Bücher mit dem Tag "rußland"

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183 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.223)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783453407152)
    David Benioff

    Stadt der Diebe

     (612)
    Aktuelle Rezension von: Mikki44

    Leningrad 1941/42, zur Zeit der Belagerung durch die Deutschen. Der 17 jährige Lew ist der belagerten und ausgehungerten Stadt treu geblieben und kämpft sich durch. Durch einen recht unglücklichen Zufall wird er jedoch festgenommen und bekommt mit dem Mithäftling Kolja vom Geheimdienst Heft die Aufgabe, 12 Eier innerhalb von 6 Tagen für die Hochzeitstorte seiner Tochter zu besorgen.

    Ein wirklich guter und spannender Abenteuerroman, der nicht nur das belagerte Leningrad sehr gut beleuchtet, sondern auch das umkämpfte Umland und Seiten der Wehrmacht und die der Partisanen. Während des Buches entwickelt sich Lew weiter, was zum einen an den Lebensumständen liegt, zum anderen aber auch an den forschen und extrovertierten Kolja.

  3. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    Schuld und Sühne

     (484)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Zuerst möchte ich sagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe. Ob das eine gute Entscheidung war? Das musst du natürlich selbst entscheiden, es ist aber gar nicht so einfach, eine passende Vertonung zu finden.  Ich habe eine gefunden, mit der ich mich gut arrangieren konnte. Denn ihr könnt euch sicher denken, dass es min. ein Monatsvorhaben ist. Ich glaube, ich war zwei beschäftigt. Mit einer nervigen Stimme sicher kein spaßiges Vergnügen. Wer das Buch aber intensiv lesen möchte, dazu gehört meiner Meinung nach auch, sich Bemerkungen am Rand zu machen, der sollte es lieber gleich selbst lesen. Ich habe viel mitbekommen, aber manchmal bin ich auch mit den Gedanken abgeschweift. 

    Ganz ehrlich: Es ist kein Klassiker, den ich bedingungslos weiterempfehle oder den man meiner Meinung nach gelesen haben muss. Es gilt als der Ur-Krimi. Ich bezweifle das. Das fängt schon dabei an, dass es eher ein Psychothriller ist, der aufzeichnet, wie die Gewissensbisse den Mörder auffressen. Da der Erzähler auktorial ist, können die einzelnen Figuren bis in die hintersten Ecken durchleuchtet werden. Was in ihnen vorgeht, wissen die Leser*innen sofort. Es geht also nicht per se um die Ermittlungen, sondern darum, ob Raskolnikow ungestraft davonkommt. 

    Eine andere Besonderheit des Romans sind die vielen gesellschaftlichen Themen, die mitmischen, allen voran die Theorie über die Polarität der Menschheit in Große und weniger wertvolle. Aber das hat mich persönlich jetzt nicht sonderlich inspiriert, weil ich die Theorie nicht für tragfähig und deswegen auch für bedeutungslos halte. Zu sehen, dass Raskolnikow daran scheitert, sie zu bestätigen, hat mich keineswegs überrascht. Es ist wohl eher eine Ermessenssache, dass manche Morde aufgrund deren (positiver) Wirkung in den Hintergrund geraten und ungestraft davon kommen. Die meisten von uns, wenn sie sich die Taten vor Augen führen, werden sie aber doch wohl trotzdem verurteilen. Vielleicht bin ich da aber auch zu optimistisch. Man sollte den Roman auch nicht aus dem räumlichen und zeitlichen Kontext seiner Entstehung heben. Für mich klang es jedenfalls an manchen Stellen ziemlich aus der Luft gegriffen. Das durchgängige geisteswissenschaftliche Geplätscher (Die Hinzunahme vieler verschiedener Diskurse von Politik über Philosophie bis hin zu Psychologie) erinnert stark an Dostojewski erinnert stark an seinen Kollegen Tolstoi. Von beiden russischen Autoren habe ich bis jetzt nur ein Werk gelesen, weswegen es schwer fällt, die Beobachtungen zu verallgemeinern. Aber Tolstoi konnte mich besser unterhalten. Bei ihm habe ich mehr Witz vorgefunden und in der Düsternis der gläsernen Figuren (beide schaffen es, dass man sich in die verschiedensten Personen hineinversetzen und ihre Schwächen erkennen kann) ist auch mehr Wärme übrig geblieben. Schwierig machen es einem beide, was die Namen angeht, besonders für den ungeübten. Wer bitteschön hat sich das russische Namensystem ausgedacht?

    Das Ende von Schuld und Sühne war auch gar nicht mein Fall. Wenn ich ihm auch lassen muss, dass es gar nicht mal so einfach ist, am Ende die Frage zu beantworten, ob er denn nun gerecht gestraft wurde oder nicht. Fast alle Diskussionen im Buch haben mit dieser Schlüsselfrage irgendwie zu tun, weswegen ich schon sagen würde, dass es sich als Schullektüre eignete, wenn es nicht so dick wäre. Sprachlich ist es auch gut lesbar. Aber genauso gut kann man meiner Meinung nach auch Das Parfum von Süsskind oder Der Prozess von Kafka lesen. Auch Der Richter und sein Henker von Dürrenmatt wären thematisch eine gute Alternative. Das einzige Argument, das für mich für Dostojewski sprechen würde, wäre die besondere psychologische Innensicht und die auktoriale Erzählhaltung. Vielleicht sollte ich noch mehr von ihm lesen, um ein besseres Urteil zu fällen.

  4. Cover des Buches Wächter der Nacht (ISBN: 9783453316188)
    Sergej Lukianenko

    Wächter der Nacht

     (954)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Bereits länger bin ich um die Wächterreihe herumgeschlichen. Jetzt ergab sich endlich die Gelegenheit Wächter der Nacht zu lesen und ich muss sagen, ich bin begeistert.

    Dem Autor gelingt es gekonnt Vampire, Magier, Hexen, Zauberer, Tierwesen und vieles mehr in unserer realen Welt anzusiedeln. Hauptschauplatz ist in diesem Fall Moskau und der Fokus liegt auf der Nachtwache. Jene Lichten, wie sie genannt werden, sind dafür zuständig die Wesen der Nacht zu kontrollieren und ihr Verhalten wenn nötig im Zaum zu halten.

    Gleich zu beginn bekommt es der Hauptprotagonist Anton mit einer zunächst unscheinbaren Frau und einem Jungen zu tun. Beides mag auf den ersten Blick keinen Zusammenhang  besitzen, entwickelt sich jedoch im weiteren Verlauf der Geschichte zu einem immer wiederkehrenden Knoten, der vom Autor nur mit ganz leichten Unterbrechungen ausgeschmückt wird.

    Was man jedoch auch sagen muss ist, dass die Gedankengänge der Figuren oftmals sprunghaft von Statten gehen. Manchmal auch fürs Lesen schlicht zu schnell und so dauert es doch auch, bis man hinter die eigentlichen Beweggründe der Wächter der Nacht und ihrem Chef kommt. Zeitgleich verleitet es genau darum beständig weiterzulesen, da man auf viele offene Fragen eine Antwort erhalten will und sie nach und nach präsentiert bekommt.


    Fazit: In diesem Buch tummeln sich die verschiedensten Wesen angefangen beim klassischen Vampir bishin zur Hexe. Man findet recht schnell seine Lieblinge und ist gespannt darauf, wie es im Storyverlauf weitergeht.

  5. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (471)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Mit jugendlichen Optimismus begann ich diesen historischen Roman zu lesen. Zuvor vorsorglich Block und Stift bereit gelegt, was sich als klug erwies.
    Dieser Roman ist in vier Bücher aufgegliedert. Die Themen die darin aufgegriffen werden sind der Krieg zwischen 1805-1812 und deren Feldzüge und Strategien, die gesellschaftlichen Stellungen in der höheren angesehenen Aristokratie, Heiratspolitik und viel Poesie.
    Ich kam mir beim lesen zeitweise vor als wäre ich mit dabei in diesen Roman. Ob es sich um die gesellschaftlichen Ebenen und Verstrickungen handelte, oder auf dem wild umkämpften Schlachtfelder ging, mein Kopfkino war auf Empfang.
    Bei manchen Kapiteln machte ich Pausen um das gelesene sacken zu lassen. Nicht deswegen dass ich es nicht verstanden hätte, sondern wegen dem Schreibstil. Ich konnte mich daher gut in die Geschichten hinein versetzen. Auch die Protagonisten waren plastisch gut beschrieben.
    Vor allem war es spannend mit zu erleben wie sich die Hauptprotagonisten entwickelten. Wer wurde mit wem verheiratet? Wer verstarb? Wie gefestigt wurde der jeweilige Charakter im laufe der Geschichte?
    Abgesehen das ich tagelang eine Pause einlegte beim Lesen, ja ich habe geschwächelt, da es phasenweise doch etwas langatmig ist, war es für mich eine grandiose Geschichte!

  6. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (746)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  7. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.387)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Buchbesprechung geht es hier: 

    https://www.podbean.com/media/share/pb-mg5c6-faaa43

    Vorsicht, Spoiler!

  8. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (167)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  9. Cover des Buches Der Schneesturm (ISBN: 9783462046823)
    Vladimir Sorokin

    Der Schneesturm

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Mein allererstes Buch von einem Russen. Seit einer Zeit interessiere ich mich für die russische Literatur und bin auch zufällig auf dieses hier gestossen. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, wusste jedoch nicht, was mich erwarten würde. Nun, es war durchaus sehr skurril...

    Doktor Garin muss so schnell wie möglich in ein Dorf gelangen, um die Menschen zu impfen. Dort ist nämlich eine Krankheit ausgebrochen und er hat die Spritzen bei sich. Da es draussen jedoch eiskalt ist und der Schnee ununterbrochen fällt, findet er fast keine Möglichkeit irgendwie dorthin zu gelangen. Doch ein Fuhrmann erklärt sich bereit und nimmt ihn mit seinen Pferden mit. Auf ihrem Weg geschehen ein paar skurrile Ereignisse und die beiden scheinen wie nicht richtig voran zu kommen. Immer passiert etwas, als ob Gott nicht will, dass sie in das Dorf eintreffen. Oder ist es eher Russland selbst?

    Ich muss sagen, ich war zum Teil sehr verwundert, was sich hier alles abgespielt hat. Der Doktor und der Fuhrmann sind zwar sehr verschieden, aber versuchen dennoch miteinander klar zu kommen. Es gab durchaus sehr witzige Momente, vor allem wegen der Sprache. Dann gab es Momente, wo ich wirklich dämlich aus der Wäsche geschaut habe und gegen Ende fand ich es sogar etwas eklig. Dass Russland solche Schneestürme hat ist uns ja durchaus bekannt, aber wenn man wirklich miterlebt, was passieren kann, wenn man nicht weiterkommt, fängt man schon an darüber nachzudenken... Jedenfalls, hat mich das Buch eigentlich ganz gut unterhalten. Obwohl das Ende ziemlich plötzlich kam, ich hätte da schon mehr erwartet. Oder so ist der  Schreibstil des Autors, kann ja auch sein... Es war jetzt nicht der Knüller, aber durchaus ein interessantes, komisches, fragwürdiges und witziges Buch.

  10. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

     (408)
    Aktuelle Rezension von: lisarf

    Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise in eine andere Zeit. Felicia ist eine sehr starke, unabhängige Frau, die ihren eigenen Weg geht. Wer ihr dabei Steine in den Weg legt, dem wird es noch leid tun, denn mit ihr darf man sich nicht anlegen. Sie zeigt uns, was eine Frau ihren Alters durchmachen musste, um etwas zu erreichen. 

    Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Eine sehr faszinierende junge Frau, von der man sich einiges abgucken könnte. Sie lässt sich nicht von anderen beeinflussen. Und wenn man dann doch denkt, dass sie sehr egoistisch ist, ist sie sofort zur Stelle, sobald es um ihre Familie geht. Seher mitreißend, kann ich jedem nur empfehlen !

  11. Cover des Buches Die Wächter-Trilogie (ISBN: 9783453532861)
    Sergej Lukianenko

    Die Wächter-Trilogie

     (105)
    Aktuelle Rezension von: gurke
    Schon seit ich mich erinnern kann, bin ich Fan von uralten und düsteren Geschichten in denen wir alles aus der dunklen Welt der Vampire erfahren können. Heute macht mich dieses Genre mit all seinen modernen Versionen eher traurig.
    Aber die „Wächterreihe“ gibt es schon lange und zählt für mich noch nicht zu den modernen Romanen über dieses Thema. Die ersten drei Bände schmücken schon seit vielen Jahren mein Buchregal. Doch endlich habe ich es in die Hand genommen…

    Trotz der stolzen Seitenzahl kommt man mit großer Geschwindigkeit durch die Geschichte.  Naja, eigentlich Geschichten. Denn „Wächter der Nacht“ ist – wie auch seine Nachfolger -  immer in drei einzelnen Erzählungen gegliedert. Diese sind zwar in sich abgeschlossen, bauen aber dennoch irgendwie aufeinander auf, so dass wir immer mehr von den einzelnen Charakteren und deren düsteren Welt und gewissen Machenschaften erfahren können.

    Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Das liegt wohl am russischen Autor. Daran hat man sich allerdings schnell gewöhnt und möchte das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen. Inhaltlich möchte ich gar nicht so viel erzählen, allerdings finde ich es wundervoll, dass Sergej Lukianenko gut und böse nicht gleich abstempelt. Beide Seiten haben ihre positiven und negativen Facetten.

    Mir hat das Buch durchweg gut gefallen. Mit dem Film lässt sich die Geschichte natürlich nicht vergleichen. Hier hätte man einfach den Aufbau der Verfilmung anders gestalten müssen, in dem wir zum Beispiel wie im Buch neun Teile sehen können.
    Ich kann die Trilogie auch allen empfehlen, die eher Fantasyneulinge sind und sich mit der Thematik noch gar nicht beschäftigt haben. Denn zum einen hat der Autor eh seine eigene Definition zur Welt der Anderen, zum anderen wird alles richtig schön erklärt.
    Beide Daumen hoch. Ich kann gar nicht verstehen warum das Buch so lange ungelesen bei mir herumstand.

  12. Cover des Buches Damien - Schattenwandler (ISBN: 9783802583292)
    Jacquelyn Frank

    Damien - Schattenwandler

     (198)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Jaquelyn Frank – Schattenwandler, Damien


    Die korrumpierte Dämonin Ruth treibt immer noch ihr Unwesen, jetzt sogar schlimmer als vorher, nachdem ihre Tochter gestorben ist. Die Wut und der Hass machen sie blind und in einer Aktion entführt sie die Prinzessin der Lykanthropen, Syreena. Nur durch einen Zufall bemerkt Damien der Vampirprinz das etwas nicht stimmt und folgt Syreenas Fährte. Schon seit der ersten Begegnung an, hat er unerklärliche Gefühle für die Gestaltwandlerin, die bis vor wenigen Jahren im Orden „The Pride“ untergebracht war.

    Als er es schafft die Prinzessin zu befreien und sich sicher ist, das sie seine Gefährtin ist, fangen die Probleme aber erst richtig an: Vampire dürfen niemals das Blut anderer Schattenwandler trinken. Es gab seit Jahrhunderten keine „Prägungen“ wie bei den Dämonen. Niemals wird das Volk der Lykanthropen einen weiteren „fremdrassigen“ Gemahl an der Seite am Königshof von Siena dulden, selbes ist aber auch umgekehrt, denn das Volk der Vampire wird Syreena nicht als eine der ihren anerkennen. Dazu kommen die Machtkämpfe, denn es gibt Vampire wie Nicodemous, die selbst den Thron erobern wollen. Doch am gefährlichsten kann Damiens beste Freundin Jasmin werden, denn sie ist dem Prinzen näher, als Syreena es jemals sein kann.


    „Damien“ ist mittlerweile der vierte Band der Schattenwandler-Reihe von Jaquelyn Frank und diesmal steht im Vordergrund der Vampir Damien, den wir bereits in den Vorgängerbänden kennen lernen durften, und die Schwester der Lykanthropenprinzessin Syreena.

    Die Autorin hat es wieder geschafft mich innerhalb kürzester Zeit mit ihrem lockeren, flüssigen Schreibstil und der kreativen, fantastischen und sinnlichen Story einzufangen, die viele Überraschungen und Abwechslung bereit hält. Die Spannung wird auch diesmal wieder schnell aufgebaut und durchgängig auf hohem Niveau gehalten.

    Die verschiedenen Perspektivwechsel, egal ob nun von den „Guten“ oder den „Bösen“ sind sehr gelungen, machen weiter neugierig auf die Story und ich bin froh, schon das nächste Buch hier liegen zu haben.

    Die sinnlichen Szenen sind detailliert ausgearbeitet, wirken aber keinesfalls übertrieben oder vulgär, was ich persönlich immer sehr wichtig finde.


    Die bereits bekannten Figuren werden weiter gut ausgearbeitet, mit jedem weiteren Buch hat man das Gefühl noch tiefer im Schattenwandler-Universum zu versinken, und ich freue mich immer wieder aufs Neue, die Abenteuer mitzuerleben.

    Vielfältig, facettenreich und lebendig werden die verschiedenen Schattenwandler dargestellt.

    Prinz Damien lebt schon sehr lange, ihm ist es mittlerweile langweilig und trotz seiner Vertrauten und besten Freundin Jasmin, kennt er sowas wie Emotionen nicht. Schon in den Vorgängerbänden war er mir sympathisch, wirkte geheimnisvoll aber auch ein bisschen spitzbübisch, was in diesem Band bestätigt wird. Allerdings zeigt er sich hier auch von seiner kämpferischen, dominanten und leidenschaftlichen Seite, was eine prima Ergänzung ist. Obwohl er so alt ist, hat er aber noch einiges zu lernen und gerade die Entdeckungstour mit all ihren Tücken der Emotionen ist hier sehr gut geschildert.

    Auch Syreena macht eine große Veränderung durch, durch eine Erkrankung wurde sie von der Mistral Windsong geheilt, einer Mistral. Nun erweist Windsong ihr erneut die Ehre um die Lykanthropenprinzessin nach dem Angriff zu heilen. Syreena ist eher der aufbrausende Typ, obwohl der Orden sie in Geduld und vor allem Kampfkunst ausgebildet hat, kann sie Ungerechtigkeiten nur schlecht vertragen. Sie hadert sich aufgrund ihrer besonderen Position und ihrem „Defekt“ mit sich. Ich mag die Prinzessin die das Herz am rechten Fleck hat, sie weiß genau was sie will, und vor allem auch was sie nicht will, was eins ums andere Mal zu kleinen Problemen mit Damien führt.

    Neben den bereits bekannten Charakteren wie Windsong, Noah, Isabella, Jacob und Elijah werden auch neue Schattenwandler eingeführt. Malaya, die Kanzlerin der Schattenbewohner oder Tristan sind sehr interessante Charaktere, Hawk wird nur kurz erwähnt, aber ich bin mir sicher, das wir noch mehr von ihnen lesen werden.

    Die Schauplätze sind ebenfalls sehr anschaulich beschrieben, und egal ob es sich um die verlorene Bibliothek, das Schloss in Rumänien oder das spartanische Zimmer im Orden handelt, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.


    Das Buch hat mich wieder in eine fantastische Welt entführt, das mir spannende, kurzweilige und abwechslungsreiche Lesestunden beschert hat.

    Fantasyliebhaber, Romanceliebhaber kann ich das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen. Ein guter Schuss Erotik ist ebenfalls hier zu finden.


    Das Cover ist aufwendig, aber denzent in der Farbwahl gehalten, was mir besonders gut gefällt.


    Fazit: Spannender, abwechslungsreicher und sinnlicher wie emotionaler vierter Band der Reihe. Absolut empfehlenswert. 5 Sterne.

  13. Cover des Buches Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (ISBN: 9783462043921)
    Alina Bronsky

    Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

     (159)
    Aktuelle Rezension von: inabroich
    Bitterböse, straight heraus und immer auf den Punkt. Aufgrund kultureller Einflüsse kann man sich häufig nur schwer mit der Hauptprotagonistin Rosalinde identifizieren. Was aber nicht unbedingt nötig ist, denn der Sprachstil und zeitweise auf mich fremd wirkende Handlungsweisen, nötigen einen immer weiter zu lesen. Das Ende ließ mich mit dem Buch versöhnt zurück. Die Geschichte hat mich dazu bewegt, tiefer in die tatarische Historie einzutauchen und mich eingehender mit den verschiedenen Völkern Russlands zu beschäftigen.
  14. Cover des Buches Eine Frau in Berlin (ISBN: 9783442737949)
    Anonyma

    Eine Frau in Berlin

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Nach dem Krieg gab es Massenvergewaltigungen. 

    Der Verlag lobt die Autorin dafür, kein Sekbstmitleid zu zeigen.

    Ihr Freund trifft es eher. Als er zurück kommt, sagt er, sie sei wie eine Hündin geworden. Sie schreibt selber, sie will überleben wie ein Tier. Sie schreibt auch, es habe ihr körperlich nicht geschadet, sie sei gesund.

    Wenn man in Deutschland Hilfe gesucht hat, weil die Oma etc durch solche Erlebnisse traumatisiert war, wurde man ausgelacht. Deutsche sind stolz drauf, angeblich alles ohne Schaden wegzustecken, überlegen und unkaputtbar. In Wahrheit aber nur kalt und vertiert.

    Wie es in diesem Buch heisst: das gehört halt dazu.

    Wie Deutsche mit Katastrophen umgehen, ist einfach abscheulich.Hier werden die Deutschen auch ein Volk von Stummen  genannt.

    Ein sicher aufschlussreiches Buch. Man möchte schreien.




  15. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  16. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.041)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Ein opulentes Stück Weltliteratur, das Leo Tolstoi mit seiner „Anna Karenina“ geschaffen hat. Und trotz der vielen Seiten, mit denen dieser Roman aufwartet, las er sich doch recht zügig.

    Streng genommen sollte das Buch nicht nur Anna Karenina heißen, geht es doch um zwei verschiedene Frauen, zwischen deren Leben die Handlung hin und herspringt. Kitty heißt das andere junge Mädchen, deren Leben und Leiden der Leser begleitet.

    Als Anna Karenina Alexej Wronskij kennenlernt, ist es um beide geschehen. Sie wird zur bekanntesten Ehebrecherin in der Weltliteratur. Doch das Leben ist nicht leicht im Russland der Zarenzeit. Frauen sind ohne ihre Männer nichts, haben keine Rechte und quasi keine Daseinsberechtigung. Sie erhalten „Taschengeld“ von ihren Ehemännern, um sich oder ihren Kindern etwas kaufen zu können. Auch haben sie keinerlei Rechte auf ihre eigenen Kinder, wenn es zum Ehebruch kommt. Und so leidet Anna einerseits unter dem Fehlen ihres Sohnes, andererseits unter ihrem verlorenen Leben. Doch solange Wronskij da ist, ist alles gut.

    Kitty hingegen lehnt den Heiratsantrag eines ihr lieben Menschen ab, da ihre Mutter eine bessere Partie vorgesehen hat, aus der dann jedoch nichts wird. Die Depression, in die das junge Mädchen stürzt, begleitet sie dann ihr weiteres Leben. Doch vielleicht ist noch eine Änderung der Lebensumstände möglich.

    Ein großes Werk, das wirklich nur ein paar kleinere Szenen hat, auf die man getrost verzichten könnte. Das Leben zur Zarenzeit wird wirklich sehr gut dargestellt und das Leben der Frauen authentisch erzählt.

    Mir tun sie vor allem Leid. Sie sind nichts, sie haben nichts und müssen es dann auch noch über sich ergehen lassen, dass das Fremdgehen ihrer Männer Normalität ist. Ich bin froh, selbst nicht in dieser Zeit in diesem Land leben zu müssen.

    Was ich als Manko herausstelle, sind die ganzen gefühlsduseligen und hysterischen Frauen. Klar, Tolstoi war ein Mann, aber offenbar stand seine Meinung über Frauen auch nicht gerade hoch im Kurs. Immer wieder schreiben, heulen und ewige Tränen. Als Alternative geht nur der Glanz in jedermanns Augen... Das fand ich etwas nervig, zumal Tolstoi dies inflationär eingesetzt hat. Und das, obwohl es fast nur prächtige und vorzügliche Menschen in diesem Roman gab.

    Dennoch: eine gute Geschichte, die man vielleicht einfach einmal im Leben lesen haben sollte. Ich werde Tolstoi auf jeden Fall noch mindestens ein Buch geben.

  17. Cover des Buches Der Mann aus St. Petersburg (ISBN: 9783404105311)
    Ken Follett

    Der Mann aus St. Petersburg

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Molks
    Wieder ein Spionage-Thriller von Follett, der mal wieder richtig gut ist. Follett verbindet eine spannende Geschichte mit fundiertem Hintergrundwissen zu einem spannenden Roman, den man nur unschwer aus den Händen legen kann.
  18. Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783844810295)
    Michail Bulgakow

    Der Meister und Margarita

     (371)
    Aktuelle Rezension von: Curtis

    Zu dem Buch kann man nur eines sagen: Lesen!

    Ein absoluter Klassiker und nicht ganz einfach zu begreifen. Empfehle zusätzliche Hintergründe zum Buch zu recherchieren. Sehr spannend.

  19. Cover des Buches Jewgeni Onegin (ISBN: 9783458342243)
    Alexander Puschkin

    Jewgeni Onegin

     (39)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches 100 Gramm Wodka (ISBN: 9783890294575)
    Fredy Gareis

    100 Gramm Wodka

     (12)
    Aktuelle Rezension von: lizzie123

    Ein Reisebericht spannend und unterhaltsam wie ein Roman, gleichzeitig informativ und interessant wie ein Sachbuch.

    “100 Gramm Wodka” ist nicht nur mein erstes Buch von Fredy Gareis, sondern gleichzeitig auch das erste Buch, das ich über Russland gelesen habe. Zugegebenermaßen war früher mein Interesse sowie - abgesehen von manche politischen Dingen - mein Wissen über Russland auch eher begrenzt. Nach der Lektüre von “100 Gramm Wodka” ist dies nun anders: Fredy Gareis’ Beschreibungen der russischen Lebensart und der Menschen haben mich begeistert und neugierig gemacht. Es gab auch interessante Informationen über die Ess- und Trinkkultur und man konnte sogar ein paar Wörter lernen. Es hat mir besonders gut gefallen, dass viel geschichtlicher Hintergrund erläutert wurde, sodass man alles nachvollziehen konnte. Dadurch ist mir auch bewusst geworden, wie eng Deutschland und Russland einmal verbunden waren.


    Schreibstil:

    Fredy Gareis schildert seine Reise in einem sehr lebhaften Schreibstil, beschreibt Städte und Landschaften so detailreich, dass man fast das Gefühl hat, man wäre selbst in Russland. Zudem gelingt es ihm Sachinformationen einzubringen und den Leser mit in seine Gefühlswelt zu nehmen. Seine Sicht scheint völlig frei von Vorurteilen, offen für Neues, unvoreingenommen.

    Bereits der Einstieg war spannend und hat Lust auf die weiteren 250 Seiten des Buches gemacht und es gelingt dem Autor über das ganze Buch hinweg, den Leser zu fesseln und zu begeistern. Es gibt humoristische sowie informative Episoden, absolut realistische Beschreibungen von Orten und Personen und der Autor mit seinem persönlichen Schreibstil wurde mir schnell sehr sympathisch. 


    Äußere Gestaltung:

    Das Cover des Buches wirkt ansprechend und auch der Titel passt hervorragend zur Geschichte, denn dass Russen viel Wodka trinken ist tatsächlich kein Vorteil. Es gibt einige amüsante Episoden im Buch, bei denen Wodkakonsum eine große Rolle spielt. Das Layout des Buches ist absolut spitzenmäßig: die Kapitel sind nach den Aufenthaltsorten aufgeteilt und es gibt eine Russlandkarte im Buch, auf der die Reiseroute eingezeichnet ist, inklusive der einzelnen Aufenthaltsorte. Zudem gibt es 72 Bilder, die die verschiedenen im Buch besuchten orte und geschilderten Ereignisse während der Reise illustrieren. Einige Bilder sind so wunderschön und faszinierend, dass Russland jetzt auf meiner Liste mit Reisezielen steht. 


  21. Cover des Buches Artemis Fowl - Die Verschwörung (ISBN: 9783551358134)
    Eoin Colfer

    Artemis Fowl - Die Verschwörung

     (494)
    Aktuelle Rezension von: teufeljani

    Artnemis such weiter sienen Vater und ist jetzt in einem Internat.

    Bei den Feen spielen sich seltsma edinge ab und sie verdächtigen Artemis, so kommen siewieder zusammen, aber dieses mal dann nicht als Feinde.

    Das Buch ist gut geschrieben und wer das erste kennt sollte hier weiter lesen.

  22. Cover des Buches Mein Leben im Schrebergarten (ISBN: 9783442542703)
    Wladimir Kaminer

    Mein Leben im Schrebergarten

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Favole

    Ich kannte den Autor, Wladimir Kaminer, ja bislang gar nicht. Dieses Buch habe ich mal von meiner Brieffreundin bekommen, nachdem sie sich einen Schrebergarten zugelegt hatte. Meine Eltern hatten auch zu DDR-Zeiten einen und ich habe zumindest einen Garten am Haus. Nichts desto trotz stand das Buch einige Jahre im Regal, bevor es jetzt in meiner SUB-Abbau Liste für mich ausgewählt wurde. Und siehe da, das zweite Buch auf meiner Liste ist wieder was ganz Besonderes. 

    Cover: Die Umschlagseite in Verbindung mit dem Titel suggerierten mir
    ein wenig amüsante Lektüre und ich wurde nicht enttäuscht. 

    Inhalt/Handlung: Herr Kaminer bewirbt sich auf Wunsch seiner Frau um einen Schrebergarten, den er gar nicht will. Und der Leser darf an seinem Kleingartenleben teilhaben. Und doch führen seine Gedanken oft in eine andere Richtung, schweifen ab und verlieren mich als Leser doch nicht.

    Charaktere: Herr Kaminer - ich Erzähler, nach der Wende von Russland nach Berlin gekommen, seine Familie, auch die angeheiratete im Kaukasus, und so mancher Kleingärtner. Ganz ehrlich habe ich immer noch keine Ahnung, ob dieses Buch eine Biografie, Fiktion oder beides ist. Macht aber für meine Bewertung auch keinen Unterschied. Seine Figuren beschreibt er sicherlich nicht immer im besten Licht, aber doch stets mit liebevollem Humor.

    Stil: Der Autor schreibt leichtfüßig, gefühlt immer mit einem Zwinkern in den Augen, schreckt vor keinem Klischee zurück, kann es aber stets geschickt einbetten. Und doch hatte ich immer das Gefühl, dass da ein Profi am Werk ist, der gut recherchiert hat, sein Werkzeug beherrscht und doch als Ich-Erzähler irgendwie nahbar bleibt.

    Meinung: Ein tolles Buch! Vermutlich werde ich es nicht nochmal lesen, aber ich werde mich wohl mal in unserer Bibliothek nach weiteren Büchern von ihm umschauen. Fast schade, dass das Buch so lange ein Schattendasein in meinem Bücherschrank fristen musste. Die gut 220 Seiten waren schnell weggelesen, die teils kurzen Kapitel, z.T. auch mal Notizen für sein Buch oder ein Gedicht, taten Ihres dazu. Und das wichtigste für mich: ich musste wirklich mehrmals laut lachen. Eine Gutelaunebuch für mich. 

    Fazit: Ein sehr amüsantes Buch, auch für Kleingärtner. Ein bisschen Gartenhintergrundwissen kann nicht schaden, ist aber vermutlich nicht notwendig. Von diesem Autor werde ich sicher noch mehr lesen. =)



  23. Cover des Buches Ein Held unserer Zeit (ISBN: 9783257210064)
    Michail Lermontow

    Ein Held unserer Zeit

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Michail Jurjewitsch Lermontow wurde am 15. Oktober 1814 in Moskau geboren. Er wuchs ohne seine Eltern auf dem Gut seiner Großmutter auf. Lermontow studierte an der Universität in Moskau und begann dort im Alter von 14 Jahren Gedichte zu schreiben. 1832 wurde er wegen Unstimmigkeiten mit den Professoren von der Universität ausgeschlossen und ging zum Militär. 
    1837 widmete er sein Gedicht "Der Tod des Dichters" dem russischen Nationaldichter Alexander Puschkin, der im Duell tödlich verletzt worden war. Daraufhin wurde er in den Kaukasus verbannt. 1838 durfte er nach St. Petersburg zurückkehren wurde aber wegen eines Duells erneut in den Kaukasus versetzt. Dort starb Lermontow am 27. Juli 1841 in einem Duell mit Nikolai Martynov. (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt:
    Der Ich-Erzähler trifft auf einer Reise im Kaukasus auf den Offizier Maxim Maximowitsch, der ihm von den gemeinsamen Abenteuern mit dem Protagonisten Gregorij Alexandrowitsch Petschorin erzählt. Maximowitsch ist außerdem im Besitz der Tagebücher Petschorins, die er dem Erzähler überlässt. Diese beschreiben Gedanken und Erlebnisse Petschorins. 

    Ich habe dieses Buch bereits 2011 schon einmal gelesen, konnte mich aber überhaupt nicht mehr an den Inhalt erinnern. Da ich es aber behalten habe, um es ein zweites Mal zu lesen, zeigt mir, dass mich das Buch damals schon beeindruckt hat. 
    Petschorin ist ein amoralischer, zynischer und egoistischer Protagonist, der nicht viele Sympathien aufkommen lässt. Der Titel "Ein Held unserer Zeit" ist durchaus ironisch zu verstehen. Aber die Geschichten faszinieren - zum einen durch den bildhaften und poetischen Erzählstil Lermontows, der die Szenerien so stimmungsvoll darstellt, dass der Leser quasi in die Geschichte hineinversetzt wird. Zum anderen wird die Zerrissenheit des Protagonisten beschrieben, die innere Leere und der Versuch dieses Vakuum mit Leben zu füllen. 

    "Ein prachtvolles Stück Erde, dieses Tal! Ringsherum unersteigbare Berge, rötliche Felsen mit grünem Efeu behangen und von Wipfeln der Platanen gekrönt, gelbe Bergstürze, durch die das herabrieselnde Wasser kreuz und quer seine Rinnen gezogen hat, und ganz hoch oben die goldene Franse des Schnees...." (S.7)

    "Zuweilen verachte ich mich. Ob ich nicht deshalb auch die anderen verachte?... Ich bin zu edlen Trieben nicht mehr fähig; ich fürchte, mich in meinen eigenen Augen lächerlich zu machen." (S.135)

    Das ist für mich hohe russische Literatur vom Feinsten. Unbedingt lesen!


  24. Cover des Buches Brennerova (ISBN: 9783453438392)
    Wolf Haas

    Brennerova

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Inkedbooknerd
    Leider ein spezieller Schreibstil, mich hat er zu sehr angestrengt, von daher leider abgebrochen.


    Der Brenner ist Kriminalbeamter, und eigentlich mit der Hertha zusammen, doch als die im Urlaub ist , vertreibt er sich die Zeit im Internet auf einer Seite wo man Frauen kennenlernen kann und trifft dort auf Nadeshda. Er kann nicht von ihr lassen, zumal ihre Schwester verschwunden ist und im Brenner der Beschuetzerinstikt und der Kripobeamte zum Vorschein kommt.Doch Gewissensbisse verfolgen ihn der Hertha gegenüber....


    Eigentlich ist das Buch voller Charme und recht unterhaltsam, dennoch hat es mich mehr angestrengt.Der Schreibstil ist speziell. Und das hat mich gestört. Es zog sich die ganze Zeit durch die Geschichte und von daher konnte ich mich nicht in die Geschichte fallen lassen obwohl ich den Brenner echt mochte und ich gute Laune vermittelt bekam aber der Schreibstil ....leider....abgebrochen.


    Bewertung: 1 von 5 Brenner

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