Bücher mit dem Tag "rückzug"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rückzug" gekennzeichnet haben.

29 Bücher

  1. Cover des Buches Nächte, in denen Sturm aufzieht (ISBN: 9783499017391)
    Jojo Moyes

    Nächte, in denen Sturm aufzieht

    (244)
    Aktuelle Rezension von: Stefy87

    Liza McCullen hat eine traurige Vergangenheit und versucht, diese zu vergessen, indem sie mit ihrer Tochter Hannah nach Silver Bay zieht, eine Küste in Australien mit unberührten Stränden, ein Hotspot für Wale und Delfine, die dort leben.

    Sie führt ein abenteuerliches Leben, denn sie fährt täglich weit hinaus aufs Meer und bietet Walbeobachtungen an. Als sie jedoch Mike, einem charmanten Engländer, begegnet, der ganz andere Gedanken hat, als nur Urlaub zu machen… rückt ihre Vergangenheit wieder näher…

    Ich fand die Geschichte super spannend. Das Setting in Australien mit den Walen, Delfinen und dem Meer ist einfach etwas anderes und macht die Geschichte besonders. Gleichzeitig ist es eine Liebesgeschichte, eine Verbindung zu der Familie und Freunden, die mit einer traurigen, erdrückenden Vergangenheit verbunden ist. Diese erfährt man erst relativ spät richtig, obwohl sie immer wieder eine Rolle spielt (ohne zu spoilern).

    Die Charaktere sind sehr interessant und unterschiedlich. Man taucht richtig in ihre Leben ein, und ihre Geschichten werden nicht oberflächlich, sondern eher tiefgründig erzählt. Die Kapitel hatten für mich die ideale Länge, sodass die Spannung durchgehend erhalten blieb. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven der Protagonisten wird die Geschichte zusätzlich sehr fesselnd.

    Für mich wieder ein tolles Buch von Jojo Moyes – ich habe es einfach geliebt!

    Im Leben gibt es immer eine Lösung….

  2. Cover des Buches Secret Sins - Stärker als das Schicksal (ISBN: 9783734104770)
    Geneva Lee

    Secret Sins - Stärker als das Schicksal

    (304)
    Aktuelle Rezension von: M_M

    Als ich mit “Secret Sins” angefangen habe, wusste ich noch nicht ganz in welche Richtung dieses Buch laufen wird. Und das Buch hat mich überzeugt, obwohl es ein paar Stellen gab, wo ich mir mehr tiefe gewünscht hätte.

    Was ich als positiv empfunden habe, waren die Kapitel aus der Vergangenheit, welche genau richtig eingebaut wurden und genau dort spürt man die schmerzhaften Erfahrungen. Die Vergangenheit zeigt natürlich die Problematik. Aber ich muss gestehen, dass ich den Übergang von Gegenwart zu Vergangenheit sehr verwirrend fand. Und es gab eine Stelle, wo ich mir mehr Aufklärung gewünscht hätte, aber leider kam diese Thema erst wieder kurz vor dem Ende dran und zeigte auf, was es wirklich mit der Person gemacht hat.

    Eine weitere Stelle, wo ich mir mehr bzw. tiefere Aufklärung gewünscht hätte, war die OP um die Implantate für den gehörlosen Sohn, es kam mir so rüber, als würde man ohne die Sicht auf das Risiko alles auf die leichte Schulter nehmen.

    Aber dafür wurde das Thema Sucht ausführlich behandelt und zeigt die verschiedenen Schwierigkeiten und deren Auswirkungen auf betroffene und ihr Umfeld.

    Im großen und ganzen waren Jude und Faith sympathische Protagonisten, ich hätte mir vielleicht mehr Perspektiven aus seiner Sicht gewünscht, aber ich fand es toll zu lesen, wie beide den Alltag meistern trotz ihrer Vergangenheit und das besonders Faith alles tut, damit Max wohlbehütet aufwachsen kann.

    Die Verwirrung an manchen Stellen hat sich definitiv gelohnt, denn am Ende ergibt alles Sinn., da hat sich auch die Spannung gelohnt. Das Buch hat mir definitiv gezeigt, dass ich vor einem weiteren Buch der Autorin nicht abschrecken werde.

  3. Cover des Buches Winter in Maine (ISBN: 9783442747597)
    Gerard Donovan

    Winter in Maine

    (329)
    Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt

    "Vielleicht gibt es für viele Dinge gar keinen Grund, und sie passieren nur, weil die Menschen sie tun." (S. 64)

    Als Julius Hund und treuer Gefährte Hobbes eines Tages vorsätzlich erschossen wird, beschließt er sich zu rächen.

    Der eigenbrödlerische Mann, der einsam und zurückgezogen in einer abgelegenen Hütte in den Wäldern von Maine lebt, die vollgestopft ist, mit den über 3000 Büchern seines verstorbenen Vaters und Erinnerungen an eben diesen und den Großvater, hat alles verloren, was er liebt, einschließlich seiner Moralvorstellungen.

    Mit dem Gewehr seines Großvaters und der Literatursammlung seines Vaters als Stütze (im Hinterkopf) zieht er in seine persönliche Schlacht. 

    Sprachlich wirklich gelungen, atmosphärisch düster, inhaltlich leider  aufgrund der Brutalität nicht unbedingt mein Geschmack.
    Das war mir persönlich etwas zu viel des Guten und nicht unbedingt (logisch) nachvollziehbar.

  4. Cover des Buches Der jüdische Patient (ISBN: 9783462047042)
    Oliver Polak

    Der jüdische Patient

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Oliver Polaks Bericht aus der Psychiatrie, vielen Dank für die Lesung im Alten Schlachthof in Lingen! Was die psychischen Leiden angeht und einem diese Krankenhäuser auch nicht ganz fremd sind,  hat man einiges wiedererkannt, so schlimm wie Oliver hatte es mich damals aber zum Glück nicht erwischt. Die Beschreibungen der Verwirrungen, Angstzustände usw. sind schon sehr treffend, mutig so was öffentlich zu machen. Und man ist natürlich nach wie vor sprachlos, mit welchen Gedanken- bzw. Taktlosigkeiten bis hin zu offenen Vorurteilen und Antisemitismen jüdische Menschen in Deutschland klarkommen müssen, wunderbar daß der Autor diese Menschen als das "Dreckspack" bezeichnet, das sie sind. Nur bei der Udo-Jürgens-Verehrung gehe ich nicht mit, auch wenn ich seine sozialkritischen Texte natürlich kenne. Toller Autor, sehr gelungenes Buch!

  5. Cover des Buches Mein drittes Leben (ISBN: 9783257248340)
    Daniela Krien

    Mein drittes Leben

    (224)
    Aktuelle Rezension von: marcialoup

    Ein Roman, der in ruhiger Sprache ganz viele wichtige Details beleuchtet...
    Im Vordergrund steht Lindas Leben, das von einem Schicksalsschlag in den nächsten schlittert: der plötzliche Tod ihrer Tochter, die Trennung von ihrem Mann, aufkommende Einsamkeit...
    Durch Erinnerungen und Rückblenden versucht Linda zu verarbeiten, was sich in ihr anhäuft.
    Begleitet wird sie dabei von ihrem Hund, den sie von der Besitzerin des Hauses übernommen hat, deren Haus sie gekauft hatte. Dabei kommt eine neue Linda heraus, unabhängig davon, ob Linda so sein möchte oder nicht. Weil das Leben einen mitentwickelt...

    Es ist ein leises, doch sehr eindringliches Buch, das mit klarer, aber schöner Sprache mitzieht und berührt. Es behält trotzdem eine subtile Distanz, bei der ich manchmal Mühe hatte, dabei zu bleiben.

  6. Cover des Buches Nebenan funkeln die Sterne (ISBN: 9783736306882)
    Lilly Adams

    Nebenan funkeln die Sterne

    (183)
    Aktuelle Rezension von: Bemyberlinbaby

    Emma hat sich eine glamouröse Scheinwelt im Internet aufgebaut. Ihre Follower beneiden sie um ihr tolles Leben und die vielen schönen Dinge, die sie erlebt. Keiner von ihnen ahnt, dass das alles nur erfunden ist und sich ihr Leben quasi ausnahmslos in ihrem Apartment abspielt. Der Schutz ihrer Einsamkeit wird plötzlich gestört, als ein fremder Mann in die Nachbarwohnung einzieht. Fortan teilen sie sich die Dachterrasse und Emma weis kaum noch wohin mit sich. Sie kämpft damit, ihre sichere Zuflucht verloren zu haben und wünscht sich gleichzeitig sich auf ein offeneres Leben einlassen zu können. Mit kleinen Schritten wagt sie sich Stück für Stück nach draußen, doch ihre Scheinwelt und all die dazugehörigen Lügen beginnen sie einzuholen. 

    Ein schöner Roman mit viel Tiefgang und Hoffnung. 

  7. Cover des Buches Die Liebe kommt auf Zehenspitzen (ISBN: 9783404180097)
    Kristina Günak

    Die Liebe kommt auf Zehenspitzen

    (102)
    Aktuelle Rezension von: Booklove_by_M

    "Die Liebe kommt auf Zehenspitzen" ist ein wirklich zauberhaftes Wohlfühlbuch❤️ 

    Lucy und Ben waren mir von Beginn an sehr sympathisch. Besonders mit Lucy konnte ich mich sehr schnell identifizieren. Das sich ihre Romanze so langsam entwickelt und unterschwellig trotzdem immer greifbar ist, war großartig umgesetzt. Auch die Nebencharaktere waren sehr liebenswert beschrieben und man ist fast traurig nicht selbst in dem.kleinen Dorf zu wohnen.

    Sehr empfehlenswert🥰

  8. Cover des Buches Sommertraum mit Aussicht (ISBN: 9783596033386)
    Brenda Bowen

    Sommertraum mit Aussicht

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Nichmeinschuld

    Lottie und Rose leben in total verschieben Welten. Doch beide brauchen eine Auszeit aus ihrem Trott und ihren Problemen.

    So kommt es, dass sie sich gemeinsam auf einen Aushang für ein Ferienhaus melden und beschließen es für einen Monat zu mieten.
    Weil es groß genug ist stoßen noch zwei weitere unruhige Seelen dazu.
    Kaum sind alle angekommen wird klar, dass da ein sehr bunt gewürfelter Haufen Charaktere aufeinander trifft und eine interessante Zeit bevorsteht.
    Der Schreibstil des Romans hat mir sehr gut gefallen. Und auch der Anfang der Geschichte hat mir sehr zugesagt. Irgendwann in der Mitte ist es mir etwas zu verworren mit den verschiedenen Persönlichkeiten und Gefühlen geworden.

    Alles in allem ist es ein schöner sommerlicher Roman. Besonders die beschriebene Idylle auf der Insel hat mich richtig in Urabstimmung versetzt. 


  9. Cover des Buches Was zu dir gehört (ISBN: 9783446258525)
    Garth Greenwell

    Was zu dir gehört

    (27)
    Aktuelle Rezension von: renee
    "Was zu dir gehört" von Garth Greenwell ist ein Roman über einen namenlosen Ich-Erzähler, der aus den USA nach Bulgarien gereist ist, er arbeitet dort als Lehrer an einer renommierten Schule in Sofia. Schon darüber habe ich mich sehr gewundert. Warum gerade Bulgarien? Warum reist jemand aus den USA nach Bulgarien? Aber gut, ist halt einfach so. Man könnte ja auch sagen warum nicht. Jedenfalls lernt dieser namenlose Ich-Erzähler auf der Suche nach einem sexuellen Kontakt in den Tiefen des bulgarischen Kulturpalastes in Sofia den charismatischen Mitko kennen. Fortan tanzen die beiden jungen Männer umeinander herum. Es beginnt ein Reigen um Liebe und Freundschaft, ein Ringen um Nähe und Distanz. Es geht um das, was die beiden zusammenbringt und auch um das, was die beiden trennt. Dabei stellt sich der Ich-Erzähler dann auch den Fragen aus seiner Vergangenheit, eine gewisse Selbstreflektion beginnt. Was macht jeden von uns zu dem Menschen, der er/sie ist? Elementare Fragen tauchen auf. Und das Ganze ist derartig intensiv geschrieben, dass man öfters einfach mal die Luft anhält/betroffen ist, wegen der Handlung, aber genauso erwischt einen auch diese Wortgewalt. Eine wunderschöne Wortkunst hat dieser Autor hier erschaffen, es ist ein Roman, der innehalten lässt, zum Sinnieren einlädt. Ein Roman mit einer Handlung, die besticht, die nachdenklich macht, die nachhallt. Dieser Roman ist auch ein Blick in die Gefühlswelt von jemandem, der Ausgrenzung erfährt, der am Rand steht. Ich habe mich beim Lesen gefragt, warum dies so ist, warum diese Ausgrenzung existiert, denn es ist ein Mensch, ein Mensch der lebt, ein Mensch der Stärken und Schwächen hat, ein Mensch der sympathisch und unsympathisch ist. Letztendlich ist dies hier ein Mensch wie wir alle. Ein Mensch der lebt, der liebt, der begehrt, der geliebt/begehrt werden möchte und der sich selbst hinterfragt. Und das alles geschieht in einer zutiefst ehrlichen Form, eine ehrliche Form, die manchmal schon etwas weh tut. Ich gebe eine Leseempfehlung, auch wenn ich weiß, dass dieses Buch einigen wegen der Handlung absolut nicht gefallen wird. Aber wer hat gesagt, dass Borniertheit etwas ist, was Betroffenen hilft?
  10. Cover des Buches Pflegers Struggle (ISBN: 9783745923926)
    Metin Dogru

    Pflegers Struggle

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Melli_00

    Das Cover, passend mit Bild von Metin, ist seinem Genre entsprechend gewählt. Es handelt sich um ein zweites Buch von Metin, ich selbst habe sein erstes nicht gelesen und dieses hier ist auch ohne das andere lesbar.
    Metin "kenne" ich schon eine Weile von seinem Instagram Account und dort folge ich ihm sehr gern. Da auch einige aus Familien- und Freundeskreis in der Pflege arbeiten, war ich sehr gespannt auf das Buch.
    In dem Buch erzählt Metin von seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen aus der Pflegewelt, unterstützt mit Berichten von anderen und Einschüben der bekannten "Schwester Rabiata". Es klingt nach einer tollen Mischung, doch leider fehlte für mich an manchen Stellen der rote Faden bzw. der Zusammenhang. Dies tat dem Lesefluss leider einen Abbruch, da im Gegenzug passend dazu der Schreibstil sehr leicht zu folgen war.
    Dennoch einen riesen Respekt an Metin, dass er so offen und schonungslos über die Pflegewelt berichtet.
    Fazit: ein ehrliches Buch über die Pflege, was ich jedem nur empfehlen kann mal zu lesen.

  11. Cover des Buches Bergsalz (ISBN: 9783426306833)
    Karin Kalisa

    Bergsalz

    (77)
    Aktuelle Rezension von: misspider

    Das Buch hat mir auf Anhieb gefallen, vor allem der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Die Handlung, die einmal mehr Gegenwart und Vergangenheit verbindet, ist überraschend und unerwartet. Rückten die Häuser der Bauern des Ortes in der Vergangenheit - die in parallelen Kapiteln erzählt wird - auseinander, so rücken die Frauen und Nachbarn in der Gegenwart über das Betreiben einer Offenen Küche im alten Gasthaus des Dorfes wieder zusammen.
    Fazit: ein wundervolles Buch über Alleinsein und Miteinander, Einsamkeit und Gemeinsamkeit.

  12. Cover des Buches Hochgradig unlogisches Verhalten (ISBN: 9783423627061)
    John Corey Whaley

    Hochgradig unlogisches Verhalten

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Silliv

    Seit 3 Jahren verlässt Solomon nicht mehr das Haus, er hat Angstzustände und Panikattacken. Lisa will Psychologin werden und erinnert sich an Sol, der auf ihrer Schule war und findet raus, wo er wohnt. Sie möchte einen Aufsatz über ihn schreiben, damit kann sie sich an einer Uni für ein Stipendium bewerben. Sie werden Freunde, auch holt Lisa ihren Freund Clark mit ins Boot. 

    Am Ende geht es nur um Freundschaft, die Berge versetzen kann.

    Nett, hatte andere Erwartungen, dachte es gäbe viele lustige Situationen.

  13. Cover des Buches Das Haus in der Hope Street (ISBN: 9783442498154)
    Claire Alexander

    Das Haus in der Hope Street

    (91)
    Aktuelle Rezension von: PunktundKomma

    Meredith ist Mitte 30, Single und lebt zurückgezogen in einem kleinen Haus in Glasgow. Seit über 3 Jahren hat sie ihr Zuhause nicht verlassen, doch ihr Leben ist so perfekt organisiert, dass es ihr an nichts fehlt und alles funktioniert.
     Eines Tages tritt Tom in ihr Leben. Gelingt ihm das schier Unmögliche, Meredith zu helfen, sich aus der Isolation zu befreien?

    Die Handlung wechselt zwischen dem Vorher und dem Nachher, und so taucht man tiefer in Merediths düstere Kindheit und ihre Gedankenwelt ein. Ein ständiges Hin und Her zwischen den verschiedensten Emotionen lässt den Leser mitfühlen und mitfiebern.
    Die Autorin beherrscht einen flüssigen und bildhaften Schreibstil, der es schwer macht, das Buch beiseitezulegen.
    Doch wer mit der Erwartung an einen klassischen Liebesroman zum Buch greift, wird enttäuscht werden.
     Dieser Roman beeindruckt, und seine Geschichte hallt noch lange nach, lange nachdem man das Buch aus der Hand gelegt hat. Deshalb bekommt dieses Buch eine klare Leseempfehlung von mir.

    Mehr zu meinen Leseeindrücken kann man hier nachlesen: https://www.buchleserin.de/2024/03/15/und-morgen-ein-neuer-tag/ 

  14. Cover des Buches Die Farben meines Herzens (ISBN: 9782919801367)
    Noa C. Walker

    Die Farben meines Herzens

    (32)
    Aktuelle Rezension von: Nika488

    Noa C Walker - Die Farbe meines Herzens


    Klappentext 


    Kann das Bild einer gemeinsamen Liebe je vollendet werden?

    Die Landschaft um Meran am Fuße der Südtiroler Berge könnte als Kulisse für eine junge Liebe nicht romantischer sein. Der Forstwirt Mika, voller Tatendrang und Lebensmut, begegnet der sanften und liebenswerten Filomena, die zurückgezogen an einem einsamen, paradiesischen Ort lebt. Wie zwei Farben eines Aquarells beginnen sich die Leben der beiden zu berühren und ineinander zu fließen.

    Doch es liegen dunkle Schatten auf Filomenas verletzter Seele, die die Liebe der beiden zu verhindern drohen. Welches Geheimnis zwingt Filomena in den Schutz der Einsamkeit, und wie kann Mika helfen, dass aus Filomena wieder die selbstbewusste und fröhliche Frau wird, die sie früher gewesen ist?

    _

    Mein Fazit 


    Ich habe beim ersten Blick auf das Cover gedacht, cool da hat man direkt Bezug zum Titel genommen und die Farbe wieder gespiegelt. Grundsätzlich hat auch jeder Farbe im Herzen nur manchmal geht sie einem verloren oder man vergisst es. Wer nicht den Klappentext liest erwartet jetzt auf den ersten Blick eine lockere Handlung. Aber die Zusammenfassung zeigt, im Buch wird es nicht immer farbenfroh ablaufen.


    Mir persönlich hat der Schreibstil in sich ganz gut gefallen, nur zog es sich an einigen Stellen schon,so das ich gedacht habe, ein weniger mehr Melancholie hätte es für mich auch getan. Ein bisschen weniger Details drum herum. 

    Teilweise empfand ich die Phobien von Filomena als sehr erdrückend. Sie haben mich stimmungstechnisch sehr nach unten gezogen.  Das ist etwas was ich grundsätzlich nicht als schlimm empfinde, weil es einfach zu manchen Szenen passt. Aber wenn mich der Großteil des Buches so mit der Schwere belastet, verliere ich leider schnell den Willen des weiter lesens.


    Grundsätzlich kann ich verstehen, wie schwer es Filomena fällt, aber teilweise dachte ich mir ist es für mich leicht überzogen wie sie reagiert. 


    Es ist ein Buch, was wieder zeigt, dass ein starker Mann die arme Frau rettet und ins Leben zurück hilft. Für mich leider schon etwas zu ausgeschlachtet. 


    Der Anfang fiel mir sehr schwer, da ich etwas brauchte um Filomena zu verstehen und mich zumindest teilweise in sie hin versetzen zu können. Leider konnte ich deshalb keine gute Bindung zu ihr aufbauen, da irgendwo sofort ein negativaspekt in mir war ihr gegenüber.

    Obwohl das Buch ab der Hälfte wirklich besser wird.


    Es ist einfach nicht mein Buch, aber ich kann mir schon vorstellen, dass dieses Werk andere überzeugen kann. 


    Von mir leider nur 2 von 5 Sterne, da ich mich mehr gequält habe, als das es ein Genuss war.

  15. Cover des Buches Alle glücklich (ISBN: 9783365010839)
    Kira Mohn

    Alle glücklich

    (171)
    Aktuelle Rezension von: Monika

    Den  Titel habe ich, bereits vor dem  Lesen des  Textes ,als  ironisch empfunden.  Gerade das hat mich zum  Griff nach dem  Buch  veranlasst, in der  Erwartung eines  süffisanten, intelligenten  Textes.


    Gelesen habe ich die  Geschichte eines  Ehepaares, der Ehemann erfolgreich, die  Frau als Zweitverdienerin  und  zwei Kindern, in  der Pubertät und in  der Suche nach dem Weg ins  Leben. 

    Der  Ehemann hat seine  beruflichen  Ideale zur Maxime seiner Karriere gemacht, und  dabei  seine  Grundüberzeugung  verloren.Arbeit, Alkohol und Leere ist ihm geblieben. Die  Kinder sind unreif, und haben niemand, der ihnen Halt  gibt. Die  Ehefrau wahrt den äußeren Schein.Eine grobe  Zusammenfassung, die im  Text  allerdings nicht  feiner wird. Später zerbricht die  Familie an dem Wunsch, die eigene Sexualphantasien ausleben zu können. Ein  Thema, das Psychologen und ähnliche  Berufsparten  , nebst  Wissenschaftlern, zu keiner  verbindlichen  Antwort gebracht hat.

    Damit könnte sich  das Buch  entschuldigen. Im  Klappentext wird  der  Autorin  ein Studium der  Psychologie und  Pädagogik ausgewiesen. Bei diesem Input hätte ich weit mehr Tiefe und  Aussage im Text erwartet. So  bewegt es sich eher inhaltlich zwischen vielen Themen, denen die  Bedeutung nicht genommen werden sollte, kommt aber zu keiner verbindlichen Aussage. Im  Gegenteil,  der Abschluss bewegt sich  zwischen übertriebener  Emotionalität und  Unglaubwürdigkeit.

    Alle  glückllich......... war kein  Glücksgriff für  mich, enttäuscht lege ich das Buch zur  Seite und es wird sicherlich eine  Weile dauern, bis ich  der Autorin eine zweite  Chance geben werde


  16. Cover des Buches Ein Jahr auf dem Land (ISBN: 9783328100140)
    Anna Quindlen

    Ein Jahr auf dem Land

    (64)
    Aktuelle Rezension von: gagiju

    Das Cover hatte mich sehr angesprochen, suggerierte es doch mit roten Äpfeln und Holzstruktur eine gewisse Gemütlichkeit, Heimatverbundenheit, ein Stückchen heile Welt eben.

    Generell beschreibe ich in meinen Rezensionen nicht den Inhalt des Buches, die Personen oder die einzelnen Handlungsstränge, da dies jeder objektiv im Klappentext und auf den Websites der Verlage und Buchhandlungen nachlesen kann und dies für mich nichts mit einer Beurteilung des Buches zu tun hat.

    Ich finde, die Geschichte der Protagonistin ist gut und flüssig erzählt, plätscherst in ruhigem Gewässer vor sich hin, was ich nicht abfällig meine.

    Leicht herunter zu lesen, ein paar kleine philosophische Abwege darin - schöne Unterhaltung mit etwas Tiefgang stellenweise.

  17. Cover des Buches Die Gärten von Monte Spina (ISBN: 9783426307595)
    Henrike Scriverius

    Die Gärten von Monte Spina

    (149)
    Aktuelle Rezension von: gagiju

    Aus dem zugegeben wunderschönen Cover mit üppigen tropischen Blüten, Schmetterlingen und Vulkaninselchen auf türkisfarbenem Grund hatte ich eher auf eine etwas seichtere leichtere Liebesgeschichte geschlossen.

    Insofern hat mich der INhalt des Buches durchaus positiv überrascht.

    Ja, es beinhaltet eine Liebesgeschichte, oder sogar mehrere, aber es geht auch um Trauer, um Abhängigkeiten, um Traumata, ja und natürlich auch ums Gärtnern...

    Der Roman ist spannend und gefühlvoll und abwechslungsreich, aber was mir besonders gut gefallen hat: es wird auf jegliche Art von Kitsch oder Schwarzweißmalerei verzichtet.

    Die Personen sind sehr facettenreich und insofern hochinteressant.

    Großes Lob an die Autorin für die Ausgestaltung dieser Persönlichkeiten und absolute Leseempfehlung!

  18. Cover des Buches Die Engelkette (ISBN: 9783945113318)
    Willy Sievers

    Die Engelkette

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61

    Klappentext:

    Der Zweite Weltkrieg begann mit dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939. Zwei Jahre später überfiel das nationalsozialistische Regime auch die Sowjetunion; der Feldzug trug den Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.
     Im gleichen Jahr wurde Willy Sievers zum Kriegsdienst einberufen und dem Nachrichtengefechtsstab der Heeres­gruppe Nord/Heeresgruppe Kurland zugeteilt. Seine später auf der Grundlage von Tagebuchnotizen niedergeschriebenen Schilderungen, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden, gehen weit über gängige Kriegsberichte hinaus. Sie zeigen den Alltag hinter der Front ebenso wie die Grausamkeiten eines Krieges, an dessen Sinn viele nicht-nationalsozialistische Soldaten zwar längst zweifeln, dessen unbarmherzigen Regeln sie aber bis zum Ende unterworfen bleiben. Allem Elend zum Trotz sieht der Verfasser sich rückblickend von einer höheren Macht beschützt, die scheinbare Zufälle wie zu einer „Engelkette“ aneinanderfügt.

    Fazit:

    Willi Sievers wird trotz seiner Handverletzung einberufen, er soll als Schreiber und technischer Zeichner eingesetzt werden. Anfangs scheint die Front sehr weit weg und Willi in Sicherheit. Doch anhand seiner Pläne zu den Truppenbewegungen wird ihm schnell klar, dass sich die Deutschen im Rückzug befinden. Bald ist auch seine Truppe vom Krieg eingeholt und so erlebt Willi Feuergefechte, Panzerangriffe und bei der Rettung eines Kameraden erlebt er die Kampftechnik der Partisanen und verliert sein Bein. Nun beginnt der Kampf um sein Leben, der aussichtslos erscheint, da die Versorgung mit jedem Tag schlechter wird. Für Willi beginnt eine Odyssee durch verschiedene Lazarette und dann muss auch die Flucht in den Westen überlebt werden. Ob und wie Willi dies schaffen kann, das müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich.

    Diese wahre Geschichte geht unter die Haut, da sie die Geschehen an der Front mit deutlichen Worten beschreibt und den Leser mitten in das Geschehen hineinzieht. Ich konnte mit Willi hoffen und bangen und freute mich über jeden Engel der an seiner Seite stand. Ich konnte das Grauen dieses Krieges hautnah miterleben und kann jetzt noch besser nachvollziehen, wie diese Generation geschädigt wurde, nur um den Größenwahn eines Mannes zu befriedigen. Doch auch schöne Szenen kommen in dieser Geschichte vor, so konnte ich mich mit Willi über Menschen freuen, die ihr Herz und ihre Gerechtigkeit noch besaßen und den Mut hatten zu helfen. Das waren Streiflichter der Hoffnung am Rande der Trümmerfelder mit den vielen Toten.

    Das Buch ist so spannend geschrieben, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und immer mitfieberte. Es ist ein wichtiger Zeitzeugenbericht und eine Mahnung an uns alle, um uns immer vor Augen zu halten, was Kriege aus Menschen machen und wie sie sich auch auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Von mir eine absolute Leseempfehlung.

  19. Cover des Buches Taming Hollywood's Baddest Boy: An Enemies-to-Lovers Romance (English Edition) (ISBN: B085S6585W)
  20. Cover des Buches Von ferne klingt ein Lied (ISBN: 9783868276701)
    Judith Pella

    Von ferne klingt ein Lied

    (17)
    Aktuelle Rezension von: LEXI
    Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten von vier Bänden der Sturmzeiten-Reihe von Judith Pella, der zeitlich eng an den ersten Band anschließt und im Jahr 1941/42 spielt. In drei verschiedenen Handlungssträngen, die abwechselnd jeweils einer der Töchter des reichen und mächtigen Zeitungsmoguls Keagan Hayes gewidmet sind, werden die Ereignisse aus dem ersten Buch fortgeführt.

    Während Cameron wieder zurück in die Sowjetunion gereist ist und der Vormarsch der deutschen Wehrmacht auf Moskau trotz der eisigen Kälte unerbittlich voranschreitet, befindet Blair sich auf den Philippinen, um ihren dort stationierten Ehemann Gary zu suchen. Als die Japaner beginnen, auch die Philippinen zu bombardieren, befindet sich die völlig verängstigte Blair mitten im Kriegsgebiet. Die jüngste Tochter Jackie lebt immer noch bei ihren Eltern in Amerika und arbeitet als Lehramtsanwärterin in einer Schule. Die Liebe zu ihrem asiatischen Freund Sam stößt auf große Intoleranz in ihrem gesamten Umfeld, Verbindungen zwischen verschiedenen Rassen sind in dieser Zeit in Kalifornien verboten.

    Wie bereits im ersten Teil dieser Tetralogie versteht Judith Pella es ausgezeichnet, ihren handelnden Figuren Leben einzuhauchen und große Authentizität zu verleihen. Geschickt verknüpft sie die historischen Ereignisse mit den Schicksalen der drei Schwestern und präsentiert ihren Lesern einen atemberaubenden, zum Teil erschütternden, durch die geschichtlichen Hintergründe bereicherten Roman.

    „Von ferne klingt ein Lied“ hat mich ebenso überzeugt wie dessen Vorgängerroman, mich tief berührt und an vielen Stellen sehr erschüttert. Judith Pella stellt die Schrecken des Krieges, die Bombenangriffe, die Artilleriefeuer, feindliche Übergriffe, das donnernde Rollen der Panzer, die Zerstörung, die Kämpfe und das Blutvergießen sehr realistisch dar. Durch Soldaten in Garys Umfeld sowie Blairs Flucht durch den Dschungel, aber auch durch Camerons Recherchen in der Sowjetunion werden auch die Lebensumstände der Soldaten und der Überlebenskampf der Zivilbevölkerung in diesen Kriegsjahren deutlich vor Augen geführt.

    Judith Pella lässt ihre Protagonisten in diesem Buch zudem auch eine deutliche Wandlung durchleben. Die reiche, selbstsüchtige und verwöhnte Blair wird auf ihrer Flucht durch den Dschungel und über unwegsames Gelände geläutert, sie trifft auf Menschen, die ihr nicht nur Schutz und Unterkunft bieten, sondern vielmehr auch ihr Herz berühren und ihren Glauben erstarken lassen. Besonders erstaunt war ich von Cecilia Hayes, die bislang eher schüchtern, sanft, und zugleich auch ein wenig weltfremd dargestellt wurde und in diesem Band durchaus Rückgrat und Durchsetzungsvermögen zeigt.

    Cameron befindet sich ebenfalls mitten im Kriegsgeschehen und erlebt in Russland die Zerstörung der Städte und Dörfer, Überfälle und Plünderungen. Es sind unvorstellbare Zustände, die Judith Pella hier schildert. In der Sowjetunion herrscht tiefster Winter, tausende Zivilisten sind obdachlos, frieren und hungern, Menschen werden verfolgt und von Partisanen hingerichtet. Cameron leidet auch unter der Trennung von Alex Rostowschikow, der als Hauptmann in die Rote Armee einberufen wurde. In diesem zweiten Band befasst sie sich auch mit einem Herzenswunsch ihrer Mutter und stellt Nachforschungen zum Verbleib ihres Stiefbruders an.

    Die Autorin hat ihren Protagonisten erneut sehr interessant gezeichnete Nebenfiguren zur Seite gestellt, wobei mir das philippinische Waisenmädchen Claudette, derer Blair sich annimmt, ganz besonders ans Herz gewachsen ist. Als höchst interessanter Nebendarsteller tritt Semjon Tweritonow auf, über den man zwar einiges erfährt, dessen Hintergründe jedoch zunächst noch im Dunkeln bleiben. Meine favorisierten Nebenfiguren waren in diesem Band eindeutig die Mitglieder der Familie Doyle, die Blairs Leben verändern und einen prägenden Eindruck bei ihr hinterlassen. Judith Pella hat auch in diesem Band bewiesen, dass sie es hervorragend versteht, fiktiven Personen Leben einzuhauchen und den Leser durch ihren einnehmenden Schreibstil vollständig ins Geschehen eintauchen zu lassen.

    Die Lektüre dieses beeindruckenden Buches hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es kaum erwarten, mich dem dritten Band zu widmen, um die Schicksale der drei Schwestern weiter verfolgen zu dürfen.

  21. Cover des Buches Der Mann, der Inseln liebte - Erzählung (ISBN: 9783455405491)
    David Herbert Lawrence

    Der Mann, der Inseln liebte - Erzählung

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Ich werde künftig meine Phantasien vom Leben auf einer einsamen Insel in Erinnerung an den Mann, der Inseln liebte, etwas zügeln…

    Zu Beginn der Erzählung konnte ich den Inselliebhaber Mr. Cathcart nur zu gut verstehen. Denn auch ich kenne diesen Drang, mich auf einer Insel abzuschotten, nur zu gut. Wenn mir alles zu viel wird, die Nachbarn nerven, die Arbeitskollegen alle irgendwie mühsam sind, der Fluglärm bis nachts um elf nicht abebbt, dauernd das Telefon klingelt, Tonnenweise E-mails meinen Posteingang fluten und die Luft in der Familie zum schneiden dick ist, dann wünsche ich mich weit weg auf eine einsame Insel… Lawrences Thema ist aktueller denn je. 

    Zwar gab es damals noch keine Mails und bestimmt weitaus weniger Lärm und Hektik auf der Welt. Aber Mr. Cathcart sehnte sich trotzdem nach Einsamkeit, nach einer Welt, die er selber geschaffen hat, nach seinem eigenen kleinen Reich. So zieht er nach und nach auf stets kleinere, abgelegenere Inseln, kehrt der Welt und allem Lebendigen den Rücken zu. Melancholisch, packend und atmosphärisch schildert Lawrence den totalen Rückzug in eine Art Zwischenreich, das Abdriften aus dem Leben.

    Ein auch in seiner wunderschönen Aufmachung tolles kleine Büchlein, neu übersetzt und mit einem Vorwort von Benjamin Lebert.

  22. Cover des Buches Unter dem Polarlicht (ISBN: 9783957340788)
    Elisabeth Büchle

    Unter dem Polarlicht

    (70)
    Aktuelle Rezension von: Arbutus

    Eine wunderbar leichtfüßige Liebesgeschichte, genau richtig für die Vorweihnachtszeit. Vereinzelte kleine Ungereimtheiten in der Logik störten mein Lesevergnügen so gut wie gar nicht. Natürlich ist das eine oder andere vorhersehbar, aber dabei ist alles so charmant geschrieben, dass es mich kaum gestört hat.

    Das Ende ist sehr süß. 

  23. Cover des Buches Zuversicht (ISBN: 9783423281515)
    Mira Magén

    Zuversicht

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Skrutten
    Nach längerer Zeit hat mich endlich mal wieder ein Roman sehr überzeugt und emotional stark mitgenommen. Die spannende Geschichte um eine junge Frau, die Sohn und Ehemann bei einem Unfall verliert, ist sehr gut nachzuvollziehen und trotzdem voller Überraschungen. Mira Magén steigt damit von 0 auf 100 in der Bewertung meiner Lieblingsautoren.
  24. Cover des Buches Wofür es lohnte, das Leben zu wagen (ISBN: 9783958901209)
    Christian Hardinghaus

    Wofür es lohnte, das Leben zu wagen

    (9)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Angesichts des Todes werden die Werte des Lebens ein Nichts...“


    Das Sachbuch beginnt mit einem Vorwort von Hans Machemer. Dort legt er kurz dar, wie und weshalb es zur Veröffentlichung der Geschichte kam. Es sind die Briefe seines Vaters, die den Inhalt des Buches bilden.

    Anschließend folgen von Christian Hardinghaus eine geschichtliche Beurteilung und die Vorgeschichte.

    Helmut Machemer ist Augenarzt. Mit 36 Jahren und auf Grund seines Berufs wäre er vom Kriegsdienst freigestellt gewesen. Doch seine Frau Erna ist nach Lesart der damaligen Zeit halbjüdisch. Damit gelten sie und die drei kleinen Söhne als Mischlinge. Erna musste deshalb schon ihr Medizinstudium aufgegeben. Da sich Helmut nicht von seiner Familie trennen will, sieht er nur eine Chance. Wenn er sich freiwillig zum Heer meldet und dort alle Tapferkeitsauszeichnungen erhält, kann er damit erreichen, dass seine Familie arisiert wird. Diese Sonderregelung gibt es im Rassengesetz.

    Hans Machemer ist dabei, als die Deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 ohne Kriegserklärung über die sowjetische Grenze marschiert. Er ist Unterarzt der Aufklärungs-Abteilung der 16. Panzerdivision. Gleichzeitig schreibt er in Briefen seine Erlebnisse und Gedanken nieder und fotografiert das Geschehen. Die Vielzahl dieser Briefe bildet den Hauptinhalt des Buches.

    Der erste Brief datiert vom 5. Oktober 1941. Die Deutsche Wehrmacht befindet sich auf einem fast ungebremsten Vormarsch. Deshalb zeigen die ersten Briefe auch seinen Optimismus. Deutlich wird die Überlegenheit der deutschen Truppen herausgestellt. Es ist nicht zu überlesen, dass die Propaganda der letzten Jahre Spuren hinterlassen hat. Das zeigt sich in einer gewissen Überheblichkeit. Andererseits überwiegt auch im Verhalten gegenüber dem Gegner die Menschlichkeit. Das Regiment zieht durch die Ukraine und trifft dabei nicht nur auf Feinde. Exakt werden die Dörfer und das dortige Leben beschrieben. Schnell machen sie Bekanntschaft mit Wanzen und Flöhen.

    Die ganze Widersprüchlichkeit der Gedankenwelt wird hier an einer Stelle besonders deutlich. Helmut möchte, dass seine Familie arisiert wird, nimmt aber den Judenhass in der Ukraine als gegeben hin.

    Mit dem ersten Wintereinbruch ändert sich der Schriftstil leicht. Plötzlich geht es nicht mehr nach vorn. Die Langeweile des Stellungskrieges, erste Erfrierungen, fehlende Winterbekleidung gewinnen zunehmend Raum in den Briefen. Nachdem er im ersten Teil davon berichtet hat, dass die Rote Armee beim Rückzug verbrannte Erde zurückgelassen hat, verwendet nun die Deutsche Wehrmacht ebenfalls diese Taktik. Doch immer überwiegt die Hoffnung auf den Sieg.

    Hinzu kommt, dass Helmut in den Briefen darauf drängt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Arisierung der Familie voranzutreiben. Er hat Angst um seine Kinder. Auf seine Beförderung wartet er seit zwei Jahren. Das ärgert ihn, ändert aber wenig an seinem Pflichtbewusstsein.

    Deutlich wird, wie hart das Leben eines Arztes direkt an der Front ist. Es geht um die Erstversorgung der Verwundeten. Die nächste Schwierigkeit besteht darin, sie in ein Lazarett zu bringen. Das ist nur noch bedingt möglich. Der russische Winter lässt nicht nur Wasser gefrieren, sondern auch Füße und Hände. Fahrzeuge fallen aus. Der Stellungskrieg zermürbt. Bisher registrierte Helmut in seinen Briefen die Menge der gefallenen Russen. Nun werden zunehmend eigene Kameraden beerdigt. Außerdem gibt es Probleme mit der Post. Die mit Sehnsucht erwarteten Päckchen aus der Heimat bleiben aus.

    Berührend zu lesen sind die Briefe der Kinder, die sie an ihren Vater schreiben. Im letzten Drittel des Buches sind auch Briefe von Erna veröffentlicht. Dort tauschen sich die Eheleute über Schreibstil und Lesbarkeit aus. Erna schreibt alle Briefe ihres Mannes ab.

    Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch die Hoffnung auf Sieg und Heimkehr. So schreibt Helmut:


    „...Dass der Russe seine letzten Reserven ausschöpft, ist keine Frage...“


    Auch das Eingangszitat stammt aus einem der letzten Briefe. Seine Zeilen sprechen von Kameradschaft selbst in schwierigen Situationen, setzen sich mit Fehlverhalten auseinander und bescheinigen dem Regiment einen Hauch preußischer Disziplin. Doch gerade in der letzten Zeit kommt er auch mit Ärzten in Kontakt, die die Situation wesentlich kritischer sehen. Helmut hat aber nur ein Ziel vor den Augen, und dafür setzt er sich mit ganzer Kraft ein: die Sicherheit seiner Familie. Dabei ahnt er aus meiner Sicht nicht einmal, wie groß die Gefahr für sie wirklich ist. Trotzdem gibt er Verhaltensratschläge, was zu tun ist, falls er nicht zurückkehrt. Die lange Zeit wirkt zermürbend. Heimaturlaub ist nicht in Sicht oder wird gestrichen.

    Und dann stellt er eine Frage, die Monate vorher überhaupt nicht im Raum stand.


    „...Dankt uns die Heimat einmal, was wir für sie tun?...“


    Die Briefe ermöglichen mir als Leser einen Einblick in eine Gedankenwelt, die schwierig nachzuvollziehen ist. Die Soldaten sahen sich als Verteidiger der Heimat. Sie taten ihrer Ansicht nach ihre Pflicht. Dass es zunehmend von beiden Seiten Grausamkeiten gab, wurde registriert, aber kaum bewertet.

    Die politische Beeinflussung des Gegners durch Kommissare wird häufig angesprochen, die Wirkung der eigenen Propagandamaschinerie nicht registriert.

    Eingebunden im Buch sind viele Originalfotos. Sie veranschaulichen die Situation.

    Außerdem gehört zum Buch eine DVD. Auch dort befinden sich bisher unveröffentlichte Bilder. Gut gefallen hat mir der Kommentar des Autors. Unter anderen führt er aus, welchen Gefahren sich Helmut mit diesen Aufnahmen ausgesetzt hat.

    Außerdem sind Originaldokumente dem Buch beigefügt.

    Helmut erreicht sein Ziel. Seine Familie wird deutschblütigen Personen gleichgestellt. Doch er zahlt dafür einen hohen Preis. Seine Söhne werden ohne ihn aufwachsen.

    Ich bin mir bewusst, dass diese Rezension dem Buch nicht allumfassend gerecht werden kann. Sie spiegelt nur einen Teil des Inhalts wider.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist ein wichtiges Zeitdokument, da es ungeschönt die Gedanken eines Arztes an der Front wiedergibt. Der meist sachliche Schriftstil wirkt besonders beeindruckend.

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