Intrigen, die Liebschaften, die Erziehung der Königskinder und die prächtigen Feste werden so anschaulich dargestellt, dass man glaubt dabei zu sein. Die Hauptprotagonistin Katharina von Medici wird authentisch und nicht immer sehr sympathisch beschrieben, ihre Beweggründe sind oft nachvollziehbar und ihr Verhalten entspricht einer mächtigen Frau der Renaissance, die auch regieren kann und möchte.
Ein wahres Lesevergnügen für den Liebhaber historischer Romane, der gern noch etwas dazu lernen möchte.























