Bücher mit dem Tag "rente"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rente" gekennzeichnet haben.

69 Bücher

  1. Cover des Buches Leichenblässe (ISBN: 9783499248597)
    Simon Beckett

    Leichenblässe

     (2.478)
    Aktuelle Rezension von: Kathleen1974

    Titel: „Leichenblässe“ (3. Fall von David Hunter)

    Autor/Autorin: Simon Beckett

    Verlag: Rowohlt

    Erscheinungsjahr: 2010

    Seitenanzahl: 414

    Klappentext (Quelle: www.amazon.de)

    „Bei seinem letzten Einsatz ist David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Nicht vollständig genesen, quält den Forensiker die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Bis ein alter Freund ihn um Hilfe bittet: In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde ein Toter gefunden. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Die Spuren sind widersprüchlich. Und David Hunter ist im Begriff, einen folgenschweren Fehler zu begehen …“
     

    Kurzeinschätzung:

    Nunmehr ist es der 3. Fall von David Hunter, den ich regelrecht verschlungen habe. Auch dieser konnte mich begeistern. Ich finde es sehr beeindruckend, wie es dem Autor immer wieder gelingt, mich an diese Thriller-Reihe zu fesseln.

    Auch dieser Fall war sehr spannend und für mich nicht vorhersehbar gestaltet. Simon Beckett findet für meinen Lesegeschmack immer den passenden Rahmen, wie auch die perfekte Anzahl an Beteiligten, um den jeweiligen Thriller „entspannt“ zu lesen und somit nicht den Überblick zu verlieren. Der Autor legt viel Wert auf eine bildhafte Schreibweise und sehr spannende Situationen und Geschehnisse. Die jeweilige Stimmung wirkt dann entsprechend stark auf mich. Somit fühle ich mich mittendrin im Fall und habe zudem Platz für meine eigenen Gedanken und Vermutungen zum Geschehen.

    Wieder ein aktionsreicher, gruseliger und spannender Band der David Hunter – Reihe. Schon jetzt freue ich mich auf den 4. Fall.

    Bewertung:

    5 von 5 Sterne

  2. Cover des Buches Die geheime Mission des Kardinals (ISBN: 9783446263796)
    Rafik Schami

    Die geheime Mission des Kardinals

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Rafik Schamis Erzählung ist nur vordergründig ein Krimi. ... Zwischen den Zeilen analysiert der Autor die Mechanismen von Diktatur und wie ein System die Menschen verändert. Die Handlung ist zweigeteilt. Einerseits ermittelt die Hauptperson, Kommissar Barudi gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Mancini. Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch Tagebucheinträge des syrischen Kommissars. Hier blüht der Autor auf und lässt sein aufgeklärtes Alter Ego in Tagebuchnotizen und Dialogen Kritik am autoritären Islam üben ebenso wie am Pakt der Alawiten mit der Macht und an der Überheblichkeit des römischen Klerus.

    Wir erfahren, wie hochkomplex und explosiv die politische Situation 2010 war. Das Jahr ind er die Handlung spielt.  Der aufrechte, kurz vor der Pensionierung stehende Kommissar verrät in seinem Tagebuch, was öffentlich nicht gesagt werden darf. 

    Kommissar Barudi, ein Christ, soll kurz vor seiner Pensionierung den brutalen Mord an einem italienischen Kardinal aufklären. Dazu muss er erst einmal wichtige Verbündete finden, um in einem Land mit nahezu allmächtigem, raffiniertem Geheimdienst überhaupt ermitteln zu dürfen. Das gelingt ihm, indem er die Botschaften Italiens und des Vatikans mit ins Boot holt. Bald gilt die Aufklärung der Tat als Staatsaktion, schließlich braucht Syrien gute Beziehungen nach Westen. Berlusconis Italien schickt zur Verstärkung (und Absicherung) einen eigenen Kommissar nach Damaskus, den perfekt Arabisch sprechenden Marco Mancini.

    Auch wenn der Plot in Form eines Kriminalromans daherkommt, handelt es sich in erster Linie um einen Roman über das Leben in Damaskus. Rafik Schami lässt es sich nicht nehmen, Syriens Kultur und Lebensweise einfließen zu lassen. Den Gewürzmarkt, der beim Lesen den Geruch von Koriander und Kardamon entwickelt. Der Geschmack der Nachtigallennester, ein Pistaziengebäck, das Leben der verschiedenen Religionen zueinander und die christliche Religion als Minderheit im Land, die ärmlichen Marktgassen, wo keine Touristen hinkommen und vieles mehr. 

    Kommissar Barudi selbst, ist ein melancholischer, unangepasster Typ, der nie in die Partei der Machthaber eingetreten war und daher nie aufstieg, aber er ist damit zufrieden. Er mischt sich politisch nie ein, das würde bedeuten, entweder das Lied der herrschenden zu singen oder im Gefängnis zu verfaulen. So kann er wenigstens gute Polizeiarbeit leisten.

    Kurz vor seinem Ruhestand muss Kommissar Barudi einen brisanten Fall lösen: In einem Fass mit Olivenöl, das an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert wurde, befindet sich die Leiche eines italienischen Kardinals, der auf einer geheimen Mission in Syrien unterwegs war. Verdächtige gibt es mehr als genug: 'einfache' Kriminelle, Islamisten, der Geheimdienst, Widersacher in den eigenen Reihen. Und wem kann man vertrauen? Der Geheimdienst hat seine Ohren überall.

    Ein weiteres Thema des Buches behandelt den Aberglauben und die Religion und wie diese Menschen dazu bringen können, die unglaublichsten Dinge zu tun und zu ertragen. Und dies nicht nur im positiven Sinne. Wer nun denkt: 'Na klar, diese zurückgebliebenen Bewohner entfernt liegender Bergdörfer, kein Wunder, dass die Alles glauben.', der irrt. Hierzu ein schöner Satz, weshalb der Aberglaube auch in übersättigten Gesellschaften gedeiht (wenn auch in anderer Form): "Weil die Menschen dort durch nichts mehr Befriedigung finden. Unerträgliche Leere breitet sich in ihrer Seele aus. Deshalb suchen die Menschen in fernen Welten oder Sphären Befriedigung." 

    Das hört sich nun vielleicht Alles ziemlich trist an - ist es aber überhaupt nicht. Rafik Schami schreibt sehr unterhaltsam, wenn auch für meinen Geschmack gelegentlich etwas weitschweifig, was aber wohl den orientalischen Gegebenheiten entspricht. Zudem kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn trotz des allgegenwärtigen Geheimdienstes können sich Barudi sowie sein Freund, der Chef der Spurensicherung, ihre spitzen Kommentare nicht verkneifen und der hinzugezogene italienische Kollege hält sich ebenfalls nicht zurück.

    Wer klare, stringente Handlungen mag, tut sich mit diesem Buch vermutlich keinen Gefallen. Denn der Autor nutzt bei jeder Gelegenheit die Chance etwas zu erzählen, was mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hat. Und so erfährt der Leser irgendwie nebenbei die Lebensläufe fast aller Beteiligten und etliche weitere Anekdoten. Mir hat es gefallen.

  3. Cover des Buches Herr Katō spielt Familie (ISBN: 9783803132925)
    Milena M. Flašar

    Herr Katō spielt Familie

     (54)
    Aktuelle Rezension von: literaturfreund

    Die Geschichte dreht sich um einen Namenlosen Ich-Erzähler, der vor kurzem das Rentenalter erreicht hat und nun eine neue „Aufgabe“ im Leben sucht. Die Ehe ist schon lange abgekühlt und die Frau möchte ihrem Mann aus dem Haus haben. So läuft er durch die Gegend und pflegt auf dieses Spaziergängen seinen Selbstmitleid. Man kann schon fast sagen, dass er auf eine Depression zusteuert. Aber da trifft er eine junge Frau auf einem Friedhof, die ihm einen Job in ihrer Agentur anbietet. Dort soll der, ab da von ihr nur noch Herr Katō genannte, Mann ein Familienmitglied für andere Menschen spielen. 

    Ein sehr ruhig erzählter, teilweise mit ganz viel Humor geschriebener Roman, der mich nicht nur zum Nachdenken gebracht hat, sondern auch Mut macht. Herr Katō ist eine sehr sympathische Figur, die ich gerne in diesem kleinen Stück seines Lebens begleitet habe. Ein Roman über das Leben nach der Arbeit und über das Glück im Leben. 

    Einziger kleiner Kritikpunk war für mich, die machmal etwas zu langsame und ruhige Erzählweise, so dass ich doch etwas länger für dieses dünne Büchlein gebraucht habe als erwartet. 

    Zusammengefasst ein schöner Roman zum entspannen und entschleunigen.

  4. Cover des Buches Madame Moneypenny: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können (ISBN: 9783499633744)
    Natascha Wegelin

    Madame Moneypenny: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können

     (52)
    Aktuelle Rezension von: me_inspiredbybooks

    "Weil ich daran glaube, dass diese letzte Front des Feminismus endlich geöffnet werden muss. Weil ich daran glaube, dass Frauen ein Leben vollkommen nach ihren eigenen Vorstellungen leben sollten und sie auch in diesem Lebensbereich das für sich beanspruchen müssen, was ihnen zusteht: Sorgenfreiheit, Selbstbestimmtheit und letztendlich finanzielle Unabhängigkeit."

    Dank einer Freundin bin ich auf diese absolut lehrreiche Lektüre gestoßen. Wir saßen zusammen und unterhielten uns über Finanzen. Über den Traum vom Eigenheim und den Fakt, dass eigentlich so gut wie gar kein Eigenkapital vorhanden ist. Da meinte sie: "Ich habe da dieses Buch gelesen..." und so fing alles an.

    Mittlerweile frage ich mich, wieso ich mich solange nicht mit meinen Finanzen beschäftigt habe? 

    Dieses Buch hat mich dazu bewegt, mich neu zu strukturieren, mir einen Überblick über meine Finanzen zu machen und mich vor allen Dingen darin bestärkt, was ich laut meiner Mutter schon immer wusste: 

    Ich möchte mich nie - wirklich niemals- von einem Mann abhängig machen. Und es ist auch gar nicht nötig.

    Ich habe so wahnsinnig viel für mich mitgenommen, musste das ein oder andere mal schmunzeln, weil ich mich wieder entdeckt habe und vor allem hatte ich plötzlich enorm viel Gesprächsstoff aufzuarbeiten. 

    Es war kein trockener Sachtext, sondern eine verspielte Mischung aus Grillabendgespräch und Interviews, und trotzdem war es informativ und tiefsinnig. 

    Natascha Wegelin ist Feuer und Flamme und das merkt man. 

    Ich habe für mich einen enormen Mehrwert mitgenommen und kann nur sagen: Der Funke ist über gesprungen. Ich bin im Fieber, ich will mehr, ich will mich mit meinen Finanzen beschäftigen. Ich will ein Teil von Madame Moneypenny sein.

    Passend zum Buch gibt es eine wundervolle Facebookgruppe für den Austausch, exklusiv nur für Frauen. Hurray!

    Absolutes MUSS für jede Frau. 

    "Und nicht zuletzt: Weil ich daran glaube, dass jede Frau dies erreichen kann."

  5. Cover des Buches Das Buch ohne Staben (ISBN: 9783404206407)
    Anonymus

    Das Buch ohne Staben

     (235)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte_SaSa

    Jeder der das Buch ohne Namen las ist TOT. Für den Rest kommt nun das Buch ohne Staben.

    Auch ein Massenmörder will in Rente gehen. Und nach 18 Jahren Gemetzel und einer höllischen Menge an Bourbon war es definitiv Zeit das sich Bourbon Kid zur Ruhe setzte. Aber naja. So einfach war das leider nicht wirklich. Den drei Vampire und zwei Werwölfe begingen einen ziemlich großen unverzeihlichen Fehler. Sie nahmen dem Bourbon Kid etwas was ihm lieb und teuer war. Jetzt tötete er nicht weil er es konnte oder wollte. Jetzt ging er auf die Jagd weil er Rache ausüben wollte. Also aufgepasst Santa Mondega der grausamste und gefährlichste Massenmörder von ganz Santa Mondega sinnt nach Rache.

    Fazit.: Auch hier weiß ich nicht was ich schreiben soll. Der zweite Teil der Bourbon Kid Reihe ist einfach fantastisch. Wobei ich sagen muss das "Das Buch ohne Staben" wesentlich blutiger ist als der erste Teil. Manches Mal überkam mich ein frösteln. Den der Autor Anonymus hat es wieder geschafft es so bildlich zu schreiben das man es sich definitiv bildlich vorstellen konnte. Auch das springen von Kapitel zu Kapitel zwischen den verschiedenen Charakteren ist wieder super gelungen. Man hat nicht das Gefühl das man irgendwas verpasst. Sondern ganz im Gegenteil. Es erhöht eher die Spannung.

    Diesen Teil kann ich euch nur empfehlen wenn ihr wie beim ersten Teil ein Film in Buchform anschauen sprich lesen wollt. 

  6. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783492307116)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

     (4.050)
    Aktuelle Rezension von: MarionS

    Ich habe die Reise mir Hape Kerkeling total genossen! Sehr zu Empfehlen. 

  7. Cover des Buches Gehen, ging, gegangen (ISBN: 9783328101185)
    Jenny Erpenbeck

    Gehen, ging, gegangen

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Knigaljub

    Da macht sich eine knapp 50jährige weiße Schriftstellerin auf, Geflüchtete zu interviewen. Sie lernt, was es heißt, der deutschen Bürokratie auf Gedeih und Verderb ausgesetzt zu sein: Keine Arbeitserlaubnis bekommt man (oder wenn dann nur sehr schwer) beispielsweise und bei Fingerabdrücken in Italien oder anderswo aufgrund des Schengen-Abkommens nicht einmal einen fairen Asylprozess. Ach Mensch, ich bin doch Schriftstellerin, und diese Ungeheuerlichkeiten gehören niedergeschrieben, denkt sie sich. Aber einfach so die Geschichten von Geflüchteten erzählen? Nein, da muss noch literarischer Gehalt hinter: Ich mache einen alten weißen Mann, einen frisch emeritierten Professor der Altphilologie, zum Protagonisten, dann habe ich einen guten Grund für möglichst viele intertextuelle Anspielungen und eine Chance, Abi-Lektüre zu werden…

    Zugegeben: Ich weiß natürlich nicht, was die Beweggründe dafür waren, Gehen, ging, gegangen so zu schreiben, wie es geschrieben wurde, aber was ich weiß, ist, dass ich anfangs noch neugierig war, wohin die Reise mit solch einem Protagonisten wohl geht, und dass ich es ganz gut gemacht fand, Richard, den hochgebildeten, angesehenen, wohlverdienenden Egozentriker entlarvt zu sehen. Richard kennt gefühlt die gesamte europäische Literatur in sämtlichen Epochen, zitiert aus Faust und denkt in Brechtschen Versen, aber welche Länder mit welchen Hauptstädten zu Afrika gehören – das weiß er nicht. Und dieser Richard geht nun, verwitwet und seit Kurzem emeritiert, aus einer Art Forschungsinteresse heraus zu einer Flüchtlingsunterkunft und befragt die dort wohnenden Menschen. 

    Woher kommst du? Warum bist du hier? Warum hast du ein Handy?

    Und die Geflüchteten erzählen, denn Erpenbeck lässt nicht nur den alten weißen Egozentriker, nennen wir ihn Akono (dazu später mehr), einen ganz selbstverständlichen Anspruch auf die Geschichten der Geflüchteten erheben, sondern lässt den einen Interviewten mehrfach äußern, dass er den Menschen hier seine Geschichte schulde. Und damit sind wir auch schon bei einem wesentlichen Kritikpunkt an dem Buch: Es reproduziert White Supremacy in einem derart hohen Maß und auf teilweise so subtile Weise, dass ich es irgendwann immer unerträglicher fand, es zu lesen. (Hier: der Schwarze schuldet dem Weißen seine Geschichte). Warum ¾ dieses Buches dem Wurstbrot-und-Tagesschau-Alltag Richards gewidmet sind, mag ja gute Gründe haben, genervt hat es irgendwann dennoch ganz schön. Aber schlimmer ist, wie die Teile, die den Geschichten der Geflüchteten gewidmet sind, erzählt werden. Drei Beispiele:

    1. Raschid erzählt:

    Wir versuchten wegzukommen. Meine Brüder, meine Neffen, meine Onkel, die Nachbarn. Alle rannten und schrien. Überall lagen Leute herum, alles war voller Blut. Einer meiner jüngeren Brüder hatte sich zuerst in einem Mangobaum am Rand des Platzes versteckt. (S. 112)

    --> Raschid erinnert sich also daran, dass es nicht irgendein Baum, sondern ein MANGObaum war, unter dem sich sein Bruder versteckt, nennt aber diesen Bruder nicht beim Namen. Ist das eine realistische Figurenrede oder doch eher eine implizite Exotisierung?

    2. Richard erhält ein „Geschenk“ (S. 257) von Raschid, nämlich einen weiteren Teil von dessen Geschichte:

    Ich wusste nicht, dass sie das Viertel, in dem meine Firma war, auch schon blockweise abgesperrt hatten. Wir kamen nicht mehr durch. Die Soldaten brachten mich, meine Kinder und auch drei schwarze Angestellte von mir in ihr Lager. (S. 237f.)

    --> Raschid charakterisiert seine drei Angestellten also einzig dadurch, dass sie (wie er) „schwarz“ sind. Warum erwähnt er das? Ist das eine realistische Figurenrede oder doch eher eine ziemlich weiße Perspektive, die da durchschimmert? 

    3. Ein Fest bei Richard.

    Als es zu dämmern beginnt, und Richard die Spirituslaternen anzündet, ruft Raschid: Wie in Afrika! Er nimmt eine Laterne und schwenkt sie begeistert. (S. 342)

    --> Ja, Raschid sagt „wie in Afrika“. Ist es realistisch, dass er – wie Richard – den ganzen Kontinent über einen Kamm schert? 

    An dieser Textstelle wird auch deutlich, wie die Geflüchteten, wenn nicht gerade das Opfernarrativ gefüttert wird, gewissen Stereotypen entsprechen (hier: kindlich-fröhlicher Afrikaner). Es scheint, hier wurde versucht, einen gewissen komödiantischen Aspekt einfließen zu lassen. Den Höhepunkt dessen bildet eine Szene im Auto:

    Während die drei Nigerianer sich lachend und schubsend hinten hineinzwängen, sitzt Rufu, der Mond von Wismar, schon ernst und still vorn auf seinem Platz neben Richard. […]. Abdusalam beginnt zu singen, und Richard erzählt, dass es über solche Fuhren, wie es diese gerade ist, auch ein deutsches Lied gibt, und beginnt seinerseits: Hab mein Wagen vollgeladen, voll mit Afrikanern! Er weiß natürlich, dass in der Urfassung nicht von Afrikanern die Rede ist, sondern von alten, beziehungsweise jungen Weibern – aber was die Silbenzahl angeht, sind die Afrikaner perfekt. An einer roten Ampel blickt Richard, der noch aus voller Kehle singt, während die Männer hinten klatschen und johlen, und sogar Rufu im Rhythmus mit dem Kopf nickt, zufällig in ein Nachbarauto hinein, darin sitzt eine junge Familie: Vater, Mutter, zwei Kinder – alle die Köpfe zu Richards Auto gedreht, stumm und fassungslos angesichts so vieler ausgelassener Mohren und eines offensichtlich verrücktgewordenen Weißen. Als er mit einem Hüh, Schimmel! Bei Grün wieder anfährt, hört Richard noch, wie hinter der in ihrem Staunen festgefrorenen Familie ein Hupkonzert einsetzt. (S. 198)

    --> Stereotyp singende, fröhliche Afrikaner, hier von der Erzählinstanz als M*** bezeichnet, rufen eine dermaßen große „Fassungslosigkeit“ bei einer jungen Familie (vermutlich weiß, denn Hautfarben werden im Buch nur in den unterschiedlichsten Nuancen bei den Schwarzen Geflüchteten beschrieben) hervor, dass sie stehenbleiben und ein Hupkonzert verursachen (übrigens in Berlin, als ob man da nie Schwarze sähe) – spätestens hier hatte Erpenbeck mich verloren. Schön ein bisschen rassistischen Slapstick-Humor einbauen, damit dem weißen Leser die Beschäftigung mit diesem Buch nicht allzu sehr auf den Magen schlägt, oder was war die Intention hinter dieser Szene?

    Aber nicht nur fremde Menschen lässt Erpenbeck staunen, auch Richard selbst ist ganz verwundert, dass ein Weihnachtsbild mit einem Schwarzen Geflüchteten „genauso friedlich wie all die Fotos reinrassig deutscher Weihnachtsfeste“ (S. 242) aussehe. Ja, „reinrassig deutsch“ steht da – was auch immer das sein soll, die „reine deutsche Rasse“. Klar, Richard als Protagonist denkt so, aber so unsympathisch und ignorant er auch gezeichnet sein mag, dass er wirklich eine Nationalität (deutsch) als „Rasse“ definiert, finde ich unglaubwürdig. (Übrigens ebenso wie die Tatsache, dass er für einen Arzt dolmetscht (vgl. S. 288) – auf Englisch, denn das ist offensichtlich die Sprache, in der er sich mit den Geflüchteten verständigt. Kann der Arzt wirklich kein Englisch?)

    Bleiben wir bei Akono aka Richard: Dieser kann sich nämlich nicht nur die Hauptstädte der afrikanischen Länder nicht merken, sondern kommt auch mit diesen ganzen afrikanischen Eigennamen durcheinander. Also benennt er kurzerhand manche der Geflüchteten um. Immerhin benennt er sie nicht nach sich selbst, sondern nach griechischen Göttern, dennoch benennt hier ein Weißer Schwarze um, was unangenehm an den Umgang mit Sklaven erinnert. Gerade, weil Richard am Ende doch zum White Savior in diesem Buch mutiert, stößt es besonders bitter auf, dass er die Verwendung dieser "Spitznamen" bis zum Schluss durchzieht.

    Apropos Schluss: Konsequenterweise ist der natürlich nochmal ganz Richard gewidmet. Konsequenterweise kommt heraus, dass er schon immer ein ignorantes, egozentrisches Arschloch war, auch in Bezug auf seine Frau. Bereits im gesamten Roman hatte sich gezeigt, dass Richard Frauen objektiviert – die Deutschlehrerin der Geflüchteten beispielsweise ist ihm nicht mal einen Namen wert. Stattdessen überlegt er (alter Sack) sich, wie es wäre, etwas mit ihr (junge Frau) zu haben.

    Zu dem unsympathischen Protagonisten gesellen sich andere Figuren, die ebenfalls reichlich überzeichnet wirken: der Hölderlinleser Andreas zum Beispiel oder Monika und Jörg, die „ein Restaurant mit vierzig verschiedenen Sorten Büffelmozzarella“ (S. 242) in Italien besuchten, sich aber an dem Anblick von „Afrikanerinnen […] am Straßenrand“ (S. 243) in der Toskana störten und Richard warnen: „Da musst du aufpassen, die schleppen oft Krankheiten ein, Hepatitis, Typhus und Aids. Hab ich zumindest gehört.“ (ebd.) 

    Auch mitten aus dem Leben gegriffen ist der Tacitus rezitierende Anwalt:

    Sie kennen doch sicher den schönen Abschnitt in Tacitus‘ „Germania“ über die Gastfreundschaft unserer Vorfahren? Ja, sagt Richard und nickt. Wenn ich Ihnen die Passage kurz noch einmal in Erinnerung rufen darf? Sie dürfen. Der Anwalt steht auf, geht zu seinem Bücherregal, die Rockschöße wehen im unerklärlichen Bürowind, zieht den Tacitus aus dem Regal und schlägt das kleine Buch an einer Stelle, an der ein Zettel eingelegt ist, auf. […] Und nun beginnt der Anwalt zu rezitieren: Es gilt bei den Germanen als Sünde, einem Menschen sein Haus zu verschließen, wer es auch sei; … (S. 309)

    Mit besonders viel Weisheit kann auch Anne, die Fotografin, um sich werfen. Bei Richard ist eingebrochen und Schmuck gestohlen worden, „der Klavierspieler“, dem Richard seit einiger Zeit das Klavierspielen beigebracht hat, steht direkt im Verdacht, denn er habe ja gewusst, dass Richard nicht Zuhause sei. Anne weiß Rat:

    Du musst einfach herauszufinden versuchen, ob es dein Klavierspieler war. […] Du denkst also, dass er es war. Du verurteilst ihn, ohne dass er eine Chance hatte, sich zu äußern. Das ist nicht schön. […] Frag ihn, ob er es war. […] Wenn er es wirklich gewesen sein sollte, der dir den Ring geklaut hat, dann schrei ihn an! Sag ihm, dass du, verdammt nochmal, den Ring zurückhaben willst! Mach ihm eine Szene! […] Weil du ihn ernst nehmen musst. Wenn du seinen Verrat entschuldigst, bist und bleibst du der großkotzige Europäer. (S. 316f.)

    Weißte Bescheid? Schrei die Leute an, nur dadurch zeigst du ihnen, dass du dich nicht über sie stellst. Was sind das für Figuren in dem Roman? Wo leben die alle? Warum sind die so dermaßen überzeichnet, dass man keinerlei Identifikationspotential geboten, aber permanent Kotzreiz bekommt?

    Insgesamt habe ich das Gefühl, dass Erpenbeck irgendwie schon gute Absichten hatte, aber gut gemeint ist eben nicht automatisch gut gemacht. Neben der oben ausführlich skizzierten (für mich sehr fragwürdigen) Figurenzeichnung war es insbesondere der insgesamt belehrende Ton, der mir missfiel: Nicht nur wurde dem Leser beispielsweise mindestens drei Mal erklärt, was es mit dem Schengen-Abkommen auf sich hat, nicht nur wurde permanent wiederholt, dass die Geflüchteten doch nur arbeiten wollen und nicht können, sondern auch die Einschübe von Elementen klassischer Schullektüre und die rechtlichen Grundlagen von Asylprozessen kamen mir des Öfteren künstlich eingebaut vor. 

    Mag ja sein, dass Erpenbeck mit der Wahl ihres Protagonisten und dem Raum, den er im Roman im Vergleich zu den Geflüchteten einnimmt, gerade darüber zum Nachdenken anregen wollte, wer eigentlich Geschichte(n) schreibt, wer stets im Fokus steht und wer nicht – für mich ging das vollkommen nach hinten los. Weder schafft sie es, dass man sich mit dem Protagonisten (oder irgendeiner anderen Figur) identifiziert (und dadurch zum Nachdenken angeregt wird), noch erhalten die Schicksale der Geflüchteten genügend Raum, im Gegenteil bleiben die Geflüchteten gesichts- und teilweise namenlose exotisierte „Randphänomene“ in dieser gefühlt schnell niedergeschriebenen und mit möglichst viel Wissen zusammengeworfenen, aber fragwürdige Narrative bedienenden Geschichte. Dass nicht auf Selbstreflexion, sondern Systemkritik, auf der man sich dann ausruhen kann, abgezielt wurde, zeigt auch die provokante Anspielung, die einen fragwürdigen Vergleich zu Judendeportationen zieht:

    Jetzt entsteigen den vorderen Mannschaftswagen Polizisten in voller Montur: Kampfanzüge, Helme mit heruntergeklapptem Visier, Knüppel, Pistole. [...] Richard fragt sich, ob tatsächlich 40 schwerbewaffnete Männer notwendig sind, um 12 afrikanische Flüchtlinge aus so einem Heim zu tragen, ganz zu schweigen von den übrigen rund 150 Polizisten, die in den anderen Wagen auf ihr Startsignal warten. Morgen, das weiß er jetzt schon, wird in der Zeitung stehen, wieviel der Einsatz gekostet hat, und die Kosten werden vom Volk der Buchhalter den Objekten des Abtransports als Schuld zugeschrieben werden, wie das auch in anderen Zeiten, wenn Deutschland irgendwen hat abtransportieren lassen, üblich gewesen ist. (S. 258f.)

    Was mir am Ende der Lektüre nur bleibt, ist folgende Frage: Warum genau wird/wurde dieses Buch so gefeiert?

  8. Cover des Buches Ein Mann namens Ove (ISBN: 9783839892770)
    Fredrik Backman

    Ein Mann namens Ove

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92


    Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein viel zu großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr in seinem Leben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …


    mein Fazit:

    Zunächst beginnt das Hörbuch wirklich lustig. Ove ist ein Griesgram und seine ganze Art ist zwar Ätzend, aber ich musste über die Art und Weise,  sowie die Umschreibungen meist herzhaft lachen. Irgendwie entdeckte ich teilweise facetten von ove auch in mir. Sollte ich mich schämen? 
     

    Die Erzählung verliert leider dann bereits im 2. Drittel an Witz, denn die Art des Anfangs kann nicht die ganze Zeit funktionieren und so nervt es irgendwann leider nur noch. Es findet so wenig bzw. Nur langsam Entwicklung statt. Dies liegt auch an den heilen Flashbacks, die sich meist wie unnötige Lückenfüller anfühlen.


    der Sprecher ist genial, kann das ganze aber auch nicht retten.

     Es hatte seinen Witz, aber leider fehlte die Dynamik. 

  9. Cover des Buches Antonio im Wunderland (ISBN: 9783499332562)
    Jan Weiler

    Antonio im Wunderland

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der zweite Teil von Weilers Familiengeschichten, diesmal aufgeteilt zwischen einem Familien-Italien-Urlaub mit Jan und alleman, bei dem sich eine Scherbe im Fuß nach tetanus-Spritze als Glücksfall gestaltet (man hat endlich seine Ruhe und wird von Nonna Anna umsorgt), natürlich nur mit mitgebrachter Matratze, und einem New-York-Trip mit Toni und Benno Tiggelkamp, die schon den Check-in am Düsseldorfer Flughafen aufmischen und später zu diversen Verhaftungen im Big apple sorgen. Nur die Robert-de-Niro-Passage kann man kaum glauben, ist dies wirklich passiert? Oder geht hier die Pretty-woman-Phantasie mit dem Autor durch? Sehr mysteriös, wohlwahr, und nur einfach schön mit der Onkelwerdung am Ende des Buchs.

  10. Cover des Buches Nein! Ich will keinen Seniorenteller (ISBN: 9783442468683)
    Virginia Ironside

    Nein! Ich will keinen Seniorenteller

     (170)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Marie ist fast 60 aber fühlt sich noch nicht so alt wie Altersgenossen meinen das sie jetzt ist. Ihre Bekannten sprechen nur über ihr Alter, Altertum, Krankheiten und der kommende Tod. Marie nicht. Marie fühlt sich jung und will das alles machen was junge Menschen machen. In ihr Tagebuch beschreibt sie ihr Leben, ihr Freunden, Familie usw. Ihr Leben und ihre Meinung über Alter und die Personen in ihr Leben wird deutlich kommentiert.

     

    Witzig Buch zum lesen. Marie ist jemand die fröhlich und munter im Leben steht und sich nicht runter kriegen lässt. Ihre Meinung ist anders dann andere und auch teilweise typisch englisch, das macht die Geschichte schön.

  11. Cover des Buches Das war ich nicht (ISBN: 9783442474592)
    Kristof Magnusson

    Das war ich nicht

     (163)
    Aktuelle Rezension von: Callso
    Kristof Magnusson hat einen recht merkwürdigen Roman geschrieben. Er berichtet über eine Welt, in der die einzige Wärme vom Kamin oder von Computern ausgeht, so unterkühlt wir d in dem Werk agiert. Alle anderen Charaktere, Beziehungen und Freunde sind kalt, unterkühlt und enorm emotionslos. So sammeln die drei Hauptpersonen zahlreiche Minuspunkte und erreichen  Sympathiewerte nahe der Nullgrenze.

    Schade, weil die Grundidee der Geschichte sehr vielversprechend ist. Drei Protagonisten, die im Laufe der Geschichte nahe der Verzweiflung sind. Eine Übersetzerin, die frisch getrennt ist und da sie ohne Auftrag dasteht auch mitellos ist. Da ist ein eigentlich erfolgreicher Autor, der seit einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben hat. Und es gibt mit Jasper einen Börsenhändler, der zwischen Genie und Wahnsinn handelt, mit größeren Beträgen handelt, ehe er riesige Beträge der Firma aufs riskante Spiel setzt.

    Die drei Personen treffen in Chicago aufeinander. Im hektischen Alltag kreuzen sich deren Wege, doch bei allen deei Personen ist deutlich mehr Schein als Sein.

    Autor Magnusson hat die Charaktere sehr nüchtern, sachlich und wenig sympathisch dargestellt. Insofern hält sich das Zittern und Bangen in Grenzen, aber auch in Nebenschauplätzen wie in der Bank, im Cafe oder im Freundeskreis gibt es kaum wirklich menschliche Züge. Keine beschriebene Person, die freundlich oder empathisch agiert. Sehr merkwürdig.

    Insofern ließ mich das Buch auch sehr kalt. Sicherlich lässt sich die skurrile Story ganz gut lesen, wie realistisch das Treiben ist, darf jeder selber entscheiden.

    Ach ja: Der Buchtitel "Das war ich nicht" passt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Klingt für mich deutlich mehr nach einem Kinderbuch. Auch dem Buchcover kann ich nur sehr wenig abgewinnen.
  12. Cover des Buches Die Messen sind noch nicht gelesen (Kurzgeschichte, Humor, Liebe) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe) (ISBN: 9783960871637)
    Bettina Klusemann

    Die Messen sind noch nicht gelesen (Kurzgeschichte, Humor, Liebe) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

     (14)
    Aktuelle Rezension von: CharlieKaya

    Diese kleine, aber sehr amüsante Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist enorm einnehmend und flüssig wegzuratzen. Die Geschichte an sich besticht durch einen unterschwellig düsteren Humor. Die Art und Weise, wie die Protagonisten agieren und mit einer bemerkenswerten Gelassenheit reagieren, macht absoluten Spaß. Daher kann ich diese nette Geschichte sehr empfehlen.

  13. Cover des Buches Ein Mann namens Ove (ISBN: 9783596704798)
    Fredrik Backman

    Ein Mann namens Ove

     (767)
    Aktuelle Rezension von: MsGeany

    Achtung, dieser Text kann Spoiler enthalten


    Ove ist ein alter, schlecht gelaunter Mann.
    Er ist immer mies drauf, pedantisch, besteht auf Regeln und schnauzt seine Nachbarn an, wenn sie gegen genau diese Verstoßen. Sei es nun, dass in der Wohnsiedlung nicht gefahren werden darf oder, dass ein Fahrrad am Schuppen lehnt. Immerhin gehört es rein und es steht doch ganz klar auf dem Schild, dass es nicht angelehnt werden darf.

    Aber Ove kann auch anders.
    Denn auch wenn man es auf den ersten Blick nicht so vermuten mag, so liebt er. Er liebt seine Frau Sonja tief und innig mit jeder Faser seines Seins. Und das so sehr, dass man sagen kann, dass er erst mit ihrem Auftauchen in seinem Leben wirklich angefangen hat zu Leben. Es war Liebe auf den ersten Blick die ihn dazu verleitet hat, jeden Tag mehrere Stunden Bahn zu fahren, nur um im Zug neben ihr sitzen zu dürfen. Für sie hat er sich schick gemacht, ein Haus gekauft, eine Busreise gemacht und noch so viele Dinge mehr. Denn er hat sie geliebt und das mit solch einer Inbrunst, dass er sein Leben nach ihr ebenfalls beenden möchte. Denn er möchte, nein muss, wieder bei ihr sein.
    Denn der Gedanke von ihr getrennt zu sein hat er noch nie akzeptieren wollen, hat sie gepflegt und sich mit all seinem Sein dagegen gewehrt, dass man sie ihm wegnimmt, auch wenn es wohl einfacher gewesen wäre. Denn es ging um Sonja, und niemand hatte gegen ihren Willen etwas zu unternehmen.

    Dieser Gedanke an sie, wie es ihr wohl gehen würde, was sie denken würde und ob sie ihn für das was er jetzt tut Schelten würde oder nicht, zieht sich durch das ganze Buch. Darum öffnet er sich nach und nach seinen Nachbarn. Seinen vertrottelten Nachbarn, die nichts auf die Reihe bekommen. Öffnet sich seinem alten Freund, den nächsten Nachbarn, öffnet sein Herz und findet eine neue Familie. Wenn auch widerwillig, aber er findet sich und damit auch einen neuen Sinn in seinem Leben. Denn da sind wieder Menschen, für die er da sein darf.

    Ein alles in allem wirklich schönes Buch, welches seine Höhen und Tiefen hat. Manchmal ein wenig Langatmig aber mit einem ganz bezaubernden, traurigen und zugleich unheimlich schönen Ende. Einem Ende, welches perfekter kaum sein könnte für dieses Buch. Eine Geschichte darüber, was in unserer Gesellschaft immer noch schief geht, wie die Regierung mit all ihren Vorschriften und Beamten in ihren weißen Hemden uns das Leben schwer machen. Wie sie manchmal dafür sorgen, dass Dinge, die gut sind, nicht mehr gut sein dürfen.
    Eine Geschichte darüber, dass wir unsere Nachbarn endlich wieder mehr mit einbeziehen sollten, zusammenrücken sollten, da wir uns Gegenseitig so schön helfen und füreinander einstehen könnten. Ohne dafür etwas zu verlangen.
    Leider hatte es trotz allem die ein oder andere unschöne, zu lange, Stelle bzw Passage, bei der ich unaufmerksam wurde. Daher der eine Stern Abzug. Dennoch hatte ich am Ende ein wenig Pipi in den Augen und werde den Autoren für das ein oder andere weitere Buch auf dem Zettel behalten.

  14. Cover des Buches Mensch ohne Hund (ISBN: 9783442739325)
    Hakan Nesser

    Mensch ohne Hund

     (218)
    Aktuelle Rezension von: DaemmerungderNacht25

    Ursprünglich hatte mich das Buch aufgrund des Titels interessiert; ich hatte erwartet, dass in der Handlung ein Hund vorkommen würde oder zumindest für einen Schlüsselmoment wichtig sei. Tatsächlich aber ist es bloß der Titel eines Romans einer der Figuren (kein Spoiler, das erfährt man schon früh im Buch!).
    Erst nach 200 Seiten kommt endlich mal der Inspektor hinzu. Die Handlung ist schleppend, wichtigen Hinweisen folgt der Inspektor nicht oder lässt sich ewig Zeit damit. (Meiner Meinung nach ist dieser langsame Ablauf sehr unrealistisch, da ich mich schon länger mit der Arbeit von echten Kriminalfällen auseinander setze.)
    Als Leser selbst weiß man schon vor Erscheinen des Inspektors, wer der Täter ist. Auch im Buch selbst steigt jemand anderes dahinter, ehe es der Inspektor durchschaut.
    Als Leser wartet man also bloß genervt darauf, ass der Inspektor endlich mal etwas begreift und handelt. Aber der ist die Ruhe selbst, ein langweiliger Typ der alle Zeit der Welt zu haben scheint.
    Es gibt keinerlei Überraschungsmomente und sogar das Ende zieht sich zäh wie Kaugummi.
    Mein Fall war es also leider überhaupt nicht!

  15. Cover des Buches Mein Mann, der Rentner (ISBN: 9783404607549)
    Rosa Schmidt

    Mein Mann, der Rentner

     (15)
    Aktuelle Rezension von: levi
    Rosa Schmidt ihr Leben ist gut organisiert, sie einen für sich gut geplanten Tag, der Hausarbeit, der tägliche Besuch bei Tante Lotti im Heim einschliesst und auch noch Platz für eine ehrenamtliche Tätigkeit hat. Und ihr Mann? Der geht natürlich jeden Morgen ins Büro. Bis dieser ihr plötzlich am Mittagstisch eröffnet, dass er bereits im nächsten Monat Rentner sein wird... Da gerät Rosa ihr Leben ganz schön durcheinander und sie macht sich immer wieder Gedanken, wie sich ihr Günther denn beschäftigen soll...

    Ein humorvoller und kurzweiliger Roman, der ganz schnell ausgelesen wurde.
    Da ich den zweiten Teil schon kannte, musste natürlich auch der erste her. Ich merkte schnell, dass es zum nächsten Teil einige Unterschiede gibt, der Humor ist manchmal ein klein wenig zwanghaft wobei er im zweiten Teil wirklich besser ist. Und Rosa macht sich einfach viel zu viele Gedanken und versucht ihrem Mann ständig ein Hobby schmackhaft zu machen.
    Alles in allem fand ich den Roman gut - wobei eine Steigerung möglich ist!
  16. Cover des Buches Die späte Ernte des Henry Cage (ISBN: 9783423248488)
    David Abbott

    Die späte Ernte des Henry Cage

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Marjuvin
    Inhaltsangabe bei Lovelybooks: 
    Es ist, als habe sich ein Fluch über das Leben von Henry Cage gelegt. Hatte er sich den Ruhestand nach langem, erfolgreichem Berufsleben als Manager einer florierenden Werbeagentur nicht redlich verdient? Doch Cage fühlt sich wie am Ende einer langen Liebe und realisiert, dass auch seine Lieben verheerend endeten. Getrennt von seiner Frau Nessa führt er ein zurückgezogenes Leben im Londoner Familienhaus, spielt abends Jazz und sammelt Romane des frühen 20. Jahrhunderts in Erstausgaben. Komfortabel? Nein. Ein kalter, einsamer Albtraum, der im Licht der nachfolgenden Ereignisse wie ein Idyll erscheint. David Abbott über ›Die späte Ernte des Henry Cage‹: 'Henry Cage ist ein Mann, der etwas aus dem Takt der Zeit gekommen ist, und er erlebt eine elende Reihe von unglücklichen Vorkommnissen – aber ist das schlicht Pech? Oder erntet er, was er gesät hat?'

    Rezension (Vorsicht Spoiler):
    Autoren und Autorinnen dürfen mich quälen, mich erschrocken oder zutiefst betroffen zurücklassen,... aber nur, wenn es der Geschichte dient. Dieses grauenhafte Ereignis zu Beginn hat mich völlig fertig gemacht (wahrscheinlich auch, weil ich selbst einen kleinen Sohn habe und mir vorgestellt habe, wie es wäre...). Nun... ich dachte zu Beginn des Buches, dass dieses Ereignis der Geschichte den Rahmen geben würde. Also als Schlüsselerlebnis zu Beginn und dass es am Ende erneut aufgegriffen werden würde. Ab Mitte des Buches hatte ich jedoch bereits den Verdacht, dass Herr Abbott es nicht schaffen würde bis zum Ende des Buches alle Stränge wieder sinnvoll zusammen zuführen und den Rahmen zu schließen. Ich mochte den Schreibstil und auch die zum Teil sehr einfühlsame Geschichte, gepaart mit dem Schrecken, den der obsessive junge Mann verbreitete. Meines Erachtens hat jedoch der Handlungsstrang der attraktiven Maude nicht zur Handlung beigetragen und wäre verzichtbar. Genauso wie der grauenhafte Tod von Hal, zumal es einen mit dem Gefühl zurücklässt, dass "die späte Ernte" von Mr. Cage dahingehend nicht schlüssig ist. Es macht mich traurig, diesem Buch nun doch so wenig Sterne zuzuerkennen - weniger wäre mehr gewesen!
  17. Cover des Buches Rostfrei (ISBN: 9783596298488)
    Steffi von Wolff

    Rostfrei

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Sweetheart_90
    Der Buchtitel und auch das Buchcover fand ich irgendwie witzig und dann noch der Klappentext haben mich auf das Buch gebracht. Ich war anfangs auch wirklich sehr angetan davon, fand es lustig und hab mich echt gefreut es zu lesen. Aber mit der Zeit, wurde es irgendwie zu viel und es zog sich viel zu sehr in die Länge. 


    Juliane, 97 Jahre, seit 80 Jahren mit ihrem Mann Heiner verheiratet bricht plötzlich von daheim aus und haut ab. Sie wurde stets geschlagen, musste alles machen und konnte nie etwas richtig machen. Sie trifft dann auf Jason und sie kommen auf eine Möglichkeit wie Juliane aus den Fängen ihres Mannes und ihrer furchtbaren Kinder entwischen kann. Manches klappt, manches läuft sowas von schief. 


    Die Schreibweise der Autorin gefiel mir gut, nur die Sprache von Imken, keine ganzen Sätze, alles wiederholt sich und ergibt keinen Sinn, das war wirklich sehr anstrengend.


    So war es nicht schlecht, hätte für mich auf jeden Fall um einiges kürzer sein können.
  18. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht (ISBN: 9783844522792)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Monice

    "Maria ihm schmeckt`s nicht!" von Jan Weiler,


    ein Buch mit viel Humor. Mir persönlich hat der Stil sehr gut gefallen und auch der Humor war sehr passend. Ich glaube jeder ist froh nicht einen solchen Schwiegervater zu haben, aber er hätte hier nicht fehlen dürfen. Der rote Faden rund um die Hochzeit und die Italienische Familie hat sehr gut gepasst und wurde auch sehr konsequent durch gezogen. Für mich genau das richtige zum lachen zwischen durch.
    Die Kapitel waren, sehr angenehm aufgeteilt, so das es sich Thematisch sehr passend aufgeteilt hat. Es war erst das zweite Buch von Jan Weil er für mich, aber definitiv nicht das letzte.

    Zum Inhalt:
    Eine Hochzeit für Jan und Sara, das lässt sich sein Schwiegervater nicht zweimal sagen und schon ist die Familie in Italien informiert. Das dort die ein oder andere, mehr oder weniger Gute Nachricht auf sie wartet ahnt keiner als sie sich auf den Weg nach Italien machen. Doch in Italien soll sich alles verändern und vor allem das Ende steht wohl doch nicht so fest, wie gedacht.

  19. Cover des Buches Die Liebesblödigkeit (ISBN: 9783423252843)
    Wilhelm Genazino

    Die Liebesblödigkeit

     (107)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Für einen Apokalypse-Spezialisten lebt der zweiundfünfzigjährige Protagonist ein sehr beschauliches, unaufgeregtes Leben. Auf Spaziergängen durch die Stadt beobachtet er sehr genau das Leben, das im schnellen Vorbeihasten nicht präsent wäre, ihm jedoch sehr deutlich ins Auge sticht. Die Vorbereitung seiner Vorträge und die Organisation der Veranstaltungen nehmen ihn in Beschlag, denn Apokalypse ist gerade wieder einmal gefragt. Dies ist leider nicht immer so, aber er lebt sein Leben bescheiden, gönnt sich jedoch den Gefühlsluxus von zwei völlig unterschiedlichen Geliebten, die nichts voneinander ahnen. Sowohl Sandra, als auch Judith, sind ihm seit vielen Jahren bekannt und er konnte in ausreichendem Maß an ihren Leben teilnehmen, um zu erkennen, dass jede der beiden für ihn eine andere Art von Komfort und Glückseligkeit anbietet. Bislang ging das alles gut, alle leben ihr Leben, alle scheinen zufrieden. Doch die Zeit schreitet voran und das Alter bringt zum Beispiel bei ihm Krampfadern mit sich, die man eventuell stationär behandeln lassen sollte. Ein Zusammentreffen der beiden Geliebten am Krankenbett wäre nun tatsächlich ein apokalytischer Akt und muss unbedingt zum Schutz aller Beteiligten verhindert werden. Eine Entscheidung muss gefällt werden.

    Genazino beschreibt nicht nur die Protagonisten, sondern auch diese sympathische Zwickmühle sehr klug und mit feiner Ironie. Bis zum Ende verfolgte ich gespannt das Geschehen um die Liebesblödigkeit. Wilhelm Genazino – immer wieder gerne.


  20. Cover des Buches Mama im Unruhestand (ISBN: 9783959102148)
    Lucinde Hutzenlaub

    Mama im Unruhestand

     (19)
    Aktuelle Rezension von: evafl

    Den Ruhestand ihrer Mutter hatte sich Lucinde Hutzenlaub irgendwie anders vorgestellt: Statt nun endlich öfter für ihre Familie da zu sein, reist Oma durch die Welt, tanzt Swing und ist natürlich auch beim Sektfrühstück mit Saunagang dabei. An all solchen Erlebnissen ihrer Mutter lässt Lucinde Hutzenlaub den Leser mit ihrem Buch teilhaben.

    Der Titel des Buches klang für mich nach sehr amüsanter und unterhaltsamer, ja lebensbejahender Literatur. Insofern war ich darauf gespannt, wenngleich ich selbst noch lange bis zum Rentenalter habe…

    Der Schreibstil des Buches hat mir gut gefallen, es ist angenehm, locker-leicht zu lesen, hat mir keine Schwierigkeiten bereitet. Manchmal habe ich es vom Stil her als ein wenig zu ausführlich, langatmig empfunden, bis die Geschichte so richtig zum Punkt kommt, insofern war es zwar leicht zu lesen, aber dann doch auch ein wenig anstrengend.

    Inhaltlich ist es amüsant zu lesen, wie turbulent es im Leben von Oma Hutzenlaub zugeht. Wie sie in doch schon betagtem Alter eine Reise nach Sri Lanka antritt, sich ein Tattoo stechen lässt und sich noch mit Computern befasst – all das ist schon interessant zu lesen. Es gibt immer wieder etwas zum Schmunzeln und sicher kuriose Szenen, die es in anderen Familien so vielleicht nicht gibt. Da das ganze Buch in Geschichten eingeteilt ist, kann man es auch einfach mal zur Seite legen, kommt aber schnell wieder ins Buch rein. Bzw. sind die Kapitel insofern auch nicht enorm lang.

    Für mich war die Lektüre nicht ganz so interessant, vielleicht weil ich nicht unbedingt der Zielgruppe angehöre. Vielleicht liegt die Zielgruppe eher im Alter von Lucinde Hutzenlaub oder ihrer Mutter – denn sie kennen so etwas selbst von der eigenen Mutter oder wollen aufzeigen, dass man doch auch im Alter noch mobil und viel unterwegs sein kann. Teilweise kann mir das Buch gelegentlich etwas langatmig vor, hier hätte ich mir die Geschichten manchmal etwas kürzer gewünscht. (Sicher sind sie nicht unbedingt unnötig in die Länge gezogen, aber manchmal empfindet man das eben so.)

    Alles in allem eine unterhaltsame, lustige wie emotionale Lektüre die aufzeigt, dass man den Ruhestand auch turbulent angehen kann. Mich hat es nicht so ganz gepackt, von mir gibt es hier 3 von 5 Sternen, hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen. 

  21. Cover des Buches Der wunde Punkt (ISBN: 9783453433168)
    Mark Haddon

    Der wunde Punkt

     (140)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Ich bin ja ein Fan von Mark Haddons Supergute Tage aber mit diesem Roman wurde ich einfach nicht ganz so warm, wie er es verdient hätte. Dabei kann ichs gar nicht so punktgenau fixieren, was mich gestört hat, denn der Autor kann wunderbar formulieren und auch Geschichten erzählen. Dieser unaufgeregte Stil, dem Leser den ganz normalen täglichen Alltag schmackhaft zu machen, gefällt mir sehr. Es sind die Figuren, die ich diesmal nicht mag - ich kann sie nicht verstehen, und ich glaube das liegt ein bisschen am kulturellen Hintergrund. Wenn in einem nicht britischen Roman ein Familienvater mit Pensionsschock durchknallt, dem das Leben grad komplett zwischen den Fingern zerbröselt, weil ihn seine beste Ehefrau betrügt, dann läuft er Amok, terrorisiert seine family, bringt alle zum Wahnsinn, indem er den Haushalt umorganisiert, sperrt jemanden im Keller ein (die österreichische Variante ;-)...... kurz gesagt er setzt irgendeine nach außen gerichtete Handlung macht etwas Extrovertiertes. Wenn in der britischen Middleclass ein Mann mit Midlifecrisis ob der hereinbrechenden Katastrophen eine kleine geistige Kernschmelze erlebt, dann bleibt er total höflich, entschuldigt sich vielleicht auch noch, schneidet sich Quadrate aus der Haut und beißt sich selbst in die Hand. Manche werden dies großartig und kurios finden, ich stehe dann meist da, schüttle vor Unverständnis den Kopf und wundere mich nur. Dieser typische britische und amerikanische Mittelstand ist mir derartig fremd... Am Ende der Geschichte reagiert der Held dann für mich wieder einigermaßen "normal" prügelt sich und zerstört die Hochzeitsfeier seiner Tochter. Fazit ein guter Roman aber für mich nichts weil ich mit dem britischen Mittelstand noch nie warmgeworden bin - 3,5 Sterne sind's aber für mich auf jeden Fall.
  22. Cover des Buches Die geheime Mission des Kardinals (ISBN: 9783869743875)
    Rafik Schami

    Die geheime Mission des Kardinals

     (8)
    Aktuelle Rezension von: -BuchLiebe-

    Ich habe das Hörbuch gehört.

     

    Leider hat es nicht meinen Geschmack getroffen. Für mich war zu viel unwichtiges/uninteressantes drumherum. Außerdem sehr ausschweifend und zu detailliert. Daher ist es etwas langwierig und langatmig geraten.

     

    Ich hatte das Gefühl, dass es eigentlich mehr um kulturelles, Religion und Politik geht als um den eigentlichen Kriminalfall. Auch die persönlichen Hintergründe der Hauptfiguren lagen viel zu sehr im Fokus. Dinge die schon ewig her sind und keinen Beitrag zur aktuellen Situation beitragen wird lang und breit erzählt.

     

    Manchmal hatte ich überlegt abzubrechen, aber irgendwie will man doch erfahren von wem und warum dieser Mord geschehen ist.

     

    Der Spannungsbogen war sehr flach und kaum vorhanden. Die Szene welche etwas Spannung verspricht ist leider nur sehr kurz gehalten und wird schnell wieder aufgelöst. Schade.

     

    Fazit: Ich hatte einen spannenden Kriminalfall erwartet, doch insgesamt war es für mich zu langweilig.

  23. Cover des Buches Birgit ungeschminkt (ISBN: 9783965840188)
    Birgit Schrowange

    Birgit ungeschminkt

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ramgardia

    Wenn eine Fernsehschaffende nach 40 Jahren über ihr Leben schreibt und da ungeschminkt nennt, erwarte ich schon einiges Interessantes aus dem Business. Aber hier hat Birgit Schrowange versucht aus ihrer Lebenserfahrung einen Leitfaden für Frauen zu schreiben.  

    Zunächst erfahren wir wie sie ihre späte Liebe Frank kennengelernt hat, aber dann werden wir Frauen schon vor nazistischen Kerlen gewarnt. Über die uns als Mütter allzu bekannte Frage "Bin ich eine gute Mutter?" und Frau Schrowange stellt sich da ein sehr gutes Zeugnis aus und hat kein Verständnis für Helikopter-Mütter und Frauen, die ihre Karriere zu Gunsten der Kinder nach hinten stellen. Ein großes Kapitel nehmen die Finanzen ein, hier hat sie zwar selbst böse Erfahrungen sammeln müssen, weiß aber jetzt genau, wie es geht. Dann kommen doch noch ein paar Dönekes aus ihrer Fernsehzeit und zum Ende lernen wir noch das Loslassen. 

    Birgit Schhrowange schwankt in diesem Buch zwischen, wie es es empfinde, überheblicher Besserwisserei und ihren Ängsten bzgl. ihres Aussehens.

    Ich bin Mitte sechzig, klein, übergewichtig und schon seit 10 Jahren ungefärbt und habe keine Ängste mich in der Sauna zu bewegen. Gut, mich kennt da auch wahrscheinlich keiner. Da bin ich erstaunt, dass eine Frau die so selbstbewusst in der Öffentlichkeit steht, sich da Gedanken macht. Ich habe auch einfach die gefärbten Haare, als ich sie hätte färben müssen, abgeschnitten und fertig. Nur mal so als Tipp und meine natürliche Haarfarbe war auch dunkelbraun. 


  24. Cover des Buches Alte Liebe (ISBN: 9783596512027)
    Elke Heidenreich

    Alte Liebe

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Ich liebe ja die Fischer Taschenbibliothek. Die Bücher sind klein und handlich und finden in jeder Handtasche Platz und dennoch sind die hochwertig und mit Lesebändchen ausgestattet.

    „Alte Liebe“ war tatsächlich mein erstes Buch von Elke Heidenreich. Zusammen mit ihrem Ex-Mann, Bernd Schroeder, schreibt sie abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Lore und Harry über das Älterwerden, den Alltag in einer Ehe, Entfremdung, aber auch die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft als Rentner, die das Leben noch einmal richtig auskosten möchten.

    Die einzelnen Kapitel sind jeweils zweigeteilt und geben erst einen Einblick in die Gedankenwelt von Lore und Harry, um dann mit einem Dialog anzuknüpfen.

    Lore, eine Bibliothekarin kurz vor dem Ruhestand, liebt die Welt von Kunst und Kultur. Harry, ein pensionierter Architekt, hat sich die Pflege des heimischen Gartens zur Herzensaufgabe gemacht. Er hegt und pflegt seine Stauden und genießt dann gerne das ein oder andere Bierchen, während er sein Werk betrachtet. Lore kann damit so gar nichts anfangen, aber sie merkt auch zusehends, dass ihr die Freude an ihrem Beruf und der Kulturlandschaft verloren geht.

    Als die Tochter verkündet, zum dritten Mal heiraten zu wollen, beginnen sich die Eheleute auf ihr eigenes Leben zu besinnen und über (nicht) Erreichtes, aber auch den nahenden Lebensabend nachzudenken.

    Der Roman kommt so unprätentiös und unaffektiert daher und doch so gefühlvoll und nahbar, alles scheint so leicht und alltäglich und doch treffen einen die Geschehnisse und lassen einen unweigerlich über das eigene Leben nachdenken.

    Absolut lesenswert – in jeder Lebenslage

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks