Bücher mit dem Tag "russische literatur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "russische literatur" gekennzeichnet haben.

258 Bücher

  1. Cover des Buches Metro 2033 (ISBN: 9783453529687)
    Dmitry Glukhovsky

    Metro 2033

     (616)
    Aktuelle Rezension von: Entenkrach

    Aufgrund der guten Bewertung und weil mich Postapokalypse interessieren hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut. Leider war es so gar nicht mein Fall. Nach etwas mehr wie 100 Seiten habe ich es genervt weggelegt.

    Mit dem Schreibstil konnte ich absolut nicht warm werden. Da sitzt man am Lagerfeuer und es raschelt im Dunkeln und hat Angst was das wohl ist. Bei dem Geräusch erinnert sich aber der Protagonist an etwas und dann geht es Seitenweise um die Erinnerung. Klar man muss irgendwie erklären wie die Welt jetzt aussieht. Aber es hat mich sehr genervt dass man immer nur kurz in der Gegenwart war und es dann direkt wieder Seitenweise um irgendwelche Truppenaufstellungen oder Angriffe in der Vergangenheit ging.

    Schade. Hatte wirklich große Erwartungen.

  2. Cover des Buches Wächter der Nacht (ISBN: 9783453316188)
    Sergej Lukianenko

    Wächter der Nacht

     (953)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Bereits länger bin ich um die Wächterreihe herumgeschlichen. Jetzt ergab sich endlich die Gelegenheit Wächter der Nacht zu lesen und ich muss sagen, ich bin begeistert.

    Dem Autor gelingt es gekonnt Vampire, Magier, Hexen, Zauberer, Tierwesen und vieles mehr in unserer realen Welt anzusiedeln. Hauptschauplatz ist in diesem Fall Moskau und der Fokus liegt auf der Nachtwache. Jene Lichten, wie sie genannt werden, sind dafür zuständig die Wesen der Nacht zu kontrollieren und ihr Verhalten wenn nötig im Zaum zu halten.

    Gleich zu beginn bekommt es der Hauptprotagonist Anton mit einer zunächst unscheinbaren Frau und einem Jungen zu tun. Beides mag auf den ersten Blick keinen Zusammenhang  besitzen, entwickelt sich jedoch im weiteren Verlauf der Geschichte zu einem immer wiederkehrenden Knoten, der vom Autor nur mit ganz leichten Unterbrechungen ausgeschmückt wird.

    Was man jedoch auch sagen muss ist, dass die Gedankengänge der Figuren oftmals sprunghaft von Statten gehen. Manchmal auch fürs Lesen schlicht zu schnell und so dauert es doch auch, bis man hinter die eigentlichen Beweggründe der Wächter der Nacht und ihrem Chef kommt. Zeitgleich verleitet es genau darum beständig weiterzulesen, da man auf viele offene Fragen eine Antwort erhalten will und sie nach und nach präsentiert bekommt.


    Fazit: In diesem Buch tummeln sich die verschiedensten Wesen angefangen beim klassischen Vampir bishin zur Hexe. Man findet recht schnell seine Lieblinge und ist gespannt darauf, wie es im Storyverlauf weitergeht.

  3. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.067)
    Aktuelle Rezension von: Rhea_Ross

    Anna Karenina - Leo Tolstoi

    ______________________________________________________________________________

    „Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern…“

    ___________________________________________________________________________


    Meiner Meinung nach gibt der Klappentext eine irreführende Auskunft über die Handlung, da er impliziert im Buch ginge es nur um Annas Affäre. Dem ist nicht so. Anhand von drei Familien wird ein Einblick in die adlige russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ermöglicht. 

    Anna Karenina ist ein Buch, das viel Zeit in Anspruch nimmt und völlige Konzentration erfordert. Denn erst wenn man sich auf die Figuren und deren Welt einlässt, kann man den einzigartigen Charme spüren und ein Abenteuer erleben, welches sehr viele Themen anschneidet, unter anderem die Ehe, die Liebe, die Religion, den Krieg und generell Fragen über die Menschheit und das Leben an sich. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Und obwohl sich die damalige Gesellschaft von der heutigen etwas unterscheidet, sind diese Thematiken immer noch aktuell und beschäftigen uns weiterhin. 

    Es sind Sätze wie diese, die das Leseerlebnis so einzigartig und unvergesslich machen:


    „Warum ich fahre? […] Das wissen Sie. Ich fahre, um da zu sein, wo Sie sind. Ich kann nicht anders.

    […]

    Er hatte genau das gesagt, wonach ihre Seele verlangte hatte, wovor aber ihre Vernunft bange gewesen war. Sie antwortete nichts, und er sah auf ihrem Gesicht ihren innerlichen Kampf.“

    Und obwohl das Buch Anna Karenina heißt und ihre Geschichte sehr spannend ist, ist mein Lieblingscharakter Ljewin. Ohne zu spoilern sage ich nur so viel: Ljewin ist ein Mann, den sich jede Frau wünschen kann. Er ist jemand, der alles richtig macht und am Ende dafür belohnt wird. 

    Tolstoi beschreibt seine Charaktere sehr detailliert und schildert in einer Jagdszene sogar die Perspektive eines Jagdhundes, was sehr unerwartet kam aber so unterhaltsam war, dass ein Schmunzeln nicht unterdrückt werden konnte. 

    Da das Buch so lang ist, verbringt der Leser bzw. die Leserin viel Zeit mit diesen Charakteren und lebt eine Weile mit ihnen. Sehr viele Weisheiten und wunderschöne Zitate stecken in diesem Klassiker, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.


    Zum Abschluss möchte ich ein weiteres Zitat mit euch teilen. Die vielen anderen lasse ich euch selber suchen in diesem Meisterwerk. 


    S. 640

    „[…] Denn wenn du nur deshalb arbeitest und lernst, um eine Belohnung zu erhalten, dann wird dir die Arbeit schwer vorkommen, wenn du aber arbeitest […] aus Liebe zur Arbeit, so wirst du in der Arbeit selbst deinen Lohn finden.“


  4. Cover des Buches Meister und Margarita (ISBN: 9783423143011)
    Michail Bulgakow

    Meister und Margarita

     (430)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Grundsätzlich mag ich Bücher, in denen die Handlung nicht vorhersehbar ist, die mich vielmehr überraschen. Hier stellte sich für mich beim Lesen jedoch die Frage, ob das Maß überschritten wurde.

    Zu Beginn konnte ich die Handlung sehr gut nachvollziehen und die gesellschaftskritische Satire gut interpretieren. Später ging für mich die Handlung komplett ins Fiktionale über. Interessant fand ich die Einbindung des Erzählstrangs, der in Jerschalaim spielt.

    Hilfreich war im Nachhinein, das in meiner Ausgabe enthaltene Nachwort der Übersetzerin Alexandra Berlina. Vieles wurde dadurch verständlicher. Auch habe ich mich mit dem Leben bzw. den Lebensumständen Bulgakows beschäftigt, wodurch nochmals Einiges klarer wurde. Vor diesem Hintergrund finde ich den Roman wirklich bemerkenswert. Ein re-read ist nicht ausgeschlossen.

  5. Cover des Buches Der Schneesturm (ISBN: 9783462046823)
    Vladimir Sorokin

    Der Schneesturm

     (71)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    [..Gegen den Wind zu Felde ziehen! Alle Fährnisse überwinden, allen Wahnwitz und Widersinn. Nichts und niemanden fürchten, unbeirrt seinen Weg gehen, wie das Schicksal es will. Eisern, standhaft, geradeaus. Darin liegt der Sinn unseres Lebens...]

    V. Sorokin


    Der Landarzt Garin muss so schnell als möglich nach Dolgoje. Zu diesem Zweck heuert er den Kutscher Kosma an. Untewegs durch die russische Landschaft geraten die beiden in einen nicht endend wollenden Schneesturm. 

    Hat mir gut gefallen diese Erzählung, auch wenn ich nicht alle literarischen Verweisungen auf die grossen russischen Erzähler verstanden habe.

    Fast im Stile eines Gogols beschreibt Sorokin zuweilen seinen von 50 'perlhuhngrossen' Zwergpferdchen gezogenen Schlitten als 'Mobil'. Oder aber der Leser liest von lilafarbenen Riesendoggen.

    Ganz schön absurd und bizarr.

  6. Cover des Buches Das Phantom des Alexander Wolf (ISBN: 9783423143356)
    Gaito Gasdanow

    Das Phantom des Alexander Wolf

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Eine Geschichte mit dem Spannungsbogen eines Kriminalromans über den Einfluss und die Formbarkeit von Erinnerungen, über Tod und Liebe, geschrieben in einer sorgfältigen, rhythmischen Sprache. Der Roman ist ein Lesegenuss und entwickelt einen Sog, dass man ihn in einem Zug durchliest.

  7. Cover des Buches Lolita (ISBN: 9783644056312)
    Vladimir Nabokov

    Lolita

     (478)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Synopsis:
    Humbert Humbert - scholar, aesthete and romantic - has fallen completely and utterly in love with Lolita Haze, his landlady's gum-snapping, silky skinned twelve-year-old daughter. Reluctantly agreeing to marry Mrs Haze just to be close to Lolita, Humbert suffers greatly in the pursuit of romance; but when Lo herself starts looking for attention elsewhere, he will carry her off on a desperate cross-country misadventure, all in the name of Love. Hilarious, flamboyant, heart-breaking and full of ingenious word play, Lolita is an immaculate, unforgettable masterpiece of obsession, delusion and lust.

    My thoughts and opinion:
    I was so excited to finally read this book. I've heard os much about it and wanted to see if it lived up to its standards. Aaaaaand ... I didn't like it. At all. I felt so uncomfortable reading this and probably won't pick it up again. (But then again, a lot of people love it so read it yourself to see whether you like or not :) )
  8. Cover des Buches Auferstehung (ISBN: 9783423146555)
    Leo N. Tolstoi

    Auferstehung

     (17)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Die Geschichte des Fürsten  Nechliudow der als Geschworener in einem Prozess die Angeklagte Prostituierte Maslowa als seine Jugendliebe Katjuscha wiedererkennt. Katjuscha wird fälschlicherweise schuldig des Giftmordes an einem Ihrer Kunden gesprochen. Nechliudow fühlt sich mitschuldig an Ihrem Niedergang und reist Ihr nach bis nach Sibirien, fortwärend gegen die Justiz ankämpfend.


    Tolstoi schildert in diesem Roman eindrücklich die Auswüchse der Justiz und dessen willkürlichen Aparat. Er plädiert an die Menschenliebe, an den Glauben zu Gott.

    Empfehlenswerte Lektüre

  9. Cover des Buches Wächter des Tages (ISBN: 9783453316195)
    Sergej Lukianenko

    Wächter des Tages

     (512)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Wie bereits beim ersten Band, unterteilt sich dieses Buch in drei einzelne Geschichten, die jedoch spätestens in der dritten wieder miteinander verknüpft werden. Auch Inhalte des ersten Buches werden neu beleuchtet, weshalb ein Quereinstieg in diese komplexe Geschichte aus Intrigen und strategischen, das Schicksal beeinflussenden Handlungen nicht empfehlenswert ist.

    Dieses Buch beschäftigt sich vermehrt mit den Dunklen. Magier, Hexen, Tierwesen und Vampire, die in der Tagwache ihren Dienst ableisten und das Gegengewicht zu den Lichten Wesen der Nachtwache bilden. Ein Gleichgewicht, das durch geschickte Schachzüge beider Seiten aus den Fugen zu geraten droht und nur von der regulativ eingreifenden Inquisition und der zwischenweltlichen Existenzebene des Zwielichtes wieder ins Lot gebracht werden kann. Spannend, intrigant, um Ecken gedacht, manchmal verwirrend und letztlich doch wieder schlüssig. Eine klasse Fortsetzung des ersten Teils und ebenso empfehlenswert.

  10. Cover des Buches Kukolka (ISBN: 9783746635392)
    Lana Lux

    Kukolka

     (161)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    „Kukola“ von Lana Lux ist ein absolut gelungenes Debüt! Schonungslos und ergreifend erzählt die Autorin die Geschichte des Mädchens Samira, das in ein Leben am Rande der Gesellschaft hineingeboren wurde. Ein Schicksal, das Kinder und junge Menschen überall auf der Welt täglich erleiden müssen. Ein Buch, dass mich erschüttert und nicht mehr losgelassen hat und Gefühle wie Wut und Fassungslosigkeit hervorruft. Das Zitat von Olga Grjasnowa spricht mir aus der Seele: „Ein großes, ergreifendes Buch, bei dem ich mich so sehr nach einem Happy End gesehnt habe wie noch niemals zuvor“. „Kukolka“ von Lana Lux ist für mich definitiv ein Lesehighlight

  11. Cover des Buches Dshamilja (ISBN: 9783293005181)
    Tschingis Aitmatow

    Dshamilja

     (282)
    Aktuelle Rezension von: Fidelity

    Inhalt:

    Said, damals ein fünfzehnjähriger Junge, erzählt von einer verbotenen Liebe. Die hübsche, lebensfrohe Frau seines Bruders, Dshamilja, verliebt sich in einen heimgekehrten, verwundeten Soldaten, während ihr Ehemann im 2. Weltkrieg kämpft. 

    Fazit:

    `Die schönste Liebesgeschichte der Welt´, zitiert der Klappentext Louis Aragon, ein verstorbener französischer Schriftsteller.

    Nun, das ist reine Geschmackssache und ich kann mich der Meinung leider nicht anschließen. Schön zu lesen ist die Kurzgeschichte - 100 Seiten - auf jeden Fall. Der Leser lernt das Landleben in Kirgisien im Jahr 1943 kennen. Das Buch zeigt einen Blick auf die Frauen (Mütter und Schwiegertöchter und Söhne), die das Leben meistern, während der Großteil der Männer im 2. Weltkrieg an der Front kämpft. 

    Die beschränkte Art des Denkens, wenn es um Frauenrechte geht, ist für mich natürlich nicht verständlich. Deshalb gefällt mir besonders die Beschreibung, wie Dshamilja mit sich hadert. Soll sie sich den Regeln der Familie , ihrer Landsleute, unterordnen oder ihr Leben leben, wie sie es will, mit wem sie will? 

    Die mit poetischen Worten wiedergegebene Liebesgeschichte ist schön, aber nicht einzigartig; es gibt unzählige davon, bestimmt auch bessere. 

  12. Cover des Buches Die Sanfte (ISBN: 9783866475014)
    Fjodor M. Dostojewski

    Die Sanfte

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Nelebooks

    Inhalt (LB): „ In einem inneren Monolog lässt er den Witwer sein Leben überdenken: An Leid und Gram und Schuld zerbrochen, ist er ebenso sehr Opfer wie Täter. Ein ergreifendes Stück Weltliteratur über Verletzlichkeit und Rachsucht, über späte Reue und die schmerzliche Plötzlichkeit der Liebe.“

    Meinung: Die Geschichte fängt zwar etwas diffus an, aber dennoch bin ich gut hineingekommen. Gerade das etwas Verwirrte passt ja auch zur Handlung/Person. Der Protagonist ist mir nicht sonderlich sympathisch und richtig schlau wurde ich aus ihm auch irgendwie nicht, aber es war sehr spannend, seinen Ausführungen hier zu folgen. Die Ehe ist für mich sehr seltsam und ganz durchgestiegen bin ich hier nicht, alles recht befremdlich und trübsinnig. Es ist keine fröhlich, aber durchaus interessante Geschichte, die einen interpretieren und nachdenken lässt.

  13. Cover des Buches Arme Leute (ISBN: 9783866479609)
    Fjodor M. Dostojewski

    Arme Leute

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Ich hatte bereits "Weisse Nächte" von Dostojewski gelesen, was mich sehr berührt hat. Nun wollte ich sein erstes Werk lesen und war gespannt, ob man seine Entwicklung rauslesen kann. Insbesondere hat mich das Thema Armsein interessiert, besonders in Russland im 19. Jahrhundert, 

    Warwara Alexejewna ist ein junges Mädchen, welches zusammen mit ihrer Verwandten in einer kleinen Wohnung im Armenviertel von St. Petersburg lebt. Ein wunderschönes und intelligentes Mädchen, jedoch von Schicksal gezeichnet. Sie ist nämlich eine Waise und arm. Sie schreibt fast täglich mit dem herzensguten Beamten Makar Alexejewitsch Briefe. Ihre Korrespondenz besteht hauptsächlich schriftlich. Sie erzählen sich gegenseitig, was sie alles erleben, wie es ihnen geht und in welcher Not, oder welche Freude sie gerade sind. Etwa ein Jahr lang erzählen sie von einander, bis Warwara eine Chance bekommt, aus ihrer Armut zu flüchten. So endet der Briefwechsel zwischen den beiden.

    Dostojewski kann wirklich sehr gefühlvoll schreiben, so dass man die Gefühle, insbesondere deren Verzweiflung, nachempfinden kann. Es ist knallharte Realität, wie es damals mit der Armut ausgesehen hat. Die Menschen kämpfen täglich um's Überleben und ackern sich zu Tode (im wahrsten Sinne des Wortes). Aus der Korrespondenz konnte man herauslesen, dass der Beamte Makar weit mehr für Warwara empfindet, als er zugeben möchte. Warwara hingegen hält ihn für einen herzensguten Menschen und so unterstützen sie sich gegenseitig, wo sie nur können. Die Vergangenheit von Warwara hat mich berührt und konnte ihren Schmerz und ihre Verzweiflung nachempfinden. Sehr trauriges Schicksal. Makar hat sehr vieles für sie getan, zu viel eigentlich. Doch wenn die Liebe im Spiel ist, ist es niemals genug. Daher konnte ich auch seine Taten nachvollziehen, obwohl er sich deswegen in Schulden getrieben hat. Ich war aber dennoch überrascht, wen Warware schliesslich geheiratet hat. Natürlich will man aus der Armut raus, aber geht es einem Menschen besser, wenn er sich ins nächste Verderben stürzt? In ihrem Fall, jemanden heiraten, obwohl man ihn gar nicht mag, nur nicht mehr arm sein zu müssen? Sie weiss ja nicht, wie er wirklich ist und was er ihr alles antun könnte. Makar's Verzweiflung war zum Greifen und Warwara's Traurigkeit ebenso. Allerdings ist Dostojewski nicht weiter auf die Personen eingegangen. Auch wenn ich die Charaktere mochte, so konnte ich sie nicht greifen. Er ging lediglich auf die Armut ein, liess aber das ganze drumherum aus (Politik, Religion, Sozial, Recht). Diese Ansichten hätten die Geschichte wahrscheinlich noch interessanter gemacht und auch tiefgründiger.

    Wer Dostojewski's Werke mag und sich für die russische Literatur im 19. Jahrhundert interessiert, ist dieses Werk empfehlenswert. Regt definitiv zum nachdenken an, obwohl eine gewisse Tiefe fehlte. Dennoch sehr interessant, wie die Menschen damals mit der Armut umgegangen sind.

  14. Cover des Buches Wächter des Zwielichts (ISBN: 9783453316201)
    Sergej Lukianenko

    Wächter des Zwielichts

     (425)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Zwielicht – das beschriebt die Welt am besten, in die der Autor seine Leserschaft verfrachtet. Alles wirkt leicht düster und beklemmend. Niemandem, egal wie freundlich, ist zu trauen. Ein permanentes Gefühl von zuschnappenden Fallen und boshaften Intrigen hat mich beim Lesen begleitet. Das Buch ist, wie gewohnt, in drei Teile aufgesplittet, deren einzelnen Geschichten am Ende brillant miteinander verwoben werden.

    Das, was Lukianenko hier abliefert, ist wie in den ersten beiden Büchern, ganz hohe Kunst. Keinesfalls fällt dieser Band gegenüber den ersten beiden ab, sondern setzt die Geschichte eindrucksvoll fort.

    Der Stil ist fesselnd und hat mich das Buch fast nicht aus der Hand legen lassen. Wer die Wächter-Reihe nicht kennt, sich einer urbanen Fantasygeschichte gegenüber aufgeschlossen zeigt und schon immer mal eine andere, düstere und zwielichtige Seite Russlands kennenlernen wollte, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

  15. Cover des Buches Herr und Knecht (ISBN: 9783866477162)
    Leo Tolstoi

    Herr und Knecht

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Meine erstes Buch von Tolstoi. Ich wollte unbedingt den Schriftsteller kennenlernen, hab jedoch etwas Bammel, da seine Werke doch anspruchsvoll sein sollen. Deswegen bin ich auf diesen Klassiker gestossen und war gespannt, ob der Autor mich abholen konnte.

    Der reiche Kaufmann Wassili Andrejitsch Brechunow möchte ein weiteres gutes Geschäft abschliessen und macht sich zusammen mit seinem Knecht Nikita und dessen Schlitten und Pferd auf dem Weg. Allerdings droht bald ein schlimmer Schneesturm, aber er ignoriert es, da noch andere Interessenten das Waldstück abkaufen wollen. Schon bald verirren sie sich und landen in ein Dorf, von wo aus sie nicht mehr weit haben bis zum Zielort. Brechunow lehnt jedoch die Einladungen ab, im Dorf zu übernachten und fährt trotz den Warnungen wieder weiter. Sie verirren sich wieder, doch diesmal scheint keine Rettung zu kommen. Sie sind nun auf sich alleine gestellt und müssen sich selber retten.

    Beide Charaktere können unterschiedlicher nicht sein, dennoch achteten sie auf einander, irgendwie. Zu Beginn spürte man, dass der Kaufmann vom höheren Stande kommt als sein Knecht, der eigentlich ein Bauer ist. Die Schwächen der beiden wird zuerst aufgeführt: der Kaufmann denkt nur an den Profit und das Geschäft, während Nikita noch seine Dämonen bekämpft. Brechunow ist leicht egoistisch und arrogant, während Nikita ein sehr freundlicher und zuvorkommener Mensch ist. Als sie sich im Schnee verirrten fühlte man deren Verzweiflung und der Kaufmann tat zuerst etwas selbstloses. Jedoch kamen sie wieder zueinander und diesmal, da es anscheinend keinen Ausweg mehr gibt, existierte der unterschiedliche Stand nicht mehr und Brechunow scheint verstanden zu haben, was im Leben eigentlich am wichtigsten ist. 

    Auch wenn es eine Kurgeschichte ist, so hatte es dennoch eine Tiefe und ich fühlte mit den Charakteren mit. Tolstoi hat in diesen 80 Seiten gezeigt, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Egal, von welchem Stand man kommt. Seinen Schreibstiel empfand ich nicht als leicht, aber auch nicht als schwer oder schleppend. Für mich hat es ganz gut gepasst und ich hatte die Geschichte innert kurzer Zeit weggelesen. Deswegen ist dieses Buch perfekt, um den Autor Tolstoi kennenzulernen. Ein Klassiker, den man sicherlich mal gelesen haben muss.

    Eine kleine Anmerkung noch: ich habe vor ein paar Monaten "Der Schneesturm" von Vladimir Sorokin gelesen. Es hat viele Ähnlichkeiten mit "Herr und Knecht". Wer dieses Buch gelesen hat, dürfte ganz gut mit diesem hier klar kommen. Nur, dass diese Geschichte von Tolstoi Gänsehaut bereitet, während das andere eher obskur ist.

  16. Cover des Buches Verbrechen und Strafe (ISBN: 9783596907304)
    Fjodor M. Dostojewski

    Verbrechen und Strafe

     (162)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Rodion Romanowitsch Raskolnikow, ein ehemaliger Student, fristet ein ärmliches Dasein und muss immer wieder Geld bei einer alten Wucherin leihen. Da er sich zu Höherem berufen fühlt und die alte Frau für ihn nur eine Laus ist, will er sie umbringen. Nachdem Raskolnikow seinen Plan umgesetzt hat, plagt ihn jedoch sein Gewissen und die Polizei gerät auf seine Spur. Wird er mit seiner Tat davonkommen oder nicht? 


    „Verbrechen und Strafe“ ist mein erstes Werkt von Fjodor Dostojewski und ich wusste vorher nicht, dass Elemente eines Kriminalromans in dieses Buch eingeflossen sind. So wurde es unerwarteterweise phasenweise echt spannend. Vor allem Raskolnikows Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern und der verbale „Showdown“ mit Porfirij Petrowitsch waren ganz großartig herausgearbeitet.

    Durch die Ermordung der Alten glaubt Raskolnikow der Menschheit etwas Gutes zu tun, da er „unwertes“ Leben beseitigt. Wenn ihr euch jetzt fragt, „Habe ich das nicht schon einmal irgendwo gehört?“ oder es euch beklemmend aktuell vorkommt, dann geht es euch wie mir. Gerade die Aktualität der zugrundeliegenden Motive des Protagonisten, gepaart mit dem Blick auf arme und reiche Menschen in Sankt Petersburg, auf die man im Roman trifft, haben mich begeistert! Dadurch wird „Verbrechen und Strafe“ zu einem zeitlosen Meisterwerk.


    Es gibt noch einige weitere Erzählstränge, die sich um Sonja und Raskolnikows Familie drehen. Dabei geht es wieder um Armut und um Wege, daraus zu entkommen. Außerdem wird ein gutes Bild der damaligen Gesellschaft gezeichnet. Dies hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.


    Die Charaktere sind alle gut gezeichnet: Dunja gefiel mir extrem gut mit ihrer Charakterstärke, Dmitrij lockert die Handlung auf und bringt eine humorvolle Note mit ein, Sonja ist eine gute Seele und verantwortlich für die Läuterung Raskolnikows. Luschin ist ein Narzisst, Swidrigajlow ein widerlicher Pädophiler und Porfirij Petrowitsch ein gerissener Ermittler.


    Mit Swetlana Geiers Übersetzung bin ich sehr gut zurechtgekommen. Der Stil eines Romans aus dem 19. Jahrhundert wird als Rahmen beibehalten, doch lockern zeitgenössische Worte und ein modernerer Satzbau das Ganze auf lassen den Leser nicht ermüden. So macht das Lesen russischer Klassiker Spaß! Ich bin mir sicher, dass ich gerne noch zu weiteren Werken Dostojewskis greifen werde. 

  17. Cover des Buches Eine Frage der Schuld (ISBN: 9783442741090)
    Sofja Tolstaja

    Eine Frage der Schuld

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8

    Tolstois Ehefrau hat diesen Roman als Antwort auf seine "Kreutzersonate" geschrieben. Somit schildert sie das Ehe- und Liebesleben eines russischen Fürstenpaares im 19. Jahrhundert aus der Sicht der Frau, und wie ich finde, um einiges besser als Tolstoi. Sicherlich, ihr Stil ist beizeiten etwas schwatzhaft und kommt nicht immer an Tolstois ernsthafte Reflexion heran. Aber dafür beweist die Tolstaja, eine brillante Beobachtungsgabe und "antwortet" auf so viele Ver- und Beurteilungen Tolstois, die vielleicht in der Kreutzersonate etwas übers Ziel hinausgeschossen sind. 

    Tatsächlich, den Roman der Tolstaja las ich lieber als die Novelle Tolstois. 

  18. Cover des Buches Der Tag des Opritschniks (ISBN: 9783462004106)
    Vladimir Sorokin

    Der Tag des Opritschniks

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Russland 2027: Eine riesige Mauer umgibt das Staatsgebiet und nur China wird mehr als Handelspartner geduldet, vom Rest der Welt hat man sich abgeschottet. Alleinherrscher in diesem Reich ist der Gossudar, der seine Feinde – und jene, die nicht zu hundert Prozent seiner Meinung sind – beseitigen lässt. Mit mittelalterlichen Methoden zieht die Opritschnina, die dem großen Gossudaren direkt untergeben ist, durchs Land. Sie brandschatzen, foltern, vergewaltigen und morden – je nachdem was gerade erforderlich ist und von der Obrigkeit gefordert wird.

     

    Sorokin erzählt in seinem bereits 2006 erschienenen Roman einen Tag eines solchen Opritschniks. Protagonist Vladimir Sorokin Andrej Danilowitsch Komjaga erlebt exemplarisch für viele andere einen für seine Position gewöhnlichen Tag. Ausgestattet mit Macht und Privilegien durchforstet er mit seinen Kollegen einzelne Gebiete des Staates, die aufgeräumt werden müssen. Um die Werte des Staates durchzusetzen ist jedes Mittel recht und um sich danach von den Strapazen der Gewalt zu erholen, sind Orgien und Drogenexzesse eine willkommene Abwechslung.

     

    Der Autor hat hier eigentlich eine satirische Dystopie verfasst. Doch hat diese Satire in diesem Jahr einen bitteren Beigeschmack bekommen. Aufgrund der aktuellen politischen Lage schafft man es nicht mehr auf Abstand zu gehen und diese Fiktion in ferner Zukunft zu sehen. Leider hat uns die Realität längst eingeholt.

     

    Wer bereits Bücher Sorokins kennt, weiß, dass diese mit großer Aufmerksamkeit gelesen werden müssen. Perspektivenwechsel, Sprünge und kryptische Andeutungen sorgen oftmals für einiges an Verwirrung – so auch dieses Mal. Trotzdem möchte ich für dieses wichtige Buch gerne eine Leseempfehlung aussprechen, wenngleich weniger hartgesottene Leser mit dieser Brutalität ihre Schwierigkeiten haben werden. 5 Sterne

  19. Cover des Buches Der Spieler (ISBN: 9783746638768)
    Fjodor M. Dostojewski

    Der Spieler

     (281)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Der Roman spielt in einem fiktiven deutschen Ort mit Namen Roulettenburg.

    Alexej Iwanowitsch - ist Hauslehrer einer russischen Generalsfamilie, die sich in einem vornehmen Hotel einquartiert hat. Obwohl man kein Geld hat, lebt man auf großem Fuß, in täglicher Erwartung einer üppigen Erbschaft. Immer wieder werden Telegramme nach Moskau gesandt mit der Frage nach dem Gesundheitszustand einer reichen Erbtante..


    Bis plötzlich und unerwartet die reiche Erbtante auf der Bildfläche erscheint, keineswegs dem Tode nah, sondern quicklebendig, und verspielt (nach anfänglich unglaublichem Spielglück)fast ihr ganzes beträchtliches Vermögen. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf, besonders für jene, die auf die Erbschaft ihre Hoffnung gesetzt hatten..


    Und so gehts zu und her wenn die reiche Tante dann am Roulettisch sitzt: "Rien e va plus!" ruft der Groupier [..] "Mein Gott! zu spät! Die wollen loskurbeln!Setz!Setz! erregt sich Grosmutter. Dös mir ja nicht ein, los mach schon!"gerät sie ausser sich und treibt mich kräftig an. "Auf was soll ich denn setzen, Grossmutter?" "Auf Zero! Auf Zero! Nochmal auf Zero! Setz soviel du kannst! [..]"Setz immer 20 auf einmal!" "Um Gottes Willen Grosmutter! Manchmal müssen erst 200 Spiele vergehen ehe sie wieder einmal fällt! Sie verlieren noch ihr gesamtes Vermögen!" "Unsinn! Alles Unsinn! Setz nur! Red kein dummes Zeug! Ich weiss was ich tue" und sie zittert vor Wut am ganzen Leibe.. 

    F.Dostojewskij


    Ich habe mich köstlich amüsiert ab dieser literarischen Perle!

  20. Cover des Buches Ein Held unserer Zeit (ISBN: 9783257210064)
    Michail Lermontow

    Ein Held unserer Zeit

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Michail Jurjewitsch Lermontow wurde am 15. Oktober 1814 in Moskau geboren. Er wuchs ohne seine Eltern auf dem Gut seiner Großmutter auf. Lermontow studierte an der Universität in Moskau und begann dort im Alter von 14 Jahren Gedichte zu schreiben. 1832 wurde er wegen Unstimmigkeiten mit den Professoren von der Universität ausgeschlossen und ging zum Militär. 
    1837 widmete er sein Gedicht "Der Tod des Dichters" dem russischen Nationaldichter Alexander Puschkin, der im Duell tödlich verletzt worden war. Daraufhin wurde er in den Kaukasus verbannt. 1838 durfte er nach St. Petersburg zurückkehren wurde aber wegen eines Duells erneut in den Kaukasus versetzt. Dort starb Lermontow am 27. Juli 1841 in einem Duell mit Nikolai Martynov. (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt:
    Der Ich-Erzähler trifft auf einer Reise im Kaukasus auf den Offizier Maxim Maximowitsch, der ihm von den gemeinsamen Abenteuern mit dem Protagonisten Gregorij Alexandrowitsch Petschorin erzählt. Maximowitsch ist außerdem im Besitz der Tagebücher Petschorins, die er dem Erzähler überlässt. Diese beschreiben Gedanken und Erlebnisse Petschorins. 

    Ich habe dieses Buch bereits 2011 schon einmal gelesen, konnte mich aber überhaupt nicht mehr an den Inhalt erinnern. Da ich es aber behalten habe, um es ein zweites Mal zu lesen, zeigt mir, dass mich das Buch damals schon beeindruckt hat. 
    Petschorin ist ein amoralischer, zynischer und egoistischer Protagonist, der nicht viele Sympathien aufkommen lässt. Der Titel "Ein Held unserer Zeit" ist durchaus ironisch zu verstehen. Aber die Geschichten faszinieren - zum einen durch den bildhaften und poetischen Erzählstil Lermontows, der die Szenerien so stimmungsvoll darstellt, dass der Leser quasi in die Geschichte hineinversetzt wird. Zum anderen wird die Zerrissenheit des Protagonisten beschrieben, die innere Leere und der Versuch dieses Vakuum mit Leben zu füllen. 

    "Ein prachtvolles Stück Erde, dieses Tal! Ringsherum unersteigbare Berge, rötliche Felsen mit grünem Efeu behangen und von Wipfeln der Platanen gekrönt, gelbe Bergstürze, durch die das herabrieselnde Wasser kreuz und quer seine Rinnen gezogen hat, und ganz hoch oben die goldene Franse des Schnees...." (S.7)

    "Zuweilen verachte ich mich. Ob ich nicht deshalb auch die anderen verachte?... Ich bin zu edlen Trieben nicht mehr fähig; ich fürchte, mich in meinen eigenen Augen lächerlich zu machen." (S.135)

    Das ist für mich hohe russische Literatur vom Feinsten. Unbedingt lesen!


  21. Cover des Buches Ein Abend bei Claire (ISBN: 9783423144094)
    Gaito Gasdanow

    Ein Abend bei Claire

     (14)
    Aktuelle Rezension von: lesestunden
    Gasdanow ist ein echter Geheimtipp und ein ganz besonderer Autor, mit einem ganz eigenen Stil. Seine Sätze sind verschlungen, gleichen oft Gedanken, die einem auch selbst durch den Verstand streifen und er schafft es dabei Themen wie Liebe und Sinnlichkeit mit Tod und Traurigkeit in Verbindung zu bringen. Kunstvoll, manchmal etwas wenig strukturiert, aber eindrucksvoll und immer mit einer tiefen Melancholie, die sowohl die Protagonisten, aber auch die ganze Stimmung erfasst und immer die Erinnerung an den Krieg aufrecht erhält und auf den Leser überträgt. Ich hätte mir hier aber weniger Kriegserinnerungen gewünscht, weniger Tod und emotionales Elend und dafür ein stärkeres Gewicht auf die Liebe und die Verbindung zur Sinnlichkeit und seiner Liebe zu Claire. Wie großartig ein solches Gleichgewicht sein kann, zeigt Gasdanow eindrucksvoll in seinem Buch Das Phantom des Alexander Wolf.

    Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2015/12/ein-abend-bei-claire-gaito-gasdanow/
  22. Cover des Buches Die Brüder Karamasow (ISBN: 9783596907328)
    Fjodor M. Dostojewski

    Die Brüder Karamasow

     (207)
    Aktuelle Rezension von: EliasWittekind

    Leseempfehlung: Unbedingt lesen, wer tiefe Gedanken, Psychologie, Glaubensfragen, Spannung und undurchsichtige Charaktere schätzt und gerne interpretiert.

    Inhalt: Drei Brüder schlagen wegen ihres chaotischen Familienhintergrundes früh verschiedene Lebenswege ein. Der Mord an ihrem Vater, dessen einer von ihnen verdächtig ist, führt sie wieder zusammen und erschüttert ihre Lebenseinstellungen und Überzeugungen.

    Charaktere: Die Protagonisten sind Brüder und dennoch sehr unterschiedlich. Die Wesenzüge variieren von klug und berechnend, vertrauensvoll und empathisch zu impulsiv und hedonistisch. Dostojewskij vermochte es, mich zwischen Ablehnung und Symapthie, Empörung und Mitgefühl schwanken zu lassen. Seine Charaktere sind realistisch, komplex und nachvollziehbar. Sie erlauben es einem nicht, sich ein abschließendes Urteil zu bilden - dessen man sich meiner Meinung nach auch im Leben enthalten sollte.

    Schreibstil: Auch nach 150 Jahren lebendig und ergreifend. Besonders hervorheben möchte ich die langen Dialoge und Monologe als Erzählmittel. Jeder Charakter hat eine eigene Sprache, die ihn abbildet.

    Meine Meinung: Dieses Buch hat mich fast dazu gebracht, mittendrin abzubrechen, so düster und deprimierend ist das Schicksal der Protagonisten und Nebencharaktere teilweise. Ich habe es nicht bereut, zuende gelesen zu haben, denn in den Kämpfen der Figuren mit sich selbst und ihrem Leben kommt das umfassende Denken des Autors zum Ausdruck. Dieses Werk zeichnet meines Erachtens besonders Dostojewskijs unvergleichlich tiefe Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit des Leides mit Gott in der Welt aus und der Schwierigkeit, das Richtige zu tun in einer Welt, in der, zeitgenössischen Denkern zufolge, alles erlaubt ist.


    Manchmal fühlte ich mich in ein Evangelium versetzt, wenn ich die Geschichten las vom zurückgekehrten Erlöser, von den drei Fagen des Teufels in der Wüste, über das Selbstbelügen, über die Unbegreiflichkeit des Leides (der Kinder) und Gottes Welt, über die Mickrigkeit der Sünde angesichts der unermesslichen Liebe Gottes, über die werktätige Liebe, von der Schuld eines jeden allen und allem gegenüber, von der Unentbehrlichkeit Gottes, von der einzigen guten Tat, dem verschenkten Zwiebelchen, und von dem Quadrillionen Kilometer langen Weg.

    Ich denke, diese Geschichte wäre auch nach 1.000 weiteren Seiten nicht fertig erzählt.

    Nicht das Buch der Bücher aber vielleicht der Roman der Romane. Fünf von fünf Sternen.

  23. Cover des Buches Gruppenbild mit Dame (ISBN: 9783942656245)
    Heinrich Böll

    Gruppenbild mit Dame

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Marla_Humi

    Zwar drehen sich die Recherchen des "Verfassers" vorrangig um Leni Gruyten/ Pfeiffer, aber die zu Wort kommenden Freundinnen und Bekannten Lenis erzählen selbst auch ihre eigenen Geschichten und berichten von ihrem Über-Leben während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Köln. 

    Böll präsentiert eine Fülle von Episoden und Eindrücken. Indem er die Figuren in ihrer eigenen Sprache reden lässt, werden die unterschiedlichsten Charaktere und Milieus lebendig. Alle vereint die schrecklichen und traumatischen Erfahrungen des Krieges, sei es als sowjetischer Kriegsgefangener oder als versteckte Jüdin, als Zivilisten, die irgendwie die Bombenangriffe auf die Stadt Köln überstehen, als Väter, Mütter, Frauen, die ihre Liebsten betrauern. Geschickt wird dokumentarisches Material eingeflochten.

    Aber bei aller Tragik und Trauer werden auch lustige Episoden eingebaut, z.B. der "Tote-Seelen-Skandal", der dazu führt, dass Lenis Vater sein gesamtes Vermögen verliert und nur mit Mühe der Todesstrafe durch die Nazis entgeht. 

    Der "Verfasser" geizt nicht mit ironischen und unterhaltsamen Kommentaren zu seinen Gesprächspartnern und ihren Marotten, wobei er sich selbst nicht ausnimmt. Allein die stellenweise Neigung zu unnötigen Abkürzungen und Ausuferungen schmälert den Lesegenuss.

    Schade, dass Böll vielen nicht mehr bekannt ist.

  24. Cover des Buches Die Kreutzersonate (ISBN: 9783458758709)
    Leo Tolstoi

    Die Kreutzersonate

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Julia250916

    📚 "Die Kreutzersonate" von Leo Tolstoi 📚


    HANDLUNG

    Ein Mann erzählt während einer Zugfahrt, wie sein Eheleben verlief, von den Höhen und am Meisten von den Tiefen der gemeinsamen Beziehung. Sein Vertrauen war nicht existent und die Eifersucht brodelte nur so in ihm. Auf einer Geschäftsreise erhält er einen Brief, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte und ab da nahm das scheußliche Schicksal seinen Lauf. ...


    FAZIT

    Tolstoi erzählt diese schlichte und zugleich faszinierende Geschichte in der Ich-Perspektive, dadurch war es sehr leicht der Geschichte zu folgen und diese auch zu verstehen. Sie ist sehr interessant geschrieben worden und man möchte gar nicht aufhören zu lesen und sich zu fragen, ob dies diese Tat wirklich rechtfertigen konnte. In diesem Buch wird auch auf Frauenrechte Bezug genommen. Meine Begeisterung ist unerwartet hoch und dieses Buch gehört zu den besten Büchern, die ich diesen Monat gelesen habe. Eine absolute Empfehlung von mir! ☀

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks