Bücher mit dem Tag "romane"
62 Bücher
- Anna Todd
After truth
(3.347)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Truth ist der zweite Band der After-Reihe und knüpft direkt an die Ereignisse aus dem ersten Teil an. Die Geschichte folgt weiterhin Tessa und Hardin, und deren Beziehung nach den Enthüllungen am Ende des ersten Bandes...
Wie schon im ersten Teil lässt sich auch dieser Band sehr flüssig lesen. Die Kapitel sind schön und spannend geschrieben, wodurch man schnell durch die Geschichte kommt. Besonders die emotionalen Momente zwischen Tessa und Hardin sind wieder sehr intensiv dargestellt, und man spürt deutlich ihre Gefühle - trotz und durch all die Probleme.
Allerdings setzt sich auch hier das starke Auf und Ab in ihrer Beziehung fort. Streit, Eifersucht und Missverständnisse spielen eine große Rolle und sorgen dafür, dass sich einige Situationen gefühlt „wiederholen“. Dadurch kann die Handlung stellenweise etwas frustrierend wirken, weil die beiden Charaktere scheinbar immer wieder in die gleichen Muster zurückfallen.
Andererseits hat es das Buch damit auch wieder geschafft, mich zu fesseln. Ich hatte oft das Bedürfnis weiterzulesen und sobald ich das Buch zur Hand genommen habe, hat es sich sehr flüssig und nervenaufreibend-gefühlvoll gelesen.
Auch entwickelt sich die Geschichte weiter: insbesondere erfährt man mehr über Hardins Charakter, was seine schwierige Art teilweise verständlicher macht.
Fazit:
After Truth bleibt emotional und interessant, auch wenn das ständige Hin und Her zwischen Tessa und Hardin manchmal etwas ermüdend sein kann. Dennoch ist es eine gute Fortsetzung, die die Charaktere weiter vertieft und neugierig auf die nächsten Teile macht.(Bewertung: 3,5-4 von 5 Sternen).
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.833)Aktuelle Rezension von: LucieDaniel Sempere ist 10 als sein Vater, ein Buchhändler ihn mit zum "Friedhof der vergessenen Bücher" nimmt, ein besonderer und geheimer Ort, an dem viele Bücher sind, die es nur noch einmal gibt. So auch der Roman von Julian Carrax, den Daniel sich aussucht und womit er eine ungeahnte Kette von Ereignissen auslöst...
Es war nun schon das zweite mal, dass ich dieses Buch gelesen habe (das erste mal war vor 6 Jahren) und ich muss sagen, ich hatte es besser in Erinnerung! Also das buch ist spannend und fesselnd, gar keine Frage, aber eben auch sehr düster und hyperdramatisch. Außerdem finde ich einige Äußerungen ziemlich sexistisch.
Ich kann es trotzdem empfehlen, wenn auch nicht zu 100 Prozent!
- Anna Todd
After passion
(4.902)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Passion ist der erste Band der bekannten After-Reihe und erzählt die Geschichte von Tessa Young und Hardin Scott. Tessa beginnt ihr Studium als eher ruhige, strukturierte Studentin mit klaren Zukunftsplänen – bis sie Hardin begegnet. Er ist das komplette Gegenteil von ihr: rebellisch, verschlossen und emotional schwer greifbar.
Der Roman liest sich insgesamt sehr flüssig . Besonders schön fand ich, wie leicht man in die Geschichte hineinkommt und wie schnell man durch die Seiten fliegt. Die emotionalen Momente zwischen Tessa und Hardin sind oft sehr intensiv geschrieben, sodass man als Leser(in) stark in die Beziehung der beiden hineingezogen wird.
Dabei besteht ein großer Teil der Handlung aus dem ständigen Auf und Ab zwischen den beiden. Streit, Versöhnung, Missverständnisse und erneuter Streit wiederholen sich relativ häufig. Dadurch kann die Beziehung teilweise etwas unnötig dramatisch wirken.
Andererseits macht gerade die Dynamik zwischen den Protagonisten einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus. Außerdem ergibt sich hieraus dann der Grundsetin für die Entwicklung der Charaktere, die ebenfalls prägend für das Buch ist und stark beschrieben wird.
After Passion ist ein interessanter, fesselnder New-Adult-Roman, der vor allem durch seine emotionale Intensität und die starke Anziehung zwischen den Hauptfiguren lebt. Wer Geschichten über komplizierte Beziehungen, große Gefühle und dramatische Wendungen - mit halbwegs viel Hin und Her - mag, kommt hier auf seine Kosten.
Fazit:
Ein sehr schöner Auftakt der Reihe mit viel Emotion und Spannung, der jedoch durch das häufige Hin und Her in der Beziehung etwas anstrengend werden kann… der aber andererseits gerade dadurch geprägt wird und mich damit stark fesseln konnte. Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das Lust darauf macht, die Reihe weiterzulesen. - Anna Todd
After love
(2.706)Aktuelle Rezension von: belli4charlotte„After Love“ ist für mich der bisher schwächste Teil der Reihe. Obwohl Anna Todd ihren gewohnt fesselnden Schreibstil beibehält und es durchaus Kapitel gab, die ich schnell verschlungen habe, wirkt dieser Band insgesamt deutlich langatmiger und mit unnötigem „Puffer-Material“ gefüllt. Die ständigen Wiederholungen – sowohl in den Streitereien als auch in den erotischen Szenen – lassen die Handlung oft auf der Stelle treten.
Die Beziehung zwischen Tessa und Hardin zeigt hier ihre destruktivste Seite. Beide verhalten sich widersprüchlich, egoistisch und emotional unausgeglichen, was zwar zur Dynamik der Reihe gehört, aber in diesem Band besonders ermüdend wirkt. Tessas Entscheidung, nach Seattle zu gehen, fand ich grundsätzlich stark – umso unverständlicher war ihr anschließendes Hin-und-Her, das die dringend nötige Beziehungspause ad absurdum führt. Auch Hardins Verhalten bleibt problematisch: Er erwartet Kompromisse, die er selbst nicht bereit ist einzugehen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Tessas Vater, dessen Auftauchen zwar Potenzial gehabt hätte, aber durch den extremen Zufall und die oberflächliche Behandlung seiner Probleme eher konstruiert wirkt. Ähnlich verhält es sich mit dem großen Twist am Ende: überraschend, ja – aber nicht organisch eingebettet und ohne echten Einfluss auf die bisherige Handlung.
Was mich am meisten gestört hat, ist die zunehmende Überzeichnung der Figuren. Tessa wirkt stellenweise fast überperfekt, während sich gefühlt jeder Charakter um sie dreht. Gleichzeitig bleibt Hardin in seinen Mustern gefangen, ohne dass die Geschichte diese Dynamik wirklich hinterfragt. Das Vierecks-Drama setzt dem Ganzen die Krone auf und wirkt unnötig aufgebläht.
Trotz all dieser Kritikpunkte bleibt die Reihe fesselnd – Todd versteht es, Emotionen zu schüren und Cliffhanger zu setzen. Doch „After Love“ verliert sich zu sehr im Drama und zu wenig in echter Entwicklung. Für Fans der Reihe sicher lesbar, aber im direkten Vergleich zu den Vorgängern deutlich schwächer.
Fazit: solide Fortsetzung mit starken Momenten, aber zu viel Wiederholung und zu wenig Substanz. 3 von 5 Sternen.
- Jojo Moyes
Ein ganz neues Leben
(1.954)Aktuelle Rezension von: Katrin1Ich habe dieses Buch in einer Bücherecke gesehen und kannte nur die Autorin aufgrund des Films "Ein ganzes halbes Jahr" welcher mich tief berührt hat. Als ich feststellte, dass es sich bei Ein ganz neues Leben um die Fortsetzung handelte, konnte ich es kaum erwarten und ich wurde nicht enttäuscht. Ein wunderschönes Buch, eine gelungene Fortsetzung mit allen Gefühlen, die nach so einem Erlebnis dazugehören um zurück in ein ganz neues Leben zu finden.
- Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
(1.390)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der introvertierte Altphilologe Raimund Gregorius dessen Alltag aus Ritualen, Büchern und seiner Tätigkeit als Lehrer besteht. Ein zufälliges Treffen mit einer geheimnisvollen Frau auf dem Weg zur Schule und ein portugiesisches Buch voller existenzieller Gedanken, die er zufällig in einer Buchhandlung entdeckt, reißen ihn aus dieser Ordnung heraus und er begibt sich auf die Spuren des Autors ebendieses Buches, was ihn nach Lissabon führt. Die Handlung liest sich wie eine Reise durch Lissabon mit seinen Stationen, die einzeln für sich eine weitere neue Facette sowohl des Autos Prado als auch Gregorius‘ freilegen. Hierbei wechseln sich Passagen mit Schilderungen Nahestehender Prados über ebendiesen, Passagen seines Buches und innerer Empfindungen und Gedanken Gregorius‘ ab. Die stille und langsame Handlung lebt vor allem von der Atmosphäre, den inneren Bewegungen und den Begegnungen.
Bei den Protagonisten stehen sowohl Gregorius als auch Prado klar im Mittelpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung, die die beiden im Verlauf des Buches vollziehen. Aber auch relevante Nebenprotagonisten erleben eine nachvollziehbare und schöne Entwicklung, die der Geschichte eine zusätzliche Facette und Tiefe verleiht. Wer stille und tiefgründige Romane mit philosophischem Tiefgang und existenziellen Fragestellungen mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist philosophisch, klar und teils anspruchsvoll, was gut zur Handlung passt.
Minuspunkte: Das bereits erwähnte langsame Handlungstempo war an einigen Stellen sehr zäh und der philosophische Einschlag war mancherorts ein wenig zu anspruchsvoll.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Anna Todd
After forever
(2.395)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteAfter Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna Todd bleibt ihrem bekannten Muster treu: intensive Gefühle, dramatische Wendungen und ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Doch gerade im vierten Band wirkt dieses Drama stellenweise überreizt und vorhersehbar, als würde die Geschichte bewusst in die Länge gezogen, um die Spannung künstlich hochzuhalten.
Stärken zeigt Todd weiterhin in der Darstellung innerer Konflikte. Besonders Hardins Rückfall in alte Muster und seine düstere Selbstzerstörung sind eindringlich beschrieben. Auch Tessas Entwicklung – geprägt von Verlust, Ernüchterung und wachsender Selbstbestimmung – verleiht dem Roman emotionale Tiefe. Die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und lassen beide Figuren greifbarer wirken. Gleichzeitig drehen sich manche Konflikte im Kreis, und nicht jede Wendung fühlt sich wirklich verdient an.
Der Epilog fällt dagegen überraschend knapp aus. Nach so vielen Seiten voller Dramatik wirkt der schnelle Zeitsprung fast wie ein Bruch – als hätte man hier eine Chance verpasst, den Figuren einen runden, organischen Abschluss zu geben.
Trotz dieser Schwächen bleibt After Forever ein Muss für Fans der Reihe. Es beantwortet offene Fragen, bietet emotionale Momente und lässt einen mit einem bittersüßen Lächeln zurück. Die Reihe insgesamt bleibt ein fesselndes Erlebnis voller Liebe, Schmerz und Selbstfindung – auch wenn Band vier nicht ganz die Kraft der Vorgänger erreicht.
Fazit: Ein intensiver, aber nicht immer überzeugender Abschluss, der dank starker Charakterentwicklung und emotionaler Momente solide 3,5 Sterne verdient.
- Erin Morgenstern
Der Nachtzirkus
(1.081)Aktuelle Rezension von: Roxy31📖 Kurzrezension
Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern ist kein klassischer Roman, sondern eher eine Reise durch eine magische, fast träumerische Welt. Der geheimnisvolle Zirkus, der nur nachts erscheint, bildet die Bühne für einen stillen Wettstreit zwischen Celia und Marco, der sich nach und nach in etwas viel Emotionaleres verwandelt.
Der Schreibstil ist unglaublich bildhaft und poetisch, sodass man das Gefühl hat, mitten durch den Zirkus zu gehen. Die Geschichte lebt weniger von Tempo und Spannung, sondern von Atmosphäre, Details und Emotionen.
Für mich war es ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt. Man muss sich darauf einlassen und bereit sein, das Tempo zu entschleunigen.
⭐ Fazit und Bewertung
5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐
Ein magischer, ruhiger und sehr besonderer Roman, der vor allem durch seine Atmosphäre und seinen Schreibstil überzeugt. Perfekt für alle, die sich gern in eine andere Welt entführen lassen und Geschichten fühlen möchten statt sie nur zu lesen.
- Neil Gaiman
American Gods
(387)Aktuelle Rezension von: Silja_C_Hoppe🖋️ In "American Gods" folgen wir Shadow, der verfrüht aus dem Gefängnis entlassen wurde, weil seine Frau bei einem Autounfall starb. Direkt auf dem Heimweg bekommt er ein Jobangebot, das in seiner Merkwürdigkeit nur von dem Mann übertroffen wird, der es ihm anbietet. Daraus entwickelt sich eine abgefahrene Abenteuergeschichte, die es in sich hat.
💬 Ich habe tatsächlich die Serie vor dem Buch geguckt. Aber nur eine Staffel, danach habe ich das Projekt aus den Augen verloren. Durch einen Tiktokfilter wurde es mir wieder vorgeschlagen. Ich habe direkt den Directors Cut gelesen, also Neil Gaimans ungekürzte Fassung.
♥️ Vor allem mochte ich American Gods für die ulkigen Szenen zwischen den Kapiteln. Die haben mich teilweise sogar zu Tränen gerührt. Mir kommt es so vor, als hätte Neil Gaiman wirklich eingängig recherchiert. Ich liebe den Schreibstil und die vielen Charaktere und die ganzen ulkigen Ideen, die darin stecken.
🙇♂️ Ach, die Auflösung war mir irgendwie zu platt. Ich hätte mir mehr erhofft, wenn ich auch glaube, dass darin nicht die wahre Stärke von "American Gods" liegt. Und ich glaube, dass die Kürzungen vielleicht doch ganz sinnvoll wahren. Hier und da war es mir etwas zu lang. Wer kennt das nicht. :D
⭐ 5 Sterne für mich, da meine Kritikpunkte keinen ganzen Punkt Abzug rechtfertigen. - T. C. Boyle
Die Terranauten
(350)Aktuelle Rezension von: wortknaeuelEine kleine Gruppe junger Wissenschaftler wetteifert Mitte der 90er Jahre um einen von acht begehrten Plätzen in einem ökologischen Experiment. Für zwei Jahre sollen sie unter einer riesigen Glaskuppel leben und sich völlig autark in den verschiedenen künstlich geschaffenen Biotopen – vom kleinen Regenwald bis zum Mini-Ozean – selbst versorgen. Nichts geht rein, nichts darf raus! Die Geschichte beginnt mit der Bekanntgabe der Auserwählten, vier Männer und vier Frauen, die sich jeweils auf einem Spezialgebiet gegen ihre Mitbewerber durchgesetzt haben und nun in die "Ecosphere 2" einziehen dürfen. Zurück bleiben die Verlierer mit der Hoffnung, in zwei Jahren zum Nachfolger-Team aufrücken zu können. Draußen bleiben natürlich auch Freunde, Liebhaber und die Planer, Manager und Sponsoren des Experiments. In den zwei Jahren erleben wir aus Sicht von Dawn und Ramsay innerhalb, sowie Linda außerhalb der Kuppel, wie sich aus dem ökologischen Experiment ein Beziehungskuddelmuddel entwickelt.
T.C. Boyle kann gut erzählen, da ist dieser Roman keine Ausnahme. Er beruht übrigens auf einer wahren Begebenheit, denn so ein Experiment hat es ungefähr zu jender Zeit tatsächlich gegeben. Allerdings habe ich mich von Klappentext und Buchcover täuschen lassen. Zu dem Zeitpunkt, als ich mir das Ebook kaufte, hatte ich noch nie etwas von Boyle gelesen und einen spannenden dystopischen (oder utopischen) SciFi-Romans erwartet. Stattdessen dreht sich alles um Neid, Eitelkeit und Eifersüchteleien zwischen den Wissenschaftlern, um Wer-mit-wem sowie am Rande auch um den Einfluss von Geld und Medien. Wenn man Boyle kennt, hätte man sich denken können, dass es vorwiegend um die sozialen, zwischenmenschlichen Aspekte in diesem Szenario gehen wird.
Die Handlung ist zwar durchaus unterhaltsam und auf satirische Weise komisch, aber insgesamt wenig spannend. Auch die Charaktere empfand ich als flach und uninteressant. Eher ein schwacher Boyle.
- Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes - Sämtliche Werke in drei Bänden
(35)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
London, Ende des 18. Jahrhunderts: Es gibt nur einen, der noch helfen kann, wenn man in Schwierigkeiten steckt und dringend einen Ermittler braucht, aber die Polizei nicht ins Vertrauen ziehen kann oder will: Der brillante Detektiv Sherlock Holmes. Gemeinsam mit seinem Freund Dr. John Watson nimmt er sich vermeintlich hoffnungsloser Fällen an und begibt sich in London und Umgebung auf Verbrecherjagd und auf die Spur rätselhafter Vorkommnisse aller Art. Selbst die Polizei bittet Sherlock Holmes zuweilen um Rat, wenn sie bei besonders kniffligen Kriminalfällen an ihre Grenzen stößt...
„Sicher würde niemand meinen Beruf ergreifen, den die Gefahr nicht reizt.“ (Die Erzählungen II, S. 732/733)
„Ich bin zwar nicht das Gesetz, aber ich repräsentiere die Gerechtigkeit, soweit meine schwachen Kräfte ausreichen.“ (Die Erzählungen II, S. 733)
Meine Meinung:
Ich bin mit hohen Erwartungen an die Romane und Kurzgeschichten über Sherlock Holmes und Dr. John Watson herangegangen, weil ich die beiden Charaktere zuvor bereits durch diverse Film- und Serienadaptionen liebgewonnen hatte, die ich allesamt toll gefunden hatte (u.a. 1940er-Jahre-Filme mit Basil Rathbone, die 2000er-Jahre-Filme mit Robert Downey Jr. und die moderne Serienadaption aus den 2010er-Jahren mit Benedict Cumberbatch). Entsprechend gespannt war ich nun endlich die Originalgeschichten kennenlernen mit denen vor über 100 Jahren (!) alles seinen Anfang genommen hat.
Sowohl die Romane als auch die Kurzgeschichten haben mich begeistert und ich fand sie sehr mitreißend. Es wird eine richtig gelungene Mischung aus spannenden, lustigen, gefährlichen, traurigen, dramatischen und nachdenklich stimmenden Momenten geboten. Manche Fälle sind sehr bewegend und traurig, weil man erfährt welche persönlichen Tragödien und individuellen Leidensgeschichten dahinterstecken. Zudem überraschen viele Geschichten mit Auflösungen bzw. Wendungen, die man (ebenso wie Watson und die Polizei) nicht hatte kommen sehen. Es kam für mich zudem unerwartet, dass es auch mal vorgekommen ist, dass Sherlock Holmes zu spät kam um eine Person zu retten und er ihren Tod zu seinem großen Bedauern nicht mehr verhindern konnte. Außerdem gibt es auch Fälle in denen Sherlock Holmes den Täter absichtlich davonkommen lässt, weil er Verständnis für dessen Tat und sein Motiv aufbringen kann.
Eine große Stärke der Sherlock-Holmes-Erzählungen ist das lebendige Bild, das vom London des 18. Jahrhunderts und dem damaligen Leben entworfen wird. Zudem werden die Schauplätze sehr atmosphärisch beschrieben. Manche Fälle führen Sherlock Holmes zu abgelegenen herrschaftlichen Anwesen mit Geheimgängen/-zimmern während er bei anderen Gelegenheiten die Armenviertel von London aufsuchen muss und es kommt auch mal vor, dass Watson seinen Freund Holmes in einer Opiumhöhle suchen muss. Die Bandbreite an Verbrechen, sonstigen Vergehen und Rätseln die Holmes und Watson versuchen aufzuklären ist groß und das sorgt für Abwechslung (u.a. Mord, Spionage, Körperverletzung, Betrug und Diebstahl). Neben diesen „klassischen“ Fällen bekommen die beiden es z.B. auch mit Heiratsschwindel zu tun und in einen besonders außergewöhnlichen Fall stellt sich heraus, dass das „Mordopfer“ in Wahrheit Selbstmord begangen hatte und es diesen aus Rache wie Mord hat aussehen lassen, damit eine bestimmte Person als Mörder im Gefängnis landet. In einem weiteren ungewöhnlichen Fall bekommen es Holmes und Watson mit einem vermeintlichen Vampir zu tun. Die Täter denen die beiden auf die Schliche kommen entstammen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und ihre Motive sind äußerst verschieden. Mit manchen Tätern sympathisiert man ein Stück weit und kann deren Motiv nachvollziehen während man es bei anderen abstoßend und erschrecken findet welche niedrigen Beweggründe sie hatten bzw. dass sie aus reine Boshaftigkeit heraus gehandelt haben.
Sherlock Holmes ist ein ungemein interessanter und vielschichtiger Protagonist mit Ecken und Kanten. Manchmal missfällt seinen Mitmenschen seine etwas exzentrische und direkte Art. Er ist alles andere als leicht zu durchschauen und nach außen hin wirkt er meist ziemlich unnahbar und abweisend. Umso schöner und interessanter sind daher die Momente, die einem hinter diese Fassade blicken lassen und die sein gutes Herz offenbaren. Diesbezüglich ist eine meiner liebsten Szenen der Moment in dem Sherlock Holmes bei einem ihrer Abenteuer zu seinem großen Erschrecken feststellt, dass Watson verletzt worden ist (siehe Erzählung „Die drei Garridebs“):
„Sie sind doch nicht verletzt, Watson? Um Himmels willen, sagen Sie, dass Sie nicht verletzt sind!“ Es war eine Wunde wert – es war viele Wunden wert – die Tiefe der Loyalität und Liebe hinter jener kalten Maske kennenzulernen. Die klaren, harten Augen waren einen Moment lang getrübt, und die festen Lippe zitterten. Dieses einzige Mal erhaschte ich einen Blick auf ein großes Herz, ebenso groß wie der Verstand. (Die Erzählungen II, S. 680)
Auch in der Erzählung „Die Mieterin hinter dem Schleier“ zeigt Holmes eine sensible Seite und es ist rührend wie er über seinen Schatten springt und sich bemüht eine Frau zu trösten, der das Schicksal wirklich übel mitgespielt hat:
Dann streckte Holmes einen seiner langen Arme aus und tätschelte ihr in einer mitfühlenden Geste die Hand, wie ich es nur höchst selten bei ihm erlebt hatte. „Armes Mädchen!“, sagte er. „Sie armes Mädchen! Manchmal sind die Wendungen, die das Schicksal nimmt, schwer zu begreifen. Wenn es keinen Ausgleich für solche Qualen im Jenseits gibt, dann ist die Welt ein grausiger Scherz.“ (Die Erzählungen II, S. 821)
Holmes Verhältnis zu Frauen ist etwas kompliziert. Er ist ein überzeugter Junggeselle und ist Frauen gegenüber ziemlich misstrauisch und voreingenommen. Ursprünglich meinte er einmal, dass ihm keine Frau intellektuell überlegen ist, aber bei den Ermittlungen zu einem seiner Fälle (siehe Erzählung „Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O.“) macht er dann die Bekanntschaft von Irene Adler. Ihr gelingt es Holmes auszutricksen und ihn zu „besiegen“. Watson berichtet dem Leser, dass er Holmes nach diesem Vorfall nie wieder hat sagen hören, dass es keine Frau gibt, die es mit ihm aufnehmen kann.
An Sherlock Holmes sind seine außergewöhnliche Beobachtungs-, Auffassungs- und Kombinationsgabe besonders bemerkenswert, aber das ist längst nicht alles. Was das Thema Spurensicherung und kriminaltechnische Untersuchungsmethoden anbelangt ist er seiner Zeit voraus. Er verfügt zudem über umfangreiche chemische Kenntnisse und kennt sich z.B. sehr gut mit exotischen Giften aus. Außerdem spricht er mehrere Sprachen (neben seiner Muttersprache Englisch versteht er auch Deutsch, Französisch, Italienisch und Latein). Entscheidend für seinen Ermittlungserfolg ist darüber hinaus seine hervorragende Menschenkenntnis und die Tatsache, dass er ein wahrer Verkleidungskünstler ist: Er versteht es meisterhaft nicht nur sein äußeres Erscheinungsbild komplett zu verändern, sondern auch seine Stimme, Mimik und Gestik zu verändern und er ist in der Lage die Umgangssprache einfacher Leute zu sprechen und mit Akzente zu sprechen. Auf diese Weise ist er in der Lage das Vertrauen unterschiedlichster Menschen zu gewinnen. Er verfügt auch über ein gutes Netzwerk aus Kontaktleuten und Informanten. Dazu zählt u.a. eine Bande von Straßenkindern, die er manchmal mit kleineren Aufgaben beauftragt. In gefährlichen Situationen und bei körperlichen Auseinandersetzung wird zudem deutlich, dass Holmes über gute Reflexe verfügt, ein guter Boxer ist und er generell sportlich ist.
Zum Leidwesen von der Polizei und dem armen Watson weiht Holmes sie in der Regel erst ganz am Schluss in seine Gedankengänge und Schlussfolgerungen ein. Davor macht er ihnen gegenüber wenn überhaupt nur kryptische Andeutungen, die sie mit Fragezeichen zurücklassen und hält sich nicht mit Erklärungen auf. So gibt es z.B. eine Szene in der Holmes Watson fragt, ob er abends Zeit hätte und Watson das ablehnt. Holmes sagt ihm dann daraufhin schlicht er solle trotzdem abends bei ihm vorbeikommen und dann verschwindet er ohne Erklärung und lässt den armen Watson einfach stehen. Ein weites unterhaltsames Beispiel dafür ist die folgende Szene aus der Erzählung „Der illustre Klient“:
„Ich stehe Ihnen zur Verfügung, Holmes.“ - „Gut, dann verbringen Sie die nächsten vierundzwanzig Stunden mit dem intensiven Studium chinesischer Keramik.“ Er gab keine Erklärungen und ich fragte auch nicht danach. Aus langjähriger Erfahrung hatte ich gelernt, dass es weise war, ihm zu gehorchen. (Die Erzählungen II, S. 705)
Eins der ersten Dinge, die mich besonders für Sherlock Holmes eingenommen haben ist die Tatsache, dass es ihm bei seiner Ermittlungsarbeit nicht um Ruhm oder Geld geht. Er lässt sich nicht davon beeindrucken, wenn ein potentieller Auftraggeber einflussreich und mächtig ist. Vielmehr sind es besonders raffinierte Verbrechen, rätselhafte Vorkommnisse und scheinbar aussichtslose Fälle denen er seine Aufmerksamkeit schenkt, denn er liebt die Herausforderung. Er nimmt sich Fällen an, die in besonderem Maße seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bedürfen. So kommt es, dass er nicht selten vermeintlich kleinen Fällen den Vorzug gibt, auch wenn ihm diese nur ein geringes bzw. gar kein Honorar einbringen. Dadurch dass Holmes kein Polizist ist, ist er auch nicht an Dienstvorschriften gebunden und kann zu recht unkonventionellen Ermittlungsmethoden greifen. Der Gute nimmt es mit den geltenden Gesetzen zuweilen nicht ganz so genau und bewegt sich auch gerne mal in gesetzlichen Graubereichen bzw. übertritt Gesetze einfach indem er z.B. heimlich eine illegale Hausdurchsuchung (oder sollte man Einbruch sagen?) durchführt um sich ein paar zusätzliche Beweise zu verschaffen. Das sorgt für spannende Momente und es ist dadurch weniger vorhersehbar was Holmes als nächstes vorhat. Interessant ist auch, dass es tatsächlich eine Handvoll Fälle gibt in denen Holmes den Täter davonkommen lässt, weil er dessen Verbrechen von einem moralischen Standpunkt aus gesehen nachvollziehen kann.
Bei all den Lobreden auf Sherlock Holmes darf man keinesfalls seinen treuen Freund und Ermittlungskollegen Watson vergessen, den man sehr schnell ins Herz schließt. Watson hat es wahrlich nicht immer ganz leicht mit seinem Freund Holmes, der ihn nicht oftmals ohne Erklärung mit irgendeinem ominösen Vorhaben überrumpelt, das die beiden dann nicht selten in Schwierigkeiten bringt. Watson ist ein richtig liebenswerter, netter, besonnener, geduldiger und loyaler Mann. Auf ihn kann sich Holmes immer verlassen und das ist besonders insofern wichtig als dass Holmes zuweilen auch etwas einsam wirkt und ziemlich niedergeschlagen ist. Insbesondere wenn Holmes gerade keinen spannenden Fall hat, der ihn auf andere Gedanken bringt, ist er manchmal sehr melancholisch, zieht sich zurück, sucht Trost im Opiumkonsum und scheint dem Leben nicht viel Schönes abgewinnen zu können. Gerade in solchen Momenten braucht es einen Freund wie Watson und bei der Aufklärung seiner Fälle wäre Holmes ohne ihn durchaus das eine oder andere Mal ziemlich aufgeschmissen gewesen.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es auch unter den relativ unbekannten Romanen bzw. Erzählungen richtig tolle gibt, die es verdient haben weitaus bekannter zu sein und bei denen es sich lohnt sie zu lesen. So hat mich beispielsweise der Roman „Das Tal des Grauens“ sehr begeistert, der für mich dem weitaus bekannteren Roman „Der Hund der Baskervilles“ in nichts nachsteht und mir sogar fast noch ein bisschen besser gefallen hat. Ich finde auch nicht, dass die späteren Erzählungen schwächer geraten sind als die früheren Erzählungen. So hat es mir z.B. sehr gefallen, dass zwei der zuletzt erschienenen Kurzgeschichten aus der Sicht von Holmes erzählt werden und nicht wie sonst aus der Sicht von Watson.
Fazit:
Ich kann es absolut verstehen, dass die Romane und Erzählungen über Sherlock Holmes und Dr. John Watson auch über 100 Jahre nach ihrem erstmaligen Erscheinen noch immer so beliebt sind. Ich habe sie sehr gemocht und fand sie richtig spannend, atmosphärisch und mitreißend. Natürlich haben mir manche noch besser gefallen als andere, aber gern gelesen habe ich sie allesamt.
Zudem kann ich Sherlock-Holmes-Fans auch das Buch „Das Geheimnis des weißen Bandes: Ein Sherlock-Holmes-Roman“ (von Anthony Horowitz) sehr empfehlen. Auch wenn es nicht von Arthur Conan Doyle geschrieben wurde macht es ihm alle Ehre und das Buch fühlt sich beim Lesen wie ein „echter“ Sherlock-Holmes-Roman an.
Zum Schluss noch ein unterhaltsames Zitat von Sherlock Holmes über Frauen:
„Das Herz und der Verstand einer Frau sind für einen Mann unlösbare Rätsel.“ (Die Erzählungen II, S. 691)
- Annie Darling
Der kleine Laden in Bloomsbury
(271)Aktuelle Rezension von: MirarimKLAPPENTEXT
Posy Morland hatte es immer schwer im Leben. Als sie einen kleinen, heruntergekommenen Buchladen in Bloomsbury erbt, scheint sich ihr Glück endlich zu wenden. Sie plant, den Laden neu zu eröffnen und dort nur Liebesromane mit Happy Ends zu verkaufen. Denn traurige Geschichten gibt es im wahren Leben ja genug. Doch Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, hat andere Pläne für den Laden und legt Posy Steine in den Weg, wo er nur kann. Dummerweise ist Sebastian auch schrecklich attraktiv – und der unverschämteste Kerl in ganz London. Findet zumindest Posy. Und rächt sich auf ihre Weise: Sie schreibt selbst einen Roman namens »Der Wüstling, der mein Herz stahl« – mit Sebastian als Held zum Verlieben ...
»Der kleine Laden in Bloomsbury« ist der Beginn einer Reihe um die wunderbare kleine Buchhandlung und zuvor unter dem Titel »Der kleine Laden der einsamen Herzen« erschienen.
MEINUNG
Ein Buch, das ich vor wahrscheinlich zehn Jahren schonmal gelesen habe und total begeistert war. Leider habe ich nun nicht mehr so ganz verstanden, warum mir das Buch damals so gut gefallen hat. 😅🙈 Es ist nun unter anderem Titel bekannt und nochmal erschienen, als ich es in Händen gehalten habe. Der Inhalt ist denke ich aber der gleiche.😉
Posy ist eine junge Frau, die sehr mit ihrer Vergangenheit, aber auch mit sich selbst hadert. Sebastian kennt sie schon immer und somit haben sie auch schon eine lange Verbundenheit.
Die Idee des Buchs mag ich nach wie vor: Dass sie sich schon lange kennen, Enemies to Lovers, etc. Ich mochte auch das Setting mit der Umgestaltung der Buchhandlung. Ich mochte Posys Bruder und ihre wahnsinnig netten Kolleginnen.
Nicht besonders gefallen hat mir aber leider die Liebesgeschichte. Erstens hat es fast bis zum Schluss gedauert, dass überhaupt was passiert ist und zweitens war Sebastian ein dermaßener Unsympath, dass ich nicht gerade mit klopfendem Herzen an den Seiten hing.
Insgesamt für mich ein Buch, das ich wohl besser gut in Erinnerung behalten hätte, als aufgefrischt enttäuscht zu sein. Aber es zeigt ja sehr deutlich, dass Geschmäcker verschieden sind und sich wandeln können. 😊
- Rainbow Rowell
Eleanor & Park
(178)Aktuelle Rezension von: OrishaDie erste Liebe ist eine, die man im Bestfall nie vergißt. Eleanor ist neu in Parks Schule und eckt an. Denn sie ist anders, sie fällt auf und so fällt sie auch Park auf. Sie sei zu bemüht, sie lege es drauf an - das sind Gedanken die Park zunächst hat. Und doch zieht ihn irgendetwas zu diesem Mädchen, als er ihr einen Platz im Schulbus anbietet. Fortan sitzen sie nebeneinander. Eleanor und Park, Park und Eleanor. Was als schweigen beginnt, entwickelt sich zunehmend und irgendwann ist da mehr.
Rainbow Rowells Jugendbuch ist leicht, so leicht wie eine junge Liebe eben sein kann. Und das, obwohl die Autorin gerade Eleanor einen schwierigen familiären Hintergrund gibt. Dabei rückt dieser nie komplett ins Zentrum, wird aber gleichzeitig auch nicht negiert und abgetan. Ihr Background ist halt immer irgendwie da. Park hat hingegen mit seinen Wurzeln zu kämpfen, mit den Erwartungshaltungen seiner Eltern, aber eben auch von Klassenkamerad*Innen. Beide zieht es zueinander, beide kämpfen mit sich selbst. Beide sind eben Jugendliche, anders und doch irgendwie vereint. Beide erhalten eine Stimme in Rowells Roman.
Kurzum: Ein unterhaltsamen, kurzweiliges Jugendbuch. Leicht, ohne kitschig zu sein. Kann man lesen.
- Ali Hazelwood
Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
(316)Aktuelle Rezension von: RicardasWeltAli Hazelwood hat mal wieder bewiesen, dass sie Spice schreiben kann. Und zwar so gut, dass Scarlett teilweise gefühlt schneller einen Orgasmus bekommt, als andere Menschen ihre Schuhe binden. Ernsthaft, manchmal reichen gefühlt 15 Sekunden oder ein intensiver Blick von Lukas und schon ist die Dame komplett aus dem Konzept gebracht.
😅
Die eigentliche Geschichte dreht sich um Scarlett, eine Wasserspringerin mit einem Selbstwertgefühl, das regelmäßig Urlaub macht. Das ganze Buch begleitet sie dabei, wie sie wieder zu sich selbst findet, Selbstzweifel überwindet und lernt, an sich zu glauben. Das ist tatsächlich einer der stärksten Aspekte des Romans.
Dazwischen gibt es jede Menge Wasserspringen. Und wenn ich jede Menge sage, meine ich wirklich jede Menge. Falls ihr schon immer wissen wolltet, welche Drehung, welcher Absprung und welcher Eintritt ins Wasser bei einem Sprung relevant sind, seid ihr hier bestens aufgehoben. Manchmal hatte ich das Gefühl, versehentlich ein Handbuch für olympische Wasserspringer erwischt zu haben.
Dann wäre da noch Lukas. Der angebliche Kink-Held des Buches. Beworben wird das Ganze, als würde hier etwas besonders Verruchtes auf die Leser warten. Die Realität? Lukas sagt Scarlett gelegentlich, was sie tun soll. Ende der Liste.
Zusätzliche Spannung soll durch diverse Geheimnisse entstehen. Zum Beispiel die große Enthüllung: Lukas und Pen haben sich getrennt. Aber pssst! Das darf niemand erfahren! Wirklich niemand! Die beiden verhalten sich teilweise, als hätten sie Staatsgeheimnisse aus dem Pentagon geklaut. Dieses permanente Versteckspiel wirkte auf mich irgendwann eher wie eine Mischung aus Teenie-Drama und Geheimagenten-Parodie.
Auch wirkt über weite Strecken verdächtig. Ständig hat man das Gefühl, sie würde irgendetwas planen oder verheimlichen, als würde gleich die große Katastrophe hereinbrechen. Ich saß die ganze Zeit da und dachte: “Jetzt kommt der Knall. Jetzt. JETZT!” Und dann … nichts. Die Spannung wird aufgebaut wie ein riesiges Feuerwerk, am Ende gibt es eine Wunderkerze.
Trotzdem muss ich zugeben: Das Buch lässt sich gut lesen. Die Chemie zwischen Scarlett und Lukas funktioniert, der Spice liefert zuverlässig Bauchkribbeln und Scarletts persönliche Entwicklung macht Spaß zu verfolgen.
Mein Fazit: Eine Slow Romance mit viel Spice, sehr viel Wasserspringen, erstaunlich schnellen Orgasmen und Geheimnissen, die behandelt werden, als stünde die nationale Sicherheit auf dem Spiel. Unterhaltsam, aber kein neues Ali-Hazelwood-Highlight.
- Jenny Colgan
Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg
(220)Aktuelle Rezension von: UlenfluchtJenny Colgan greift ganz tief in die Trendkiste: Sommer und irgendetwas mit einem kleinen Laden, dazu eine Prise Strand und ein niedliches Tier. All das im Titel oder auf dem Cover. Oh Wunder, dass es dabei auch noch um eine Frau mit dem niedlichen Namen Polly geht, die in ihrer Bäckerei zauberhaftes Gebäck zusammenmischt wie die Autorin einen Unterhaltungsroman. Und was soll man sagen? Nicht nur Pollys Gebäck wird zauberhaft, auch der Roman ist es.
Dabei ist der Start doch etwas holprig, was einerseits dem übertriebenen Anthropomorphismus in Bezug auf den Papageientaucher Neil, andererseits der Tatsache, dass etwas zu viele Probleme auf einmal aufgeworfen werden. Das alles aufzulösen braucht dann die Länge des ganzes Buches, obwohl es der Spannung gut getan hätte, nicht alles im dramatischen Finale zu verarbeiten.
Die Figuren sind witzig und liebevoll gezeichnet, die Kulisse malerisch und überhaupt ist das ganze Buch wie eine große Hängematte, in die man sich hineinlegen und durch den Sommer träumen kann. Eine gelungene Fortsetzung des ersten Buches, wenn auch ein kleines bisschen weniger magisch.
- Nora Roberts
Sternenfunken
(88)Aktuelle Rezension von: liebesleserIch bin durch Zufall auf diesen Roman gestoßen und wusste zunächst nicht, dass er der zweite Teil einer Trilogie ist. Für das Verständnis war das kein Problem, da die Vorgeschichte immer wieder mit zahlreichen Erklärungen aufgegriffen wird – mehr als nötig gewesen wären, um der Handlung folgen zu können: wenn sie schon einen Nichtleser des ersten Teils irgendwann zu stören beginnen, muss jemand, der den ersten Teil kennt, doch ziemlich genervt davon sein. Zumal nicht nur Geschehnisse des ersten Teils oft wiedergekaut werden – auch innerhalb dieses Buches gibt es viele Wiederholungen. Gefühle und Eigenschaften der Hauptpersonen werden wieder und wieder geschildert, banale Tätigkeiten wie Kochen, Essen, Trinken, Abwaschen, Trainieren machen mindestens ein Drittel des Buches aus, viele (die meisten?) Dialoge sind belanglose Plaudereien oder gegenseitige Lobhudeleien und ab und zu ein schwülstiges Liebesbekenntnis.
Obwohl hier sechs Superhelden die Welt gegen das ultimative Böse retten müssen, kommt wenig Spannung auf. Die direkten Kämpfe machen einen verschwindend geringen Teil der Erzählung aus, dazwischen wird wieder gechillt und geliebt. Die Liebesgeschichte zwischen Annika und Sawyer hat ihre süßen, romantischen Momente, und hier scheinen am ehesten noch die Stärken der Autorin durch: die Verträumtheit und liebevolle Schwärmerei Annikas, der bärbeißige Sawyer mit dem weichen Herzen… In einem anderen Setting hätte eine schöne Story daraus werden können - junges Paar im Liebesurlaub erlebt ein emotionales Abenteuer – aber hier wirkte alles etwas fehl am Platze.Fazit: junge, starke, schöne Übermenschen, die sich in einem schicken Feriendomizil auf ihren Einsatz vorbereiten, der dann kurz und heftig ausfällt, oder kurz gesagt: Quasi-Avengers im Wellnessurlaub mit kleinen, ekligen Unterbrechungen – Fortsetzung folgt, aber ohne mich.
- Christine Féret-Fleury
Das Mädchen, das in der Metro las
(273)Aktuelle Rezension von: herr_hyggeSobald Juliette auf dem Weg zu ihrem langweiligen Makler-Job in die Metro steigt flüchtet sie sich in die bunte Welt der Bücher, oder beobachtet die Menschen um Sie herum. Da ist die Dame mit dem Kochbuch oder der Mann mit dem grünen Hut, der immer in eine Insektenfibel vertieft ist.
Eines Tages, als sie beschließt zwei Stationen vor ihrem eigentlichen Ziel auszusteigen, begegnet Sie Soliman und seiner Tochter Zaïde, die zwischen unzähligen Bücherstapeln in einem Lagerhaus wohnen. Soliman ist fest davon überzeugt, dass jedes Buch die Kraft hat ein Leben für immer zu verändern, wenn es nur an die richtige Person vermittelt wird. Dafür beauftrag er spezielle Kuriere, welche die kostbaren Güter unter die Leute bringen, die es tätig haben. Juliette wird zu einer solchen Botin und erlebt am eigenen Leib wie Bücher ein Leben verändern können.
Eine nette kleine Geschichte die Christine Furet-Fleury in ihrem Roman „Das Mädchen, das in der Metro las“ niedergeschrieben hat. Allerdings wird dieses Buch mein Leben nicht verändern, denn mehr als die Eigenschaft „nett“ kann ich der Handlung nicht zugestehen.
Eigentlich mag ich Geschichten, die leise vor sich hin plätschern sehr gerne, aber diese war mir dann doch etwas zu leisen. Ich kam nicht richtig rein und es fiel mir schwer zu verstehen was die Figuren in ihrem Handeln antreibt. Alles wirkte etwas farblos und wie eine ausführliche Lektüren-Liste um die eine Geschichte gewoben wurde. Es gab wirklich gut geschriebene Szenen, allerdings befürchte ich, dass diese nicht ausreichen werden, damit mir dieses Buch in Erinnerung bleibt. - Walter Tevis
Das Damengambit
(191)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinBeth Harmon wächst nach dem Tod ihrer Eltern in den 1950er-Jahren in einem Waisenhaus in Kentucky auf. Sie ist ein intelligentes, in sich gekehrtes Mädchen, das sich zu sehr an die Beruhigungspillen gewöhnt, die ihr mit acht Jahren verabreicht werden. Bevor sie mit zwölf Jahren von einem kinderlosen Paar adoptiert wird, wird sie durch den Hausmeister im Keller auf Schach aufmerksam und entwickelt eine Faszination für das Spiel, das sie sich in schlaflosen Nächten aneignet.
Mit der Unterstützung ihrer Adoptivmutter gewinnt sie in Amerika Schachturniere, wird finanziell unabhängig und ist bald auch international erfolgreich. Als Mädchen in einem männerdominierten Sport ist Beth trotz einiger Förderer einsam und droht sich in einem gefährlichen Mix aus Pillen und Alkohol zu verlieren und damit auch ihr Talent und ihre aussichtsreiche Karriere aufs Spiel zu setzen.
Nachdem ich die gleichnamige Netflix-Serie mit Begeisterung angesehen habe, bin ich neugierig auf die Romanvorlage geworden, die bereits 1983 in den USA erschienen ist und erst sehr viel später ins Deutsche übersetzt wurde. Die Serie bleibt sehr nah am Buch und auch wenn ich die Entwicklung von Beth schon kannte, fesselt der Roman mit einem noch tieferen Verständnis für die Gemütslage der Hauptfigur.
Der Roman handelt von Schach, was ich selbst noch nie gespielt habe, aber es ist auch nicht nötig, die exakten Regeln zu kennen und Spielzüge nachvollziehen zu können. Die Schilderungen der Spiele, der Turniere und der Vorbereitungen darauf nehmen viel Raum ein. Daneben geht es jedoch um ganz universelle, zeitlose Themen wie Einsamkeit, Suchtverhalten, Rassismus und patriarchale Strukturen.
Beth entwickelt sich von einem Wunderkind zum gefeierten Star der Schachszene. Sie ist intelligent und ehrgeizig, fleißig und zielgerichtet und kann sich deshalb schon in jungen Jahren gegen Großmeister durchsetzen. Lebendig und eindrücklich ist geschildert, wie viel Arbeit und Durchhaltevermögen es erfordert, in so einer Disziplin bestehen zu können.
Beth muss nicht nur lernen mit Niederlagen, sondern auch mit Verlusten umzugehen. Von früher Kindheit an geprägt, greift Beth routiniert zu Beruhigungspillen, um sich zu entspannen und greift wenig später unkontrolliert zum Alkohol. Der Drogenmix lässt sie die Einsamkeit vergessen.
Mit ihrem Hang zur Selbstzerstörung droht Beth ihren Erfolg zu sabotieren, hat jedoch in den schwersten Stunden Menschen an ihrer Seite, die sie wieder auffangen.
"Das Damengambit" ist mehr als nur ein Buch über Schachspielen. Es ist ein vielschichtiger Roman über ein großes Talent, das mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat und sich mit Alkohol und Medikamenten betäubt und antreibt. Angesiedelt in den 1950er- und 1960er-Jahren kommt neben dem Ost-West-Konflikt und Kaltem Krieg auch das Leben und der Wunsch nach Selbstbestimmung in patriarchalen Strukturen zum Tragen. Selbst wenn man kein großes Interesse für Schach haben sollte, bewegt das persönliche Schicksal der besonderen Hauptfigur, wobei man mit Spannung verfolgt, ob sie ihr großes Ziel, den amtierenden Schachweltmeister zu schlagen, mit nur 18 Jahren erreichen kann, ohne an ihren eigenen Ambitionen zugrunde zu gehen.
- Lyssa Kay Adams
The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission
(462)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalThe secret Book Club von Lyssa Kay Adams aus dem #kyssverlag
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Band 2 der Reihe. Unabhängig von Band 1 zu lesen… wäre aber schade, wenn das Vorwissen aus dem ersten Band fehlt
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*Buch Club Mitglieder* ich habe mich gefreut, die männlichen Mitglieder dieses geheimen Buchclubs wieder zu treffen. Ich mag die total. Ich mag die Interaktion und den Zusammenhalt. Ich mag ihr Interesse an Gleichbehandlung und Wertschätzung. Ich mag ihre Entwicklungen.
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*MeToo* wichtiges Thema als leichter Roman aufgearbeitet. Gefällt mir. Das Thema erschlägt nicht, weckt trotzdem Interesse, schafft Sichtbarkeit und ermöglicht einen Austausch
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*Lovestory* hat mich in diesem Band leider nicht gepackt. Habe ich nicht gefühlt und hat mich nicht umgehauen.
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Das Buch hat mir gefallen, aber der Lovestory Anteil hat bei mir nicht gefunkt. Aus diesem Grund nur 3 Sterne… Aber die Reihe wird trotzdem weitergelesen. Freu mich auf das nächste Paar.
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- Karin Slaughter
Die gute Tochter
(234)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessRezension: Die gute Tochter von Karin Slaughter
Direkt von Anfang an packend – die Geschichte zieht einen sofort in ihren Bann. Der Spannungsbogen ist gelungen und die Handlung gut aufgebaut. Besonders die Hauptcharaktere sind beeindruckend stark gezeichnet: Ihre Entwicklungen sind nachvollziehbar, ihre Gefühle greifbar, und die Beziehungen untereinander sind fein ausgearbeitet. Man begleitet ihre emotionale Reise so intensiv, dass man die Figuren nach dem Ende des Buches beinahe vermisst.
Allerdings wirken die Rückblicke in die Vergangenheit stellenweise etwas langatmig und scheinen gelegentlich nur Seiten zu füllen. Zudem können sie an manchen Stellen verwirrend sein. Auch die Handlung fühlt sich hin und wieder ein wenig zu zufällig an, als ob bestimmte Wendungen eher konstruiert als organisch wirken.
Das Ende bietet zwar keine allzu große Überraschung, aber der Fokus auf die Charaktere steht klar im Vordergrund – und genau hier liegt die Stärke des Romans.
Fazit:
Die Story ist solide, doch was Die gute Tochter wirklich auszeichnet, sind die vielschichtigen, lebendig gezeichneten Charaktere.
⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)
- Kent Haruf
Unsere Seelen bei Nacht
(269)Aktuelle Rezension von: AbnunchaUnd in den dunklen Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. (Rilke) Unsere Seelen bei Nacht ist ein Titel der es genau trifft. In vielen kleinen Dörfchen würde so eine Geschichte sicherlich für viel Getuschel sorgen, dabei geht das keinen etwas an. Addie macht ihrem Nachbarn Louis ein ungewöhnliches Angebot, ob er die Nächte neben ihr verbringen könnte. Sie schläft nicht gerne alleine und würde ruhiger schlafen, wenn jemand neben ihr liegt, eine ungewöhnliche Bitte. Louis denkt drüber nach und lässt sich letztendlich auf das Abenteuer ein, etwas schüchtern macht er sich im Schlafanzug auf den Weg ins Nachbarhaus. Das Aufsehen im Städtchen bleibt nicht aus, wie kann man daran Anstoß nehmen, wenn jemand seiner Einsamkeit entfliehen möchte und mit jemandem Zeit verbringen will? Die beiden lassen sich zunächst einschüchtern, die Mitmenschen denken auch es geht um eine Beziehung, nein, es gibt auch keinen Sex, nein, eben ein da sein, ein spüren, ein nicht alleine sein und warum sollen sie das nicht genießen. Lassen sie sich am Ende unterkriegen, das gilt es in diesem Buch zu entdecken, ein ungewöhnliches Experiment entsteht, vielen Dank.
- Thomas Morus
Utopia
(132)Aktuelle Rezension von: titanreadsUtopia ist ein lesenswerter Literaturklassiker von Thomas Morus über die ultimative Utopie, genauer die Welt Utopia, bei der niemand weiß, wo diese sich befindet. Sie beschreibt ein total faires, durchklügeltes System von Inselmenschen, die alle das selbe Gut teilen, ohne jegliche Arm-Reich-Schiene und mit perfekt ausgearbeitetem Rechtssystem. Der fiktive Raphael Hytholodaeus trifft hierin auf Morus und auf Petrus Aegidius und erzählt von seiner Zeit in eben jenem erwähnten Utopia. Raphael erklärt das Bestrafungssystem, erzählt von Lust in Utopia und von der Wissenschaft, welche dort noch nicht genutzt wird, aber gleichzeitig, wie die Utopier diesen fehlenden Wissensstand ausgleichen. Den Kindern wird früh bereits beigebracht, dass bloßer Reichtum nicht viel wert ist und geistige und körperliche Arbeit sich immer auszahlt. Jeder in Utopia hat eine klare Rolle und Bestimmung und jeder hilft jedem.
Hierbei wirkt alles leider sehr trocken in Hytholodaeus Erzählungen und gelegentlich kann es vorkommen, dass Seiten leider schnell unbewusst eher überflogen als gelesen werden. Die wenigen Rollen in der Utopie sind leider sehr platt und wenig charakterstark darrgelegt.
Eine Empfehlung für Geschichts- und Literaturliebhaber, da diese die viele Detailarbeit und den Schreibstil sehr schätzen werden. Aber auch der "neutrale" Leser kann Gefallen daran finden, wenn auch nur zum entspannten Lesen.
- Wendy Wunder
Flamingos im Schnee
(143)Aktuelle Rezension von: Kleeblatt2804Die junge Campbell Cooper hat Krebs. Sie weiß, dass sie sterben muss. Den Lebensmut hat sie bereits verloren. Ihre Mutter führt sie nach Maine. Sie rettet Flamingos im Schnee, kümmert sich um ein Flamingobaby und findet die Liebe ihres Lebens, als sie nicht damit gerechnet hat. - Mary E. Garner
Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
(209)Aktuelle Rezension von: KateRapp
Ein Feuerwerk an Fantasie, Buchwissen, literarischen Anspielungen und bekannten Buchfiguren eröffnete sich wieder mit dem Aufschlagen des zweiten Bandes dieser wunderbaren Fantasy-Reihe. Schnell war ich wieder drin, im Leben von Hope Turner, die im Auftrag des Bundes, einer Organisation von Büchermenschen und Buchfiguren, die hässlichen, im Internet freigesetzten Worte und Beschimpfungen aus dem riesigen BUCH löschte und sich gemeinsam mit anderen Wanderern in zahlreiche Bücher hineinbegab, um dort einen Bösewicht zu finden, der die zauberhafte Buchwelt bedrohte.
Dass hier nicht nur das tragische Ende von Anna Karenina besiegelt wird, sondern eine Liebesgeschichte um Anne auf Green Gables abspielt, Hope in Begleitung von Lancelot und Gwen aus der Artussage auf Anweisung der Grauen Eminenz Frau Holle ihre Nachforschungen anstellen, ist ebenso abwechslungsreich wie die Beschreibung der verschiedenen Buchwelten, in die die Reisen gehen. Von den winterlichen Lichtungen in Bambi auf die Apfelblüten-Allee auf Green Gables, ins Hochmoor von Wuthering Heights oder zum Zauberer von Oz, die Atmosphären sind plastisch, poetisch und eingängig beschrieben, sodass es sich anfühlt, als sei man bei diesen Buchreisen selbst mit dabei.
Dass auch noch Hopes Mutter, ebenfalls eine geborene Turner, in die Buchwelt eintaucht und die Brüder Rufus und Kenan, die Hope beide auf ihre eigene Art und Weise anziehen, in Konflikt geraten, macht neben der Jagd auf den großen bösen Unbekannten das Buch zu einer wirklich spannenden Lektüre. Inclusive Cliffhanger.
Ich habe diese Fantasievolle Geschichte wieder einmal verschlungen und kann allen, die diese Buchwelt-Serie noch nicht kennen, nur wärmstens empfehlen, sich dorthin entführen zu lassen.
Lübbe 2020























