Bücher mit dem Tag "rollenbilder"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rollenbilder" gekennzeichnet haben.

22 Bücher

  1. Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462053289)
    Nam-Joo Cho

    Kim Jiyoung, geboren 1982

     (303)
    Aktuelle Rezension von: angioletta

    Kim Jiyoung wird benachteiligt. Und das aus einem einzigen Grund: weil sie eine Frau ist. „Kim Jiyoung ist wie jede Frau“, heißt es im Klappentext. Und damit ist eigentlich schon alles verraten, um das es in diesem Buch geht.

    Kim Jiyoung ist eine fiktive Figur - Mitte 30, studiert, verheiratet, ein Kind – die ein seltsames Verhalten an den Tag legt: Sie beginnt plötzlich wie ihre Mutter oder eine Studentin zu sprechen, so als wäre sie diese und kann sich danach nicht daran erinnern. „Zuerst suchte (ihr Mann) Daehyon allein einen Psychiater auf, erzählte vom Zustand seiner Frau und fragte ihn um Rat, was zu tun sei.“ (S. 18) Schließlich geht sie selbst zum Psychiater, der sich nun ihre Lebensgeschichte erzählen lässt – Kindheit, Ausbildung, Beruf, Familiengründung - und wir Leser:innen sind dabei und hören mit.

    Diese Ausgangslage hört sich im ersten Moment noch außergewöhnlich an.
    Doch „Kim Jiyoung ist wie jede Frau“. Die südkoreanische Autorin Cho Nam-Joo hat sich sichtlich bemüht, ihrer Protagonistin ein möglichst durchschnittliches Leben anzudichten. Damit will sie erreichen, dass sich ebenso durchschnittliche Menschen in sie einfühlen können und erkennen, wie frauenfeindlich die heutige Gesellschaft immer noch ist. Dadurch, dass Kim Jiyoung’s Leben allerdings so völlig belanglos vor sich hinplätschert, muss sich auch die Leserschaft auf eine ziemlich langweilige Lektüre einstellen.

    Es ist allerdings nicht nur der ereignislose Inhalt, weswegen dieses Buch so überhaupt nicht mitreißt, sondern auch der allzu nüchterne Schreibstil. Über weite Strecken könnte es eine Reportage sein – es werden sogar Zahlen aus Studienergebnissen in den Text eingeflochten – doch dieses Konzept mit der gänzlich übergangslosen Mischung zwischen Fiktion und Realität ist in meinen Augen völlig missglückt. „Als Jiyoung 2005 ihr Studium abschloss, veröffentlichte ein Jobportal im Internet die Ergebnisse einer Untersuchung zur Frauenquote bei etwa hundert Unternehmen. Sie lag bei 29,6 Prozent.“ (S. 109)

    Wo die Beschreibungen von Kim Jiyoungs Kindheit wenigstens noch kleine Einblicke in die südkoreanische Lebenskultur liefert, reiht sich ab ihrem Studium eigentlich nur noch eine frauendiskriminierende Szene an die nächste.
    Der grundsätzliche schriftstellerische Leitsatz „show don’t tell“ blieb von der Autorin auf so schlimme Weise unbeachtet, dass es eigentlich nur noch weh tut.

    „Jiyoung wurde gelegentlich zu einer anderen Person. Manche dieser Personen lebten noch, andere waren bereits tot. Alle waren Frauen aus ihrem unmittelbaren Umfeld.“ (S. 196) So hatte ich erhofft, dass ihre sogenannte Verrücktheit am Ende des Buches noch für einen Plottwist sorgt. Doch selbst da wurde ich enttäuscht.

    Ja, ich verstehe das Anliegen dieses Buches.
    Ja, es ist ungerecht, dass gut ausgebildete Frauen keinen Job bekommen, nur weil sie Frauen sind.
    Ja, es ist haarsträubend, dass in unserer ach so fortschrittlichen Welt Frauen weniger verdienen als Männer.
    Aber: nicht in dieser Form!
    Diese in Selbstmitleid versinkende Frau hat mich überhaupt nicht angesprochen. Sie hat mich nur genervt.

    Ich war definitiv die richtige Adressatin für dieses Buch.
    Wahrscheinlich, weil ich mein eigenes Leben nicht als eine Aneinanderreihung von Benachteiligungen empfinde.
    Nein, Kim Jiyoung ist NICHT wie jede Frau - jedenfalls nicht wie ich.

  2. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783746637600)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (387)
    Aktuelle Rezension von: Scarbooks


    Es gibt Bücher, die man so schnell nicht wieder vergisst, aus ganz verschiedenen Gründen. Mal sind sie besonders grausam, mal sehr traurig oder aber auch lustig, wieder andere brennen sich aufgrund extremer Fiktion oder Realität ins Hirn (mal mehr, mal weniger lange) oder oder oder ... und dann gibt es auch noch jene, die so außergewöhnlich sind, dass man sie ganz fest im Herzen einschließen und am liebsten gar nicht mehr heraus lassen möchte. 



    “Die Vegetarierin” gehört für mich absolut und unbedingt zu den Außergewöhnlichen und Besonderen! Ein kleiner Schatz, der es trotz der nicht mal vielen Seiten geschafft hat, mich aus den Socken zu hauen und ganz tief zu beeindrucken! Ja, ich bin verliebt. Verliebt In diese “andere”, überraschende, ungewöhnliche und ergreifende, tiefe Geschichte. 
    Das Kuriose daran: Ich kann nicht mal genau sagen, wieso! Sie hat mich einfach gepackt und vollkommen unerwartet den richtigen Nerv getroffen. 



    Eine Geschichte voller Kunst, Emotionen, Verwirrtheit, Wahrheit, Geheimnisse, Wünsche & Träume, die durch einen ziemlich nüchternen und klaren Schreibstil, der aber dennoch oder gerade deswegen so gut passt, dafür sorgte, dass ich nach Beenden dieses Werks ganz tief und ... ja, ich würde fast sagen schwermütig geseufzt und durchgeatmet habe. 



    Erzählt wird aus drei Perspektiven, beginnend mit dem Ehemann Yong-Hyes, der erzählt wie sich seine Frau plötzlich verändert, nachdem sie beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Während sie sich immer mehr zurück zieht und seltsam scheinende Eigenarten entwickelt, die niemand – erst recht nicht ihre eigene Familie – nachvollziehen und verstehen kann, zweifelt er einfach immer mehr an ihrem gesunden Menschenverstand. Aber das ist noch nicht alles ... 



    Dann bekommt der Leser Einblicke in die Sicht des Schwagers, der sich auf eine schräge Art auf die immer distanziertere und abbauende Vegetarierin zu fixieren scheint und bald nur noch eines im Kopf hat ... seine Kunst. 



    Und zuletzt begleiten wir Yong-Hyes Schwester, In-Hye, die die einzige aus der Familie ist, die noch Kontakt zu der “Kranken” hat und sie regelmäßig an dem Ort besucht, an den es Yong-Hye nach all den Ereignissen und Geschehnissen verschlagen hat ... 



    Dieses Buch ist eine solche Bereicherung und so schön. Es fällt mir schwer, die richtigen und passenden Worte zu finden. Ich liebe es. 
    Und auch wenn ich weiß, dass es sicherlich nicht jedermanns Sache ist, möchte ich dieses kleine Kunstwerk jedem ans Herz legen, der sich auf das von mir Erwähnte & Beschriebene einlassen möchte und kann. 



    Eine ganz klare Leseempfehlung und ein dazu.


  3. Cover des Buches Das Girlfriend-Experiment (ISBN: 9783351037543)
    Catherine Lacey

    Das Girlfriend-Experiment

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Floh

    Auf der Suche nach einem richtig guten und unvergesslichen nicht alltäglichem Leseerlebnis bin ich bei meiner Stöbertour über eine mir bisher unbekannte Autorin, Catherine Lacey, gestoßen, die mit ihrem zweiten Werk „Das Girlfried-Experiment“ in den Literaturkreisen für Aufsehen sorgt. Dieses experimentelle und mutige Buch spaltet die Leserschaft und zeigt höchst interessante Kritiken. Genau aus diesem Grund wollte, nein musste, ich dieses Buch lesen! Und ich kann sagen: es lohnt sich!!!!

    Erschienen im Aufbau Verlag.

    Inhalt / Beschreibung (Text von der Verlagshomepage übernommen):
    "In hypnotischen Sätzen zieht uns Catherine Laceys Roman hinein in das Girlfriend-Experiment, ins Leben gerufen von Kurt Sky, einem so berühmten wie exzentrischen Schauspieler. Die Geschichte um Kurt und die als »emotionale Freundin« angestellte Mary Parson zeigt uns eine artifizielle, doch allzu reale Welt und hinterfragt spielerisch die Konventionen, die unsere intimsten Momente bestimmen. Laceys Antworten auf diese Fragen sind höchst beunruhigend."

    Schreibstil:
    Hoppla, hier traut sich die Autorin etwas! Nicht nur thematisch ist dieses Buch mutig und experimentell, sondern auch vom gesamten Schreibstil und Erzählstil ist dieses Buch anders, als viele andere Romane. Mit dem kontrovers diskutierten Buch und der talentierten Autorin Catherine Lacey erlebt man schriftstellerisches Geschick und grandiose Einzigartigkeit von der ersten Seite an! Ihr offener, direkter und teils beklemmender Stil besitzt eine ganz einzigartige Note, an die man sich zunächst gewöhnen muss. Catherine Lacey spricht durch ihre Protagonistin und Protagonisten offen das an, was viele noch nicht einmal zu Denken wagen. Sie würzt ihre sehr aufregende, mutige, interessante, beklemmende und spannende Handlung mit einem ganz eigenartigen und unverkennbaren Humor, diversen Metaphern und ordentlichen Stoff über das gelesene nachzusinnen und Dinge wahrlich zu hinterfragen. Teils sehr klischeebeladen bringt sie dem Leser zunächst die Lebenssituation Mary Parson nahe und streut immer wieder Situationen aus Kurt Skys Leben und Filmstarkarriere ein. Beider Leben wird zu einem besonderen Projekt. Catherine Lacey stellt uns nach und nach Mary und Kurt in ihrem Denken und Handeln und ihren Visionen vor. Die Autorin zeigt uns die Regeln und das Prestigeleben. Alles könnte so schön sein. Wären da nicht die Schattenseiten des Ruhms und die Schattenseiten vergangener Beziehungen und das Scheitern im normalen Alltag. Trotz allem Dasein und der Genialität des Experiments hinter GX und der manchmal wirklich witzigen Dialoge und Fauxpas ist die Handlung unheimlich beklemmend und regt zum Nachdenken an. Manchmal sogar tabulos, psychologisch verwoben, moralisch verwerflich und emotional tragisch. Wie reich ist man als Reich? Wie allein ist man im Leben der Öffentlichkeit? Lassen sich Beziehungen planen? Und wie lang kann man nach Drehbuch leben?... Eine beklemmende und höchst spannende Emotionsgewalt, die die Haut und Sinnesorgane benetzt. Lesen mit jeder Faser, wenn man das Geschehen auf sich wirken lässt. Catherine Lacey eckt an, provoziert und setzt ein Signal. Sie hat eine Art, die sicherlich nicht jedem direkt zugänglich ist, aber man sollte es als neugieriger Leser ruhig versuchen und wird vielleicht mit einem unvergesslich polarisierenden Roman belohnt. Die Ausnahme-Autorin Catherine Lacey schreibt sehr lebendig, facettenreich und bildhaft. Die Schriftstellerin hat Talent und Wiedererkennungswert, zwar nicht für die große Leserschaft, aber für ein gewisses Publikum sicherlich! Ihr Buch ist so filmreif verfasst, dass sich innerlich lebendige Bilder ergeben, und das Lesen zu einem Erlebnis mit allen erdenklichen Sinnen wird!

    Charaktere:
     Bei dieser Thematik und bei diesem beklemmenden Plot sind es ganz klar die Charaktere, die dieses Buch zur Sensation werden lassen. WOW!!! Dank der Charaktere fühlte ich mich mitten drin und wäre am liebsten selbst ins Experiment eingestiegen (kleiner Scherz*). Was für ein Preis für ein Vorzeigeleben. Was zeigt man nach außen? Und wie sieht es hinter den schönen Fassaden aus? OMG!!! Es ist wirklich fesselnd und nagend zu beobachten, wie schnell diese ach so heile Prominentenwelt auseinander bricht. Pikante Schicksale, Vergangenheiten und Psychogramme und plötzlich ist jeder damit befasst nur noch sein eigenes Ansehen zu retten. Mary erfüllt beinahe so jedes Klischee einer traumatisierten oder depressiven Seele. Aber auch der Schauspieler Kurt Sky polarisiert durch sein Lebenswerk. Und all die anderen Charaktere und Nebenrollen sind der wahre Wahnsinn an Charakterstudie und Persönlichkeitsmerkmale. … So speziell ausgearbeitete und besondere Persönlichkeiten sind mir selten in einem Roman begegnet. Hier lernen wir nicht nur die Teilnehmer des GX Experiments kennen, nein hier lernen wir zudem ganz besondere Rollen und Nebenrollen aus allen Ebenen und Schichten der Gesellschaft eines durch Arm und Reich geteilten Lebens kennen.  Tiefe Abgründe, packender Egoismus, vernebelte Ansichten und düstere Schatten… Die Autorin hat ihre Charaktere mit unglaublichen Psychogrammen nagender Charakterstudien versehen und schafft ein unglaubliches Bild an Protagonisten für ihren neuen Roman. Hut ab!


    Schauplätze:
    Die einzelnen Schauplätze sind auf wenige Kulissen beschränkt. Im Fokus steht hier das beinahe traurige und gescheiterte Leben von Mary, das Leben eines Stars im Fokus der Öffentlichkeit und natürlich die überwachten Räumlichkeiten von Kurt Skys Appartement im Rahmen des Experiments, dem Girlfried Experiment. Ein Leben der Gegensätze und der Lebensmodelle unterschiedlicher Menschen und Charaktere mit ihrem Denken und Handeln. (Gedanken- und Wunsch-) Schauplätze, die dem Roman neue Bilder schenken und ein facettenreiches Wechselbad an Kulisse, Gedanken, Orte und Abgründe bieten. Auch der Leser begibt sich, dank der detaillierten und sehr nah differenzierten Formulierungen der Autorin Catherine Lacey, zusammen in das von Ruhm, Arbeit, Geld, Druck und Erwartung gebeutelte Leben eines Filmstars, sowie der Suche nach dem Sinn des Lebens und einem Lebenswerk. Von psychologisch-interessant über humorig, sarkastisch, ironisch, faszinierend, bis traurig, melancholisch, poetisch und gefühlvoll zu dramatisch, befangen und befreit. Erschreckend, erotisch, düster und überraschend. Kultautorin Catherine Lacey hat ein Händchen für bildhafte Darstellung. Vor allem hier bei seiner Thematik. Grandiose Umsetzung!

    Meinung:
     ...reicht von absolut fasziniert, völlig begeistert, total angetan bis zu überrascht, überfragt, erschrocken, schockiert und verblüfft. Die Autorin hat einen tollen und einzigartigen Stil, keine Frage. Dennoch ist dieses Buch ein schwieriges Werk, was mich erst sehr spät begeistern konnte. Man wird es entweder Lieben, oder sich verarscht fühlen. Ich hatte großen Gefallen an dieser offenen und ungefilterten Art. Vor allem bei diesem Plot!!! Ich wollte das Buch so gerne mögen, da ich hohe Erwartungen an der Schriftstellerin mit den umfangreichen Kritiken und der Handlung hatte. Zwar hat es bei mir etwas länger gedauert und ich wollte zwischendurch schon vorzeitig beenden, aber das Weiterlesen hat sich mehr als gelohnt. Dieses Buch bleibt lange im Gedächtnis, polarisiert, fesselt und eckt an, da es so vieles beim Lesen bewirkt und man wirklich beginnt, die Dinge im anderen Licht zu sehen. Würde ein GX im wirklichen Leben funktionieren? Ich möchte loben, dass ich hier endlich wieder eine Autorin gefunden habe, die mit einer Novität glänzt und mich mit einer sehr eigenen und einzigartigen Note sehr überrascht hat. Zudem ist die Buchgestaltung und das Cover eine absolut hochwertige Rundung. Sagenhafte Charaktere, faszinierend erschütternde Welten und wertvolle Botschaften, viel Spannung, Wendung und unvorhersehbare Ereignisse.


    Cover / Buch:
     Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang, der Perspektivenwechsel angenehm und das Gewicht des Buches als Hardcover schön leicht und gemütlich.


    Die Autorin (Text von der Verlagshomepage übernommen):
    "Catherine Lacey wurde in Mississippi geboren und lebt in Chicago. Für ihren ersten Roman »Niemand verschwindet einfach so« wurde sie mit dem Whiting Award 2016 ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman »Das Girlfriend-Experiment« wurde ebenfalls begeistert von der Kritik aufgenommen."

    Fazit:
     Dieses Buch verdient alle 5 Sterne, auch wenn ich erst spät den Kern des Buches für mich erkannt habe. Ein besonderes Leseerlebnis, was im Gedächtnis bleibt.

  4. Cover des Buches Kurt 1. Wer möchte schon ein Einhorn sein? (ISBN: 9783770700837)
    Chantal Schreiber

    Kurt 1. Wer möchte schon ein Einhorn sein?

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Lesezauber_Zeilenreise

    Trill, ein kleiner, stetig quasselnder Vogel, will Kurt dazu bringen, die Prinzessin aus dem Schloss des gemeinen Prinzen zu retten. Dort wird sie festgehalten. Kurt will nicht. Kurt will lieber für sich allein sein. Und überhaupt… warum nur ist er ein Einhorn? Jeder findet ihn toll - seine wunderschönen blauen Augen, sein weißes, schimmerndes Fell, die prachtvolle Mähne, das unübersehbare Horn - und jeder will ihn kennen und spricht ihn an. Kurt mag das nicht. Wäre da nicht diese blöde Einhorneigenschaft, die sein Fell bei Mitgefühl vibrieren und schimmern lässt, „als wäre es von Tausenden kleiner Kristalle übersät“. Und dann MUSS Kurt einfach helfen. Also geht er gemeinsam mit Trill auf die Prinzessin-Rettungs-Mission. Sie treffen auf Fred, den Ninja-Goldfisch… und dieser eröffnet Kurt die große Überraschung: er ist ein Einhorn, dass die Wasser-Magie beherrscht. Das wäre Kurt neu und eigentlich hasst er Wasser – es ist so ekelhaft nass. Gemeinsam stürmen sie die Burg und versuchen, Prinzessin Floh zu befreien… doch der Prinz kennt einige Zaubertricks, was das ganze sehr gefährlich macht. Ob sie es schaffen, die Prinzessin zu befreien und wen sie dabei noch treffen? Lest es selbst!

    Ich LIEBE Kurt! Er ist so ein grummeliger, genervter, fauler, eigenbrötlerischer Geselle – eigentlich. Doch tief in ihm drin steckt ein Herz aus Gold. Das kann Kurt gut verbergen durch seine muffelige Laune, seine abweisenden Kommentare und generell durch seinen miesepetrigen Gesichtsausdruck. Die Dialoge sind so trocken und furchtbar witzig – ich habe SO gelacht! Hier hat man kein kitschiges Einhorn und Prinzessin-Kinderbuch vor sich, sondern eine dermaßen witzige Komödie, dass kein Auge trocken bleibt. Pupse mit Rosenduft, ein widerwilliges Einhorn, ein ewig plappernder Vogel, eine Prinzessin, die so gar nichts von Kleidchen und Etepetete hält und ein Ninja-Goldfisch mit „Kopftuch“, der eine ganze Goldfischarmee befehligt – was für fantasievolle, witzige Ideen hier zu Papier gebracht wurden – in Text und Bild. Denn im Ernst: die Illustrationen sind der Hammer!

    Ein Kinderbuch zum Vorlesen, gemeinsam Lesen, selbst lesen und immer wieder lesen – ab 5 Jahren, nach oben keine Grenze. Kurt ist mein Held und ich wünsche mir noch viel mehr von ihm.  

  5. Cover des Buches Geht's noch! (ISBN: 9783222150302)
    Lisz Hirn

    Geht's noch!

     (10)
    Aktuelle Rezension von: buchstabenwald

    Lisz Hirn beleuchtet in diesem Buch unsere sich wandelnde Gesellschaft mit  besonderem Augenmerk auf die Auswirkungen, die dieser Wandel auf das weibliche Geschlecht hat.

    ·

    Puh, ich möchte bei einzelnen Thematiken gar nicht zu sehr in die Tiefe gehen - einerseits möchte ich nichts falsch wiedergeben, andrerseits !! Männer und Frauen lest dieses Buch !! und denkt darüber nach. 

    ·

    Unsere Gesellschaft ist in Bewegung, alte Rollenbilder werden wieder modern (das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen) - Kinder vs. Karriere, was wird einem als Frau möglich gemacht? Muss man sich entscheiden oder ist man ohnehin gezwungen, beides zu schaffen? Unter welchen Bedingungen geschieht dies und wer bestimmt diese Bedingungen?

    ·

    Und ich will definitiv nicht gegen konservative Biedermänner (Frau, ab an den Herd!) schimpfen. Erstmal gibt es bestimmt auch nicht-karrieregeile Papas, die gerne wesentlich mehr Zeit daheim verbringen würden, es aber nicht können. Zusätzlich tragen wir Frauen genauso unseren Teil zu der Misere bei - sich beschweren ist die eine Sache, aktiv etwas ändern die andere. Sofern man denn überhaupt will. 

    ·

    Teilzeitarbeit, Altersarmut, Karenzzeit, Care-Arbeit, Verhütungsmethoden, Mehrfachbelastung - Begriffe, die einer Frau vermutlich eher bekannt sind, als einem Mann. Darüber sollte man mal nachdenken. 

    ·

    Also lest dieses Buch und macht euch Gedanken.

  6. Cover des Buches Jesolo (ISBN: 9783453424142)
    Tanja Raich

    Jesolo

     (44)
    Aktuelle Rezension von: ichundelaine

    Andi ist seit über 16 Jahren in einer Beziehung, die mal gut, mal weniger gut läuft. Es gibt Dramen, aber irgendwie rauft man sich wieder zusammen. Allerdings ist es ihr wichtig, selbstbestimmt zu sein, weshalb sie auch die gemeinsame Wohnung konsequent vor sich her schiebt. 

    Andis Leben ist relativ gleichförmig und irgendwie okay, bis sie ungewollt schwanger wird und passiv alles hinnimmt. Der erzwungene Zusammenzug in die musterhaus-Wohnung auf dem Dorf bei den Schwiegereltern im Haus (mein persönlicher VOLLALBTRAUM...), die Übergriffigkeit der Schwiegermutter, der Partner, der ihr nun vollends SEINEN Lebensentwurf überstülpt wie einen Sack. Andi wird zum Spielball der Meinungen und Bedürfnisse anderer, beobachtet ihre Schwangerschaft wie von oben herab und kann aufgrund ihrer eigenen Familiengeschichte nur schwer eine Beziehung zum Kind in ihr aufbauen. 

    Dieser Roman ist nah, schmerzvoll, machte mich teilweise SO WÜTEND und wird definitiv polarisieren. In einigen Rezensionen wird die Protagonistin stark angegriffen, mit tat sie einfach nur leid, da sie so in sich gefangen ist. Hinzu kommt die wirklich großartige, schnelle Schreibe der Autorin Tania Raich, von der ich gerne mehr lesen würde.

  7. Cover des Buches Lieben muss man unfrisiert (ISBN: 9783218010665)
    Nadine Kegele

    Lieben muss man unfrisiert

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ivonne_Gerhard
    ...... Ich erzähl dir meine Sichtweisen und meine Erlebnisse im Laufe meines Lebens ;-) Ein Buch welches wirklich viele schöne interessante und unterschiedliche Geschichten besitzt und jede Geschichte ist so einzigartig und man lernt die Frauen ungeschönht und real kennen :-) die Erzählungen sind lebhaft, standhaft, real und direkt,... Wie erging es Ihnen , wie fühlten sie sich, was haben sie gelernt,... Ein Buch welches zum nachdenken anregt und auch den Werdegang der Frau in der Gesellschaft aufzeigt,... Ein wirklich toll geschriebenes und umgesetztes Buch ;-) jeder hat seine eigene Geschichte , die er erlebt und durchlebt,.....
  8. Cover des Buches Das innere Korsett (ISBN: 9783406675294)
    Bärbel Kerber

    Das innere Korsett

     (22)
    Aktuelle Rezension von: DaniRoe
    Klappentext:
    Geblendet von einigen erfolgreichen Karrierefrauen übersehen wir, dass Frauen heute keineswegs vorpreschen, sie treten auch nicht auf der Stelle, sie rudern vielmehr zurück. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in Sachen Gleichberechtigung inzwischen sogar schlechter ab als Nicaragua und die Philippinen. Wie kann dies sein?

    Bärbel Kerber und Gabriela Häfner zeigen auf, dass der Grund hierfür Rollenklischees sind, die Mädchen und klein auf anerzogen werden. Zwar bildet man Mädchen heute dazu aus, beruflich durchzustarten, zugleich erwartet man von ihnen jedoch, liebevoll und fürsorglich zu sein. Umsicht und Sanftmütigkeit helfen ihnen aber im Arbeitsleben – und auch in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Partner – nicht weiter. Dieses Büch öffnet die Augen dafür, wie Frauen durch Rollenbilder ausgebremst werden, die die gesellschaftliche Vorstellung davon bestimmen, wie eine Frau zu sein hat.

    Cover:
    Das Cover ist komplett in einem matten rot gestaltet. Zu sehen ist ein angedeutetes Korsett in dem der Buchtitel „Das innere Korsett“ in einem matten rosa steht. Der Untertitel „Wie Frauen dazu erzogen werden, sich ausbremsen zu lassen“ ist in weiß unterhalb des Korsetts zu lesen. Die Haptik ist sehr glatt und angenehm.

    Inhalt:

    1. Das große Rätseln

    2. Starke Frauen, schwache Bilanz

    3. Persönliche Wendepunkte

    4. Die (un)heimlichen Erzieher

    5. Zeit für neue Geschlechterbilder


    Meinung:

    Ein gut recherchiertes Buch, das alle Facetten der heutigen Frau in Deutschland wiedergibt.

    Der Charakter des Buches, ist ähnlich einer Dissertation (was sich auch durch den umfangreichen Anhang zeigt).

    Es ist kein Buch für Feministinnen, aber eines dass zum Nachdenken und hoffentlich auch zum Umdenken auffordert.

    Ich kann wirklich keine Filme mehr ansehen, oder Werbung oder ähnliches – ohne die Klischees zu entdecken. Gruselig.

    Fazit:
    Es ist die Zeit des Umdenkens gekommen. Wieder einmal.

    Hoffentlich erreicht dieses Buch viele Leserinnen und Leser. Und hoffentlich werden die Medien auch darauf aufmerksam und ändern an der Unterhaltungsgestaltung etwas.

    Für diese komplexe Meisterleistung, die thematisch gut aufgebaut, wissenschaftlich fundiert und dennoch gut lesbar ist gibt es 5 von 5 Punkten.

  9. Cover des Buches Die Macht der Träne (ISBN: B07YJ6DFWF)
    Cornelia Harz

    Die Macht der Träne

     (15)
    Aktuelle Rezension von: halofulbright

    "Die Macht der Träne" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich war sofort total begeistert von der Idee und habe das Buch in nur zwei Stunden gelesen. 

    Ich konnte mich leider nicht wirklich mit den handelnden Charakteren identifizieren und mich auch kaum in sie einfühlen - gerade die beiden Frauen, die nicht im Fokus standen, waren für mich ein wenig unrealistisch und überzogen. Die Protagonistin wirkte eher etwas unscheinbar auf mich.

    Gepackt hat mich aber die Idee - und die Art und Weise, wie gerade die Frauen von dem "Therapeuten" manipuliert wurden. Das war mit am spannendsten.

    Einige Szenen waren für mich nicht unbedingt ausführlich genug geschrieben und ich hätte gerne doppelt so viele Seiten gehabt, um wirklich Spannung aufkommen zu lassen. So ging mir einiges zu schnell, um mich um die Charaktere zu Sorgen. Es wurde mir auch zu schnell "aufgelöst" - die Gefahr war einfach schnell wieder verschwunden.


    Dennoch ein tolles Buch, dass ich jedem Thriller-Fan empfehlen kann!

  10. Cover des Buches Nacktschnecken (ISBN: 9783832163204)
    Rebecca Martin

    Nacktschnecken

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Lemas_Buecherwelt

    Nora und Paul sind ein Paar. Doch irgendwie scheint es nicht mehr ganz rund zu laufen. Neben Kosenamen und relativ oberflächlichen Gesprchen plätschert die Beziehung nur so dahin. Paul geht seinem Studium nach während Nora als Schauspielerin arbeitet. Aufkommendes Glück wird recht schnell wieder zunichte gemacht, sodass man als Leser oft gelangweilt die nächsten Seiten liest. Immer in der Hoffnung, etwas spannendes und außergewöhnliches möchte passieren. Nora wirkt auf mich als Charakter unreif und unruhig. Sehr gerne hätte ich sie öfter geschüttelt und aus ihrer Lethargie geholt. Leider ist auch der weitere Verlauf der Handlung ziemlich ersichtlich und vorhersehbar, sodass es am Ende ziemlich plump und unspektakulär zu einem "Happy-End" kommt.

    Schade eigentlich, denn Rebecca Martins Debütroman vor 8 Jahren "Frühling und so" machte Lust auf mehr. So kann ich für Nacktschnecken leider nur 2,5 Sterne geben.

  11. Cover des Buches Gnade der Schatten (ISBN: 9783748171775)
    Rosalind Parker

    Gnade der Schatten

     (19)
    Aktuelle Rezension von: seiten_der_welt

    Klappentext: 

    Rosanne ist die Erstgeborene des Königs. Doch sie passt nicht in die Rolle der Prinzessin, ist eigensinnig, wider-willig - und schläft mit den Soldaten.
    Der König ist unzufrieden mit ihr, seine anderen Töchter spielen die Rolle besser. Doch Rosanne ist die Thronfolgerin und dem König bleibt keine andere Wahl. Er plant, seine Tochter zu verheiraten, um ihr etwas Sanftmut zur Seite zu stellen, der ihre Schwächen ausgleichen soll.
    Aber ein Prinz nach dem anderen verschwindet in ihren Gemächern - und dann aus dem Schloss.
    Bis der König den sanftmütigen und gutherzigen Castiel findet, er wäre der ideale Schwiegersohn.
    Rosanne ist nicht gerade begeistert von der Wahl ihres Vaters, sie findet den jungen Prinzen langweilig. Er passt nicht zu ihrem Leben.
    Überraschend weist er ihre Annäherungen für eine gemeinsame Nacht jedoch zurück und kratzt damit an Rosannes Stolz. So schnell gibt die Prinzessin nicht auf.
    Und plötzlich erfährt sie sein Geheimnis und ihr wird klar, dass Castiel nicht der langweilige Prinz ist, für den sie ihn gehalten hat. Aber er verschwindet und lässt eine Prinzessin zurück, für die ein Mann zum ersten Mal mehr war als nur Sex.

    Die Geschichte einer Prinzessin, die keine Prinzessin sein will, und einer Liebe gegen die Vernunft.

     

    Eigene Meinung:

     

    Das Cover von dem Buch gefällt mir sehr gut,und macht auch neugierig. Ich finde das Buch mit noch nicht mal 150 Seiten sehr kurz. Direkt am Anfang fängt das Buch mit einer Sex-Szene an. Das gefällt mir für den Anfang überhaupt nicht. Ich mag es nicht,wenn der Sex direkt auf den ersten paar Seiten passiert. Ich mag es lieber,wen sich die Geschichte langsam aufbaut. Doch auch im weiteren Verlauf des Buches geht es sehr viel um Sex. Ich hatte das Gefühl,es ging nur darum.Am Rande wurde noch ein wenig Geschichte mit ein gebracht. Doch die Charaktere waren meiner Meinung nach,überhaupt nicht ausgearbeitet. Man konnte keine Charakterzüge,Makel oder Eigenschaften erkennen.Die Protagonistin möchte keine Prinzessin sein,nutzt es aber sehr stark aus. Und auch das sie ihren Körper später verkauft,gefällt mir nicht.Selbst mit dem Schreibstil hatte ich Probleme.Ich konnte gar keinen Draht zu den Figuren aufbauen. Ich hätte mir von dem Klappentet definitiv mehr erhofft,denn dieser klingt sehr spannnend und viel versprechend. Leider merkt man davon in dem Buch selber überhaupt nichts. Ich habe nichts dagegen,Sex Szenen,gerne auch ausführlicher beschrieben,zu lesen. Doch bei diesem Buch hatte ich das Gefühl,ich lese einen Porno. Ich würde das Buch definitiv nicht noch mal lesen und auch nicht weiterempfehlen. Dafür passiert mir auf jeden Fall zu wenig.


    Bewertung:


    2 von 5 Sternen


    Link zu meinem Blog:

    https://flammendearcolein.wixsite.com/seitenderwelt

  12. Cover des Buches Die Feigheit der Frauen (ISBN: 9783442157204)
    Bascha Mika

    Die Feigheit der Frauen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Jacynthe

    Klappentext


    Wir fordern ein eigenständiges Leben, aber ordnen uns freiwillig unter. Wir reden von Sebstbestimmung, aber stolpern in die Rollenfallen. Wir wollen nach vorne, aber bleiben in der zweiten Reihe stehen. Was ist nur los mit uns Frauen? Können wir nicht frei und gleich sein oder wollen wir nicht?



    Meine Meinung


    Ein schwieriges Thema, dem sich die Frauenrechtlerin Bascha Mika hier einmal mehr zuwendet. In mehreren Kapiteln, die einzeln oder am Stück gelesen werden können, beschreibt sie anhand von beispielhaften Frauen, die sie selbst kennengelernt hat, typische Rollenfallen, in die wir Frauen auch heute noch tappen. Diese sind unter Anderem "Die Liebeslist", "Die Modelzucht", "Das Kümmersyndrom" und "Das Hormonkomplott", und bei mir stellte sich allein schon beim Lesen der Titel ein sauerer Geschmack im Mund ein, denn ich wusste, dass das was kommt, berechtigte Vorwürfe sind.

    Zugegeben - ihre Wut auf unsere Gesellschaft schlägt sich sehr stark in Sprache und Ausdruck des Buches nieder, was den Anschein mangelnder Objektivität erwecken kann. Andererseits hat sie allen Grund, wütend zu sein, das sollten wir alle. Es ist wirklich haarsträubend, wie wir Frauen uns häufig den Männern fügen, und mir fiel zu jedem der Kapitel mindestens eine Freundin oder Bekannte ein, die genauso gehandelt hat. Ihrem Mann zu liebe alles aufgab, ihre eigenen Träume sausen ließ. Vielleicht ist es auch nur durch wütende Aufrufe möglich, uns aus unserem Dornröschenschlaf zu erwecken.

    Interessant ist, dass Mika in ihrem Buch nicht primär die Männer für den Zustand verantwortlich macht, der viele Frauen noch heute wie vor 100 Jahren leben lässt. Wie der Untertitel  "Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug" schon sagt, ist es ihrer Meinung nach größtenteils die Schuld der Frauen, die sich widerstandslos in ihre Rollen fügen, weil es von Mutter, Schwiegermutter und Schwester so vorgelebt und erwartet wird. Wir selbst seien es, die den Männern zu ihrer Vormachtstellung verhelfen, daher hätten wir selbst es auch in der Hand, dies zu ändern. Nein, wir hätten sogar die Pflicht dazu.

    Neben ihren eigenen Erfahrungen führt Mika auch Zitate von Ärzten und Ärztinnen, Psychologen und Psychologinnen sowie anderen Menschen, die mit der Problematik der weiblichen Unterwerfung zu tun haben, auf. Man erfährt von Studien und Statistiken, die die Thesen belegen, und diese sind teilweise wirklich erschreckend. Dennoch hat Mika für dieses Buch viel negative Kritik erhalten, auch und vor allem von Seiten von Frauen, die sich selbst für das Leben als Hausfrau und Mutter entschieden haben.

    Mika räumt zwar ein, dass auch solch eine Entscheidung okay ist, doch es wir mehr als deutlich, dass sie der Meinung ist, diese Frauen belögen sich selbst. Und es steckt auch viel Wahres hinter dieser Annahme. Es gibt viele Frauen, die die altbewährten "drei K" zu ihrem Lebensinhalt machen, ihre Entscheidung jedoch als selbstbestimmt und -gewollt darstellen. Die sich von ihrem Mann abhängig machen, weil sie kein Gehalt und später keine Rente beziehen, und die später hart auf dem Boden der Realität aufschlagen, wenn der Mann sie verlässt oder durch eine Krankheit aus dem Leben gerissen wird. Auch ich selbst kenne solche Frauen.

    Man kann dieses Buch gut oder schlecht finden - die Hauptsache ist, dass man zum Nachdenken angestoßen wird und sich eine eigene Meinung bildet. Wie ist es eigentlich bei mir? Was sind meine Ziele und welche Rolle spielen Männer darin? Dazu ist das Buch bestens geeignet und ich vergebe  4 von 5 Wolken.
  13. Cover des Buches Schwarz und Silber (ISBN: 9783899649253)
    Paolo Giordano

    Schwarz und Silber

     (4)
    Aktuelle Rezension von: parden
    MELANCHOLIE...

    Signora A., genannt Babette, ist das eigentliche Zentrum einer Kleinfamilie. Als Haushälterin sorgt sie für den reibungslosen Ablauf des Haushalts, kümmert sich um den kleinen Sohn und hat auch für die Befindlichkeiten der Eheleute - ein Physiker und eine Architektin - immer ein offenes Ohr. Schon lange verwitwet, scheint Signora A. noch fest in althergebrachten Rollenmustern verankert und von unerschütterlichen Prinzipien durchdrungen zu sein, was für das schwankende moderne Ehepaar eine enorme Entlastung bedeutet und das prekäre emotionale Gleichgewicht zwischen den Familienmitgliedern austariert. Mit ihrer zupackenden Art und ihrer Fürsorglichkeit garantiert sie den stets bedrohten Zusammenhalt der jungen Turiner Familie. Doch plötzlich kündigt Signora A. von einem Tag auf den anderen - und wie sich herausstellt, ist sie schwer krank.

    Die Novelle beginnt mit der Nachricht von dem Tod der Signora A., genau am 35. Geburtstag des Ich-Erzählers, und endet am Grab der ehemaligen Haushaltshilfe der kleinen Familie, wo mit dem letzten Wort der wahre Name Babettes verraten wird: Anna.


    "An meinem 35. Geburtstag hat Signora A. mit einem Mal die Beharrlichkeit, die sie in meinen Augen vor allem anderen auszeichnete, aufgegeben, und hat in einem Bett, das inzwischen für ihren Körper übermäßig groß erschien, schließlich die uns bekannte Welt verlassen. An jenem Morgen war ich zum Flughafen gefahren und hatte Nora abgeholt, die von einer kurzen Geschäftsreise zurück kam. Obwohl es schon Mitte Dezember war, ließ der Winter auf sich warten, und die eintönigen Flächen zu beiden Seiten der Autobahn waren von einem dünnen Streifen blassen Nebels überzogen, wie um den Schnee nachzuahmen, der nicht fallen wollte."


    Dazwischen wird in oft abrupten zeitlichen Sprüngen nicht nur von einer neun Jahre dauernden Symbiose zwischen der Familie und Signora A. erzählt. Beschrieben werden auch das filigrane Gleichgewicht zwischen den Eltern und ihrem Sohn sowie die Lebensumstände der Haushälterin und ihre eigene Geschichte, ihre kurze, glückliche Ehe mit einem ambitionierten, kunstinteressierten Trödler. Doch die Krankheit von Signora A. gewinnt hier zunehmend an Gewicht - und mit ihr die sich zuspitzende Bedrohung des Zusammenhalts der kleinen Familie.


    "Auf die Dauer braucht jede Liebe jemanden, der sie sieht und anerkennt, sie beglaubigt, sonst läuft sie Gefahr, für ein Missverständnis gehalten zu werden."



    Paolo Giordano hat hier eine leise Novelle geschrieben, die eindeutig autobiografisch geprägt ist, wie man eingangs erfährt: 'Dies ist das Fragment einer wahren und leidvollen Geschichte in literarischer Verarbeitung.' Geschickt arrangiert der Autor in diesem wie ein Kammerspiel anmutenden Roman die Handlungsstränge, arbeitet mit Rückblenden und verwebt kunstvoll die Einblicke in die verschiedenen Leben, splittert die Krankengeschichte der Haushälterin in markante Episoden auf. Einige Szenen sind besonders einprägsam, beispielsweise wie der Erzähler Signora A. in einen Perückenladen begleitet, ihr bei der Prozedur der Anpassung beisteht, anschließend tagelang mit dem Perücken-Holzkopf im Auto durch die Gegend fährt und manchmal sogar das Wort an ihn richtet.


    "Zur Anprobe gehe ich mit ihr, was mich ziemlich befremdet, ungefähr so, als müsste ich sie zum Frauenarzt begleiten."


    Paolo Giordano lässt seinen Ich-Erzähler auf die antike Vier-Säfte-Lehre des Gelehrten Galenos von Pergamon zurückgreifen, um das Ungleichgewicht in der Beziehung der Eheleute zu verdeutlichen. Der Erzähler selbst zählt sich zu Schwarz aufgrund seiner schwermütigen und verschlossenen Art, aber seine Frau Nora sieht er im Bereich der Farbe Silber, der Überschwänglichkeit und Leichtigkeit. Seine anfängliche Hoffnung zu Beginn seiner Ehe war, dass sich ihrer beiden Säfte wie verschiedenfarbige Lacke vermischen würden, so dass auch er letztlich von einem Glanz überzogen würde, doch es mehrt sich die Erkenntnis, dass sie doch wie Öl und Wasser getrennt bleiben. Ein unglaubliches Bild von der Einsamkeit in der eigentlichen Gemeinsamkeit.


    "Auch ein junges Paar kann erkranken, an Unsicherheit, Wiederholung, Einsamkeit. Die Metastasen breiten sich unsichtbar aus, und unsere hatten bald das Bett erreicht. (...) In einem Sicherheitsabstand voneinander liegend, glichen unsere Körper uneinnehmbaren Marmorblöcken."



    Einfache, klare Sätze prägen diese Novelle. Kein Wort erscheint hier zu viel, vieles schwebt zwischen den Zeilen mit, die Szenen erscheinen in einer unaufdringlichen Präsenz vor den Augen des Lesers / Hörers. Der Ich-Erzähler beschreibt das Geschehen und die inneren Prozesse beinahe nüchtern und distanziert, und doch ist die Melancholie mit jeder einzelnen Zeile der Erzählung verwoben. Eine unspektakuläre Geschichte, die wohl komponiert dennoch in den Bann zu ziehen vermag.

    Heikko Deutschmann liest die ungekürzte Ausgabe (3 Stunden, 32 Minuten) passend in einem ruhigen, getragenen Vortrag. Wenn man sich auf so viel Melancholie einlassen mag, ist dieses Hörbuch eine literarische Empfehlung!


    © Parden
  14. Cover des Buches Neue Väter: Zur Vereinbarkeit von Sorge- und Erwerbsarbeit (Schlaglichter, Band 2) (ISBN: 9783963171208)
    Svenja Maria Dilger

    Neue Väter: Zur Vereinbarkeit von Sorge- und Erwerbsarbeit (Schlaglichter, Band 2)

     (4)
    Aktuelle Rezension von: milchkaffee
    Dieses Buch war anders als ich es erwartet habe. Warum? Es war sehr theoretisch , mit fehlten praktische Beispiele. Auch fand ich die Schrift sehr klein. Die Aussagen fand icn dennoch gut, aber ich denke es ist für mich eher eine wissenschaftliche Arbeit im Studium, als ein Buch das interessierte Eltern lesen werden... Schade.
  15. Cover des Buches Weiblicher Lebenszusammenhang (ISBN: 9783518108086)
    Ulrike Prokop

    Weiblicher Lebenszusammenhang

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Rabentöchter (ISBN: 9783406723308)
    Julia Onken

    Rabentöchter

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Clari
    Julia Onken hat sich in ihrer Abhandlung mit der schwierigen Beziehung zwischen Töchtern und Müttern befasst. Geboren ist sie 1942 und hat durchaus noch die Auswirkungen althergebrachter Rollenmuster an sich selbst erleben können. Hin und hergerissen zwischen Pflichtgefühl und Abneigung erinnert sich Julia Onken nach dem Tod ihrer Mutter an die mühsame Beziehung zu ihr. Diese pendelte zwischen Fremdheitsgefühlen, Versuchen der Annäherung und immer wieder einer tiefen Diskrepanz zwischen Hass und Liebe. Am besten ging es ihr mit der Mutter, wenn eine fremde Person als Puffer die Gegenwart zwischen ihr und der Mutter entlastete. Auf der Suche nach der Frau, die ihre Mutter war, und die sie eigentlich gar nicht richtig kannte, entwickelt Julia Onken Psychogramme von Mutter- Tochterbeziehungen, die ihren eigenen Erfahrungen ähneln. Kernpunkt ihrer These ist die Feststellung, dass es vielen Frauen im vergangenen Jahrhundert an angemessenem Selbstwertgefühl mangelte. Verbunden mit Erziehungsmustern, die sich häufig gleichen, waren Frauen vor allem Hilfsobjekte männlicher Eigensucht und Herrschaft. Das Rollenbild zieht sich fast bis in die heutige Zeit, in der zuletzt immer Frauen für die Fürsorge aller Familienmitglieder zuständig sind, ohne besonderes Ansehen dafür zu ernten. Insbesondere die Rolle der Sexualität machte Frauen in früheren Zeiten zu Abhängigen im Geschlechtergefälle. Mit Scham und Abwertung reagierten Familie und Gesellschaft noch bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts auf voreheliche Sexualkontakte und Schwangerschaften. Das „ gefallene Mädchen“ war ein gängiger Begriff, nachzulesen auch in Fontanes Romanen zu Ende des 19.Jahrhunderts als Ausdruck einer falschen bürgerlichen Moral, in der einem Mann alles, einer Frau aber gar nichts erlaubt war. Julia Onken macht die Ohnmacht einer Verständigung zwischen Müttern und Töchtern an dem tief verinnerlichten und abwertenden Selbstwertgefühl von Frauen fest, die, wie immer sie sich auch verhielten, an Grenzüberschreitungen scheitern mussten, die ihnen die Gesellschaft abverlangte. Das abgewertete Rollenbild lässt Töchter unbewusst erschauern und bedroht sie, in die gleiche Falle selbstzerstörender Ichwerdung zu tappen. Töchter wehren diese mit Hass und Ablehnung der Mutter gegenüber ab. So gibt es eine Generationenfolge immer gleicher Rollenmuster: hier Frauen mit ihren Schamgefühlen der Minderwertigkeit, die sich in den Töchtern fortzusetzen drohen. Als gewichtig erachtet die Autorin Frauenfreundschaften. Hier können vertrauensvolle Offenheit und wohlwollende Zuwendung zu einem Ausgleich führen. Freundinnen können unbeschwert gegenseitig Identifikationsobjekt sein und Hilfsfunktionen bei der emotionalen Entwicklung bieten. Wünschenswert wäre eine neue Offenheit auch zwischen Müttern und Töchtern. So weit Julia Onkens Thesen. An zahlreichen Beispielen macht sie ihre Beobachtungen fest, denn sie leitet als Psychologin Frauenseminare und Selbstfindungsgruppen am Bodensee. Nicht immer werden sich Frauen in ihren Abhandlungen wiederfinden. Es gibt durchaus jene, denen das Glück des Kinderkriegens über alles geht, und die nach gelungenen Kinderjahren in glücklichen Elternhäusern mit harmonischen Identifikationsfiguren in keine der genannten Abwertungstheorien hineinpassen. Insgesamt aber ist die Abhandlung ein gelungener Abriss kultureller Entwicklung von Frauenschicksalen, der durchaus Anlass zum Nachdenken bietet. Zwar gibt es bereits eine Reihe von Frauenliteratur zum gleichen Thema. Doch setzt Julia Onken noch einmal eigene Akzente.
  17. Cover des Buches Die Frauen vom Fjord (ISBN: 9783426639573)
    Toril Brekke

    Die Frauen vom Fjord

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Livricieux
    »Doch, Sanna wusste, dass etwas zu Ende war. Wie durch eine Art Schleier konnte sie sich sehen. Durch einen Schleier, durch den etwas gesiebt worden war. Zehn Keime, die in ihr hängen geblieben waren, in ihrem Körper, um dort zu reifen. Wie etwas Heiliges kam ihr das vor. Aus einer Welt des Lichts waren sie gekommen, wie winzige blinkende Fische, anfangs einfach nur Seelen, Seelen, die in den Schleier gehüllt worden waren, in ihr, mit Knochen und Substanz, mit Herz und Lunge, bis sie hinausgestoßen worden waren ins das Irdische. […]
    Sie hatte sie geboren. Das war der Sinn ihres Lebens gewesen.« (S. 410-411)

    Kurz zum Inhalt
    Norwegen, Ende des 19. Jahrhunderts. Sara ist die Tochter einer Hebamme und heiratet den armen Kaufmann Jacob Mortensen. Mit ihm zieht von Ålesund nach Trondheim. Die ersten Jahre sind hart und bald schon bevölkern viele Kinder die Wohnung und den Krämerladen. Doch der wirft kaum genug zum Leben ab. Erst als sich Sara entscheidet, nicht nur Hausfrau und Mutter zu sein, sondern sich auch beherzt um das Geschäft zu kümmern, geht es aufwärts.
    Wenige Jahre später ist Jacob ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden. Doch Sara ist unglücklich und sehnt sich nach einer Freiheit, die in den Konventionen der Zeit unerreichbar scheint. All ihre Hoffnungen ruhen daher auf ihrer Tochter Sanna. Deren standesgemässe Heirat mit dem jungen Geschäftsmann Andreas Morck birgt das Versprechen von Glück und Liebe. Doch erst die Enkelin wird dieses Versprechen einlösen können.

    Wie war es denn nun?
    An dieses Buch von Toril Brekke bin ich ja per Zufall in der Bibliothek bei uns im Dorf geraten- Eigentlich war ich ja nur dort um das Abo zu verlängern, aber wie das wohl bei uns Leseratten so ist, immer und überall werden neue Bücher entdeckt. Letztes Jahr waren wir zudem auf den Lofoten in den Ferien und so packte ich kurzerhand Die Frauen vom Fjord in meine Tasche.

    Zugegeben, der Einstieg in die Geschichte war nicht ganz einfach, denn Toril Brekke’s Schreibstil ist sehr speziell, irgendwie ganz schön holprig, herb, kantig und unkonventionell. Aber auch total passend zur wilden und urtümlichen Natur in Norwegen. Gleichzeitig schlicht und klar, mit einfachen Worten und dann auch wieder poetisch mit ausdrucksstarken Bildern. Ich geb es zu, es dauerte einen Moment, bis ich in den Klang dieser Sprache gefunden habe, aber nach Beenden der Lektüre könnte ich es mir nicht besser wünschen. Dieses Herbe und Kantige abwechselnd mit den poetischen Passagen machen dieses Buch zu dem, was es ist und es passt einfach. Toril Brekke erzählt mitreissend und einfühlsam vom Schicksal dreier Frauen und verknüpft dies geschickt mit der norwegischen Geschichte.

    Im ersten Teil wird vor allem die Geschichte von Sara und Jacob erzählt, wie sie sich kennen lernen und wie sie sich aus der Armut raus arbeiten. Diese Zeit ist geprägt von Verzicht und harter Arbeit, aber immer wieder blitzt auch ganz viel Güte und Solidarität auf. Die Autorin beschreibt Saras Leben als unglücklich und traurig. Sie liebt ihren Jacob nicht wirklich und versucht verzweifelt ihrem Leben einen Sinn zu geben und ihre Sehnsucht nach Freiheit zu leben.

    »Und so ware es dann passiert. Wegen des Geredes ihrer Mutter von einem Traum; denn durch Träume spricht Gott zu den Menschen. Sie hatte sich verlobt. Und Mortensen war nach Trondheim gereist, um alles vorzubereiten.«
    (S. 36)

    Diese Sehnsucht vererbt sie ihrer einzigen leiblichen Tochter Sanna, deren Leben im zweiten Teil des Buches geschildert wird. Sexuell völlig unerfahren erlebt diese in ihrer Hochzeitsnacht ein Trauma, dachte sie doch, dass der Storch die Kinder im Weidenkörbchen vorbei brächte. Sie konnte »den Zusammenhang zwischen diesem Schrecklichen und dem Besuch des Storchs nicht verstehen« (S. 304). In den nächsten 15 Jahren gebärt Sanna ihrem Ehemann zehn Kinder, doch der Preis den sie zahlt ist hoch. Schliddert sie doch von einer Depression in die nächste. Erst als ihre fruchtbaren Jahre vorbei sind, wacht sie auf und lernt ihre Kinder, ihren Mann und auch sich selbst kennen. Plötzlich interessiert sie sich wieder für ihre Umwelt, für Politik und die Geschäfte des Mannes. So schafft sie es, eine ganz neue Beziehung zu ihm aufzubauen und sich Stück für Stück mehr Mitsprache zu erkämpfen.

    »Sanna lebte in ihrer eigenen Welt. Sie lebte in ihren Romanen. Sie lebte in der biblischen Geschichte. Sie sprach in Gedanken mit den Personen, über die sie las. Sie hörte nicht, wie das Kindermädchen im Nebenzimmer schimpfte. Sie hörte kaum, wie der Mann seine Nachkommen züchtigte.
    Später im Winter bekam sie noch einen Sohn.«
    (S. 346)

    Man merkt, Toril Brekke mag ihre Frauenfiguren, sind sie doch Vorkämpferinnen für etwas, das erst die Frauen in unserer Zeit (und unserer Breitengrade, aber dies ist nur eine Bemerkung am Rande) so wirklich erfahren können: Freiheit. Die Freiheit, sich zu bilden, etwas zu lernen, die Freiheit von der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Vätern, Ehemännern und selbst über die eigene Sexualität zu bestimmen, aufgeklärt und unabhängig. Sanna und Sara stehen stellvertretend dafür, dass der Traum vom persönlichen Glück niiemals aufgegeben werden darf.

    Fazit
    Die Frauen vom Fjord von Toril Brekke ist ein toller historischer Roman, der vor allem durch den Klang der Sprache besticht. Noch nie habe ich ein Buch gelesen, dessen Sprache so sehr die Natur und Lebensart des Handlungsortes widerspiegelt, herb, kantig, schnörkellos und gleichzeitig doch sehr poetisch und verspielt.
    Zudem merkt man als Leser*in, dass der Autorin ihre Frauenfiguren am Herzen liegen. Sie erzählt einfühlsam von deren Schicksal und macht sie zu Vorkämpferinnen für eine Sache, die an manchen Orten auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist: Freiheit und Unabhängigkeit.
  18. Cover des Buches Das Schweigen der Männer (ISBN: 9783764505523)
    Dasa Szekely

    Das Schweigen der Männer

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Wir sind um so viel ärmer, als ihr seid. Wir suchen nicht, wir lassen uns bloß finden. Wenn wir euch leiden sehen, packt uns der Neid. Denn ihr dürft alles fühlen. Und wenn ihr trauert, drückt uns nur der Schuh. Ach, unsere Seelen sitzen wie auf Stühlen und sehn der Liebe zu.“ Nicht von Dasa Szekely, sondern von Erich Kästner. „Ein Mann gibt Auskunft“ heißt das Gedicht. Mit diesem Zitat will Dasa Szekely das Verhältnis zwischen Männern und Frauen auf den Punkt bringen.

    Der Inhalt
    Dasa Szekely beschäftigt sich in ihrem Roman mit der (vermeintlichen) Krise des modernen Mannes. Sie arbeitet hauptberuflich als Coach für Männer und kann daher aus erster Hand berichten. Dasa Szekely versucht, das Schweigen „der“ Männer in zahlreichen Situationen zu beschreiben und zu erklären. Warum sitzen viele Männer Probleme nur aus? Warum werden aus scheinbar reifen Persönlichkeiten plötzlich verantwortungslose Nichtstuer? Und was lässt sich gegen den weiteren Absturz des starken Geschlechts unternehmen?

    Gute Recherche, viele Wiederholungen
    Obwohl die Autorin sehr genau recherchiert hat, um ihre Thesen zu untermauern, wirkt das Buch insgesamt oberflächlich. Der Grund: Dasa Szekeley pauschalisiert und steckt Männer in Schubladen. Dies wird vor allem im Kapitel über Trennungskinder klar, die unter den Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Vater leiden. Die fehlende Reife der Männer sei schuld, meint die Autorin.

    Mein Fazit
    Ein netter Zeitvertreib und Stoff zum Nachdenken, logisch strukturiert, doch mit zahlreichen inhaltlichen Wiederholungen. Größtes Manko: Während Ursachen ausführlich geschildert werden, kommen Lösungsansätze zu kurz.

    Danke für die Leseeindrücke an Harry Pfliegl

  19. Cover des Buches Shanna (ISBN: 0380385880)
    Kathleen E. Woodiwiss

    Shanna

     (37)
    Aktuelle Rezension von: EsterDJones
    Ein wundervolles, romantisches Buch. Aus meiner Sicht macht gerade die altmodische Sprache den Reiz des Romanes aus. Er teilt sich eigentlich in drei Teile (obwohl im Buch zwei daraus gemacht wurden). Nach dem Start in London handelt der erste Teil auf einer exotischen Insel, danach kommt ein - ich nenne es jetzt einmal so - Piratenabenteuer, bevor der Schluss in Amerika spielt. Shanna und Ruark - das Traumpaar schlechthin. Der Mann, der anscheinend ein Verbrecher ist, entpuppt sich als vornehmer aber nicht arbeitsscheuer Edelmann. Aus der widerspenstigen, verzogenen Egoistin wird eine verantwortungsbewusste, liebende Frau. Fazit: absolut empfehlenswert!
  20. Cover des Buches Mädchen, die pfeifen (ISBN: 9781477821794)
    CC Tillery

    Mädchen, die pfeifen

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Herzmilch (ISBN: 9783854208488)
    Gertraud Klemm

    Herzmilch

     (9)
    Aktuelle Rezension von: taigala
    Ähnlich zu dem Kinder/Jugend/Abenteuerroman von Henschel verfolrgen wir das Leben einer Frau durch die verschiedenen Lebensjahre. Abwechslungsreich geschrieben, kritisch der Gesellschaft gegenüber, teils schreckhaft. So richtig warm wurde ich mit der Figur nicht, mag daran liegen, dass sie in einer anderen Zeit lebt, ich mich nicht gut identifizieren (und auch nicht in dieses andere einleben) konnte.
  22. Cover des Buches Unsere Lina muss nichts müssen! (ISBN: 9783813505887)
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