Bücher mit dem Tag "romanbiographie"
40 Bücher
- Heather Morris
Der Tätowierer von Auschwitz
(265)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrIch weiß gar nicht genau was ich zu diesem Buch sagen soll, da es sich hier ja nicht nur um einen fiktiven Roman handelt.
Man leidet durchweg mit Lale und Gita. Die Autorin hat ein Talent dafür Szenen, Gefühle und Charaktere so stumpf und normal dazustellen, das es einem unter die Haut kriecht. Bis zum Ende habe ich mit Lale mitgefiebert und konnte mir die Tränen zum Schluss vor lauter Erleichterung und Glück nicht verkneifen. Ein wirklich tolles Buch über zwei wundervolle Menschen, denen unmenschliches widerfahren ist.
- Paula McLain
Madame Hemingway
(101)Aktuelle Rezension von: angies_bücherIch muss zugeben, dass ich bisher so gut wie gar nichts über Ernest Hemingway oder über seine Frauen wusste. Daher hat mich der letzte Teil des Buches auch sehr überrascht, da ich es überhaupt nicht habe kommen sehen oder dieses Ende vermutet hätte.
Spannend fand ich auch den Einblick in die 20er Jahre in Paris und insgesamt in die damalige Zeit.
Das Verhalten von Hadleys Freundin Pauline hatte ich tatsächlich kein bisschen kommen sehen oder erwartet. Es tat mir sehr leid für Hadley.
Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen und ich werde definitiv Ausschau halten nach anderen Büchern der Autorin. Und vielleicht auch nach weiteren Büchern über Hemingway und sein Leben.
- Michael Kumpfmüller
Die Herrlichkeit des Lebens
(80)Aktuelle Rezension von: ArmilleeIn diesem Buch wird das Leben im letzten Jahr von Franz Kafka beschrieben. Eine ganz andere Zeit. Er war schwer krank und mit den gelesenen Seiten verlor er immer mehr an Gesundheit. Tuberkulose, oder auch Schwindsucht genannt. Ich wusste weder etwas über die Symptome, noch wusste ich irgendetwas über diesen Mann. Das war wohl eine Bildungslücke.
Obwohl die Ansichten der Menschen aus heutiger Sicht wohl sehr angestaubt wirken, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich wurde in einen andere Zeit versetzt, an mehrere Handlungsplätze. Besonders die Zeit nach dem 1. Weltkrieg in Berlin, die Inflation, die Wohnungsnot, die Kälte und die Anfeindungen gegen das jüdische Volk.
Für mich war Franz Kafka aber überhaupt nicht die Hauptperson, sondern es war Dora Diamant, die mit ihrer Hingabe und großen Liebe zu ihm unglaubliches geleistet hat. Ich bewundere diese Frau. Ihrer beiden Liebe war so tief und doch so unschuldig, wie ich es mir in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellen kann.
Durch Zufall habe ich entdeckt, dass das Buch verfilmt wurde.
- Michelle Marly
Madame Piaf und das Lied der Liebe
(132)Aktuelle Rezension von: Nala73tolle Romanbiografie über eine außergewöhnliche kleine Frau
Paris, 1944: Nach dem Ende der deutschen Besatzung wird die Sängerin Édith Piaf der Kollaboration angeklagt – und fürchtet ein Auftrittsverbot. Während sie ihre Unschuld zu beweisen versucht, lernt sie Yves Montand kennen, einen ungelenken, aber talentierten jungen Sänger. Édith beginnt mit ihm zu arbeiten, und schon bald werden aus den beiden Chansonniers Liebende. Das Glück an Yves‘ Seite inspiriert Édith zu einem Lied, das sie zu einer Legende machen könnte – La vie en rose.
- Maria Regina Kaiser
Enid Blyton. Geheimnis hinter grünen Hecken
(39)Aktuelle Rezension von: engineerwifeEnid Blyton … diesen Namen habe ich in meiner Kindheit stets mit spannendem Lesestoff verbunden. Besonders die Bücher rund um die Fünf Freunde, Dolly und natürlich – heißgeliebt – Hanni und Nanni habe ich in meiner Kindheit verschlungen. Beliebt waren diese Bücher auch als Geschenk bei einer Einladung zum Kindergeburtstag, und ich war immer ganz heiß darauf eines dieser oft im Schneider Buch Verlag aufgelegten Bücher in der ortsansässigen Buchhandlung erwerben zu dürfen.
Nun war ich als Erwachsene sehr neugierig darauf, wer sich hinter dieser Enid Blyton verbirgt, und nahm deshalb ganz gespannt den biografischen Roman „Enid Blyton: Geheimnis hinter grünen Hecken“ zur Hand. Präsentiert wird er mir durch die Autorin Maria Regina Kaiser, die unter anderem schon den bekannten Schriftstellerinnen Selma Lagerlöf, Astrid Lindgren und Annette von Droste-Hülshoff eine Bühne bot. Schnell tauchte ich ein in eine interessante Lebensgeschichte, die sich zwar flüssig und schlüssig lesen ließ, mich aber von der Frau als solche her absolut enttäuschte. Während man nicht umhin kommt ihren Ehrgeiz zu bewundern, macht dieser sie gleichzeitig so unsympathisch, dass ich mich manchmal fast schwertat, das Buch erneut in die Hand zu nehmen. So erfolgreich sie als Schriftstellerin war und so aufregend ich damals ihre Kinderromane fand, so sehr hat sie mich als Mensch enttäuscht. Sie hat zu Gunsten ihrer „Schreiberei“ ihre Rolle als Mutter und auch Ehefrau ganz hintenangestellt und war für ihr Umfeld sicher nicht immer leicht zu ertragen. Lediglich ihren Vater, der die Familie schließlich verließ als sie noch ein Kind war, stellt sie auf ein schier unerreichbares Podest und ist voller Bewunderung für ihn. Ich kann für dieses Buch diesmal leider nur drei von fünf Sternen vergeben mit einer doch sehr eingeschränkte Leseempfehlung. Schade.
- Beate Rygiert
Frau von Goethe
(25)Aktuelle Rezension von: theophiliaKlappentext:
„Ohne Dich ist doch alles nichts.“ Christiane Vulpius
Weimar, 1788: Christiane Vulpius ist Putzmacherin in einer Kunstblumen-Manufaktur, als sie mit der Bittschrift ihres Bruders beim Geheimen Rat Goethe, dem begehrtesten Junggesellen Weimars, vorstellig wird. Gesellschaftlich trennen sie Welten, und doch ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Zunächst können sie ihr leidenschaftliches Verhältnis geheim halten. Als Christiane jedoch schwanger wird, schlagen ihr vonseiten der „guten Gesellschaft“ Hass und Verachtung entgegen. Wird Goethe zu ihr und dem Kind stehen? Christiane verliert nicht den Mut, sondern kämpft um ihre Liebe.
Die Geschichte einer unkonventionellen und mutigen Frau – kenntnisreich und hochemotional erzählt
Meine Meinung
Eine Liebe gegen alle Konventionen: Die bewegende Geschichte der Christiane Vulpius
"Ohne Dich ist doch alles nichts." Dieses Zitat von Christiane Vulpius fängt die Essenz einer außergewöhnlichen Liebe ein, die im Weimar des Jahres 1788 ihren Anfang nahm. In der vorliegenden Erzählung wird die faszinierende und oft missverstandene Beziehung zwischen der Putzmacherin Christiane Vulpius und dem Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, dem begehrtesten Junggesellen Weimars, lebendig.
Was als eine einfache Bittstellung des Bruders bei Goethe beginnt, entwickelt sich schnell zu einer leidenschaftlichen Romanze, die alle gesellschaftlichen Grenzen sprengt. Christiane, eine Frau aus einfachen Verhältnissen, und Goethe, der hochangesehene Dichterfürst – ihre Welten könnten unterschiedlicher kaum sein. Doch die Liebe, so wird eindrücklich geschildert, kennt keine Stände.
Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung, als Christiane schwanger wird. Die "gute Gesellschaft" Weimars reagiert mit Hass und Verachtung auf diese unkonventionelle Verbindung. Hier zeigt sich die ganze Stärke Christianes: Trotz Anfeindungen und gesellschaftlicher Ächtung verliert sie weder Mut noch Hoffnung. Sie kämpft um ihre Liebe und um die Akzeptanz ihres Kindes. Was mich hier auch fasziniet hat, wie Goethe damals alle Wege in Bewegung setzt, damit seine Partnerin nicht an den Pranger kommt oder sonst zu leiden hat.
Die Erzählung zeichnet das Porträt einer unkonventionellen und mutigen Frau, die sich den rigiden Moralvorstellungen ihrer Zeit entgegenstellt. Sie ist nicht nur eine passive Geliebte, sondern eine willensstarke Persönlichkeit, die für ihr Glück einsteht. Die Geschichte ist kenntnisreich recherchiert und fängt die Atmosphäre der Goethezeit authentisch ein, während sie gleichzeitig hochemotional die Höhen und Tiefen dieser besonderen Beziehung beleuchtet.
Nachdem so oft im Buch von einem guten Wein geschrieben wurde, kann ich verstehen, warum so viele Kinder in der damaligen Zeit vor der Geburt gestorben sind.
In dem Buch wird ihr Partner als Mensch mit persönlichen Zügen beschrieben.
Hierzu paßt das Zitat gut, dass hinter einem großen Mann auch eine große Frau steckt.
Fazit
Trotz einer Ehe ohne Papiere, eine Ehe mit einem ehrlichen Versprechen
- Susanne Lieder
Astrid Lindgren
(91)Aktuelle Rezension von: theophilia
Klappentext
Als Kinderbuchautorin ist sie weltberühmt, doch wer kennt sie als Frau und Liebende?
1929: Endlich ist Astrid wieder mit ihrem Sohn Lasse vereint. Als unverheiratete Mutter hat sie es nicht leicht, aber sie will es schaffen. Für Lasse und für sich. Jahre später scheint dies alles vergessen. Astrid hat ihre große Liebe Sture geheiratet. Was geblieben ist, sind die Geschichten, die sie ihrem Sohn und ihrer Tochter Karin erzählt. Geschichten über ein mutiges Mädchen mit zwei Zöpfen und einem Affen. Astrid beginnt sie aufzuschreiben und schickt sie an einen Verlag. Ihr plötzlicher Erfolg als Autorin kommt überraschend. Eigentlich könnte jetzt alles gut sein. Doch zwischen Astrid und Sture kriselt es, und dann ereilt die Familie ein tragischer Schicksalsschlag.
Das einfühlsame Porträt einer der wichtigsten Frauen unserer Zeit, die mit ihren Geschichten Generationen von Kindern glücklich macht.
Meine Meinung
Astrid Lindgren: Licht, Schatten und unsterbliche Geschichten
Wer kennt sie nicht: Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach oder die Kinder aus Bullerbü? Es sind die Lieblingsbücher meiner Kindheit. Auch Michel aus Lönneberga ist so beliebt, dass er fast jedes Jahr zu Weihnachten ausgestrahlt wird. Doch wer steckt eigentlich hinter diesen unsterblichen Geschichten?
Bildquelle: https://www.gettyimages.de/fotos/pippi-langstrumpf
Was mich an dieser Biografie besonders berührt hat, ist die Ehrlichkeit. Oft neigen wir dazu, Legenden zu idealisieren. Hier jedoch begegnen wir einer Astrid, die zweifelt, kämpft und liebt. Im Grunde war sie ein Mensch wie du und ich – und dennoch ist sie im Herzen ein Kind geblieben, getragen von einem unerschütterlichen Vertrauen darauf, dass alles gut wird.
Ein Leben zwischen Prüfung und Vergebung
Dieses Vertrauen wurde vor allem in ihrer Ehe schwer auf die Probe gestellt. Ich finde es ergreifend beschrieben, wie sie ihren Mann ziehen lässt und ihn später dennoch wieder zu Hause aufnimmt, als wäre nichts geschehen. Vielleicht sind ihre Geschichten deshalb so zeitlos: Sie basieren zu einem großen Teil auf selbsterlebten Erfahrungen. So werden Licht und Schatten in ihren Erzählungen für jeden greifbar und nachvollziehbar.
Zeitgeschichte hautnah
Besonders interessant fand ich, dass neben dem Leben der großen Autorin auch die Weltgeschichte beleuchtet wird. Dass Schweden im Zweiten Weltkrieg neutral blieb, war mir so vorher nicht bewusst.
Mein Fazit: Eine große Empfehlung für jeden Lindgren-Fan und alle, die Biografien über starke Frauen lieben. Der Text ist eine kraftvolle Erinnerung daran, dass auch hinter den hellsten Geschichten oft ein mutiger Kampf gegen die Dunkelheit stand.
Autorin: Susanne Lieder
Bildquelle co Michael Kolbe
Susanne Lieder ist in der Nähe von Bad Oeynhausen aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie südlich von Bremen. Seit 2012 arbeitet sie hauptberuflich als Schriftstellerin und hat sich damit ihren Kindheitstraum erfüllt. Sie schreibt Unterhaltungsromane, historische Romane und Romanbiographien.
Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Romane »Astrid Lindgren«, »Die Elemente des Lebens« und »Agatha Christie« vor.
- Katja Kulin
Geliebte Orlando
(12)Aktuelle Rezension von: Nicolai_LevinHier geht es um die Schriftstellerin Virginia Woolf und ihre Liebe und die Beziehung zu Vita Sackville-West. Die beiden Frauen lernten sich 1922 kennen, da war Virginia vierzig und Vita zehn Jahre jünger, sie begannen eine Freundschaft und eine Affäre - soweit man von Affäre reden kann, wenn beide Ehemänner wohl unterrichtet waren und keine Einwände hatten. Virginias Beziehung zu ihrem Mann Leonard war anfangs sexuell, später platonisch, Kinder kamen keine. Auf Basis von reichem Quellenmaterial aus Briefen und Tagebüchern rekonstruiert Katja Kulin die Beziehung der beiden Frauen bis zu Virginias Tod 1941.
Virginia Woolf hatte 1922 schon erste Erfolge mit ihren Büchern. Die berühmtesten aber schrieb sie, während sie Vita kannte (und auf die eine oder andere Art liebte).
Biografische Romane nehmen die Fakten über die Personen und ihre Lebensläufe und führen sie szenisch aus bzw. füllen die Lücken, die das Quellenmaterial lässt, mit eigener Imaginaition, um ein Porträt der Figur zu zeichnen, das die Kunst durch ihre Freiheit treffender wiedergibt, als es die spröde Wissenschaft vermag. Katja Kulin gelingt das atmosphärisch außerordentlich gut, man fühlt nie, wann und wo sie von belegten Fakten oder Themen zu ausgedachten hinübergleitet; es gelingt ihr also, so glatt in ihre Personen hineinzurutschen, dass man als Leser gar nicht merkt, ob man originale Virginia oder Vita liest oder das, was sich Katja über sie ausgemalt hat.
Gestört hat mich an „Geliebte Orlando“ die Behandlung von Virginia Woolfs psychischen Problemen. Wir erleben Virginia in dem Buch beinahe immer luzide und stabil. Ihre Nervenzusammenbrüche werden nur als quasi unvermeidliche, von außen kommende Episoden eingestreut, ärgerlich wie ein Sommergewitter, das einem den Tag am Meer ruiniert. Dass sie wochenlang das Bett hüten muss, bremst ihre Produktivität und wenn Leonard ihr in Sorge vor weiteren Anfällen Ruhe und Rückzug verordnet, wirkt es hier eher wie die Übervorsicht des Helikoptergatten.
Wie dem auch sei: Das Buch habe ich gerne gelesen. Es ist eine schöne, runde, kluge Liebesgeschichte; das Rätsel Virginia Woolf, die mir in so vielen Dingen gänzlich fremd bleibt, hat es mir nicht gelöst.
ausführlicher Lesebericht unter https://nicolailevin.wordpress.com/2025/11/09/die-liebe-einer-ratselhaften-frau-virginia-woolf-und-ihr-orlando/
- Ruth Kornberger
Frau Merian und die Wunder der Welt
(69)Aktuelle Rezension von: SybilDer Buchumschlag ist wunderschön und löste inhaltlich falsche oder zu grosse Erwartungen bei mir aus.
Es ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, sich in die Zeit des 17. Jahrhunderts zu versetzen und das Leben aus der Sicht einer Forscherin und Künstlerin zu beschreiben. Nichtsdestotrotz fehlte es mir in der gesamten Geschichte an Spannungsbögen.
Maria Sibylla Merian war aussergewöhnlich in ihrer Art und diese Persönlichkeit hätte man mehr in den Fokus stellen können. Mir fehlten die Ecken und Kanten, welche sie mit Bestimmtheit hatte.
Die einzigen Personen, die etwas Dramatik in die Geschichte mit einbringen sollten, waren erfunden, wie zum Beispiel die Liebesgeschichte rund um Jan de Jong.
Besonders erstaunlich empfand ich die Dialoge, welche meiner Meinung nach oft irrelevant waren.
Die Beschreibung von Merians Insekten- und Schmetterlingsbilder wirkt gut recherchiert, aber aus der Distanz betrachtet. Leider erinnert mich das Schmetterlingsmassaker ein wenig an "Die Insel des Dr. Moreau"...
- Klaus Cäsar Zehrer
Das Genie
(92)Aktuelle Rezension von: eight_butterfliesKlaus Cäsar Zehrers Roman „Das Genie“ ist weit mehr als die literarische Wiederentdeckung eines vergessenen Wunderkinds. Er ist zugleich ein Gesellschaftspanorama, eine psychologische Fallstudie und eine zutiefst menschliche Tragödie.
Ausgangspunkt ist Boris Sidis, ein mittelloser, aber unbeirrbarer Einwanderer aus der Ukraine, der Ende des 19. Jahrhunderts in New York ankommt. Getrieben von Wissensdurst und der Überzeugung, Bildung sei der einzige unantastbare Besitz, arbeitet er sich vom Tagelöhner zum angesehenen Psychologen hoch. Mit eiserner Konsequenz entwickelt er eine eigene Erziehungsmethode - die „Sidis-Methode“ - und testet sie an seinem Sohn William James. Ziele sind Perfektion, geistige Höchstleistung, ein Leben jenseits der „Marionettenexistenz“ der Normalbürger.
William erfüllt alle Erwartungen. Er liest mit zwei Jahren die „New York Times“, hält mit zehn einen Harvard-Vortrag über die vierte Dimension und gilt bald als einer der intelligentesten Menschen der Geschichte. Doch Zehrer zeigt, wie brüchig der Glanz des Genies ist. Williams enorme Begabung geht einher mit sozialer Isolation, Unverständnis und einer wachsenden Abkehr von der Gesellschaft. Was als Triumph der Erziehungsmethode beginnt, endet in Rückzug, Widerstand und dem entschlossenen Verzicht, seine Fähigkeiten der Welt zur Verfügung zu stellen.
Besonders beeindruckend ist, wie Zehrer historische Fakten und erzählerische Lebendigkeit verbindet. Die Leser wandern durch die schmutzigen Straßen New Yorks, hören die hitzigen Debatten in Harvard, spüren die politische Spannung der Zeit zwischen Einwanderungswellen, Weltkriegen und wirtschaftlichen Krisen. Dabei schafft der Autor Figuren, die trotz oder gerade wegen ihrer Eigenheiten im Gedächtnis bleiben.
Mit feinem Gespür für Ironie und tragische Fallhöhe erzählt Zehrer nicht nur die Biografie eines außergewöhnlichen Menschen, sondern stellt die großen Fragen nach Freiheit, Anpassung und dem Preis von Konsequenz. „Das Genie“ ist ein kluges, fesselndes und manchmal schmerzhaft ehrliches Buch, das ebenso unterhält wie es zum Nachdenken zwingt.
- Ellie Midwood
Die Violinistin von Auschwitz
(19)Aktuelle Rezension von: juniaWie kam ich zu diesem Buch?
Durch Zufall wurde ich auf das Buch bzw. die Autorin aufmerksam. Es ist das erste Buch von Ellie Midwood, das ich gelesen habe. Nachdem dieses hier dann einige Zeit auf dem eBook-Reader vor sich hin schlummerte, habe ich es mir nun endlich mal gegriffen und zwar als Hörbuch.
Wie finde ich Cover und Titel?
Nicht zu überladen, aber mit allen Informationen, die man braucht.
Um was geht’s?
Auf den Inhalt gehe ich an dieser Stelle nicht allzu detailliert ein, den Klappentext könnt ihr ja selbst lesen, und eine Zusammenfassung des Buches muss ja nun nicht in die Rezension, vor allem bei einer Romanbiographie. Eins vorab: Die Geschichte ist nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter, ja, in Auschwitz wurde – teilweise mit Musik untermalt - gemordet, und daraus wird in diesem Buch kein Geheimnis gemacht. Es wird auch auf die widerwärtigen Experimente von Dr. Mengele eingegangen. Bei einigen Aussagen oder Dialogen muss man echt einen gewissen Würgereiz unterdrücken. Am Ende findet sich ein sehr ausführliches und interessantes Nachwort.
Wie ist es geschrieben?
Es handelt sich um einen Einzelroman, der also problemlos ohne Vorwissen und Cliffhangergefahr gelesen werden kann. Ein gewisses geschichtliches Interesse und Grundkenntnisse darin sollte man aber schon mitbringen. Der Schreibstil ist flüssig und zügig zu lesen, der Ausdruck ist leicht zu verstehen. Die Beschreibungen sind nicht zu ausschweifend, aber detailliert und bildhaft genug (manchmal eher zum Leidwesen der Leserschaft), um gleich in der Story zu sein. Die Gegebenheiten konnte ich mir sehr gut vorstellen. Es gibt teilweise kurze, knappe Beschreibungen, die wie Tagebucheinträge wirken, was das Ganze noch eindrücklicher macht
Ein schönes Zitat möchte ich euch nicht vorenthalten: Mit der Kraft ihrer Musik hatte sie diesen Frauen ein paar kostbare Momente der Freiheit geschenkt.
Wer spielt mit?
Die Charaktere und deren Entwicklung sind gut gezeichnet. Ich habe sie kennengelernt (was es umso schmerzlicher macht, dass sie Auschwitz nicht überlebt hat), ich habe mitgefiebert und mitgelitten. Ja, vor allem mitgelitten.
Mein Fazit?
Das Buch hat mir gefallen, somit erhält es von mir 4 von 5 Sternchen und kann guten Gewissens weiterempfohlen werden. Es wird nicht das letzte Buch der Autorin sein, das ich lese.
- Stewart O’Nan
Westlich des Sunset
(33)Aktuelle Rezension von: TheSaintStewart O'Nan schildert mit diesem Roman die letzten Lebensjahre des amerikanischen Schriftstellers Francis Scott Key Fitzgerald (1896-1940), der als 23jähriger den Roman "This Side Of Paradise" ("Diesseits vom Paradies") veröffentlichte und damit binnen kurzer Zeit zu großer Berühmtheit gelangte.
Von der Zeit des Kennenlernens Zelda Sayre's und den turbulenten Ehejahren mit ihr von 1918 bis 1934 erfährt der Leser nur fragmentarisch in Rückblenden. O'Nan konzentriert sich auf die Zeit, als die Schulden- und Alkoholflaschenberge des Schriftstellers zu gefährlichen Dimensionen anwachsen und seine Beziehung zu der britisch-stämmigen Klatschkolumnistin Sheilah Graham (1904-1988) den einzigen sicheren Hafen in den stürmischen Gewässern einer sich in einer Nervenklinik befindlichen Ehefrau und der gemeinsamen entfremdeten Tochter Frances, genannt "Scottie", darstellt. O'Nan erzählt von den mühsamen Versuchen Fitzgerald's, sich vom Misserfolg seines Romanes "Tender Is The Night" ("Zärtlich ist die Nacht", 1934) zu erholen und endlich einen Roman zu schaffen, der seinem Wunsch, ein so bedeutender Autor zu werden wie Ernest Hemingway oder William Faulkner, gerecht wird. Doch die immensen Schulden zwingen ihn immer wieder zu Kurzgeschichten und zu Lohnarbeiten in den Hollywood-Studios... Erst 1939 beginnt er mit "The Last Tycoon"... kann diesen Roman aber nicht mehr vollenden. Er stirbt 44jährig nach zwei Herzinfarkten im Dezember 1940.
Stewart O'Nan hat eine intensive Recherche betrieben und schildert (im Gegensatz zum Protagonisten) nüchtern und ereignislos den zähen und schwierigen Kampf um die Geldbeschaffung zur Begleichung der Klinik- und Internatskosten sowie des eigenen Lebensunterhalts und des Bestrebens, endlich einen von Kritik und Leserschaft anerkannten und bedeutenden Roman zu verfassen. O'Nan setzt eine gewisse Vorkenntnis über Fitzgerald's Leben voraus, denn in dem Roman verweist er oft nur mit Vornamen auf wichtige Bezugspersonen im Leben dieses Schriftstellers. So muss man selbst nach den Beziehungen zu Dorothy Parker, zu Ernest Hemingway oder zu seinem Literaturagenten Harold Ober oder dem Lektor Perkins forschen, um zu erfahren, dass die letzten beiden Herren sehr oft mit Vorschüssen und Darlehen zu Hilfe eilen mussten.
"Der große Gatsby" war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein moderater Erfolg... Zu einem weltweiten Megaseller wurde dieser 1925 erschienene Roman erst in den 1970ern aufgrund der Verfilmung mit Robert Redford und Mia Farrow. Eine perfekte Ergänzung zu "Westlich des Sunset" sind die Amazon-TV-Serien "The Last Tycoon" sowie "Z: The Beginning Of Everything".
- Gloria Kaiser
Dona Leopoldina
(1)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisWas haben Österreich und Brasilien gemeinsam? Die Antwort ist einfach - Dona Leopoldina, eine Erzherzogin, eine der zahlreichen verkauften Tochter Habsburgs.
Maria Leopoldina Josepha Carolina (1797-1826), Tochter von Kaiser Franz II./I. ist eine der zahlreichen Töchter aus dem Hause Habsburg, die aus Staatsräson verheiratet worden sind. Leopoldina teilt ihr Schicksal mit Tante Marie Antoinette (verheiratet mit Frankreichs König, hingerichtet 1793) und Schwester Marie Louise, die man Napoleon Bonaparte zur Frau gegeben hat.
Wie schon zuvor bei Marie Louise hat auch bei dieser scheinbar so vorteilhaften Heirat mit Dom Pedro, dem portugiesischen Thronfolger, Fürst Metternich die Fäden gezogen. Am Hof von Kaiser Franz II./I. hat der eine oder andere zwar Bedenken, die junge Frau ins weit entfernte Brasilien ziehen zu lassen, aber das dynastische Denken siegt. Es dauert nicht lange und alle Hoffnungen auf eine gelungene Verbindung lösen sich auf. Man hat Leopoldina (und dem österreichsichen Kaiserhaus) verschwiegen, dass Dom Pedro an Epilepsie leidet und ungebildet ist, während Leopoldina hoch gebildet ist, mehrere Sprachen spricht und viel lieber Naturforscherin geworden wäre.
Gloria Kaiser zeichnet in ihrer Romabiografie ein Bild einer Frau, die versucht das Beste aus ihrem Schicksal zu machen. Die Gelegenheit, zu zeigen was in ihr steckt, bietet sich um 1820 als Brasilien auf Grund zahlreicher Revolten zu zerfallen droht. Sie unterzeichnet an Stelle von Pedro, der sich als zu schwach und zaudernd erweist, den Staatsratbeschluss für die Unabhängigkeit Brasiliens vom Mutterland Portugal und nimmt damit entschlossen die Geschicke Brasiliens in die Hand. Damit verzichtet gleichzeitig und endgültig auf eine Rückkehr nach Europa.
Die Rettung der Krone für Pedro bleibt unbedankt. Pedro, nun zum brasilianischen Kaiser gekrönt nimmt sich die intrigante Domitila zur Mätresse, die Leopoldina in kürztester Zeit entmachtet. Ohnmächtig und ohne Rückhalt von Freunden muss Leopoldina zusehen, wie sie ins Abseits gestellt wird. Selbst das „Nadelgeld“ wird ihr von Domitila und ihrem Clan vorenthalten. Die Frau, die an der Unabhängigkeit Brasiliens soviel Anteil hatte, stirbt nicht ganz dreißigjährig an den Folgen einer Fehlgeburt.
Heute wird Dona Leopoldina, wie sie Brasilien genannt wird, hoch verehrt. Zahlreiche Schulen, Pflanzen und sogar eine Biersorte sind ihr zu Ehren benannt.
Fazit:
Wer gerne mehr über eine der vielen „verkauften Töchter Habsburgs“ lesen will, ist hier goldrichtig. Gerne gebe ich dieser gelungenen Romanbiografie 5 Sterne.
- Gaby Schuster
Sissi, eine Prinzessin für den Kaiser
(14)Aktuelle Rezension von: GothicQueenDies ist Teil eins der Trilogie um die Kaiserin Sissi. Geschrieben ist dieser Kinder/Jugendroman ähnlich wie der erste Teil der Romy Schneider Filme - eher etwas kitschig, aber trotzdem leicht wie die Geschichte wirklich war. Mit mehr Daten und Fakten, die stimmen. Das Buch ist gut, um, vorrangig jungen Mädchen, die sich für Geschichte interessieren, das Leben der jungen Kaiserin näher zu bringen. Für Mädchen ist dieses Buch auf jeden Fall geeignet. - Charlotte Roth
Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit
(56)Aktuelle Rezension von: Jacky2708Inhalt:
Michael Ende war eine faszinierende Persönlichkeit, die Welt kaum vorstellbar ohne seine Fantasie. Einzutauchen in diese Vorstellungswelt des Menschen Michael Ende ist das Ziel dieses Romans, der bewusst keine faktenorientierte Biografie sein will, sondern der Versuch, sich den Geheimnissen, die Michael Ende nicht preisgab, ebenso respektvoll wie poetisch zu nähern. Sein Leben, das ein knappes Jahrhundert umfasste, wird mit seinem ganz speziellen Blick auf die Welt beleuchtet, der hinter dem Sichtbaren das Unsichtbare zu erspüren suchte. Geschrieben von Charlotte Roth und inhaltlich kuratiert von Michael-Ende-Kenner Roman Hocke wird dem Innenleben des beliebten Autors auf besondere Weise nachgespürt – in einer Fülle von Bildern, Schauplätzen und Begegnungen, aus der sich das Mosaik seiner ganz eigenen Geschichte zusammenfügt.
Fazit:
Der Schreibstil liest sich etwas zähflüssig und dadurch viel es mir oft schwer dran zu bleiben. Einige Szenen wurden sehr langatmig erzählt und meine Gedanken schweiften des öfteren ab. Michael Ende ist eine faszinierende Persönlichkeit und der Einblick in seine Gedankenwelt war trotz allem spannend, vor allem wie seine Bücher entstanden sind. Auch seine Kindheit wurde beleuchtet und nicht alle Personen standen nur im guten Licht da. So ganz anfreunden konnte ich mich leider nicht mit dem Buch.
- Sabine Weiß
Die Leuchttürme der Stevensons
(34)Aktuelle Rezension von: walli007Der junge Robert Louis Stevenson ist noch unsicher, wie sich sein Leben entwickeln wird. Er ist manchmal etwas kränklich. Sein Vater ist Ingenieur und er hat etliche Leuchttürme in Schottland konstruiert. Ihm ist klar, sein Sohn soll die Firma übernehmen. Deshalb soll sich Robert auch die Fähigkeiten aneignen, die er für den Ingenieurberuf braucht. Robert liest gerne, verschreibt auch gerne, Briefe oder Gedichte zum Beispiel. Er tauscht sich gerne über Literatur und Theater aus. Und doch hat er mit der Ausbildung begonnen, er will seine Eltern nicht enttäuschen. Und so fährt er mit seinem Vater durch Schottland, um die Leuchttürme zu inspizieren.
Wahrscheinlich kennt man ein paar Romane des Autors Robert Louis Stevenson. Ob man auch etwas über sein Leben weiß, könnte eventuell fraglich sein. Seine von Krankheiten geprägte Kindheit und Jugend sind nicht so bekannt, auch nicht, dass sein Vater ein erfolgreicher Konstrukteur von Leuchttürmen war. Wie viele Kinder es tun, so versuchte auch Stevenson, seinen Eltern zu gefallen und ihre Wünsche zu erfüllen. Doch es waren ihre Wünsche, sein Traum war es Schriftsteller zu werden. Werden seine Eltern irgendwann ein Einsehen haben? Zum Glück gibt es immerhin sein Werk.
Bei diesem Roman handelt es sich zwar um ein Werk der Fiktion, aber man merkt, dass die Autorin akribische und mit viele Liebe recherchiert hat.Sie zeichnet ein Bild von vielschichtigen Persönlichkeiten. Robert Louis Stevenson weiß zwar schon früh, wo es ihn hinzieht, aber er braucht eine ganze Weile, um dazu zu stehen. Hauptsächlich um seine Jugendjahre geht es hier, Jahr die sehr prägend waren. Manches gibt es auch aus seinen späteren Jahren zu erfahren. Erstaunlich was alles in Stevensons leider viel zu kurzes Leben hineingepasst hat. Man hätte ihm noch viele Jahre gegönnt. Und uns noch viele Roman oder andere Schriften. Lesenswert ist auch, dass es zwischen Eltern und Kindern doch wohl schon seit Jahrhunderten ähnlich zugeht. Einmal ein etwas anderer historischer Roman, den man gerne Liest.
- Kristina Lüding
Greta Garbo (Ikonen ihrer Zeit 9)
(87)Aktuelle Rezension von: AriadnaDie Autorin Krista Lüding hat einen interessanten Roman über die berühmte Schauspielerin Greta Garbo mit dem Titel "Greta Garbo, die einsame Göttin" geschrieben. Das Buch ist im Ullstein-Verlag erschienen.
Greta Garbo hieß mit bürgerlichen Namen Greta Gustafsson und muss sich in jungen Jahren, da ihr Vater verstorben und die Familie arm ist, einen Job suchen. Sie findet diesen in einem Stockholmer Kaufhaus in der Hutabteilung.
Ihr Ziel ist es aber Schauspielerin zu werden und schließlich bewirbt sie sich an der Schauspielakademie des Königlichen Dramatischen Theaters, wo sie auch aufgenommen wird.
Als ein bekannter Regisseur auf sie aufmerksam wird, beginnt ihr Karriere von der unbekannten Schauspielerin zur bekannten Hollywood Diva Greta Garbo.
Das Buch liest sich leicht und ist von Anfang bis Ende sehr interessant geschrieben.
Da es mir bestens gefallen hat, empfehle ich es gerne weiter.
- Birgit Ebbert
Die Königin von der Ruhr
(8)Aktuelle Rezension von: DoraLupinNovember 1902. Als ihr Mann Friedrich überraschend stirbt, ist Margarethe Krupp einen Moment wie erstarrt. Dann ergreift sie die Initiative. Denn es gilt, das Unternehmen des Verstorbenen vor den Begehrlichkeiten der Verwandten zu bewahren. Es geht um nicht weniger als das Krupp-Imperium im Herzen des Ruhrgebiets, die gigantische Produktion, Tausende Mitarbeiter. Erst in vier Jahren wird ihre Tochter Bertha, die Firmenerbin, volljährig und geschäftsfähig sein. So lange soll Margarethe als ihre Treuhänderin regieren. Sie weiß, dass diese Zeit nicht ausreicht, um sich in der Firmengeschichte zu verewigen, doch sie hat eigene Pläne - und ist entschlossen, sie zum Wohle ihrer Arbeiter umzusetzen. Kann sie, der als Frau so wenig zugetraut wird, an die Stelle Ihres verstorbenen Mannes treten?
Dieses Buch beschäftigt sich ganz mit einer sehr starken und mutigen Frau: Margarthe Krupp. Ihr Leben und Wirken werden in diesem biografischen Roman wirklich toll und authentisch beschrieben!
Der Schreibstil war leicht zu lesen und gut zu verstehen, ausserdem merkte man dem Buch schnell an, dass sich die Autorin hier gerne und viel mit Margarethe Krupp beschäftigt hat, den die Recherchearbeit ist wirklich gut gelungen! Ausserdem wird ein gutes Bild der Zeit um 1900 beschrieben und es kam mir etwas vor wie eine Reise in die Vergangenheit, in der es noch ganz andere Gesetze und auch Probleme (gerade für Frauen) gab.
Ich habe durch dieses Buch sehr viel von Margarethe Krupp erfahren und habe wieder viel neues lernen dürfen. Margaretes Arbeit als Mutter und Firmenerbin wird eindrücklich und authentisch beschrieben. Manche Situationen ähneln sich im Buch und dies macht es stellenweise langatmig aber dann wollte ich doch trotzdem immer gerne wissen wie es mit dieser starken Frau weiterging!
Fazit: Wer sich für das Leben und Wirken der Margarethe Krupp interessiert, sollte zu diesem Buch greifen.
- Anna-Luise Melle
Die Meisterin der Wachsfiguren
(35)Aktuelle Rezension von: Nadine21Marie Grosholtz lernt von ihrem Onkel Philippe wie man Wachsfiguren fertigt und merkt schnell, dass es das ist, was sie ihr restliches Leben machen möchte. Dabei ist das in einer Zeit, bei der sich Frankreich in einer Revolution befindet, nicht leicht. Schon gar nicht als unverheiratete Frau. Doch Marie möchte es trotz aller Widrigkeiten schaffen und der Erfolg gibt ihr am Ende recht.
Das Buch liest sich sehr flüssig und ist eine tolle Vermischung einer Biografie und Geschichtsstunde. Auch wenn am Ende des Buches erklärt wird, dass Maries Leben nicht genau so war, wie die Autorin es beschrieben hat.
Wer etwas über die ersten Jahre von Madame Tussauds in Frankreich erfahren möchte, liegt bei dem Buch richtig. Ihre Zeit in England und ihren Erfolg dort, wird in diesem Buch nur im Epilog erwähnt.
- Nuala O’Connor
Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern
(66)Aktuelle Rezension von: eule2206Alles in allem ein sehr schwieriges Buch. Ich hatte es mir wirklich anders vorgestellt.
Das Cover gefiel mir gut. Der Titel, nun ja, man stellt sich einfach was anderes vor.
Den Schreibstil fand ich sehr schwierig. Es war eine Herausforderung, das Buch bis zum Ende zu lesen. Wobei die letzten Seiten mir gut gefallen haben, da etwas Spannung aufkam. Ansonsten reihten sich die Kapitel aneinander und waren im wesentlichen von der Sucht des Jim Joyce ein Buch zu schreiben und dadurch berühmt zu werden, der Arbeitssuche, um die Familie über Wasser zu halten, dem Alkoholmissbrauch und dem Alltag, den Nora Barnacle im wesentlichen "gewuppt" hat, geprägt. Die intimen Szenen so genau zu beschreiben, hätte man sich sparen können. Es passte für mich nicht zu dem Buch.
Nora Barnacle war sicherlich eine starke Frau, doch die Eskapaden ihres Mannes ließen sie verblassen und zu einer Nebenfigur werden.
Das Buch ist für Fans der Autorin sicherlich lesenswert, nur mich hat es leider nicht "gepackt".
- Lena Johannson
Clara und Rilke
(18)Aktuelle Rezension von: engineerwifeWer kennt ihn nicht, den begnadeten Lyriker und Schriftsteller Rainer Maria Rilke, der zu Lebzeiten immer wieder an seiner Rastlosigkeit und inneren Zerrissenheit zu scheitern droht. Geprägt durch eine nicht einfache Kindheit mit einer dominanten Mutter, entwickelt er über die Jahre seine eigene Überlebensstrategie. Der sensible Dichter sucht oft die Einsamkeit, bis eines Tages die junge Clara Westhoff in sein Leben gespült wird. Die Beiden lernen sich in der mitten im Teufelsmoor gelegenen Künstlerkolonie Worbswede kennen. Clara absolviert eine für Frauen der damaligen Zeit ungewöhnliche Ausbildung zur Bildhauerin und hatte das Glück, unter anderem unter dem sehr bekannten Auguste Rodin studieren zu dürfen. Clara und Rilke nähern sich an und bald schon entsteht eine tiefe Liebesbeziehung, die schließlich in der Heirat der Beiden im April 1901 ihre Vollendung findet. Doch Rilke scheint nicht für ein bürgerliches Leben geschaffen und trotz der Geburt der kleinen Tochter Ruth, beginnt die Ehe bald zu bröckeln …
Nicht nur durfte ich dieses wunderbare Werk als Hörbuch genießen, ich hatte auch das unverschämte Vergnügen, mir den biografischen Roman in einer Lesung durch die Autorin selbst in Auszügen erzählen zu lassen. Die äußerst sympathische Autorin Lena Johannson schafft es fast spielerisch den Hörer, bzw. Leser in ihre Erzählung eintauchen zu lassen, neben der Geschichte selbst präsentiert sie auch verschiedene Kostproben der Dichtkunst Rilkes, was die Romanbiografie immer wieder auflockert. Während mich die Autorin zu 100% überzeugen konnte, bleibt das Hörbuch leider ein klein wenig hinter den Erwartungen zurück. Die große Aufgabe ihre Hörer mitzureißen, bewältigte die Sprecherin Xenia Noetzelmann nur bedingt. Dennoch vergebe ich für dieses Werk sehr gerne vier bewundernde Sterne verbunden mit einer absoluten Empfehlung an alle, die sich wie ich für das Leben und Wirken dieser beiden außergewöhnlichen Künstler begeistern können.
- Amélie Nothomb
Der belgische Konsul
(21)Aktuelle Rezension von: lesen_hoeren_rezensierenAmélie Nothomb portraitiert in diesem Buch ihren Vater, wobei die Geschichte aus der Sicht Ihres Vaters als Ich-Erzähler geschrieben ist. Das Buch startet gleich mit einer Szene in der Patrick Nothomb vor einem Erschießungskommando steht, dann Szenenwechsel und wir lernen Patrick Nothomb als Kind kennen.
Die Geschichte ist toll erzählt, ein ganz eigener Stil, sehr intensiv und man wird eingenommen davon. Der kleine Patrick wächst bei seinen Großeltern mütterlicherseits auf, behütet, verhätschelt und ohne Mangel zu leiden. Als er in den Ferien zu den anderen Großeltern gebracht wird erlebt er eine vollkommen andere Welt. Das ist wirklich großartig beschrieben und hat großen Spaß gemacht zu lesen.
Am Ende landen wir wieder am Anfang und Patrick Nothomb steht vor dem Erschießungskommando im Kongo. Warum und wieso? Das müsst Ihr selber lesen.
Fazit:
Ein intensives Buch über ein Kind, das in zwei Welten aufwächst, sich nichts sehnlicher als einen Vater wünscht und am Ende der Vater wird, den er immer vermisst hat. - Veronika Peters
Die Dame hinter dem Vorhang
(89)Aktuelle Rezension von: RitjaDie Geschichte der Edith Sitwell war kurzweilig, aber mit einigen Längen. Es wird aus dem Leben einer wohlhabenden Frau erzählt, die versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Dieser entspricht nur leider nicht den Vorstellungen ihrer Eltern, so dass sie immer wieder auf Probleme stößt. Jane Banister ist ihre Zugehfrau, ihre treue Begleiterin und Dienerin. Aus ihrer Sicht wird diese Geschichte erzählt.
Der Plot (junge wohlhabende Frau bricht aus dem goldenen Käfig aus) wurde schon in mehreren Romanen verarbeitet. Das Besondere an diesem Roman ist die Hauptfigur Edith Sitwell, denn die Künstlerin bzw. Dichterin gab es wirklich. Edith Sitwell lebte von 1887-1964 und ist eine englische Dichterin. Es ist jedoch keine klassische Biografie, aber bestimmte historische und biografische Fakten hat die Autorin mit in die Geschichte eingewebt.
Trotzdem hatte das Buch leider seine Längen, zähen Seiten und ein recht langsames Tempo. Manche Lebensabschnitte wurden sehr detailliert beschrieben, andere wurden nur angerissen. Die Charaktere berührten mich kaum, sie wirkten sehr distanziert und teilweise auch recht kühl. Die Geschichte ist recht oberflächlich. Es gab kaum Tiefgang oder wirklich spannende Phasen. Ich mochte zwar den Schreibstil der Autorin, aber die Geschichte konnte mich leider nicht so recht überzeugen und begeistern.
- Guido Dieckmann
Luther
(24)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMartin Luther ist zweifellos eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Ein Roman, der sich mit ihm im Zentrum auseinandersetzt und wie Dieckmanns Buch Luthers Werdegang von 1505 bis 1530 verfolgt, könnte wohl großartig sein.
Könnte. Er ist es leider nicht.
Historische Genauigkeit ist bei Guido Dieckmann schonmal Fehlanzeige: Der am 11. März 1513 gekrönte Papst Leo X. ist bei ihm im Jahre 1512 schon Papst und stirbt statt 1521 erst 1523. Ebenso verlegt Dieckmann die Bauernkriege ins Jahr 1523, wirft sie mit den Wittenberger Unruhen von 1522 zusammen ... und so geht es munter weiter.
Zudem ist die Charakterisierung Luthers absoluter Blödsinn.
Es ist seltsam, dass ich als Protestant und eigentlich Luther-Freund das sagen muss - aber Martin Luther wird eindeutig zu positiv und nicht ansatzweise korrekt dargestellt. DAS ist nicht Martin Luther! Kein Wort über seine Ablehnung des Judentums. Dieckmanns Luther empfindet eine väterliche Freundschaft, fast Liebe, für ein behindertes Mädchen - das hätte der historische Luther, der Behinderte jeder Art als "seelenloses Fleisch" ansah, nie getan. Aber wozu den Protagonisten unnötig verkomplizieren? Das wäre zwar interessanter gewesen, doch viel schwieriger zu schreiben.























