Bücher mit dem Tag "ruhrpott"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ruhrpott" gekennzeichnet haben.

157 Bücher

  1. Cover des Buches Voll von der Rolle (ISBN: 9783770015603)
    Lotte Minck

    Voll von der Rolle

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Lorettas Freund Frank hat sich einen Traum erfüllt und einen Kiosk übernommen. Als gute Freundin hilft Loretta natürlich tatkräftig bei der Verschönerung von „Kropkas Klümpchenbude“ mit, doch noch vor der Neueröffnung tauchen die ersten Schmierereien auf. Loretta hat schon bald einige der jugendlichen Skater als Täter im Visier und was das Rentnergespann, bestehend aus JuppZwo, Locke und Steiger, welches den ganzen Tag auf einer Bank neben der Bude verbringt, an Klatsch und Tratsch über diese Jugendlichen zu berichten hat, lässt Lorettas kriminalistischen Spürsinn zur Hochform auflaufen und dann stolpert sie eines Morgens im wahrsten Sinne des Wortes über die Leiche eines der Jugendlichen.
    Die Polizei geht von einem Skateboardunfall aus, doch Loretta kommen schnell Zweifel und so ermittelt sie mal wieder auf eigene Faust.


    Was war denn dieses Mal mit Loretta los? Die Gute war ja von Anfang an fürchterlich schlecht gelaunt und wahnsinnig schnell auf hundertachtzig. So zickig, wie sie in diesem Band häufig rüber gekommen ist, kenn ich sie gar nicht und hat mir auch überhaupt nicht gefallen.
    Schlimmer war nur noch ihre Aussage zum Schokokussbrötchen für welches sie allerdings die N-Wort-Variante genutzt hat und für meinen Geschmack mit einer für Loretta recht unpassenden, überheblichen Arroganz festgestellt hat, dass das im Ruhrpott schon immer so hieß und immer so heißen wird, weil man es im Pott ja nicht so mit „politischer Korrektheit“ hat. Stimmt zwar, allerdings sind auch nicht alle im Ruhrpott so ignorant und können erkennen, dass manche Begriffe einfach ausgedient haben (sollten); und das hat auch nichts mit politischer Korrektheit zu tun.

    Ebenso unverständlich fand ich übrigens, dass die ganze Situation mit ihrem Freund Pascal sie so kalt lässt. Mir war ja schon in Vorgängerteilen  aufgefallen, dass es ganz praktisch war, dass Pascal meist unterwegs war und so von ihren Ermittlungen nicht viel mitbekommen hat, da er kein großer Freund ihrer Ermittlertätigkeit ist bzw. davon, dass sie sich dabei gerne in Gefahr bringt. Ich hätte aber schon gerne eine etwas nachvollziehbarere Reaktion - vor allem mehr Emotion - seitens Loretta gehabt auf diese mögliche Trennung, nicht nur ihre miese Laune. 

    Auch der Fall an sich konnte mich dieses Mal einfach nicht überzeugen. Loretta ergeht sich sehr früh in ausschweifenden Hirngespinsten über die Jugendlichen und auch den (möglichen) Mord und zwar noch bevor sie irgendwelche ernsthaften Hinweise in diese Richtungen bekommen hat. Natürlich stellt sich hinterher heraus, dass sie mit ihren wilden Spekulationen fast immer Recht hatte.
    Das fand ich dieses Mal echt überzogen.
    Auch die Reaktionen von Frank und anderen Kiosk- bzw. Ladenbesitzerin auf diese Jugendlichen fand ich überhaupt nicht nachvollziehbar. Zumindest Frank kennt man da anders und dass er nicht mal seinen guten Freund und Ex-Komissar Erwin von Anfang an eingeschaltet hat bzw. wenigstens um Rat gefragt hat, wollte sich mir nicht vermitteln.

    Gut dagegen fand ich den Mörder und seine Motive. Ohne hier zu viel vorwegzunehmen, hat das Ganze für mich der Geschichte noch mal eine Wendung gegeben, die alles ein wenig aufgewertet hat (wenn auch im tragischen Sinne), da es keine einfache Rachetat war.


    Fazit: Ich muss sagen, ich war dieses Mal schwer enttäuscht von Loretta und ihrer ganzen Art. Sie hatte schon von Beginn an eine unterdurchschnittlich schlechte Laune und wirkte häufig zickig (auch wenn ich dieses Wort echt nicht mag), aber ihre recht ignorante Sichtweise zum N-Wort, die ebenfalls nicht zu der Loretta passt, wie ich sie bisher kennen gelernt habe, hat für mich den Ausschlag nach unten gegeben und da auch der Kriminalfall mich nicht recht von sich überzeugen konnte, kann ich dieses Mal gar nicht anders, als nur zwei Sterne zu vergeben.

  2. Cover des Buches Die Jutta saugt nicht mehr (ISBN: 9783770015597)
    Lotte Minck

    Die Jutta saugt nicht mehr

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Erwin und Loretta haben mittlerweile ihre eigene kleine Detektei - in Dennis Hinterzimmer - eröffnet. Allerdings hatten sie bisher meist eher langweilige  Aufträge, wie vermutete Untreue oder gestohlene Unterwäsche von der Wäscheleine.
    Als Frau Berger sie aufsucht, ändert sich das, denn: „Die Jutta saugt nicht mehr!“ Frau Berger glaubt, dass etwas an dem Verschwinden ihrer Nachbarin, Jutta, verdächtig sei und sicherlich der angeblich verlassene Ehemann dahinter stecken würde.
    Also muss Loretta mal wieder Undercover gehen, um mehr herauszufinden.
    Schnell wird allerdings klar, dass wenig so ist, wie von Frau Berger geschildert. Was die Sache aber nicht unbedingt weniger gefährlich macht, wie sich schließlich herausstellt.


    Loretta ermittelt mittlerweile zum siebten Mal und die neugegründete Detektei könnte in Zukunft sicherlich noch einige interessante Fälle bringen. Immerhin wird es irgendwann wirklich unglaubwürdig, wenn Loretta weiterhin zufällig über Leichen stolpert. So jedoch gibt es einen ausgezeichneten Grund, warum ihr das auch weiterhin passieren könnte. Ein wirklich guter Einfall von Lotte Minck und tatsächlich auch etwas, was ich mir wunderbar vorstellen konnte, als Erwin diese Idee zum ersten Mal ausgesprochen hat.
    Zwar ist Loretta zu Beginn des Bandes ein wenig ernüchtert, immerhin sprühten ihre bisherigen Fälle der neuen Detektei nicht gerade vor Spannung, aber natürlich ändert sich das bald.
    Typisch Loretta Luchs eben. 

    Es gab dieses Mal wieder ein paar Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Immer gut bei einem Krimi - selbst wenn es nur eine Krimödie sein möchte - und noch besser bei einer längeren Reihe, denn wer will schon in jedem neuen Buch immer das genau gleiche Schema vorfinden?!
    Der Humor konnte ebenso wieder bei mir punkten und auch die altbekannten und lieb gewonnenen Charaktere machen mir noch immer Spaß, weil eben die typischen Ruhrpottklischees zwar deutlich vorhanden sind, aber nicht überzeichnet werden, sondern tatsächlich immer noch etwas sehr Authentisches haben.

    Schade finde ich etwas, dass Loretta und ihr Patrick zwar jetzt schon einige Zeit zusammen sind, wir aber so richtig viel von ihrem gemeinsamen Leben nicht mitbekommen, weil er häufig unterwegs ist. Bei ihm habe ich einfach noch nicht so richtig das Gefühl, ihn zu kennen. Andererseits ist er von Lorettas Ermittlungen ja nicht immer begeistert, weil sie sich dabei ja auch auch häufig in Gefahr begibt und so lässt es sich dann natürlich leichter ermitteln. Trotzdem würde ich ihn einfach gerne besser kennen lernen, aber da ja noch so einige Bände mit Loretta auf mich warten, wird sich das sicherlich noch ändern. 


    Fazit: Ein weiterer amüsanter Fall mit Loretta Luchs, der auch immer noch für eine Überraschung gut war. 

  3. Cover des Buches Dunkels Gesetz (ISBN: 9783550081781)
    Sven Heuchert

    Dunkels Gesetz

     (58)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Das Buch ist trist, bedrückend, grau, hoffnungslos. Schon in den ersten Seiten spürt man diese Atmosphäre, die sofort jedem Bild die Farbe entzieht und man sich beim Lesen verloren fühlt. Das ist gut, das hat funktioniert, aber der fehlende Spannungsbogen ruiniert dann schließlich doch alles.

    Von Anfang an wartet man auf die Konfrontation mit Dunkel und Achim, das ganze Buch zielt darauf hinaus und als es dann schließlich passiert, fühlte sich die Situation erzwungen an. Die Gewalt in dem Moment wirkte wie eine Inszenierung, die nur da wäre, um seine Leser zufrieden zu stellen und sie funktioniert nicht. Sie ist billig, eine künstliche Explosion, die einen Konflikt auslöst, die nichts, absolut nichts dem Spannungsbogen beisteuert und alles was danach passierte, war nur noch ein leiser, lächerlicher Abklang.

    Das Buch endet wie ein Filmriss, der noch mehr Gewalt darstellt, der man nicht mehr richtig folgen kann, weil es die Geduld des Lesers überstrapaziert hat und man immer noch mit der Frage hadert, wozu diese Gewalt, wozu diese Einmischung, wozu dieser Ausbruch? Dunkel hätte einfach die Polizei rufen können und schon wäre alles geregelt gewesen. Er hätte beim Treffen mit Achim einen Schritt zurückmachen und alles vergessen können. Und sogar dann, nachdem er seine Widersacher unschädlich gemacht hat, wäre für ihn nur noch der Notruf geblieben und wieder wäre er mit heiler Haut davongekommen. Stattdessen wird es zu einem selbsternannten Sheriff, der in einem Job seine Lebensaufgabe sieht und aus irgendeinem Grund, den ich nicht nachvollziehen kann, die Drogen einsackt und sie versteckt.

    Ja, er ist traumatisiert, der Krieg hat seine Spuren bei ihm hinterlassen, aber es wird auf dieses Trauma kaum eingegangen, so dass die Handlung an seiner Glaubwürdigkeit leidet.

    All das hätte ich jedoch entschuldigt, hätte ich anders interpretiert, dem ganzen einen größeren Sinn gegeben, gäbe es einen Spannungsbogen! Das Buch wird als Thriller vermarktet, als ein Kriminalroman und doch gibt es nicht einen Funken Spannung im Buch, nicht einmal die Idee davon. Sogar als es zum Treffen kommt, wurde es so schrecklich beschrieben, dass man kaum etwas mitgefühlt hat. Außerdem hat Dunkel die Leute so leicht überwältigt, als wäre er Superman. Ohne den Spannungsbogen ist es bloß eine Schwarzweißgeschichte, die einem den Nerv raubt.

    Der Stil selbst muss man auch kritisieren. Manchmal war er mechanisch, holprig und übersät mit dem gleichen Satzanfang, so dass es einem Bericht glich. Im späteren Verlauf glättet der Autor seine Erzählweise, aber es wird nicht wirklich besser.

    Was das Cover betrifft, ist das wirklich gelungen. Es ist wunderschön, total interessant. Im Grunde wird der Inhalt dem Cover nicht gerecht und das ist fatal!

  4. Cover des Buches Doppelbock (ISBN: 9783740811488)
    Thomas Salzmann

    Doppelbock

     (27)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Ich kenne den ersten Band nicht und da es kaum Rückblicke gibt, war es für mich nicht ganz so einfach, diesen Krimi zu lesen.

    Die Schilderung all der Umweltprobleme machte mir mal wieder bewusst, dass ich mich zwar in meiner und den umliegenden Regionen – auch in dieser Beziehung – gut auskenne, aber vom Ruhrgebiet wenig Ahnung habe. Allerdings hat mich das in einem Krimi nun auch nicht so sehr fasziniert; ja ich finde sogar, dass es zu ausführlich war.

    Andererseits – es geht ja hier schließlich um den Mord an einem Essener Aktivist, der wohl einer großen Sache auf der Spur war. Der sehr gegen Umweltsünden wetternde war ein Freund der Ex-Kommissarin Friederiche Stier und natürlich kann sie es nicht lassen…sie ermittelt privat…. sehr gegen den Willen Ihrer früheren Kollegen und, schlimmer, Ihres jetzigen Freundes Hartmut.

    Leider konnte ich weder der Protagonistin noch Ihrem Freund etwas abgewinnen und über diese „Beziehung“ an sich habe ich wirklich nur den Kopf geschüttelt. In all der Länge und Breite, wie das dargestellt wurde, war das in meinen Augen eher langweilig und nicht unbedingt von Belang für den Krimi.

    Ich bin überzeugt, dass all die Informationen vom Autor sehr gut recherchiert wurden. Auch die Stimmung auf allen Seiten wurde gut zum Ausdruck gebracht. ABER – so nach ca 160 Seiten gab es ein paar Hinweise zu viel….

    Für mich war hier fast klar ersichtlich, wer nun was verbockt hatte und hinter all dem steckt – und fertiggelesen habe ich nur, um zu wissen, ob ich auch wirklich recht habe (hatte ich.. 😊) – leider wirklich verschenktes Potential.

    Da hat auch der – so oder so etwas verquaste -Schluss -für nichts mehr daran geändert.

     

  5. Cover des Buches Der Junge muss an die frische Luft (ISBN: 9783492312394)
    Hape Kerkeling

    Der Junge muss an die frische Luft

     (379)
    Aktuelle Rezension von: UlrikeBode

    Zum Cover muss ich nicht viel sagen, es ist halt Hape Kerkeling alias Hans Peter.
    Seine autobiografische Geschichte hat mich sehr berührt. In einem unverkennbaren Dialekt erlebt der kleine Hans Peter eigentlich ein sehr traurige Kindheit. Mit einer depressiven Mutter, die er immer wieder zum Lachen bringen wollte, weil es Glückshormone ausschüttet, wollte er sie retten und ihr aus diesem Loch hinaus helfen. Nach ihrem Freitod kommen allerdings noch Schuldgefühle hinzu, weil er sich nicht genug angestrengt hat. Er hatte aber wundervolle Großeltern, die ihn immer wieder in Schutz genommen haben und dadurch sein Selbstbewusstsein auf einem guten Level gehalten haben.
    Trotz allem bewahrt er sich seinen Humor und bringt immer wieder seine Umwelt zum Lachen, was er bis heute tut. Seine innere Zerrissenheit zeigt er ein einiges Mal, bei der Beerdigung der Mutter.
    Der Autor hat seine Geschichte mit viel Humor, aber auch Ernsthaftigkeit in einem wunderbar flüssigen und sehr authentischen Schreibstil geschrieben, nichts beschönt oder übertrieben dargestellt, deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Hier liegen Lachen und Weinen sehr nah beieinander.

  6. Cover des Buches Schantall, tu ma die Omma winken! (ISBN: 9783862652198)
    Kai Twilfer

    Schantall, tu ma die Omma winken!

     (163)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Du bist Beamter.

    Und weil mal wieder Personalmangel ist,

    wirst du von deinem Posten abberufen, um als Sozialarbeiter zu fungieren.

    Und was du da so erlebst,

    das schlägt wohl dem Fass den Boden aus.

     

     

    Zum Inhalt:

    Selbstlose Sozialarbeit mit Menschen, die in gesellschaftliche Schieflage geraten sind, ist etwas Ehrenwertes. Der Sozialarbeiter Jochen könnte die meisten seiner sehr speziellen "Kunden" allerdings zum Mond schießen. Unfreiwillig von der beschaulichen Kulturbehörde einer Kleinstadt in den Sozialdienst versetzt, wird Jochen direkt mit dem Härtefall der Unterschichtfamilie Pröllmann konfrontiert. Nach anfänglicher Orientierungslosigkeit in der Welt der Sonnenbänke und Glitzer-Handys fängt Jochen an, die Familie nebst Tochter Schantall in sein Herz zu schließen. Trotzdem muss er sich gelegentlich Luft machen, um Schantall, Tschastin und Co ertragen zu können.

    In dieser satirischen Abrechnung zeichnet Jochen schonungslos die Kuriositäten im Leben einer bildungsfernen Familie nach. Egal ob Kindergeburtstage bei McDoof, Dosensektpartys in Lloret de Mar oder erzwungene Kirmesbesuche mit der kompletten Sippschaft Jochen ist nun Teil des Ganzen. Während sein ambitionierter Plan, Niveau in die Welt der Unterschicht zu bekommen, zum Scheitern verurteilt scheint, stellt sich ihm aus der Nähe betrachtet die Frage, ob nicht bereits ein bisschen "Schantall" in jedem von uns steckt.

     

    Cover:

    Das Cover ist so eines dieser Art, wo du eben sofort weißt, auf was du dich einlässt, sobald zum Buch gegriffen wurde. Wir sehen hier im Hintergrund eine Wohnplatte, ein Schild, auf dem der Titel des Buches prangert und wir haben hier die „Schantall“, wie sie schwarzhumoriger nicht hätte dargestellt werden können. Denn „Schantall“ trägt Lockenwickler, ist aufgetackelt, raucht und schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Wer sich über die „Flodders“ amüsieren konnte bekommt hier nun den Einblick auf das deutsche Pendant. 

     

    Eigener Eindruck:
     Unfreiwillig landet der Autor des Buches von seinem beschaulichen Beamtentum im Kulturbereich bei den Sozialarbeitern. Dass ihn dieser Job Nerven kosten könnte, damit hat er vielleicht hintergründig gerechnet, doch er will helfen, will seine Arbeit gut machen und vielleicht auch ein bisschen revolutionieren. Dass das aber nichts wird, das muss er bald feststellen, als er die Härtefälle der deutschen Plattenbaukunst kennen lernt. Besonders geschieht dies in Form der Familie Pröllmann und deren Tochter Schantall. Ihr dachtet Chantalismus war nur ein Spaß? Dann lasst euch von Sozialarbeiter Jochen eines Besseren belehren!

    Diese Bücher über diverse soziale Schichten in deutschen Gefilden sind ja so eine absolute Gratwanderung, wie ich finde. Wer zu so einem Buch greift, der sollte schon mit Sarkasmus, Ironie und einer ordentlichen Portion schwarzem Humor zu Werke gehen. Das Buch ist zum Schmunzeln, keine Frage. Aber es ist eben auch auf Kosten anderer Menschen entstanden und einige könnten durchaus daraus schließen, dass man sich über die Familie Pröllmann oder eben diese soziale Schicht lustig macht. Auf der anderen Seite muss man den Sozialarbeitern seinen Respekt zollen, denn die Arbeit mit solchen Menschen ist nicht immer einfach und erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl. Effektiv hat Sozialarbeiter Jochen ja auch noch richtig Glück, denn die soziale Abwärtsspirale kann noch viel tiefer gehen. Auf der anderen Seite sollte eben jenes Buch vor allem für Familien- und Bildungsminister ein absoluter Warnschuss sein, denn die Geschichte von Schantall spiegelt immer mehr das Leben wieder, welches sich in Deutschland tagtäglich abspielt und auch wenn diese Menschen vielleicht mit ihrem Leben zufrieden sind, so sollte es für die Regierung eben ein Wink sein, dass etwas getan werden muss. Diese Menschen brauchen Unterstützung, nicht nur finanziell. Sie brauchen Bildungsangebote, Betreuungsangebote etc., denn das was wir hier geboten bekommen, scheint nicht zu reichen. Man sollte diesen Familien die Möglichkeit geben sich aus ihrer Abwärtsspirale zu befreien, ihnen Chancen einräumen. Man könnte hier wohl noch viel mehr benennen, doch dabei soll es bleiben. Das Buch jedenfalls ist eine Fleißarbeit des Autors, humorvoll geschrieben, teilweise ironisch und sarkastisch. Es ist ein kurzweiliges Buch, mit dem man sich im Nachgang noch ein ganzes Weilchen beschäftigt, aber es hat immer einen bitteren Beigeschmack, der sich einfach nicht vertreiben lässt: nämlich das Amüsieren auf Kosten von anderen. Sei es die Namengebung der Kinder, Schnäppchenshoppen was dann doch keine Schnäppchen mehr sind, Geldprobleme im Allgemeinen und ein billiger Lebensstil, weil eben nicht mehr drin ist, sei es die falsche Wortwahl wegen fehlender Bildung oder wegen Leserechtschreibschwächen. Ja sicher, man kann darüber schmunzeln, aber wenn man länger darüber nachdenkt, dann ist es einfach nur traurig.

     

    Fazit:

    Man sollte schon einen gewissen Grad an schwarzem Humor mitbringen, sonst sollte man die Finger davon lassen. Das Buch kann unterhalten, ist aber bisweilen auch recht grenzwertig.

     

     

    Gesamt: 3/5

     

    Daten:

    ISBN: 9783862652198

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Flexibler Einband

    Umfang: 224 Seiten

    Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

    Erscheinungsdatum: 15.02.2013

     

  7. Cover des Buches Bierengel - Ein Ruhrgebiets-Krimi (ISBN: 9783954006236)
    Dirk Kubowicz

    Bierengel - Ein Ruhrgebiets-Krimi

     (16)
    Aktuelle Rezension von: achilles
    als "Marlowe für Arme" bezeichnet sich der Protagonist selbst.

    Als Fan von Regional-Krimis war ich sehr gespannt auf den Ruhrgebietskrimi "Bierengel" von Dirk Kubowicz. Das Cover fand ich sehr ansprechend, schlicht und ohne Schnörkel. 
    Leider wurde ich weder mit der Figur des erfolglosen  Privatdetektivs  Mike Frühauf so richtig warm noch hat mich die Krimihandlung so richtig gefesselt. Es reicht nicht aus, dass der Detektiv ständig Bier und Schnaps trinkt und gefühlt alle paar Seiten verprügelt wird. Dadurch entsteht keine Persönlichkeit, an deren Ecken und Kanten man sich reiben kann. Und es entsteht auch nicht automatisch ein Krimi noir.
    Auch die Schilderungen des Ruhrgebiets haben mich nicht überzeugt. Die Sprache wird nicht getroffen und der etwas schroffe Charme der Bewohner des Ruhrgebiets wird nicht sichtbar.
    Es wird auch nicht so ganz klar, wie es Frühauf schließendlich doch gelingt mit Hilfe seines ständig akloholvernebelten Gehirns den Fall zu lösen. Mehrfach war ich versucht, dass Buch nicht zu Ende zu lesen.

    Drei Sterne bekommt das Buch von mir, weil das Cover ansprechend ist, die Schilderungen des Rotlichtmilieus beeindrucken und einige Figuren authentisch erscheinen.
  8. Cover des Buches Hartmut und ich (ISBN: 9783596511600)
    Oliver Uschmann

    Hartmut und ich

     (269)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Ich habe die Reihenfolge nicht eingehalten, wahrscheinlich geht das als „hartmutesk“ durch.

    Habe nun also etwas nachzüglerisch das 1. Buch der Hartmut-Serie von Uschmann gelesen.

    Hartmut und der Ich-Erzähler ziehen in eine gemeinsame Wohnung in einem schiefstehenden und wahrscheinlich ziemlich baufälligen Haus mit illustren Nachbarn ein. Als erstes finden sie eine alte Fliegerbombe im Keller, die entschärft werden muss. Nach diesem Schreck richten sie sich im Haus und in ihrem Leben ein. Während der Ich-Erzähler arbeiten geht, studiert Hartmut Philosophie, was nicht ohne Auswirkungen auf die Unterhaltungen zwischen beiden bleibt. Hartmut ist auch regelmäßig auf Freiersfüße, worüber der Ich-Erzähler nur staunen und sich fragen kann, wie er das macht. Doch wenn er krank wird, benötigt Hartmut quasi Rund-um-die-Uhr-Pflege. Natürlich hat er seltsame Freunde, die in regelmäßigen Abständen in die Wohnung einfallen. Doch z.T. werden sie auch genutzt, um ‚ironisch gebrochene’ Mitstudenten von Hartmut zu schockieren. Um an Geld für den Lebensunterhalt zu kommen, startet Hartmut eine Online-Lebensberatung und hat noch andere verrückte Ideen zum Money-Maker......

    Das Buch ist eine Ansammlung von skurrilen WG-Geschichten. Die beiden Hauptakteur sind so liebenswert verschroben, dass man sich einfach ins Herz schließen muss.

    Fazit: Natürlich kann man über Uschmanns Schreibstil strittiger Meinung sein. Mir persönlich haben z.B. „Murp!“ und „ Wandelgermanen“ besser gefallen. Sie sind noch eine Spur bissiger. Aber auch das vorliegende Werk bereitete mir Lesevergnügen und einige nachdenkliche Kopfschüttler, ob es so was auch im wahren Leben geben könnte?

  9. Cover des Buches Der Serbe (Spelzer/Hollmann 2) (ISBN: 9783746055879)
    H.C. Scherf

    Der Serbe (Spelzer/Hollmann 2)

     (20)
    Aktuelle Rezension von: HelgasBücherparadies

    Meine #Rezension zu 


    H.C. Scherf  Der Serbe

    Sven Spelzer verfolgen noch Albträume von seinem letzten Fall, da erreicht ihn die Nachricht, dass eine Leiche aufgefunden wurde.

    Der Mann war gefoltert worden und vieles deutet darauf hin, dass der Menschenhändler und Drogenboß Kladicz seine Finger mit im Spiel hatte. Gemeinsam mit dem LKA wollen sie dem Serben das Handwerk legen. Zudem kommt noch hinzu, dass Pehling sich bei der Haftverlegung befreien konnte.

    Dieser hinterlässt eine blutige Spur.

    Es sieht auch ganz danach aus, dass sich jemand an Kladicz rächen möchte. Wer ist er?

    Steckt tatsächlich Kladicz hinter einigen Taten? Werden sie Pehling finden?


    Wow, was für ein rasanter Thriller ist hier wieder gelungen. H.C. Scherf versteht es hervorragend Spannung von der ersten Zeile zu erzeugen und diese bis zum Ende zu halten.

    Dieser Teil knüpft direkt an Kalendermord an. Ich empfehle erst Kalendermond zu lesen, denn dieser Teil baut darauf auf.

    Sven und Karin sind sehr gefordert und das alles nach dem letzten schweren Fall. 

    Diesmal stehen beide nicht im Vordergrund, sondern Pehling.

    Sehr gut hat mir die Ausarbeitung des Serienmörders Pehling gefallen. Trotz aller Taten werden menschliche Züge von ihm gezeigt. Zu entschuldigen und verzeihen was er Menschen antut, gibt es natürlich nicht.

    Auch das organisierte Verbrechen mit abscheulichen Taten, Geldgier und Macht wurden äußert gut dargestellt.

    Eine gekonnte Fortsetzung und macht neugierig auf weitere Teile.


    Fazit: dieses spannende und fesselnde Buch ist ein Muss für alle Thrillerfans.

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

    Weitere Rezensionen findet ihr unter

    Teil 1

    https://helgasbuecherparadies.com/2021/02/04/scherf-h-c-%f0%9f%93%96-kalendermord/

    Teil 2

    https://helgasbuecherparadies.com/2021/03/22/scherf-h-c-%f0%9f%93%96-der-serbe/

    www.helgasbuecherparadies.com

  10. Cover des Buches Der Markisenmann (ISBN: 9783453427495)
    Jan Weiler

    Der Markisenmann

     (163)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Dieses Buch ist mir erst einmal auf Grund der auffälligen Farben ins Auge gefallen. Die Farben finde ich tatsächlich furchtbar. Sie vermochten meine Aufmerksamkeit zu erregen und aus diesem Grund habe ich den Klappentext gelesen, der mich angesprochen hat.

    Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, denn sie hat mich zum Nachdenken angeregt. Es ist ein Coming-Of -Age Roman, spielt im Ruhrgebiet und beinhaltet eine Vater-Tochter-Geschichte mit herzerwärmend skurrilen Figuren.

  11. Cover des Buches Kopflos im Kofferraum (ISBN: 9783954411900)
    Markus Niebios

    Kopflos im Kofferraum

     (10)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Wie Gisbert Haefs schon sagt, monströs wie das Leben.

    Was haben zwei verarmte Detektive, ein gekreuzigter Türke und eine Hellseherin gemeinsam? Ganz einfach, verdammt viele Leichen im Keller. Als die Detektei Mystika den Auftrag erhält, einen seltenen Krebs wiederzufinden, stolpern die beiden quasi über Leichen. Ein Ausflug ins Irrenhaus bringt im wahrsten Sinn des Wortes „Licht ins Dunkel“ und die mitwirkende Hellseherin übertrifft die Erwartungshaltung.

     

    Ein rundum gelungener Krimi, der gespickt mit Skurrilitäten, gefährlichen Ermittlungen und wiederverwertetem Holz einem schon mal auf den Magen schlagen kann. Erstklassig und hoffentlich mit Fortsetzungswillen!

  12. Cover des Buches abgemurkst (ISBN: 9783770012800)
    Minck

    abgemurkst

     (36)
    Aktuelle Rezension von: markus1708
    Maggie Abendroth, Fernseh Autorin mit Schreibblockade, hat es nicht leicht: die Renovierung ihrer Wohnung scheint ewig zu dauern, ihr bester Freund ist schwul und frisch verliebt, und die Haushaltskasse zeigt mal wieder Ebbe an. Da kommt das Angebot, mit "Oma Berti" in die Kur zu fahren. Doch kaum dort angekommen, beginnt eine Reihe von mysteriösen Todesfällen ihr Leben durcheinander zu bringen. Es fängt an mit einer abgehackten Hand. Doch wo ist die dazugehörige Leiche? Und wo ist die Verbindung zu allen weiteren Toten? Wer hat ein Motiv und die Skrupellosigkeit die Taten umzusetzen? Als dann auch noch ihr EX in eine bedrohliche Situation kommt, heißt es für Maggie: alte Vorurteile über Bord werfen und sich mit vollem körperlichen Einsatz ins Getümmel werfen.
    Wie schon im ersten Abendroth Band haben die beiden Krimi-Autorinnen dem Ruhrgebiet frech aufs Maul geschaut und liebevolle Marotten gekonnt überspitzt in Szene gesetzt. Mir persönlich hat der Band nicht soooooo gut gefallen wie der erste, er hat einige Längen und man benötigt ein bisschen Geduld um bis zum Ende durchzuhalten. Dafür ist das Finale rasant, spannend und sehr gut geschrieben. Macht in Summe bei mir drei von fünf Sternen.
  13. Cover des Buches Totentanz am Strand (ISBN: 9783596522514)
    Klaus-Peter Wolf

    Totentanz am Strand

     (75)
    Aktuelle Rezension von: malins_dagbok

    Weiter geht es mit Dr. Sommerfeldt, der auf der Flucht ist und nicht so ganz weiß, was er eigentlich will. Die Polizei sucht ihn nun, daher bekommt man als Leser*in nun wieder mehr Ermittlungsarbeit mit, der Fokus bleibt jedoch auf der Flucht. Viel beleuchtet wird dabei nun auch Sommerfeldts Kindheit und ein wenig versucht zu erklären, warum er eventuelle Taten begangen haben könnte.  Ein Großteil des Buches spielt nun nicht mehr in ostfriesland, sondern im Ruhrpott, was ich persönlich etwas schade fand. Der Schreibstil konnte mich in diesem BUch auch nicht begeistern. Insgesamt hatte ich mir nach dem offenen Ende des ersten Buches sehr auf diesen Band gefreut, aber fand ihn deutlich schwächer als den ersten Band. 

  14. Cover des Buches Radio Heimat (Film) (ISBN: 9783453503991)
    Frank Goosen

    Radio Heimat (Film)

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Die A40 verläuft durchs Ruhrgebiet und der Ton ist rau, manchmal vielleicht auch barsch, aber eins ist er immer, sehr ehrlich. Frank Goosen nimmt uns in seinen Kurzgeschichten mit, dahin wo er her kommt. Da gibts viel aus seiner Familie und viel zum Lachen und Schmunzeln, aber auch viel zu entdecken. An der Pommesbude erzählt man sich manche Geschichte und ein Currywurstvorfall, hätte fast eine Geburt verhindert. Der Fußball vereint natürlich, aber ist auch Zankapfel bei vielen Zechrunden. Bei der Tanzstunde werden zarte Bande geknüpft und das Ansprechen von Gefühlen, ist nicht immer leicht. Mit einem guten Korn, da läuft aber alles besser. Herrlich und köstlich und einfach aus dem Leben.

  15. Cover des Buches fußballbekloppt! (ISBN: 9783442156061)
    Reiner Calmund

    fußballbekloppt!

     (12)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Ich hab hier wenig erwartet und wurde auch nicht positiv überrascht. Calmund anekdotet sich durch seine Karriere, wenig Tiefgang, viel Selbstbeweihräucherung, was man einem Mann seiner Art fast auch nicht übel nehmen kann. Zwischendrin kommen Wegbegleiter zu Wort und feiern Calmund ebenfalls. Er ist sicher eine prägende Figur des deutschen Fußballgeschäfts, die Lektüre dieser Autobiographie kann man sich aber getrost sparen.

  16. Cover des Buches Zechen, Zoff und Zuckerwerk (ISBN: 9783954751815)
    Almuth Heuner

    Zechen, Zoff und Zuckerwerk

     (10)
    Aktuelle Rezension von: ech
    Nach "Killer, Kerzen, Currywurst" im letzten Jahr legen der Prolibris-Verlag und Almuth Heuner als Herausgeberin nun zum zweiten Mal eine mehr als gelungene Sammlung von alles andere als besinnlichen Kurz-Krimis zum Thema Weihnachten im Ruhrgebiet vor.
    In den 14 Geschichten des Buches sind einige illustere Autoren aus der Region vertreten und bieten eine abwechselungsreiche Mischung an Geschichten von erstaunlicher Bandbreite.
    Neben dramatischen (z. B. von Irene Scharenberg und Ursula Sternberg), humorvollen (z. B. von Klaus Stickelbroeck und Herbert Knorr) und etwas abgedrehten (Klaus Märkert) Geschichten, bietet die Story von Christiane Bogenstahl sogar einen kleinen Abstecher in den Horrorbereich.
    Wie bei Anthologien üblich, konnte mich zwar nicht jede der Geschichten gleichermaßen überzeugen, echte Ausreißer nach unten gab es hier aber auch nicht, da jede Story ihren ganz eigenen Reiz verströmt.

    Hier sollte jeder Krimi-Liebhaber die eine oder andere Geschichte nach seinem Geschmack finden, mich konnte diese Sammlung auf jeden Fall sehr gut unterhalten.
  17. Cover des Buches Mord eines Anderen (ISBN: 9783958131545)
    Klaus Heimann

    Mord eines Anderen

     (17)
    Aktuelle Rezension von: ech
    Mit diesem Buch schickt der Autor Klaus Heimann den Essener Kommissar Sigi Siebert in seinen inzwischen schon vierten Fall. Vorkenntnisse aus den ersten Büchern sind hier allerdings nicht erforderlich, zumal die Geschichte zeitlich vor den beiden ersten Bänden angesiedelt ist.
    Wie schon beim dritten Band stattet der Autor seine Geschichte daher mit einer Rahmenhandlung aus, in der der inzwischen wegen einer Schussverletzung in den Ruhestand versetzte Kommissar einem ehemaligen Kollegen von den damaligen Ermittlungen erzählt.
    Und natürlich sind auch Sigis damalige Mitarbeiter Möhrchen und Erich wieder mit an Bord.

    Geschickt bettet der Autor hier die Ermittlungen zum Mord an dem Geschäftsführer einer Essener IT-Firma in die Ereignisse der Ruhr 2010 ein, als Essen stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet die Rolle als Kulturhauptstadt Europas übernommen hatte.
    Insbesondere die beiden Großereignisse Still-Leben Ruhrschnellweg, bei dem die Autobahn A40 zwischen Duisburg und Dortmund einen Tag lang mit Tischreihen ausgestattet war und nur von Fußgängern und Radfahrern und nicht von Autos bevölkert wurde, und die Loveparade in Duisburg mit ihrem so tragischen Verlauf spielen im Rahmen der Geschichte eine größere Rolle.

    Neben der spannenden Mördersuche, bei der es an Verdächtigen wahrlich nicht mangelt, wird das Geschehen immer wieder durch eingestreute Szenen aus Sigis Privatleben und dem gelungenen Zusammenspiel der Ermittler aufgelockert. Auch für ein wenig Essener Lokalkolorit bleibt wieder ausreichend Platz.
    Der Autor verzichtet bewusst auf blutige Details und Actioneinlagen, sondern verlässt sich komplett auf seine gut gezeichneten Figuren und ihre Psychologie. Mit seinem packenden Schreibstil versteht er es aber auch so, ausreichend Spannung zu erzeugen.
    So ergibt sich ein eher ruhiger Kriminalroman, der gut aufgebaut ist und am Ende mit einer ziemlich tragischen, aber auch überzeugenden Auflösung aufwartet. 

    Kleiner, aber feiner Kriminalroman, der mich insgesamt aber absolut überzeugen konnte und Lust auf weitere Fälle mit diesem Team macht.
  18. Cover des Buches Ausgeträllert (ISBN: 9783954410835)
    Minck & Minck

    Ausgeträllert

     (20)
    Aktuelle Rezension von: markus1708

    Dritter Band rund um Maggie Abendroth, gescheitert als Drehbuchautorin mit Schreibblockade und daher nach Bochum übergesiedelt. Dort schlägt sie sich mit allerlei Gelegenheitsjobs durch und stolpert immer wieder in Mordfälle, die sie mit Witz, List und der Hilfe Ihrer Freunde aufzulösen mithilft.

    Im aktuellen Band jobbt sie bei einem Catering-Unternehmen dass unter anderem auf einem Mittelaltermarkt einen Ochsen braten soll. Doch am Tag der Eröffnung ist statt des Ochsen der Chef auf dem Drehspieß, das Zelt fliegt in die Luft und Maggie ist mal wieder mittendrin. Aber das ist noch nicht alles, denn plötzlich findet sich Maggie in der Rolle als Leiterin des Catering wieder, sie soll ein großes Projekt betreuen: Das Comeback einer Sängerin und die große Aftershow-Party sollen von ihr mit leckerem Essen versorgt werden. WIe gut, dass Raoul, katalanischer Koch im Cafe Madrid (!) gerade frei ist.  Und dann gibt es noch das aus den vorigen Bänden bereits bekannte Ensemble aus Freunden und Helfern: Matti (der finnische Bestatter), Oma Berti (Kioskbesitzerin) und Oma von Winnie Blaschke (Ermittler der Mordkommission), Elli (die nach Jahren auf dem Kiez eine bürgerliche Existenz beginnen will) und, und, und ….

     

    Alle Charaktere sind liebevoll gezeichnet, die Krimistory ist die bislang spannendste der bisherigen drei Bände. Man rätselt bis zum überraschenden Ende mit, wer es denn wohl getan haben könnte und warum – und ist doch überrascht. Ich war es zumindest, und vergebe daher gerne vier von fünf Sternen.

     

  19. Cover des Buches Voll beschäftigt (ISBN: 9783104001166)
    Oliver Uschmann

    Voll beschäftigt

     (156)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Man muss über die beiden einfach lachen - Das Ruhrgebiet wie es leibt und lebt, manchmal mag es etwas seltsam anmuten, da der Autor die verrücktesten Dinge beobachtet, aber so ist es nunmal, sein Leben in einer WG, Studenten werden sich angesprochen fühlen und das eine ums andere Mal den Kopf einziehen bei dem Gedanken, dass es bei einem selbst ebenso läuft, aber gerade das macht es ja so witzig.
  20. Cover des Buches Helle Tage, dunkle Schuld (ISBN: 9783426309445)
    Eva Völler

    Helle Tage, dunkle Schuld

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Melanie-Schultz

    Helle Tage, dunkle Schuld ist der erste Kriminalroman aus der Feder von Eva Völler. Der auf einem wahren Verbrechen basierende Roman spielt im Ruhrgebiet im Jahr 1948. 

    Der Kriminalbeamte Carl Bruns soll einen Mord an der Mutter eines flüchtigen SS-Verbrechers aufklären. Während der Ermittlungen erfährt Bruns von einem grauenvollen Verbrechen, das sich gegen Kriegsende ereignet hat. Auch trifft er im Zuge dessen auf seine alte Liebe Anne, die irgendwie in den Fall verstrickt zu sein scheint. 

    Die Autorin hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil, der einem die einzelnen Szenen vor Augen abspielen lässt. Auch sämtliche Protagonisten werden gut beschrieben. Zwischendurch ist der Roman zwar etwas langatmig (daher auch einen Punkt Abzug), aber alles in allem ein gelungener Kriminalroman mit einem nicht zu erwartenden Ende. 

    Ich kann den "historischen" Kriminalroman sehr gerne weiter empfehlen. 

  21. Cover des Buches Der Junge muss an die frische Luft (ISBN: 9783869524023)
    Hape Kerkeling

    Der Junge muss an die frische Luft

     (117)
    Aktuelle Rezension von: parden

    BEILEIBE NICHT NUR KOMISCH!

    Mit »Ich bin dann mal weg« hat er Millionen Menschen inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere - und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen. (Klappentext)

    Dass das Leben nicht nur schöne Seiten bereit hält, offenbart Hape Kerkeling (eigentlich Hans Peter) gleich schon zu Beginn. Kurz bevor er das Kostüm des Horst Schlämmer endgültig in den Schrank hing, hatte er in dieser Rolle eine überaus berührende Begegnung mit einem krebskranken Mädchen, das sich das Treffen  mit ihm so sehr gewünscht hatte. Manchmal fällt es eben auch versierten Stars schwer, in ihrer Rolle zu bleiben - und für mich war das ein Einstieg wie ein Weckruf.

    Stationen seiner Karriere tauchen als Fixpunkte natürlich auch auf in dieser Autobiografie, der Schwerpunkt allerdings liegt auf der Kindheit des so wandelbaren Mimen. Als dicker kleiner Junge wuchs er mit seinem älteren Bruder in den 1970er Jahren der alten Bergarbeitersiedlung Herten-Scherlebeck auf. Natürlich schildert Hape Kerkeling auch amüsante Episoden, doch im Grunde steuert er in immer engeren konzentrischen Kreisen auf eines der traumatischsten Erlebnisse in seinem Leben zu: den Selbstmord seiner Mutter. 

    Dem voran ging eine lange depressive Episode der Mutter, die den damals 8jährigen Hans Peter sehr belastete. Er fühlte sich dafür verantwortlich dafür zu sorgen, dass es seiner Mutter nach Möglichkeit besser ging und spielte z.B. Sketche für sie, bis sie tatsächlich zu lachen begann. Doch er litt auch unter ihrer dunklen Seite, der stundenlangen Lethargie und Apathie, der Ungerechtigkeit im Umgang mit ihm, der impulsiven Gewalttätigkeit. Der Zustand der Mutter war derartig raumfüllend, dass der Junge wochenlang keine Hausaufgaben mehr machen konnte. Das alles schildert Herr Kerkeling zwar auf der einen Seite fast distanziert, auf der anderen Seite aber auch derart eindringlich, dass ich hier mehrfach schlucken musste.

    Die Situation des Selbstmords der Mutter und die Rolle, in die der kleine Junge da völlig überfordert hereinrutschte, waren dann doch harter Tobak - ebenso wie die Tatsache, dass niemand aus der durchaus großen Familie die Gefühlswelt des Kindes im Auge hatte, so dass er im Grunde damit ganz auf sich allein gestellt war. Die anderen Familienmitglieder waren zu sehr mit sich und ihrer Trauer und Fassungslosigkeit beschäftigt, um da noch das Kind wahrzunehmen und auf seine Gefühlslage einzugehen. Für mich waren diese Szenen tatsächlich schwer zu ertragen.

    Doch letztlich war es genau die Familie, die Hape seinen Halt zurückgab. Vor allem die starken Frauenfiguren waren die Hauptbezugspersonen des Jungen. Beide Großmütter haben ihm da ein ordentliches Pfund an Liebe und Glauben an seine Person mitgegeben und waren zeitlebens wie selbstverständlich für ihn da. Aber auch zahlreiche Tanten, bei denen ich im Verlauf irgendwie den Überblick zu verlieren drohte, waren immer wieder mal von Bedeutung. Die männlichen Familienmitglieder dagegen spielten offenbar eine eher untergeordnete Rolle, wobei Hape Kerkeling seine teilweise sehr skurrile gesamte Famile sehr liebe- und verständnisvoll beschreibt - und stets mit einem leichten Augenzwinkern.

    Dem Autor gelingt es, in lockerem, einfachen Schreibstil nahezu plaudernd durch die Stationen seines Lebens zu führen und meistert dabei gelungen den Spagat zwischen den teilweise eindringlichen Gefühlen des kleinen Jungen und der verständnisvollen Erwachsenensicht. Hape Kerkeling scheint seinen Frieden gemacht zu haben mit den einschneidenden Erlebnissen in seinem Leben.

    Mir hat die Offenheit gefallen, mit der der Autor aus seinem Leben erzählt, wobei er zu keinem Zeitpunkt in Selbstmitleid versinkt oder mitleidheischend schreibt, sondern stets betonend, dass er ohne diese Erlebnisse und v.a. ohne seine Familie nicht der geworden wäre, der er heute ist. Auch seine Mutter versucht er v.a. als die fröhliche, lebenslustige Frau in Erinnerung zu behalten, die sie in seiner frühen Kindheit war. 

    Dass Hape Kerkeling die ungekürzte Hörbuchausgabe (7 Stunden und 45 Minuten) selbst liest, versteht sich fast von selbst - und ist ein großes Glück. Denn trotz seines versierten und professionellen Vortrags sind die Emotionen dahinter durchaus erkennbar, was das Hörerleben unglaublich authentisch macht. Die eingestreuten leisen (oder manchmal auch lauten) Seitenhiebe auf gesellschafts-politische Umstände oder auch auf die katholische Kirche (mit der der Autor offenbar mehr als nur ein Hühnchen zu rupfen hat), haben mir ebenfalls gefallen.

    Auch wenn ich persönlich nicht bei allem mitschwingen konnte (die subtile Werbung für andere Werke Kerkelings, die immer wiederkehrende Bedeutung seines Glaubens an Gott), hat mich das Gehörte überzeugen können: das ist Hape Kerkeling. Das Hörbuch hat auf mich einen ganz eigenen Sog entwickelt, ich wollte immerzu weiterhören - das geht mir beileibe nicht immer so. Lachen, Weinen, Nachdenken - hier war alles dabei.

    Alles in allem beeindruckende Einblicke in die Kindheit und das Leben des bekannten TV-Stars - viel tiefgehender als erwartet, traurig-komisch-berührend... Empfehlenswert!


    © Parden

  22. Cover des Buches Schwesterlein, komm stirb mit mir (ISBN: 9783499242175)
    Karen Sander

    Schwesterlein, komm stirb mit mir

     (319)
    Aktuelle Rezension von: Cat78

    Das Buch beginnt schon mit einem rasanten Tempo. Gleich zu Beginn wird man mir einem grausamen Mord konfrontiert und lernt schnell die Protagonisten kennen.

    Durch die Sprünge durch die Kapitel zu den verschiedenen Figuren bleibt die Story spannend auch wenn ein Teil mal etwas die Geschwindigkeit raus nahm.

    Das hat mir sehr gut gefallen, den so kam ich auch mal zum Durchatmen hatte aber dennoch im Hinterkopf, dass bei dem anderen Handlungsstrang es gerade extrem spannend war. Dadurch wurde ich ständig zum weiterlesen animiert.

    Die Figuren und ihre Handlungen waren gut und klar beschrieben. Es gab einen sehr guten Wiedererkennungswert da jeder auch so seine Ecken und Kanten und ganz eigenen Baustellen hatte die gut in die Story eingeflochten wurden.

    Auch wenn ich schon früh einen Verdacht hatte was das Ende betraf, war es dennoch nicht langweilig als es bestätigt wurde den der Weg dorthin war spannend und abwechslungsreich so das trotzdem der Spannungsbogen aufrecht erhalten wurde.

  23. Cover des Buches Liegen lernen (ISBN: 9783462048186)
    Frank Goosen

    Liegen lernen

     (162)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch:  334 Seiten

    Verlag:  Heyne (Oktober 2002)

    ISBN-13: 978-3821808543

    Preis: 9,99 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Rückkehr in die 1980er Jahre


    Inhalt:

    Der 16-jährige Helmut lebt mit seinen Eltern irgendwo im Ruhrgebiet. Seine Jugend ist recht unspektakulär - Schule, Freunde, Musik. Bis Britta in sein Leben tritt und Helmut sich unsterblich verliebt. Eine Liebe, die ihn ein Leben lang begleiten wird.


    Meine Meinung:

    „Liegen lernen“ ist Frank Goosens Debütroman und lässt schon die Stärke der späteren Werke erkennen. Der Geist der 1980er Jahre lebt in diesem Roman auf. Ich wurde direkt in die damalige Zeit zurück versetzt und konnte mich in vielen der beschriebenen Szenen wiederfinden. Natürlich spielt Musik eine sehr große Rolle, aber auch Liebe und Freundschaft. Helmut versucht eher holprig, seinen Platz im Leben zu finden. Das macht ihn sehr nahbar, obwohl er mir gar nicht so recht sympathisch war. 


    Den Schreibstil fand ich anfangs noch sehr passend. Es wird in sehr einfachen Sätzen erzählt, wie man sie einem Sechzehnjährigen durchgehen lassen kann. Doch ändert sich dies im weiteren Verlauf nicht wesentlich, und einem gestandenen Akademiker, der aus Helmut wird, nehme ich diese einfach-kargen Sätze ein bisschen übel.


    ★★★★☆


  24. Cover des Buches umgenietet (ISBN: 9783770012909)
    Edda Minck

    umgenietet

     (27)
    Aktuelle Rezension von: markus1708

    Maggie Abendroth, gescheiterte Drehbuchautorin die es nach Bochum verschlagen hat, in ihrem dritten Fall. Da ihr Apartment immer noch nicht renoviert ist, wohnt sie mal hier, mal da, verdient mit Taxi fahren ihren Lebensunterhalt und löst nebenbei mal wieder einen Kriminalfall. Bei einer ihren nächtlichen Fährten läuft ihr Herrmanns über den Weg, Dauergast an Oma Bertis Bude. Er schleppt einen Koffer durch die Gegend, will sich aber partout nicht helfen lassen. Kurze Zeit später liegt er im Krankenhaus,  von einem Auto angefahren. Kurz darauf brennt seine Laube ab und als dann noch eine Leiche in einem Pool schwimmt, überschlagen sich schlussendlich nicht nur die Ereignisse. Und dann ist da noch Herr Matti, seines Zeichens neu-selbstständiger Bestatter mit finnischer Herkunft und Rudi, sein Angestellter und ehemaliger Knastkumpane.

    All das wird mit gutem Blick fürs Lokalkolorit mit fröhlicher Sprache erzählt. Die Krimistory ist sowohl  schlüssig als auch spannend und flott zu lesen. Das perfekte Buch für den Strand oder die letzten Seiten am Abend im Bett. Für mich vier von fünf Sternen.

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