Bücher mit dem Tag "romanow"

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22 Bücher

  1. Cover des Buches Der Winterpalast (ISBN: 9783518467176)
    Eva Stachniak

    Der Winterpalast

    (285)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Die junge Varvara kommt als Dienstmädchen in den Winterpalast und ist plötzlich so viel mehr. Denn schnell sieht sie sich in der Rolle einer Spionin wieder und wird zu einer Art Vertrauten von Sophie von Anhalt-Zerbst, der zukünftigen Katharina die Große.

    Wenn man so ein bisschen die Geschichte von Katharina kennt, wird man nicht viel Neues mehr erfahren, jedoch steht hier auch mehr das Leben "hinter den Kulissen" im Vordergrund.
    Leider hatte ich mit dem Buch selbst ein paar Problemchen, da meiner Meinung nach viele Füllsätze genutzt wurden und auch Dinge lang und breit ausgeführt wurden, die nicht wirklich zur Handlung beigetragen haben. Deshalb bin ich zwischendurch aufs Hörbuch umgestiegen, das es tatsächlich überall nur in gekürzter Version gibt. Ein Vergleich hat gezeigt, dass in diesem Fall definitiv sinnvoll gekürzt wurde ohne den Kern der Geschichte zu verfälschen oder den Hörer durch zu starke Kürzung zu verwirren und dadurch zu verlieren. Auch hat Anna Thalbach wieder mal einen tollen Job als Sprecherin gemacht.
    Immer wieder erschreckend finde ich, wenn ich etwas über die Zarenzeit lese, wie willkürlich mit Menschenleben umgegangen wurde. Natürlich ist dies in allen Monarchien, sei es England, Frankreich, Spanien oder auch Deutschland, genauso geschehen, aber in Russland wirkt alles immer nochmal extremer und willkürlicher. Das hat dieses Buch wieder einmal deutlich gezeigt.

  2. Cover des Buches Und die Erde wird zittern (ISBN: 9783806235746)
    Douglas Smith

    Und die Erde wird zittern

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    "Dienstag. Ein kalter, windiger Tag. Ich war den ganzen Vormittag beschäftigt. Mittagessen mit Fürst Orlow und Resin. Ging spazieren. Um 4 Uhr fuhren wir nach Sergejewka. Tee mit Miliza und Stana. Wir lernten einen Mann Gottes kennen, Grigori aus dem Gouvernement Tobolsk."

    Mit diesen lapidaren Worten hielt Zar Nikolaus II. am 1. November 1905 in seinem Tagebuch die erste Begegnung mit dem sibirischen Bauern Grigori Rasputin (1869-1916) fest. Wie sehr das Treffen ihr Leben prägen und verändern sollte, ahnten der Zar und seine Gemahlin Alexandra an jenem Tag nicht. Rasputin gehört zu den berühmtesten – oder wohl eher berüchtigtsten – Figuren der russischen Geschichte. Über Rasputin dürfte ähnlich viel geschrieben worden sein wie über Peter den Großen, Katharina die Große, Lenin und Stalin. Bis heute wird dem Mann aus Sibirien eine erhebliche Mitschuld am Niedergang der Romanow-Monarchie und am Zusammenbruch des Zarenreiches zugeschrieben. Kaum eine andere Gestalt hat im vorrevolutionären Russland derart viel Hass auf sich gezogen wie Rasputin. In den Augen seiner Zeitgenossen war der Sibirier ein religiöser Fanatiker und Sektierer; ein Hochstapler und Scharlatan, der sich als Wunderheiler ausgab; ein reaktionärer Einflüsterer, der die Politik des Zaren verhängnisvoll beeinflusste; ein unersättlicher Lustmolch und Frauenschänder; ein Landesverräter und Spion im Sold der Deutschen. Wie Douglas Smith in der Einleitung seines Buches hervorhebt, wurde über kaum eine andere Figur der russischen Geschichte so viel Unsinn verbreitet wie über Rasputin. Smith hat es sich zum Ziel gesetzt, den Wust von Gerüchten und Legenden beiseite zu schieben, der das Rasputin-Bild bis heute prägt.

    Smith ist nicht der erste Autor, der das gängige Zerrbild von Rasputin durch ein realistisches Porträt ersetzen möchte. Alle anderen Versuche aus jüngerer Zeit, ein an überprüfbaren Fakten orientiertes Bild von Rasputin zu entwerfen, übertrifft Smith durch die ungeheure Breite und Tiefe seiner Darstellung. Mit seiner Biographie leistet er mehr, als nur Rasputins Lebensweg zu rekonstruieren, von den obskuren Anfängen in Sibirien bis zum gewaltsamen Tod im Dezember 1916. Smith bietet ein beeindruckendes Panorama der russischen Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkrieges und der Revolution. Rasputin lebte in einem Land, das aus den Fugen zu geraten drohte. Die Abneigung, die er auf sich zog, kaum dass er zum Vertrauten der Zarenfamilie aufgestiegen war, ist nur vor dem Hintergrund der Krise verständlich, in der sich das späte Zarenreich befand. Das Verhältnis zwischen der Krone und den gebildeten Ständen war nachhaltig gestört und von wechselseitigem Misstrauen geprägt. In der Presse regte sich immer wieder Kritik am Zaren und an der ominösen "Hofpartei", die angeblich den Gang der hohen Politik bestimmte. Im Regierungsapparat, aber auch in der Leitung der Orthodoxen Kirche waren Machtkämpfe und Intrigen an der Tagesordnung. Rasputin betrat ein Minenfeld, als er 1905 nach Petersburg kam. Ehe er sich versah, wurde er in die Konflikte und Spannungen hineingezogen, die das politische, gesellschaftliche und religiöse Leben Russlands bestimmten.

    Konsequent gibt Smith jenen Quellen den Vorzug, die zu Rasputins Lebzeiten entstanden sind, nicht erst nach seinem Tod. Für die Biographie hat Smith umfangreiche Aktenbestände aus russischen, europäischen und amerikanischen Archiven ausgewertet. Skeptisch betrachtet er die Memoiren von Zeitgenossen, die erst nach Rasputins Tod verfasst wurden. Nach dem Ende der Romanow-Monarchie waren der Diffamierung und Dämonisierung des Sibiriers keinerlei Grenzen mehr gesetzt. Viel zu lange, so Smith, haben fragwürdige und problematische Quellen, die aus der Zeit nach Rasputins Tod stammen, das Rasputin-Bild bestimmt. Für die Biographie hat Smith außerdem die zeitgenössische russische Presse und die Korrespondenzen zahlreicher Persönlichkeiten ausgewertet. Es liegt auf der Hand, dass sich eine Rasputin-Biographie nicht damit begnügen kann, die gesicherten Fakten über Rasputins Leben zusammenzufassen. Smith schildert das Leben seines Protagonisten, und zugleich analysiert er, welches Bild sich die russische Gesellschaft von dem Emporkömmling Rasputin zusammenphantasierte. Was hat Rasputin tatsächlich getan, und was wurde ihm von der Öffentlichkeit angedichtet und unterstellt? Smiths Bemühungen laufen auf die Demontage eines zählebigen Mythos hinaus, auf die Widerlegung oder zumindest Abschwächung vieler Legenden, die seit über hundert Jahren im Umlauf sind. Smith geht dabei allerdings nicht so weit wie manche russische Autoren der Gegenwart, die den negativen Rasputin-Mythos in sein Gegenteil verkehren und Rasputin zum Unschuldslamm und Märtyrer stilisieren.

    Über Rasputins Leben bis zum Alter von etwa 30 Jahren ist so gut wie nichts bekannt. Rasputin erhielt keine Schulbildung; er lernte erst als Erwachsener Lesen und Schreiben. Kurz vor der Jahrhundertwende hatte er ein religiöses Erweckungserlebnis. Obgleich Ehemann und Vater, begann er ein neues Leben als Pilger und religiöser Wanderer (strannik). In seinem sibirischen Heimatdorf Pokrowskoje und später in Petersburg gewann er als spiritueller Mentor viele Anhänger und Verehrer. Anders als oft behauptet, trat Rasputin nicht als Wunderheiler und Hypnotiseur auf. Bald nach seiner Ankunft in Petersburg (1905) wurde er dem Zarenpaar vorgestellt. Auch Nikolaus und Alexandra lernten Rasputin als geistlichen Beistand schätzen, wie Tagebuchnotizen und Briefe belegen. Die Bluterkrankheit des Thronfolgers Alexej spielte eine geringere Rolle als traditionell angenommen. Die Begegnungen und Gespräche mit Rasputin hatten auf das Zarenpaar eine tröstende und aufbauende Wirkung. Besonders die Zarin konnte mit "Vater Grigori" ihre inbrünstige Religiosität ausleben. Sie war überzeugt, dass Rasputins Gebete segensreich für ihre Familie waren. Rasputin hatte kein Interesse an Theologie. Der christliche Glaube war für ihn eine Sache des Herzens, nicht des Verstandes. Mit dieser Haltung traf er den Nerv der Zarin und seiner mehrheitlich weiblichen Anhängerschaft. Rasputin zog Menschen an, die mit der in pompöser Routine erstarrten Amtskirche unzufrieden waren und sich nach emotional intensiven Glaubenserlebnissen sehnten. Smith zitiert aus Briefen, die Rasputin an die Zarenfamilie schrieb, und aus einigen Interviews, die er russischen Zeitungen gab. Diese Quellen zeigen Rasputin als Mann von schlichtem Gemüt. Seine Denk- und Ausdrucksweise war naiv und schwärmerisch.

    Wie Smith mehrfach betont, hielt sich Rasputin nie dauerhaft am Zarenhof auf. Erst 1914 nahm er sich eine eigene Wohnung in der Hauptstadt. Er kehrte immer wieder für längere Zeit in seine sibirische Heimat zurück. Oft vergingen mehrere Monate zwischen seinen Begegnungen mit Nikolaus und Alexandra. Und doch wurde die Öffentlichkeit schon bald nach Rasputins Ankunft in Petersburg argwöhnisch. Was hatte dieser ungehobelte und schmutzige Bauer im Palast zu suchen? Wie konnte es sein, dass er mit der Zarenfamilie auf vertrautem Fuße stand? Höflinge und Minister, Kirchenleute und Journalisten stellten die abenteuerlichsten Vermutungen über Rasputin und seine Rolle im Umfeld des Herrscherpaares an. Die Presse inszenierte im Lauf der Jahre mehrere Kampagnen gegen den Sibirier. Kleinere, an sich harmlose Skandale, an denen Rasputin beteiligt war, wurden von den Medien gezielt ausgeschlachtet und aufgebauscht, um Rasputin in Verruf zu bringen (Kap. 40 und 45). Auch das Parlament, die Duma, debattierte mehrfach erregt über die Frage: Wer ist dieser Rasputin, und was führt er im Schilde? Es gab etliche Gründe, warum die Spekulationen aus dem Ruder liefen und die Anfeindungen von Jahr zu Jahr bösartiger wurden. Die selbstgewählte Abschottung des Zarenpaares führte zwangsläufig zur Entstehung von Gerüchten. Mit ihrer hartnäckigen Weigerung, Rasputin fallenzulassen und wegzuschicken, fachten Nikolaus und Alexandra den Zorn all derer an, denen der Sibirier ein Dorn im Auge war. Allzu bereitwillig glaubte die Öffentlichkeit, der Thron werde von "dunklen Kräften" kontrolliert. Irgendjemand musste ja schuld daran sein, dass die Kluft zwischen Krone und Gesellschaft immer tiefer wurde. Im Ersten Weltkrieg führte die allgegenwärtige Spionage- und Verschwörungsmanie dazu, dass Rasputin und die Zarin verdächtigt wurden, im Auftrag der Deutschen die russischen Kriegsanstrengungen zu sabotieren. Auch das spannungs- und widerspruchsreiche kulturelle Klima des russischen Fin de siècle, der Zusammenprall von Aufklärung und Obskurantismus, wurde Rasputin zum Verhängnis. Scharlatane aller Art hatten um die Jahrhundertwende Hochkonjunktur in Russland, Wahrsager und Hypnotiseure, Gurus und selbsternannte Wunderheiler. In den Augen kritischer Zeitgenossen stand Rasputin stellvertretend für alle irrationalen und "mittelalterlichen" Kräfte, die Russland daran hinderten, endlich in der Moderne anzukommen (Kap. 11).

    Doch damit nicht genug: Aus Sicht der russischen Gesellschaft verkörperte Rasputin den Archetyp des "bösen Ratgebers", der einen willensschwachen Herrscher nach Belieben manipuliert. Aber war der Mann aus Sibirien wirklich die Graue Eminenz hinter dem Thron? Wie Smith herausarbeitet, kann überhaupt keine Rede davon sein, dass Rasputin systematisch Einfluss auf die Staatsgeschäfte genommen hätte. Einem gänzlich ungebildeten Mann wie Rasputin fehlten alle Voraussetzungen für eine ernst zu nehmende politische Betätigung. Rasputin, zeitlebens auffallend unehrgeizig, besaß kein wie auch immer geartetes politisches Programm, und er war auch nicht das Haupt einer Gruppe oder Clique, die nach der Macht im Staate strebte. Seine Möglichkeiten, auf die Regierung und die Kirchenleitung einzuwirken, waren nicht zuletzt deshalb sehr begrenzt, weil seriöse Politiker und Kirchenführer von Anfang nichts mit ihm zu tun haben wollten. An mehreren Beispielen zeigt Smith, dass der Zar Rasputins gelegentliche Vorschläge in Sach- und Personalfragen ignorierte. Rasputin hob sich noch in anderer Hinsicht von fürstlichen Günstlingen früherer Jahrhunderte ab: Er strebte nicht nach Ämtern und Titeln, und er nutzte seine Stellung nicht, um ein riesiges Vermögen zusammenzuraffen. Geld interessierte ihn nicht. Die Besitztümer, die er seiner Familie hinterließ, hatten einen Wert von gerade einmal 23.500 Rubeln (Kap. 74). Rasputins angebliches Millionenvermögen existierte nur in der Phantasie seiner Feinde.

    Was bleibt vom Rasputin-Mythos? Hatte Rasputin am Ende eine saubere Weste? Wurde ihm von seinen Kritikern durchweg Unrecht getan? Smith stellt klar, dass manche Vorwürfe berechtigt waren. Ähnlich wie die Zarin und andere konservativ gesinnte Personen bestärkte Rasputin Nikolaus II., an der Autokratie als Herrschaftsform festzuhalten und eine Parlamentarisierung des politischen Systems nicht zuzulassen. Das ist jedoch keine Überraschung. Denn warum hätte ausgerechnet ein sibirischer Bauer als Verfechter des Parlamentarismus auftreten sollen? Auch der Vorwurf sexueller Promiskuität lässt sich nur zum Teil entkräften. Rasputin, daran lässt Smith keinen Zweifel, war ein zwanghafter Fummler und Grabscher. Er konnte seine Hände nicht von den Frauen lassen, die in seinen Dunstkreis gerieten. Liebhaber der Zarin und Vater des Thronfolgers war er aber nicht. Im Krieg hatte Rasputin tatsächlich Anteil an etlichen fatalen Personalentscheidungen des Zaren. Dennoch gelangt Smith zu dem Schluss, dass nicht Rasputins Aktivitäten zu dem rapiden Ansehensverlust führten, den die Monarchie in den letzten Jahren ihres Bestehens erlitt. Ausschlaggebend war vielmehr die grotesk verzerrte Wahrnehmung Rasputins in der russischen Gesellschaft. Dem Sibirier wurden finstere Absichten unterstellt, die er nicht hatte, und ihm wurde ein Einfluss zugeschrieben, den er nicht besaß. Nach den militärischen Rückschlägen der Jahre 1915 und 1916 wurde Rasputin die Schuld an allem angelastet, was in Russland im Argen lag. Seine Mörder rechtfertigten ihre Tat damit, sie hätten die Monarchie und das Reich retten wollen. Doch kaum drei Monate nach Rasputins Tod brach das alte Russland wie ein Kartenhaus zusammen.

    An Douglas Smiths Buch wird künftig niemand vorbeikommen, der sich mit dem Untergang der Romanow-Monarchie beschäftigt. Fachhistoriker und historisch interessierte Laien können die Biographie gleichermaßen mit großem Gewinn lesen. Warum nur vier Sterne? Das Buch zeigt anschaulich, wohin es führt, wenn ein Autor zu viel über sein Thema weiß und der Versuchung nachgibt, sein gesamtes Wissen vor dem Leser auszubreiten. Über weite Strecken ist die Fülle und Dichte der vermittelten Informationen schlichtweg erdrückend. Die Erzählung wird umso minutiöser und detailreicher, je mehr sich Smith auf Rasputins Ende zubewegt. Auf die Jahre 1914 bis 1916 entfällt die Hälfte der 74 Kapitel. Es kommen Hunderte und Aberhunderte von Personen vor. Selbst unwichtige Nebenfiguren werden von Smith mit vollem Namen eingeführt, etwa die Polizisten, die Rasputin im Auftrag des Innenministeriums überwachten, oder die Prostituierten, mit denen Rasputin in Petersburg Umgang hatte. In diesem Gewimmel der Personen und Namen geht rasch jeglicher Überblick verloren. Für Leser, die mit der Geschichte des späten Zarenreiches nicht oder nur flüchtig vertraut sind, ist die Lektüre kein Spaziergang. Ohnedies braucht man gutes Sitzfleisch und Durchhaltevermögen, um den 800-seitigen Text zu bewältigen. Es handelt sich um ein anspruchsvolles Buch, das sich nicht als Gelegenheits- oder Unterhaltungslektüre eignet. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im Oktober 2017 bei Amazon gepostet)

  3. Cover des Buches Die Romanows (ISBN: 9783596176328)
    Simon Montefiore

    Die Romanows

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Lilith_McCoy

    🪆🪆🪆Kurzrezi🪆🪆🪆

    "Die Romanows Glanz und Untergang der Zarendynastie 1613-1918" geschrieben von Simon Sebag Montefiore.Gelesen als eBook(1010 Seiten). Aus dem Englischen von Gabriele Gockel, Naemi Schuhmacher, Sonja Schuhmacher und Barbara Steckhan (Kollektiv Druckreif) herausgegeben vom Fischer Verlag 2016. Genre: Sachbuch


    🪆Darum geht es 🪆

    Wie kein anderes Adelsgeschlecht sind die Romanows der Inbegriff von schillerndem Prunk, Macht, Dekadenz und Grausamkeit. Über 300 Jahre dominierten sie das russische Reich, mehr als 20 Zaren und Zarinnen gingen aus dem Geschlecht hervor, allesamt getrieben von unbändigem Machthunger und rücksichtslosem Willen zu herrschen – einige dem Wahnsinn näher als dem Genie. Simon Sebag Montefiore erzählt die Saga dieser unglaublichen Familie, in der Rivalität, Giftmorde und sexuelle Exzesse regelrecht auf der Tagesordnung standen. Basierend auf neuester Forschung und unbekanntem Archivmaterial zeichnet er die Schicksale und politischen Verwicklungen nach. Weder zuvor noch danach gab es ein so gewaltiges Reich, in dem sich Glanz und Grausamkeit auf unheilvolle Weise verbündeten.

    Mit zahlreichen Abbildungen, prächtige Ausstattung.


    🪆Meine Meinung 🪆

    Eine Biografie wie ein Historiendrama zu erzählen, dazu gehört schon eine gewisse Kunst. An Montefiores feinem Gespür, seiner historischen Genauigkeit und seiner Fähigkeit, fesselnd zu erzählen, daran gibt es für mich keinen Zweifel.

    Wie langweilig erscheinen doch die liberalen Demokratien, wenn der Leser hier hautnah "erlebt", wie Zar Alexej jene Bojaren, die einen Frühgottesdienst verschliefen, gefesselt in einen eisigen Fluss werfen ließ. Oder wie Peter der Große den Kopf seiner ehemaligen Geliebten nach der Enthauptung zunächst küsste, um dann einen Vortrag über Arterien und die Luftröhre zu halten.

    Jedoch werde ich das Gefühl nicht los, dass der Autor sich allzu sehr darauf verlegt hat, Gewalt und Exzesse bei Hof zu schildern. Er schreibt die Geschehnisse in einer fast detailverliebten Akribie, was einige Leser schon wieder abschrecken dürfte. Auch wenn das so entstehende Sittenbild viel über Herrschaftsausübung in Russland über drei Jahrhunderte aussagt, ermüden die langen Ausführungen über Gelage und Orgien im Laufe des Buches zusehends. 

    Trotzdem ist dieses Buch, nach meiner Meinung, ein sehr gelungener Überblick über die Romanow Dynastie.

    Gebe hier gerne ⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sternen. Meine Empfehlung geht an die robuste Leserschaft, mit historischem Interesse. Wünsche viel Spaß bei der Lektüre

  4. Cover des Buches Eisiges Gold (Die Erben des Winters 1) (ISBN: B09Z2GNN7J)
    Maya Shepherd

    Eisiges Gold (Die Erben des Winters 1)

    (39)
    Aktuelle Rezension von: elvira

    Die historische Geschichte um die letzte Zarenfamilie hat mich schon immer interessiert. 'Eisiges Gold' ist davon inspiriert und deswegen wollte ich unbedingt das Buch lesen. Der Schreibstil ist, wie man es von Maya gewohnt ist, wirklich gut zu lesen.

    Die innere Zerrissenheit von Mariya ist überzeugend. Sie hat mir so oft Leid getan, aber ich liebe ihre Entwicklung wirklich sehr. Das Setting ist eindrucksvoll. Man spürt den Winter und auch die Verzweiflung der Bevölkerung. Die Arroganz des Königs und der Königin ist kaum auszuhalten, doch so nimmt es seinen Lauf. Es ist spannend und man weiß nicht, wem man trauen kann. Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen. Band 2 möchte ich zeitnah lesen.

    Fazit: Die Atmosphäre ist eisig, die Geschichte hält einen gefangen. Ich liebe alles an diesem Auftakt. Von mir gibt es eine Empfehlung.

  5. Cover des Buches Roter Zar (ISBN: 9783426510490)
    Sam Eastland

    Roter Zar

    (48)
    Aktuelle Rezension von: Armillee

    Die Geschichte beginnt 1929,  10 Jahre nach der Ermordung des letzten Zaren und seiner Frau, den 4 Töchtern, sowie Alexei, der einzige Sohn.

    Pekkala war ein enger Vertrauter des Zaren und nach der Revolution wurde er als Zwangsarbeiter in die sibirische Taiga geschickt. Er ist dort Baummarkierer, lebt völlig isoliert in einer selbstgebauten Erdhöhle und eigentlich überlebt man in dieser unwirtlichen Gegend in diesem Beruf im Schnitt nur 6 Monate.

    1929 ist Stalin an der Macht und die Gerüchte um den Goldschatz des Zaren sind nie verstummt.

    Nun wird Pekkala begnadigt, aber nur, wenn er die Ermittlungen aufnimmt um den oder die Mörder der Zarenfamilie zu finden. Sollte ihm das gelingen, ist er frei.

    Ich sage es mal vorweg : ich bin kein Fan von diesem ganzen Spionagekram, Gulag, Kommunisten, Kalter Krieg, Bomben + andere Waffen u.s.w.

    Aber ich habe mich schon auf den ersten Seiten festgelesen. Obwohl hier alles versammelt ist, was ich nicht mag, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Und das sagt eine Menge über die Qualität aus. Mein erstes Buch von Sam Eastland.

    Es gibt zwei Handlungsstränge :

    -> die Gegenwart, wie Pekkala wieder gefunden und rekrutiert wird. Dann begleitet ihn der Leser auf der Suche nach der (gefährlichen) Wahrheit bis zur Aufklärung.

    -> der Rückblick, der bei Pekkalas Elternhaus und seinem älteren Bruder beginnt. Seit Vater ist Bestatter und Pekkala hilft ihm schon in jungen Jahren bei der Arbeit, denn später soll er alles übernehmen. Aber das Schicksal will es anders. Pekkala bewirbt sich für die Ausbildung als Kadett, um dem Zaren zu dienen / beschützen. Ich werde als Leser zur ersten Begegnung mitgenommen, lerne viel über den Tagesablauf der Zarenfamilie, wie es politisch sehr gefährlich wurde, das Exil und schließlich der scheußliche Mord an sechs Menschen..

    Und auch ich will wissen -> wer war das ?

    Und ich will wissen, ob es den Zarenschatz wirklich gibt !

    Die fiktive Geschichte wirkt absolut real. Ich war dabei.

    Am Ende des Buches hat der Autor die wahre Abfolge aufgelistet.

    Ein Buch ist auch dann für mich super, wenn mich das Gelesene so bewegt, dass ich weiter im Internet recherchiere und noch mehr wissen will. Ich schau mir die Bilder und Fotos an und habe das Gefühl : dieser Autor hat mich 100% abgeholt.

  6. Cover des Buches 1918 – Geheimakte Romanow (ISBN: 9783957510051)
  7. Cover des Buches 1918 – Geheimakte Romanow (ISBN: 9783957510068)
  8. Cover des Buches Alexandra Romanowa (ISBN: 9783492249409)
    Carolly Erickson

    Alexandra Romanowa

    (16)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Monatshighlight !!! Ich bin eigentlich von Haus aus kein allzu großer Freund von Biographien aber ich muss gestehen, diese hier hat mich mehr als beeindruckt! Als in unserer Leserunde im Monat April das Thema Russland als Monatsmotto gewählt wurde, schlug mein Herz gleich ein wenig höher. Nicht erst seit einem Besuch in St. Petersburg vor zwei Jahren, bin ich große Verehrerin dieser wunderschönen Stadt und natürlich der damals ansässigen Monarchie. So fiel mir dann in diesem Zusammenhang die fast schon romanartig anmutende Biografie der russischen Zarin Alexandra Romanowa in die Hände. Ich gebe zu, anfangs war ich erschlagen von den vielen Namen, Zusammenhängen und wer nun mit wem wie verwandt war. Doch bald schon hatte ich mich so eingelesen in das Leben der ehemaligen Großherzoglichen Hoheit Prinzessin Alix Viktoria Helene Luise Beatrix von Hessen und bei Rhein, dass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte. Sie beeindruckte mich, da sie dem Druck ihrer Familie widerstand und sich schließlich für ihre große Liebe Nicholas II aufsparte, den sie liebevoll Nicky nannte. Der Ehe der Beiden wurde schließlich stattgegeben, doch wer sich danach das Paradies auf Erden für Alix vorstellte, musste schnell feststellen, dass er sich nicht mehr hätte täuschen können. Von der ersten Stunde an spürte Alexandra die Ablehnung ihrer Schwiegermutter, die in ihr nur „die Deutsche“ sah. Schnell stellt sich heraus, dass Nicholas selbst eher von sanftem Gemüt ist, was in der Ehe seine Vorteile haben mag aber für die Politik eher abträglich ist. So lernt Alexandra schnell, dass sie die starke Rolle übernehmen muss, was ihr wiederum keine Freunde schafft … 

    Ich habe mich verloren in diesem wunderbaren Buch, das mir Seiten der Monarchie – nicht nur der russischen – aufgezeigt hat, die mir Gänsehaut bescherten. Aber auch ein eindringlicher Einblick auf die andere Seite, die der einfachen Menschen, die Hunger hatten und einfach auch ein bisschen leben wollten, hat mich an vielen Stellen wieder in die Realität zurückgeholt. Die Gegensätze waren einfach zu groß zwischen dem einfachen Volk und der glänzenden Monarchie, die wie ein Schlag ins Gesicht gewirkt haben muss. 

    Beim Lesen habe ich mich gegen Schluss immer wieder ertappt dabei zu hoffen, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschehen mag. Die Geschichte belegt natürlich das Gegenteil und es macht heute noch betroffen, dass es für die Bevölkerung auch nach der Exekution der gesamten Zarenfamilie nicht besser wurde. Der Bolschewismus war leider auch nicht die Lösung. 

    Von mir bekommt dieses Buch sechs von fünf möglichen Sternen!!! Ich freue mich nun schon auf die Biographie von Nicky Bruder Michail, die noch auf meinem SUB schlummert. Anderer Autor, andere Sichtweise, bin schon gespannt …

  9. Cover des Buches Die russische Herzogin (ISBN: 9783869090993)
    Petra Durst-Benning

    Die russische Herzogin

    (3)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife
    Mhhh … also ganz so beeindruckt wie die ersten beiden Bände hat mich dieser letzte Teil der Zarentrilogie nicht aber ich musste einfach wissen, wie es weiter- und ausgeht mit dieser Familie. Also begab ich mich wieder auf die Spuren dieser beeindruckenden Familie, die mich diesmal direkt vor meine Haustür führten. Ich wohne im direkten Umkreis von Stuttgart und Ludwigsburg und die genannten Orte waren mir beim Hören doch sehr vertraut. Wie oft war ich schon im Schloss Ludwigsburg und auch die Villa Berg ist mir natürlich ein Begriff. Jeder in dieser Gegend kennt zudem z.B. auch das „Olgäle“, wie das Olgahospital zärtlich genannt wird und die Wilhelma, die nach König Wilhelm, dem Schwiegervater Olgas, benannt ist. Dieser Spurenwandel machte mir viel Vergnügen, lediglich die Geschichte an sich hätte ein wenig packender erzählt werden können. Sei’s drum, ich habe die Trilogie beendet und bereue nichts. Sie hat mich gut unterhalten und war für mir als Fan der Monarchie ein kleines Sahnestückchen. 
  10. Cover des Buches Die Preußin auf dem Zarenthron (ISBN: 9783492274968)
    Marianna Butenschön

    Die Preußin auf dem Zarenthron

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    „Die Preußin auf dem Zarenthron. Alexandra, Kaiserin von Russland“ von Marianna Butenschön (2012) ist eine sehr gut gelungene Biographie von Charlotte von Preußen (1798-1860), Kaiserin von Russland (1825-1855).

    Die Biographie liest sich sehr schön, leicht und locker, wie ein historischer Frauenroman.

    Es gibt viele Zitate aus ihrer Korrespondenz mit ihren Brüdern, Friedrich Wilhelm IV und Wilhelm von Preußen, mit ihrem Mann, Nikolaus I. (1798-1855), Kaiser von Russland, die Alexandra selbst sprechen lassen und ihr fröhliches, einnehmendes Wesen offenbaren.

    Sie war allerseits, auch und insb. beim russischen Hof sehr beliebt. Sie sah wunderschön aus: hochgewachsen, schlank, mit feinen Gesichtszügen, der königlichen Haltung, aber freundlich und herzlich. Sie wusste auch für jeden ein nettes Wort, was auch sehr geschätzt wurde. Als später, nach paar Kindern, Nikolaus‘ Affäre mit einer der Hofdamen offensichtlich wurde, war der gesamte Hof auf Alexandras Seite. Sie bekam noch mehr Aufmerksamkeit und Trost ihrer Höflinge.

    Sie war zwar „nur“ Frau und Mutter, hatte aber zweifelsohne Einfluss auf ihren Mann und auf manch seine Entscheidungen im politischen Bereich.

    Ihre Pflichten nahm sie sehr ernst und „lieferte“, was erwartet wurde, ob es ums Kinderkriegen ging, sie hatte sieben Kinder zur Welt gebracht, oder ob es sich um die repräsentativen Pflichten handelte, bei den frau viel Ausdauer uvm. mitbringen musste, um das alles meistern zu können. Alles gelang ihr scheinbar mühelos. Sie war kinderlieb und hatte ihre Kinder sehr gern um sich. Die Kinder waren auch gern bei ihr, so Olga, die zweitälteste Tochter, deren Aufzeichnungen hier oft zitiert wurden.

    Man bekommt viel von Alexandras Beziehung zu ihrem Mann mit, die auch manche Seitensprünge seinerseits und manche Flirts ihrerseits verkraften konnte. Wie Nikolaus vom Charakter her war, wird im Laufe der Erzählung auch klar.

    Über die jungen Jahre von Alexander II., ihrem ältesten Sohn und später Kaiser von Russland, von seinem Verhältnis zu seiner Mutter sowie ihrem Bild von ihm erfährt man auch einiges.

    Die Beschreibungen des wiederaufgebauten Winterpalasts sind so beeindruckend! Sie laden an mehreren Stellen zum Besuch ein. Heute ist es Eremitage, die Zimmernummern stehen da auch bei.

    Manches hat Alexandra auch getan, was man heute unter Fehlern verbucht. Abgesehen davon, dass weder sie noch ihr Mann kaum groß auf die Nöte des Volkes geachtet und gute Lösungen zu finden versucht hätten, denn es wurde repressiv regiert und in manchen Fällen hart durchgegriffen, um die Monarchie zu erhalten, ihre Zeit haben die beiden aber lieber mit anderen Dingen zugebracht. Vergnügungssucht wurde Alexandra von mehreren ihrer Zeitgenossen attestiert. Zudem hat sie Edmond Dantes, einen Emporkömmling aus dem Elsass protegiert, der in die Geschichte als Mörder A.S. Pushkins, des großen russischen Dichters und Denkers des 18. Jahrhunderts, eingegangen ist. Auch Michail Lermontow, der den Ruf hatte, Pushkin vllt z.T. ersetzen zu können, war mit den Repressalien des Zaren konfrontiert und wurde wie Pushkin beim Duell erschossen. So gesehen, haben sich die beiden nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Geschicke der rus. Literatur des 18 Jahrhunderts angeht.

    Der Krimkrieg von 1853-1856, infolge dessen Nikolaus I. gestorben war, ist etwas blass dargestellt worden, aber gut, das betraf eher den Kaiser, und ich hoffe, mehr in seiner Biographie dazu, v.a. zu den eigentlichen Gründen seines Todes, lesen zu können.

    In späteren Jahren begründete Alexandra russischen Tourismus in Nizza, wo sie gern die Winter verbracht hatte. Das raue Klima in St. Petersburg und Umgebung setzte ihr zunehmend zu.

    Sie tat am Ende einem leid, denn sie war ernsthaft krank, wurde aber aufgrund der falschen Diagnose völlig an den Ursachen ihrer Krankheit vorbei behandelt.

    Es gibt auch ein sehr schönes Nachwort, das u.a. erzählt, wer, wo, welche Andenken an Alexandra aufgestellt/veranstaltet wurden. Im Zuge der Allgemeinbildung sollte man schon so etwas wissen.

    Fazit: Eine sehr schöne Biographie, die ich zum zweiten Mal nach paar Jahren gern wiedergelesen habe. Sie ist Teil 1 der Reihe „Deutsche Prinzessinnen auf dem Zarenthron“ aus der Feder von Marianna Butenschön, bemerkenswerter Historikerin, die ihre fundierten Kenntnisse der russischen Geschichte der 18-19 Jh. sehr beeindruckend in dieser Trilogie zum Ausdruck gebracht hat. Teil 2: „Maria: Kaiserin von Russland: Die Württembergerin auf dem Zarenthron“ (2015), Teil 3: „Die Hessin auf dem Zarenthron: Maria, Kaiserin von Russland“ (2017). Wenn man chronologisch lesen möchte, fängt mit Teil 2 an, geht zu Teil 1 rüber und liest anschließend den dritten Band der Reihe. Ich habe sie alle gelesen. Sie sind alle sehr gut und lesenswert.

     

  11. Cover des Buches Die Romanows (ISBN: B002CBBLXK)
    Martha Schad (Hrsg.)

    Die Romanows

    (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Die Entführung des Grossfürsten (ISBN: 9783746617671)
    Boris Akunin

    Die Entführung des Grossfürsten

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Bella5
    Erast P. Fandorin -Reihe, Band 8: 

    Wieder mal ein toller Krimi aus Akunins Feder.  Dieses Mal vergebe ich aber 4,9 von insgesamt 5 Sternen, da es doch gewisse Längen in der Geschichte gab. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, denn ich wollte unbedingt erfahren, wer der Schurke ist. Und dieses Mal hatte ich nicht mit dem Täter gerechnet.


    Akunin lässt die Geschichte dieses Mal aus der Sicht des
     Haushofmeisters der Romanows erzählen. Der Ich-Erzähler ist ein bisschen einfältig und der Zarenfamilie bedingungslos ergeben, doch die Romanows sind dem Untergang geweiht: 

    "Moskau Herbst 1894: Die Krönung des letzten russischen Zaren Nikolai II. steht unmittelbar bevor. Aus diesem Anlaß kommt die hochherrschaftliche Verwandtschaft der Romanows nach Moskau. Doch bei einem ersten Spaziergang im Park werden die Zarenfamilie und ihre Gäste überfallen und der vierjährige Großfürst Mika wird entführt. Fandorin, der diesmal unmittelbar im Auftrag des Herrscherhauses ermittelt, stellt sein ganzes Können unter Beweis. Eine handlungsreiche und spannende Geschichte in höchsten adligen Kreisen Rußlands am Ende des 19. Jahrhunderts, als der Machtverfalls der Romanows bereits deutlich sichtbar wird [...] ."


    Akunin fängt die Dekadenz dieser Zeit sehr gut ein. Falsche Fährten werden gelegt. Afanassi Sjukin, der Haushofmeister, hasst Fandorin inbrünstig, obwohl ihm Erast eigentlich wohlgesonnen ist. Sjukin war mir einfach unsympathisch! "Live your own life!" rät ihm ein englischer Butler. Allein: Sjukin kann es nicht und wird so zur tragischen Figur. Dem Autor gelingt es , die Figuren fantastisch zu charakterisieren und ein Stück Historie lebendig zu machen. 

    Fazit: Ein toller, spannender historischer Krimi. 
  13. Cover des Buches Die Zarinnen Russlands (ISBN: 9783791716527)
  14. Cover des Buches Maria, Kaiserin von Russland (ISBN: 9783806230475)
    Marianna Butenschön

    Maria, Kaiserin von Russland

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Maria, Kaiserin von Russland, ist die Biografie, der als Dorothea Sophie geborenen Prinzessin aus dem Hause Württemberg.  Sie wird, wie viele andere deutsche Fürstentöchter vor ihr und nach ihr, in das Zarenreich verheiratet.

    Es ist nicht leicht, Maria gerecht zu werden. Sie steht anfangs im Schatten ihrer Schwiegermutter Katharina der Großen, die ja selbst eine deutsche Prinzessin war. Als nach deren Tod, Marias Ehemann Paul Zar wird, scheint sie ihre Stellung gefunden zu haben.
    Doch Paul ist unberechenbar und wird letztlich ermordet. Ob und wie viel sie über diesen Staatsstreich gewusst hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Doch ganz ohne Marias Wissen wird er wohl nicht abgegangen sein. Auch bei der Bestellung des Nachfolgers macht Maria keine glückliche Figur. Statt des erstgeborenen Konstantin wird Alexander Zar. der wird jahrelang gegen Napoleon Krieg führen.

    Meine Meinung:

    Wie wir es von Marianna Butenschön gewöhnt sind, erzählt sie anspruchsvoll und detailliert. Die komplexen historischen und politischen Verwicklungen sind anschaulich dargestellt. Sprachlich ein Genuss und mit einigen Abbildungen im Mittelteil eignet sich dieses Buch auch als Geschenk.   

    Fazit:

    Mit dieser Biografie erhält der Leser ein spannend erzähltes Werk zu einer interessanten Persönlichkeit und erhält zusätzlich viel über die russisch-europäische Geschichte. gerne gebe ich hier 5 Sterne.



  15. Cover des Buches Elisabeth von Rußland (ISBN: 9783766702623)
    Tamara Talbot Rice

    Elisabeth von Rußland

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Alexandra – die letzte Zarin (ISBN: 9783458360209)
    Gunna Wendt

    Alexandra – die letzte Zarin

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Es herrscht kein Mangel an Büchern über die Zarin Alexandra, die Gemahlin des letzten russischen Zaren Nikolaus' II. Neben dem Klassiker von Robert Massie ("Nicholas and Alexandra", 1967) gibt es die Biographien von Elisabeth Heresch, Greg King und Carolly Erickson (die Bücher der beiden letztgenannten Autoren liegen auch auf Deutsch vor). Alle diese Werke sind entweder noch im Buchhandel oder aber antiquarisch bzw. in Bibliotheken erhältlich. Es besteht daher überhaupt kein Bedarf an einem weiteren Buch über die Zarin Alexandra, am allerwenigsten an einem Buch, das nur das wiederholt, was man bereits in den älteren Werken lesen konnte. Warum und wozu Gunna Wendt der Alexandra-Literatur einen weiteren Band hinzugefügt hat, bleibt unklar, denn ihrer schmalen Biographie fehlt ein Vorwort. Wendt präsentiert keinerlei neue Fakten oder Erkenntnisse über Leben und Persönlichkeit der Zarin. Das Buch enthält keinen einzigen originellen oder überraschenden Gedanken. Im Schnelldurchlauf - das kleinformatige Buch umfasst gerade einmal 200 Seiten Text, die sich in anderthalb Stunden weglesen lassen - arbeitet Wendt alle zur Genüge bekannten Motive und Themen ab. Da das Buch nichts Neues bietet, ist es unnütz und überflüssig. Einmal mehr rätselt man als Leser, nach welchen Kriterien Verlage ihre Programme gestalten und Manuskripte auswählen.

    Ärgerlich ist nicht nur die mangelnde Originalität des Buches. Wendt erzählt die Lebensgeschichte der Zarin in einem Stil, der an kitschige Groschenromane erinnert. Sie wahrt keine kritische Distanz gegenüber ihren Protagonisten und schwelgt ausgiebig in Zitaten aus den Briefen und Tagebüchern des Zarenpaares. Wendt scheint am schwülstig-schwärmerischen Tonfall dieser Quellen so viel Gefallen gefunden zu haben, dass sie ihn eifrig imitiert. "Als Nicky Alix das erste Mal anschaute, wusste sie, dass sie diesen Blick nie vergessen würde. Hellblaue Augen, die an klare kalte Gebirgsseen auf romantischen Landschaftsbildern erinnerten und dennoch Wärme ausstrahlten" (S. 20). Anstatt den Briefwechsel des Zarenpaares zu nutzen, um den exaltierten und obsessiven Charakter der Beziehung zwischen Nikolaus und Alexandra herauszuarbeiten, ergeht sich Wendt in süßlich-sentimentalen Klischees: "Sie war seine Sonne, die energiespendende Kraft, die ihn stärkte, wärmte und wachsen ließ. Wenn er sie spürte - in seiner Nähe oder in ihren Zeilen - fühlte er sich stark" (S. 192). Es drängt sich der Eindruck auf, dass dieses läppische Buch innerhalb von ein paar Wochen zusammengeschrieben wurde, weil der Verlag schnell noch eine Lücke in seinem Programm füllen musste. Wer schon andere Bücher über die Zarin Alexandra gelesen hat, der kann auf die Lektüre von Wendts schmonzettenhafter Trivialbiographie getrost verzichten. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im August 2014 bei Amazon gepostet)

  17. Cover des Buches Bühne frei für den Tod (Ein Fall für die Countess of Harleigh-Reihe 4) (ISBN: B09QD35MYP)
    Dianne Freeman

    Bühne frei für den Tod (Ein Fall für die Countess of Harleigh-Reihe 4)

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Anna0807

    Frances und ihr Verlobter George Hazelton genießen ihr Leben in London und freuen sich auf ihre baldige Hochzeit. Doch dann steht auf einmal Inspektor Delaney vor der Tür, zusammen mit einer jungen Französin, die sich als Mrs George Hazelton vorstellt. Frances kann nicht glauben, dass George sie getäuscht hat und bereits verheiratet ist. Und Irena Hazelton hat noch mehr zu erzählen, denn sie stellt sich als uneheliche Tochter eines russischen Königs vor. Das kann doch nicht wahr sein! Um den Skandal so klein wie möglich zu halten wird Irena erstmal im Haus von Frances untergebracht. Doch dann wird Irena im Garten von Frances Zuhause ermordet aufgefunden. Die Hauptverdächtige ist schnell gefunden - Frances, Countess von Harleigh.

    Ich bin mittlerweile ein großer Fan der Reihe und habe mich mit großen Erwartungen an diesen Teil der Reihe gewagt, auch da mir der Klappentext sehr gut gefallen hat. Die ersten Seiten dieser Geschichte haben mir dann auch wirklich gut gefallen. Aber leider hat mich die Geschichte dann im zweiten Drittel etwas verloren und ich habe die Ermittlungen als etwas zäh empfunden. Als sich die Handlung dann immer mehr Richtung Finale aufbaute, wurde es aber auf jeden Fall wieder spannender. Das Finale war dann ein wahrer Höhepunkt und hat mich wirklich gefesselt. Diese Auflösung habe ich nicht kommen sehen.

    Frances entwickelt sich auch immer weiter und gefällt mir als Protagonistin weiterhin sehr gut. Auch Hazelton und andere bekannte Nebencharaktere entwicklen sich und wachsen mir immer mehr ans Herz.

    Insgesamt wieder eine sehr spannende Geschichte, aber insgesamt etwas weniger fesselnd als die Vorgänger.

  18. Cover des Buches Die Romanows (ISBN: 9783800412501)
    Edith M. Almedingen

    Die Romanows

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Diesen Sammelband der Kurzbiographien „Die Romanows“ habe ich vor etlichen Jahren geholt, um einen Überblick zu haben, wer wann regiert und wodurch er sich gekennzeichnet hat. Und in dem Sinne erfüllt das Buch den Zweck. Es gibt eine übersichtlichte Ahnentafel im Anhang, die kurz vor Iwan dem Schrecklichen anfängt, zum ersten Romanow übergeht und nur die Romanows auf dem Zarenthron auflistet, samt den Jahren, in denen sie regiert haben. Zudem gibt es die Zeittafel, auch kurz, nur auf einer Seite, die angibt, wer wann regiert hat, angereichert mit Kriegen und Revolutionen. Eine s/w Karte gibt es zum Schluss auf zwei Seiten, die abbildet, wie sich das russische Reich im Laufe der Romanow Regierung vergrößert hatte. Namensregister schließt das Werk ab. Keine Quellen, weiterführende Literatur oder ähnl., was schon seltsam anmutet. Einige s/w Bilder/Fotos, die die Portraits der ersteren Kaiser wie Peter I, Katharina I, Paul I, zeigen, oder auch den letzteren Zar Nikolaus II, seine Frau, die beiden mit Kindern, etc.


    Die Biographien der Zaren sind eher kurz, 30-40 Seiten, in kleiner  Schrift. Sie erzählen das Wesentliche über die überwiegend politische Seite der Regierung des jeweiligen Regenten/Regentin. An sich keine schlechte Idee, denn zum schnellen Nachschlagen eignet sich das Buch recht gut.


    Mein Problem war eher der eingeschlagene Ton, weshalb ich das Buch eher verschmäht hatte und auf besser geschriebene Biographien ausgewichen war. Diese Trockenheit, gepaart mit der Abschätzigkeit der Ausführungen, diese von Oben-herab-Erzählung über das Leben und Wirken der kaiserlichen Familie, haben mich jedes Mal zuverlässig dazu verleitet, das Buch nach paar Seiten zuzuklappen und andere Werke heranzuziehen. Aber immerhin hat dieses Buch geschafft, mich dazu zu bringen, mich näher mit den Romanows zu beschäftigen. Und das war eine sehr schöne und bereichernde Leseerfahrung, denn die Trilogie über die deutsche Prinzessinnen auf dem Zarenthron aus der Feder von Marianna Butenschön, die Biographie der letzten Zarin „Alexandra Romanowa“ von Carolly Erickson, „Little Mother of Russia“ von Corny Hall möchte ich in meinem Leseschatz nicht mehr missen.


    Die Autorin E.M. Almedingen ist laut Klappentext eine studierte Historikerin, die aus einer russisch-englischen Aristokratenfamilie stammt und erst 1922 St. Petersburg in Richtung England verlassen konnte. Dieses Buch hat Copyright von 1966, dt Erstausgabe 1968, Neuauflage 1991. Warum es da keine Quellen gibt, wenn es schon von einer Historikerin geschrieben worden ist, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.


    Fazit: Als grober Überblick über das Wesentliche der Regierung Romanows eignet sich das Buch ganz gut. Man sieht, dass sich die Autorin in der Materie prima auskennt. Aber Spaß machen tun andere Werke o.g. Autoren, die mit viel mehr Liebe und Respekt geschrieben worden sind. Drei Sterne kann ich hier gerade noch vergeben.

     

  19. Cover des Buches Die Hessin auf dem Zarenthron (ISBN: 9783806234367)
    Marianna Butenschön

    Die Hessin auf dem Zarenthron

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Ladybella911

    Eine hessische Prinzessin heiratet aus Liebe den Thronfolger von Russland und wird zu einer mächtigen, vom Volk verehrten und geachteten Kaiserin Russlands.

    Was mit einer Liebesheirat begann sollte 40 Jahre Bestand haben, aber glücklich wurde Maria Alexandrowna, wie sie nach ihrer Heirat genannt wurde, nicht, obwohl sie ihrem Mann acht Kinder gebar.

    In unserem Bewußtsein ist sie nicht verankert, sie war eine Frau, die mehr im Hintergrund agierte, was einerseits ihrer Schüchternheit andererseits der Tatsache, dass am Zarenhof ein äußerst strenges Hofzeremoniell herrschte, zuzuschreiben ist.

    Sie scheint ihren Mann, der als Zar Alexeander II. In die Geschichte einging, sehr geliebt zu haben, negierte sie doch seine Affären und langjährige Geliebten.

    Es ist eine ungeheure Fülle an Informationen, die uns die Autorin, Marianna Butenschön, hier präsentiert, und man ist oftmals verwirrt beim Lesen, vor allem was die vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen angeht, sehr oft begegnen uns die gleichen Namen , aber es sind unterschiedliche Personen.

    Sehr hilfreich sind daher die Bibliographie sowie eine Zeittafel und ein Glossar, welche sich im Anhang befinden, dies vereinfacht die Lektüre ungemein. Schön auch die Bilder in der Mitte des Buches, welche uns einen Eindruck der damals herrschenden Mode geben. Dass sich das Leben des Adels zur damaligen Zeit in äußerst prunkvoller Umgebung abspielte, ist hinreichend bekannt, und man weiß um die zunehmende Unzufriedenheit des Volkes, die sich diese verschwenderische Lebensart nicht länger ansehen wollte.

    Es ist der Autorin bestens gelungen, hier nicht nur ein wissenschaftliches Sachbuch zu schreiben, sondern auch, durch das Einflechten kleiner Anekdoten, die von Zeitzeugen berichtet wurden, ein sehr lebendiges Bild von der Kaiserin, ihrer Familie und ihrem Leben zu schaffen.


    Ein beeindruckendes Buch, welches ich Liebhabern, die gerne gut recherchierte Biographien lesen, ans Herz legen möchte.

  20. Cover des Buches Die Romanows (ISBN: 9783933366337)
  21. Cover des Buches Maria Pawlowna (ISBN: 9783791716435)
  22. Cover des Buches Katharina Pawlowna (ISBN: 9783791718040)
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