Bücher mit dem Tag "rückschläge"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rückschläge" gekennzeichnet haben.

29 Bücher

  1. Cover des Buches Splitterfasernackt (ISBN: 9783426784884)
    Lilly Lindner

    Splitterfasernackt

     (434)
    Aktuelle Rezension von: Soraja_liest
    Inhalt:
    Lilly Lindner erzählt von ihrem Leben. Sie erzählt von ihrem Nachbarn, der sie vergewaltigte als sie erst 6 Jahre alt war und wie sie damit versuchte umzugehen. Oder eben davon zukommen.

    Meine Meinung:
    Da es sich hier um die persönliche Geschichte von Lilly Lindner handelt, kann ich diese nicht "bewerten".
    Jedoch beeindruckte mich ihre "Sprachgewalt" auch in diesem Buch wieder. Diese allein ist ausschlaggebend für die 5 Sterne-Bewertung.

    Es handelt sich hier nicht um leichte Kost und sicherlich nicht um einen Unterhaltungsroman. Vielmehr erzählt uns die Autorin mit ihrem außergewöhnlichen und sehr berührenden Schreibstil aus ihrem Leben.
    Ich möchte nicht sagen, dass ich mit ihr mitfühlen kann oder sie und ihre Entscheidungen verstehe. Das kommt ihrer Erzählung in keinster Weise gerecht. Vielmehr möchte ich zu dem Buch sagen, dass es mich unfassbar gerührt und vor allem mitgenommen und bewegt hat. Dass Lilly Lindner die Kraft und den Mut aufgebracht hat, so viel von ihrem Innersten preiszugeben, ist beeindruckend. Davor kann man nur den Hut ziehen. Und Kraft daraus schöpfen. Und sich inspirieren lassen.

    Ich halte die Autorin für eine außergewöhnliche Frau mit einer wundervollen Begabung zum Schreiben. Und auch wenn es "schwere Kost" ist oder sein könnte, möchte ich gerne noch weitere ihrer Werke lesen.


  2. Cover des Buches Der Platz an der Sonne (ISBN: 9783608962901)
    Christian Torkler

    Der Platz an der Sonne

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    Der 1978 geborene Josua wächst vaterlos in einem Entwicklungsland auf. Seine gottesfürchtige Mutter schafft es mit verschiedenen Gelegenheitsjobs gerade so, ihre drei Kinder zu ernähren, aber eine Wohnung mit fließendem Wasser oder eine höhere Schulbildung kann sie ihnen nicht ermöglichen. Nach seiner Schulzeit arbeitet sich Josua vom Straßenverkäufer zum Parkplatzwächter hoch und fährt irgendwann sogar Taxi. Manchmal erscheint ihm das Glück zum Greifen nah, doch das Schicksal schlägt immer wieder zu und in einer hoch korrupten Diktatur und Mangelwirtschaft ist es nahezu unmöglich, etwas auf die Beine zu stellen. Dabei will Josua doch nur raus aus Elend, Schmutz und Hoffnungslosigkeit. Aber kann ihm das in seiner Heimat überhaupt gelingen – oder ist der einzige Ausweg die Migration ins gelobte Land auf der anderen Seite des Mittelmeers?

    Soweit, so bekannt, mag der ein oder andere jetzt denken – aber Stopp! Christian Torkler beschreibt in „Der Platz an der Sonne“ nicht die Geschichte eines afrikanischen Flüchtlings, der von Europa träumt. Im Gegenteil: Jousa Brenner wächst in Berlin auf, der Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik, die nach drei Weltkriegen immer noch halb in Schutt und Asche liegt, obwohl die reichen afrikanischen Demokratien Entwicklungshilfe leisten und nairobische Partnergemeinden neue Kirchendächer spendieren. Sehnsuchtsziel von Josua und seinen Kumpels ist dann auch Matema im reichen Tanganyika: „Wenn wieder einer weg war, hieß es, der ist in den Süden …“. Doch in seinem leicht schnodderigen Tonfall, der sich durch das gesamte Buch zieht, schildert er auch gleich den Haken an der Sache: Die reichen schwarzen Bongos wollen keine Armutsflüchtlinge. Aber was hat ein perspektivloses Weißbrot wie er schon zu verlieren?

    Torkler betreibt den Perspektivwechsel in „Der Platz an der Sonne“ in einer so detaillierten Konsequenz, dass er mir richtig an die Nieren gegangen ist. Gedanklich nachzuvollziehen, warum ein afrikanischer Flüchtling nach Deutschland kommt, ist das eine – vom Elend im Entwicklungsland Preußen und der Sehnsucht nach Afrika zu lesen, aber etwas völlig anderes. Es braucht kaum noch Fantasie, um sich dieses im Roman sechsgeteilte Deutschland, in dem so einiges schiefgelaufen ist, vorzustellen: den Dreck, die nach drei Kriegen kaum wiederaufgebaute Infrastruktur, Kriegsruinen, schimmelige Wohnungen, scharfe Grenzen und ein komplett korruptes System. Torkler führt seinen Lesern gnadenlos vor Augen, was für ein großer Zufall es ist, in welche Verhältnisse man geboren wird und dass es gar nicht so viele historische Fehlentscheidungen braucht, um ein Land im Chaos versinken zu lassen. Dass die vage Hoffnung auf eine bessere Zukunft reichen kann, um alles hinter sich zu lassen, wird äußerst nachvollziehbar illustriert. Genau wie das Fluchtthema: Hier soll es in umgekehrter Richtung übers Mittelmeer gehen – doch schon der Weg zur Küste ist eine grausame Odyssee, die ihre Opfer fordert.

    „Der Platz an der Sonne“ hat mich stellenweise kalt erwischt und ziemlich deprimiert. Torkler schildert schonungslos, wie das Leben in einem gänzlich anderen Deutschland aussehen könnte. Keine Feelgood-Lektüre, sondern ein harter Perspektivwechsel, der sich absolut lohnt. Man kann seine Komfortzone auch lesend verlassen – und weil Torkler einen auf jeder einzelnen Seite dazu zwingt, bereichert dieses Buch mindestens so sehr, wie es verstört.

  3. Cover des Buches Eisige Umarmung (ISBN: 9783802581991)
    Nalini Singh

    Eisige Umarmung

     (511)
    Aktuelle Rezension von: Sarah_CubeManga

    Ich finde es einfach herrlich, dass man die Geschichte aus vielen verschiedenen Sichtweisen erzählt bekommt und so alle Gedanken und Gefühle der Charaktere ein wenig im Blick hat. Zwischendurch gab es wieder einige Szenen im Rat, aber auch von auf einen anderen Gegenspieler. Das hat mich oftmals sehr neugierig gemacht.
    Auch hier bleibt meine Meinung sehr gleich, was sich wahrscheinlich die ganze Zeit durch ziehen wird. Mir persönlich ist einfach zu viel nackte Haut auf dem Cover.

    Anfangs habe ich mich leider etwas schwer getan. Ich weiß nicht wieso, aber ich bin sowohl mit der Handlung als auch mit Brenna und Judd lange nicht warm geworden. Ich fand es zwar an einigen Stellen schon interessant, aber bis ca. zur Hälfte konnte es mich einfach nicht fesseln. Dann gab es aber irgendeinen Schicksalsmoment zwischen mir und der Geschichte und von da ab, konnte ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Besonders spannend fand ich, dass man diesmal eine Menge Einblicke in die Strukturen der einzelnen Gattung bekommen hat und schon mal grob erklärt bekommen hat, weshalb es zwischen bestimmten Gestaltenwandler-Clane ab und an mal Streitigkeiten gab. Hinzu kommend erfährt man auch einige Pläne vom Rat der Medialen.


    Mit den beiden Protagonisten hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten. Irgendwie bin ich nicht so schnell mit den Beiden warm geworden, wie zum Beispiel mit Sasha und Lucas. Dabei ist besonders Judd ein sehr interessanter Charakter, wie sich im Laufe der Geschichte raus stellt. Ich hoffe, dass er zukünftig noch einige Auftritte haben wird.

    Brenne mag ich dennoch nicht ganz so sehr wie Judd, aber ich sie ist auch irgendwie ganz cool. Ihre beiden Brüder Andrew und Riley feier ich dafür total. Was die da manchmal an Sprüchen von sich geben ist der Wahnsinn.


    Fazit:

    Besonders die zweite Hälfte des Buches hat mich total gefesselt und so einige Fragen aufgeworfen. Ich bin sehr neugierig auf die nächsten Bände. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es da so einige interessante Begegnungen und Inszenierungen geben wird. 

  4. Cover des Buches Die Fettlöserin (ISBN: 9783499631160)
    Nicole Jäger

    Die Fettlöserin

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Sam1980

    Wer hier nach Diätrezepten sucht ist falsch. Wer lachen, leben und mitfühlen mag, der sollte Nicoles Abnehm-Weg  lesen.
    Ich fand das Buch von Anfang bis Ende mehr als unterhaltsam und wunderbar geschrieben. Man fühlte sich mitgenommen und in der Problematik verstanden.
    Dieses Buch macht Mut das eigene Gewicht selbst in die Hand zu nehmen oder es auch einfach sein zu lassen, wenn man meint dass man auch so schön sein könnte.

  5. Cover des Buches Das Herz ist ein einsamer Jäger (ISBN: 9783257242249)
    Carson McCullers

    Das Herz ist ein einsamer Jäger

     (178)
    Aktuelle Rezension von: Tausendléxi

    Carson McCullers schrieb diesen Roman mit gerade Mal 23 Jahren. Er wurde 1940 veröffentlicht. Ich habe ihn nun das zweite Mal gelesen und finde für dieses beeindruckende Buch wohl nicht die richtigen Worte. Doch kurz zum Inhalt:

    John Singer, ein sanfter Taubstummer, ist die tragische Hauptfigur dieser Geschichte. Er übt eine besondere Anziehungskraft auf seine Mitmenschen aus. Sie kommen mit ihren Sorgen zu ihm. 

    Mick Kelly, ein Mädchen in der Pubertät, träumt von Musik und Erfolg. Sie lebt mit ihrer Familie, die mit großen finanziellen Problemen geplagt wird. Mick wird um ihre Träume und ihre Zukunft betrogen.

    Jake Blount, ein zorniger und aufbrausender Revolutionär. Eckt immer wieder mit seinen großen Reden überall an und hält es nie lange an einem Ort aus.

    Biff Brannon, Besitzer eines Cafés, ist ein gütiger, wenn auch schon etwas melancholischer Zeitgenosse.

    Dr. Copeland, will die Ungerechtigkeit aus der Welt vertreiben. Ein großes Ziel für einen schwarzen Mann in den Südstaaten.

    Carson McCullers ist hier ein großartiger Roman über die Einsamkeit gelungen. Sie zeigt auf, dass die Liebe bedingungslos ist. Ihre Protagonisten* sind alle miteinander verbunden. Sie alle scheitern an ihren Träumen und Lebensplanungen. Zu Beginn erscheint John Singer noch als der Erlöser, doch nimmt die Story einen verhängnisvollen Verlauf. Trotz dieser ins Detail gezeichneten Schicksale verliert der Roman nicht an seinem einfühlsamen Charme. Carson McCullers hat mit > Das Herz ist ein einsamer Jäger < ein berührendes Buch mit dem Blick auf das ungeschönte Leben kreirt. Große Leseempfehlung!

  6. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596521487)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

     (2.363)
    Aktuelle Rezension von: AnnikaKemmeter

    Ein großes Stück Weltliteratur. Die Erzählweise ist erstklassig. Die Charaktere nur im Außenblick stereotyp, entfalten ihre Facetten, sobald sich der Autor ihnen zuwendet. Leider hat es auch seine Längen, vielleicht besonders für den heutigen Leser. Aber die Botschaft kommt auf leisen Sohlen und unaufdringlich erst ganz am Ende. Warum geht diese Familie unter? Für mich führt der falschverstandene Stolz und der selbsterzeugte Druck zu den entscheidenden Fehlentscheidungen.

  7. Cover des Buches Mach mir'n Kind (ISBN: B088M29NPK)
    Melanie Amélie Opalka

    Mach mir'n Kind

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Tigermaus76

    NIcht schon wieder ein Buch über Schwangerschaft werden sich viele denken. 

    Doch dieses Buch sticht aus den anderen Büchern heraus. Die Autorin lässt den werdenden Vater zu Wort kommen. Der 1. Teil des Buches konzentriert sich ganz darauf, dass es bei diesem Paar nicht gleich mit der Schwangerschaft klappt und der steinige bzw. oft frustierende Weg dahin. Der 2. Teil widmet sich dann ganz der Schwangerschaft. 

    Die Autorin trifft in jeder Situation den richtigen Ton. Dadurch das so offen die Sorgen und Nöte angesprochen werden, kann man sich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen. Jeder der schon mal in solch einer Situation war, kann das sicherlich gut nachvollziehen. Aber auch diejenigen, bei denen die Schwangerschaft ohne Probleme läuft ist dieses Buch auch gut, um zu zeigen, wie gut man es hat, wenn es sofort funktioniert und alles glatt läuft. 

    Ein sehr gutes Buch, das ich wärmenstens empfehlen kann.

  8. Cover des Buches Der Duft der Kaffeeblüte (ISBN: 9783426513095)
    Ana Veloso

    Der Duft der Kaffeeblüte

     (190)
    Aktuelle Rezension von: NiciX
    Ana Veloso beschreibt das Leben in Brasilien im Allgemeinen und das Leben auf einer Kaffeeplantage im Besonderen so detailliert, interessant und fundiert, als wäre sie tatsächlich 1880 dort gewesen und hätte Vita und Leon Tag für Tag beobachtet. Einfach große Klasse!
  9. Cover des Buches Abels Tochter (ISBN: 9783453422049)
    Jeffrey Archer

    Abels Tochter

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Harry_Robson

    Nach dem Erfolg von Ksin und abel mußte die Geschichte ja weitergehen. Mir hat es nicht gefallen. Zu langatmig, etliches aus dem ersten Band wird wiederholt, und zum Schluß hin entwickelt sich die Geschichte immer unwahrscheinlicher. Weniger wäre mehr gewesen.

  10. Cover des Buches Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (ISBN: 9783103479058)
    Golo Mann

    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Auf den ersten Blick schreckt das Buch zum Lesen sicher so manchen ab, was nicht nur am Umfang, sondern auch am etwas sperrigen Titel liegt. Heute ist es ja geradezu modern nur wenige Jahre der Geschichte herauszugreifen oder ein einzelnes Thema. An eine solche, über Jahrzehnte reichende Darstellung wagt sich kaum mehr ein Historiker.

    Das Buch überzeugt durch seinen ungewöhnlichen Stil und die fulminante Sprache. Breit gefächert werden viele Hintergründe beleuchtet und dargestellt, die zum Verständnis der Geschichte und der Entscheidungen der Akteure wichtig sind und in anderen Geschichtswerken, die sich auf das bloße Vermitteln von Fakten beschränken fehlen. Entsprechend setzt das Buch geschichtliches Grundwissen unbedingt voraus und ist für jeden, der einmal schnell einen Einstieg erhalten möchte nicht geeignet.

    Für den Leser, der bereits ein gutes Wissensfundament hat, ist dieses Buch aber immer noch eine absolute Empfehlung.

  11. Cover des Buches Gewundene Pfade (ISBN: 9783963620720)
    Irma Joubert

    Gewundene Pfade

     (14)
    Aktuelle Rezension von: LEXI

    Das Leben verläuft manchmal auf seltsamen, gewundenen Pfaden.

    „Das Leben verläuft manchmal auf verschlungenen Pfaden, aber trotzdem passiert immer das, was Gott im Himmel vorherbestimmt hat.“

    Die vier Freundinnen Aletta „Lettie“ Louw, Christine le Roux, Klara Fourie und Annabel de Vos wachsen im Bosveld in Südafrika auf, absolvieren die Schule, erleben ihre erste Liebe und sind einander bei all den kleinen und größeren Enttäuschungen des Lebens eine Stütze. 

    „Ich werde die bestmögliche Ärztin werden. Ich gehe ins Bosveld zurück, um meinen eigenen Leuten zu helfen, sodass irgendwann alle von Lettie Louw sprechen werden, der Ärztin des Bosveldes.“

    Während die intelligente Lettie schon in jungen Jahren den Wunsch verspürt, Medizin zu studieren und die Hausarztpraxis ihres Vaters zu übernehmen, geht ihre beste Freundin Christine zur Armee, um mit kranken Menschen zu arbeiten. Klara wiederum verliebt sich in einen attraktiven italienischen Kriegsgefangenen, die verführerische Schönheit Annabel zieht es als Journalistin nach London. Irma Jouberts Beschreibung der Geschicke dieser vier unterschiedlichen Frauen umfasst einen Zeitraum von fünfzig Jahren. Politische Turbulenzen, der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, unerfüllte Hoffnungen und zerplatzte Träume bilden die Rahmenhandlungen dieses Buches. Kriegsereignisse, insbesondere die Judenverfolgung, sowie die damals dramatisch verlaufende Polioerkrankung werden geschickt mit der Lebensgeschichte der vier Frauen verwoben. Wer „Hinter dem Orangenhain“ aus der Feder dieser grandiosen Autorin kennt, wird sich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren freuen. Den vier Protagonistinnen wird die größte Aufmerksamkeit zuteil, ihre Ehemänner und Kinder fungieren gemeinsam mit weiteren interessanten Charakteren als Nebenfiguren dieser Geschichte. Das Beiwohnerkind Pérsomi Pieterse spielt als intelligente und erfolgreiche Anwältin eine relevante Nebenrolle, ebenso wie Klaras Brüder Boeli und De Wet Fourie und die Geschwister Marco, Antonio und Lorenzo Romanelli. Ein Personenregister zu Beginn des Buches erleichtert die Orientierung und erläutert die Verwandtschaftsverhältnisse der einzelnen Familien.

    Die gelungenen Charakterzeichnungen und der einnehmende Schreibstil Irma Jouberts sorgten dafür, mich regelrecht an das Buch zu fesseln und mich mit den handelnden Figuren zu identifizieren. Besonders Letties und Marcos Leben verläuft wie ein gewundener Pfad, sie werden auf Wege geführt, die nicht so einfach zu gehen sind. Tragische Verluste, prägende Erfahrungen, Hürden, die sie zu überwinden haben und der lange Weg zu ihrem Glück werden vortrefflich beschrieben.

    „Manchmal bricht deine ganze Welt zusammen und es bleibt nichts von ihr über, aber man bekommt immer wieder die Kraft, aufzustehen. Manchmal ist der Weg einfach nur zu steil. Du darfst nur nie mit dem Laufen aufhören. Auch die elendste Zeit geht irgendwann vorbei.“

    Der christliche Glaube nimmt bei Irma Joubert stets einen hohen Stellenwert ein, die christliche Botschaft wird in die Handlung eingeflochten und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. 

    Fazit: „Gewundene Pfade“ hat mir durch die interessante Handlung, einen wunderschönen Schreibstil, tiefsinnige Einsichten, große Emotionen sowie facettenreiche Charaktere großes Lesevergnügen bereitet. Der Roman hat mir ausgezeichnet gefallen. Fünf Bewertungspunkte und eine begeisterte Leseempfehlung dafür!


  12. Cover des Buches Du stirbst nicht (ISBN: 9783442741137)
    Kathrin Schmidt

    Du stirbst nicht

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Sunny225
    Nach 3 Wochen auf der Intensivstation aufgrund eines geplatzten Aneurysmas kommt Helene Wesendahl langsam wieder zu Bewusstsein. Sie ist halbseitig gelähmt und vollkommen auf ihre Mitmenschen angewiesen, muss sich ihre Vergangenheit und vor allem ihre Sprache mühselig wieder erarbeiten. Insbesondere das erste Drittel dieses verdientermaßen 2009 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Buches hat mich sehr beeindruckt. Das erste Kapitel ist passenderweise mit „Wimpernschläge“ überschrieben. Helene kommt immer nur kurz zu Bewusstsein, nimmt ein paar Worte oder Bewegungen auf und versucht, diese zu verarbeiten, sich daraus ihre Situation und ihre Erinnerungen zu erklären, dämmert vor sich hin, träumt. Die Schilderung der Anstrengungen und zum Teil verzweifelten Bemühungen sich Stück für Stück wieder eine gewisse Selbständigkeit zu erarbeiten, merkt man an, dass die Geschichte teilweise autobiografisch ist. Interessant, dass direkt nach dem gewonnenen Kampf ums Überleben am Wichtigsten war, die eigene Identität, die Erinnerungen, Standpunkte und das Verhältnis zu den Mitmenschen wiederzufinden. Wie wichtig dabei die Sprache ist, die richtigen Worte zu finden, und die Verzweiflung - gerade als Schriftstellerin - wenn dies nicht gelingen will. Der Mensch als soziales Wesen ist von den Beziehungen zu seinen Mitmenschen abhängig. Gerade in der Situation, wo er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder noch nicht wieder für sich selbst sorgen kann, ist es wichtig, zu wissen, in welchem Verhältnis man zueinander steht. Schade nur, dass mit immer mehr Unabhängigkeit auch wieder immer mehr Egoismus aufkommt. Eine sehr bewegende Geschichte, die mich nachdenklich zurücklässt.
  13. Cover des Buches Academy of Arts. Herzensmelodie (ISBN: 9783551302557)
    Sina Müller

    Academy of Arts. Herzensmelodie

     (36)
    Aktuelle Rezension von: viktoria162003

    Meinung

    Ich hatte mal wieder Lust auf eine schöne Romanze mit ein wenig Drama und das erhält man in diesem Buch.

    Die Autorin hat einen schönen Schreibstiel und so kann man der Geschichte leicht folgen. Geschildert wird das Ganze im Perspektivwechsel von Toni und Vincent.

    Ich mochte das Buch aber das Kennenlernen der beiden hat sich ein klein wenig widersprochen. Anfangs wirkt es eben wie ein Zufall, doch im Laufe des Buches hatte ich das Gefühl als versucht die Autorin es eher wie geplant aussehen zu lassen. Aber gut, wenn man sonst nichts zu meckern hat.

    Nach den ersten Absagen erhält Toni die Einladung zur Academy und nimmt diese natürlich an. Dort angekommen muss sie sich  vielen neuen Aufgaben stellen und vor allem ihren Gefühlen gegenüber Vincent.

    Dem geht es ähnlich und muss sich seinen neu aufkommenden Gefühlen stellen und dabei alte wieder abarbeiten.

    Wie oben schon verraten mochte ich das Buch wirklich sehr gerne nur hatte ich es mir irgendwie ein klein wenig spannender vorgestellt.

    Hauptthema ist wohl neben der Romanze das Innenleben der beiden. Toni die neben der Musik zum ersten mal erfährt wie es ist Freundinnen zu haben und sich ein wenig mehr gehen zu lassen und Vincent muss den Tod seiner Mutter überwinden und lernen das er nicht alle Erwartungen erfüllen oder gerecht werden muss.

    Dabei ist die Romanze ein kleines zartes hin und her. Ich hätte sie mir einfach ein wenig spannender gewünscht. Vincent ist nach meiner Vorstellung überhaupt kein Bad Boy und auch seine “Vergangenheit” zeigt nichts in diese Richtung. Er ist für mich eben ein normaler junger Mann der sogar ziemlich vernünftig zu sein scheint.

    So ist die Romanze zwar trotzdem schön, aber so richtig gepackt hat sie mich nicht. Irgendwie hätte ich mir ein noch tieferes durcheinander gewünscht das einfach für mehr Herzklopfen gesorgt hätte.

    Die Charaktere sind ganz schön und wirken auch realistisch. Toni ist ein ziemlich nettes Mädchen das eben einfach ihre Leidenschaft beim Geigenspielen entdeckt hat.

    Der ganz und gar nicht Bad Boy Vincent ist ebenfalls schön ausgearbeitet. Durch den Perspektivwechsel erhält man bei beiden einfach genügend Einblicke um sie eben realistisch erscheinen zu lassen. Auch ihre Handlungsweise kann man gut nachvollziehen.

    Das Ende ist ganz nach meinem Geschmack und es wurde durch einen Unfall auch tatsächlich ein wenig spannend, leider eben etwas zu spät aber trotzdem.

     

    Fazit

    Ein schönes Buch für zwischendurch. Die Romanze ist ganz schön, auch wenn ich sie mir ein klein wenig aufregender gewünscht hätte. Im gesamten fehlt mir einfach ein wenig mehr Spannung, nur das Gefühlsleben der Charaktere – das allerdings wirklich schön ausgearbeitet wurde, reichte mir einfach nicht. Daher gibt es 3 Sterne von mir.

  14. Cover des Buches Es war einmal ein Land (ISBN: 9783518460863)
    Sari Nusseibeh

    Es war einmal ein Land

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Tresckow
    Der Autor Sari Nusseibeh stammt aus einer alten arabischen Familie ab, die Ihre Abkunft bis fast in die Zeit des Propheten Mohammed zurückverfolgen kann. Dies gibt ihm offensichtlich das Selbstvertrauen und die Charakterstärke sowohl auf die Israelische Machtausübung als auch die Palästinensichen Unzulänglichkeiten mit Gelassenheit und Humor zu reagieren. Angesichts der aktuellen Bilder fragt man sich natürlich, ob das die angemessen Reaktion auf den Konflikt dieser beiden Völker, die sich jetzt schon über 80 Jahre mehr oder weniger mörderisch um diesen kleinen Zipfel Land streiten. Desto mehr ich in der Autobiographie Nusseibehs lese, desto stärker bin ich der Meinung, dass das der einzige Ansatz ist, den Konflikt in neue Bahnen zu lenken. Verständnis für die andere Seite aufzubringen ohne die eigenen Interessen und Verwundungen zu vergessen. An der Empathie für den "anderen" mangelt es aber auf beiden Seiten. Nusseibeh gibt immer wieder Beispiele wie man sich mit intelligenten und friedlichen Mitteln gegen Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit wehren kann. Leider sind auf beiden Seiten Menschen mit dem Hang zu einfachen militärischen Lösungen an den Schalthebln der Macht. Ein Mann wie Nusseibeh könnte an der richtigen Stelle den Unterschied machen. Ich bin zwar schon Ende der 90er angelangt und bekomme gerade sehr anschaulich in Erinenrung gerufen wie der Friedensprozeß zu einem traurigen Ende kam und welch unrühmliche Rolle die Hamas aber auch heute Verantwortliche wie Barak dabei gespielt haben.
  15. Cover des Buches Leben des Galilei (ISBN: 9783518427477)
    Bertolt Brecht

    Leben des Galilei

     (582)
    Aktuelle Rezension von: Karla_die_Freie

    Das Leben des Galilei wurde sehr interessant geschrieben. Das Buch habe ich in der Schule gelesen und es war auf gar keinen Fall langweilig. 

  16. Cover des Buches Ich kann dich sehen (ISBN: 9783442381999)
    Jaye Ford

    Ich kann dich sehen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Unter der Sonne Afrikas (ISBN: 9783442365272)
    Neely Tucker

    Unter der Sonne Afrikas

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Der Beobachter (ISBN: 9783453304833)
    Edgar Pangborn

    Der Beobachter

     (1)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Marsianer leben unerkannt als Beobachter unter uns und beeinflussen die Menschheit in die gewünschte Richtung. Die kann gut oder böse sein, je nach der Art der Beobachter. Das Buch schildert aus der Sicht eines "guten" den Kampf um die Beeinflussung eines mit Potential versehenden Jungen Angelo. Ein auf sehr hohem Niveau versehener schriftstellerischer ausgereifter Roman.
  19. Cover des Buches Danke, dass ich kommen durfte (ISBN: 9783827011978)
    Lorrie Moore

    Danke, dass ich kommen durfte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    In acht Kurzgeschichten stellt Lorrie Moore ihren Lesern zahlreiche Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen vor.
    Da gibt es z.B. den Ehemann, der zum ersten Mal wieder mit einer anderen Frau ausgeht. Er kann seinen Ehering leider nicht mehr vom Finger lösen und die neue Bekannte, die er kennen gelernt hat, kann sich leider nicht mehr aus der ungesunden Partnerrolle zu ihrem Sohn lösen.
    Oder eine Frau, die um ihre verstorbene Freundin trauert und ein schlechtes Gewissen hat, da sie den Besuch bei ihr am Vortag aus Müdigkeit verschoben hat. Unverhofft "begegnet" sie ihrer Freundin dann aber doch noch ein letztes Mal...
    Die einzelnen Geschichten haben mehr oder weniger ein offenes Ende, wie ich finde. Der Leser kann sich seine eigenen Gedanken zur Geschichte machen und sich überlegen, wie es wohl weiter gehen könnte. So bleiben in der Geschichte mit der trauernden Frau z.B. viele Punkte ungeklärt, die zum Nachdenken einladen.
    Die Autorin schreibt über Situationen, in die generell jeder kommen kann bzw. über Situationen, die man selbst schon erlebt hat. Die Identifikation mit den Charaketeren fällt daher recht leicht.
    An einigen Stellen wirken Lorrie Moores Beschreibungen ein wenig skuriell und sorgt damit für so manches Schmunzeln bei ihren Lesern.
    Letztendlich eint aber alle Protagonisten eins. Sie befinden sich an einem kritischen Punkt in ihrem Leben. Danach sind sie vermutlich nicht unbedingt glücklicher, doch sie können stolz auf sich sein, dass sie die Situation gemeistert haben.
  20. Cover des Buches Ich will leben
    June Opie

    Ich will leben

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Bankier der Barmherzigkeit: Friedrich Wilhelm Raiffeisen (ISBN: 9783761559215)
    Michael Klein

    Bankier der Barmherzigkeit: Friedrich Wilhelm Raiffeisen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Der Name Raiffeisen ist mir, wie wahrscheinlich den meisten, ein Begriff, da ich diesen durch die Raiffeisenbanken, die in meiner Gegend zahlreich vertreten sind, kenne. Jedoch war mir der Begründer, Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 – 1888), nicht bekannt. Der Autor, Prof. Dr. Dr. Michael Klein, ist ein ausgesprochener Kenner der Geschichte von Raiffeisen; er hat über ihn promoviert. Hier erzählt er vom Leben des Genossenschaftsgründers.

    Erster Eindruck: Ein auffallend kleines Buch, sowohl in der Grösse (12,5 x 19,5 cm), als auch im Umfang (nur 95 Seiten). Die Seiten sind sehr dicht beschrieben, zudem erscheint mir die Schrift etwas klein. Es hat mehrere Fotos und Abbildungen in Schwarz-Weiss. Mir gefallen Titel und Cover sehr gut.

    Der Autor erzählt u.a. von der Kindheit von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Der Vater hat die Familie in grosse Bedrängnis getrieben, da er sich aus der sogenannten Armenkasse, für deren Verwaltung er zuständig war, für seine eigenen Zwecke bediente. Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat sich später in all seinen Jahren in der Öffentlichkeit, soweit bekannt, niemals Dritten gegenüber zu seinem Vater geäussert. Seine Mutter musste neun Kinder ohne Beistand ihres Mannes grossziehen.
    Raiffeisen war ein gottesfürchtiger Mann, der sich nicht nur für sein eigenes Wohl einsetzte, sondern ganz im Gegenteil dafür sorgte, dass es anderen, die weniger hatten, möglich war, ihre Situation zu verbessern. Mich hat beeindruckt, dass Raiffeisen sich nicht entmutigen liess, auch wenn er etliche Rückschläge, seien diese privater oder beruflicher Natur, hinnehmen musste. So hatte er selbst gesundheitliche Probleme, die später fast zu seiner Erblindung führten, er verlor früh seine Frau und war mit kleinen Kindern alleine, zudem gab es beim Aufbau seiner „Darlehenskassen-Vereine“ zum Teil massive Ablehnungen und auch Enttäuschungen. Doch Raiffeisen hat sich stets auf seinen Glauben berufen und für die Solidarität und Nächstenliebe weitergemacht.
    Es wird sein Testament abgedruckt, das er kurz vor dem frühen Tod seiner Frau geschrieben hat. Interessant war dabei seine Angst vor einem Scheintod, denn er forderte, dass bei seinem Ableben das Herz entnommen und neben seinem Leichnam in den Sarg gelegt werden solle.
    Durch die vorher erwähnte Augenproblematik konnte er seinen Beruf als Bürgermeister nicht mehr ausüben und wurde 1865 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Da seine „Darlehenskassen-Vereine“ ihm kein Geld einbrachten, hat er einen Weinhandel aufgebaut, der – zusammen mit einem bescheidenen Ruhegehalt – seine finanziellen Verhältnisse sicherte.

    Die Geschichte mit den vielen Auszügen aus Briefen, Statuten, Protokollauszügen und Tagebucheinträgen hat mir sehr gut gefallen. Dafür gäbe ich grundsätzlich 5 Sterne. Doch die dicht beschriebenen Seiten haben meinen Lesefluss und meine Lesefreude etwas gebremst. Ich finde, das Buch hätte ein grösseres Format mit einem „luftigeren“ Layout verdient. Mir ist bewusst, dass das Buch sodann zu einem höheren Preis angeboten werden müsste, aber das Buch wäre es auf jeden Fall wert. Zudem hätte ich im Anhang gerne einen kurzen Lebenslauf mit ein paar wichtigen Stationen seines Lebens und Wirkens gehabt. Von mir gibt es insgesamt 4 Sterne.
  22. Cover des Buches Stand alone / Das Forrest-Gump-Prinzip oder Die Wiederentdeckung der Einfachheit (ISBN: 9783589236688)
  23. Cover des Buches Die Schattenregierung (ISBN: 9783897064287)
    Jürgen Elsässer

    Die Schattenregierung

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Sir William Siemens (ISBN: 9783406751332)
    Wolfgang König

    Sir William Siemens

     (1)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    William Siemens (eigentlich Wilhelm von Siemens), 1823 – 1883, gehörte zusammen mit seinen Brüdern Werner und Carl zu den Gründerpersönlichkeiten des bekannten Unternehmens Siemens. Werner arbeitete in Deutschland, Carl übernahm das Russland-Geschäft und William baute den englischen Siemens-Zweig auf. Ein innovativer und umtriebiger Maschinenbauer, Ingenieur und Unternehmer mit internationaler Reputation, dessen Entwicklungen jedoch nicht ohne massive Rückschläge blieben. Er beschäftigte sich unter anderem mit dem Telegrafiesystem, metallurgischen Innovationen und der Einsparung von Energie.

    Erster Eindruck: Das nachträglich colorierte Foto von William Siemens auf dem Cover des Schutzumschlages gefällt mir gut (auch wenn ich kein Fan von Schutzumschlägen bin). Der Leineneinband mit Lesebändchen ist sehr hochwertig; das Buch ist gewichtmässig eher schwer. Sehr viele Fotos und Abbildungen – für mich ein grosses Plus bei Biografien.

    Das Buch ist wie folgt aufgebaut: 1. Herkunft, Jugend und Ausbildung; 2. Aufbruch nach England; 3. Das englische Siemens-Geschäft; 4. Weltbürger zwischen Deutschland und England; 5. Cluster technischer Innovationen; 6. Wissenschaftliche Arbeiten zur Sonne; 7. Eine Bilanz; 8. Nachleben. Abschliessend folgt ein umfangreiches Quellenverzeichnis (rund 50 Seiten!).

    Da ich selbst einst meine Ausbildung in der Maschinenindustrie gemacht habe, ist mir das technisch-industrielle Umfeld nicht gänzlich fremd, doch habe ich selbst keine Kenntnisse über das Telegrafiesystem oder die Metallurgie. Ich lese sehr gerne Biografien, da ich unwahrscheinlich viel über einen Menschen und sein Leben, seine Tätigkeiten und mir unbekannte Bereiche erfahre. Zu Beginn wird erklärt, wieso im Buch zeitweilig von Wilhelm bzw. später von William die Rede ist: Geboren als Wilhelm in Deutschland (als siebtes von insgesamt vierzehn Kindern!), migrierte er später nach England, wo er sich einbürgern liess und fortan William nannte.

    Es gäbe viele aussergewöhnliche Punkte zu erwähnen, hier nur ein paar Beispiele:
    - William war sehr sprachbegabt und konnte bei internationalen Treffen bei Sprachproblemen seiner Kollegen als Übersetzer fungieren.
    - Er war sehr engagiert und übernahm zig Ämter in verschiedenen wissenschaftlichen Vereinen und Institutionen.
    - Die Themen Energie und Umwelt waren für ihn sehr wichtig. Er hat z.B. 1881 bei einer Preisverleihung über die fünf Arten der Verschwendung referiert: Zeit, Lebensmittel, persönlichem Einsatz, mechanischer Energie und Material.
    - William hielt mindestens 133 Patente, z.B. für Dampfmaschinen, Gasmotoren, Wasserhebewerke, Messapparate, Glasmanufaktur, Eisenpanzerung, Telegraphen.
    - Auch wenn es massive Rückschläge finanzieller Art gab, hat er nie aufgegeben – das macht wohl einen erfolgreichen Unternehmer aus.
    - In den frühen 1870er-Jahren hat er eine Pensionskasse eingerichtet, die bei Tod oder Krankheit Zahlungen leistete. Der Aufwand von einem Prozent wurde durch die Firma getragen. Sehr fortschrittlich!
    - Als er im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Sturzes verstarb, wurde er mit einem Gedenkfenster in der Westminster Abbey geehrt.

    Diese Biografie ist der Abschluss der Trilogie um die bekannten Siemens-Brüder Werner, Carl und William. Es sind beeindruckende Leistungen, von denen hier die Rede war. Wenn ich mir nur vorstelle, dass vor über 150 Jahren ganz andere Bedingungen als heutzutage herrschten, erhalten die beschriebenen Innovationen noch einen höheren Wert. Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen und ich kann hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung abgeben – 5 Sterne.

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