Bücher mit dem Tag "sahara"
17 Bücher
- Antoine de Saint-Exupéry
Der Kleine Prinz
(8.127)Aktuelle Rezension von: N8CrawlDer kleine Prinz reist durch das Weltall, besucht verschiedene Planeten und trifft dort ziemlich merkwürdige Erwachsene. Wobei „merkwürdig“ vielleicht unfair ist, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich mich in manchen von ihnen ein kleines bisschen wiedererkannt. Natürlich nur ein winziges bisschen. Seine Begegnungen sind oft lustig und gleichzeitig irgendwie traurig. Besonders die Geschichte mit seiner Rose hat mich beschäftigt. Die beiden machen es sich wirklich nicht leicht – aber vermutlich ist genau das ziemlich menschlich. Und dann kommt auch noch der Fuchs daher und bringt meine Gefühle endgültig durcheinander.
Ich konnte an einigen Stellen schmunzeln und war an anderen plötzlich viel emotionaler, als ich es bei einem so kurzen Buch erwartet hatte. Die Geschichte wirkt zunächst ganz einfach, doch viele Gedanken schleichen sich heimlich in den Kopf und bleiben dort. Selbst nachdem ich das Buch beendet hatte, war ich innerlich noch irgendwo zwischen den Sternen unterwegs. Der kleine Prinz ist für mich kein Buch, das man nur einmal liest und danach ordentlich ins Regal zurückstellt. Wahrscheinlich entdeckt man bei jedem Lesen etwas Neues – je nachdem, was gerade im eigenen Leben los ist.
Ein kleines, warmherziges und überraschend tiefgründiges Buch, das mich zum Lachen, Nachdenken und fast auch zum Weinen gebracht hat. Ganz klar: 5 von 5 Sternen.
- Christian Rau
Wanyama: Die Wächter Afrikas
(22)Aktuelle Rezension von: Ulis_BooksIch frage mich echt, wie mir dieses Buch über sieben Jahre lang entgehen konnte... Aber fangen wir von vorne an:
Inhalt: Vier Teenager, die aus allen Ecken Afrikas stammen, erfahren, dass sie ein Wanyama besitzen. Das sind Tiergeister, die von den Ahnen geschickt wurden und sich mit auserwählten Menschen zu Wächtern verbinden, um Afrika vor der Zerstörung zu bewahren. Leider ist genau das der Plan der bösen Claws, die sogar Wächter entführen, um ihnen die Kräfte zu stehlen.
Meinung: Die Story nimmt sich sehr viel Zeit für ihre vier Hauptfiguren. Da die Geschichte in Blöcken zu je zwei Perspektiven gegliedert ist, lernt man die Figuren sehr gut kennen, ohne dass das Pacing der Story verschleppt wird. Die Figuren sind erfrischend lebhaft und frech dargestellt, jede auf ihre individuelle Art. Gegen Ende geht der Story ein bisschen die Puste aus, was mich aber nicht gestört hat, weil es ein wunderbares Sprungbrett in die Fortsetzungen ist. Afrika-Fans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten! - Marissa Meyer
Cress
(88)Aktuelle Rezension von: isas_bookworldWie bereits bei den vorherigen Teilen der Reihe war der Schreibstil der Autorin sehr angenehm zu lesen, obwohl ich die Er-/ Sieg-Perspektive eigentlich eher weniger mag. Hier hat sie aber sehr gut zur Geschichte gepasst.
Auch das Erzähltempo empfand ich als sehr angenehm, da das Buch zu keinem Zeitpunkt langatmig war, gleichzeitig aber alle wichtigen Details ausreichend erklärt wurden.
Die Idee, bekannte Märchen in einem Sci-Fi-Setting neu zu inszenieren, fand ich, wie bereits in den Rezensionen zu den vorherigen Bänden gesagt, von Anfang an sehr interessant. Der Aufbau der Welt wird wieder verständlich erklärt und wirkt auch sehr durchdacht. Dieser Band führt uns auf einen Satelliten und die Wüste Sahara, wodurch man nochmal eine komplett andere Seite der Welt kennenlernt, die aber mindestens genauso spannend und authentisch wirkt. So wirkt das Buch technischer als die vorherigen und durch den Aufenthalt in Afrika werden nochmal ganz andere Gesellschaftsschichten beschrieben. Auch die Art und Weise, wie die Gesellschaft funktioniert, mit den Androiden und Cyborgs etc. fand wieder ich sehr spannend zu lesen.
Das Buch beginnt ungefähr dort,wo der vorherige Band aufgehört hat, wodurch es direkt spannend weitergeht. Dabei begegnet man weiteren neuen Charakteren, die die Handlung und die Gruppendynamik unglaublich bereichern. Insgesamt ist die Geschichte deswegen sehr spannend und wirklich actionreich, wobei die Seiten nur noch so dahinfliegen. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, weil die Geschichte mich einfach so gepackt hat. Man schließt die Charaktere wirklich schnell ins Herz, wobei man gar nicht anders kann als mit ihnen mitzufiebern. Dabei begegnen sie immer wieder neuen Hindernissen, die einen den Atem anhalten lassen, weil die Situation oft aussichtslos wirken, was die Geschichte aber nur noch spannender macht.
Das Herz bleibt unter anderem deswegen allerdings auch nicht verschont, die Emotionen fahren Achterbahn. Im Laufe der Geschichte war ich wütend, verängstigt, habe mehrfach (fast) geweint, mit den Protagonisten gehofft und mit ihnen gelacht. Ich habe mich gefühlt als wäre ich Teil der Gruppe und hatte deswegen auch einfach all the feels.
Das liegt vor allem aber auch an den Protagonisten und Charakteren.
Cinder, Kai, Scarlet, Wolf und Iko sind natürlich weiterhin mit dabei. Weiterhin sind sie dabei wirklich alle wundervolle Charaktere, die man eigentlich nur ins Herz schließen kann.
Neu dazu kommt Cress, die, wie Thorne so schön sagt, "awfully sweet" ist. Ihr Blick auf die Welt ist etwas naiv, weil sie alles dort zum ersten Mal sieht, was ihre absolute Begeisterung für so ziemlich alles einfach nur noch wundervoller macht. Trotzdem ist sie unglaublich stark,viel stärker als sie denkt, und ziemlich schlau. Sie ist immerhin nur so ziemlich die krasseste Hackerin aller Zeiten.
Dabei verliebt sie sich auf den ersten Blick in Thorne. Aber sind wir Mal ehrlich, wer tut das bitte nicht? Ich liebe Thorne unglaublich. Schon seit seiner ersten Szene im 2.Band. Er ist ziemlich von sich selbst überzeugt, aber auf eine ziemlich sympathische Weise, weshalb er vor allem mit Cinder oft aneinander Gerät, was die Unterhaltungen der beiden aber nur noch amüsanter macht. Dabei ist er gar nicht so selbstsicher wie er es darzustellen versucht, wobei Cress vielleicht die einzige ist, die ihn wirklich sieht.
Und habe ich schon erwähnt, wie süß die beiden sind? Sie sind so unglaublich süß! Ich will mehr!
Denn dieses Ende! Ich bin unglaublich froh, den nächsten Teil der Reihe schon zu Hause zu haben, weil dieser Cliffhänger keinesfalls so stehen gelassen werden kann. Ich zumindest, konnte die Spannung kaum aushalten, wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und habe deswegen direkt weitergelesen.
Alles in allem handelt es sich bei diesem Buch meiner Meinung nach um den bisher besten Teil der Reihe, weshalb ich dem Buch auch 5 Sterne gebe.
- Catherine Shepherd
Der Flüstermann: Thriller
(219)Aktuelle Rezension von: käutzchenDies ist der dritte Fall von der Spezialermittlerin Laura kern.. ich selber suchte die Thriller der Autorin Catherine shepherd nach und nach besorge ich mir ihre Bücher und nun wahr das dran , der Thriller wahr spannend wie ich es von der Autorin kenne .. ich wurde keinesfalls enttäuscht..
Aber worum geht es bei den Thriller ? Dazu die Kurzbeschreibung von Buchrücken...
Ein grauenvolles Video taucht im Internet auf. Eine junge Frau wird vor den Augen aller Welt ermordet. Der täter flüstert ihr vorher etwas im ohr , das Laura kern zutiefst schockiert. Die Spezialermittlerin arbeitet auf Hochtouren, doch bereits nach kurzer Zeit wird ein neues Video veröffentlicht. Der täter scheint seine Opfer wahllos von der Straße zu holen. Bevor er tötet , testet er sie . Laura Jagd ein Monster, das ihr immer ein Schritt voraus ist . Erst viel zu spät entdeckt sie ein dunkles Geheimnis, das sie auf die Spur des Täters bringt . Aber der hat das nächste Opfer längst in seiner Gewalt, und niemand vermag zu sagen, ob Laura ihn rechtzeitig stoppen kann..
Jetzt nach den Thriller werde ich Bettler mit andern Augen sehen , was im Buch auch eine Rolle spielt, aber dazu werde ich nichts verraten und kann nur raten diesen spannenden Thriller zu lesen..
- Ken Follett
Der Schlüssel zu Rebecca
(169)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessNach sehr starken Leseerfahrungen zuletzt war die Erwartung an Der Schlüssel zu Rebecca entsprechend hoch – gerade auch, weil ich mit Ken Follett bereits im Kingsbridge-Universum sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Umso größer ist leider die Ernüchterung bei diesem deutlich kompakteren Spionagethriller.
Zunächst positiv: Das Buch liest sich flüssig, und Follett versteht es grundsätzlich, Szenen dynamisch und klar zu schreiben. Auch die Grundidee hat Potenzial – ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem deutschen Spion und einem britischen Offizier im Zweiten Weltkrieg, ergänzt durch den interessanten Ansatz, dass beide Figuren Menschen in ihrem Umfeld bewusst als Mittel zum Zweck einsetzen.
Gerade dieser Aspekt – Figuren als „Schachfiguren“ in einem größeren Spiel – gehört zu den stärkeren Elementen des Romans. Während der Spion Wolff kalt und berechnend agiert, zeigt sein Gegenspieler moralische Zweifel, obwohl er ähnliche Mittel einsetzt. Hier liegt eigentlich ein spannender Konflikt, der jedoch leider nicht konsequent ausgearbeitet wird.
Das größte Problem des Romans ist die fehlende Spannung im eigentlichen Sinne. Obwohl die Ausgangssituation vielversprechend ist, fehlt über weite Strecken ein klares Ziel oder eine „tickende Uhr“. Der Leser weiß früh, wer wen jagt und was auf dem Spiel steht – aber es entsteht kaum Druck oder Dringlichkeit. Stattdessen wiederholen sich Abläufe nach dem Muster „fast erwischt – wieder entkommen“, ohne dass sich die Situation spürbar zuspitzt.
Auch der Spionageaspekt bleibt überraschend oberflächlich. Der titelgebende Code spielt nur eine untergeordnete Rolle und wird kaum aktiv in die Handlung eingebunden. Statt eines komplexen Spiels aus Information, Täuschung und Strategie erhält man eher eine klassische Verfolgungsgeschichte, die auch in einem anderen Setting ähnlich funktionieren könnte.
Hinzu kommt, dass zu viele Figuren eingeführt werden, ohne ihnen genügend Raum zur Entwicklung zu geben. Während Follett in seinen großen historischen Romanen genau daraus Stärke zieht, wirkt es hier überladen. Die Figuren bleiben dadurch oft funktional und erreichen selten die Tiefe, die man sich wünschen würde.
Im letzten Drittel verstärken sich diese Probleme. Plötzliche stilistische Brüche – etwa unerwartete Perspektivwechsel in die Ich-Form – wirken unharmonisch und eher wie nachträgliche Effekte als organische Bestandteile der Erzählung. Gleichzeitig wird das Tempo erhöht, ohne dass die Spannung tatsächlich zunimmt. Die finalen Konfrontationen wirken kurz, fast abgehandelt, und bleiben emotional hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Das Ende selbst ist wenig überraschend und wird sehr knapp abgewickelt. Mit etwas mehr Fokus und dem Verzicht auf einige konstruiert wirkende Plot-Elemente hätte hier deutlich mehr Wirkung entstehen können.
Unterm Strich bleibt ein solide geschriebener, aber inhaltlich zu flacher Thriller, der seine vielversprechenden Ansätze nicht konsequent ausnutzt. Für mich funktioniert Ken Follett deutlich besser im epischen, historisch angelegten Erzählen als in diesem kompakten Spionageformat.
Fazit: Lesbar, aber enttäuschend in Tiefe und Spannung.
- Jörg Juretzka
Nomade 2
(2)Aktuelle Rezension von: Janko-UnchainedJörg Juretzka - Nomade 2: Der weiße Vogel
(Rotbuch Verlag)
- schwarzhumoriges Pott-pourri in der algerischen Wüste -
Tamanrasset, Südalgerien. Nachdem Kristof Kryszinski noch immer in der afrikanischen Wüste festsitzt, wird er von Charterpilot Serge darum gebeten, ihn bei der Suche nach fünf vermissten Personen, im militärischen Sperrgebiet Algeriens, zu unterstützen. Als Kristof dankend ablehnt, jedoch erfährt, dass es sich bei den Abgängigen um eine dreiköpfige All-Female Punk Rock Band und ihre Film-Crew handelt, ist der ehemalige Junkie, Knacki, Privatermittler, Hausmeister, Rocker, Sexgott, operative Mitarbeiter bei Europol und Kneipenbesitzer schnell umgestimmt. Dass sich hieraus ein komplexer, schwarzhumoriger Krimi / Thriller mit pointiertem Galgenhumor und eine mehr als gefährliche Unternehmung für Kristof "Gefahr" Kryszinski entwickelt, dürfte jedem seiner Fans klar sein. Bei der Suche nach den Verschollenen, tappt der von Grund auf tiefenentspannte, doch gleichermaßen rast- und ruhelose Vermisstenermittler, trotz gleißender Sonne, zunächst im Dunkeln. Kristof bekommt es mit schwerbewaffneten Wegelagerern und dem Zollchef von Tamanrasset zu tun, der ihn auf eine waghalsige Unternehmung schickt. Todesmutig oder eher gezwungenermaßen stürzt sich der smarte, um nicht zu sagen durchtriebene Allrounder in sein nächstes Himmelfahrtskommando. Dabei verfasst er seine Erlebnisse zunächst wie ein einsamer Nomade im drogenverseuchten Delirium und gerät in die Fänge einer konspirativen, bornierten, esoterikinfizierten, vollkommen verstrahlten, gierigen, mordlustigen und inzestuösen Familie grenzdebiler Sexmagick-Verfechter.
Im 15. Teil der Kristof Kryszinski-Reihe "Nomade 2: Der weiße Vogel", welcher bereits im Jahre 2023 publiziert wurde, schickt der anspruchsvolle Kontext-Jongleur und Meister der humorgeschwängerten Wortakrobatik Jörg Juretzka seinen schnippisch frotzelnden Ruhrpottler zum erneuten Male auf eine Mission Impossible. Immer wieder ein Gedicht und eine psychische, wie physische Wohltat, Juretzkas politisch unkorrekte, um die Ecke gedachte Prosa zu absorbieren. Ich liebe diesen einzigartigen, trockenen, prätentiösen, ehrlichen und spitzfindigen Sarkasmus, der gleichwohl ernsthaft die verschiedensten Ungerechtigkeiten dieser Welt behandelt. In eine einfache, gleichwohl anspruchsvoll arrangierte Sprache verpackt, geht es der 1955 in Mülheim an der Ruhr geborene Autor in der ersten Phase, des 304 Seiten zählenden Pott-pourri, etwas ruhiger an. Der Spannungsbogen wird zumindest zu Beginn der schrägen, nachgerade absurden Handlung, nicht allzu sehr überspannt. Doch Jörg Juretzka hat noch so viel mehr in petto, denn mit einem Mal dreht der Verfechter der verschachtelten Kausalitäten den Tacho auf 180 und ich hänge aufs Neue an seinem schwungvollen Signature-Schreibstil, wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter. Nach einem absichtlichen Verwirrspiel, in dem auch die Leserschaft lange Zeit im Dunkeln tappt, nimmt "Nomade 2: Der weiße Vogel" eine völlig andere Dynamik an. Denn plötzlich tut sich eine prekäre Situation nach der anderen auf und es geht in Kryszinski-Manier in die Vollen. Mit weitreichenden Folgen. Für alle Beteiligten. Der ausgebuffte (Über-)Lebenskünstler stößt nämlich auf einen weißen Vogel, der gestopft ist, wie eine Weihnachtsgans. Nur eben nicht mit Hackfleisch oder Äpfeln und Maronen oder gar Dörrzwetschken, sondern mit allerlei schwer verdaulichen Utensilien, die gewisse Begehrlichkeiten in verschiedene Richtungen ausstrahlen. Und diese Strahlung ist mitunter tödlich!
(Janko)
https://www.facebook.com/profile.php?id=100070059165992
Brutalität/Gewalt: 49/100
Spannung: 73/100
Action: 62/100
Unterhaltung: 86/100
Anspruch: 35/100
Atmosphäre: 70/100
Emotion: 53/100
Humor: 43/100
Sex/Obszönität: 20/100
https://www.lackoflies.com - Wertung: 82/100
https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik)
Jörg Juretzka - Nomade 2: Der weiße Vogel
Rotbuch Verlag
Krimi/Thriller
Buchreihe: Kristof Kryszinski-Reihe – Band 15
ISBN: 978-3-86789-215-5
304 Seiten
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Erscheinungstermin: 22.08.2023
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.
"Nomade 2: Der weiße Vogel" beim Rotbuch Verlag: k. A.
- Eric-Emmanuel Schmitt
Nachtfeuer
(22)Aktuelle Rezension von: AlaisAls er noch Student der Philosophie war, wurde Eric-Emmanuel Schmitt von dem Theater- und Filmregisseur Gérard gefragt, ob er an einem Film über Charles de Foucauld, einem französischen Forscher und Priester, mitwirken möchte. Zur Vorbereitung des Films brachen sie gemeinsam zu einer Reise auf den Spuren Foucaulds auf und schlossen sich einer Reisegruppe an, um in die Sahara-Wüste und zum algerischen Ahaggar-Gebirge zu gelangen. Neben ihrem Reiseführer mit dem heute nicht mehr ganz so sympathisch wirkenden Namen Donald mit dabei: Abayghur, ihr Tuareg-Reiseführer. Konfrontiert mit der eindrucksvollen Kulisse der Wüste entwickelten sich zwischen den Teilnehmern spannende Streitgespräche über große Fragen der Menschheit. Doch Schmitt sollte auf dieser Reise in die Wüste ein noch viel einschneidenderes Erlebnis erwarten …
„Nachtfeuer“ ist ein leise und poetisch erzähltes, sehr persönliches Buch, nicht nur weil es autobiographisch ist, sondern vor allem weil es einen tiefen Blick in die Innenwelt des Autors wirft. Ich bewundere Schmitts Mut, diesen zuzulassen und ein Erlebnis zu schildern, das, wie er sehr wohl weiß, nur schwer zu glauben ist – ich selbst habe ehrlich gesagt damit große Schwierigkeiten.
Gerade das macht mir den Autor in diesem Buch aber auch sehr sympathisch: Schmitt zeigt sich als ein Mensch, der es vorzieht, seinen eigenen Weg zu gehen und notfalls eben gegen den Strom zu schwimmen, gerade weil ihm bewusst ist, dass das eigene Wissen wie das Wissen aller Menschen begrenzt ist. Er pflegt die leider so selten gelobte Tugend der Bescheidenheit und hat doch den Mut, seinen eigenen Standpunkt zu vertreten und den Leser dazu einzuladen, einen anderen Blickwinkel einzunehmen.
Mir gefiel die Lektüre dieses Buches sehr, obwohl ich trotz des geringen Umfangs von nur knapp 200 Seiten nur langsam vorankam, weil es neben den Reisebeschreibungen, die akutes Fernweh hervorrufen, wie beispielsweise des atemberaubenden Nachthimmels über der Wüste, viele Perlen der Weisheit, die zum Nachdenken anregen, enthält. - Daniel Silva
Der Drahtzieher: Ein Gabriel-Allon-Thriller
(27)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Gabriel hat den Dienst als Chef endlich angetreten, als Saladin wieder Bomben zünden lässt. In London sterben dabei zahlreiche Menschen und der nächste Anschlag steht unmittelbar bevor.
Gabriels Erzfeind Saladin hat es also wieder nach Europa geschafft und zahlreiche seiner Mitstreiter sind bereit.
Saladin hat es auf die Topliste zahlreicher Geheimdienste geschafft. Er muss ausgeschaltet werden, aber wie?
Der Mossad hat bereits einen Plan. Dafür werden 50 Millionen Euro benötigt und Julian Isherwood muss mal wieder dafür seinen Kopf hinhalten.
Der Plan beinhaltet einige riskante Stellen. Ausgerechnet der Drogenbaron Frankreich soll umgedreht werden und maßgeblich für die Anwerbung Saladins herhalten. Doch JLM, reich und durchtrieben, lässt sich zwar anwerben, behält jedoch seine eigenen Eisen im heißen Feuer. Gemeinsam mit seiner Partnerin Olivia Watson gelingt es dem Dienst, den Plan umzusetzen.
Unterstützt wird Gabriel von zahlreichen dubiosen Gestalten, MI6 Spionen, korsischen Geschäftsmännern, Dschinns und von seinem Team.
Daniel Silva lässt uns auch dieses Mal rund um den Globus reisen. Ob Féz, Casablanca oder in die Sahara. Während Gabriel endlich seine letzte Übung zielgerichtet einsetzen kann, muss er schwer an sich arbeiten. Als Chef vom Dienst sollte er eigentlich die operativen Einsätze nur leiten, nicht selbst durchführen. Aber dank CIA, MI6 und MI5 sowie dem gewieften französischen Sonderermittler gelingt es ihm, die Welt wieder ein wenig sicherer zu machen.
- Alberto Vázquez-Figueroa
Tuareg
(63)Aktuelle Rezension von: Simone_PaulynAlberto Vázquez-Figueroa erzählt in seinem Roman „Tuareg“ die Geschichte von Gacel Saya. In seinem Lager wird ein Gast erschossen, ein weiterer entführt. Somit haben die Soldaten das alte Recht des Gastes, der bei den Tuareg geschützt wird, verletzt und auch die Ehre von Gacel. Er verlässt seine Familie, um den entführten Gast zu befreien und den Tod des Gastes zu rächen. Gacel findet den entführten ehemaligen Präsidenten. Auf ihrer Flucht machen sie sich auf den Weg durch Tikdabra, das Land der Leer. Gacel möchte seinen Schützling über die Landesgrenzen bringen. Es ist so heiß und unwirtlich, dass es kein Leben dort gibt und noch niemals zuvor jemand es zu durchqueren vermochte. Gacel und der ehemalige Präsident Abdul-el-Kebir bezwingen das Land der Lehre mit allerletzter Kraft. Der Präsident wird im Grenzgebiet gerettet und soll wieder politischen Einfluss ausüben. Während der Flucht haben sich die Soldaten seiner Frau Laila und seiner Kinder bemächtigt, um ihn zu zwingen, den Präsidenten einzutauschen. Als Gacel dies erfährt, macht er sich auf den Weg in die Großstadt, um seine Familie zu befreien. Hier wird das Leben und die Konfrontation mit der anderen Kultur für ihn zum Alptraum. Ein interessantes Buch, dass die Unwirtlichkeit der Wüste und die Kultur der Tuareg sowie das Handeln aufgrund von Ehrverletzungen zeigt. Es veranschaulicht auch, wie es nach Ende der französischen Kolonialzeit zuging und wie verschiedene Kulturen aufeinander prallten und dies auch sicher heute noch tun. - Daniel Wagner
Eine kleine große Reise um die Welt
(8)Aktuelle Rezension von: LesensundspielenddurchslebenMara hat einen großen Traum: Die ganze Welt zu sehen, das tiefste Meer und den allerhöchsten Berg. Das ist ein großer Traum für ein kleines Eichhörnchen wie Mara. Und das geben ihr die anderen auch zu bedenken: Die Welt ist groß und gefährlich. Doch das hält Mara nicht auf. Sie malt ein Plakat und ruft, ob sie ein Vogel nicht minehmen könnte. Promt findet sie ein Flugtaxi in der Person von Arthur, dem Albatros. Mit ihm beginnt für Mara eine aufregende Reise um die Welt.
Mara erlebt auf ihrer Reise sehr viel, sie sieht viele Tiere und lernt ihren Lebensraum kennen - mit Mara lernen so die lesenden Kinder auch, welches Tier wo lebt und mit wem es seinen Lebensraum teilt.
Wir haben mit dem Buch auch über unsere eigenen Träume zu sprechen begonnen. Denn das Buch ermutigt auch, an seine eigenen Träume zu glauben und sich nicht verunsichern zu lassen von anderen.
Das Buch ist an Kindergartenkinder gerichtet, der Text ist von der Länge her ideal dafür. Ich habe das Buch mit dem 5 Jährigen gelesen, für den war die Textlänge und Buchlänge genau richtig. Auch der siebenjährige Sohn hat gerne mitgelesen. Besonders gefallen haben uns die schönen Illustrationen. Ein wirklich schönes Buch!
- Clive Cussler
Das Osiris-Komplott
(7)Aktuelle Rezension von: TanteGhostSpannend, trotz Fiktion glaubwürdig und absolut lesenswert!
Inhalt: Osiris, nicht nur mächtiger Gott des ägyptischen Totenreiches, sondern auch eine Gruppe von Wasserwerken, die einem sehr machtbesessenen Mann gehört, der dann erst einmal vielen Menschen den natürlichen Wasserhahn zudreht.
Ein seltsamer Vorfall auf der Insel Lampedusa, auf der, durch einen schwarzen Qualm, Menschen in eine totenähnliche Starre verfallen und nur mit dem richtigen Gegenmittel wieder ins Leben zurück geholt werden können.
Und zwischen all diesem Durcheinander, versuchen Kurt Austin und Joe Zavalla, sowie das dazugehörige Team, zu helfen und den Menschen in mehrerlei Hinsicht das Leben zu retten.
Auf den Spuren von Napoleon, und den alten Ägyptern, stoßen die Menschen von heute auf eine Substanz, die wohl schon die Priester im alten Ägypten genutzt haben, um ihre Macht zu demonstrieren. Die aber in der heutigen Zeit, in den falschen Händen, eine große Katastrophe auslösen kann.
Fazit: War das erholsam, nach den letzten Reinfällen endlich mal wieder einen Bestseller zu lesen, der diesen Namen auch verdient hat. - Clive Cussler steht für ein garantiertes Lesevergnügen. Für Abenteuer rund um die Welt, die einem Indianer Jones in nichts nachstehen und mich einfach nur immer wieder gut unterhalten.
Am Anfang stand dieses seltsame Ereignis auf der Insel Lampedusa. Die Beschreibungen allein, haben mir kalte Schauer über den Rücken gejagt. Ich habe das qualmende Schiff vor mir gesehen und ich habe die Menschen wie die Fliegen umfallen sehen. - Das allein war schon ein wirklich sehr unterhaltsames Kopfkino. - Doch dann kam Kurt Austin ins Spiel.
Joe Zavalla und Kurt Austin machten sich ja zunächst auf, um den Personen zu helfen, die sich verschanzt haben, um von der Substanz eben nicht lahmgelegt zu werden. Dabei wird an Dramatik nicht gespart und die Leute müssen fast ersticken. - Aber zumindest diese Menschen können es schaffen.
Die Nachforschungen in diesem Fall führen Joe und Kurt auf die Spuren von Osiris. - Wobei dieser Name hier wohl bewusst so gewählt ist, dass er für Verwirrungen sorgt. Aber in diesem Fall handelt es sich nicht um den ägyptischen Totengott, sondern um eine Organisation, die Wasserkraftwerke betreibt und ganz nebenbei den Menschen in der Wüstengegend das bisschen Wasser noch abgegraben hat, was sie haben. - Ziel der Aktion sind Unruhen und ein Machtumschwung. Das das für die Menschen in der Region nichts Gutes bedeutet, ist ja wohl klar.
Die Story verbindet einen Hauch Ägyptologie mit dem heutigen Wahnsinn, wenn jemand mit allen Mitteln der Macht seinen Willen durchsetzen will. Zum Teil ist die Story wirklich nervenaufreibend ohne Ende und zu einem anderen Teil fast schon vorhersehbar. - Denn dass hier einmal mehr das Gute siegt, ist ja wohl mal mehr als offensichtlich. Der Weg dorthin ist allerdings mit zahlreichen Gefahren und der einen oder anderen Faszination gespickt.
Fazit: Die pure Spannung, einmal mehr eine einzigartige Faszination und natürlich, wie von Clive Cussler nicht anders zu erwarten, einmal mehr ein ziemlicher Banger an Story, den man im Nachhinein auch erst einmal sacken lassen muss, um das ganze Ausmaß zu verstehen.
Clive Cussler hat hier wirklich sehr geschickt eine Legende der alten ägyptischen Priester mit heutiger Archäologie und einer grandiosen Verfolgungsstory vermischt. - Das hier, einmal mehr, das Gute siegt, ist ja wohl obligatorisch.
Ich hatte ein farbenfrohes und sehr unterhaltsames Kopfkino vor meinem geistigen Auge und habe mich kaum von der Lektüre trennen können. - War dann, aufgrund des normalen Lebens, doch eine Unterbrechung nötig, war das kein Problem. Ich bin immer wieder sehr gut in die Handlung hinein gekommen.
Clive Cussler steht für Bestseller am laufenden Band und gerade mit der Reihe über Kurt Austin, hat er einmal mehr ein absolut grandioses Werk abgeliefert. - Besonders interessant in diesem Fall, war die Tatsache, dass kleine Rückblicke auf vorangegangene Bände, noch einmal einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Büchern hergestellt haben. - Trotzdem kann man die Bücher aber auch unabhängig voneinander und außerhalb der chronologischen Reihenfolge lesen. Alles Wichtige wird immer noch einmal kurz erklärt und ansonsten ist jedes Buch ein für sich abgeschlossener Roman.
Die Bücher von Clive Cussler gehören zwar immer einer Reihe an, können aber durchaus auch außerhalb der chronologischen Reihenfolge gelesen und genossen werden. Jedes Buch bildet einen für sich abgeschlossenen Fall, was Quereinsteigern den Einstieg wirklich sehr erleichtert. – Ich spreche hier eine absolute Leseempfehlung aus!
- Sherry Thomas
The Perilous Sea
(8)Aktuelle Rezension von: CadnessLange ist es her, dass ich den ersten Band gelesen habe. Aber nur wurde es an der Zeit, Titus und Iolanthe erneut auf ihrer Reise zu begleiten.
Es wäre gelogen, wenn ich sage würde, dass mir der Einstieg nicht schwer gefallen ist. Ja, mehr als einmal hatte ich auch den Gedanken, das Buch abzubrechen, weil mir alles zu verwirrend und chaotisch gewesen ist und ich mir stellenweise einfach mehr Erklärungen gewünscht habe. Hinzu kam, dass ich einige Einzelheiten vergessen habe, die mir aber (gott sei dank!) nach und nach wieder ins Gedächtnis gekommen sind.
Die Geschichte wird dieses Mal aus zwei Zeitsträngen erzählt. Obwohl diese auf den ersten Blick sehr unterschiedlich zu sein scheinen, haben sie eine Menge gemeinsam..
Wie auch schon im ersten Teil, erwarten die Charaktere einige Hindernisse und Gefahren. Selten ist etwas so, wie es auf den ersten Blick scheint und daher ist es wichtig, auf manche Gegebenheiten einen zweiten Blick zu werfen oder diese gar aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachen.
Wie oben schon erwähnt, ist die Handlung chaotisch, verwirrend und voller ungeahnter Ereignisse. Abrupte Orts- und Personenwechsel sind keine Seltenheit. Aber gleichzeitig schafft es die Autorin immer wieder, den Leser neugierig zu machen und an der Angel zu halten. Eine Szene erscheint klein und unbedeutend, also wird sie für den weiteren Verlauf sicherlich nicht von großer Wichtigkeit sein? Pustekuchen. Gerade diese Szene kann den bisherigen Storyverlauf KOMPLETT auf den Kopf stellen. Der Figur würde man höchstens eine Nebenrolle zuteilen? Ein fataler Fehler. Gerade dieser Charaktere kann sich als wahre Goldgrube entpuppen.
In diesem Band geht es primär um die Frage, ob man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen soll, auch wenn dies bedeutet, von altbekannten Wegen abzuweichen oder ob man sich in vermeintlich sicheren Gefilden weiterbewegen und leiten lassen möchte. Für welche Variante sich die Charaktere letzendlich entscheiden, müsst ihr aber selbst herausfinden. Ich für meinen Teil bin froh, durchgehalten zu haben und bin gespannt, wie die Reise für die Charaktere ausgehen wird. Hoffentlich lässt die Übersetzung nicht mehr allzu lange auf sich warten! Insgesamt vergebe ich 3,5 Sterne.
- Timur Vermes
Die Hungrigen und die Satten
(38)Aktuelle Rezension von: -BuchLiebe-Ich habe das Hörbuch gehört.
Erstmal möchte ich sagen, dass es wieder mal phänomenal gut gelesen war. Das macht einfach unfassbar viel aus bei einem Hörbuch.
Die Mischung zwischen Satire und Dramatik ist sehr gut gelungen. Zu Beginn der Geschichte musste ich mehrmals schmunzeln und auch mal laut lachen. Der Humor ist definitiv vorhanden. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr ernster und dramatischer wird es. Dies wird noch unterstrichen dadurch, dass dieses Thema auch in der realen Welt hochaktuell ist.
Im Verlauf der Geschichte fiebert man mit den Figuren auch immer mehr mit, hofft und bangt und zum Schluss fragt man sich, wieso das nicht gleich so gegangen wäre? Aber das liegt wohl auch in der Natur des Menschen, dass die Entwicklung wohl so laufen muss.
Aber man macht sich auch Gedanken ob bestimmte Situationen in der Realität auch wirklich so funktionieren würden/könnten.
Die Figuren fand ich sehr passend und gut dargestellt. Auch die Entwicklung im Laufe der Geschichte ist nachvollziehbar.
Fazit: Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte die fantastisch gelesen ist und doch einen ersten Kern hat der zum Nachdenken anregt.
- Jörg Juretzka
Nomade
(3)Aktuelle Rezension von: Janko-UnchainedJörg Juretzka - Nomade
(Rotbuch Krimi)
- Leben und Sterben in der Wüste -
In seinem 14. Fall "Nomade" hat es Kristof Kryszinski, den sympathischen, immer neugierigen (Über-)Lebenskünstler, absoluten Allrounder und kleinen, verkappten MacGyver, in den Norden Afrikas, präzise gesprochen, in den algerischen Teil der Sahara verschlagen. Ein gelinde gesagt rechtsfreier Raum, in dem Kristof geistig entschlacken, nervlich komatöse Zustände erreichen, sich der Stressbewältigung hingeben und endlich mal von dem ganzen Stress der letzten Jahre runterkommen will. Dass das nicht so recht funktionieren kann, ist so klar wie der Wodka in seinem Reisegepäck. Der Ruhrpottler will in dieser gottverlassenen, glutheißen Einöde nämlich vermisste oder verunglückte Personen aufspüren. Also "grast" Kristof gemeinsam mit Hündin Bella die Wüste ab, wobei das eingeschworene Team auf allerlei Absonderlichkeiten, vor allen Dingen aber auf Leichen und noch mehr Leichen stößt. Der ex-Junkie, ex-Knacki, ehemalige Privatdetektiv, Hausmeister, Barbesitzer, Rocker und Operativer Mitarbeiter bei Europol Kristof Kryszinski ist sich zwar für nichts zu schade, zieht aber immer wieder Schwierigkeiten an, wie die Scheiße Fliegen. Und da er sich in der algerischen Wüste befindet, kommt es so, wie es kommen muss. Er trifft auf eine kleine, "illustre" und schwer bewaffnete Gruppe, die in großen Schwierigkeiten steckt. Also steckt auch Kristof, der hier, fern ab von zu Hause, in gewisser Weise als vogelfrei gilt, alsbald ebenfalls in großen Schwierigkeiten. Die Wüste ist eben kompromisslos, unbarmherzig, wie ihr wenigen Bewohner und fordert in den bittersten Momenten ihre Opfer ein. Doch Kristof wäre nicht Kristof, wenn er nicht noch mehr Suff als Verstand hätte und so kommt er auch aus dieser Geschichte geläutert, aber lebendig heraus.
Der 1955 in Mülheim an der Ruhr geborene und dort auch heute lebende Schriftsteller Jörg Juretzka hat eine einzigartig, prägnante, bisweilen gar bildhaft metaphorische Erzählweise, in der stets ein lässiger, schwarzhumoriger Unterton mitschwingt. Dieser ureigene, signifikante Schreibstil, in dem stets eine wortgewandte, freigeistige und humorgeschwängerte Wortakrobatik mitschwingt und die im deutschen Sprachraum wohl als unerreicht bezeichnet werden kann, macht den gelernten Tischler und Zimmermann zu einem der wohl verkanntesten Genies der deutschen Krimi- und Thriller-Landschaft. In meinen Augen gibt es niemanden, der auch nur im Geringsten an Juretzkas unkonventionelle, häufig um drei Ecken gedachte Sichtweise und seine gelinde gesagt grandiosen Krimi/Thriller-Kunstform herankommt. Dennoch sind seine Geschichten im Großen und Ganzen leicht zu lesen, beinhalten aber so einige Passagen, die man sich gerne noch einmal im genüsslich vor sich hin bratenden Gehirn zergehen lässt.
Kristof Kryszinski ist älter, weiser, nachdenklicher geworden, was aber auch dem Umstand geschuldet sein mag, dass er lediglich mit Hündin Bella an seiner Seite, wie ein Nomade durch die Wüste zieht. Da sind gedankliche Ausschweifungen und Monologe vorprogrammiert. Das liegt in der Natur der Dinge. Bei einer dieser Suchen im Niger, im Grenzgebiet zu Algerien, zwischen all dem Tod, trifft er auf die 15-jährige Jamilah und ein weiteres Elend, nebst traumatischer Erlebnisse, nimmt seinen Lauf. Die Jugendliche hat nämlich mächtig Ärger im Gepäck und Kristof steht bei seinen gewagten Aktionen ohnehin unter staatlicher Aufsicht und mit eineinhalb Beinen im Knast. Doch Kristof Kryszinski ist ein verdammt cleverer, in den herausfordernden Momenten gar ein besonnener Mann mit vielen Qualitäten geworden, der keineswegs auf den Mund gefallen ist und es auch gerne mal drauf anlegt. Manche Dinge klären sich von selbst, bei anderen muss man eben ein bisschen nachhelfen.
Jörg Juretzka hat sich über die Jahre in seiner Intensität, seiner Klasse und seiner Zielstrebigkeit immer weiter steigern können. Er schafft es mit der Leichtigkeit des Seins, in seinen zumeist 200 bis 300 Seiten umfassenden Werken eine kurzweilige, komplexe, sarkastische, gesellschaftskritische und immer wieder spannend erzählte Story auf der Höhe der Zeit unterzubringen, die lange, lange nachwirkt. Absolut lebensnah verwurstet Juretzka in seiner genialen Erzählweise und mit Hilfe einer vergleichenden, metaphorischen Rhetorik immer wieder ernsthafte Themen. Im Falle seines neuesten Werks "Nomade" spricht der nordrhein-westfälische Autor Missstände, speziell in Afrika an, die hierzulande meist gerne, schnell und erfolgreich verdrängt, in Vergessenheit geraten. Die wirtschaftlich katastrophale Lage in weiten Teilen des Landes, die todbringende Flüchtlingspolitik, Korruption, Religion, Tradition, Ehre, Waffen, Söldner, Terrorismus, Boko Haram..., um nur einige zu nennen. Daraus entwickelt sich eine erst recht gemächliche, dann steigend rasante, durchweg interessante und vor allen Dingen immer spannender werdende, knallharte Geschichte, die viele Haken schlägt, den Leser schon mal ins Staunen versetzt, laut aufstöhnen lässt, aber auch des Öfteren zum Lachen bringt.
(Janko)
https://www.facebook.com/J%C3%B6rg-Juretzka-159039724152212
Brutalität/Gewalt: 63/100
Spannung: 83/100
Action: 78/100
Unterhaltung: 86/100
Anspruch: 20/100
Humor: 26/100
Sex/Obszönität: 04/100
https://www.lackoflies.com - Wertung: 86/100
"Nomade" beim Rotbuch Verlag: https://www.rotbuch.de/buch/sku/2419228/nomade.html
Jörg Juretzka - Nomade
Krimi/Thriller
Rotbuch Verlag
ISBN-13: 978-3-86789-208-7
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
224 Seiten
Taschenbuch
19,90 Euro
Erscheinungsdatum: 26.08.2021
Leseprobe: https://webreader.mytolino.com/reader/index.html?epuburl=https://cdp.pageplace.de/cdp/public/publications/DT0400/9783867898454_A42378262/PREVIEW/leseprobe-9783867898454_A42378262.epub&purchaseurl=https://www.buecher.de/go/cart_cart/cart_add_item/prod_id/61905614/&lang=de_DE&reseller=30
- Fabrizio Gatti
Bilal
(24)Aktuelle Rezension von: SwissCouchPotatoEinwanderer aus Afrika: Wenn sie es nach Europa schaffen, sind sie als abstrakte (viel zu hohe) Zahl für viele Bürger und Politiker ein Ärgernis; wenn sie auf dem Weg umkommen, im besten Fall eine Randnotiz in der Zeitung. Der italienische Journalist Fabrizio Gatti wollte es genauer wissen und hat den selben Weg auf sich genommen. Er hat auf Gelände- und auf völlig überladenen Lastwagen die Sahara durchquert und sich als "Illegaler" auf Lampedusa festnehmen lassen.
Auf diese Weise konnte er einigen wenigen der vielen Tausend Namenlosen einen Namen und eine Stimme geben, so dass ich als Leser ein wenig an ihrem Schicksal und an ihren Träumen teilhaben kann. Gattis Gespräche mit ihnen unterwegs gehören zu den bewegendsten Passagen des Buches. Anderen Abschnitten hingegen hätte eine Straffung nicht geschadet. Spannend wiederum Gattis Erlebnisse auf Lampedusa, und der Kontrast zum Befund einer offiziellen EU-Delegation. Schockierend waren die E-Mails und Gespräche mit Bekannten aus Libyen, die enthüllen, was mit schwarzafrikanischen Migranten passierte, nachdem Ghaddafi zum Verbündeten Italiens im Kampf gegen illegale Migration geworden war.
Der Autor nimmt vorbehaltlos Partei für jene, die sich auf den Weg machen nach Europa, dem Ziel ihrer Träume, und die unterwegs immer wieder beraubt und geschlagen werden. Einerseits ist das eine Stärke des Buches, und ich bin geneigt, ihm beizupflichten, andererseits hat mich seine etwas zu selbstverständliche Einteilung in Gute, ja sogar "Helden", und Böse – die europäischen Staaten und ihre Beamten – zeitweise gestört. Insgesamt ein Buch mit wichtigen Erkenntnissen – vier Sterne. - Szosha Kramer
Regenbogen über der Sahara: Liebe, Abenteuer und ein Verbrechen
(17)Aktuelle Rezension von: firebeastDer Regenbogen über der Sahara hat mich wirklich verzaubert. Aufmerksam wurde ich auf das Buch der Indie-Autorin über eine Leserunde auf lovelybooks.de, wozu ich eingeladen wurde. Obwohl ich das Buch erst jetzt gelesen habe, habe ich es keineswegs bereut. Ich bin absolut kein Historienroman-Leser, sondern eher im Fantasy heimisch.
Umso mehr hat mich dieses Buch wirklich positiv überrascht. Es ist die Geschichte von der starken und etwas eigensinnigen, vollends unerschrockenen Französin Chantal, die ihren entführten Vater aus der Wüste retten will. Begleitet von zwei Freunden und einem kleinen jungen Zasu folgt sie den Spuren ihres Vaters bis in die Sahara. Ihr Herz verliert sie dabei an das abenteuerliche Land und einen geheimnisvollen Mann.
Die Autorin hat in ihrem Roman einen großartigen, starken Frauencharakter mit Chantal geschaffen, wie wir ihn in der Literatur etwas mehr brauchen. Es ist keine eine Prinzessin wird vom Ritter gerettet Geschichte, sondern eine abenteuerliche Liebesgeschichte, die mich wirklich in den Bann gezogen hat.
Die Reise durch die Sahara und all den verschiedenen Stämmen werden durch den lebhaften und schönen Schreibstil der Autorin wirklich so malerisch beschrieben, dass ein Historienfilm selbst vor meinem inneren Auge ablief.
Ein kleines Manko war für mich der etwas gedehnte Einstieg in die Geschichte, der sich sehr auf französische Bürgergesellschaft und historische Mode konzentrierte, dennoch aber ein sehr komplexes Bild von Chantals Welt und Zeit darbietet. Trotzdem wird auch hier große Neugier geschaffen, wann es denn endlich in das große Wüstenabenteuer geht, wie der Klappentext prophezeit. Man wird dabei keineswegs enttäuscht. Nach dem ersten Kapitel geht es sofort sehr spannend weiter.
Ich konnte das E-Book zum Ende nicht mehr aus der Hand legen. Lange hat mich kein Buch mehr zu Tränen gerührt.
Eine klare Leseempfehlung für Liebhaber historischer Romanzen, die dennoch nicht flach und oberflächlich geschrieben sind.
Ich finde dieses Buch, mit dem anfangs unverständlichen Titel „Regenbogen über der Sahara“, sehr gelungen und denke es hat deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.
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