Bücher mit dem Tag "riese"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "riese" gekennzeichnet haben.

36 Bücher

  1. Cover des Buches Harry Potter und der Orden des Phönix (Harry Potter 5) (ISBN: 9783551322852)
    Joanne K. Rowling

    Harry Potter und der Orden des Phönix (Harry Potter 5)

    (9.982)
    Aktuelle Rezension von: leniisbooks

    4,5 ★


    Mit Harry Potter und der Orden des Phönix schlägt die Reihe deutlich ernstere und düsterere Töne an. Man spürt, dass die Figuren älter werden und zunehmend Verantwortung übernehmen müssen. Die unbeschwerteren Abenteuer der ersten Bände treten stärker in den Hintergrund, während Bedrohungen, politische Machtspiele und persönliche Verluste an Bedeutung gewinnen.


    Besonders Harrys Entwicklung steht dabei im Mittelpunkt. Seine Wut und Frustration wirken seinem Alter entsprechend nachvollziehbar. Zwar fehlt ihm oft noch die Weitsicht, um das gesamte Ausmaß der Ereignisse zu erfassen, gleichzeitig wird aber deutlich, wie sehr er im Vergleich zu den vorherigen Bänden gereift ist. Seine innere Zerrissenheit verleiht der Geschichte zusätzliche emotionale Tiefe.


    Ein großer Teil der Spannung entsteht durch Dolores Umbridge. Als Gegenspielerin ist sie besonders wirkungsvoll, weil ihre Methoden erschreckend realistisch wirken. Ihre bürokratische Art, Kontrolle auszuüben und Informationen zu beeinflussen, macht sie zu einer Figur, die auf eine ganz andere Weise bedrohlich ist als Voldemort.


    Sehr gelungen ist auch die Entwicklung von Dumbledores Armee. Es macht Spaß zu verfolgen, wie sich die Schülerinnen und Schüler nicht alles gefallen lassen, selbstständig denken und Verantwortung übernehmen. Gerade dieser Zusammenhalt vermittelt Hoffnung in einer Zeit, in der viele Erwachsene versagen oder wichtige Informationen zurückhalten.


    Beeindruckend ist zudem Nevilles Entwicklung. Er gewinnt deutlich an Selbstvertrauen und Stärke und zeigt, wie viel Potenzial in ihm steckt. Damit gehört er zu den Figuren, die in diesem Band besonders positiv hervorstechen.


    Interessant ist außerdem, wie viele Parallelen sich zur realen Welt ziehen lassen. Der Umgang mit Macht, die Kontrolle von Informationen und die Manipulation öffentlicher Wahrnehmung wirken erstaunlich aktuell und verleihen der Handlung zusätzliche Relevanz.


    Die Mischung aus vertrautem Schulalltag, dem Widerstand gegen Umbridge und der wachsenden Bedrohung durch Voldemort funktioniert hervorragend. Der Schulalltag sorgt für Beständigkeit und Vertrautheit, während die politischen Konflikte und die Gefahr für Spannung sorgen. Zwar hätten einige Passagen etwas kürzer ausfallen können, insgesamt trägt die ausführliche Erzählweise aber zur Entwicklung der Figuren und der Handlung bei.


    Das Ende hinterlässt schließlich einen besonders starken Eindruck. Der tragische Verlust einer wichtigen Figur sorgt für einen emotionalen Einschnitt, der nicht nur die Charaktere, sondern die gesamte Reihe nachhaltig prägt. Dadurch wirkt der Roman wie ein entscheidender Wendepunkt innerhalb der Geschichte.


    Fazit:

    Harry Potter und der Orden des Phönix ist ein deutlich düsterer und emotionalerer Band der Reihe, der mit starken Charakterentwicklungen, gesellschaftlich relevanten Themen und einer gelungenen Mischung aus Schulalltag und Widerstand überzeugt. Trotz kleiner Längen entfaltet die Geschichte eine große emotionale Wirkung und bereitet den Weg für die noch dunkleren Ereignisse der folgenden Bände.

  2. Cover des Buches Covet (ISBN: 9783423763585)
    Tracy Wolff

    Covet

    (329)
    Aktuelle Rezension von: Isa_He

    Das Buch „Covet“ ist der dritte Teil der Katmere Academy Reihe von der Autorin Tracy Wolff und knüpft unmittelbar an das Ende von Band zwei an und es geht rasant weiter für Grace und ihre Freunde. Neben Schulabschluss und Liebesdingen, trachtet der Vampirkönig Cyrus Grace weiterhin nach dem Leben und auch ihre Freunde sind in Gefahr. 

    Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und mitreißend, sodass man schnell wieder in die Geschichte rund um Grace und ihre Freunde eintaucht. Sehr gerne mochte ich die gelungene Mischung aus ernsteren sowie traurigen Momenten und lockereren Szenen, denn trotz der vielen Gefahren, die sich Grace und ihre Freunde stellen müssen, gab es auchbimmer wieder witzige Momente. Vor allem Hudson und auch Flint bringen mit ihrem ganz eigenen Humor eine erfrischende Leichtigkeit in die Handlung, die ich sehr genossen habe.

    Die Story selbst hält zahlreiche Wendungen bereit, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Dabei überschlagen sich die Ereignisse teilweise und rund um Grace und ihre Freunde hat man das Gefühl, dass eine Katastrophe auf die nächste folgt. Doch keiner von ihnen wollte aufgeben oder den Kopf in den Sand stecken und Ware die Situationen noch so ausweglos, es wurde nach einer Lösung gesucht. Dies und wie Grace von allen unterstützt wurde, hat mir sehr gefallen.

    Die Charaktere wurden von der Autorin ebenfalls wieder sehr gut ausgearbeitet. Jeder wurde individuell gestaltet und wirkte auf seine Art authentisch und besonders. Grace entwickelt sich im Laufe der Geschichte spürbar weiter und muss viele Höhen und Tiefen, auch emotionaler Natur, durchleben. Trotz ihres jungen Alters empfand ich sie als sehr stark, was sie zu einer überzeugenden Protagonistin macht. Sehr gefiel mir auch, dass Hudson stärker in den Fokus rückt und man mehr über ihn erfuhr, gerade auch über seine Beweggründe vergangener Handlungen. Er ist in dieser Geschichte definitiv nicht der Bösewicht, sondern vielschichtig und auch seine Arroganz und das Bad Boy Getue ist zum Großteil Fassade, hinter die man nach und nach schauen kann. Schön ist zudem das Wiedersehen mit bekannten Figuren wie Macy oder Flint, während aber gleichzeitig auch neue Charaktere eingeführt werden, die potentielle Verbündete darstellen könnten. Diese Mischung aus Vertrautem und Neuen sorgte dafür, dass die Geschichte lebendig bleibt und sich stets weiterentwickelt. Was Grace und ihre Freunde aber alles erleben, das müsst ihr selbst lesen.

    Mir hat „Covet“ insgesamt sehr gut gefallen. Es ist definitiv eine spannende Fortsetzung, auch wenn es gerade zu Beginn ein bisschen emotionales hin und her gibt, was vielleicht nicht jeder mag. Für mich gehörte es aber zur Geschichte einfach mit dazu. Daher vergebe ich fünf Sterne und ich freue mich schon auf Band vier.


  3. Cover des Buches Die Götter von Asgard (ISBN: 9783426522523)
    Liza Grimm

    Die Götter von Asgard

    (178)
    Aktuelle Rezension von: Tanpopo

    Um ehrlich zu sein. Ich weiß nicht, was ich von der Geschichte halten soll.
    Die Story ließ sich zwar leicht und recht schnell lesen, entsprach aber weder meinen Erwartungen an den Titel noch irgendeinem gehaltvollen Lesegenuss.
    Es handelt sich um eine sehr seichte Mädchengeschichte über Ray, die ihren Weg im Leben bisher nicht gefunden hat.
    Die Autorin betont recht regelmäßig die Rolle der Protagonisten als Heldin. Doch wie eine derartige kommt Ray mir nicht vor, eher wie ein noch immer nicht ganz flügge gewordener Vogel.

    Vom Titel her hätte ich mir den Einfluss der nordischen Götterwelt auf das gesamte Leseerlebnis doch anders vorgestellt. Auch wenn die in der Geschichte vorkommenden Götter und Wesen ihren Stereotypen, die eigentlich jeder kennt gerecht werden, konnte mich die Umsetzung überhaupt nicht überzeugen. Die ganze mythologische Welt bildet im Kern nur den Rahmen für Ray’s Selbstfindungstrip und die Beziehungsgeschichte zischen Ray und Tyr.

    Mein Fazit – seichte Geschichte und eigentlich nichts für Liebhaber klassischer Fantasy. Ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere Werke der Autorin lesen werde.

  4. Cover des Buches Magnus Chase 3: Das Schiff der Toten (ISBN: 9783551319579)
    Rick Riordan

    Magnus Chase 3: Das Schiff der Toten

    (120)
    Aktuelle Rezension von: Magische_Buchwelt

    Meine Meinung:

    "Magnus Chase - Das Schiff der Toten" ist der dritte und Finaleband der nordischen Götter Saga Trilogie.

    Die Handlung wird bei den vorherigen Bänden aus der Perspektive des Protagonisten Magnus erzählt und setzt an Ende des vorherigen Bandes an.

    Der fiese Gott Loki hat sich nach jahrtausendelanger Gefangenschaft von seinen Fesseln befreit und rüstet zum letzten Kampf! Er bemannt Naglfari, das legendäre Schiff der Toten, mit Zombies und Riesen, um den Weltuntergang Ragnarök einzuläuten und gegen die nordischen Götter zu segeln. Es liegt nun an Magnus Chase und seinen Freunden, Lokis Pläne zu vereiteln. Auf der Suche nach dem Schiff der Toten bereisen sie verschiedene Welten und müssen gegen wütende Meeresgötter, brutale Riesen und feuerspeiende Drachen antreten. Aber Magnus‘ größte Herausforderung besteht darin, sich seinen eigenen inneren Dämonen zu stellen.

    Das Sitting ist von Anfang an düsterer, man spürt das das sich hier alles entscheidenden wird.

    Magnus gewinnt in diesem Band endlich an emotionaler Reife, und machte im Verlauf eine große Charakterliche Entwicklung durch. Mutig stellt er sich nur dem listigen Loki und und dessen Verbündeten, sondern auch den Schatten der Vergangenheit.
    Durch die vielen Kämpfe und Wendungen baut sich nicht nur die Spannung, sondern auch die Dramatik über den gesamten Verlauf, immer weiter auf. So dass bis zum Showdown mit den Held*innen mitfiebert. Einige der Schwertkämpfe waren mir zu schnell erzählt,und hatten durchaus ein wenig länger seien können. Neben der Dramatik gibt es auch einpaar humorvolle und Romantischeszenen die der Geschichte immer Leichtigkeit gaben. 

  5. Cover des Buches Spinnenblitz (ISBN: 9783492282093)
    Jennifer Estep

    Spinnenblitz

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Chianti_Classico

    Gin Blanco ist nach dem Tod von Madeline Magda Monroe zur neuen Königin der Unterwelt von Ashland geworden und darf sich nun mit den Problemen der Unterweltbosse herumschlagen.
    Als bei einem Treffen eine Bombe gezündet wird, ist Gin gar nicht begeistert, doch der Attentäter weckt Erinnerungen in Gin und sie bereitet sich auf ihren nächsten Kampf vor.

    "Spinnenblitz" ist der dreizehnte Band von Jennifer Esteps Elemental Assassin Reihe, der aus der Ich-Perspektive von Gin Blanco erzählt wird.

    Gin versteht keinen Spaß, wenn jemand ihre Freunde in Gefahr bringt, sodass sie unbedingt herausfinden will, wer eine Bombe auf der Delta Queen gezündet hat.
    Damit, dass sie dem Täter bereits in ihrer Vergangenheit begegnet ist, hätte sie nicht gerechnet, aber Gin ist es gewohnt, dass ihre Vergangenheit sie verfolgt und so bereitet sie sich auf ihren nächsten Kampf vor, bei dem sie wieder zeigen muss, dass sie nicht zu Unrecht die neue Königin der Unterwelt von Ashland ist.

    Die Elemental Assassin Reihe mag ich immer noch sehr, wobei der dreizehnte Band nun doch sehr lange darauf warten musste, bis ich ihn endlich gelesen habe, weil ich ehrlich gesagt eine Pause von der Reihe gebraucht habe.
    Aber einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, denn auch Gins neuestes Abenteuer war sehr spannend und ein bisschen Abstand hat auch dafür gesorgt, dass ich wieder richtig Lust auf Gin und ihre Freunde und natürlich die kriminellen Machenschaften in Ashland hatte!

    An manchen Stellen war Gin mir etwas zu überheblich, aber insgesamt hat sie mir wieder gut gefallen und es war so schön, Finn und Bria, Jo-Jo und Sophia, Owen, Philipp und Xavier wiederzusehen und mit ihnen ein weiteres spannendes Abenteuer zu erleben.
    Der nächste Band liegt hier schon bereit und ich möchte nicht zu viel Zeit vergehen lassen, bis ich nach Ashland zurückkehre, denn der vierzehnte Band verspricht sehr spannend zu werden!

    Fazit:
    "Spinnenblitz" ist ein guter dreizehnter Band von Jennifer Esteps Elemental Assassin Reihe.
    Es war sehr schön, Gin und ihre Freunde wiederzusehen und ein weiteres spannendes Abenteuer in Ashland zu erleben!
    Ich vergebe vier Kleeblätter.

  6. Cover des Buches Der Glückliche Prinz und andere Märchen (ISBN: 9783150193884)
    Oscar Wilde

    Der Glückliche Prinz und andere Märchen

    (61)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Ein Schwälberich, der einem Prinzen dient und Gutes tut. Ein Feuerwerk der anderen Art. Eine Nachtigall, die alles für die vermeintlich wahre Liebe, aufgibt. Ein selbstsüchtiger Riese, der die Kinder aus seinem Garten sperrt und dafür Frühling, Sommer und Herbst aus seinem Leben ausschließt. Und ganz viel christliche Weisheiten. Das sind die Zutaten die Oscar Wilde in seinen Märchen und seiner Prosa verarbeitet. Und das gelingt ihm sehr gut.

    Wildes Märchen berühren, sind poetisch und haben moralischen Wert und sind manchmal auch bitter böse. Besonders die Sprache hat es mir angetan - und da ziehe ich meinen imaginären Hut vor Übersetzer Ernst Sander... Schwälberich - hach was für ein schönes, poetisches Wort. Und auch inhaltlich kann mich Wilde abholen, immer wieder lässt er kleine christliche Weisheiten einfließen - die ich zugeben nur aus der Kunst kenne - aber die er gekonnt platziert, so dass sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Mir gefiel dies sehr gut und daher kann ich nur meine vollste Leseempfehlung aussprechen.

    Fazit: Der glückliche Prinz hat auch mich beglückt. Lesenswert.
  7. Cover des Buches Gulliver’s Travels (ISBN: 9783861843061)
    Jonathan Swift

    Gulliver’s Travels

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Moni
    Etwas verschrober englisch-irischer Roman aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, manchmal furchtbar langweilig, dann wieder sehr interessant und vor allem die letzte Reise zu den Houyhnhnms und Yahoos sehr aktuell und durchaus lesenswert.
  8. Cover des Buches Spinnenherz (ISBN: 9783492281492)
    Jennifer Estep

    Spinnenherz

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Dijan

    In diesem Band erfahren wir etwas mehr über Jo-Jo und Sophia. Ich habe die beiden Zwerginnen bereits in den letzten Bänden restlos ins Herz geschlossen. Jede ist für sich besonders und beide sich selbstlos für die ausgewählte Familie da. Davor haben wir erfahren, warum Sophie so ist wie sie nunmal ist. Und in diesem Teil kehrt die Vergangenheit der beiden zurück und Sophie wird entführt. Ich bin immer wieder entsetzt und erstaunt, über welch eine Grausamkeit die Autorin in ihren Geschichte schreibt. Mein Herz hat für Sophia in diesem besonderen Buch geblutet. Und ich habe Gin noch mehr Lieben gelernt, als ich es ohnehin schon tue. Sie war selbstlos, skrupellos, brutal und einfach nur aufopferungsvoll. Aufopferungsvoll, wenn es um ihre Familie geht. Ich habe bereits in den Bänden zuvor herausgefunden, dass Gin viel menschlicher ist als sie selbst denkt. Aber hier, in diesem Buch, wäre sie bereit ihr Leben zu lassen. 


    Und die Geschichte rund um Owen und Gin. Omg! Es war so fucking Real. All das Gesagte habe ich geglaubt. Und es war keinesfalls eine abrupte Kehrwende der vorherigen Geschehnisse. Nein. Vielmehr war es eine logische Veränderung. 


    Ich Feier Jennifer Estep immer noch mit dieser Reihe und bin keinenfalls gelangweilter. Es unterhält mich, die Dialoge besitzen Witz und ausreichend Sarkasmus. Die Charaktere sind gut durchdacht und haben ihren eigenen Charme. Auf keinesfalls blass gehalten. 

    Also von mir wieder ganze 5 Sterne!!

  9. Cover des Buches Spinnenwinter (ISBN: 9783492282369)
    Jennifer Estep

    Spinnenwinter

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Chianti_Classico

    Gin Blanco hat ein neues Ziel, denn sie möchte mehr über den mysteriösen Kreis herausfinden, dem ihre Mutter angehört hat.
    Gleichzeitig hat Deidre Shaw, die Mutter ihres Ziehbruders Finn, viel Chaos in Ashland und auch in ihrem Leben hinterlassen, ihm aber auch den Themenpark Bullet Pointe vererbt.
    Als Finn die Besitzurkunde erhält, beschließen sie, einen Kurzurlaub zu machen, doch Gin hat ihren letzten Urlaub in schlechter Erinnerung und so macht sie sich auf alles gefasst, als sie sich in Richtung Bullet Pointe aufmachen.

    "Spinnenwinter“ von Jennifer Estep ist der fünfzehnte Band der Elemental Assassin Reihe, der wieder aus der Ich-Perspektive der Profikillerin Gin Blanco erzählt wird.

    Zwei Wochen ist es her, dass Deidre Shaw gestorben ist, doch der Besuch von Finns Mutter hat viel Chaos hinterlassen und und die Schäden, die sie angerichtet hat, sind noch lange nicht beseitigt.
    Nicht nur in der Bank First Trust of Ashland, auch in Finns Leben, der die kurze Zeit mit seiner Mutter erst einmal verarbeiten muss und da noch schwer dran zu knabbern hat.
    Als er erfährt, dass Deidre ihm den Themenpark Bullet Pointe hinterlassen hat, entschließen sich Finn, Gin, Bria und Owen, dem Park einen Besuch abzustatten, um hoffentlich mehr über Deidre herauszufinden und vielleicht auch neue Informationen zu dem geheimnisvollen Kreis zu erhalten, dem Gins Mutter Eira vor ihrem Tod angehört hat.
    In dem Westernpark angekommen, stellt sich jedoch schnell heraus, dass auch in diesem Urlaub wieder gefährliche Gegner auf Gin warten.

    Einerseits liebe ich die Elemental Assassin Reihe sehr und mochte auch diesen Band wieder echt gerne, andererseits laufen die Geschichten fast immer gleich ab und können mich nicht mehr groß überraschen.
    Gin ist die fast schon übermächtige Profikillerin, die immer neue Gegner findet.
    Natürlich gerät auch Gin mal ins Schwimmen, aber sie hat immer ein Ass im Ärmel, oder einer ihrer vielen Freunde hilft ihr aus der Bredouille. Außerdem gab es auch hier wieder Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit, die ihr bei ihrem aktuellen Abenteuer den entscheidenden Hinweis geliefert hat.
    Aber ich mag die Charaktere einfach, auch wenn sie eigentlich keinerlei Entwicklung mehr durchmachen und eher blass blieben.

    Dafür war der Themenpark Bullet Pointe, ein Park mit Westernsetting zur Weihnachtszeit, wirklich eine gelungene Abwechslung zu den bekannten Schauplätzen in Ashland.
    Auch den Kreis finde ich ganz interessant und frage mich, was dahintersteckt, besonders weil auch Gins Vergangenheit, beziehungsweise die ihrer Mutter, etwas stärker in den Fokus gerückt ist und die Familie Snow ein wenig mehr Tiefe bekommen hat.
    Mal sehen, ob ich die Reihe noch weiterlesen werde. Einerseits möchte ich sie beenden, weil sie mich schon sehr lange begleitet, aber andererseits fühlt es sich an, als wäre Gins Geschichte langsam auserzählt.

    Fazit:
    Ein Highlight war "Spinnenwinter“ von Jennifer Estep für mich nicht, aber ich habe auch den fünfzehnten Band der Elemental Assassin Reihe wieder sehr gerne gelesen.
    Obwohl Gins Abenteuer sich mittlerweile alle ähneln, konnte mich dieser Band gut unterhalten, und ich mochte den Themenpark Bullet Pointe echt gerne.
    Ich vergebe schwache vier Kleeblätter.

  10. Cover des Buches Spinnenrache (ISBN: 9783492282239)
    Jennifer Estep

    Spinnenrache

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Chianti_Classico

    Als Finns totgeglaubte Mutter Deirdre Shaw in Ashland auftaucht, weicht dieser ihr nicht mehr von der Seite.
    Auch auf Gins Warnungen möchte er nicht hören, denn Gin ist der felsenfesten Überzeugung, dass hinter Deirdres Auftauchen mehr steckt als nur die Sehnsucht nach ihrem Sohn, doch mit ihrem Charme wickelt Deirdre ihn schnell um ihren Finger.
    Ist Gin nur paranoid, oder plant Deirdre tatsächlich etwas, das Finn in Gefahr bringen könnte?

    "Spinnenrache" von Jennifer Estep ist der vierzehnte Band der Elemental Assassin Reihe, der wie gewohnt aus der Ich-Perspektive von Gin Blanco erzählt wird.

    Gin hat herausgefunden, dass Finns totgeglaubte Mutter wieder in Ashland ist, aber bevor sie Finn offenbaren kann, dass seine Mutter nicht bei einem Autounfall gestorben ist, steht Deirdre Shaw auch schon vor ihm und wickelt ihn um ihren kleinen Finger. Sie will die letzten dreißig Jahre der Trennung wieder aufholen und eine Beziehung zu ihm aufbauen, doch Gin traut ihr nicht über den Weg, zu viel stört sie an Deirdre.
    Doch wenn sie ihren Ziehbruder nicht verlieren will, muss Gin gute Miene zu bösen Spiel machen, denn sie muss in der Nähe sein, um Mama Dee im Auge zu behalten.

    Den dreizehnten Band habe ich vor gut zweieinhalb Jahren gelesen, doch trotzdem war ich wieder schnell in der Geschichte drin, auch weil die einzelnen Bände ja zum Großteil in sich abgeschlossen sind.
    Ich mochte auch diesen Band wieder richtig gerne, auch wenn mich die Reihe nicht mehr so stark begeistern kann wie noch am Anfang.

    Gin ist ehrlich gesagt fast schon zu perfekt, aber ich mochte sie wieder gerne. Sie ist sehr loyal und vorsichtig. Geduldig wie die Spinne, deren Rune sie trägt. Aber auch stark und fast unbesiegbar.
    Ich fand es schön, dass wir in diesem Band mehr von Bria und Finn gesehen haben und durch Deirdres Auftauchen auch mehr über die Vergangenheit von Gins Ziehvater Fletcher erfahren durften. Ein wenig schade finde ich es, dass besonders Owen, ihr fester Freund ein wenig in den Hintergrund gerückt ist und im Schatten von Gin steht.

    Die Geschichte konnte mich gut unterhalten, auch wenn es ein wenig vorhersehbar war, aber ich mag die Richtung, in die sich die Geschichte zum Ende entwickelt hat, echt gerne!
    Gin hat in diesem Band etwas erfahren, das ihre Welt auf den Kopf stellt, und vielleicht erfahren wir im nächsten Band auch mehr über Gins leibliche Familie, die Snows. Es wurden viele Fragen aufgeworfen, die nicht alle geklärt wurden und so freue ich mich auf jeden Fall sehr aufs Weiterlesen!

    Fazit:
    "Spinnenrache" von Jennifer Estep ist ein guter vierzehnter Band der Elemental Assassin Reihe.
    Die Geschichte ließ sich gut lesen, auch wenn es ein wenig vorhersehbar war, aber dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten.
    Ich vergebe vier Kleeblätter und freue mich auf den nächsten Band, denn ich mag die Richtung, in die die Geschichte sich entwickelt hat, richtig gerne und bin sehr gespannt, wie es mit Gin weitergeht!

  11. Cover des Buches Spinnenfunke (ISBN: 9783492281522)
    Jennifer Estep

    Spinnenfunke

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Coribookprincess

    "Spinnenfunke" ist der 12. Band der Elemental Assassin-Reihe von Jennifer Estep und knüpft nahtlos an die packenden Ereignisse der vorherigen Bücher an. 

    Gin Blanco ist eine so tolle Protagonistin, stark, unabhängig und so liebevoll.


    Jennifer Estep versteht es, die Spannung konstant zu halten und neue Wendungen einzuführen, die den Leser in Atem halten. 

    Gins Kämpfe gegen ihre Feinde sind gewohnt actionreich, und die Gefahr, in der ihre Freunde schweben, bringt eine zusätzliche emotionale Tiefe in die Handlung. 

    Es ist faszinierend zu sehen, wie Gin nicht nur auf ihre magischen Kräfte, sondern auch auf ihren Verstand und ihre Loyalität zu ihren Freunden angewiesen ist, um zu überleben.


    Insgesamt ist "Spinnenfunke" ein gelungener Teil der Elemental Assassin-Reihe, der Fans der Serie sicherlich begeistern wird. 

    Die Mischung aus Magie, Action und starken Charakteren macht das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre für alle, die Urban Fantasy lieben.

  12. Cover des Buches Nowitzki (ISBN: 9783499623059)
    Peter Sartorius

    Nowitzki

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Als Nowitzki noch "Nowinski" hieß, vor dem Titelgewinn 2011 mit den Mavs 2011 und bevor sich Barack Obama sich über Dööörks Gesang zu "We are the champions" lustig machte. Nowitzkis Hintergrund wird schön erklärt, genauso wie der seines Förderers Holger Geschwindner, wie Basketball nach Deutschland kam und wie NBA-Commissioner David Stern B-ball zu dem Mega-Großereignis machte, das es heute mit weltweiten Milliardenumsätzen ist. Nowitzkis Anlaufschwierigkeiten bei den Dallas Mavericks werden beschrieben, wie er um Haaresbreite bei einem anderen Klub oder bei einem amerikanischen College gelandet wäre und schwer sich der zurückhaltende, fast scheue Ménsch mit Selbstzweifeln tut. Aber Höhenangst zu haben und 2,13 m groß zu sein, scheint keine allzu gute Kombination zu sein. Toller Typ, auf jeden Fall ein Vorbild auf und neben dem Parkett. Dörkules!

  13. Cover des Buches Rübezahl: Die Originale 47 (ISBN: B0B1QJL36K)
    N.N.

    Rübezahl: Die Originale 47

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Super Teddy (ISBN: 9783946401056)
    Géraldine Elschner

    Super Teddy

    (9)
    Aktuelle Rezension von: orfe1975

    Cover:

    Das Cover ist sehr bunt und der Vater passend zum Titel wie ein Superheld gekleidet. Er hebt das Kind hoch in die Luft und somit ist klar, dass es um Papa als Held geht. Die Zeichnungsart war nicht mein Geschmack, aber der Titel hat definitiv meine Neugier geweckt.

    Inhalt:

    Das Kind mag Teddys sehr gerne, aber es gibt einen Super Teddy, den mag es am liebsten und das ist sein Papa. In einer Reihe von Vergleichen beschreibt es seinen Vater und seine Liebe zu ihm.

    Mein Eindruck:

    Ich habe das Buch zusammen mit meiner 3-jährigen Tochter gelesen. Ich fand die Idee, den Vater in den Mittelpunkt zu rücken, sehr originell und die Botschaft, Papa als Superheld darzustellen, gefiel mir gut. Die Vergleiche, die das Kind zieht, fand ich sehr zutreffend und für Kinder gut nachvollziehbar: Zum Beispiel ist er groß wie ein Riese, knuddelig wie ein Schaf, stark wie ein Elefant, kann manchmal aber auch laut wie ein Löwe sein und vieles mehr. Schön war am Ende vor allem die Kernbotschaft, dass der Papa mit all seinen Ecken und Kanten trotzdem vom Kind geliebt wird.

    Uns gefiel allerdings die Darstellungsart nicht, die meisten Figuren waren sehr kantig und abstrakt gezeichnet, für uns zu modern. Wir mögen lieber liebevoll detaillierte Bilder, in denen alles in den korrekten Proportionen dargestellt ist. Meine Tochter hat das Buch schnell durchgeblättert und wollte es danach nicht noch mal ansehen. Ihr gefiel vor allem die Vaterdarstellung nicht ("Ist nicht schön.") und der Text von maximal 1-2 Sätzen pro Doppelseite war ihr zu kurz. Sie hatte mehr Geschichte erwartet. Zudem fand sie die Mütze auf dem Kopf des Kindes irritierend, weil diese immer auf war und weil man nicht erkennen konnte, ob das Kind ein Junge oder ein Mädchen ist. Ihr ist es sehr wichtig, zu wissen, mit wem sie es zu tun hat, ohne dabei ein bestimmtes Geschlecht als Hauptfigur zu favorisieren.
    Alles in allem eine schöne Idee, die für jüngere Kinder von 2 Jahren vielleicht besser geeignet ist, uns konnte sie in der Umsetzung leider nicht ganz überzeugen.

    Fazit:

    Eine Liebeserklärung an den Vater mit süßen Vergleichen, aber in gewöhnungsbedürftigem Zeichnungsstil
  15. Cover des Buches Der Riese, der mit dem Regen kam (ISBN: 9783737351782)
    Stefan Boonen

    Der Riese, der mit dem Regen kam

    (6)
    Aktuelle Rezension von: jelimuki

    Albert Loblos, gerade elf Jahre alt, lebt mit seiner Mutter und den fünf Schwestern im Sommerhochhaus. Die Sommerferien beginnen gerade und ihm steht eine langweilige Zeit bevor. Seine Mutter setzt alles auf Alberts Schwestern, die sie von Casting zu Casting jagt, in der Hoffnung, dass mindestens eine von ihnen groß rauskommt und sich damit die finanziellen Sorgen der Familie von selbst erledigen. Für Albert hat sie nichts übrig und hält es für einen Irrtum, dass ausgerechnet er ihr Sohn sein soll.

    „Sogar deiner Mutter bist du egal.“
    „Das stimmt nicht!“ Albert sah sie wütend an.
    „Träum ruhig weiter“, zischte Frau Urgel. (Seite 83)

    Einen Hoffnungsschimmer gibt es, als am Abend des ersten Ferientages Kalinda mit ihrer Mutter und deren Freund ins Hochhaus einzieht. Vielleicht können Kalinda und Albert Freunde werden?

    In der folgenden Nacht regnet es und Kalinda kann in der ungewohnt lauten Umgebung nicht schlafen. Mitten in der Nacht sieht sie aus dem Fenster und meint plötzlich, die Dunkelheit würde sich bewegen. Oder die Brücke. Oder ist da etwa ein Riese? Als sie sich endlich wieder beruhigt hat („Riesen gibt’s nicht“, Seite 23), findet sie doch noch in den Schlaf. Ein paar Etagen höher kann auch Albert nicht schlafen und starrt aus dem Fenster. Er jedoch zweifelt nicht an dem, was er sieht und wittert seine große Chance.

    „Stell dir nur vor. Ein Foto von ihm und dem Riesen! Das war echt eine Geschichte. Die Leute könnten sich gar nicht daran sattsehen. Wie sie ihn bewundern würden, ihn umarmen und feiern würden.“ (Seite 24)

    Am zweiten Ferientag begegnen sich die beiden Kinder erneut und stellen fest, dass sie beide das Gleiche gesehen haben. Sie beschließen, sich auf die Suche nach dem Riesen zu machen. Ob sie ihn finden werden und was es mit dem Sommerhochhaus auf sich hat, können junge Leser auf insgesamt etwa 250 Seiten entdecken.

    Was mir beim Lesen sehr gefiel, sind die fein gezeichneten Charaktere, die dieses Kinderbuch lebendig machen. Sei es die mürrische Frau Urgel aus der neunten Etage, die einmal in der Woche ihrem Hund Moppel einen so kräftigen Tritt verpasst, dass er über das Balkongeländer in den Teich vor dem Hochhaus fällt oder die nette Rosie, die im fünften Stock ihren kleinen Tante-Emma-Laden betreibt.

    Sehr bedrückend ist, wie sehr Albert von seiner Mutter und den Schwestern ignoriert wird. Er möchte gern wissen, wie sein Vater ist – ob er ihm vielleicht ähnlich ist, wenn seine Mutter ihn schon für einen Irrtum hält -, aber sein Vater wird tabuisiert in der Familie. Zum Glück gibt es im Hochhaus ein paar Bewohner, die ihn sehr mögen und immer wieder ermutigen, aber durch die verquere familiäre Situation ist er im Großen und Ganzen mutterseelenallein.

    Die Illustrationen sind sehr gelungen und greifen in den verschieden gewählten Farbbereichen die im Text transportierten Stimmungen wunderbar auf.

    Diese fantasievolle Geschichte ist sowohl spannend als auch warmherzig erzählt und lädt die Leser zum Träumen ein. Sie macht Mut, nicht aufzugeben, auch wenn die Lebensumstände nicht rosig sein mögen.

    Persönlich würde ich das Buch Kindern ab etwa neun Jahren empfehlen.

    (Ursprünglich im Blog veröffentlicht: 25.06.2016)

  16. Cover des Buches Gigaguhl und das Riesen-Glück (ISBN: 9783423762861)
    Alex Rühle

    Gigaguhl und das Riesen-Glück

    (6)
    Aktuelle Rezension von: KinderLeseWunder

    Es war einmal.. der Riese Gigaguhl Gargantua. Er lebte viele hundert Jahre vor unserer Zeit und tat allerlei vergnügliche Dinge, wie Stürme niesen, Wolken essen und mit Walen und Definen spielen. Er war nie allein, denn sein Körper wurde von ganz verschiedenen Lebewesen bewohnt: Papageien und andere Vögel im Ohr, Ziegen im Nacken und sogar einem Einhorn in seinem Kopfhaar.  Als er müde wurde, legte er sich hin und deckte sich mit einer Sommerwiese zu. So verschlief er den Bau einer Stadt auf seinem Rücken, in der die beiden Kinder Nick und Nina Hunkapatsch lebten. „Beide machten liebend gerne Unsinn und noch lieber Quatsch.“ Wer macht das von uns nicht gerne? Eines Tages liefen sie in den Wald auf dem Berg und entdeckten eine Höhle. Sie kletterten hinein und da der Eingang der Höhle nichts anderes als das Ohr des Riesen Gigaguhl war, weckten sie ihn auf. Nun wollte der Riese natürlich aufstehen, da er schonmal wach war. Die Kinder konnten ihn warnen und mithilfe aller Tiere, die auf Gigaguhl lebten, schafften sie alle Menschen, die in ihrer Stadt lebten, zu retten und dem Riesen trotzdem seine Freiheit zurückzugeben. Jetzt besuchte der Riese die Kinder ab und zu und sie erlebten zusammen spannende Abenteuer. 

    Am Anfang der Geschichte geht es märchenhaft zu. Ein Riese und sogar ein Einhorn, da werden meine Kinder hellhörig. Nachdem auch die beiden Kinder in die Geschichte eingeführt werden, ist die Beigeisterung bei uns beim Vorlesen groß. Das die beiden Kinder nun ausgerechnet durch einen Nieser aus dem Inneren des Riesen mit viel Rotz und Geröll herausschossen werden, sorgt für viel Gekicher bei uns. Und nach der Rettung aller Einwohner der Stadt breitet sich das wohlige Gefühl „Ende gut, alles gut“ im ganzen Körper aus.

    Alle meine drei Kinder, zwischen drei und acht Jahren, hatten Spaß an dem Buch. Sie konnten sowohl den Reimen, wie auch dem Inhalt etwas abgewinnen. Die Illustrationen sind lebendig und kraftvoll und die Gestaltung im Graphic – Novel – Stil wirkt frisch und ansprechend. Eine besondere Geschichte in einer besonderen Aufmachung. 

  17. Cover des Buches Scherbengericht (ISBN: 9783492314138)
    Veit Heinichen

    Scherbengericht

    (5)
    Aktuelle Rezension von: martina_turbanisch

    1999  wurde der Koch Aristèides Albanese, Sohn einer griechischstämmigen Triestiner Prostituierten zu Unrecht verurteilt und kehrt nun, nach 17 Jahren Haft zurück nach Triest. Zu seiner Verurteilung führten diverse Falschaussagen einer sehr rechtsorientierten Clique aus der Triestiner Oberschicht. Angeführt und gelenkt werden sie vom korrupten Antonio Gasparri, der mit seine fremdenfeindlichen Politik vor allem die eigene Tasche füllt. Aber Aristèides hat sich einen raffinierten Racheplan ausgedacht. Er bricht in die Häuser der Truppe ein, zaubert aus den im Kühlschrank vorhandenen Dingen ein unwiderstehliches Mahl, das am ende aber wahlweise bzw. je nach Konstitution des Opfers zu Magenkrämpfen oder aber zum Tod führt. Laurenti ist zuerst von dem Fall entnervt, aber nachdem sich ihm die Hintergründe der Tat offenbaren, schlägt er sich auf die Seite des ungewöhnlichen Rächers.

    Selbst hinter Gittern hatte Aristèides Albanese Schlagzeilen gemacht, doch Melissa Fabiani waren die Meldungen entgangen, dass der wegen Totschlags zu zwanzig Jahren verurteilte Gastronom einen Teil der Mensa seines Gefängnisses in ein feines Restaurant verwandelt hatte. Scherbengericht, S. 12

    Mein Eindruck:

    Auch Henkersmahlzeiten können richtig lecker sein …

    Bitterböse

    Veit Heinichen schafft es mit Scherbengericht ein stimmiges, lebendiges  und gleichzeitig bitterböses Bild von Triest zu zeichnen. Obwohl es hier gar nicht so sehr um Triest geht, sondern mehr um Europa und um die Gesellschaft in einer globalisierten Welt. Allerdings ist das gar nicht so schulmeisterlich, wie es hier bei mir klingt - im Gegenteil, eigentlich ist es sogar total lecker :-)

    Rache

    Während Commissario Laurenti sich zu Beginn noch mit dem etwas unklaren Tod einer englische Reederin. Unfall, Selbstmord oder Mord? Nur widerwillig lässt sich Laurenti in die wirtschaftlichen Sümpfe des Opfers hineinziehen. Aber bald nimmt Aristèides ausgeklügelter Rachefeldzug Laurentis gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch und er beschäftigt sich recht ausführlich mit den Hintergründen der damaligen Verurteilung.

    Sympathie

    Je mehr der Commissario recherchiert, desto sympathischer wird ihm der Rächer. Das sollte so natürlich nicht sein, auch wenn es verständlich ist. Was lange im unklaren bleibt, ist die Frage, ob Aristèides die zwölf Personen die seinerzeit falsch ausgesagt haben töten will, oder ob er ihnen nur einen Denkzettel verpassen will. Hier hapert es dann auch ein wenig mit der Logik - wer isst schon etwas, was zu Hause einfach so auf dem Tisch steht, ohne zu wissen wer es gekocht hat?

    Ende

    Das Ende erscheint mir wenig schlüssig und glaubhaft. Alle Dinge regeln sich irgendwie, Aristèides und ein pakistanischer Kollege Aahrash eröffnen eine Restaurant, in dem sie diverse gespendete Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum sind, zu schmackhaften, einfachen und preisgünstigen Mahlzeiten kochen. Natürlich zählt Commissario Laurenti zu den den ersten Gästen. Das ist vielleicht eine wünschenswerte Entwicklung, aber realistisch ist das sicher nicht.

    Krimiplot

    Trotz des für mich etwas unglaubwürdigen Endes der Geschichte, hat mir Scherbengericht viel Spaß gemacht. Ich habe viel über Triest und seine Geschichte erfahren, einiges über seine kulinarischen Eigenheiten gelernt und auch die aktuellen Probleme, mit denen die italienische Stadt so zu kämpfen hat, kamen nicht zu kurz. Der Krimiplot stand hier zwar nicht im Mittelpunkt des Buches - war aber definitiv vorhanden :-)

    Mein Eindruck:

    Scherbengericht ist keine reiner Krimi, dafür gibt es zu viel Gesellschaftskritik, die von den eigentlichen Taten ablenkt. Aber ich habe ihn trotzdem gerne gelesen, denn spannend verpackte Gesellschaftskritik kommt  eher bei Lesern wie mir an, als trockene Zahlen, Daten und Fakten. In diesem Sinne kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

  18. Cover des Buches The BFG (ISBN: 9780141361321)
    Roald Dahl

    The BFG

    (41)
    Aktuelle Rezension von: BluevanMeer

    Manche Riesen sind eigentlich ziemlich klein. Zumindest im Vergleich zu anderen Riesen. Der BGF ist so ein kleiner Riese. Und dann ist er auch noch freundlich, ein Big Friendly Giant eben. Er ist nur acht Meter groß und dann auch noch Vegetarier. Das kann ja nicht gut gehen. Zumindest, wenn sich alle anderen Riesen von Kindern ernähren. Im Gegensatz zu diesen finsteren Gesellen hat der BFG eine ganz besondere Aufgabe: er kümmert sich um Träume. Zufällig entdeckt ihn eines Nachts ein kleines Mädchen.  

    Ich bin ein großer Roald Dahl-Fan. Ich fand James und der Riesenpfirsich in der Tim Burton Verfilmung klasse, ich liebe die Matilda-Verfilmung und ich habe sehr gerne The Witches gelesen. Roald Dahls Texte sind auch für Erwachsene und haben ein nicht zu unterschätzendes düsteres Potenzial, das gerade kleinere Kinder vielleicht auch verstören könnte. Da ist dieser Roman keine Ausnahme. Im BFG werden überall auf der Welt Kinder von Riesen gefressen. Und niemand kann etwas dagegen tun, denn die meisten Menschen wissen gar nicht, was da eigentlich vor sich geht. Die "human beans", wie der BFG die Menschen passender Weise nennt, werden zum Teil einfach aus ihren Betten gefuttert.

    Als die kleine Sophie, die in einem Kinderheim lebt, zufällig in der Nacht den BFG in ihrer Straße entdeckt, weiß sie zunächst auch nicht was vor sich geht. Die lange hagere Gestalt mit den überdimensionalen Ohren hält eine Art Trompete in jedes Fenster. Aber keine Angst, der Riese gehört ja zu den Guten.  Mit der Trompete pustet der BFG Träume in die Kinderzimmer, die er vorher gesammelt hat.  Er muss Sophie mitnehmen, denn niemand darf wissen, was er da macht. Sophie wird also entführt - aber das ist gar nicht so schlimm, denn im Kinderheim hat es ihr ohnehin nicht gefallen. Sie versteckt sich im Riesenohr vom freundlichen Riesen, der ins Riesenland galoppiert. Dort zeigt er ihr die wirklich finster schmeckenden "snozzcumbers", denn das Riesenland ist nicht auf Vegetarier eingerichtet. Und der BFG mag das Leben im Riesenland auch gar nicht mehr. Er träumt von einem anderen Leben.

    "I would dearly love to have an elefunt to ride on", the BFG said dreamily. "I would so much love to have jumbly big elefunt and go riding through green forests picking peachy fruits off trees all day Long. This is a sizzling-hot muckfrumping Country we is living in. Nothing grows in it except snozzcumbers. I would love somewhere else and pick peachy fruits in the early morning from the back of an elefunt." (S.33)

    Der freundliche Gigant versteckt Sophie vor den anderen Riesen; dem "Bloodbootler", dem "Childchewer", dem "Meatdripper". Zusammen hecken Sophie und der BFG einen Plan aus, wie es gelingen kann, die Kinder vor den anderen Riesen zu retten.

    The BFG ist eine unglaublich fantasievolle Geschichte. Neben den niedlichen Zeichnungen von Quentin Blake ist der Roman einfach ein sprachliches Highlight. Der BFG kann kein formvollendetes Englisch und es finden sich zahlreiche Sprachspiele und Wortwitze im Text.

    Gerade die Stellen mit den Träumen haben mir sehr gefallen. Der BFG hat unglaublich feine und riesengroße (höhö!) Ohren. Damit kann er Träume hören, die wie Schmetterlinge durch die Luft fliegen und sie so einfangen. Natürlich spielt dieses besondere Talent auch im Kampf gegen die bösen Riesen eine wichtige Rolle.

    Außerdem gefällt mir die Beziehung zwischen dem Riesen und Sophie. Obwohl der BFG Sophie einfach entführt, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Sophie und dem Riesen. Und dann ist es bald Sophie, die dem Riesen vielen Dinge zeigen kann. Mithilfe einer List und einer großen Portion Mut und der König von England, können Sophie und der Riese schließlich die Kinder retten. Das passt zu diesem modernen Märchen, in dem der BFG und Sophie sogar noch zu einem mitternächtlichen Dinner bei der Queen eingeladen werden. Und sich die gesamte Welt erkenntlich zeigt.

    "The King of Arabia sent them a camel each.

    The Lama of Tibet sent them a llama each. [...]

    Jersey sent them Pullovers." (S.197)

    Ein passendes Ende für ein Kinderbuch, in dem Dahl zeigt, dass Freundschaft nicht auf eine bestimmte Körpergröße beschränkt ist. Eine schöne Idee. Groß und Klein helfen sich und besiegen die Bösen. 1985 hat der Roman den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen. Vier Jahre später kam eine Zeichentrickvariante des Films unter dem Titel "Der große freundliche Riese" in die Kinos. In diesem Sommer hat sich Spielberg dem Stoff angenommen, das Skript stammt von Melissa Mathison, die auch das Skript zu E.T. geschrieben hat.

    Übrigens erschien E.T. im selben Jahr, in dem Roald Dahls Roman erschien, 1982. Vielleicht hängt es mit der Entstehungszeit der Geschichte zusammen, dass am Ende neben der Queen und der genialen List der beiden, eben auch ganz selbstverständlich das Militär bemüht werden muss, um die Insel und ihre Bewohner vor den Riesen zu retten. Ohne die Royal Air Force und die Army geht am Ende eben doch nichts.

  19. Cover des Buches Der Riese und die großen Gefühle (ISBN: 9783864296383)
    Charlotte Bellière

    Der Riese und die großen Gefühle

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Hier wartet ein ganz bezauberndes Bilderbuch, dass mit einer ausdrucksvollen Bildsprache über starke Gefühle wie Angst, Erstaunen, Wut, aber auch Liebe und Gelassenheit erzählt.

    Ein bezauberndes, verzauberndes Bilderbuch über Gefühle, dass auch künstlerisch ein Highlight ist

    Ein Bilderbuch ganz ohne Worte, indem es sehr viel zu entdecken und erleben gibt.

    Für Kinder ab 3 Jahren

    Manchmal bedarf es keiner Worte, man muss nur hinschauen, um viel zu entdecken und erleben.

    In genauso ein zauberhaftes Bilderbuch dürft ihr hier eintauchen. Und um es vorwegzunehmen: Es ist ganz bestimmt nicht nur ein Buch für Kinder. Ian de Haes s illustrierte Bilderbücher sind immer etwas ganz Besonderes. Sein einzigartiger, sehr individueller Zeichenstil, seine Farbpaletten und vor allem das Spiel aus Licht und Schatten ziehen den Betrachter magisch an. Mit "Der Riese und die starken Gefühle" zeigt er uns, dass es keiner erzählenden Sprache bedarf, um Geschichten zu erzählen.

    Wenn man sich auf das Abenteuer Buch ohne Worte einlässt, ist das für viele vielleicht erst einmal etwas ungewohnt. Viele sind es gewohnt, erzählend durch eine Geschichte geführt zu werden und sehen Bilder nur als ergänzende Begleitung. Bei einem Buch ohne Worte muss man loslassen und bereit sein, sich auf ein echtes Entdeckerabenteuer einzulassen, bei dem man alles um sich herum vergisst. Es ist nicht möglich, an etwas anderes zu denken. Das Auge nimmt das große Ganze war, bleibt dann an einem interessanten Punkt hängen, den es intensiver entdeckt und von dort aus genauso aufmerksam von Bildausschnitt zu Bildausschnitt weiterwandert. Es ist ein Betrachterprozess, der sich mit der Zeit verselbstständigt.

    In diesem Fall lädt uns Ian De Haes in ein kleines idyllisches Dorf ein und erzählt ausgehend vom ruhigen Dorfleben eine wundervolle, fantasievolle Geschichte über große Gefühle, die alle Dorfbewohner und ein überraschender Gast ganz individuell empfinden.

    Er erzählt von dem beschaulichen Dorfleben, in dem die Dorfbewohner mit viel GELASSENHEIT ihren Tag verbringen bis mitten im Dorf ein großer "Stein", an dem man sich gerne niederlässt, zu wackeln beginnt. Die Erde beginnt zu beben, dann birst der Boden. Die Menschen erschrecken und machen sich SORGEN. Plötzlich bewegt sich der Stein, wird immer größer genau wie das Loch. FURCHT breitet sich im Dorf aus. Der scheinbar ruhige Stein entpuppt sich als SteinRiese, der aus dem Loch klettert und von dannen zieht.

    Was bleibt, ist ein Bild der Verwüstung. Ein tiefes Loch auf dem Dorfplatz ist leider nicht alles, was passiert ist. Häuser haben Risse bekommen, drohen einzustürzen, Dächer sind zu Schaden gekommen. Im Dorf herrscht große TRAURIGKEIT. Nach erstem Entsetzen nehmen die Bewohner die wütend (WUT) die Verfolgung auf. Im Laufe der Zeit wird aus WUT ZORN. Doch als sie den Steinriesen dann finden, müssen sie feststellen, dass der gar nicht so böse ist, wie sie dachten.

    Er schämt sich sehr, es ist wirklich herzzerreißend, das kleine große Elend anzuschauen. SCHAM ist aber nicht nur bei dem Steinriesen zu beobachten, auch bei den Bewohnern, die zuvor eine wahre Hetzjagd veranstaltet hatten und auch mit HÄME reagiert haben, ist SCHAM zu entdecken. Großes ERSTAUNEN macht sich breit, als die Dorfbewohner feststellen, dass der Steinriese ganz und gar nicht böse ist, sondern in Wirklichkeit unglaublich fürsorglich und lieb. Und mit LIEBE und FREUDE endet dann auch diese sehr gefühlvolle, ganz bezaubernde Geschichte, die ich hier nur ganz grob angerissen haben und die so viel Geschichten beinhaltet, wie ihr sie entdeckt, interpretiert, kommentiert und erzählt.

    Auf jeder Doppelseite stellt Ian De Haes ein Gefühl in den Vordergrund, das deutlich und intensiv, aber auch sehr individuell zu erleben ist. Jeder reagiert etwas anders. Mal ist einer mehr von dem Gefühl betroffen als der andere und die Reaktionen dementsprechend unterschiedlich. Das Besondere an Ian De Haes Bildergeschichte ist, dass er nicht einfach Figuren ins Bild setzt, sondern einen festen, sehr individuellen Bewohnerstamm hat. Sie alle dürfen wir gleich zu Beginn des Buches beim Aufschlagen kennenlernen. Jede Figur hat eine besondere Persönlichkeit. Sie alle kennenlernen zu dürfen ist schon ein großes Geschenk, denn hier erleben wir nicht nur Individualität, sondern auch die Vielfalt.

    Jeder Charakter ist einzigartig und auch wenn man über Menschen nicht lachen sollte, die ein oder andere Darstellung lässt schon schmunzeln. Aber nicht nur. In dem Buch geht es um Gefühle und die erleben wir auch schon in unterschiedlichster Form in der Vorstellung. Da gibt es Melchior den kräftigen, stämmigen "Seebären" mit dem typischen Seemannsoutfit von Ringelpulli und Strickmütze, dessen Arme von Nixen- und Anker-Tätowierungen geziert sind, und die Brille tragende Familie Bonchic, Robert mit dem großen Strohhut, der anscheinend gern ein kleines Nickerchen zwischendurch macht und ein Sinnbild für Gelassenheit zu sein scheint, oder Melanie mit dem großen Hut, die sich immerzu im Spiegel anschauen mag- halt Typ feine Dame oder Willy, der Bücher zu lieben scheint. Ayhan und auch Herr Zhou trauen zeigen starken Gefühle und auch die Tiere sind vom Typ her sehr verschieden. Die Schildkröten Pinsmi und Pinsmol scheinen sehr neugierig und entdeckungslustig zu sein, während Hund Karamell es ehr chillig mag. Jeder Bewohner kann so kennengelernt werden und nicht selten passiert es, dass man sich mehr oder weniger unbewusst schon Figuren hinauspickt, die man später in den Bildergeschichten sofort wiedersucht und ihrem Geschichtenverlauf folgt. Melchior zum Beispiel verkauft seinen Fisch und bekommt es mit der Angst zu tun, als der Steinriese aus dem Loch klettert, während Robert mit dem großen Strohhut ...... Ach, wisst ihr was, entdeckt es doch am besten selbst. Sucht Robert und entdeckt, was er von alledem mitbekommt und wie er reagiert. Lernt alle Dorfbewohner kennen, studiert ihre Gesichter, schaut, wie sie reagieren und handeln und erlebt eine Geschichte, deren Bilder plötzlich ein Eigenleben entwickeln und zu leben beginnen. Ihr seid unmittelbare Beobachter und mitten im Geschehen, was dazu führt, dass das Gehirn uns einen kleinen Streich spielt. Wir schauen nicht nur auf ein Bild, die Figuren bewegen sich. Alles entwickelt eine Eigendynamik, der man sich nicht entziehen kann, und so rennt man auch gefühlsmäßig hinter den Figuren her, um den Steinriesen zu finden. Man wird zum Mitreisenden, zum Mitfühlenden und macht sich auch gefühlsmäßig ein eigenes Bild vom Geschehen, das allerdings schon mehr aus der Warte des Beobachters als aus der eines Betroffenen, was auf jeden Fall noch einmal eine andere Gefühlsebene ist. Es ist unglaublich, welch' Vielfalt an Geschichten Ian De Haes hier erleben und entdecken lässt und wie viel Raum er dabei der Fantasie des Betrachters lässt.
    Kinder können hier ein wunderbares Gefühl für Gefühle entwickeln und sich mit denen auseinandersetzten. Resilienz ist hier wohl das Wort über allem.
    Was mich persönlich sehr berührt hat, ist die unglaubliche Farbpallette, mit der Ian De Haes hier spielt und viel dazu beiträgt, seine Leser gleich in die richtige Stimmung zu versetzten. Warme fast schon erdig zu beschreibende Farben in den unterschiedlichsten Gelb-grün-Tönen mit einer Strahlkraft, die an warme Sommer oder auch Herbsttage erinnert, umhüllen uns mit genau dieser Wärme und geben uns gleich zu Beginn des Buches einem ein tiefes Gefühl der Geborgenheit und Ruhe, die das Thema GELASSENHEIT förmlich spüren lässt. Von dieser warmen Farbpalette weicht Ian De Haes nicht ab, lässt aber im Laufe des Geschehens weitere Farbtiefe mit einfließen und spielt dann mit Licht und Schatten, sodass wir auch über die Farben spüren, dass sich etwas (teilweise sogar dramatisch) verändert. Aus hellen, warmen Gelbtönen wird ein dunkleres Gelb-Grün. Es wirkt nicht duster und dunkel, sondern wie als sei kurz ein Gewitter aufgekommen ist. Jedem Gefühl wird eine kleine, aber doch intensive Abweichung in den Farben zugeordnet. So verfärbt sich der Himmel und damit auch Teile der Landschaft beim Gefühl ZORN in ein erdiges Rot-braun und beim Gefühl LIEBE in ein wundervolles Orange-Rot-Lila. Es wirkt alles, als sähe man durch eine rosarote Brille.
    Die emotionale Wirkung von Farbe(n) ist schon eine Welt für sich. Sie so in Bilder über Gefühle einzubinden, dass man sie intensiv spürt, ist eine hohe Kunst. Und so schließt sich der Kreis zwischen Emotionen und künstlerischer Gestaltung.

    In dieses Bilderbuch einzutauchen ist ein besonders Erlebnis, nicht nur für Kinder.
    "Hier ist es so friedlich. Hier würde ich soooo gerne wohnen."
    "Ich hatte das Gefühl, in Urlaub zu sein."
    "Ich, hatte das Gefühl, mein Herz wird ganz groß und ganz ruhig."
    (O-Töne von Kindern im Alter zwischen 5 und 8 Jahren)
    Jedes Bild lädt zum „ewigen“ Verweilen ein und wäre da nicht die Neugier auf den Geschichtenverlauf, man würde vermutlich noch viiiiel länger in jedem verweilen, als man es ohnehin schon machen wird.
    Schaut man sich das Buch gemeinsam mit Kindern an, kann man sich später herrlich über das Empfundene, das Erlebte und Gesehene austauschen und dabei sicherlich auch auf die Gefühle zu sprechen kommen.
    Man kann Gesprächsthemen bewusst heraussuchen und lenken oder einfach alles auf einen zukommen lassen.
    Ihr solltet euch aber nicht wundern, wenn die Herzen vieler kleiner Leser von Anfang an für den kleinen-großen Steinriesen schlagen, auch wenn der erst einmal ein Feld der Verwüstung hinterlässt.
    Die Hetzjagd der Bewohner wird nicht von allen Kindern als verständliche Reaktion betrachtet. Manche Kinder leiden mehr mit dem Steinriesen als mit den Menschen, denen zum Teil großer Schaden entstanden ist.
    "Er hat das ja nicht extra gemacht!" (O-Ton einiger Kinder) beschreibt dies sehr schön.
    Und damit interpretieren sie die Situation (wie sich später herausstellt) genau richtig.
    Und ja, es gibt ein großes Happy End.
    Nicht nur die Liebe zieht ein, sondern der Steinriese macht auch alles wieder gut und ist fortan Teil der Gemeinschaft.
    Schöner kann eine so emotionale Geschichte doch nicht enden.
    VERSTEHEN und VERZEIHEN wird hier vorgelebt.

    So jetzt genug geschwärmt und erzählt.
    Bei uns ist dieses Bilderbuch zu einem absoluten Lieblingsbuch geworden, in dem nicht nur die Kleinen nur zu gern "stundenlang" verweilen.
    Taucht ein und erlebt selbst, was diese Geschichte, diese Bilder mit einem machen. Es ist ein Seelenwärmer, eine Auszeit- fast wie ein Urlaub. Ein gefühlvoller, emotionaler, herzenswarmer Urlaub.

  20. Cover des Buches Billy und der geheimnisvolle Riese (ISBN: 9783831047871)
    Jamie Oliver

    Billy und der geheimnisvolle Riese

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Billy und seine Freunde Anna, Jeremy und Andy werden direkt zu Anfang kurz vorgestellt. Erfreulicherweise entsprechen sie meiner Meinung nach nicht wirklich irgendwelchen Stereotypen oder Klischees. In dem kleinen Wohnort führen Billys Eltern ein Pub, sind also hervorragende Köche und darum ist das Thema "Essen" eine wiederholte und willkommene Unterbrechung der Abenteuer. Ein paar der Rezepte finden sich im Anhang am Schluss des Buches. Da der Autor für seine Kochbücher bekannt ist, freut mich das natürlich sehr und erscheint mir passend.

    Billy und seine Freunde erkunden den geheimnisvollen Wald am Rand ihres Dorfes und schließen dort Freundschaften über die Grenzen ihrer Spezies hinaus, was mir sehr gut gefallen hat. Auch das Thema des "Rhythmus", der alle Lebewesen zusammenhält und voneinander abhängig macht, finde ich schön in die Geschichte eingebunden.

    Gestört hat mich oftmals, dass es mir vorkam als würde "zu viel" passieren: Billy schlittert von einem spannenden Erlebnis ins nächste. Sei es im Wald oder bei Begegnungen mit dem Mobber und Schul-Rowdy. Dadurch wirkte die Geschichte stellenweise "erzwungen" oder gewollt abenteuerlich und damit für mich anstrengend zu lesen.

    Die schwarz-weißen Illustrationen sind reichlich vorhanden und unterstützen den Fließtext. Leider passen sie an einigen Stellen nicht zum Inhalt der Handlung, worüber man leicht hinweg sehen kann. Sie sind witzig und abwechslungsreich gestaltet. Meiner Meinung nach hätten aber bestimmte Szenen anders und kindgerechter dargestellt werden können.

    Billy und seine Freunde sind ca. 9-10 Jahre alt, was ich auch als Empfehlung für die Leserschaft annehmen würde.

    Fazit: Spannende Geschichte, ab einem gewissen Punkt etwas vorhersehbar, Erzählstil zumindest anfangs sehr "bemüht". Insgesamt sicher gut geeignet für das empfohlene Lesealter.

  21. Cover des Buches Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt und der fliegende Esel (ISBN: 9783596811304)
    Janet Foxley

    Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt und der fliegende Esel

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Raven
    Das Buch "Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt und der fliegende Esel" ist Band 2 einer Triologie. Das Buch ist von Janet Foxley geschrieben, 256 Seiten lang und beim Fischerverlag erschienen.

    Die Illustrationen sind total witzig und skurril und jede Leseseite ist mit Riesendreck und Fingerabdrücken überzogen. Das macht wirklich Riesenspaß!

    Das Buch hat folgende Literaturpreise erhalten:

    Munkel Trogg. Der kleinste Riese der Welt‹:
    Nominiert für den Waterstones Children’s Book Preis 2012
    Nominiert als Stockton on Tees Children’s Book of the Year 2012
    Nominiert für den Leeds Book Preis 2012
    Nominiert für den Sheffield Children’s Book Preis 2012

    ›Victoria Street No. 17‹:
    Ausgezeichnet mit der Ulmer Unke 2016 in der Kategorie ›Jüngere Leser‹

    Munkel ist nun der weise Mann, aber viele Riesen hören trotzdem nicht auf ihn und tun ihn als kleinen Spinner ab. Dabei hat Munkel herausgefunden, dass die Riesen in einem Vulkan leben, der zu jeder Zeit ausbrechen kann. Wie soll er sein Volk überzeugen und retten? Vielleicht kann seine Menschenfreundin ja helfen und sich als Esel verkleiden, denn dem sagenumwobenem, fliegenden Esel müssen die Riesen doch einfach glauben!

    Auch Band 2 ist  spannend und witzig geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und einfach. Wieder einmal schafft es die Autorin einen gleich in das skurrile Abenteuer hineinzuziehen. Munkel wächst dabei wieder über sich hinaus und zeigt allen das er, obwohl er klein ist, große Taten vollbringen kann.

    Fazit: Ein spannendes, witziges Buch mit lustigen Illustrationen, wo ein kleiner Riese über sich hinauswächst! Leseempfehlung!
  22. Cover des Buches Zeichne mal den Grüffelo und seine Freunde (ISBN: 9783407758897)
    Axel Scheffler

    Zeichne mal den Grüffelo und seine Freunde

    (34)
    Aktuelle Rezension von: sternenstaubhh

    Axel Scheffler und Julia Donaldson sind ein echtes Dream-Team. Aus ihren Federn stammen moderne Kinderbuchklassiker wie "Der Grüffelo" und auch wir haben unzählige ihrer Werke in unserem Kinderbuchregal stehen.

    Dieses Buch entführt in die Welt von Axel Scheffler, den genialen Illustrator dieser wundervollen Kinderbücher. Hier erfährtan einiges über die Arbeit eines Illustrators und kann sich z.B. die Vorabzeichnungen des Grüffelos genauer ansehen. Viele Versionen werden für die einzelnen Charaktere auf Papier gezaubert, bevor man die Version findet, die am besten zur Handlung passt. 

    Doch neben den Einblicken in die Entstehungsgeschichten, geht es natürlich vor allem um die Zeichnungen der Hauptcharaktere. Der Fokus liegt hierbei auf einer Schritt für Schritt Anleitung, die Kinder wie Erwachsene, Jung und Alt, Anfänger und Profi gleichermaßen anspricht. 

    Für uns ist dieses Buch ein ganz besonderes Highlight. Immerhin begleiten uns die Bücher von Scheffler und Donaldson schon seit einigen Jahren. Da erwacht natürlich auch der Wunsch den ein oder anderen Protagonisten abzumalen. Sei es der Grüffelo, die Hexe oder der Wal - hier findet man viele tolle Anregungen, Anleitungen und Zuspruch. Zudem gint es immer wieder kleinere Malaufgaben, die dazu einladen zu den Buntstiften zu greifen und loszulegen. 

    Was soll ich sagen? Ich liebe dieses Buch und wir hatten und haben sehr viel Spaß an den wunderbaren Anleitungen. Besonders für Kinder, die Grüffelo und Co kennen und gerne malen, werden hier ihren Spaß haben. Dieser Malunterricht mit Grüffelo und Co macht einfach Spaß. Wer würde nicht gerne so gut wie Axel Scheffler malen können um den Grüffelo auf das Papier zu zaubern und neue Abenteuer erleben zu lassen. Einfach toll!


  23. Cover des Buches Das Lied von Leben und Tod (ISBN: 9783423139243)
    Marcelo Figueras

    Das Lied von Leben und Tod

    (10)
    Aktuelle Rezension von: barbara_kenner

    Ich liebe dieses Buch, wie ich auch Marcelo Figueras als Schriftsteller ganz wunderbar finde. Die Sprachgewalt, die Mischung aus Realität und Magie, die Liebe zu absurden Figuren, ich habe das dicke Buch in einem Rutsch durchgelesen und seitdem immer wieder mal reingelesen. Die Verarbeitung von furchtbaren Geschehnissen während Argentiniens Militärdiktatur bildet den Hintergrund für eine Liebesgeschichte zwischen der schwer traumatisierten Pat und dem riesengroßen Teo, dessen Herz so groß ist wie seine Körpergröße. Miranda, Pats Kind ist ein besonderes Kind, kann Menschen anrühren und mit ihren kleinen Händen heilen. 

    Es geht um kleine witzige Situationen, wie z. b. warum Senora Pachelbel klar wird, dass ein Mann nicht genügen kann oder die Konkurrenz der Hippies und der Konservativen im Dorf, die aber auch tragische Züge hat. Es geht um die Bewältigung von Schuld, für mich ist eine Rede während einer Beerdigung in diesem Buch eine der stärksten Stellen, die mich immer wieder darüber nachdenken lässt, wie aus furchtbarem Liebe und neue Kraft erwachsen kann.

    Insgesamt kann ich nur sagen - LESEN!!!!

  24. Cover des Buches Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt (ISBN: 9783596812837)
    Janet Foxley

    Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt

    (27)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    In Rumperlberg wohnt Munkel mit seiner ganzen Familie Trogg. Es sind alles Riesen, nur Munkel ist klein. Wird er auch mal so groß? Eher fraglich, denn eigentlich sollte er in seinem Alter schon viel viel größer sein. In der Schule wird er deshalb geärgert und von seiner Familie aufgezogen. Seine Papa nimmt ihn als Gewicht zum Kräfteaufbau. Irgendwann hat Munkel aber genug davon und will sein eigenes Ding durchziehen und wagt ein Abenteuer in die Welt der Kleinen, also der Menschen. Ein herrlich spannender Lesespaß für alle ab 9 Jahren und neben all den verrückten Zeichnungen, Bildern und Geschichten hat der Lesestoff doch auch Tiefgang und behandelt Themen wie anders sein, Außenseiter und seinen eigenen Weg finden. Super!

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks