Bücher mit dem Tag "rumänien"

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257 Bücher

  1. Cover des Buches Die Unschärfe der Welt (ISBN: 9783608983265)
    Iris Wolff

    Die Unschärfe der Welt

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

    „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff


    "Es gab Sehnsucht nach etwas, das verloren war, Sehnsucht nach etwas, das sich nicht erfüllt hatte, Sehnsucht danach, etwas zu finden, und manchmal auch danach, etwas zu verlieren."


    Rumänien / Banat - 20. Jahrhundert

    Hannes ist evangelischer Pfarrer und tritt seine erste Pfarrstelle im rumänischen Banat an. Seine Frau Florentine begleitet ihn dorthin und bringt einige Zeit später einen Sohn zur Welt, der den Namen Samuel erhält.

    „Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird?

    Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte?“


    Fazit:

    Iris Wolff erzählt eine bewegende Familiengeschichte in der es um 4 Generationen geht, wobei Hannes, Florentine und Samuel sozusagen der rote Faden dieser Erzählung sind.

    Die Geschichte spielt hauptsächlich im rumänischen Banat und so bekommen wir auch geschichtlich einiges von dieser Region geboten. Hier hätte ich mir an einigen Stellen allerdings die Auseinandersetzung mit der Diktatur in Rumänien und einem despotischen Ceaușescu-Regime etwas ausführlicher gewünscht.

    Die Autorin hat einen wunderschönen, sprachgewaltigen, jedoch auch einfühlsamen Erzählstil. Nach und nach lernen wir die einzelnen Protagonisten der Geschichte kennen. Dabei ist Wolff eine sehr genaue Beobachterin, die uns ihre verschiedenen Charaktere sehr detailliert und liebevoll vorstellt. Dabei hat jeder der Protagonisten so seine Eigenarten, seine Ecken und Kanten, die jene dadurch sehr authentisch erscheinen lassen. Es ist keineswegs ein reißerisches Buch, schon eher eine Geschichte mit wunderschönen stillen und nachdenklichen Momenten.

    Völlig zu Recht wurde „Die Unschärfe der Welt“ für den „Deutschen Buchpreis 2020“, den „Bayerischen Buchpreis 2020“, sowie dem „Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020“ nominiert.

    Das Taschenbuch erscheint bereits im Oktober diesen Jahres.


    Eine poetische und sehr warmherzige Familiengeschichte!



    Die ganze Rezension auch auf meinem Literaturblog:
    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2021/08/08/die-unscharfe-der-welt-von-iris-wolff/


    Besten Dank an den „Klett-Cotta Verlag“ für das Rezensionsexemplar.





  2. Cover des Buches Die Saat (ISBN: 9783453435186)
    Guillermo del Toro

    Die Saat

     (380)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

     Inhalt: New York, Flughafen. Eine Maschine aus Europa landet – und bleibt plötzlich stehen. Die Lichter gehen aus, nichts rührt sich mehr. Was ist geschehen? Ein Terroranschlag? Eine Seuche? Oder etwas ganz und gar Unvorstellbares ... Für Ephraim Goodweather, den Chef des New Yorker Seuchenpräventionsteams, ist es keine Nacht wie jede andere. Für die gesamte Menschheit ist es keine Nacht wie jede andere. In dieser Nacht kommt auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen eine gerade gelandete Maschine unvermittelt zum Stehen, der Pilot bricht den Funkverkehr ab, alle Lichter erlöschen. Goodweather trommelt seine Leute zusammen, und gemeinsam betreten sie das Flugzeug. Es bietet sich ihnen ein gespenstisches Bild: Die Passagiere sitzen aufrecht in ihren Sesseln und rühren sich nicht. Als Goodweather näher herangeht, bemerkt er bei allen einen kleinen Schnitt am Hals. Und er macht eine weitere unglaubliche Entdeckung: Die Passagiere leben – aber sie sind keine Menschen mehr ... Nein, es ist keine Nacht wie jede andere: In dieser Nacht beginnt der epische Kampf gegen das Böse, das gekommen ist, um New York zu erobern. Und nicht nur diese Stadt, sondern die ganze Welt. 

    Daten: Herausgeber: Heyne Verlag Sprache: Deutsch Gebundene Ausgabe: 528 Seiten ISBN-103453266390 ISBN-13978-3453266391 

    Meinung: Am Anfang habe ich mir gedacht, okay. Da wird ein Unwesen gejagt. Dann kamen die ersten Verwandelten und ich dich, ok, so ein Zombiebuch. Ich fand es etwas grausam und dann wurde ich überrascht, als ich erfahren habe, dass es Vampire sind. Wenn man sie tötet kommen kleine Würmer raus. Die Vampire haben auch einen Stachel. Vollkommen anders als andere Vampirebücher und deshalb auch so großartig. Kann das Buch nur jedem empfehlen.

  3. Cover des Buches Wenn ich wiederkomme (ISBN: 9783257071702)
    Marco Balzano

    Wenn ich wiederkomme

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus

    Marco Balzano erzählt die Geschichte einer rumänischen Familie, deren Mutter Daniela sich entschließt, eine besser bezahlte Stelle im Ausland anzunehmen. Italien wartet mit Jobs in der häuslichen Pflege, allerdings leben die Frauen bei den pflegebedürftigen Menschen zu Hause und sind somit 24 Stunden verfügbar. Eine Situation, die häufig nicht lange zu ertragen ist. Daniela legt großen Wert auf Bildung und möchte ihren Kindern das Beste ermöglichen. Doch was passiert mit einer Familie, wenn die zentrale Figur fehlt? Wenn die Person, die die Fäden zusammengehalten hat, nicht mehr da ist?

    Der Roman wird aus drei verschiedenen Perspektiven der Familienmitglieder erzählt, wobei man jede Sichtweise sehr gut nachvollziehen kann, auch wenn sich dadurch teils konträre Empfindungen ergeben. So zum Beispiel die Meinung der Kinder zum Weggang der Mutter und wiederum deren Beweggründe für diese schwere Entscheidung. Dabei zeigt sich wie so häufig, dass mangelnde Kommunikation ein fragiles Gefüge zum Kippen bringt. Bis alles in Scherben vor einem liegt. Und dass man nicht an Dingen festhalten kann, die man vor langer Zeit losgelassen hat. 

    Das alles beschreibt Marco Balzano in einer ganz wunderbaren, teils poetischen Sprache, die mir schon beim Vorgänger-Roman "Ich bleibe hier" sehr positiv aufgefallen ist. 

    Fazit:

    Eine sehr lesenswerte Geschichte über eine Familie, die auf der Suche nach vermeintlicher Verbesserung an den Rand der Zerstörung gerät. Wundervolle Sprache!

  4. Cover des Buches Spreewaldtod (ISBN: 9783548287614)
    Christiane Dieckerhoff

    Spreewaldtod

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Steffi85

    Nachdem mir der erste Fall mit Klaudia Wagner nicht so gut gefallen hat, wurde ich von diesem Buch wirklich positiv überrascht. Das Buch lässt sich gut lesen, es ist spannend und gut durchdacht. Die Spannung reißt auch nicht ab - gerade das finde ich hier sehr positiv. 

    Der Fall ist gut durchdacht und ausgearbeitet. Die Beschreibungen finde ich klasse, ich konnte mir die Protagonisten und auch die Auffindesituation der Leiche gut vorstellen. Auch das Hechtfest und alles was da passiert ist super beschrieben. Die Orte gefallen mir auch gut, ich konnte mir diese gut vorstellen. Irgendwie macht das ganze auch Lust auf einen Urlaub im Spreewald - wobei ich dabei dann bitte keiner Leiche begegnen möchte. 

    Gerade in Klaudia kann ich mich in diesem Buch auch gut einfühlen. Ihre Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar.

    Dies ist ein toller Krimi, der Lust auf mehr macht, ich bin froh, dass ich der Autorin noch eine Chance gegeben habe. Und ich werde weitere Bücher von ihr lesen.

  5. Cover des Buches Eternity (ISBN: 9783442379293)
    Meg Cabot

    Eternity

     (273)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Klischee, Hass und der ewige Kampf von Gut gegen Böse. - Ist eben alter Stoff.


    Inhalt: Meena Harper schreibt Dialoge für die nicht ganz so beliebte Serie “Eternity”. Sie hofft, Head Autorin zu werden, doch ausgerechnet ihre Erzfeinding bekommt den Job.
    Meena wird auf einer Party ihrer Nachbarin einem Prinzen vorgestellt, in den sie sich auch gleich verliebt. Er umgarnt sie auf seine ganz eigene Art von Anfang an und kann auch lang geheim halten, was er eigentlich ist.
    Meena lässt sich auf vieles ein, was er mit ihr spielt und merkt nicht, dass er sie Schritt für Schritt in seinesgleichen verwandeln will.
    Ausgerechnet ein Typ von der geheimen Garde des Vatikans öffnet ihr die Augen und zieht sie in einen echten Vampirkrieg hinein. Wo sie doch dachte, dass Vampire reine Fantasiewesen sind.


    Fazit: Oh man, nur gut, dass ich hier den Start der Reihe erwischt habe und das Ganze dann auch gleich nach dem ersten Buch wieder abbrechen kann. Man merkt, dass dieses Buch im Jahre 2010 das erste Mal erschienen ist und damals waren die Romane wohl noch etwas klischeehafter gestaltet. Die ganze Zeit hat mir die Spannung gefehlt. Ich habe zu keinem einzigen Zeitpunkt auch nur ansatzweise einen Film in meinem Kopfkino gehabt. Ich habe einfach nur gelesen, und das wars.
    Geschrieben war alles recht einfach und gut verständlich. Allerdings ging die Handlung nur schwer voran. Am Anfang war es das absolute Chaos aus verschiedenen Charakteren, in verschiedenen Handlungssträngen, die wohl nur dazu dienten, erst einmal viele Namen in die Handlung zu schmeißen. Ich hatte dann so meine liebe Not, sie im Folgenden auch wirklich ordentlich auseinander zu halten. Das gelang mir dann nur bei den wichtigsten dreien, die immer und immer wieder mitspielten. - Das Ganze entwickelte sich dann weiter und die ersten Stränge führten zusammen und ergaben eine Story mit Vampiren, Leuten, die nichts von deren Existenz wussten und natürlich die unschuldige junge Frau, die ganz aus Versehen in alles mit hinein rutscht. Da lachen ja die Hühner.
    Die ganze Zeit herrschten hier die absoluten Klischees vor. Vampire waren grundsätzlich böse, bis auf die eine Ausnahme. Die Leute vom Vatikan waren die Heiligkeit in Person und wollten ja nur das Beste und zwischendrin war die Protagonistin mit einer seltsamen Gabe, die aber meiner Meinung nach nicht genug in die Handlung eingeflossen ist.
    Aus der Handlung hat sich dann auch irgendwann eine Story entwickelt, die ich gelesen habe, die ich auch verstehen konnte, die mich aber in keiner Weise gefesselt hat. Und wenn ich jetzt bedenke, dass das hier der Auftakt einer Reihe gewesen sein soll, dann verzichte ich dankend auf den Rest dieser Reihe. - Manchmal sind Zufallsfunde eben nicht immer gut.

    Schon allein der Titel des Buches war irgendwie irritierend. Der hatte irgendwie nur am Rande etwas mit der eigentlich Handlung der Story zu tun. Da hätte man etwas Besseres wählen können.


    Ich kann dieses Buch nicht empfehlen und ich kann die komplette Reihe nicht empfehlen. Man merkt, dass dieser Stoff schon über 10 Jahre alt ist. Damals hat man wohl andere Ansprüche an fantastische Bücher gehabt.

  6. Cover des Buches Atemschaukel (ISBN: 9783596512034)
    Herta Müller

    Atemschaukel

     (263)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Eindringlich, wortgewaltig und unprätentiös schildert Herta Müller die Geschichte eines Rumäniendeutschen und dessen Schicksal in einem russischen Gefangenenlager nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erzählung lehnt sich an die eigenen Erfahrungen von Oskar Pastior, einem Lyriker und Übersetzter aus Siebenbürgen.


    Der Alltag in den Arbeitslagern ist von Mangel, Entbehrung und Grausamkeit durchsetzt. Trotzdem findet die Autorin eine Sprache, die weder anklagend noch schuldzuweisend ist, sondern sachlich und mit grosser Intensität das Los und die ganze Hoffnungslosigkeit dieser Menschen beschreibt. Dieses verdaut man als Leser nur stückweise und die unmenschlichen Zustände lassen einem sprachlos zurück.


    Eine beklemmende Lektüre einer grossen Schriftstellerin. Herta Müller wurde 2009 der Literaturnobelpreis verliehen.

  7. Cover des Buches Im Bann der Sehnsucht (ISBN: 9783764531645)
    Jeaniene Frost

    Im Bann der Sehnsucht

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Blubb0butterfly
    Eckdaten
    Band 3
    Night Prince-Serie
    Penhaligon Verlag (Verlagsgruppe Random House)
    Roman
    Übersetzung: Sandra Müller
    ISBN: 978-3-641-13023-7
    2016
    265 Seiten
    eBook

    Cover
    Schade, dass es wieder nicht Leila ist – falsche Haarfarbe. Aber dennoch harmonisiert die Frau mit dem Hintergrund.

    Inhalt
    Leilas gemeinsame Jahre mit Vlad Tepesch – genannt Drakula – auf dessen Anwesen haben sie bereits einiges gelehrt. Doch nichts hat sie auf die wahren Konsequenzen vorbereitet, die es mit sich bringt, für immer mit dem berüchtigsten Vampir der Welt verheiratet zu sein. Denn während dieser ihre Begierde zwar ungebrochen und wie kein anderer entfacht, droht erneut Gefahr, als Vlads Erzfeind Szilagyi zurückkehrt: Dieser macht unerbittlich Jagd auf Vlads größte Schwäche: Leila. Und sie hätte nie erwartet, dass ausgerechnet Vlads beschützende Liebe zu ihr sich am Ende als tödliche Leidenschaft erweisen würde…

    Autorin
    Jeaniene Frost lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in Florida. Obwohl sie selbst kein Vampir ist, legt sie Wert auf einen blassen Teint, trägt häufig schwarze Kleidung und geht sehr spät zu Bett. Und obwohl sie keine Geister sehen kann, mag sie es, auf alten Friedhöfen spazieren zu gehen. Jeaniene liebt außerdem Poesie und Tiere, aber sie hasst es zu kochen. Zurzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Roman.

    Meinung
    Der zweite Band hat schon einen weiteren Band angedeutet, der hiermit erschienen ist. Ich bin gespannt, ob in diesem Band der Erzfeind nun endgültig besiegt oder uns noch eine Überraschung erwarten wird. Wir dürfen gespannt sein, denn bei der Autorin weiß man das nie. ^^
    Leila hat selbst als Vampirin noch ihre besonderen Fähigkeiten. Damit ist sie auf jeden Fall stärker als andere neugeborene Vampire und kann sich besser verteidigen. Für sie steht ihre Familie und ihre Lieben an erste Stelle, weshalb ihre Familie, bestehend aus ihren distanzierten Vater und ihrer zickigen, kleinen Schwester, bis auf Weiteres unter Schutzhaft genommen werden, bis der Erzfeind ausgelöscht wurde. Das passt denen überhaupt gar nicht, vor allem dann nicht, als sie erfahren, dass Leilas Mann ein Vampir ist und sie auch zu dieser Art gehört…
    Vlads Leben war kein leichtes und es werden immer mehr Details aus seiner Vergangenheit enthüllt. Vielleicht sollte sie versuchen, ihm mehr Verständnis entgegen zu bringen. Klar, sie sollte sich nicht alles von ihm gefallen lassen, vor allem dann nicht, wenn er sich wie ein Chauvinist verhält, aber viele Dinge sind für ihn zu schmerzhaft, weshalb er so überfürsorglich reagiert.
    Mit den beiden wird es echt nie langweilig. Sogar ihre Kabeleien und Auseinandersetzungen zeigen nur, wie sehr sie sich lieben.
    Das Ende war überraschend und deutet auf jeden Fall noch einen weiteren Band an. Auf den bin ich mehr als gespannt, denn ich hoffe auf ein Happy End für die beiden. :D

    ❤❤❤❤ von ❤❤❤❤❤
  8. Cover des Buches Die Uralte Metropole - Lilith (ISBN: 9783453529113)
    Christoph Marzi

    Die Uralte Metropole - Lilith

     (401)
    Aktuelle Rezension von: BeeLu
    * Teil zwei einer Reihe*


    Der Auftakt 'Lycidas' der Reihe aus der Uralten Metropole hat mir schon außerordentlich gut gefallen, sodass ich den Nachfolgeband 'Lilith' nicht lange liegen lassen konnte! 
    Mein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Charakteren (Ich möchte auch Dinsdale das Irrlicht haben!) war herzlich und es gesellen sich noch neue tolle Figuren dazu!
    Es ist einige Zeit seit den Geschehnissen vom letzten Weihnachtsfest vergangen und Emily und Aurora leben sich bei ihren neuen Pflegeeltern ein, sie besuchen eine "normale" Schule und versuchen, ein weitgehend normales Leben zu führen. Beide erhalten Unterricht von Wittgenstein und dem Elfen Micklewhite und gerade Emily baut ihre Trickster-Fähigkeiten aus. Doch die Vergangenheit ruht nicht und schnell wird klar, dass es in der Uralten Metropole Unruhen gibt, außerdem gilt es weiterhin, Kontakt zur kleinen Mara herzustellen.
    Jack the Ripper treibt sein Unwesen und auch andere Geschöpfe sind auf den Plan gerufen. Und was hat es mit der mysteriösen Lilith auf sich, um die sich alles zu drehen scheint?
    Wiedereinmal toll! Sofort hatte Marzi mich wieder abgeholt und in die Uralte Metropole eintauchen lassen. Ich liebe diese düstere, gruselige Welt! 
    Im Gegensatz zu 'Lycidas' geht es hier etwas geradliniger vor, es gibt weniger verwirrende Zeitsprünge, dafür ist es für meinen Geschmack stellenweise ein wenig langatmig gewesen. Aber wirklich nur ein wenig. Der schrullige Wittgenstein ist wieder Erzähler und ich liebe seine trockene Art, von den Geschehnissen zu berichten. Ein bisschen holprig wird es, wenn er als allwissender Erzähler von Gedanken und Gegebenheiten berichtet, die er so gar nicht oder nur schwer wissen kann (vielleicht wurde es ihm im Nachhinein auch einfach erzählt?) aber ich finde diese überheblich angehauchte Art ganz passend zu diesem Charakter. 
    Die Verbindung zwischen Emily und Aurora ist sehr eng und die Zuneigung und den Halt, den beide sich gegenseitig geben wird nahezu durch die Seiten greifbar.
    Marzi vermengt ägyptische Götter, griechische Sagen und Mythen gekonnt miteinander und lässt in der Jetztzeit zusätzlich noch den Flair vom viktorianischen London entstehen - und erzeugt trotzdem eine spannende und stimmige Welt!
    Der nächste Band wird definitiv nicht mehr lange ungelesen bei mir verweilen!

  9. Cover des Buches Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens (ISBN: 9783832197766)
    Oliver Bottini

    Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Alexia_

    Rumänien. Ein Land geprägt von Landwirtschaft. Ein Mord, der sich zu einem verstrickten Fall entwickelt.

    Dieses Buch habe ich aufgrund der Empfehlung meiner Kollegin von ihr ausgeliehen. Sie selbst ist im Schauplatz Temeswar in Rumänien aufgewachsen und hat mir die Geschichte ans Herz gelegt. Normalerweise sind Kriminalromane nicht ganz mein Genre, dachte mir aber auf Grund des Themas, dass ich es einmal versuche. Und ich habe es nicht bereut.

    Der Autor schreibt in einer sehr dichten und zugleich nüchternen Sprache. Die Dinge werden nicht beschönigt, sondern, manchmal auch ein wenig auf Umwegen, auf den Punkt gebracht. Grundstimmung des Buches ist durchweg tiefsinnig, melancholisch und gedrückt. Dennoch ist es von äußerster Spannung geprägt. Der Kommissar Cozma ist, wie man es in Krimis häufiger hat, von seiner schattenhaften Vergangenheit getrieben. Und auch sein Kollege hat einiges auf dem Kerbholz. Der Fall entwickelt sich in langsamen, aber stetigen Tempo. Die Schauplätze wechseln von Rumänien nach Deutschland und man fiebert darauf hin, dass sich die Handlungsstränge berühren. Die Auflösung ist nicht ganz unerwartet aber auch nicht ganz vorhersehbar. Diese Geschichte ist wesentlich mehr als ein Kriminalroman. Sie bietet einen tiefen Einblick in die rumänische Gesellschaft und einzelner Schicksale durch die Auswirkungen des ehemaligen Diktators Ceausescu. Der Autor beschreibt komplexe Zusammenhänge, die wenn man nicht jede Zeile aufmerksam liest, gegen später für Verwirrung sorgen können. Neben dem Buch habe ich mich lange mit meiner Kollegin unterhalten und einige interessante Fakten über Rumänien und die Leidensgeschichte der dort lebenden Menschen, denn das ist es definitiv, erfahren. Allein deswegen hat sich dieser Krimi durchweg gelohnt.

    Nach Oliver Bottinis Geschichte, bin ich Kriminalromanen nicht mehr ganz so abgeneigt. Er hat ein vielschichtiges, brisantes Buch geschrieben, in denen auch vor allem die menschliche Einsamkeit in all seinen Facetten aufgezeigt wird. Ich werde es mir definitiv überlegen, ein weiteres Buch von ihm zu lesen. Klare Empfehlung!

  10. Cover des Buches Becks letzter Sommer (ISBN: 9783257609271)
    Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

     (406)
    Aktuelle Rezension von: Peebee7474

    Kurze Zusammenfassung zum Inhalt: Lehrer Beck, der eigentlich Musiker werden wollte, entdeckt in seinem mit Schüler Rauli ein wahres Musikertalent.
    Rauli Spiel Gitarre dass die Schulmauern einstürzen, singt wie ein Gott und textet mindestens so genial wie Bob Dylan (der übrigens in dem Roman auch eine Rolle spielt.) Deshalb beschließt Beck, Den Jungen groß rauszubringen und dadurch seinen verpassten Lebenstraum zu verwirklichen kann.
    Allerdings verliebt er sich zeitgleich das erste Mal und sein bester Freund Charlie steckt in großen Schwierigkeiten – Beck betreut sozusagen viele Baustellen gleichzeitig, von seiner eigenen ganz zu schweigen.
    Als Charlie aus der geschlossenen Psychatrie ausbüxt, bittet er Beck ihn nach Istanbul zu seiner Familie zu fahren. Rauli, kurz vor seinem 18. Geburtstag, beschließt kurzerhand mit zu kommen und ein abenteuerlicher Roadtrip mit Pistolen, Drogen und wilden Begegnungen beginnt. 


    Benedict Wells kann einfach schreiben und unterhalten, die Figuren sind so einprägsam, dass sie für mich unvergessliche Typen geworden sind. Wenn man bedenkt dass das sein Debüt ist, ist das schon unglaublich. Sicher die „B -Seite“ hat ihre Längen aber wirklich langweilig wurde es mir nie. Die Dialoge sind witzig und tiefsinnig und zwar ist Beck manchmal wirklich ein Arsch aber irgendwie kann man doch mit ihm mitfühlen. Rauli und Charlie wachsen einem ans Herz und vielleicht bin ich ja nur am Leben um eines Tages diese Typen in einem Buch kennen zu lernen. Wer eine gute Zeit haben möchte, legt eine Bob Dylan CD ein, genehmigt sich ein Bier oder ein Glas Wein und liest diesen Roman, verkehrt machen kann man da ganz sicher nichts.

  11. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (305)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  12. Cover des Buches Das Reich des Teufelsfürsten (ISBN: 9783937357867)
    Silvia Stolzenburg

    Das Reich des Teufelsfürsten

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Lerchie
    In diesem Buch ist Vlad erwachsen und sein Kampf gegen den Sultan des osmanischen Reiches wird fortgeführt. Immer wieder hat er Probleme, seine Bojaren bei der Stange zu halten. Und entsprechend werden sie dann auch bestraft. Zehra, die Schwester Utz von Katzensteins, wartet in einem Kloster auf ihn, wo sich auch sein Sohn bei seiner Mutter aufhält. Das Aussehen seines Sohnes erschreckt ihn und er nimmt ihn mit, um einen richtigen Krieger aus ihm zu machen. Man erfährt, wie der Junge zusehen muss, was sein Vater so alles tut. Dann holt Vlad Zehra zu sich, denn er will sie heiraten. Doch alles kommt anders als gedacht. Und Vlad wird noch grausamer, als er es vorher schon war.
    Utz von Katzenstein hat gezwungenermaßen Sophia geheiratet, die ihm auch zwei Söhne – Zwillinge – geboren hat. Als er den einen der Zwillinge mit auf eine Handelsreise Richtung Walachei nimmt, geht einiges schief.

    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich ganz gut lesen, obwohl auch hier etliche Längen vorhanden waren. Und die haben die Spannung immer wieder unterbrochen, denn es ging immer um das Gleiche: Orte bzw. Städte überfallen – denn die Bewohner waren ja gegen Vlad – und die überlebenden Bewohner pfählen. Und das immer wieder, das wird langweilig. Genauso langweilig, wie die Eifersucht Radus, wenn sein Geliebter der Sultan, sich mal mit einer Frau abgibt, die ihm ein Kind schenkt, statt sich mit ihm zu vergnügen. Einmal ja, aber nicht immer wieder! Das heißt es hat sich teilweise doch sehr gezogen, auch wenn es insgesamt trotzdem noch spannend war. Auch wollte ich natürlich wissen, wie es mit Vlad ausgehen würde. Laut Buchende, war dies der letzte Band, doch hatte ich irgendwo mal gelesen, dass es noch einen gäbe, der ‚Das Ende des Teufelsfürsten‘ heißt. Es ist mir jetzt leicht unklar, ob da noch was kommt. Was mir am noch gefallen hat, war das Personenregister bzw. Namensverzeichnis in welchem die historisch verbrieften Figuren kursiv geschrieben waren. Ich finde zwar, dass dies zu einem solchen Roman ganz einfach dazugehört, aber trotzdem ist es nicht immer vorhanden. Alles in allem hat mir dieses Buch noch so gut gefallen, dass ich knappe vier von fünf Sternen vergebe bzw. knappe acht von zehn Punkten.

  13. Cover des Buches Lichtgefährten - Zusammenkunft (ISBN: B00PBGPURQ)
    Patricia Vonier

    Lichtgefährten - Zusammenkunft

     (41)
    Aktuelle Rezension von: AprilsBuecher
    Für mich ein guter Auftakt zu einer Reihe. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und überzeugt mit starken Charakteren. Auch das Thema ist gut durchdacht und lässt Raum für eigene Fantasien. Nur das Cover gefällt mir überhaupt nicht. 
    Fazit. Guter Auftakt was Lust auf mehr macht.
  14. Cover des Buches Am Himmel drei Sterne (ISBN: 9783746636528)
    Maya Freiberger

    Am Himmel drei Sterne

     (37)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Puh, das war keine leichte Lektüre, zumal sie auf wahren Tatsachen beruht. Es geht hier um die beiden Schwestern Selma und Irma, die in den frühen Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts beide noch zu Hause bei ihren Eltern in Siebenbürgen leben. Sie gehören als Siebenbürger Sachsen zur deutschen Minderheit in Rumänien. Als Rumänien – ursprünglich Deutschland gegenüber treu - schließlich die Fronten wechselt und die rote Armee das Land besetzt, werden den Rumäniendeutschen ihre bürgerlichen Rechte aberkannt und viele der arbeitsfähigen Männer und Frauen werden zur „Wiederaufbauarbeit“ in sowjetische Lager gesteckt. Auch die beiden Schwestern ereilt dieses grausame Schicksal, obwohl Irma – geschwächt durch jahrelange Krankheit – mitnichten in einem arbeitsfähigen Zustand ist. Doch von russischer Seite wird keine Rücksicht darauf genommen und so beginnt für die jungen Frauen eine grausame Odyssee, für die einem fast die Worte fehlen …

    Die Schilderung des Lagers spiegelt die entsetzlichen Zustände und die grausamen Behandlungen auf realste Weise wider. Immer wieder wird mir beim Lesen schmerzhaft bewusst, was manche Menschen zu Lebzeiten ertragen müssen und dennoch ihren Kampfgeist und Lebenswillen nicht verlieren. Der Spruch „Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“ wird dem Erlebten nicht einmal annähernd gerecht. Der Schreibstil ist sehr stimmig, aber irgendwie konnte mich das Buch dennoch emotional nicht ganz erreichen, wofür ich ein klitzekleines Sternchen abziehe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem aussprechen, denn das Buch befasst sich mit einem Thema, das Aufmerksamkeit verdient und sicher nicht nur bei mir eine Wissensliste schließen konnte. Eine weitere wichtige Geschichte von vielen gegen das Vergessen und für den Kampf gegen Krieg und Unterdrückung. Dieses Buch verdient eine breite Leserschaft! 

  15. Cover des Buches Der verbotene Ort (ISBN: 9783746626444)
    Fred Vargas

    Der verbotene Ort

     (135)
    Aktuelle Rezension von: NicoleP
    Kommissar Adamsberg muss zu einem Polizeikongress nach London. Während sein Adlatus Danglard begeistert ist, kann sich Adamsberg besseres vorstellen und kann es kam erwarten, dass es wieder nach Hause geht. Während einer Stadtbesichtigung finden sie am Friedhof Highgate 17 Schuhe – inklusive der dazugehörigen Füße säuberlich aufgereiht. Adamsberg ist froh, dass dies in London passiert ist und er nichts mit der Sache zu tun hat.

    Kaum zurück in Paris wird Adamsberg zu einem brutalen Mordfall gerufen. Es gibt keine Leiche, zumindest keine richtige. Der Mörder hat den Leichnam in kleine und kleinste Teilchen zerlegt, die im ganzen Raum zerstreut sind. Ein Brief bringt Adamsberg auf die Spur eines kleinen Ortes in Serbien. Dort, wo der Vampirglaube seinen Ursprung hat, findet er das Grab des Bauern Peter Plogojowitz. Dieser starb 1725 und galt als Vampir. Nähere Infos zu Plogojowitz sind u.a. auf Wikipedia zu finden.

    Adamsberg stellt fest, dass die Schuhe samt Inhalt, der Mord in Paris und dieses Dorf in Serbien eine Verbindung haben müssen. Dann gerät auch er in große Gefahr, denn er ist dem Täter dicht auf den Fersen – zu dicht?

    Ein gelungener Roman, der den Leser fesselt. Lange Zeit wird nicht klar, wie alles miteinander verknüpft ist und welches Motiv der Mörder haben könnte. Fred Vargas schafft es, eine spannende Geschichte mit Vampirglauben zu vermischen – ohne „übersinnlich“ zu werden. Die komplexe Lösung dieses Falles lässt sich nur in weiter Vergangenheit finden. Unglaublich, wie es alte Legenden und Geschichten schaffen, heute noch Menschen zu beeinflussen. Der Aberglaube ist mächtig – wie diese Geschichte beweist.
  16. Cover des Buches Der Vampir, den ich liebte (ISBN: 9783401061504)
    Beth Fantaskey

    Der Vampir, den ich liebte

     (201)
    Aktuelle Rezension von: Jenna_Smith

    Ich finde, das Buch einfach super! Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, so dass man förmlich durch die Seiten fliegt! Die Charaktere sind allesamt sympathisch, vor allem kann ich ihre Handlungen jederzeit nachvollziehen. Mich hat das Buch einfach von der ersten Seite an gefesselt!

  17. Cover des Buches Totenbraut (ISBN: 9783473543915)
    Nina Blazon

    Totenbraut

     (794)
    Aktuelle Rezension von: Yuria

    "Totenbraut" ist ein Einzelroman von der deutschen Autorin Nina Blazon. Das Buch ist bereits etwas älter und 2009 erschienen. Ich habe schon etliche Bücher der Autorin gelesen, aber mit diesem Mystery-Thrill-Roman konnte sie mich ganz besonders begeistern.

    Klappentext: Es gibt Augenblicke im Leben, die lassen das Herz stillstehen und das Blut kalt werden. Heute weiß ich, es ist der Kuss des Todes, der uns in jenen Sekunden streift und uns alle Wärme nimmt. Das fremde Gesicht, in das ich damals blickte, war von der eisigen Schönheit des Todes und von der Hässlichkeit eines Leidens, tiefer und schmerzhafter, als ein Lebender es ertragen könnte. Ich sah erloschene Augen und totenfahle Haut. Ich sah schwarze Zähne. Und Lippen, die kaum mehr vorhanden waren. Ich roch Taubenfedern und Regen und sah, wie die Gestalt nach meiner ausgestreckten Hand griff.

    Wir befinden uns im Jahre 1731. Unsere junge Protagonistin Jasna wird von ihrem Vater an einen vorbeiziehenden, reichen Fremden verkauft und muss in die unbekannte Ferne reisen, an den Rand Serbiens, nahe der Osmanischen Grenze. Nichts ungewöhnliches für die damalige Zeit. Mädchen wurden oft verkauft, auf das Alter des Bräutigams wurde dabei nur selten geachtet. Arme Familien waren froh, wenn sie die jungen Mädchen unter die Haube bringen, vor allem wenn man viele Töchter hat. Mit 17 galt man schon als alte Jungfer.
    Jasna lebt in einer Zeit und in einem Land, das von Unwissenheit und Aberglauben geprägt ist. Die bäuerlichen Gemeinden am Land bekommen von den großen Änderungen im Kaiserreich in Bezug auf Bildung und Weltanschauung nicht viel mit. Wissenschaft wird als Humbug abgetan. Krankheiten und Hungersnöte werden mit Übernatürlichem erklärt. Wenn plötzlich viele Menschen im Dorf krank werden, treibt sich ein Untoter in der Nähe rum, dass weiß sogar der Pfarrer. Ich habe schon viele Dokumentation über die Herkunft des Vampir-Mythos gesehen, welcher im südöstlichen Europa seine Ursprünge findet. Die Autorin hat wirklich jede Menge Recherchearbeit geleistet, bevor sie sich an dieses Thema wagte. Und das hat sich voll ausgezahlt, ich habe bisher noch keinen Vampir-Roman gelesen, der einen so historisch korrekten Inhalt aufweist. Da kommt die Fragen auf ob es sich hier nicht eher um einen historischen Roman handelt, als um ein Fantasy-Buch. Ist "Übernatürliches" nicht einfach nur ein Mangel an Wissen? Die Angst und der Aberglaube waren damals die größten Feinde der Menschheit.

    Der Inhalt des Buches und dessen Handlungsstrang konnte mich auf jeden Fall voll überzeugen. Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd und zwischendurch auch gruselig. Außerdem geschehen ständig unvorhergesehene Plottwists. Du denkst du weißt wie sich die Geschichte entwickeln wird - du liegst völlig falsch! Die Autorin hat mich immer wieder überrascht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
    Auch die Protagonistin konnte mich voll überzeugen. Jasna ist fromm, abergläubisch und ungebildet, so wie die ländliche Bevölkerung es damals eben war. Trotzdem hat sie einen willensstarken Charakter, ist wissbegierig und kann ihr Köpfchen einsetzen. Als Leser/Leserin bleibt man bis zum Schluss genauso unwissend wie Jasna. Ich musste voll mit ihr mitfiebern und habe mich beim Lesen genauso gegruselt, gefürchtet und ungerecht behandelt gefühlt wie sie.

    Der einzige Schwachpunkt war die eingebaute Liebesgeschichte. Die Gefühle kamen bei mir nicht richtig an, weil der Hauptaugenmerk ja am Mystery-Thrill liegt. Wenn aber eine Liebesgeschichte eingebaut wird, dann soll sie auch echt sein. Eine eingebaute Wischi-Waschi-Liebe kann ich nicht nachvollziehen. Die Geschichte hätte diese gar nicht gebraucht.

    Auf jeden Fall ist "Totenbraut" mal etwas völlig anderes und ich finde es sehr schade, dass diese spannende Geschichte so lange auf meinem SUB versauert ist. Wer mal Lust auf den Ursprung der heutigen Vampir-Romane hat, ist hier goldrichtig.
    Mystery-Thrill, gepaart mit historischen Wahrheiten - fesselnd, gruselig und kaum aus der Hand zu legen. - 4,5 Sterne

  18. Cover des Buches Die Geschichtensammlerin (ISBN: 9783336548156)
    Jessica Kasper Kramer

    Die Geschichtensammlerin

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Beschreibung

    Die zehnjährige Ileana liebt Geschichten, Märchen und Gedichte, sie schreibt sie auf und sammelt diese Texte wie Schätze. Doch Ileana lebt im kommunistischen Rumänien des Jahres 1989, in dem die Menschen in ständiger Angst leben, Lebensmittel immer knapp sind und zu jeder Zeit der Strom ausfallen kann. In dieser Zeit sind Geschichten ein gefährliches Gut, sodass Ileanas wertvolle Sammlung von ihrem Vater vernichtet wird und sie schließlich zu ihren Großeltern aufs Land geschickt wird, um dort in Sicherheit zu sein. Doch die Securiatate dringt nur wenig später bis in die Wäldern der Karparten vor, so dass Ileana genauso schlau und listig sein muss wie ihre Namensvetterin aus ihrem geliebten Märchen, um ihre Familie zu retten.

    Meine Meinung

    Die Bücher aus dem Wunderraum Verlag sind nicht nur von der speziellen Aufmachung, Hardcover mit Leinenrücken und Lesebändchen, immer etwas Besonderes, sondern auch die Geschichten zwischen den Buchdeckeln wissen ihre Leser*innen zu verzaubern.

    Jessica Kasper Kramer verwebt in ihrem Debütroman »Die Geschichtensammlerin« Erzählfäden aus dem historischen Genre mit rumänischer Folklore und märchenhaften Passagen zu einem fesselnden zeitgenössischen Roman. Die Geschichte ist im Jahr 1989 in Rumänien angesiedelt und trägt sich somit im Jahr der blutigen Revolution gegen den neostalinistischen Diktator Ceaușescus und die kommunistische Politik des Regimes zu.

    Als Erzählerin und Hauptprotagonistin fungiert die zehnjährige Ileana, die nach der jüngsten Prinzessin aus ihrem Lieblingsmärchen benannt wurde, tatsächlich gab es wirklich einmal eine rumänische Prinzessin mit diesem Namen (es gibt allerdings keinen Bezug zum Märchen im Roman). Als Tochter eines Literaturprofessors liegt ihr die Liebe zu Geschichten bereits in den Genen und so schreibt und sammelt Ileana Erzählungen und Märchen in einer glitzernden Mappe, die ihr alles bedeutet.

    Die Kindheit der Geschichtensammlerin ist alles andere als unbeschwert, denn in dem kommunistisch geführten Rumänien herrscht eine raue Atmosphäre der Angst, welche Jessica Kasper Kramer eindrucksvoll in ihren Zeilen einfängt und damit für Gänsehaut sorgt. Auch die Lebensumstände, wie Missstände in der Versorgung mit Lebensmitteln, Stromengpässe, kaum warmes Wasser und die ständige Furcht vor Spitzeln der Securiatate belauscht zu werden, sind Bestandteil des beklemmenden Settings.

    Tatsächlich entdeckt Ileanas Familie in ihrer Wohnung eines Tages Abhörwanzen. Die gefährliche Geschichtensammlung vom Vater verbrannt, mit dem Nötigsten im Gepäck, wird Ileana in den Zug gesetzt, der sie von Bukarest zu ihren Großeltern aufs Land bringt. Alleine in der unbekannten Umgebungen ist sie auf die Hilfe ihrer völlig unbekannten Verwandten angewiesen. Doch das Mädchen wird an diesem abgelegenen Ort mit seiner mystischen Aura, die Geschichten über Hexen und Wölfe glaubhaft werden lässt, herzlich aufgenommen und findt eine Freundin, auf die sie sich auch in schweren Zeiten verlassen kann.

    Die bedrückenden Kapitel werden immer wieder von den Erzählungen, die Ileana sammelt und natürlich dem Märchen über die listige Prinzessin aufgelockert, welche perfekt mit der historischen Geschichte verschmelzen. Jessica Kasper Kramers Erzähl- und Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, doch an manchen Stellen bricht die Verwendung von zu moderner Sprache und Redewendungen die Buchmagie, denn Wörter wie beckackt, verzapft oder Schiss haben, wollen nicht so recht zum nostalgischen Bild dieser Zeit passen und verleihen dem Werk etwas Entrücktes.

    Fazit

    »Die Geschichtensammlerin« ist ein bemerkenswertes Romandebüt, das mit einer fesselnden Mischung aus Historie, Folklore und Märchen begeistert.

    --------------------------------   

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 22.07.2020

  19. Cover des Buches Wie ein Schatten im Sommer (ISBN: 9783570314395)
    Adriana Popescu

    Wie ein Schatten im Sommer

     (33)
    Aktuelle Rezension von: blerta

    Vio zieht mit ihren Eltern in ein kleines Dorf in Süddeutschland – ein Neuanfang, der sie vorerst noch verunsichert, doch sobald sie Anschluss in einer Clique findet und Konstantin kennenlernt, fühlt sie sich wohl in ihrem neuen Zuhause. Wäre da nur nicht die Clique von Konstantins grossem Bruder, die sich mit ihren fremdenfeindlichen Sprüchen einen Ruf aufgebaut haben. Da beginnt sich Vio zu fragen, wie viele von ihren neuen Freunden all diesen Aussagen insgeheim zustimmen würden …

     

    Meine Meinung
    Noch ehe ich den ersten Satz vollendet hatte, war ich in der Geschichte drin. Vio, die Protagonistin war direkt präsent in der Geschichte. Man war mit ihr in der Gegenwart, erlebte die Zweifel und Unsicherheiten des Umzugs hautnah mit ihr zusammen.

    Nicht nur Vio, sondern auch Konstantin und alle Nebencharaktere wirken komplex: Sie haben ihre Macken, manche haben mich sogar während des Lesens genervt, und für andere habe ich Sympathie entwickelt, aber alles im Rahmen einer natürlichen Echtheit, die ich sehr bewundere. Nicht nur die Charaktere, sondern auch das kleine Dorf in Süddeutschland wirkte zum Greifen nahe.

    Schade, dass ich mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden konnte. Die Sätze waren kurz, gaben kaum andere Strukturen her und wirkten etwas oberflächlich, obwohl alles andere in der Geschichte keinesfalls oberflächlich behandelt wurde. Ich fand keine Aussagen, die mich wachrüttelten oder die mir besonders ins Auge stachen, weil irgendwie alles so monoton geschrieben war. Was zur Folge hatte, dass ich von den Gefühlen der Charaktere nicht viel mitbekam, was ich auch merkwürdig fand, da mich vor allem der Anfang mit diesem gefühlsgetriebenen «Mitreissen» von Vio so überzeugen konnte. Dazu kommt noch, dass die Charaktere alle fast erwachsen sind und ihre Gespräche sich so anfühlen, als würden sie von Kindern geführt werden. Weshalb ich die Figuren mit der Zeit nicht mehr so ernst nehmen konnte.

    Ausserdem kamen mir einige Szenen etwas plump vor. Als dienten sie lediglich dazu, eine Situation einzuführen, um dann aus dieser etwas entstehen zu lassen, was relevant für die Geschichte sein sollte. Obwohl die Autorin so komplexe und echte Charaktere geschaffen hat, hat es sich für mich nicht so angefühlt, als würden sie sich ihrem Charakter entsprechend verhalten. (Was in gewisser Weise ein Widerspruch in sich ist, aber so hat es sich für mich angefühlt.) Als wäre Leichtigkeit mit Nebensächlichkeit verwechselt worden.

    Was diese Geschichte auszeichnet ist die darin vorkommende Thematik: Fremdenfeindlichkeit. Denn Vio spricht rumänisch und deutsch, aber sie wird von vielen nicht als Deutsche wahrgenommen, obwohl sie sich als eine sieht und auch eine ist. In diesem Buch geht es darum, Kommentare wie: »Du bist doch gar keine richtige Deutsche« und »Aber deine Eltern sind doch gar nicht von hier?« nicht einfach hinzunehmen. Sondern anderen zu verstehen zu geben, dass es sie erstens gar nichts angeht und zweitens diese Kommentare nur unter der Kategorie «unnötig» eingeordnet werden können.

    Weiter geht es auch darum, gewisse Dinge wirklich zu hinterfragen. In Konstantins Freundeskreis beispielsweise fallen nicht selten fremdenfeindliche Kommentare, die er wahrnimmt, abspeichert und so weitergibt, weil er es nicht anders kennt. Bis er durch Vios Reaktionen erkennt, was solche Sprüche anrichten können.

    Es geht also darum, mutig zu sein: Sich im Recht zu wehren, Loyalität zu zeigen und aus scheinbar bequemen Mustern auszubrechen.

    Fazit
    Dieses Buch behandelt ein wichtiges und aktuelles Thema. Es zeigt eine starke Protagonistin, die sich mutig gegen fremdenfeindliche Aussagen einsetzt, und damit unverkennbare Loyalität gegenüber allen zeigt.
    Trotz der Thematik konnte mich das Buch mit seiner Handlung und dem Schreibstil leider nicht überzeugen. Die Gespräche wirkten teils etwas oberflächlich und die Geschehnisse etwas unkoordiniert, als wären sie lediglich Mittel zum Zweck, um die Message rüberzubringen, statt die Message aus der Mitte der Geschichte hervorzuheben.
    Trotzdem ein lehrreiches und spannendes Buch, das Probleme aus der Gesellschaft zeigt.

  20. Cover des Buches Argwohn (ISBN: 9783492304207)
    Jenk Saborowski

    Argwohn

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Katl93
    Klassischer Thriller, perfekt für die dunkle Jahreszeit.
    Mit Kuscheldecke, Tee & Lebkuchen habe ich mich perfekt für den dritten Fall der Solveigh Lang "Slang" bewaffnet.
    Was mich in diesem Buch erwartet hat war eine Mischung aus Verwirrung,

    https://bluubsbuecherwelt.blogspot.de/2017/09/argwohn-jenk-saborowski.html
  21. Cover des Buches Am Abgrund (ISBN: 9783548251653)
    Wolfgang Hohlbein

    Am Abgrund

     (370)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Der Protagonist ist von Anfang an interessant und weiß nicht einmal selber, was er genau ist. Er gerät unfreiwillig in ein Abenteuer.


    Inhalt: Andrej will in das Dorf seiner Kindheit zurück kehren. Er möchte seinen Sohn wiedersehen und die Trauer um seine Frau verarbeiten. Doch im Dorf angekommen sieht er nur noch eine menschenleere Siedlung und im großen Wehrturm findet er die Leichen all jener, die er eben noch vermisst hat.

    Einzig ein Junge, ein Familienmitglied, aber eben nicht sein Sohn, hat überlebt und kann ihm erzählen, was passiert ist.

    Frederic und Andrej machen sich an die Verfolgung der Entführer und der Dorfbewohner, welche sie mitgenommen haben. Dabei stoßen sie auf ihre Widersacher und Andrej seine Weichheit sorgt später dafür, dass unschuldige Gasthausbesucher in einem höllischen Flammenmeer umkommen müssen.

    In Constanta angekommen, scheinen Frederic und Andrej so ziemlich an ihrem Ziel zu sein. Doch sie haben sich mit ziemlich zwielichtigen Leuten eingelassen, die Andrej jetzt in die Pfanne hauen.

    Andrej gerät in Gefangenschaft und in den Strudel von Machenschaften mächtiger Leute. Und er lernt etwas wichtiges über sich und seine Familie.


    Fazit: Oh man, schon wieder eine Reihe. Ich kann aber auch machen, was ich will. Jedes, aber auch jedes Buch, was mich in irgendeiner Form anmacht, was ich gern lesen wollen würde, ist Teil einer Reihe. - So auch hier. Einziger Vorteil: In diesem Fall handelt es sich um den ersten Band eben dieser Reihe. Und eins ist mal klar, wenn mich der Band hier überzeugt, dann werde ich mir wohl auch die folgenden noch irgendwie holen müssen. Da führt wohl kein Weg daran vorbei *seufz - Kann nicht mal jemand das Erschaffen von immer und immer wieder neuen Reihen einfach verbieten…. das wäre doch mal was. - Alles klar, es werden wohl die die nächsten 9 Folgebände auch noch werden.

    Der Start in die Reihe war spannend und authentisch. Hohlbein hat hier kein langes Vorgeplänkel gemacht und ist gleich voll in die Handlung eingestiegen. Gleich zu Anfang bin ich auf den Protagonisten neugierig geworden. Dass er nicht ganz “normal” ist, war mir von Anfang an klar und dass er so auffällig wenig über sich selber wusste, hat die Handlung nur noch zusätzlich aufgepeppt.

    Alles an der Handlung war so beschrieben, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam oder die Handlung gestoppt hätte. Ich hatte die ganze Zeit diesen Andrej vor meinem geistigen Auge, wie er mit seinen langen schwarzen Haaren den Schwarm aller Frauen verkörpert, gleichzeitig aber auch irgendwie naiv und unwissend durch die Welt tappt. - Ich bin wirklich klasse unterhalten worden und bereue die Lektüre in keiner Weise.


    Wie schon einmal gesagt, müssen hier unbedingt die Folgebände ran. Mich interessiert einfach, wie es mit diesem seltsamen jungen Mann weiter geht. Was er noch über sich lernt, wie sich sein Körper noch weiter verändert und was mit Frederic, sein kleiner Verwandter, noch wird.


    Ich kann dieses Buch wirklich ruhigen Gewissens empfehlen. Es ist zwar schon etwas älter, wenn man nach dem Erscheinungsdatum geht, aber der Leser wird gut unterhalten. Es hat Spannung, es hat Drama und es hat Mystik. Wolfgang Hohlbein hat hier ein Werk abgeliefert, was durchaus mit zu seinen besten gezählt werden kann.

    Aber Vorsicht, es handelt sich hier um den Auftakt zu einer Reihe. Ihr lauft Gefahr, da in eine wirklich spannende und umfangreiche Geschichte hinein zu geraten.

  22. Cover des Buches Machtlos (ISBN: 9783426506493)
    Alex Berg

    Machtlos

     (78)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    Valerie Weymann, erfolgreiche Rechtsanwältin, Ehefrau und Mutter, gerät durch dubiose Kontakte ins Fadenkreuz deutscher und amerikanischer Geheimdienste - zumindest diese halten ihre Migranten-Freunschaften für überprüfbar.

    Nach einem erfolgreichen und einen weiteren anstehenden Terroranschlag muß Valerie ihre Kontakte erklären - jene Kontakte in die Terrorszene. Dies trifft Valerie hart, weil sie sich solcher Kontakte nicht bewußt ist. Die Geheimdienste sehen das anders und setzen die Daumenschrauben an. Und dies wortwörtlich.

    Der Thriller kommt sehr bodenständig daher, ist clever und spielt mit dem Leser.

    Daß er zum Schluß dann gutmenschelt, ist dem Zeitgeist geschuldet, in dem man wohl einfach USA-bashing betreiben muß; alles in allem serviert Berg jedoch einen klassischen Page-Turner, der sich vor amerikanischen Thrillern nicht zu verstecken braucht.

    Die Fortsetzung erschien 2011: "Die Marionette"; hier kehren einige Charaktere zurück.
  23. Cover des Buches Lilith Parker 3: und das Blutstein-Amulett (ISBN: 9783522503259)
    Janine Wilk

    Lilith Parker 3: und das Blutstein-Amulett

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der dritte und damit mittlere Band der Lilith Parker Reihe bringt uns in ein fremdes Land und viele Abenteuer.

     

    Denn Vampirfürst Vadim leidet an Halluzinationen und sieht sich dem Tode nah. Nur Lilith und ihre Tante Rebekka können den Fürsten beruhigen, stattdessen werden sie in Verrat und Intrigen verwickelt.

     

    Der Vorgänger war ein wenig langatmig, dieser hier kontert mit Spannung und Action. Es war interessant die Stadt Chaveleen zu erkunden und neue Charaktere kennenzulernen, aber auch an Rebekka und Matt entdeckt man neue Seiten. So langsam wird Lilith ein Teenie und steckt in einem kleinen Gefühlschaos. Das nimmt aber nur einen sehr sehr kleinen Teil der Geschichte und war somit perfekt integriert.  

     

    Fazit: Ein solider und spannender Mittelband !

  24. Cover des Buches Goodbye, Bukarest (ISBN: 9783825152307)
    Astrid Seeberger

    Goodbye, Bukarest

     (43)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Von diesem Buch habe ich mir etwas mehr versprochen. Warum? Nun, eigentlich ist es eine rege Suche nach der Vergangenheit und ebenso eine interessante Zeitreise, aber ab und zu wirkt diese Geschichte etwas zu melodramatisch, tönt etwas zu aufgesetzt, und ebenso ist diese Geschichte auch distanziert erzählt. Meiner Meinung nach eine irgendwie nicht ganz stimmige und Fragen aufwerfende Mischung. 

     

    Dennoch ist "Goodbye Bukarest" auch sehr informativ, denn der Inhalt ist interessant, von den geschichtlichen Ereignissen her betrachtet, nur die literarische Umsetzung konnte mich nicht vollkommen überzeugen. Muss sie aber auch nicht. Denn die in diesem Buch enthaltenen Informationen entschädigen allemal und machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis. Dieses Buch ist die Suche der Autorin nach ihrem Onkel mütterlicherseits, die Suche nach Bruno. Und diese Suche führt nach Kasachstan und auch nach Rumänien und zeigt wie Diktaturen ticken. Was Menschen in einer Diktatur wert sind. Dies ist erschreckend und abstoßend! Andererseits zeigt es aber auch was vergangene Generationen durchmachen mussten und sollte uns Nachgeborenen ebenso zeigen, was uns wichtig sein sollte. Was zu bewahren wäre! Eigentlich sollten alle in unserer Gesellschaft mehr lesen, und/oder das Richtige lesen. Dann würde es gewisse falsche Entscheidungen bei der Kreuzchen-Vergabe zur Wahl gar nicht geben. Wenn ich mir nur etwas wünschen könnte!!!

     

    Womit wir bei der Hoffnung wären. Ein wichtiges Thema des Buches. Die Hoffnung. Das Hoffen. Ohne solchen Gedanken, solche Gefühle würden manche Menschen aufgeben. Und bei dem Tun von Diktaturen ist ein Aufgeben vollkommen nachvollziehbar. Umso mehr sollte hervorgehoben werden, dass es Menschen gelang durch eine Hoffnung zu überleben. Etwas was Mut macht in ausweglosen Situationen. Wer weiß wofür solch eine Lektüre mal gut ist!?!?

     

    Was ich in einem vorigen Abschnitt schon erwähnte, teilweise tönt das Geschriebene etwas zu melodramatisch, wirkt zu aufgesetzt. Aber dies ist kein durchgängiger Eindruck. Manchmal beschreibt das Buch auch richtig interessantes Gedankengut, nicht nur durch das geschichtliche Wissen, sondern auch durch einige philosophische Gedankengänge. Gedankengänge, die Astrid ereilen. Und Gedankengänge, die auch die Leser nachdenklich machen, zum Sinnieren anregen. Und beides sind für mich die herausragenden Punkte von „Goodbye Bukarest“. Und beides begründet meine 4 Punkte Bewertung!

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