Bücher mit dem Tag "russischer adel"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "russischer adel" gekennzeichnet haben.

8 Bücher

  1. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (473)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Mit jugendlichen Optimismus begann ich diesen historischen Roman zu lesen. Zuvor vorsorglich Block und Stift bereit gelegt, was sich als klug erwies.
    Dieser Roman ist in vier Bücher aufgegliedert. Die Themen die darin aufgegriffen werden sind der Krieg zwischen 1805-1812 und deren Feldzüge und Strategien, die gesellschaftlichen Stellungen in der höheren angesehenen Aristokratie, Heiratspolitik und viel Poesie.
    Ich kam mir beim lesen zeitweise vor als wäre ich mit dabei in diesen Roman. Ob es sich um die gesellschaftlichen Ebenen und Verstrickungen handelte, oder auf dem wild umkämpften Schlachtfelder ging, mein Kopfkino war auf Empfang.
    Bei manchen Kapiteln machte ich Pausen um das gelesene sacken zu lassen. Nicht deswegen dass ich es nicht verstanden hätte, sondern wegen dem Schreibstil. Ich konnte mich daher gut in die Geschichten hinein versetzen. Auch die Protagonisten waren plastisch gut beschrieben.
    Vor allem war es spannend mit zu erleben wie sich die Hauptprotagonisten entwickelten. Wer wurde mit wem verheiratet? Wer verstarb? Wie gefestigt wurde der jeweilige Charakter im laufe der Geschichte?
    Abgesehen das ich tagelang eine Pause einlegte beim Lesen, ja ich habe geschwächelt, da es phasenweise doch etwas langatmig ist, war es für mich eine grandiose Geschichte!

  2. Cover des Buches Welt in Flammen (ISBN: 9783499268434)
    Benjamin Monferat

    Welt in Flammen

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra_Wagner

    einer meiner absoluten Lieblingsthriller, toll geschrieben und Action pur

  3. Cover des Buches Roter Zar (ISBN: 9783426510490)
    Sam Eastland

    Roter Zar

     (45)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    1929: Pekkala war das Smaragdauge des Zaren, sein besonderer Ermittler. Nach Jahren im Gulag in Sibirien, bittet man ihn schließlich den Tod der Zarenfamilie zu untersuchen, und stellt ihm im Zuge dessen seine Freiheit in Aussicht.

    „Roter Zar“ ist der erste Band einer Reihe und bereits 2010 entstanden. Mir hat die Erzählweise gut gefallen, abwechselnd erfährt man das aktuelle Geschehen bzw. Pekkalas Erinnerungen aus der Zeit vorher, wir erfahren so, wie er das Smaragdauge des Zaren wurde, und schließlich im Gulag landete. Pekkala ist ein interessanter Charakter, den man gut kennenlernt. Er versucht sein bestes zu geben, hat aber auch Schwächen. Ich bin gespannt, wie er sich im Laufe der weiteren Bände entwickeln wird.

    Es gibt zwei weitere wichtige Charaktere, die Pekkala bei seinen Ermittlungen zur Seite stehen, einer ist recht zwielichtig, und stammt aus Pekkala Vergangenheit, der andere ist ein junger Mann, der eigentlich Küchenchef werden wollte, nun aber Kommissar ist. Wahrscheinlich wird einer der beiden zukünftig weiter eine Rolle spielen, auch hier bin ich gespannt.

    Natürlich weiß man heute, was mit den Romanows passiert ist, im Anhang finden sich dazu auch Anmerkungen des Autors. Trotzdem ist es interessant, den Ermittlungen zu folgen, die nicht ganz den historischen Verlauf wiedergeben. Man erfährt auch ein bisschen darüber, wie man im bolschewikischen Russland lebt, und auch Stalin tritt auf. Der Fall hat einige überraschende Wendungen, ganz zufrieden bin ich mit der Auflösung nicht, ich frage mich, warum Pekkala das mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten nicht früher erkannt hat – aber, wenn man bedenkt, was er alles erlebt hat, ist es auch nicht ganz unwahrscheinlich. Es fehlt vielleicht ein bisschen an Spannung, aber die habe ich hier auch gar nicht gebraucht, viel interessanter waren die einzelnen Entwicklungen, die Menschen und Hintergründe.

    Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn er ein bisschen die Geschichte beugt, wenn man aber die vielen Gerüchte rund um das, was mit den Romanows geschah, kennt, hätte es immerhin so sein können. Pekkala ist eine interessante Figur, ich freue mich darauf, ihn in weiteren Romanen wiederzutreffen. Von mir gibt es 4 Sterne, da mir die Auflösung nicht ganz logisch erscheint, insgesamt ist der Roman aber lesenswert.

  4. Cover des Buches Der letzte Tanz (ISBN: 9783596197774)
    Douglas Smith

    Der letzte Tanz

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Kein anderes europäisches Land musste im Ersten Weltkrieg und in den Jahren danach einen so hohen Blutzoll entrichten wie Russland. Durch Krieg, Revolution und Bürgerkrieg, durch Hunger und Seuchen kamen zwischen 1914 und 1921 mindestens 10 Millionen Menschen ums Leben, vielleicht auch mehr. Angesichts dieser gewaltigen demographischen Katastrophe mag es unangemessen erscheinen, ausgerechnet einer vergleichsweise kleinen sozialen Gruppe wie dem russischen Adel besondere Aufmerksamkeit zu widmen und danach zu fragen, was in der Revolutions- und frühen Sowjetzeit mit dem Adel geschah. Diese Frage lässt sich leicht und schnell beantworten: Der russische Adel, jahrhundertelang die dominierende gesellschaftliche Schicht des Russischen Reiches, verschwand gleichsam über Nacht; er löste sich buchstäblich auf. Viele Adlige gingen in die Emigration und retteten dadurch wenigstens ihr Leben. Die meisten russischen Adligen blieben hingegen in Russland und verloren dort nicht nur ihren Besitz, ihre Standesprivilegien und ihre exklusive Stellung in der Gesellschaft, im Staatsapparat und im Militär, sondern oft auch ihr Leben. Es fällt schwer, in der Geschichte Parallelen zu finden für eine derart vollständige Auslöschung einer ganzen sozialen Schicht. Der russische Adel verschwand nicht nur aus der Geschichte. Auch in der historischen Erinnerung und in der geschichtswissenschaftlichen Forschung spielte er über Jahrzehnte keine nennenswerte Rolle, sowohl in der Sowjetunion als auch im Westen. Das Klischee vom tyrannischen Gutsbesitzer, der einen parasitären Lebenswandel pflegt und seine Leibeigenen quält, prägte lange das Bild vom russischen Adel, vor allem in der Sowjetunion.

    Der amerikanische Historiker Douglas Smith hat mit seinem Buch eine Pioniertat vollbracht. Vor ihm ist niemand auf die Idee gekommen, den Fall und Untergang des russischen Adels in einer für ein breites Lesepublikum geeigneten Form zu schildern. Sein Buch ist keine akademisch trockene und blutleere Sozialgeschichte, in der individuelle Schicksale hinter abstrakten Kategorien verschwinden. Smith bedient sich der gleichen Methode, die Orlando Figes in seinen "Flüsterern" erprobt hat. Er hat zwei Adelsfamilien ausgewählt und erzählt ihre Geschichte vor dem Hintergrund der russischen Geschichte zwischen 1900 und 1945. In der Geschichte dieser beiden Familien spiegeln sich die tiefgreifenden und umfassenden Umwälzungen der Revolutions- und frühen Sowjetzeit. Originell ist an Smiths Buch, dass hier die sprichwörtlichen "Verlierer der Geschichte" Gesicht und Stimme erhalten, nicht wie sonst üblich die Revolutionäre und die neuen kommunistischen Machthaber. Smiths Interesse am russischen Adel speist sich nicht aus Nostalgie und Verklärung der Zarenzeit, sondern ist von der Frage geleitet, welche Folgen das Verschwinden dieser sozialen Schicht für die weitere Geschichte der russischen Gesellschaft hatte und noch immer hat.

    Im Mittelpunkt des Buches stehen die Familien Scheremetjew und Golizyn. Sie gehörten zu den ältesten, prominentesten und wohlhabendsten russischen Adelsgeschlechtern. Jahrhundertelang dienten sie dem russischen Staat in exponierten Positionen. Sie verkörperten geradezu idealtypisch das Dienstethos, die Bildungsbeflissenheit und den Kunstsinn der russischen Aristokratie, die keineswegs nur müßiggängerisch dahinlebte und sich ganz dem Genuss ihres märchenhaften Reichtums hingab, wie es spätere Zerrbilder behaupteten. Beide Familien brachten in der späten Zarenzeit etliche Vertreter hervor, die sich gesellschaftlich engagierten, liberale Positionen vertraten und sich für die dringend überfällige Reform des verkrusteten autokratischen Systems einsetzten. Anhand von Tagebüchern, Briefen, Memoiren und archivalischen Quellen untersucht Smith, wie Graf Sergej Scheremetjew (1844-1918), Fürst Wladimir Golizyn (1847-1932) und ihre jeweiligen Kinder und Kindeskinder die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebten. Fürst Wladimir Golizyn, der 1905 als Bürgermeister von Moskau abgesetzt wurde, weil er dem Zaren als zu liberal galt, teilte die Sorge vieler hellsichtiger russischer Adliger über Russlands Zukunft. Die Gewaltexzesse der Revolutions- und Bürgerkriegsjahre, die Eruption des Hasses der Bauern auf die Oberschichten, der sich über Jahrzehnte, wenn nicht über Jahrhunderte aufgestaut hatte, empfanden er und andere Mitglieder der beiden Familien als "Vergeltung" der Geschichte für die Reformunfähigkeit der Autokratie und das Versagen der Eliten, die sich letztlich nicht energisch genug für eine Modernisierung des Systems eingesetzt hatten.

    Für beide Familien, für die Scheremetjews wie auch die Golizyns, war die Fallhöhe besonders hoch. Sie erlebten die Revolutionszeit als jähen Absturz in Armut, gesellschaftliche Isolation und Bedeutungslosigkeit. Von ihren Landsitzen und aus ihren Stadtresidenzen vertrieben, fristeten sie fortan ein karges und prekäres Dasein. Ihr Alltag war bestimmt von ständigen Existenzsorgen und Angst vor Verfolgung. In der neuen Sowjetgesellschaft war für sogenannte "ehemalige Menschen", zu denen auch Adlige gezählt wurden, kein Platz und keine sinnvolle Aufgabe vorgesehen. Der Adel gehörte zu denjenigen sozialen Gruppen, die von den Bolschewiki systematisch entrechtet, marginalisiert und verfolgt wurden. Auschlaggebend war dabei allein die soziale Herkunft, nicht etwa tatsächliche Gegnerschaft zum kommunistischen Regime. Adlige wurden drangsaliert und repressiert, weil sie Adlige waren, nicht weil sie eine tatsächliche Gefahr für den Staat darstellten. Wann immer das Regime zum Schlag gegen seine vermeintlichen inneren Feinde ausholte, traf es auch stets die in der Sowjetunion verbliebenen Adligen. Viele Scheremetjews und Golizyns waren nicht emigriert, weil es ihnen als Verrat am Vaterland erschien, Russland zu verlassen. Der Preis für die Treue zur Heimat war hoch. Dutzende Mitglieder beider Geschlechter, Männer wie Frauen, wurden zwischen 1917 und 1941 inhaftiert, in Arbeitslager verbannt, getötet. Während des Großen Terrors 1937/38 wurden auch Mitglieder beider Familien ermordet, die nach 1900 geboren worden waren und keinerlei "historische Schuld" auf sich geladen hatten. Die Schicksale einiger Familienmitglieder sind bis heute ungeklärt.

    Smith macht aus seiner Sympathie für die Protagonisten seiner Erzählung keinen Hehl. Er setzt vor allem ihrem Überlebenswillen und ihrem engen Zusammenhalt in Zeiten von Not und Verfolgung ein Denkmal. Viele Scheremetjews und Golizyns schöpften Kraft aus ihrem Glauben. Fürst Wladimir Golizyn - ein Foto aus seinen letzten Jahren zeigt einen Greis, dessen Erscheinungsbild an einen Bettler oder Landstreicher erinnert - äußerte 1932 auf dem Totenbett die Gewissheit, dass das Sowjetregime auf lange Sicht nicht überlebensfähig sei. Bemerkenswert ist, dass kein Scheremetjew und Golizyn je aus Verzweiflung den Freitod wählte. Zu kritisieren gibt es an Smiths Buch nur eines: Der Personenkreis ist viel zu groß. Der Überblick geht beim Lesen immer wieder verloren. Es wäre besser gewesen, wenn sich Smith auf eine der beiden Familien beschränkt hätte. Die Liste der wichtigsten Figuren am Anfang des Buches verzeichnet fast 50 Scheremetjews und nahezu 60 Golizyns. Der Kinderreichtum beider Geschlechter und die Häufung bestimmter Vornamen verschärfen die Komplexität der Familienverhältnisse. Im Buch tauchen sieben (!) verschiedene Wladimir Golizyns auf, die auseinanderzuhalten den wenigsten Lesern auf Anhieb gelingen dürfte.

    Smith leistet mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der heutigen russischen Gesellschaft. Es besteht nämlich ein enger Zusammenhang zwischen der Vertreibung, Marginalisierung und physischen Vernichtung der vorrevolutionären Eliten und der nivellierten, undifferenzierten Struktur der heutigen russischen Gesellschaft. Die heutige russische Gesellschaft besitzt nicht nur kein Bürgertum im westlichen Sinne, sie ist auch eine Gesellschaft ohne Oberschicht (die neureichen Oligarchen kann man schwerlich auf eine Stufe mit dem Adel und dem Großbürgertum der späten Zarenzeit stellen). Der russische Durchschnittsbürger von heute ist ein Nachfahre von Arbeitern und Bauern. Seine Eltern und Großeltern mögen Angestellte, Ingenieure, Wissenschaftler oder Parteifunktionäre gewesen sein, spätestens in der Generation seiner Urgroßeltern stößt er auf Arbeiter und Bauern. Abkömmlinge des Adels und des alten Bürgertums fallen statistisch gesehen überhaupt nicht ins Gewicht. Statt alter Vermögen gibt es nur neuen Reichtum. Im heutigen Russland fehlt eine historisch gewachsene Elite, die über Generationen materielles und symbolisches Kapital angesammelt und eine ausgeprägte Identität entwickelt hat; es fehlt eine Oberschicht, die genügend Gewicht besitzt, um gegenüber dem Staat als Wortführer der Gesellschaft aufzutreten, so wie es der progressive Teil des Adels in der späten Zarenzeit tat. Der russische Staat ist auch deshalb so (über-)mächtig, weil eine soziale Gruppe fehlt, die stark genug ist, ihm nötigenfalls Paroli zu bieten. Die heutigen russischen Machthaber profitieren also noch immer von den sozialen Umwälzungen der Revolutions- und frühen Sowjetzeit und vom Untergang des russischen Adels. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im Oktober 2014 bei Amazon gepostet)

  5. Cover des Buches Die Romanows (ISBN: 9783426607527)
    Robert K. Massie

    Die Romanows

     (11)
    Aktuelle Rezension von: KruemelGizmo
    Im Juli 1991 wurden in der Nähe von Jekatarinburg neun Skelette exhumiert, die in einem flachen Grab in Sibirien verscharrt gelegen haben. Nur wenige Kilometer entfernt waren 1918 der Zar und seine Familie ermordet worden auf Anordnung des Ural-Gebietssowjets. Der Autor Massie geht der Frage nach ob es sich bei den Überresten um die Romanows handeln könnte.

    Das Buch ist in 4 verschiedene Teile gegliedert:

    Teil 1 - Die Gebeine
    Dieser Teil beginnt in der Nacht der Ermordung des Zaren und seiner Familie und wandert dann bis in das Jahr 1995 durch die Geschichte. Es wird das verschwinden lassen der Überreste,  sowie deren geheime Entdeckung 1979 und  die dann öffentliche Exhumierung 1991 behandelt. Die Identifizierung der Leichen wurde unter den beteiligten Wissenschaftlern zum Streitpunkt. Die DNS konnte dann bestätigen das es sich um die Romanows handelt. Aber bis heute ist nicht sicher geklärt, welche Tochter im Grab fehlt. Erstaunlich fand ich die Streitereien und die Missgunst die bei den Wissenschaftlern herrschte. Als das Buch endet war noch nicht klar, wo die Skeletten beerdigt werden sollten (1998 erfolgte erst die Beerdigung in St. Petersburg)

    Teil 2 - Anna Anderson
    Sie ist wohl die bekannteste der Hochstapler,  die behaupten einer der Romanowkinder zu sein. In diesrm Teil wird ihr Leben geschildert, auch das sie die Gallionsfigur für viele Menschen wurde, die unbedingt glauben wollten, das sie Anastasia ist und vor Gericht endete um ihre DNS mit der der Romanows zu vergleichen. 

    Teil 3 - die Überlebenden
    Die Romanows gliedern sich in vier Familienzweige, die mittlerweile über den Erdball verstreut leben. Diese Kapitel widmet der Autor den verschiedenen Familienzweige, ihre Nähe zum Thronanspruch und dem Bruch der durch die Familien geht.

    Teil 4 - Das Ipatjew-Haus
    In diesem kurzen Teil wird kurz das Leben der Romanows im Gewahrsam dieses Hauses, auch anhand von gefundenen Tagebucheinträgen erzählt, und endet natürlich in der Nacht der Ermordung.

    Ein tolles Buch, welches wirklich alle Facetten der Geschehnisse nach der Ermordung der Romanows beleuchtet. In einem flüssigem Schreibstil, der etwas romanhaftes an sich hat, kann man sich durch die Historie lesen. Ein gelungenes Werk was ich gerne gelesen habe jedem nur empfehlen kann, der sich für das Thema interresiert. Daher auch 5 Sterne von mir.
  6. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9781427043191)
    Leo Tolstoy

    Anna Karenina

     (10)
    Aktuelle Rezension von: janett_marposnel
    Mit Anna Karenina hat Tolstoi ein bedeutendes literarisches Werk geschaffen. Die vielen Seiten werden aber nicht allein durch Anna gefüllt, sondern vielmehr durch den ledigen Lewin, der einen interessanten Charakter mit Entwicklung darstellt. Im Grunde genommen stiehlt Lewin, der ein Freund von Annas Bruder ist, Anna Karenina ein wenig die Show in diesem Buch. Annas Bruder, namens Stiwa, betrügt seine Frau nach Strich und Faden, weshalb diese ihn, samt Kinderschar, nun endgültig verlassen will. Anna soll dieses Dilemma verhindern und verliebt sich bei diesem Unterfangen in den Grafen Wronski, wobei ihre Ehe ins Wanken gerät.

    Anna Karenina wurde 1877 veröffentlicht, zwanzig Jahre nach „Madame Bouvary“. Flauberts Geschichte um die untreue Gattin hat wahrscheinlich Pate für Tolstois großes Werk gestanden, denn es gibt viele Parallelen zwischen Anna Karenina und Emma Bouvary: Beide Damen verfügen über eine stolze, attraktive Anmut und sind von einer hoheitsvollen Aura umgeben, beide sind unglücklich mit einem Langweiler verheiratet und die große Wende in beider Leben wird durch einen Ball herbeigeführt. Beide Frauen haben eine Zeit lang viel gelesen und der Geliebte der Damen ist jünger, wobei Emma zwei Geliebte hatte, und man hat das unbestimmte Gefühl, dass beide Damen nie den Mann finden werden, der sie auf Dauer glücklich machen kann, weil beide ständig auf der Suche nach etwas im Leben sind, was das Leben ihnen niemals bieten kann. Das macht sie trostlos und unzufrieden und beide werden Opfer tiefer Depressionen, aus denen sie nur der Suizid zu befreien vermag.

    Wer sich an den dicken Wälzer heranwagt, wird nicht enttäuscht werden. Hat man sich erstmal durch die vielen Namen der russischen Schickeria durchgelesen, will man auch wissen wie es mit Tolstois adligem Romanpersonal, vor allem mit Lewin, der die autobiographische Rolle des jungen Tolstoi verkörpert, weitergeht und bis auf ein paar kleine Hänger zwischendurch, wird es auch nicht langweilig.
  7. Cover des Buches Schatten im Bernstein (ISBN: 9781503945760)
    Freda Lightfoot

    Schatten im Bernstein

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Micha1985

    Inhalt: Abbie kehrt zur Beerdigung ihrer Mutter nach England zurück. In jungen Jahren ist sie mit ihrem damaligen Freund von dem sie schwanger war nach Paris durchgebrannt. Sie versucht zu verstehen, warum ihre Mutter Selbstmord begangen hat und wird in der Geschichte ihrer Großmutter Millie fündig, die sie zurück bis nach Russland führt...

     

    Fazit:    Hier habe ich ein richtiges Juwel gefunden. Diese Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin ist absolut mitreißend und die Charaktere sind so toll dargestellt, dass ist einfach richtig richtig mega! Man fiebert in jeder Szene und bei jeden Protagonisten mit... Und immer wieder überrascht einen die Autorin aufs Neue. Ganz nebenbei erfährt man auch noch was über die Geschichte Russlands, was zusätzlich spannend ist. Ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen!!!

  8. Cover des Buches Russische Orchidee (ISBN: 9783351029845)
    Polina Daschkowa

    Russische Orchidee

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ellaella
    Rosina Daschkowa erzählt den Mordfall an einem Fernsehjournalisten auf verschiedenen Ebenen, dabei taucht sie in die russisches Geschichte ebenso wie in das moderne Russland ein. Es ist ihr gut gelungen, Vergangenheit und Gegenwart zu verweben. Ihr Ermittler, ein Muttersöhnchen, das großen Wert auf die perfekte Zubereitungsart seines Tees legt und auf die mütterlichen Piroggen, verbirgt unter seinem weichen Äußeren eine feste Entschlossenheit, Spür- und Gerechtigkeitssinn. Die anderen Figuren des Buches sind ebenso klar und psychologisch nachvollziehbar gezeichnet. Einziges, dafür großes, Manko an dem Buch, das mir insgesamt Spaß gemacht hat: Es werden so viele Lebensgeschichten angerissen und Namen ins Spiel gebracht, dass am Ende und bei der Auflösung des Falls Fragen offen blieben, deshalb auch nur drei Punkte. Trotzdem freue ich mich auf eine Fortsetzung und hoffe, dass dabei wieder eine Geschichte aus der Geschichte Russlands eine Rolle spielt.

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