Bücher mit dem Tag "russische revolution"

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74 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.238)
    Aktuelle Rezension von: skywalkerin

    Ich hatte das Gefühl, eine Light-Version "Krieg und Frieden" von Tolstoi zu lesen, die manchmal doch zu "light" schien. Mein Gesamteindruck - nicht für die allerhöchsten Ansprüche, aber durchaus gut lesbar.

  2. Cover des Buches Gut Greifenau - Nachtfeuer (ISBN: 9783426521519)
    Hanna Caspian

    Gut Greifenau - Nachtfeuer

     (110)
    Aktuelle Rezension von: aly53

    Nachdem der erste Band der Gut Greifenau Saga schon so gut war, musste ich direkt weiterlesen. Und oh mein Gott, im zweiten Band geht es richtig ab. Dieser schlägt den ersten Band, in meinen Augen um Längen.


    Der Schreibstil der Autorin ist ungeheuer mitreißend, einnehmend und einfach gnadenlos fesselnd. Ich konnte das Buch nicht einen Moment zur Seite legen, weil so unglaublich viel passiert ist.

    Die Charaktere bekommen hier noch mehr Tiefe und Präsenz.

    Sie sind authentisch, greifbar und so lebendig.

    Wobei mir tatsächlich die Nebencharaktere noch besser gefallen, als die Grafensprösslinge. Vielleicht weil es Schicksale sind, die so unglaublich nahe gehen.

    Weil sie geprägt von Trauer, Leid und großer Tragik sind und trotz der Hilflosigkeit, hat man das Gefühl, die Hoffnung nie ganz zu verlieren.

    Mein ganz besonderer Liebling ist Albert. Seine Geschichte erhält wahnsinnig viel Tiefe und Intensität. Was mir einfach so unfassbar gut gefällt.

    Das heißt aber nicht ,dass die Grafensprösslinge weniger Kämpfe ausfechten. Jeder hat sein Päckchen zu schultern, was definitiv auch mit an der Zeit liegt, in der die Geschichte spielt.

    Diesmal im Zeitraum von 1914 – 1917.

    Ein leidgeprüftes und schwieriges Jahr, an dem jeder zu knabbern hat.

    Aber es liegt nicht nur am Krieg, der alles verändert.


    Es gibt Träume, Wünsche und Hoffnungen.

    Und immer mehr hat man das Gefühl, es löse sich alles auf.

    Arm oder reich. Es spielt keine Rolle.

    Jeder kämpft ums Überleben.

    Man taucht in tiefe Krater der Abgründigkeit ein und wird immer wieder aufs neue schockiert.

    Machtmissbrauch, Gewalt und Entsagungen sind an der Tagesordnung.

    Dabei gab es eine Szene, die mich besonders tief getroffen hat und innerlich bluten ließ.

    Und dann sieht man nur, wie diese Ereignisse gelöst werden und es kanalisierte sich daraus, eine so immense Wut und Scham.

    Wie ist es möglich, dann noch das eigene Gesicht zu wahren?

    Wie kann man noch in den Spiegel schauen, ohne verschämt wegzuschauen, weil man den eigenen Anblick nicht erträgt?

    Ich bin einfach nur komplett schockiert.


    Man hat das Gefühl, dieser Band besteht nur aus Tragik, Verlusten und Schicksalsschlägen.

    Aber es ist nicht so, denn es gibt unglaublich viel Hoffnung und auch Glück.

    Hanna Caspian baut hier einige Twists ein, die mich definitiv überrascht haben.

    Manchmal positiv, manchmal weniger.

    Fakt ist, die Menschen machen ihre Erfahrungen, wachsen daran oder versuchen einfach nur zu überleben.

    Manchmal gepaart mit Egoismus, manchmal auch nur einfach mit Arroganz.

    Aber es gibt auch Mitgefühl ,Vertrauen und Loyalität. Ein so wichtiger Aspekt.


    Ganz besonders der zwischenmenschliche Aspekt wird hier so groß geschrieben. Verbunden mit psychologischen Feingefühl erhält es einfach so viel Tiefe, dass es mich einfach richtig beeindruckt hat.

    Die Kriegszeiten kann man nicht wegwischen, sie sind da und haben auch Einfluss auf die Handlung. Diesbezüglich wird man mit sehr viel Wissen und den Hintergründen konfrontiert. Was auch nicht spurlos an einem vorübergeht.

    Dabei geschehen Dinge, die man nicht gutheißt, aber sie sind da.

    Unauslöschlich ins Gehirn gebrannt.

    Sie lassen die Menschen zerbrechen, verändern sie und auch alles um sie herum.

    Die Ziele nehmen andere Richtungen ein, der Fokus verschiebt sich immer mehr und bei alledem muss man aufpassen, dass man sich selbst nicht verliert und das, woran man glaubt verrät.

    Das Ende hat mich besonders getroffen und sprachlos gemacht. Ein Riesen Cliffhanger tut sich auf und ich hänge nun völlig in der Luft.

    So unglaublich spannend, herzzerreißend und tragisch zugleich.

    Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht.


    Fazit:

    Band 1 der Gut Greifenau Saga war ja schon richtig gut, aber in Band 2 geht es richtig zur Sache.

    Voller Dramatik, Tragik und Verzweiflung behaftet, versucht jeder zu überleben.

    Ein zweiter Band, der extrem nahe geht und so einige Themen ans Licht bringt ,die definitiv nicht ohne sind.

    Er ist düster, beklemmend und so eindringlich und intensiv.

    Trotz der Schwere und Ernsthaftigkeit, hat dieser Band großes Potenzial, zu meiner neuen Lieblingsreihe zu mutieren.

    Wer historische Familiensagen liebt, sollte diese unbedingt lesen.

    Herausragende Ausarbeitung mit viel Empathie und Ernsthaftigkeit, dabei liegt der Fokus auf den zwischenmenschlichen Aspekten, verbunden mit psychologischen Feingefühl.

    Ich bin absolut beeindruckt und begeistert.

  3. Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783257057140)
    George Orwell

    Farm der Tiere

     (747)
    Aktuelle Rezension von: rica

    Die Tiere einer Farm vertreiben die Menschen und wollen gemeinschaftlich leben. Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher, am Ende sind die Schweine zu Menschen mutiert.

    Eine Parabel darüber, wie Revolutionen in der Ausgangssituation ähnlichen Zuständen enden. Im Hinblick auf die Entstehungszeit deutliche Anlehnung an die russische Revolution.

  4. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (169)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  5. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

     (408)
    Aktuelle Rezension von: lisarf

    Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise in eine andere Zeit. Felicia ist eine sehr starke, unabhängige Frau, die ihren eigenen Weg geht. Wer ihr dabei Steine in den Weg legt, dem wird es noch leid tun, denn mit ihr darf man sich nicht anlegen. Sie zeigt uns, was eine Frau ihren Alters durchmachen musste, um etwas zu erreichen. 

    Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Eine sehr faszinierende junge Frau, von der man sich einiges abgucken könnte. Sie lässt sich nicht von anderen beeinflussen. Und wenn man dann doch denkt, dass sie sehr egoistisch ist, ist sie sofort zur Stelle, sobald es um ihre Familie geht. Seher mitreißend, kann ich jedem nur empfehlen !

  6. Cover des Buches Ein Gentleman in Moskau (ISBN: 9783548290720)
    Amor Towles

    Ein Gentleman in Moskau

     (114)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Durch die russische Revolution wird der Graf Rostov im Grande Metropol verbannt. Falls er sich der Verbannung entzieht, wird er erschossen. Der Graf Rostov versucht das beste aus dieser Situation zu machen. Er muss in eine kleine Dachgeschoßwohnung umziehen. Ein Teil seiner Habe darf er mitnehmen; der Rest gehört dann der Öffentlichkeit. In dem Falle gehört das dann dem Hotel.

    Er freundet sich mit einem neun- jährigem Mädchen (Nina) an. Die zeigt ihm die ganzen Räumlichkeiten, wo sich das Personal aufhält und so, dass er ein Einblick hinter den Kulissen erhält. Er freundet sich dann im Laufe der Zeit auch mit dem Personal an. Die Gerichte, die der Graf dort im Metropol- Hotel serviert bekommt, werden sehr detailiert vorgestellt, so dass dem Leser das Wasser im Munde zusammenläuft.

    Aber für mein Empfinden wird das Buch doch recht monoton erzählt. Ich finde das Buch hat wenig Handlung, viel Atmosphäre. Es ist eher ein Genussbuch, bei dem inhaltlich nicht viel passiert.

    Dieses Buch kann ich empfehlen

    Als Wohlfühlbuch (bei dem inhaltlich nicht viel herumkommt, aber die Speisen zelebriret werden)

    Zu Weihnachten (der Zeit der Einkehr, wo man das Buch langsam mit Genuss konsumiert)

    oder wenn man in Quarantäne oder lange das Bett hüten muss, da man krank ist.

    Für mich war es leider zu wenig Inhalt und zuviel Atmosphäre. Aber irgendwann denke ich wird die Zeit reif sein dieses Buch nochmal zu lesen. Jetzt ist irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt.

  7. Cover des Buches Roter Zar (ISBN: 9783426510490)
    Sam Eastland

    Roter Zar

     (45)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    1929: Pekkala war das Smaragdauge des Zaren, sein besonderer Ermittler. Nach Jahren im Gulag in Sibirien, bittet man ihn schließlich den Tod der Zarenfamilie zu untersuchen, und stellt ihm im Zuge dessen seine Freiheit in Aussicht.

    „Roter Zar“ ist der erste Band einer Reihe und bereits 2010 entstanden. Mir hat die Erzählweise gut gefallen, abwechselnd erfährt man das aktuelle Geschehen bzw. Pekkalas Erinnerungen aus der Zeit vorher, wir erfahren so, wie er das Smaragdauge des Zaren wurde, und schließlich im Gulag landete. Pekkala ist ein interessanter Charakter, den man gut kennenlernt. Er versucht sein bestes zu geben, hat aber auch Schwächen. Ich bin gespannt, wie er sich im Laufe der weiteren Bände entwickeln wird.

    Es gibt zwei weitere wichtige Charaktere, die Pekkala bei seinen Ermittlungen zur Seite stehen, einer ist recht zwielichtig, und stammt aus Pekkala Vergangenheit, der andere ist ein junger Mann, der eigentlich Küchenchef werden wollte, nun aber Kommissar ist. Wahrscheinlich wird einer der beiden zukünftig weiter eine Rolle spielen, auch hier bin ich gespannt.

    Natürlich weiß man heute, was mit den Romanows passiert ist, im Anhang finden sich dazu auch Anmerkungen des Autors. Trotzdem ist es interessant, den Ermittlungen zu folgen, die nicht ganz den historischen Verlauf wiedergeben. Man erfährt auch ein bisschen darüber, wie man im bolschewikischen Russland lebt, und auch Stalin tritt auf. Der Fall hat einige überraschende Wendungen, ganz zufrieden bin ich mit der Auflösung nicht, ich frage mich, warum Pekkala das mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten nicht früher erkannt hat – aber, wenn man bedenkt, was er alles erlebt hat, ist es auch nicht ganz unwahrscheinlich. Es fehlt vielleicht ein bisschen an Spannung, aber die habe ich hier auch gar nicht gebraucht, viel interessanter waren die einzelnen Entwicklungen, die Menschen und Hintergründe.

    Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn er ein bisschen die Geschichte beugt, wenn man aber die vielen Gerüchte rund um das, was mit den Romanows geschah, kennt, hätte es immerhin so sein können. Pekkala ist eine interessante Figur, ich freue mich darauf, ihn in weiteren Romanen wiederzutreffen. Von mir gibt es 4 Sterne, da mir die Auflösung nicht ganz logisch erscheint, insgesamt ist der Roman aber lesenswert.

  8. Cover des Buches Der Mann aus St. Petersburg (ISBN: 9783404105311)
    Ken Follett

    Der Mann aus St. Petersburg

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Molks
    Wieder ein Spionage-Thriller von Follett, der mal wieder richtig gut ist. Follett verbindet eine spannende Geschichte mit fundiertem Hintergrundwissen zu einem spannenden Roman, den man nur unschwer aus den Händen legen kann.
  9. Cover des Buches Animal Farm (ISBN: 9781440455865)
    George Orwell

    Animal Farm

     (317)
    Aktuelle Rezension von: nana_what_else


    „ALL ANIMALS ARE EQUAL. BUT SOME ANIMALS ARE MORE EQUAL THAN OTHERS.“
    aus: Animal Farm von George Orwell. Textrechte: Penguin, Seite 90.


    Klappentext: Mr. Jones of Manor Farm is so lazy and drunken that one day he forgets to feed his livestock. The ensuing rebellion under the leadership of the pigs Napoleon and Snowball leads to the animals taking over the farm. Vowing to eliminate the terrible inequities of the farmyard, the renamed Animal Farm is organized to benefit all who walk on four legs. But as time passes, the ideals of the rebellion are corrupted, then forgotten. And something new and unexpected emerges …

    Animal Farm – the history of a revolution that went wrong – is George Orwell’s brilliant satire on the corrupting influence of power.


    Persönlicher Leseeindruck: Ich weiß nicht, ob es Pech ist oder ein riesengroßes Glück, dass ich Animal Farm nicht als Schullektüre vorgesetzt bekam. Einerseits wünschte ich mir, ich hätte diese Büchlein schon vor Jahren gelesen, andererseits bin ich froh darüber, dass ich es ganz für mich lesen und wirken lassen durfte.


    Auf Manor Farm werden die fleißigen Tiere ausgebeutet, unterdrückt, vernachlässigt. Als der Farmer Jones eines Tages im Suff schließlich sogar vergisst, seine geschundenen Tiere zu füttern, ist für diese klar: So geht es nicht weiter, es ist Zeit zu handeln. Sie stehen solidarisch zusammen und organisieren sich, um Jones zu vertreiben und die Farm zu übernehmen, um in Zukunft selbst die Früchte ihrer harten Arbeit zu ernten und die Fesseln der Unterdrückung ein für allemal zu sprengen.

    Die Regeln ihrer Gemeinschaft gründen auf Gleichheit, Solidarität und Fairness. Während ihre Revolution zu Beginn erfolgreich zu sein scheint, beginnen die Schweine immer und immer mehr die Charakterzüge ihrer einstigen Unterdrücker anzunehmen, werden immer „menschlicher“, immer skrupelloser und treten das Gebot der Gleichheit schließlich mit Füßen.

    Schließlich kommt es, wie es kommen muss – die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.


    „Now, comrades, what is the nature of this life of ours? Let us face it, our lives are miserable, laborious and short. We are born, we are given just so much food as will keep the breath in our bodies, and those of us who are capable of it are forced to work to the last atom of our strength; and the very instant that our usefulness has come to an end we are slaughtered with hideous cruelty. […] The life of an animal is misery and slavery: that is the plain truth.“
    aus: Animal Farm von George Orwell. Textrechte: Penguin, Seite 3.


    Bereits 1945 erschienen, hat der Text bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt, im Gegenteil: Er veranschaulicht auf einzigartige Weise das sich stete Wiederholen revolutionärer Akte, die von Hoffnung auf eine bessere Zukunft befeuert und Solidarität getragen zunächst Erfolg versprechen, sich jedoch in ihr Gegenteil verkehren und schlussendlich in Despotismus enden.

    Während des Lesens wird man – trotz der Einfachheit der Sprache – beinahe erschlagen von den Lesarten, die der Text anbietet und den Eindrücken, die damit einhergehen.

    Die berühmteste Interpretation der Fabel ist sicher jene, dass Animal Farm als Parabel für die Geschichte der Sowjetunion gelesen werden kann – von der Unterdrückung der Bürger hin zu Revolutionen, zur Entwicklung des Kommunismus und dem Einmünden aller hoffnungsfrohen Bestrebungen in eine paranoide Gewaltherrschaft, deren Gesicht Stalin war. Spannend sind dabei die Zuordnungen der Figuren zu historischen Persönlichkeiten, Gesellschaftsschichten oder Ereignissen, die teilweise bereits durch die sprechenden Namen der Vierbeiner angedeutet werden.

    Animal Farm ist jedoch unglaublich vielschichtig und verhandelt auf verschiedenen Diskursebenen Fragen der Moral und Ethik. Da schwingen Fragen mit über die Unantastbarkeit der (Menschen-)Würde, den Wert des Einzelnen in einer Gesellschaft, in der das Konzept der Gleichheit zweckinstrumentalisiert wird, über Freiheit und sehr reale aber dystopisch wirkendeWirtschafts- und Regierungssysteme.

    Sprache und Struktur der Fabel sind einfach gestrickt, ihre Komplexität wird erst deutlich, wenn man beginnt, die Allegorien aufzudröseln, den Entstehungskontext unter die Lupe zu nehmen und den Text auch in seiner Aktualität wirken zu lassen.

    Für mich bot der Text nicht nur aufgrund seiner politischen Aufgeladenheit jede Menge Denkstoff. Auch die implizit verhandelte Dialektik von Tierischem und Menschlichem beschäftigte mich noch lange. Unterstellt man jemandem „unmenschlich“ zu handeln, so attestiert man ihm meist ein Fehlen von Empathie und moralischer Geleitetheit. Dass in dem Buch dieses Konzept immer und immer wieder verkehrt wird, das Tierische für Würde, das Menschliche für Korrumpierbarkeit steht – so verlieren die Schweine peu à peu all ihre Integrität, in dem sie sich nach und nach menschliche Charakterzüge und Handlungsweisen aneignen – lädt gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Selbstüberhöhung des Menschen über Flora und Fauna (zum Glück, endlich!) international diskutiert wird, zu noch ein wenig mehr Selbstreflexion ein.


    „The creatures outside looked from pig to man, and from man to pig, and from pig to man again: but already it was impossible to say which was which.“
    aus: Animal Farm von George Orwell. Textrechte: Penguin, Seite 95.


    Als Manko dieser Penguin-Ausgabe sei noch kurz erwähnt, dass in ihr das Vorwort, das bereits 1945 der Zensur zum Opfer fiel (ironisch, da in ihm die Pressefreiheit verhandelt wird), nicht abgedruckt ist.

    Fazit: Animal Farm ist ein kurzer Text, aber einer, der es in sich hat. Die Fabel vereint so viele Bedeutungsschichten und lässt im Spannungsfeld ihrer Historizität und Aktualität so viele Lesarten zu, dass es sich lohnt, sie auch ein zweites oder drittes Mal zu lesen: Genügend zu entdecken gibt es auf jeden Fall.

  10. Cover des Buches Die Leben der Elena Silber (ISBN: 9783596704149)
    Alexander Osang

    Die Leben der Elena Silber

     (75)
    Aktuelle Rezension von: ingaburg


    Familiengeschichte vereint mit 100 Jahre russischer Geschichte haben mich in den Bann gezogen – 617 Seiten sehr gut geschriebene Literatur von Alexander Osang.

     

    Worum geht es?

     

    Es geht um die bewegte Lebensgeschichte von Jelena, die 1902 in Russland geboren wurde, um ihre Familie und um diverse Umsiedlungen. Auf einer zweiten Zeitebene begleitet man ihren Enkel Konstantin, der mehr über die Vergangenheit seiner Familie erfahren möchte. Die Geschichte der Elena Silber wird eingekreist und von verschiedenen Seiten beleuchtet. Man durchlebt Kriege und Revolutionen, Stalins Geburtstag, radikale Umbrüche voller Brutalität, einen Urgroßvater, der als Revolutionär von Befürwortern des Zaren umgebracht wird, eine Großmutter, die fünf Töchter großzieht und vieles mehr.

    Meine Meinung: 

    Ein lesenswerter Schmöker mit einer Portion Witz und Leichtigkeit, der mir auch inhaltlich gut gefällt. Insgesamt ein sehr vielschichtiges Buch über das Erinnern und das Vergessen und über das Begreifen der eigenen Familiengeschichte. 

  11. Cover des Buches Die Orlow-Diamanten (ISBN: 9781611097344)
    Annis Bell

    Die Orlow-Diamanten

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Greyswan

    Der dritte Fall beginnt mit dem Mord an dem russischen Attaché Orlow und führt David und Jane von Ermittlungen im Londoner Stadtteil Holborn nach Sankt Petersburg und zurück. Dabei begegnen sie russischen Revolutionären und werden von Menschen aus ihrem privaten Umfeld enttäuscht. Hinzu kommt, dass David in den Verdacht gerät und mächtig daran zu knapsen hat und sie sogar nach Sankt Petersburg fliehen müssen.

    Ähnlich wir in den vorangegangenen Büchern hat die Geschichte mit den russischen Revolutionären einen sehr interessanten Rahmen. Die Reise nach Russland gerät hier zu einem besonderen Schmankerl, weil sie mir wie eine kleine alternative Städtereise vorkam.

    Die Beziehung zwischen David und Jane, aber auch zwischen Blunt und Jane reift und man kann nachvollziehen, was die Freundschaft zwischen den Personen ausmacht.

    Ein kleiner Wermutstropfen: Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und zwischenzeitlich hatte ich etwas Schwierigkeiten, den Überblick über die ganzen Personen zu behalten, weil es so viele neue waren.

    Gerne mehr davon ;-)

  12. Cover des Buches Die Schneetänzerin (ISBN: 9783548284590)
    Danielle Steel

    Die Schneetänzerin

     (39)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Danina Petroskova kam als mutterloses, siebenjähriges Mädchen in die Ballettschule von Madame Markova in St. Petersburg. Mit siebzehn Jahren ist sie Primaballerina. Um die geforderten Leistungen zu erbringen, muss sie dem Tanz alles unterordnen. Jahrelang ist das für Danina kein Problem, doch dann schlägt das Schicksal – und auch die Liebe – zu. Sie muss sich entscheiden…

    Erster Eindruck: Auf dem Cover der Taschenbuchausgabe von 2006 sieht man ein geöffnetes Fenster mit üppigen Vorhängen mit Aussicht auf verschiedene Gebäude. Gestalterisch ist es leider nicht so ganz mein Fall.

    Die Geschichte startet mit einem eher langen Prolog, nämlich 17 Seiten in Vermont/USA mit der Enkelin von Danina: „Sie war die Grossmutter mit den funkelnden Augen, die für ihr Leben gerne mit mir Rollschuh lief, sogar noch mit Ende achtzig […].“ „Granny Dan war Magie. Granny Dan schien aus Luft und Feenstaub und Engelsflügeln zu bestehen […].“ Ist das nicht grossartig? Danach geht es hauptsächlich zurück in die 1910er Jahre in Russland, zu der Zeit der Zaren.

    Danina Petroskova wird dank ihrer Leidenschaft zum Ballett und unermüdlichem Training eine aussergewöhnliche Primaballerina, die allen Zuschauern ihrer Vorstellungen in Erinnerung bleiben wird. Die Leiterin der Schule, Madame Markova, fordert Danina bis aufs Äusserste. Sie sieht grosses Potenzial in ihr, aber nur wenn sie sich ausschliesslich aufs Tanzen konzentriert. Ein Mann oder ein Privatleben ist da nicht vorgesehen! Als ich gelesen habe, wie viele Stunden Danina trainierte, wurde mir schier anders. Solche Leistungen kann wirklich nur jemand erbringen, der für den Tanz brennt. Ballett als Beruf auszuüben ist unwahrscheinlich anstrengend – und bei jeder Verletzung kann der Karriereknick kommen! Madame Markova sah ich bildlich vor mir als ältere, verbitterte Frau.
    Nikolai Obrajenski ist einer der Ärzte der Zarenfamilie. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Die Ehe ist nicht glücklich, denn seine Frau, eine gebürtige Engländerin, fühlt sich in Russland unwohl, sie liebt ihren Mann nicht und zudem interessiert sie sich nicht für seinen Beruf. Aber sie will die Ehe trotzdem aufrechterhalten. Es passiert, was passieren musste: Nikolai verliebt sich in Danina – aber diese Liebe darf nicht sein! Es kommen schwere Zeiten auf sie zu…

    Der Epilog hat mich sehr nachdenklich gemacht. Wie ist das, erst nach dem Tod der Grossmutter so viel über ihr Leben zu erfahren? Am liebsten würde ich gerne noch viel erzählen, aber ich will keine Lesefreude vorwegnehmen. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, auch wenn die Sprache natürlich ein wenig ungewohnt klingt, doch das war früher eben anders. Als ich mich einmal eingelesen hatte, fiel es mir auch fast nicht mehr auf. Ein emotionales Buch über Leidenschaft, Verpflichtung und auch Liebe – 5 Sterne!
  13. Cover des Buches Der Mann mit dem Fagott (ISBN: 9783809026006)
    Udo Jürgens

    Der Mann mit dem Fagott

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Seine Lieder sind nicht so mein Geschmack, doch seine Texte gefallen mir nach wie vor. Darin geht es nicht um platten Herz-Schmerz, sondern um bewundernswert geschickt erzählten Alltag.

    Allein der abgedruckte Satz „Vielschichtig, lebendig und spannend erzählt!“ von Bernhard Schlink auf dem Titelbild, einer meiner Lieblings-Autoren, hat mich animiert, diese 762 Seiten dicke Biografie zu lesen. Ich habe es keinen Augenblick bereut.

    Die Geschichte beginnt mit Jürgens Großvater Heinrich Bockelmann, der 1891 nach Moskau auswandert und sein Glück findet. Dort wird auch Udos Vater Rudolf geboren. Die Familie muss vor dem ersten Weltkrieg fliehen, was nur zum Teil gelingt.

    Alle fünf Brüder sind wie ihr Vater hochintelligent und überdurchschnittlich begabt, was mich sehr beeindruckte. Udo Jürgens erzählt ausgesprochen spannend von seiner großen Familie, die unfassbares Leid während verschiedener Kriege und Gefangenschaften überlebte. Seine besondere Gabe für die Musik zeigte sich bereits in seiner Kinderzeit. Er beschönigt und verklärt in seinem Buch nichts – auch nicht seine Unfähigkeit zur Treue oder Liebe.

    Sämtliche Personen sind hervorragend charakterisiert, was bei den verschiedenen Neigungen und Fähigkeiten und politischen Sichtweisen nicht einfach ist. Mir imponiert, dass er immer klar Stellung bezieht.

    Gestört hat mich, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wurde. Ich konnte mich zwar dank der Überschriften mit Jahreszahlen leicht orientieren, wurde aber jedes Mal aus einer spannenden Phase herausgerissen. Deshalb vergebe ich nur vier Sterne. Gegen Ende waren mir auch die vielen Wiederholungen, in denen sich die Personen erinnerten, zu viel. Außerdem fehlte bei einigen Kapiteln das Substantiv (Dachte mir nichts dabei. Betrachtete das Plakat.) Das passt nicht zu Udos normalerweise korrektem Deutsch.

    Mein Fazit: Diese Geschichte über drei Generationen äußerst talentierter Männer hat mich durchweg gefesselt und mir großen Respekt abverlangt vor ihren Leistungen.

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt sehr treffend: „Ein Roman wie ein Jahrhundertkonzert – Familiensaga und Zeitgeschichte ein einem.“

  14. Cover des Buches Die Spur des Medaillons (ISBN: 9783547779752)
    Tania Schlie

    Die Spur des Medaillons

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Nina ist Goldschmiedin und bekommt eines Tages von einem gutaussehenden Kunden ein Medaillon gebracht, das ihr sehr bekannt vorkommt. Und tatsächlich enthält das Medaillon ein Bild ihrer Großmutter! Ein identisches Medaillon ist in Ninas Besitz; es hat einst ihrer Großmutter gehört. Inzwischen ist Ninas Oma Natascha 90 Jahre alt. Kurzentschlossen besucht Nina ihre Großmutter und bittet sie, ihr mehr über das Medaillon und damit auch über Nataschas Leben zu erzählen. 

    Das Buch erzählt uns somit auf zwei Zeitebenen zwei Geschichten. Wir sind einmal mit Nina und ihrer 90-jährigen Großmutter Natascha in der Gegenwart und dann mit der jungen Natascha in der Vergangenheit. Dieser Erzählstrang beginnt zu Zeiten des Ersten Weltkrieges, als Natascha noch ein Kind war. Wir erleben mit ihr ihre Jugend, ihre Heirat, den Beginn des Zweiten Weltkrieges und ihre Flucht aus Russland nach Paris,... 

    Natascha hat ein sehr erlebnisreiches Leben geführt mit Höhen und Tiefen. Ich mochte diesen Part des Buches auch lieber als die Abschnitte, die in der Gegenwart spielten, obwohl auch diese gut waren. 

    Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn mich die Liebesgeschichte an sich nicht so gepackt hat. Unterhaltsam war es aber auf jeden Fall! 

  15. Cover des Buches Der stille Don - 4 Bände (ISBN: B001GP25LU)
    Michail Scholochow

    Der stille Don - 4 Bände

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Heike110566
    Der Don ist laut Brockhaus (Universal Lexikon in 20 Bänden, Leipzig 2007) 1870 km lang. "Der stille Don" ist etwas über 1900 Seiten lang. - Nun sagt ein solches Zahlenspiel erstmal nicht viel aus. Der Roman, der zwischen 1928 und 1940 entstand und 1953 vom Autor überarbeitet wurde, ist aber genauso facettenreich wie der Fluss, der die Lebensader für eine Vielzahl von Menschen entlang der Ufer ist, selbst. Michail Scholochow (1905-1984) schildert in diesem vierbändigen Mammutwerk das Leben der Don-Bewohner zu Beginn des vorigen Jahrhunderts bis hinein in die frühen 1920er Jahre. Insbesondere der Erste Weltkrieg sowie die Russische Revolution 1917 und deren Auswirkungen, die bis hinein in diese von Moskau und Petersburg weit entfernte Region reichten und in einem langjährigen und sehr blutigen Bürgerkrieg gipfelten, stehen im Mittelpunkt des Romans. Haupthandlungsort ist Tatarsk, ein Kosakendorf im südlichen Donabschnitt, unweit vom Mündungsdelta. Rund um die Mitglieder der Kosakenfamilie Melechow werden die vielfältigen Handlungsstränge konstruiert. Detailliert schildert Scholochow die Ereignisse, Personen, Landschaften und auch Gedanken sowie Empfindungen der handelnden Figuren. Aber der Autor bleibt nicht in dieser dramatisch-szenischen Erzählweise, sondern zieht seinen Blickwinkel immer wieder auch weiter auf, geht in den narrativen Modus über. Dabei schildert er größere Abläufe bzw Zusammenhänge, gibt erläuternde Kommentare. Durch diese Romankonstruktion ist man als Leser immer wieder neu von einem scheinbar gigantischen Spannungsbogen umfangen. Mir wurde es an keiner Stelle langweilig. Auch in der Reflexion muss ich sagen, dass ich keine Seite dieses umfangreichen Werkes missen möchte. Erzählt wird in der Draufsicht. Es handelt sich um einen heterodiegetischen Erzähler, einem der nicht zum Figurenensemble gehört. Die Protagonisten-Familie Melechow ist so angelegt, dass die Mitglieder nicht nur auf Grund ihrer Charaktere Stoff liefern für die Geschichten, sondern auch die unterschiedlichsten politischen Positionen sind hier vertreten. Dadurch werden die Ereignisse nicht eingleisig dargestellt. Das Warum? dieser oder jener so und nicht anders in einer bestimmten Situation handelt, rückt immer wieder in das Blickfeld. Dadurch kann man als Leser sich auch immer wieder hineinversetzen in die jeweilige Figur. Natürlich gibt es sehr viel Gewalt in diesem Romanwerk. Erster Weltkrieg, Russische Revolution 1917 und der anschließende Bürgerkrieg sind Ereignisse, denen sich keine Kosakenfamilie entziehen konnte und die daher auch im Leben der Menschen eine große Rolle spielten. Daneben gibt es aber das sogenannte normale Leben ebenfalls en masse mitzuerleben. Selbst die Liebe, sowohl mit ihren positiven als auch negativen Erscheinungen, kommt keineswegs zu kurz. Der Leser lernt so nicht nur geschichtliches kennen, sondern auch die Lebensweise, Bräuche, Riten und religiösen Vorstellungen der Menschen am Don des frühen 20. Jahrhunderts. Die hier vorliegende Ausgabe aus dem DDR-Verlag Volk und Welt ist die 7. Auflage aus dem Jahre 1954. Die Edition erfolgte nach der Romanfassung, die zwischen 1928 und 1940 entstanden ist. 1953, nach dem Tod Stalins, überarbeitete Scholochow seinen Roman. Diese Veränderungen sind in dieser Ausgabe nicht berücksichtigt. Während in der Sowjetunion nach Stalins Tod eine kritische Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Staatschef begann, fand diese in der DDR ja nicht statt. Von daher verwundert es nicht, dass der Roman in der ursprünglichen Fassung weiterhin veröffentlicht wurde. Wie aber bereits erwähnt, stellt Scholochow die Ereignisse weitestgehend nur aus der Beobachterperspektive dar. Aber es gibt, insbesondere im letzten Band, auch Stellen, wo er sich einfach positionieren musste, so vermute ich. Betrachtet man die Spanne, in der dieses Werk entstand, dann muss man wissen, dass zu jener Zeit auch die Divergenzen innerhalb der Kommunisten zunahmen. Auf der einen Seite stand das Lager um Stalin, auf der anderen die Linke Opposition um Leo Trotzki, der schließlich 1940, dem Jahr der Fertigstellung des Band IV, im mexikanischen Exil im Auftrage Stalins ermordet wurde. Es überrascht daher nicht, dass Stalin als Heilsbringer betrachtet wird, während Trotzki, der Gründer der Roten Armee und Chefunterhändler der Revolutionsregierung bei den Friedensvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Russland in Brest-Litowsk, als Versager dargestellt wird. Zu Stalin heißt es: "Seitdem Genosse Stalin an der Südfront eingetroffen war und der von ihm vorgeschlagene Plan zur Zerschlagung der Konterrevolution im Süden (Vormarsch nicht durch das Dongebiet, sondern durch das Donezbecken) zur Verwirklichung gelangte, hatte sich die Lage an der Südfront radikal geändert." (Band IV, S. 257) Und zu Trotzki: "Die verderblichen Auswirkungen der Niederlagenstrategie Trotzkis zeigten sich allmählich in vollem Maße: ..." (S. 230) "Der stille Don" ist ein faszinierendes Werk. Die gigantische Länge des Romans sollte niemanden abschrecken das Buch zu lesen. Scholochow ist ein herausragender Erzähler, der 1965 auch den Nobelpreis für Literatur, meiner Meinung völlig zu recht, bekam. Seine Erzählweise ist fesselnd und so ist das Werk, trotz des Umfangs, dennoch zügig gelesen.
  16. Cover des Buches Die permanente Revolution (ISBN: 9783886340613)
    Leo Trotzki

    Die permanente Revolution

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Das Haus der Regierung (ISBN: 9783446260313)
    Yuri Slezkine

    Das Haus der Regierung

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Das Zeitalter der Extreme (ISBN: 9783423306577)
    Eric J. Hobsbawm

    Das Zeitalter der Extreme

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Kleine Weltgeschichte (ISBN: 9783596167210)
    Alexander Demandt

    Kleine Weltgeschichte

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Zugzwang (ISBN: 9783833307645)
    Ronan Bennett

    Zugzwang

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Marco
    Ein spannender Roman über einen Psychoanalytiker, der in Petersburg 1914 in einen Agentenkrieg gerät. Alles scheint auf ein Showdown auf einem wichtigen Schachtunier hinauszulaufen. Gut geschrieben, interessanter historische Kulisse und prägnante Romanfiguren.
  21. Cover des Buches Auf zum letzten Verhör (ISBN: 9783570005613)
    Jochen Steffen

    Auf zum letzten Verhör

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Kampfplatz Deutschland (ISBN: 9783548609478)
    Bogdan Musial

    Kampfplatz Deutschland

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Zarenmord (ISBN: 9783776681291)
    Elisabeth Heresch

    Zarenmord

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Aelita, (ISBN: B001Z41C52)
    Alexej Tolstoi

    Aelita,

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    Aktuelle Rezension von: buchwanderer

    „Die wichtigste Waffe ist der Entschluß! Wer sich entschließen kann, hat auch die Macht.“ (S.202)

    Zum Inhalt:

    Von den irdischen Verhältnissen desillusioniert fasst der Ingenieur Losj den Beschluss, die Erde zu verlassen. Die gewagte Reise will er in einem selbst entworfenen und gebauten Raumschiff bewerkstelligen. Er sucht via Annoncen Unterstützung, woraufhin sich der ehemalige Rotgardist Gussew an seine Seite stellt. Es gelingt den beiden Verwegenen auch die Reise zum Roten Planeten heil zu überstehen, feststellend, dass dieser bewohnt und der Erde, v.a. in gesellschaftlichen Aspekten äußerst ähnlich ist. Aëlita, die Tochter des de facto Alleinherrschers Tuskub, und Losj kommen sich im Laufe den Studien der beiden „Himmelssöhne“ näher und lernen einander schätzen und lieben. Tuskub, ein ewig Gestriger und Verneiner jedeweden Fortschrittes, will sich der beiden Eindringlinge entledigen, wobei er nicht vor dem Versuch zurückschreckt für ein Mordkomplott auch seine Tochter zu instrumentalisieren. Diese jedoch stellt sich auf die Seite Losjs. Als Gussew auch noch einen Aufstand des Marsproletariats anführt, wird es eng für die drei. Es bleibt nur noch der Ausweg der Flucht zurück auf die Erde, dem Roten Planeten, der ohnehin im Sterben liegt, den Rücken kehrend.

    Fazit:

    „Aëlita“ gehört zu den klassischen Werken der sowjetischen Phantastik. Der Text wirft Fragen gesellschaftpolitischer Relevanz auf, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Alexej Tolstoi schreibt „Aëlita“ als Metapher. So hält Ulrike Stephan dies auch in ihrem Nachwort fest, indem sie schreibt: „…; in »Aëlita« setzt er sich das erste Mal mit der russischen Revolution auseinander und versucht, sie als Künstler zu verstehen, in ihr eine gesetzmäßige Etappe in der Menscheitsgeschichte zu sehen und die Geschichte nicht nur als Summe vergangener Epochen, sondern als zukunftsweisende Erfahrung zu begreifen.“ (S.199) Tolsoi bedient sich des SF-Genres nur als Medium zur Verbildlichung seiner Ideen, was auch den recht saloppen Umgang mit naturwissenschaftlichen Fakten anbelangt, sowie die Degradierung von Technik als Beiwerk, was in der SF auf manchen Leser befremdlich wirken kann.

    Zum Buch:

    Für die Umschlaggestaltung des in der Reihe „SF-Utopia“ als vierter Roman erschienen Bandes zeichnen wieder Regine Schulz und Burckhard Labowski verantwortlich, wobei sie mit dem etwas avantgardistischen Entwurf dem Inhaltlichen des Textes einen treffenden bildnerischen Ausdruck verleihen. Der Bedruckstoff ist, dem Buchtyp und der Zeit entsprechend recht grobfaserig, griffig und passabel zu zum Buchblock verleimt. Typografisch ist der Text minimalistisch gehalten, wobei nur ein paar kleinere Druckfehler den Gesamteindruck etwas trüben.


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