Bücher mit dem Tag "ruhrgebiet"
128 Bücher
- Jan Weiler
Der Markisenmann
(241)Aktuelle Rezension von: Majandra25Kim ist ein wütender Teenager und fühlt sich unbestimmt unwillkommen in ihrer Familie mit Mutter, Stiefvater und Halbbruder. Also rebelliert Kim, wo es nur geht. Das ausgerechnet das ihr ermöglicht, endlich ihren Vater kennenzulernen, kommt nicht nur für sie unerwartet. Ebenfalls unerwartet, jedoch für die Leser:innen, kommt dann auf einem alten Gewerbehof mitten im tiefsten Ruhrgebiet eine Geschichte aus der DDR-Vergangenheit – inklusive Puhdys, Manfred Krug und Stasi-Bespitzelung. Unerhört, würde Kims Vater wohl sagen. Und das ist es tatsächlich, mit all den skurrilen, liebevoll überzeichneten Charakteren, den wilden Haustürgeschäften und absurden Imbissbuden-Tourismus, den Kim in den Sommerferien bei ihrem Vater erlebt. Das mildert letztlich die Tragik hinter dieser Geschichte, die am Ende so nachhaltig ist, dass sie mich über die Längen im Mittelteil hinwegsehen lässt.
- Eva Völler
Helle Tage, dunkle Schuld
(126)Aktuelle Rezension von: Buchverschlinger2014Endlich darf 1948 Carl Bruns wieder in den Kriminaldienst in Essen zurückkehren, nachdem er wegen seinen jüdischen Wurzeln während der Nazizeit aus dem Polizeidienst entlassen wurden ist und unter Tage im Bergwerk gearbeitet hat. Er kommt in die Abteilung Kapitalverbrechen, wo er Mordfälle aufklären soll. So kommt er mit einem Mordfall vor 3 Jahren in Berührung, der kurz nach Kriegsende geschehen ist. Dabei trifft er auch seine alte Liebe, die mittlerweile verwitwete Krankenschwester Anne wieder. Schnell stellt sich heraus, dass sie und ihre Familie irgendwie in den Mordfall verwickelt sind, was auch Jahre später für sie gefährlich werden kann.
Während den Ermittlungen kommen sich Carl und Anna langsam wieder immer näher und beide hoffen endlich ein bisschen persönliches Glück erleben zu können. Doch ein Geheimnis könnte alles in Frage stellen und sogar zerstören.
Eva Völler wagt sich in ihrem ersten (historischen) Kriminalroman "Helle tage, dunkle Schuld" an einer der dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte und beschreibt sehr detailreich und authentisch die damaligen Lebensverhältnisse der Menschen. So kurz nach Kriegsende gibt es noch viele Probleme und Einschränkungen zu bewältigen und alte Naziseilschaften versuchen ihre Macht neu zurückzugewinnen. Besonders beeindruckend an dem Roman ist, das die Grundidee auf wahren Begebenheiten kurz nach Kriegsende in Ruhrgebiet beruht.
Keine leichte Krimikost, denn die Thematik und die zeitliche Einordnung ist nicht alltäglich, aber trotzdem von der Autorin sehr gelungen umgesetzt.
- Frank Goosen
Liegen lernen
(162)Aktuelle Rezension von: Lilli33Taschenbuch: 334 Seiten
Verlag: Heyne (Oktober 2002)
ISBN-13: 978-3821808543
Preis: 9,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich
Rückkehr in die 1980er Jahre
Inhalt:
Der 16-jährige Helmut lebt mit seinen Eltern irgendwo im Ruhrgebiet. Seine Jugend ist recht unspektakulär - Schule, Freunde, Musik. Bis Britta in sein Leben tritt und Helmut sich unsterblich verliebt. Eine Liebe, die ihn ein Leben lang begleiten wird.
Meine Meinung:
„Liegen lernen“ ist Frank Goosens Debütroman und lässt schon die Stärke der späteren Werke erkennen. Der Geist der 1980er Jahre lebt in diesem Roman auf. Ich wurde direkt in die damalige Zeit zurück versetzt und konnte mich in vielen der beschriebenen Szenen wiederfinden. Natürlich spielt Musik eine sehr große Rolle, aber auch Liebe und Freundschaft. Helmut versucht eher holprig, seinen Platz im Leben zu finden. Das macht ihn sehr nahbar, obwohl er mir gar nicht so recht sympathisch war.
Den Schreibstil fand ich anfangs noch sehr passend. Es wird in sehr einfachen Sätzen erzählt, wie man sie einem Sechzehnjährigen durchgehen lassen kann. Doch ändert sich dies im weiteren Verlauf nicht wesentlich, und einem gestandenen Akademiker, der aus Helmut wird, nehme ich diese einfach-kargen Sätze ein bisschen übel.
★★★★☆
- Peter Henning
Ein deutscher Sommer
(37)Aktuelle Rezension von: Schmuck_GuggerinWir werden uns sicher an diesen Sommer 1988 noch erinnern und dennoch hilft dieser Roman, noch einmal in diese Zeit zurückzukehren. Es sind die Pressenachrichten, die uns bewegt haben und die in diesem Buch noch einmal ihren Platz finden. Ein Geiseldrama zieht sich durch das gesamte Buch (immerhin 600 Seiten) und lässt uns viele der absurden Gespräche nachlesen. Im Mittelpunkt stehen allerdings die Menschen, die dieses Jahr miterlebt haben. Alle haben ihre eigenen Probleme, und dass das „Wir“ den Hauptteil des Romans ausmacht, hat ihn mir auf besondere Weise nahe gebracht. Peter Henning ist mit diesem Buch ein Stück deutscher Geschichte gelungen. Das geschilderte Jahr hat auf entscheidende Art die deutsche Gesellschaft beeinflusst, denn es macht deutlich, wie verwundbar ihre Institutionen sind.
- Sven Regener
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
(89)Aktuelle Rezension von: FortiDas Buch über Karl Schmidt, die tragische Nebenfigur in Sven Regeners "Herr Lehmann", die wohl am stärksten in Erinnerung blieb. Es sind fünf Jahre nach "Herr Lehmann", nach dem Mauerfall, nach Karls psychischem Zusammenbruch vergangen. Karl lebt jetzt in Hamburg und hat sich mit seinem Leben zwischen Drogen-WG und Hilfshausmeister- und Hilfstierpflegerjob in einem Kinderheim arrangiert. Aus dieser ruhigen Welt, in der es schon rebellisch ist heimlich einen Eisbecher zu essen und in der ihm niemand allzu viel zutraut, wird er von seinem alten Freunden aus Berliner Zeiten Ferdi und Raimund gerissen, die ihn als Fahrer für eine Tour durch Techno-Clubs engagieren. Karl wird (wieder) zu Charlie und zum Tourmanager. Ohne viel Aufhebens übernimmt die neue Rolle und managet souverän den Kindergarten bestehend aus neun DJs unter Drogeneinfluss und zwei Meerschweinchen, mit dem er quer durch Deutschland unterwegs ist. Statt dass jemand auf ihn, den Verrückten, den Ex-Multitoxer, aufpasst, passt er nun auf andere auf. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach und im Hintergrund lauert immer die Angst vor einem Rückfall.
Die Handlung ist überschaubar und ohne große Überraschungen, stattdessen viele absurde Gespräche und Einblicke in Karl Schmidts Gedanken. Das könnte öde sein, ist bei Sven Regener sehr kurzweilig und oft sehr witzig. Dabei trifft er genau das richtige Maß und den richtigen Ton zwischen dem (Wahn-)Witz dieser Tour und den persönlichen, nicht ganz einfachen Befindlichkeiten von Karl Schmidt. - Klaus-Peter Wolf
Totentanz am Strand
(83)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Auch dieser Teil ist leider so gar nicht mein Geschmack. Zu viel läuft zu glatt ab. Zudem ist Cordula extrem nervig mit ihrem Gangsterbraut-Getue. Des Weiteren finde ich einige Handlungen auch mehr als nur unrealistisch und zu überzogen. Ein weiterer Grund ist, dass mir das Ende nicht gefällt, da ein Mörder eigentlich nicht laufen gelassen werden sollte und von den Frauen vergöttert werden erst Recht nicht. Für mich passt bei der gesamten Reihe der Inhalt vorne und hinten nicht zusammen, da Sommerfeldt zu leichtes Spiel bekommt in dieser Reihe.
- Mariusz Hoffmann
Polnischer Abgang
(35)Aktuelle Rezension von: KerstinThJarek ist Pole. Seine Eltern wollen für ihn ein besseres Leben und machen sich deshalb auf nach Deutschland. Wir schreiben das Jahr 1990. Somit ist es nicht möglich, einfach das Land zu wechseln. Die Familie wendet sich an einen Schlepper, der sie mit dem Auto in das gelobte Land bringen soll.
Ich fand es interessant zu lesen wie die Aussiedlung aus Polen vor sich ging. Allerdings fand ich es recht oberflächlich beschrieben und auch sehr kurzgehalten. Ob der Autor weiß, wovon er schreibt?
Toll fand ich, dass auch das Übergangslager beschrieben wird. Viele meinen ja, Aussiedler kamen direkt in ihr Eigenheim.
Ich kam schnell durch die Geschichte. Die Charaktere hatten ein Gesicht und man konnte mit ihnen mitfühlen. Gefallen hat mir auch die klare, schnörkellose Ausdrucksweise. Gefühle nur da und in dem Maße, in den sie nötig sind.
Mir hat der Roman gefallen, ich habe ihn gern gelesen, dennoch fehlte mir das gewisse Etwas. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sterne.
- Hannes Köhler
Ein mögliches Leben
(88)Aktuelle Rezension von: gstNach dem Tod seiner Frau macht sich Franz Schneider auf den Weg nach Amerika, wo er Ende des zweiten Weltkrieges in Gefangenschaft war. Er nimmt seinen Enkel mit und erzählt ihm während der Reise von dieser Zeit. In kurzen, manchmal sogar abgehackten Sätzen, schrieb Hannes Köhler diese Geschichte auf. Beim Lesen habe ich vieles erfahren, von dem ich bisher nichts wusste. Die Vorteile, in amerikanischer Gefangenschaft zu sein, werden deutlich, aber auch, wie grausam sich einige hitlertreue Genossen verhielten.
Die Lektüre ist nicht einfach zu lesen, trotzdem habe ich einen gewisser Sog gespürt. Das Allerbeste für mich war allerdings der Schluss: Franz, der immer kühl war zu seiner Familie, teilweise ausgesprochen kalt zu seiner einzigen Tochter, wird weich.
Auch mir ist schon aufgefallen, wie sich die Einstellung zum Leben im Alter ändert. Da hat man schließlich schon vieles erlebt und überstanden. Die letzten Seiten haben mich besonders berührt. Sie erinnerten mich an das Verhältnis zu meinem kürzlich mit 102 Jahren verstorbenen Vater. der ungefähr Franz’ Jahrgang war und mir mit dem Alter immer verständlicher wurde. Da hat sich eine Innigkeit entwickelt, die sich tief ins Herz gegraben hat. Auch er war im Krieg, war in Frankreich in Gefangenschaft und hat oft und gern davon erzählt. Denn auch ihm ging es dort relativ gut. Auch er hat sich die Reise in die Vergangenheit (allerdings mit meiner Mutter) nicht nehmen lassen.
Fazit: Wer Familienstrukturen begreifen will, muss sich mit dem Leben seiner Vorfahren befassen.
- Jörg Juretzka
Rotzig & Rotzig
(14)Aktuelle Rezension von: GulanPrivatdetektiv Kristof Kryszinski hat sich von der Wohnungsgesellschaft WODEGA anheuern lassen, um eine Einbruchs- und Vandalismusserie in der Großwohnsiedlung Wohnpark Nord aufzuklären. Dazu nimmt Kryszinski zur Tarnung einen Job als Hausmeister an. Hier muss er sich direkt mit einer Hoodie-Gang und zwei forschen zehnjährigen Zwillingen herumschlagen, die beide als Urheber der Einbruchserie in Frage kommen. Als Kryszinski schließlich die Zwillinge vermeintlich überführt, setzt er eine Maschinerie in Gang, die er hinterher nur allzu gerne wieder aufhalten möchte.Ingesamt dreizehn Bände umfasst die Serie um den Mülheimer Privatdetektiv Kristof Kryzinski inzwischen, „Rotzig & Rotzig“ ist der neunte Band der Reihe. Zumindest bei diesem Band war es überhaupt kein Problem quer einzusteigen. Kryszinski ist ein eigenwilliger und eigensinniger Privatermittler mit bewegter Vergangenheit, sein bester Kumpel ist der Halbitaliener Scuzzi. Kryszinskis Heimat ist Mülheim an der Ruhr, allerdings ermittelt er im Laufe der Zeit auch in den Schweizer Bergen, in Spanien, auf einem Kreuzfahrtschiff und im vorliegenden Band u.a. auch in Luxemburg.
Der Roman ist zunächst ein ganz großer Spaß, voller Humor, lakonischer Sprache, lässigen Figuren und großartigen Dialogen. Doch nach und nach vergeht einem ein wenig das Lachen, als sich herausstellt, dass Kryszinski letztendlich im Großherzogtum einen Abgrund von Kindesmissbrauch aufspürt. Dennoch schafft Juretzka hervorragend die Balance zwischen Ernst und Humor und hat immer einen ungewöhnlichen Einfall im Plot parat. Das war garantiert nicht mein letzter Kryszinski!
- Volker König
Früh am Morden
(6)Aktuelle Rezension von: Birgit51Der Klappentext dieses Krimis beginnt so: "Eigentlich wollte Frigga Lendel ein paar arroganten Macho-Astronomen in England zeigen, wo der Hammer hängt. Aber sie musste ja ihr Spezial-Teleskop hinter einer Sicherheitstür deponieren! Den Schlüssel hatte der exzentrische Rentner Bause. Jetzt hat ihn die Polizei, denn Bause wurde brutal ermordet.
Doch die Zeit zum Abflug drängt, die Polizei kommt nicht zu Potte, und die Suche nach einem Ersatzschlüssel ist verzwickt."Wer hier einen spannenden (aber)witzigen Krimi mit skurrilen Personen und einigen unorthodoxen Ermittlungen und verzwickten Handlungssträngen erwartet, wird mit diesem Krimi nicht enttäuscht. Der Erzählstil ist erfrischend, die Charaktere charmant beschrieben und ich musste sehr oft schmunzeln.
Ein sogenannter Wohlfühlkrimi, der mich sehr gut unterhalten hat und den ich gerne weiterempfehle.
- Johannes Klaus
The Travel Episodes
(5)Aktuelle Rezension von: sabatayn76‚Mögen sie euch an ferne Orte entführen. Mögen sie euch Lebensweisen näherbringen, die ihr so nie für möglich gehalten hättet. Mögen sie euch inspirieren und zum Staunen bringen. Und Mut machen, euch selbst und die Welt kennenzulernen.‘ (Seite 15)
Bei ‚The Travel Episodes. Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt‘ handelt es sich um den dritten Teil der von Johannes Klaus herausgegebenen Reisegeschichten.
Der Leser wird auch diesmal an exotische sowie an ganz gewöhnliche Orte mitgenommen, an denen die Autoren ganz besondere Geschichten erlebt haben.
Gegliedert ist der dritte Band in ‚Das Glück des Fremdseins‘, wo der Leser unter anderem die Südsee, Russland und Syrien virtuell bereist, ‚Aus Angst wird Mut‘, wo einen die Autoren mit nach Wales, Kroatien, die Mecklenburgische Seenplatte, an die Elfenbeinküste etc. mitnehmen, sowie ‚Allein ist nicht einsam‘, wo man Geschichten aus und über Peru, Myanmar, Finnland u.v.a. folgen kann.
Ich kenne Band 1 und Band 2 der Travel Episodes und finde den dritten Band im Vergleich etwas schwächer. Einige der Autoren kannte ich zudem schon, so dass die Geschichten nicht wirklich neu für mich waren.
Viele der Geschichten schaffen es jedoch, den Leser vor Ort zu versetzen, lassen ihn beim Lesen träumen, Abenteuer vom heimischen Sofa aus erleben, besondere Fleckchen der Erde entdecken, exotische Speisen kosten und/oder aufatmen, weil der Autor seine aufregende Tour unbeschadet überstanden hat.
Manche der Geschichten sind einfach von Grund auf spannend (z.B. die Reise von Dominik Mohr nach Syrien vor dem Krieg), andere sind hervorragend, mit großer Spannung oder viel Witz erzählt (z.B. die Kreuzfahrt von Philipp Laage oder die Indien-Reise von Oleander Auffahrt), wieder andere fand ich persönlich kaum interessant (z.B. die Ruhrpott-Geschichte von Karin Lochner). Alles in allem ist aber für jeden etwas dabei, weil die Geschichten so heterogen geschrieben sind und vollkommen unterschiedliche Orte und Reisearten behandeln. - Anne Töpfer
Das Brombeerzimmer
(191)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Roman war ein sehr schön leichter und angenehmer Roman für zwischendurch. Den Hauptcharakter Nora fand ich sehr sympathisch. Es ging noch stark um Herzschmerz, da sie ihren Mann verloren hat, doch ist dies schon eine Weile her und dadurch ist es nicht der frische Schmerz nach dem Tod. Sie versinkt zwar stark in der Trauer, aber durch die Reise in diesem Buch entwickelt sie sich wieder langsam weiter. Diese Entwicklung im Buch hat mir sehr gut gefallen und ich habe sie gerne dabei begleitet. Bei ihrer Suche hat sie die Großtante ihres verstorbenen Mannes besucht. Klara fand ich unheimlich sympathisch und hatte großen Spaß an ihr. Sie hatte auch ihr Geheimnis und da hätte ich mich gefreut, hätte dies mehr Platz eingenommen. Den Schreibstil mochte ich auch gerne und habe es schnell gelesen.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich auf eine Suche nach sich oder nach Nora begeben möchte und auch auf ein paar gute Rezepte hofft.
- Carola Holzner
Eine für alle
(46)Aktuelle Rezension von: die_magische_buecherweltIch habe Doc Caro zuerst im Tv Gesehen und eine Bekannte hatte ihr Buch was ich mir gleich aus geliehen habe.
Carola Holzner arbeitet als Notärztin im Einsatz und arbeitet als Oberärztin in der Notaufnahme. Die Einsätze werden aus ihrer Sicht beschrieben. Sie nimmt auch kein Blatt vorm Mund und sagt alles frei raus und man erfährt Sachen wo mit man nicht rechnet. Es waren Geschichten dabei wo ich geschockt war oder sogar tränen in den Augen hatte. Es gab aber auch stellen wo man ein schmunzeln musste-
Falls mir noch ein Buch über den Weg läuft, werde ich das auch lesen.
- Peter Gallert
Glaube Liebe Tod (Ein Martin-Bauer-Krimi 1)
(165)Aktuelle Rezension von: ReiShimura"Glaube Liebe Tod" ist der Auftakt zu einer Krimireihe des Autorenteams Peter Gallert und Jörg Reiter. Die Martin Bauer Krimi Reihe umfasst drei Bände und wie der Name bereits verrät drehen sich alle Bücher um den Polizeiseelsorger Martin Bauer. Dieser ist auch der Grund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Ein Ermittlerduo aus einer Kommissarin und einem Seelsorger fand ich unglaublich faszinierend und ich war neugierig in weit religiöse Komponenten in das Buch und vor allem die Ermittlungsarbeit einfließen.
Der Einstieg in die Geschichte war unglaublich packend und fesselnd. Die Spannungskurve ist gleich zu Beginn auf einem Höhepunkt und das Tempo ist auch recht zügig. Dies fand ich einerseits sehr gelungen, da man gleich voll in die Geschichte eintaucht und mitgerissen wird. Andererseits kam aber auch der Gedanke auf, dass es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, das Spannungsniveau ständig auf diesem hohen Level halten zu können, geschweige denn das Niveau noch zu erhöhen. Und so kam es dann auch. Nach einem rasanten Beginn, kam dann erst mal eine kleine Flaute, in der man die Möglichkeit hatte durchzuatmen und sich mit den handelnden Personen vertraut zu machen.
Recht schnell musste man sich dann aber wieder neu orientieren und umstellen, denn nach und nach werden mehr Personen und vor allem zusätzliche Handlungsstränge eingeführt. Für mich war der Übergang von einem Handlungsstrang zum nächsten im ersten Augenblick nicht immer ganz logisch oder nachvollziehbar. Ich verstehe aber, warum das Autorenduo die Übergänge so gewählt hat. Das sich die diversen Handlungsstränge mit der Zeit zu einem großen Ganzen verweben werden, ist von Anfang an absehbar, die Art und Weise wie dies geschieht fand ich aber sehr gut gelöst.
Obwohl das Tempo der Geschichte meistens recht hoch ist, wie bereits mehrfach erwähnt, gibt es natürlich auch hier die eine oder andere eher langatmigere Passage. Diese hätte man meiner Meinung nach teilweise ein wenig kürzen können, wenn man ein paar, für den Verlauf der Geschichte nicht notwendigen Handlungsstrang weggelassen hätte.
Ein Sticker auf dem Cover verspricht Kopfkino Edition. Die Befürchtung das dies eine übertriebene Werbemaßnahme ist kam kurz bei mir auf. Ich gebe aber gerne zu, dass diese Befürchtungen unbegründet waren. Denn das Buch hat bei mir wahrlich Kopfkino ausgelöst. Das Autorenduo schafft es eindrucksvoll eine düstere und bedrückende Stimmung zu erzeugen. Die Verzweiflung mancher Protagonisten kann man fast körperlich spüren und als der große Wind aufkam, konnte ich diesen hören.
Die Charaktere fand ich sehr gut beschrieben, wenn auch die meisten keine Sympathieträger sind. Dafür finde ich Protagonisten aber glaubwürdig und authentisch, bei manchen hätte ich mir aber ein wenig mehr Tiefgang und detailliertere Beschreibungen erwartet. Eine religiöse Komponente ist wie erwartet Teil der Geschichte, kommt aber weniger stark zum Vorschein, als ich das vermutet hätte.
Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn das Buch kleinere Schwächen ausweist.
- Liv Larson
Wer zuletzt liebt … liebt am besten
(28)Aktuelle Rezension von: stayliterateWie geht ihr mit Herzschmerz um?
Bea aus „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ sieht da nur einen Ausweg, und zwar, stürzt sie sich in ihre Arbeit. Nach einer zweijährigen Beziehung und mit 39 Jahren ist sie weder der erfahrenste noch der jüngste Single auf dem Markt. Zudem setzt bei ihr zunehmend Torschlusspanik ein. Wenn sie noch einmal Kinder haben möchte, sollte sie sich ihrer Meinung nach ranhalten. Hals über Kopf ist sie Teil der Dating-Szene und wird von den Spielregeln erschlagen. Nach einer kleinen Auszeit bei ihrer Freundin Em, findet sich Bea in einem vollen Zugabteil wieder und lernt dort den Karikaturisten Lars kennen. Allerdings bleibt von ihrem Treffen nichts weiter übrig, als eine Karikatur an Beas Pinnwand. Werden sich die beiden noch einmal begegnen und wird Lars Beas aufkeimende Gefühle erwidern?
Für die ersten paar Kapitel habe ich bestimmt zwei Wochen gebraucht, weil ich mich nicht in das Buch reinlesen konnte. Ich mag es, wenn es in Büchern gleich um das Wesentliche geht und ich nicht erste eine lange Einlesephase benötige. In „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ hat sich meiner Meinung nach bis zur Mitte des Buchs jedoch nicht viel getan und so hat es sich einfach nur gezogen wie Kaugummi. Ich kann verstehen, dass die Vorgeschichte wichtig für das spätere Verständnis[1] ist, aber man hätte dort vielleicht etwas sparen[2] und sich stattdessen mehr auf die Beziehung zwischen den Protagonisten konzentrieren können. Natürlich kann man in diesem Zusammenhang argumentieren, dass man dadurch Beas Entwicklung besser darstellen konnte, aber trotzdem war dieser Teil zu langatmig für mich. Auch der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig. Es wurde sich sehr auf die inneren Gefühle von Bea und ihre Gedanken konzentriert. Viele Dinge wurden meiner Meinung nach auch zu oft aufgegriffen. Nach ungefähr der Hälfte des Buches hat die Story dann endlich Fahrt[3] aufgenommen und ich konnte es tatsächlich nicht mehr weglegen. Der zweite Part des Buchs ist somit mein Favorit, unter anderem auch, weil Lars dort das erste Mal erwähnt wird und er mein Lieblingscharakter ist.
Lars hat einen ziemlich dunklen Humor, ist brutal ehrlich und weiß, was er will. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an ihm. Damit bildet er nämlich einen Kontrast zu Bea. Ihr fehlt Lars´ Charisma und außerdem ist sie durch die Trennung verunsichert. Die ständigen Verkupplungsversuche ihrer Freundin Em helfen auch nicht wirklich, ihr wieder etwas Selbstvertrauen zu schenken. Schließlich geht jeder einzelne davon auf seine Art und Weise schief. Weil Em eigentlich eine nette Freundin ist, sich aber viel zu sehr in Beas Leben einmischt und einige Aktionen bringt, die zwar lustig sind, aber doch das Vertrauen zwischen Freunden zerstören können, ist sie der Charakter, der mir am wenigsten gefällt.
Mir hat besonders gefallen, dass Bea sich zum Besseren verändert hat und dass ihr viele Dinge klar geworden sind, die sie nun zu einer sehr selbstbewussten Frau machen. Zum Ende hin wird sie auch immer mehr zum Paradebeispiel einer reifen Frau, die weiß, was sie will.Fazit: „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ von Liv Larson ist ein Buch, das mich genauso sehr aufgeregt hat, wie ich es geliebt habe. Die Lovestory steht, anders als es der Titel vermuten lässt, eher im Hintergrund, und die Entwicklung der Protagonistin dafür im Vordergrund. Jeder, der sehen möchte, dass man sich auch mit 39 Jahren selbst finden kann oder einfach nur gespannt auf den hochgelobten zweiten Teil des Buchs ist, sollte es unbedingt lesen.
- Lucie Flebbe
Bad Business. Deal mit dem Tod
(33)Aktuelle Rezension von: schillerbuchDiesen Krimi las ist für meine Jurytätigkeit bei den Stuttgarter Kriminächten und bedanke mich beim Grafit Verlag, der mir ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat. Laut Verlag zeigt die Autorin in diesem Buch schonungslos die Auswüchse von Privatisierungs- und Effizienzwahn im Gesundheitssektor auf. Das fand ich ein interessantes Thema und ich war gespannt, was mich erwartet.
De Verlag beschreibt den Inhalt so: „Mieke Jentsch macht ihren Job als stellvertretende Klinikverantwortliche schon deutlich zu lange. Als ihr Vorgesetzter unerwartet Suizid begeht, rückt sie in die Chefposition auf und wird beauftragt, Kliniken an einen Medizinkonzern zu verkaufen. Ist der Milliardendeal die Chance, ihre Fähigkeiten endlich unter Beweis zu stellen? Doch je tiefer Mieke in die Materie vordringt, desto größer werden ihre Zweifel daran, dass ihr Vorgänger freiwillig aus dem Leben gegangen ist. Als sie das Opfer mehrerer Anschläge wird, beginnt sie zu ahnen, dass sie längst zur Schachfigur in einem tödlichen Spiel geworden ist . . .“ (© Grafit Verlag)
Das Buch ist wirklich spannend, obwohl ich mir schwer tat mit dem Aufbau: Lucie Flebbe erzählt aus mehreren Perspektiven und es dauerte relativ lange, bis ich in die Geschichte reingekommen bin, zumal die einzelnen Abschnitte oft sehr kurz waren. Vor allem das hat mich auch nicht so ganz überzeugen können, es hat bei mir nicht für Spannung gesorgt, sonder eher für eine gewisse Mühsal beim Lesen. Im Laufe des Romans setzte sich langsam ein Bild zusammen und auch die beiden Hauptpersonen Mieke und der eigenwillige Coach Mo gewinnen immer mehr an Tiefe. Das ist es, was mich letztendlich dann auch bei der Stange gehalten hat.
Mieke ist eine ehrgeizige junge Frau, die unbedingt Karriere machen möchte, die aber auch merkt, dass ihr die dafür notwendige Skrupellosigkeit fehlt. Als sie vom Abteilungsleiter für unfähig erklärt und in ein Coaching geschickt wird, bringt sie das an ihre Grenzen. Denn es handelt sich hier keineswegs um eine normales Coching, sondern Mo arbeitet mit Pferden, die sofort spüren, ob ein Mensch die natürliche Autoritärt ausstrahlt, die eine Führungskraft, die nach oben will, haben sollte. Als sie dann unerwartet doch in die Chefposition vorrückt, stellt Mieke das nicht nur als Führungskraft, vor eine große Herausforderung, sondern sie sieht auch ihre Werte in Frage gestellt. Hat der Abteilungsleiter sie nicht nur deshalb befördert, weil sie ihrem Vorgänger inhaltlich zugearbeitet hat, sondern auch gerade deshalb, weil er glaubt, dass sie widerstandslos dem Verkauf der Reha-Klinken der Rentenversicherung an einen privaten Klinikkonzern vorbereiten und durchführen wird? Als sie Sanna aus dem Betriebsrat kennenlernt, sieht sie den Verkauf immer kritischer. Und als sie mehrfach in lebensgefährliche Situationen gerät, aus denen Mo ihr heraushelfen kann, beginnen beide, nachzuforschen, wer hinter den Anschlägen stecken könnte.
Dazu gibt es eine ganze Reihe von Nebenfiguren, deren Rolle zu Beginn völlig unklar ist, die aber im Laufe der Handlung an Kontur gewinnen bis sich am Ende des Buches ein Gesamtbild ergibt.
Man merkt dem Buch an, dass sich Lucie Flebbe intensiv mit dem Thema beschäftigt ist – ein Thema, das ihr als ausgebildeter Physiotherapeutin sicher auch nahe liegt. Über die Privatisierung der Kliniken, die alle unter einem enormen Kostendruck stehen und deshalb zu fragwürdigen Mitteln greifen, kann man zu Zeit regelmäßig in der Zeitung lesen und in diesem Thriller zeigt die Autorin tatsächlich die Auswüchse von Privatierungs- und Effizienzwahn auf, unter dem Personal und Patient:innen zu leiden haben. Durch die vielen Handlungsfäden jedoch hatte ich das Gefühl, dass sie insgesamt etwas zu viel hineingepackt hat. Dass eine der Pflegerinnen aus Afghanistan stammt und verzweifelt versucht, ihre kleine Tochter und Schwester nachzuholen, war mir dann einfach zu viel, denn auch das ist ein hoch komplexes Thema, das es wert wäre, in einem eigenen Roman gewürdigt zu werden. Trotzdem gewann der Thriller nach dem ersten Drittel immer mehr an Fahrt und es gibt am Schluss einige wirklich überraschende Wendungen.
Mein Fazit: Spannende Krimikost mit einem interessenten Thema, allerdings mit kleinen Einschränkungen was den Aufbau und die thematische Überfrachtung anbelangt. Trotzdem lesenswert!
- Torsten Sträter
Als ich in meinem Alter war
(56)Aktuelle Rezension von: SM1Die erste Hälfte des Buches besteht aus den üblichen Kurzgeschichten des Autors, die zweite Hälfte enthält "Die TV-Texte" und "Völlig hirnverbranntes Zeug".
Die Kurzgeschichten sind wie immer unglaublich lustig, wegen ihren genialen Mischung aus Alltäglichkeit und Absurdität.
Auch der zweite Teil ist sehr unterhaltsam, auch wenn sich die fürs Fernsehen geschriebenen Texte häufig auf aktuelle Themen und Ereignisse beziehen.
- Lisa Roy
Keine gute Geschichte
(118)Aktuelle Rezension von: JVA_81In dem Buch lernen wir Arielle kennen, die gerade von einem Aufenthalt in einer psyichatrischen Klinik zurückkehrt. Sie erhält einen Anruf dass ihr Großmutter gestürzt sei und kehrt nach über zehn Jahren nach Essen-Katernberg zurück, wo sie aufgewachsen ist.
Die Geschichte wird dabei aus der Perspektive von Arielle in der Ich Form erzählt.Direkt von Anfang an war mir Arielle unheimlich unsympathisch. Sie ist bis zur Unverschämtheit direkt und wenig empathisch. Im Laufe der Geschichte lernt man jedoch dass die Protagonistin diverse unverarbeitete Traumata aus ihrer Kindheit mit sich herumträgt, aber bisher auch keinen großen Sinn darin gesehen hat diese aufzuarbeiten. Dies wird in ihrer Haltung gegenüber der therapeutischen Arbeit in der Klinik mehrmals deutlich.
Dadurch konnte ich zumindest nachvollziehen warum sie so ist wie sie ist.
Die Auflösung insbesondere des Verschwindens der beiden Mädchen und ebenso des Verschwindens von Arielles Mutter werden mich bestimmt noch eine Weile nicht loslassen.
Von mir gibt es deshalb eine absolute Leseempfehlung. Wenn man allerdings eine Grundsympathische Protagonistin sucht für die sich am Ende alles zum Guten wendet sollte man vielleicht eher Abstand von dem Buch nehmen.
- Lars Schütz
Rapunzel, mein (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 2)
(128)Aktuelle Rezension von: Elenchen_hIm Ruhrgebiet wird in einem Theater eine Leiche entdeckt: ein Mädchen wurde mit ihren eigenen langen blonden Haaren erdrosselt, beide Hände wurden abgetrennt. Die Abendvorstellung im Theater wäre "Rapunzel" gewesen. Die Fallanalytikerin Rabea Wyler fühlt sich schlagartig in die Vergangenheit zurückversetzt. Vor Jahren verschwand ihre kleine Schwester, alles was man von ihr fand war eine Hand. Hilfesuchend wendet sich Wyler an ihren suspendierten Chef Jan Grall und sie heften sich an die Versen eines Mörders, der sich als Marionette entpuppt...
Auch der zweite Band der Reihe um die beiden Profiler Rabea Wyler und Jan Grall von Lars Schütz, "Rapunzel, mein", hat mir wieder sehr gut gefallen. Der Thriller ist spannend und rasant, spart aber auch nicht an viel Ermittlungsarbeit, sodass man als Leser*in viel miträtseln konnte. Dieses mal gab es mehrere Erzählstränge, die am Ende alle schlüssig zusammen gefunden haben.
Interessant fand ich die Schauplätze: ein stillgelegter verwitterter Freizeitparkt im Märchenstil, die Ruine eines ausgebrannten Hospitzes und dann auch noch Ermittlungen sowohl in der Schweiz, als auch in Deutschland und am Ende sogar in Las Vegas - sehr gelungen! Die vielen Ortswechsel haben dem Thriller nochmals Tempo gegeben.
Auch Wyler und Grall mag ich gerne. Die beiden Fallanalytiker*innen gehen mit ganz neuen und unkonventionellen Ansätzen an eine Ermittlung ran und haben ihre Eigenheiten, die sie sympathisch machen.
Ab und an war mir das Buch etwas zu abgefahren und die Aspekte der Biker- und Drogenszene hätte ich persönlich nicht gebraucht. Das ist aber sicherlich Geschmackssache.
Ich vergebe 4 / 5 ⭐ und freue mich auf Band 3 📖.
- Jörg Hartmann
Der Lärm des Lebens
(85)Aktuelle Rezension von: SusziEhrlich gesagt hatte ich mir von diesem Buch mehr versprochen. Der Ich-Erzähler schildert letztendlich seinen Werdegang, verknüpft mit geschichtlichen sowie persönlichen Ereignissen. Dabei kommen interessante Themen zur Sprache wie der Mauerfall, die Schikane der gehörlosen Großeltern im NS-Regime, die Demenz des Vaters oder aktuellere Ereignisse wie die Corona-Pandemie
In meinen Augen fehlt jedoch allen Schilderungen die Tiefe, zumal der Klappentext auf die Geschichte des Autors, der Eltern und Großeltern fokussiert. Relativ nebensächliche Erlebnisse werden stattdessen sehr ausführlich erzählt; dies kann auch der zum Teil sehr witzige Ruhrpott-Dialekt nicht ausgleichen. Bis zum Ende des Buches habe ich immer noch auf den "Aha" - Moment gewartet, der leider nicht kam. Ein Buch was mich leider überhaupt nicht angesprochen hat.
- Frank Goosen
Weil Samstag ist
(52)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Ein Fußballspiel zu besuchen, an dem die eigene Mannschaft nicht teilnimmt, ist ein bisschen wie Ehebruch. Na gut, der Vergleich hinkt. Beim Ehebruch soll ja bisweilen eine Menge Leidenschaft mit im Spiel sein, was man beim fußballerischen Fremdgehen oft nicht behaupten kann."
Frank Goosen, die kabarettistische Stimme des Ruhrpotts und der Mittvierziger, er hat immer wieder bewiesen, dass er auch ein hervorragender Schriftsteller ist, vor allem mit den Romanen Liegen lernen und So viel Zeit , die mir beide in ihrer Konzeption, vor allem aber in ihrer Authentizität, gut gefallen haben. Auch "Weil Samstag ist" hat mich positiv überrascht.
Das beste Buch über Fußball wurde schon geschrieben: Fever Pitch von Nick Hornby, und es nicht Frank Goosens Schuld, dass wahrscheinlich nie ein Buch an dieses heranreichen wird, also sollte man auch aufhören alle Neuerscheinungen ins Sachen Fußballliteratur mit Hornbys Werk zu vergleichen (Memo an mich selbst!). Aber wenn es um Deutschland geht, dann hält man mit "Weil Samstag ist" wahrscheinlich das beste Buch in Sachen Fußball in der Hand, das besteingefangene Portrait dieses Sports, seiner Anhänger, seiner Emotionen und seiner Höhenflüge und seiner Abgründe - wobei es ja eigentlich wahre Abgründe für Fußballfans nicht gibt; das ist dann einfach das Leben insgesamt, das irgendwie schiefläuft ;=)
Das Buch ist eingeteilt in 6 Kapitel. Zwei der Kapitel sind Blogs, also praktisch Tagebücher, der WM 2006 und der EM 2008. Die anderen 4 Kapitel enthalten dagegen Fußballgeschichten aus der Historie, Goosens Jugend (so vollzieht er sämtliche WMs und großen Turniere anhand seiner Biographie nach - nach dem Motto: Wo war ich als...), von eigenen Kindern und natürlich viel und hauptsächlich aus dem Stadion des Vfl Bochum. Jedoch: Wer Fussball mit Haut und Haaren, Bier und Schweiß erlebt hat, muss kein Anhänger dieses Vereins sein, um das Buch gerne und mit Lachen und Freude zu lesen.
Denn allem voran, ist dieses Buch ein ehrliches Buch, schnörkellos und gekonnt, pointiert und doch stets greifbar. Goosen mag sich der humoresken Übertreibung bedienen, hier und da, aber zum Thema Fußball passt diese, manchmal schlichte, manchmal geniale, Stimmungsmache ganz gut. Und letztlich ist dies Buch, dieser Querschnitt durch den Fußball, etwas, dass mehr zum Nachempfinden ist, als zum kennenlernen. Unter diesem Gesichtspunkt: Fußballfans Deutschlands - vereinigt euch. Euer Manifest steht auf 160 Seiten! - Lana Lux
Geordnete Verhältnisse
(189)Aktuelle Rezension von: ManonaLana Lux gelingt mit Geordnete Verhältnisse ein eindringlicher Roman, der mich von Anfang an gepackt hat. Obwohl sich die Handlung im Verlauf immer weiter zuspitzt und schließlich in einem dramatischen Ende mündet, habe ich das Buch sehr gern gelesen.
Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Sie sind vielschichtig und sehr lebendig beschrieben – auch wenn manche von ihnen durch ihre Art nicht unbedingt sympathisch wirken. Gerade das macht sie aber glaubwürdig und menschlich. Beim Lesen spürt man förmlich, wie sich die Situation Schritt für Schritt verdichtet und die Spannung zunimmt.
Diese stetige Eskalation hat mich sehr gefesselt. Mehr als einmal hatte ich das Bedürfnis, in die Handlung einzugreifen – vor allem Faina am liebsten wachzurütteln und ihr zuzurufen, endlich ihren eigenen Weg zu gehen.
Ein Roman, der durch starke Charakterzeichnungen, emotionale Intensität und eine spürbare innere Dynamik überzeugt und noch lange nach dem Lesen nachhallt.
- H.C. Scherf
Der Flug der Libellen
(31)Aktuelle Rezension von: TefelzNach 2 Leserunden von denen ich begeistert war, habe ich mir " Der Flug der Libellen" besorgt und war gespannt, ob es mir wie genau wie die beiden anderen gefallen würde. In der Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht!
Geschichte: Andrea , 10 Jahre alt, hat in der Schule ein großes Problem. Ihr Nachnahme lautet " Lesbe" und daher wird sie gemobbt wo es nur geht. Besonders die Anführerin Martina, aus gutem Haus, der alle Jungs hinterher laufen, sorgt dafür dass Andrea keine Freunde hat. Ausgenommen Holger, stotternd und somit ebenfalls Außenseiter wird der Freund Ihrer Kinderzeit. Dann verschwindet 1 Kind spurlos und die Kripo unter Hauptkommissar Schlicht beginnt zu ermitteln, aber erfolglos.... 16 Jahre später zieht sich eine Mordserie durch Essen und Schlicht kommt einfach nicht weiter in den Ermittlungen. Es gibt keine Spuren. Als Andrea zurück nach Essen zieht, hat sich vieles verändert, außer Holger der sofort wieder seinen Platz einnimmt. Durch Zufall trifft sie auf Schlicht und die Ereignisse überschlagen sich....
Von Anfang an, ist das Buch mit jeder Seite spannender bis zum furiosen Finale. So sollten Thriller aufgebaut sein. Frei von Schnörkel und endlosen Beschreibungen, wer was wann bei welchem Wetter wo gemacht hat und angezogen hat.... Die Geschichte trifft von Anfang an den Kern und verliert nicht den roten Faden. Alles ist durchdacht und es ist schwer Verdächtige auszumachen.
Die Darsteller sind gut beschrieben und das Thema immer aktuell. 200 Seiten die schnell durchrauschen und sich wahnsinnig flüssig lesen. Andere hätten vermutlich 400 Seiten daraus gemacht, aber das konzentrieren auf das wesentliche ist eine unnachahmliche Art des Autors und ich schätze das sehr. Nach dem 3. erstklassigen Buch werde ich zum Fan und kann das Buch nur jedem empfehlen !
- Andreas Eschbach
Freiheitsgeld
(126)Aktuelle Rezension von: Felicia_RDas Buch vermittelte mir durchgehend eine Art Leichtigkeit, oberflächliche Harmonie, aber auch Leere.
Es verlässt mich mit einem Gefühl dafür wie wichtig es ist im Leben eine Aufgabe zu haben, Ziele zu haben, Autonomie und eine Art Sinnhaftigkeit.
Etwas das mir Leben wichtig ist: Umweltschutz erscheint hier plötzlich als etwas Unterdrückendes, da es in diesem Szenario aufgezwungen ist. Ich bin gerade zu froh nach dem Lesen, dass ich die Freiheit habe destruktiv zu sein und Erschaffen darf.
Das Buch regt einen- vorallem nach dem Ende zum Nachdenken an.
Ich kann es weiter empfehlen für Menschen die an grundlegenden psychologischen Prinzipien- was braucht ein Mensch um glücklich zu sein? sowie an Philosophie und Ethik interessiert sind.























