Bücher mit dem Tag "sammlung"
148 Bücher
- Cody McFadyen
Die Stille vor dem Tod
(634)Aktuelle Rezension von: Phillippe_KaufmannIm Haus der Familie Wilton spielt sich ein schreckliches Szenario ab: Alle fünf Familienmitglieder werden grausam ermordet, und am Tatort findet sich eine blutige Botschaft, die direkt an Smoky Barrett gerichtet ist. Doch die Wiltons sind nicht die einzigen Opfer – in derselben Nacht werden noch zwei weitere Familien ausgelöscht. „Komm und lerne“, lautet die Botschaft, und Smoky wird gezwungen, sich mit dem Bösen in seiner reinsten Form auseinanderzusetzen.
So spannend dieser Klappentext klingt, so enttäuschend war für mich die Umsetzung. Nach vier herausragenden Bänden, die ich regelrecht verschlungen habe, ist dieser fünfte Teil für mich mit Abstand der schwächste der gesamten Reihe. Während ich die früheren Bücher kaum aus der Hand legen konnte, zog sich die Handlung hier für mein Empfinden endlos in die Länge, ohne dass wirklich Spannung aufkam. Viele Szenen wirkten unnötig gedehnt, und die Intensität, die ich sonst an McFadyens Stil so schätze, fehlte fast vollständig.
Fazit: Für mich ein Band, den es in dieser Reihe nicht gebraucht hätte. Schade, denn die Erwartungen waren hoch, doch am Ende blieb nur Ernüchterung. Ich würde „Die Stille vor dem Tod“ definitiv nicht noch einmal lesen.
- Stephen King
Basar der bösen Träume
(200)Aktuelle Rezension von: AleshaneeEine Sammlung aus vielen Kurzgeschichten vom Meister des Horrors! Wobei es bei diesen Bänden ja meist sehr unterschiedlich ist, wie einem die einzelnen Geschichten gefallen und ich muss sagen, dass die meisten mich nicht so recht begeistern wollten - dennoch waren einige wirklich gute dabei!
Spannend finde ich dabei ja, wie unterschiedlich sie sind! 20 völlig verschiedene Handlungen, Ereignisse, Schicksale, mit dem typischen King Stil erzählt und doch jede für sich speziell und einzigartig. Eine dabei sogar in Gedichtform (damit kann ich leider gar nichts anfangen)
Die meisten sind wirklich kurz und um die 30 Seiten lang, aber es gab auch vier etwas längere Episoden. Eine davon war "Nachrufe", die mir richtig gut gefallen hat! Hier geht es um einen aufstrebenden Journalisten, dessen Talent sich verselbständigt.
Ebenfalls gut gefallen hat mir "Der kleine grüne Gott der Qual". Hier geht´s um einen alten, schwerreichen Kranken, der glaubt, mit Geld alles kaufen zu können.
Am besten gefallen haben mir "Böser kleiner Junge" - eine sehr typische Geschichte mit tückischem Hintergrund und toll erzählt.
Außerdem "Ein bisschen angeschlagen" - eine makabre, aber irgendwie auch zu Herzen gehende Story.
Und als perfekten Abschluss gabs eine Weltuntergangsgeschichte, einen kurzen Einblick auf ein Ende, das wir uns alle gar nicht vorstellen wollen mit dem Titel "Sommerdonner"
Schön fand ich das Vorwort von Stephen King und dass er auch zu den einzelnen Geschichten ein paar einleitende Worte geschrieben hat, wie die Idee dazu zustande kam. Faszinierend, wie sich aus kleinen Alltagsmomenten die Inspirationen verselbständigen und zu Geschichten formen.
Ein buntes Sammelsurium aus kuriosen Fragmenten die sicher sehr unterschiedlich ankommen. Auch wenn mir einige sehr gut gefallen haben hatte ich mir insgesamt dennoch etwas mehr erhofft. - David Michel Rohlmann
Saint Falls (Sammelband): Märchen aus der Welt des Verbrechens
(41)Aktuelle Rezension von: FeFuSechs verschiedene Autoren - eine große Geschichte!
"Märchen aus der Welt des Verbrechens" - der Untertitel ist sehr passend. Begegnen einem hier doch Personen, Gegenstände, Schauplätze und Zitate, die man so - oder zumindest so ähnlich - doch eigentlich so gut kennt. Wäre man nicht in Saint Falls...
Für zarte Gemüter ist das Buch eher nichts. Gewalt, Mord, Prostitution - an allen Ecken und Enden.
Die einzelnen Kapitel sind jeweils von einem anderen Autor / einer anderen Autorin geschrieben. Der Lesefluß ist aber durchgehend so gut, dass einem dieser Autorenwechsel gar nicht auffällt.
Es gibt zwar zwei Charaktere, die man als Hauptpersonen benennen könnte. Aber im Verlauf begegnet man weit über 40 Hauptpersonen die wichtig für die Geschichte sind. Manche begleiten einen nur sehr kurz. Anderen begegnet man bis zum Ende hin immer wieder.
Die Sicht aus der die Geschichten erzählt werden wechselt immer wieder.
Alles in allem ein sehr gelungenes Werk - eine wundervolle Zusammenarbeit der vielen Autoren / Autorinnen!
Es war durch der Märchentouch irgendwie vertraut, aber auch einfach so ganz anderst. - Christian Handel
Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln
(158)Aktuelle Rezension von: Buch_Eule
Vom Drachenmond Verlag sind inzwischen einige wunderschöne Märchen-Anthologien erschienen. Wie auch dieses Buch. Ich habe es mir für mein Kindle gekauft, da die Kurzgeschichten sich gut dafür eignen sie in der Pause zu lesen. Die Illustrationen in den Prints lohnen sich allerdings ebenfalls sehr, was ich bei anderen Anthologien des Verlages feststellen musste.
Da jede Geschichte von einem anderen Autor stammt, unterscheiden sie sich in Stimmung wie auch im Schreibstil. Einige sorgen für Gänsehaut, andere stimmen einen Traurig und wieder andere lassen einem das Herz vor Rührung zergehen. Es gab Geschichten die mir nicht ganz so gut gefallen haben wie andere, doch alle ließen sich flüssig lesen. Bei keiner konnte ich sagen, dass sie mir gar nicht gefallen hat. Sie alle waren wunderschön geschrieben, auch wenn einige mich mehr bewegten und rührten als andere.
Obgleich es sich bei dem Buch um eine Märchensammlung handelt ist es keines für kleine Kinder, sondern eher für Jugendliche und Erwachsene. Überwiegend spielen die Märchen in den gewohnten fantastischen Welten, eines von ihnen spielt in der Moderne, doch obwohl es von der Umgebung her nicht zu den anderen passt, entpuppt es sich nicht als Störfaktor, sondern als Juwel, welches die Geschichte abrundet.
Da die Geschichten so unterschiedlich sind, wird sich für jeden der Märchen gegenüber offen ist etwas passendes finden lassen. Perfekt ist es natürlich für die unter uns die in einem Buch keinen bestimmten Ton erwarten und Beispielsweise gerne von einer Romanze in einen Thriller stolpern. 😉
Ich kann dieses Buch daher nur empfehlen - Ruth M. Fuchs
Vergessen? Ach wo!
(22)Aktuelle Rezension von: Nicoles-LeseeckeKurzgeschichten die zum Nachdenken anregen. Mal düster, mal lustig und manchmal auch hoffnungsvoll erzählt, entführt die Autorin in die Welt der magischen Wesen. Sie lud mich ein , nochmal zurück ins Kindesalter zu gehen, als ich noch an Fabeln und Märchen glaubte. Dies auf eine ganz besondere Art, die mich an das Buch fesselte.
Fazit:Ein Buch das keine Wünsche offen läßt und bei dem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. - Joanne K. Rowling
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch
(1.538)Aktuelle Rezension von: Buecherengel_Ich habe vor diesem Drehbuch das Orignaldrehbuch "Das verlorene Kind" gelesen und hatte da ehrlich gesagt auch wenig Hoffnung, dass es gut sein könnte. Es hatte mich aber überaus positiv überrascht.
Dementsprechen enttäuscht war ich nun vom Drehbuch von "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind". Ich liebe den ersten Film, aber das Drehbuch liest sich eben genau so, wie ein Drehbuch. Und wo ich im Drehbuch "Das verlorene Kind" noch Spannung und mitfiebern erlebt habe, so habe ich mich bei diesem Drehbuch nun kaum durchringen können es fertig zu lesen. Das war wirklich Schade.
Im Regal macht es sich aber unglaublich schön :-) - Cecelia Ahern
Der Glasmurmelsammler
(416)Aktuelle Rezension von: Buecherliebe_19Auch wenn "Der Glasmurmelsammler" von Cecelia Ahern schon etwas älter ist, war es mir eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Ich habe bereits mehrere Werke der Autorin verschlungen und bin immer wieder beeindruckt davon, wie sie scheinbar leichte Geschichten mit viel Gefühl und Tiefe erzählt. Auch dieses Buch entfaltet mit jeder Seite mehr Wirkung und regt intensiv zum Nachdenken an.
Im Zentrum stehen Fergus und seine Tochter Sabrina. Fergus lebt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim. Er ist körperlich eingeschränkt, leidet unter Gedächtnislücken und erinnert sich kaum an seine Vergangenheit. Nach der Wohnungsauflösung tauchen plötzlich einige Kartons mit persönlichen Gegenständen auf. Darunter eine sorgfältig geführte Murmelsammlung. Weder Sabrina noch ihre Mutter ahnten etwas von dieser Leidenschaft. Eine handgeschriebene Inventarliste lässt erkennen: ausgerechnet die wertvollsten Murmeln fehlen. Sabrina beginnt der Spur dieser Murmeln zu folgen und begibt sich damit auf eine Reise in das unbekannte Leben ihres Vaters.
Die Geschichte wird in zwei miteinander verwobenen Handlungssträngen erzählt: Die Gegenwart schildert Sabrinas Suche nach den verschwundenen Murmeln und nach Antworten, während der zweite Strang in die Vergangenheit zurückführt und Fergus’ Leben von seiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter beleuchtet. Diese Rückblicke zeigen, wie Fergus zu dem Menschen wurde, der er ist mit all seinen Widersprüchen, Geheimnissen und inneren Kämpfen.
Cecelia Aherns Schreibstil ist wie gewohnt klar, einfühlsam, bildhaft und leicht zu lesen. Besonders gelungen finde ich die ruhige Erzählweise, die trotzdem fesselt. Auch humorvolle Momente sind geschickt eingestreut und lockern die eher ernste Thematik auf.
Die zentrale Botschaft des Romans hat mich sehr berührt: dass es Mut erfordert, zu sich selbst zu stehen und seine Leidenschaften nicht zu verstecken und dass echte Liebe und Akzeptanz all unsere Ecken und Kanten mit einschließen. Außerdem, dass es Dinge gibt, die wir eigentlich nicht vergessen wollen und es daher wichtig ist, dass es Menschen gibt, die diese Erinnerungen stetig für uns am Leben halten.
"Der Glasmurmelsammler" ist ein stilles, emotionales Buch mit viel Tiefe, dass mich noch lange beschäftigt hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die leise, aber eindringliche Geschichten lieben.
- Stephen King
Im Kabinett des Todes
(231)Aktuelle Rezension von: chuma14 Kurzgeschichten des Meisters, die mich fast alle überzeugen konnten und mich durchweg gut unterhalten haben.
▪︎ Autopsieraum vier (Autopsy Room Four)
Ein Mann erwacht und findet sich bei einer Autopsie wieder - seiner eigenen. Ein Albtraum, denn er kann sich nicht mitteilen.
>> Eine intensive und atemlos spannend erzählte Geschichte, insbesondere durch die gewählte Ich-Perspektive.
▪︎ Der Mann im schwarzen Anzug (The Man in the Black Suit)
Der neunjährige Gary muss den Tod seines Bruders verkraften. Eines Tages spielt er am Fluss und begegnet dort einem furchteinflößenden Mann in einem schwarzen Anzug, der ihm den Tod seiner Mutter voraussagt.
>> Eine der besten Geschichten der Sammlung. Coming of Age gepaart mit leisem Horror. Setting, Erzählton und Charakterzeichnung sind großartig.
▪︎ Alles, was du liebst, wird dir genommen (All that you love will be carried away)
Ein Vertreter beschließt sein Leben zu beenden, doch sein über die Jahre der Geschäftsreisen hinweg geführtes Notizbuch mit gesammelten Sprüchen aus öffentlichen Toiletten lässt ihn zögern.
>> Eine nachdenklich stimmende Geschichte mit offenem Ende, die die Ironie des Lebens spiegelt.
▪︎ Der Tod des Jack Hamilton (The Death of Jack Hamilton)
Eine Gangstergeschichte, die in den 30er Jahren spielt und bei der einer der Männer in einer Schießerei schwer verletzt wird.
>> Trotz der Tragik punktet diese Story mit ihrem Charme. Eine kleine Ode an die Freundschaft und Treue.
▪︎ Im Kabinett des Todes (In the Deathroom)
Ein Journalist gerät in die Hände von Regierungsmitarbeitern und wird gefoltert, um an Informationen zu gelangen. Doch er weiß sich zu wehren.
>> Eine spannende und rasante Story, die in Thrillermanier erzählt wird.
▪︎ Die Kleinen Schwestern von Eluria (The Little Sisters of Eluria)
Roland Deschain gerät in einen Hinterhalt und erwacht schwerverletzt in einem Kloster. Doch die Schwestern verhalten sich eigenartig und Roland schwebt schon bald in noch größerer Gefahr.
>> Hach was soll ich sagen ... Der Dunkle Turm! Für mich ist es stets wie nach Hause kommen und auch diese Geschichte hat mein Herz höher schlagen lassen. Danke Sai King.
▪︎ Alles endgültig (Everything’s Eventual)
Richard "Dinky" Earnshaw verfügt über eine seltene Gabe, die ihn zum perfekten Angestellten für eine dubiose Organisation macht. Doch als er mehr und mehr an den Absichten seines Bosses zweifelt und aussteigen will ruft das die Niederen Männer auf den Plan. Kann er ihnen entkommen?
>> Auch diese Geschichte ist eng mit der Dunklen Turm-Saga verknüpft und hat mich gut unterhalten.
▪︎ L.T.s Theorie der Kuscheltiere (L.T.s Theory of Pets)
Erzählt wird hier von einer Viererbeziehung: Ein Paar und seine beiden Haustiere Hund und Katze. Doch schon bald rücken die Tiere beim jeweiligen Partner mehr und mehr in den Vordergrund und es kommt zur Trennung.
>>Eine ungewöhnliche und irgendwie amüsante Geschichte, die mit einem Plot-Twist zu überzeugen weiß.
▪︎ Der Straßenvirus zieht nach Norden (The Road Virus Heads North)
Der Schriftsteller Kinnell erwirbt auf einem Hausflohmarkt ein Gemälde. Auf seinem Weg nach Norden verändert sich dann aber das Motiv und es kommt zu plötzlichen Todesfällen an Orten, die der Autor passiert hat. Kinnell bekommt es mit der Angst zu tun und will sich des Bildes entledigen. Doch alle Versuche scheitern.
>> Gänsehautfeeling - eine perfekte Horrorstory, die im Gedächtnis bleibt und mich immer wieder an Kings Roman "Das Bild" erinnert hat.
▪︎ Lunch im Gotham Café (Lunch at the Gotham Café)
Ein Paar trifft sich zum Lunch, um über Details der bevorstehenden Scheidung zu sprechen. Doch dann verhält sich der Oberkellner plötzlich äußerst merkwürdig und es kommt zur Eskalation.
>> Creepy! Diese Geschichte bleibt hängen.
▪︎ Dieses Gefühl, das man nur auf Französisch ausdrücken kann (That feeling you can only say what it is in French)
Eine Frau gefangen in ständigen Déjà-vu Erlebnissen.
>> Die einzige Story, zu der ich keinen Zugang fand.
▪︎ 1408
Ein Autor recherchiert für sein nächstes Buch über Spukhotels und will eine Nacht im Dolphin-Hotel verbringen. Hier soll es im berüchtigten Zimmer 1408 spuken.
>> King schickt den Leser hier auf einen intensiven Horrortripp, den er so schnell nicht vergessen wird.
▪︎ Achterbahn (Riding the Bullet)
Ein junger Mann eilt zu seiner Mutter, die einen Schlaganfall erlitten hat. Ohne Auto ist er auf das Trampen angewiesen und begegnet so einem "Todesboten", der ihn vor eine ungeheure Wahl stellt.
>> Eine schaurige Geschichte, bei der man sich ständig fragt wie man selbst entschieden hätte.
▪︎ Der Glüggsbringer (Luckey Quarter)
Ein Zimmermädchen bekommt einen Quarter als Trinkgeld. Dieser soll laut dem Spender ein wahrer Glücksbringer sein. Darlene glaubt nicht daran, malt sich aber aus wie es wäre, wenn ihr das Glück hold wäre. Schließlich schenkt sie ihrem Sohn den Quarter und dieser füttert damit einen Spielautomaten ...
>> Eine irgendwie "märchenhafte" Geschichte, die Hoffnung gibt.
Mein Fazit für diese Sammlung: 4.5☆ und eine klare Leseempfehlung.
- Eve Passion
Wilde Triebe | Erotische Geschichten
(33)Aktuelle Rezension von: mannomaniaWilde Triebe von Eve Passion
Erotische Geschichten mit 192 Seiten, genau erschienen am 31.12.2020 bei blue panther books/Hamburg - uiuiuh, welch' FeuerWerk der Gefühle und mehr...Fazit:
Wow, zuerst einmal reizte mich das stimulierende Cover und der AutorenName = sehr heiss & vielversprechend (!)12+1 erotisch-stimmige und in sich abgeschlossene KurzGeschichten werden hier dem Leser unverblümt und direkt präsentiert.
Hier ist definitiv für jederman(n) etwas Passendes mit dabei. Gut für das eigene Kopfkino und für zwischendurch wunderbar geeignet dank einem sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil.Traut Euch!
- Tanja Heitmann
Morgenrot
(776)Aktuelle Rezension von: Simba99Irgendwie bin ich absolut nicht mit den Charakteren warm geworden. Man erfährt so wenig über sie und irgendwie wurden mir beide Hauptcharaktere im laufe der Geschichte immer unsympatischer. Ich war ziemlich genervt davon wie Adam mit ihr umgeht und dass Lea das alles so mit sich machen lässt. Mit Romantik hat das meiner Meinung nach nix zu tun.
Die weiteren Bucher werde ich auf jeden Fall nicht lesen!
- Christian Handel
Durch Eiswüsten und Flammenmeere
(62)Aktuelle Rezension von: Klene123Ich habe bereit drei der Anthologien aus dem Drachenmond Verlag gelesen und mich sehr auf diese Zusammenstellung gefreut. Die Märchen sind für mich perfekt, um an Tagen, die mir viel Energie abverlangt haben, abends noch abzuschalten.
In dieser Anthologie war das große Thema WInter, aber auch dessen Gegenspieler tritt zum Beispiel in Form einer Wüste in einem Märchen auf.
Manche Kurzgeschichten waren Adaptionen von bekannten Märchen, aber auch eine Sage hat sich dieses Mal versteckt. Ich finde es sehr interessant, wie die Autor/innen Figuren, die in den Märchenvorlagen nur einseitig beleuchtet wurden, eine Komplexität geben.
Es konnten mich zwar nicht alle Märchen vollständig abholen, aber mit dem Anspruch gehe ich auch an eine Märchenanthologie nicht heran. Schön finde ich vor allem beim Drachenmondverlag, dass ich hier manchmal zusätzliche Geschichten finde, die zu den von mir gelesenen Büchern passen, wie hier von Maja Köllinger “Die Stadt der verlorenen Herzen”.
Meine Highlights waren:
Asuka Lionera - “Der Fluch der Rose”
Stella Tack - "Ladon & Herakles"
C. E. Bernard - "Ende gut, alles gut"
- Margarete Stokowski
Die letzten Tage des Patriarchats
(91)Aktuelle Rezension von: ewurschtBeim Lesen ihrer Bücher geht mir das Herz auf. Im Grunde gibt es nichts an Erkenntnissen, was mir nicht schon bewusst wäre. Ich lese ihre Bücher mit einem Grinsen, und ein eventuell eher bescheidener Tag bekommt ein Sahnehäubchen.
Damals, als sie aufhörte, ihre klugen, witzigen Kolumnen bei der TAZ zu veröffentlichen, war ich sehr traurig. Umso mehr liebe ich ihre Bücher und hoffe, dass sie bald wieder das Leben genießen kann 💜
- Christian Handel
In Hexenwäldern und Feentürmen
(89)Aktuelle Rezension von: diepersephone📚 Tauche ein in die magische Welt von "In Hexenwäldern und Feentürmen"! 🌟 Diese faszinierende Anthologie von Märchengeschichten für Erwachsene entführt euch in eine zauberhafte Dimension, in der Hexen, Feen und märchenhafte Kreaturen ihre Geschichten entfalten. 🧙♀️🧚♂️ Die Erzählungen nehmen euch mit auf eine Reise durch verwunschene Landschaften und bieten einen frischen Blick auf vertraute Geschichten. Ein Must-Read für alle, die sich nach zeitloser Magie sehnen! ✨📖
Titel: In Hexenwäldern und Feentürmen
Autor/Illustrator: Verschiedene Autoren
Genre: Märchenanthologie für Erwachsene
🌈 Rezension 🌈
"In Hexenwäldern und Feentürmen" ist mehr als eine Sammlung von Märchen – es ist eine künstlerische Fusion verschiedener Stimmen und Perspektiven. Die Auswahl unterschiedlicher Autoren verleiht dieser Anthologie eine einzigartige Vielfalt, die durch harmonisches Zusammenspiel einen breiten Erzählstil bietet. Nina Blazons Beitrag fügt eine fesselnde Note hinzu, geprägt von mystischen Welten und übernatürlichen Kräften. 🌌 Eine märchenhafte Reise, die euch verzaubern wird! 🌟💖
www.blog.stephanieblomberg.de
- H. P. Lovecraft
Chronik des Cthulhu-Mythos - Band II
(76)Aktuelle Rezension von: Das_Rezensorat1. Buch-/Geschichtsinformationen:
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Titel: H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II
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Autor: H.P. Lovecraft (mit Vorwort und Erläuterungen von Marco Frenschkowski)
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Genre: Kosmischer Horror, Science-Fiction, Weird Fiction
2. Gesamteindruck und spoilerfreie Einleitung:
Der vorliegende zweite Band der "Chronik des Cthulhu-Mythos" versammelt einige der reifsten und visionärsten Erzählungen H.P. Lovecrafts, die den Höhepunkt seines literarischen Schaffens markieren. Von der eisigen Weite der Antarktis bis zu den morbiden Gassen Neuenglands entführt uns Lovecraft in eine Welt, in der die Menschheit eine unbedeutende Episode in einem kosmischen Drama darstellt. Dieser Band ist nicht nur eine Sammlung von Horrorgeschichten, sondern ein tiefgründiges Eintauchen in die philosophischen Abgründe des Autors. Wir vergeben eine Gesamtwertung von 4,5 von 5 Sternen.
3. Detaillierte Analyse (Hauptteil):
Inhalt/Handlung:
Dieser Band präsentiert eine Auswahl von Lovecrafts späten Erzählungen, die den Cthulhu-Mythos maßgeblich prägten und erweiterten. Die Geschichten sind lose miteinander verbunden durch das gemeinsame Universum der "Alten Wesen", kosmischer Schrecken und verbotenen Wissens.
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"Berge des Wahnsinns" (At the Mountains of Madness): Die Prämisse einer Antarktisexpedition, die auf die Überreste einer uralten, nicht-menschlichen Zivilisation stößt, ist packend. Die Handlung entfaltet sich als eine Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und schleichendem Grauen. Der Plot-Verlauf ist methodisch und detailreich, was die Entdeckungen umso glaubwürdiger macht. Logiklöcher sind kaum vorhanden, da Lovecraft die "wissenschaftlichen" Erklärungen für das Unfassbare akribisch ausarbeitet. Die Wendungen sind subtil, aber wirkungsvoll, insbesondere die schockierende Erkenntnis über die wahre Natur der "Alten Wesen" und der Shoggothen. Die Erzählung ist ein Paradebeispiel für Lovecrafts Fähigkeit, eine Atmosphäre des kosmischen Entsetzens zu schaffen, in der die Größe des Universums die Bedeutung der Menschheit zunichtemacht.
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"Der Schatten über Innsmouth" (The Shadow over Innsmouth): Diese Novelle konzentriert sich auf den Verfall einer isolierten Hafenstadt und die schockierende Entdeckung einer hybriden Bevölkerung. Der Plot ist meisterhaft aufgebaut, mit einer allmählichen Steigerung der Spannung und des Grauens. Die Nachvollziehbarkeit der Handlung ist gegeben, auch wenn die übernatürlichen Elemente eine bewusste Suspension der Ungläubigkeit erfordern. Die Wendungen, insbesondere die genealogische Enthüllung des Protagonisten, sind schockierend und tief verstörend.
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"Träume im Hexenhaus" (The Dreams in the Witch House): Die Geschichte eines Mathematikstudenten, der in einem von Hexen besessenen Haus wohnt, verbindet okkulten Horror mit nicht-euklidischer Geometrie. Der Plot ist hier etwas sprunghafter und weniger stringent als in den anderen Erzählungen, was der fieberhaften Natur der Träume des Protagonisten geschuldet sein mag. Dennoch gelingt es Lovecraft, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser in den Wahnsinn des Protagonisten hineinzieht.
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"Das Ding auf der Schwelle" (The Thing on the Doorstep): Eine psychologisch abgründige Geschichte über Identitätsverlust und die Manipulation durch okkulte Kräfte. Der Plot ist linear, aber die psychologischen Wendungen sind verstörend. Die Erzählung spielt geschickt mit der Angst vor dem Verlust der eigenen Persönlichkeit.
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"Der Schatten aus der Zeit" (The Shadow out of Time): Diese Erzählung ist ein weiteres Meisterwerk des kosmischen Horrors und der Science-Fiction, in dem Lovecraft die Geschichte der Erde und des Sonnensystems in einem atemberaubenden Panorama entfaltet. Die Prämisse eines Gedächtnisverlustes, der sich als Austausch mit einem außerirdischen Geist herausstellt, ist faszinierend. Der Plot ist komplex und reich an Details, die die immense Vision Lovecrafts untermauern.
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"Jäger der Finsternis" (The Haunter of the Dark): Eine Geschichte über einen Künstler, der in einer verlassenen Kirche auf ein kosmisches Wesen stößt. Der Plot ist geradlinig, aber die psychologische Entwicklung des Protagonisten und die Manifestation des Grauens sind packend.
Charaktere:
Lovecrafts Charaktere sind selten tiefenpsychologisch ausgearbeitet, dienen aber effektiv als Vehikel für das kosmische Grauen. Sie sind oft Gelehrte oder Einzelgänger, die durch ihr Streben nach Wissen an die Grenzen des menschlich Erträglichen stoßen.
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In "Berge des Wahnsinns" ist William Dyer, der Ich-Erzähler, ein Geologe, dessen wissenschaftliche Neugier ihn in den Abgrund des Wahnsinns treibt. Seine anfängliche Skepsis weicht einer tiefen Verzweiflung, was seine Entwicklung glaubwürdig macht. Die anderen Expeditionsteilnehmer sind eher archetypisch, erfüllen aber ihren Zweck, die Isolation und die Bedrohung zu verstärken.
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Der namenlose Protagonist in "Der Schatten über Innsmouth" ist ein junger Mann auf der Suche nach seinen Wurzeln, der in eine schockierende genealogische Offenbarung schlittert. Seine Entwicklung vom neugierigen Touristen zum verzweifelten Flüchtling und schließlich zu einem Akzeptierenden seiner neuen Identität ist bemerkenswert. Zadok Allen, der alte Trunkenbold, ist eine herausragende Nebenfigur, die durch ihren Dialekt und ihre wirren, aber prophetischen Erzählungen Tiefe gewinnt.
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Walter Gilman in "Träume im Hexenhaus" ist ein Student, dessen intellektuelles Streben ihn in einen Strudel aus Alpträumen und Realitätsverlust zieht. Seine Charakterentwicklung ist eine Spirale des Wahnsinns, die durch die Verbindung von Wissenschaft und Okkultismus besonders beklemmend wirkt.
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In "Das Ding auf der Schwelle" erleben wir Edward Pickman Derby, einen sensiblen Dichter, dessen schwacher Wille ihn zum Opfer einer okkulten Manipulation macht. Seine Transformation und der Verlust seiner Identität sind das zentrale Element der Charakterentwicklung und erzeugen ein tiefes Mitgefühl beim Leser.
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Nathaniel Wingate Peaslee in "Der Schatten aus der Zeit" ist ein Professor, der eine fünfjährige Amnesie erleidet und nach seiner Rückkehr von verstörenden Pseudo-Erinnerungen geplagt wird. Seine Suche nach der Wahrheit und die allmähliche Akzeptanz seiner kosmischen Erfahrungen machen ihn zu einem der komplexesten Charaktere Lovecrafts.
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Robert Blake in "Jäger der Finsternis" ist ein Künstler, der sich dem Morbiden verschrieben hat und durch seine Neugier ein kosmisches Wesen erweckt. Seine Entwicklung vom neugierigen Entdecker zum gejagten Opfer ist packend, und seine Identifikation mit dem "Jäger" am Ende ist ein klassisches Lovecraft-Motiv.
Welt/Setting:
Lovecraft ist ein Meister darin, immersive und beklemmende Welten zu schaffen, die oft in einer leicht verfremdeten Version Neuenglands angesiedelt sind.
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Die Antarktis in "Berge des Wahnsinns" ist nicht nur eine Kulisse, sondern ein eigenständiger Charakter. Die präzise Beschreibung der Eiswüste, der geologischen Formationen und der unwirtlichen Bedingungen trägt maßgeblich zur Atmosphäre des kosmischen Grauens bei. Die "Stadt der Alten Wesen" ist detailreich und beeindruckend ausgearbeitet, was ihre Fremdartigkeit und ihr Alter noch verstärkt.
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Innsmouth in "Der Schatten über Innsmouth" ist eine Stadt des Verfalls, deren morbider Charme und die seltsamen Bewohner eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Die detaillierte Beschreibung der Architektur und der sozialen Isolation trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Die Verbindung zu realen Orten in Neuengland verstärkt das Gefühl des Unheimlichen.
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Das Hexenhaus in Arkham in "Träume im Hexenhaus" ist ein klaustrophobisches Setting, das den Wahnsinn des Protagonisten widerspiegelt. Die engen Gassen und die altehrwürdige Stadt Arkham selbst tragen zur beklemmenden Stimmung bei.
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Das alte Crowninshield-Anwesen in Salem in "Das Ding auf der Schwelle" ist ein klassisches Spukhaus, dessen Geschichte und Architektur zur unheimlichen Atmosphäre beitragen.
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Die prähistorische Erde und die Zivilisation der "Großen Rasse" in "Der Schatten aus der Zeit" sind atemberaubend und detailreich beschrieben. Lovecraft entführt den Leser in eine ferne Vergangenheit und Zukunft, die gleichermaßen faszinierend und verstörend ist.
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Federal Hill in Providence in "Jäger der Finsternis" wird zu einem Ort des Grauens, wo eine verlassene Kirche ein Portal zu kosmischen Schrecken birgt. Die Beschreibung des italienischen Viertels und der alten Architektur trägt zur Atmosphäre bei.
Schreibstil/Sprache:
Lovecrafts Schreibstil ist unverkennbar und prägte das Genre des Horrors maßgeblich. Er ist geprägt von einer opulenten, oft archaischen Sprache, die reich an Adjektiven und Superlativen ist.
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Flüssigkeit und Bildhaftigkeit: Lovecrafts Prosa ist oft flüssig, auch wenn sie durch lange, verschachtelte Sätze und eine Fülle von Beschreibungen gekennzeichnet ist. Seine Sprache ist äußerst bildhaft und schafft lebendige, oft verstörende Bilder im Kopf des Lesers. Er nutzt eine evokative und visionäre Vorstellungskraft, um das Unheimliche und Fantastische zu vermitteln.
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Prägnanz und Komplexität: Obwohl Lovecraft zuweilen ausschweifend sein kann, ist seine Sprache oft prägnant in ihrer Fähigkeit, eine bestimmte Stimmung oder ein Gefühl zu vermitteln. Die Komplexität ergibt sich aus der Tiefe der kosmischen Konzepte und der philosophischen Implikationen seiner Geschichten.
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Stimmung und Charakterisierung: Die Sprache wird meisterhaft eingesetzt, um Stimmung und Atmosphäre zu untermauern. Der ständige Gebrauch von Wörtern wie "unaussprechlich", "unbeschreiblich" und "namenlos" verstärkt das Gefühl des Unbekannten und des Grauens. Die Charakterisierung erfolgt oft indirekt, durch die Reaktionen der Protagonisten auf das Grauen.
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Besondere sprachliche Eigenheiten: Lovecrafts Hang zu archaischen und seltenen Wörtern kann für manche Leser eine Herausforderung darstellen, trägt aber maßgeblich zur einzigartigen Atmosphäre bei. Der Gebrauch von Dialekten, wie in Zadok Allens Rede in "Der Schatten über Innsmouth", ist ein bemerkenswertes sprachliches Detail, das die Authentizität der Figuren unterstreicht. Seine Fähigkeit, das "Fremde im Nahen" zu evozieren, ist ein Markenzeichen seines Stils.
Themen und Botschaften:
Lovecrafts Werk ist reich an wiederkehrenden Themen und tiefgründigen Botschaften, die über den reinen Horror hinausgehen.
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Kosmischer Indifferentismus: Ein zentrales Thema ist die unermessliche Größe und Gleichgültigkeit des Kosmos gegenüber der Menschheit. Die "Alten Wesen" und ihre Taten machen deutlich, dass das menschliche Leben und seine Errungenschaften im Angesicht der kosmischen Ewigkeit bedeutungslos sind. Dies vermittelt eine tief existenzielle Angst.
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Verlust der Identität und des Verstandes: Viele Geschichten thematisieren den Verlust der eigenen Identität, sei es durch physische Transformation ("Der Schatten über Innsmouth") oder durch psychologische Überwältigung ("Das Ding auf der Schwelle", "Träume im Hexenhaus"). Das Streben nach verbotenem Wissen führt oft zum Wahnsinn.
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Verfall und Dekadenz: Lovecrafts Neuengland-Settings sind oft von Verfall und Niedergang geprägt, sowohl architektonisch als auch moralisch. Dies spiegelt eine zivilisationskritische Haltung wider, in der der Fortschritt oft zu einem Rückschritt führt.
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Das Unbekannte und das Tabu: Ein wiederkehrendes Motiv ist das Streben nach verbotenem Wissen und die Konfrontation mit dem Unbekannten, das oft jenseits menschlicher Vorstellungskraft liegt. Das Überschreiten dieser Grenzen führt unweigerlich zu katastrophalen Konsequenzen.
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Atavismus und Rückentwicklung: In "Der Schatten über Innsmouth" wird die Dekadenz der Bevölkerung als eine Rückentwicklung zu primitiveren, nicht-menschlichen Formen dargestellt, was die Angst vor dem Verlust der menschlichen Identität verstärkt.
Positive Aspekte:
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Visionäre Vorstellungskraft: Lovecrafts Fähigkeit, ganze kosmische Zivilisationen und Zeitlinien zu entwerfen, ist atemberaubend. Seine Welten sind einzigartig und bleiben lange im Gedächtnis.
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Atmosphärische Dichte: Die Geschichten sind meisterhaft darin, eine beklemmende, unheimliche und oft klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, die den Leser tief in das Grauen hineinzieht.
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Philosophische Tiefe: Über den reinen Horror hinaus bieten die Erzählungen tiefgründige philosophische Überlegungen über die Stellung des Menschen im Universum und die Grenzen des Wissens.
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Sprachliche Kunstfertigkeit: Lovecrafts einzigartiger, oft archaischer Stil trägt maßgeblich zur Immersion bei und verleiht den Geschichten eine zeitlose Qualität.
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Einfluss auf das Genre: Die Geschichten in diesem Band sind nicht nur Klassiker des Horrors, sondern haben das gesamte Genre nachhaltig geprägt und inspiriert.
Negative Aspekte/Kritikpunkte:
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Charakterentwicklung: Lovecrafts Charaktere dienen oft als bloße Beobachter des Grauens und sind selten so tief ausgearbeitet wie in moderneren Romanen. Ihre emotionalen Reaktionen sind oft stereotypisch (Wahnsinn, Schrecken).
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Sprachliche Redundanz: Der wiederholte Gebrauch von Adjektiven wie "unaussprechlich" oder "unbeschreiblich" kann zuweilen ermüdend wirken und die Wirkung abschwächen, anstatt sie zu verstärken.
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Pacing: Manche Geschichten, insbesondere "Berge des Wahnsinns", können aufgrund der detailreichen Beschreibungen und des langsamen Aufbaus für ungeduldige Leser etwas langatmig sein.
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Rassistische Untertöne (historischer Kontext): Es ist wichtig anzumerken, dass Lovecrafts Werk, wie viele seiner Zeit, rassistische und fremdenfeindliche Ansichten enthält. Diese sind in einigen Passagen, insbesondere in der Darstellung von "fremden" Kulturen oder "degenerierten" Bevölkerungen, spürbar. Dies ist ein Aspekt, der kritisch zu betrachten ist, auch wenn er im historischen Kontext des Autors verstanden werden muss. Marco Frenschkowskis Vorwort geht auf diesen Aspekt ein, was wir als Lektorat sehr begrüßen.
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Mangelnde Zugänglichkeit für Neulinge: Lovecrafts Stil und seine komplexen Konzepte können für Leser, die neu im Genre des kosmischen Horrors sind, eine Herausforderung darstellen.
Sicht eines Autors:
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Ich bewundere Lovecrafts unerschöpfliche Vorstellungskraft. Die Art und Weise, wie er ganze Zivilisationen und kosmische Entitäten erschafft, ist inspirierend. Besonders beeindruckt mich die Fähigkeit, das Unsichtbare so greifbar zu machen, indem er die Angst vor dem Unbekannten schürt. Als Autor frage ich mich, wie er es geschafft hat, diese düstere Atmosphäre so konsistent aufrechtzuerhalten. Ich sehe, wie er seine persönlichen Ängste und Faszinationen in seine Geschichten einfließen lässt, was ihnen eine einzigartige Authentizität verleiht. Die Herausforderung, eine solche Dichte an Beschreibungen zu schaffen, ohne den Leser zu überfordern, ist immens. Lovecraft zeigt hier, wie man durch die Wahl der Worte und den Aufbau der Sätze eine Sogwirkung erzeugen kann.
Sicht eines Lektors:
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Ich sehe in Lovecrafts Prosa sowohl Brillanz als auch Raum für Optimierung. Die evokative Kraft seiner Sprache ist unbestreitbar, doch die Redundanz bestimmter Adjektive und die mitunter langen Satzkonstruktionen könnten gestrafft werden, um die Wirkung zu intensivieren. Aus lektorischer Sicht würde ich versuchen, die Balance zwischen der opulenten Beschreibung und dem erzählerischen Fluss zu optimieren. Die Konsistenz der Mythologie ist beeindruckend, und die Art, wie die Geschichten miteinander verwoben sind, ist ein Genuss für jeden Lektor. Die Vorworte und Erläuterungen von Marco Frenschkowski sind hier von unschätzbarem Wert, da sie den historischen und literarischen Kontext liefern und somit die Arbeit des Lektorats ergänzen.
Sicht eines Korrektors:
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Ich erkenne die Herausforderung, die Lovecrafts komplexer Satzbau und seine archaische Wortwahl für die Korrektur darstellen. Die Präzision, mit der er seine Visionen in Worte fasst, erfordert eine ebenso präzise Korrektur, um die ursprüngliche Intention des Autors zu bewahren. Kleinere Inkonsistenzen in der Zeichensetzung oder im Satzbau können die Immersion stören. Die deutschen Übersetzungen sind hier von hoher Qualität, was die Arbeit erleichtert, aber die sprachliche Dichte Lovecrafts verlangt höchste Konzentration, um keine Fehler zu übersehen.
Analyse nach Maßstäben eines Bestsellers:
Lovecrafts Werk, insbesondere die Geschichten in diesem Band, haben zweifellos Bestseller-Potenzial, wenn auch nicht im konventionellen Sinne.
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Einzigartigkeit und Wiedererkennungswert: Lovecraft schuf ein einzigartiges Genre des kosmischen Horrors, das bis heute unerreicht ist. Sein Stil und seine Mythologie sind sofort wiedererkennbar, was für einen Bestseller entscheidend ist.
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Kultstatus und Einfluss: Obwohl Lovecraft zu seinen Lebzeiten keinen breiten kommerziellen Erfolg hatte, erlangte sein Werk posthum Kultstatus und beeinflusste unzählige Autoren, Filmemacher und Künstler. Ein Bestseller muss nicht immer sofort erfolgreich sein, sondern kann über Jahre hinweg eine treue Leserschaft aufbauen und nachhaltigen Einfluss haben.
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Thematische Relevanz: Die Themen des kosmischen Indifferentismus, des Identitätsverlustes und der menschlichen Bedeutungslosigkeit sind zeitlos und sprechen auch heute noch viele Leser an, die sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen.
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Marketing und Zugänglichkeit: Der Festa Verlag hat mit dieser "Chronik" eine ansprechende Ausgabe geschaffen, die durch das Lederoptik-Cover und die sorgfältige Aufbereitung (inkl. Vorwort und Erläuterungen) die Zugänglichkeit für neue Leser verbessert. Dies ist entscheidend, um ein breiteres Publikum anzusprechen, das über die eingefleischte Fangemeinde hinausgeht.
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Potenzial für Adaptionen: Lovecrafts Geschichten sind aufgrund ihrer visuellen Kraft und ihrer tiefgründigen Konzepte ideal für Verfilmungen, Videospiele und andere Medien, was die Reichweite eines Bestsellers enorm erhöhen kann. "Berge des Wahnsinns" ist ein Paradebeispiel dafür, wie Lovecrafts Visionen auch heute noch Filmemacher wie Guillermo del Toro faszinieren.
Wir sind der Meinung, dass "H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II" alle Merkmale eines "Bestsellers" im Sinne eines Werkes von bleibendem Wert und Einfluss besitzt, auch wenn sein Erfolg nicht immer in Millionenauflagen zu messen ist.
4. Fazit und Empfehlung:
"H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II" ist eine unverzichtbare Lektüre für alle Liebhaber des kosmischen Horrors und der Weird Fiction. Der Band vereint einige der stärksten Erzählungen Lovecrafts, die durch ihre visionäre Kraft, atmosphärische Dichte und philosophische Tiefe bestechen.
Pro: Atemberaubende Welten, meisterhafte Atmosphäre, tiefgründige Themen, sprachliche Kunstfertigkeit, nachhaltiger Einfluss auf das Genre. Kontra: Gelegentliche sprachliche Redundanz, historisch bedingte rassistische Untertöne, Charaktere dienen oft nur als Beobachter.
Wir würden dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen für:
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Fans des Horrorgenres, die über jump scares hinausgehen und sich auf psychologisches und existenzielles Grauen einlassen möchten.
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Leser von Science-Fiction, die epische, philosophisch anspruchsvolle Erzählungen schätzen.
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Autoren und Kreative, die sich von Lovecrafts einzigartiger Vorstellungskraft inspirieren lassen möchten.
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Jeden, der bereit ist, sich auf einen anspruchsvollen, aber lohnenden literarischen Stil einzulassen.
Es ist vielleicht nicht geeignet für Leser, die leichte Unterhaltung oder actiongeladenen Horror suchen.
Abschließende Wertung: 4,5 von 5 Sternen. Ein zeitloses Meisterwerk, das auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat.
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- Bettina Wagner
Mordsgefährlich (Krimi) (Die booksnacks Kurzgeschichten-Reihe)
(13)Aktuelle Rezension von: parden7 KURZGESCHICHTEN...
Das Leben ist immer ein Risiko – doch manchmal kann es mordsgefährlich sein! Das stellen in dieser Sammlung von 7 kriminell guten Kurzgeschichten nicht nur glücklose Schauspielerinnen und abgehalfterte Zauberkünstler fest, auch für unangemeldete Besucher und dreiste Diebe hält das Schicksal oft unvorhergesehene Wendungen bereit. Denn eines ist klar: Die Grube, die man anderen gräbt, wird nicht selten zur eigenen Falle…
Dieser Band beinhaltet 7 Kurzgeschichten von Bettina Wagner:
- Sieben Mörder (Nach dem Tod ihres Vaters kann Melissa niemandem mehr trauen, schon gar nicht ihren Verwandten. Der freundliche Mann, der sie in seinem Wagen mitnimmt, scheint ihre einzige Rettung zu sein… )
- Eierjagd (Ein dreister Dieb findet für das gstohlene Fabergé-Ei das perfekte Versteck...)
- Doppelgänger (Eigentlich ist Alice nur eine eher mittelmäßige Schauspielerin. Doch als sie feststellt, dass sie der reichen Moira Westham zum Verwechseln ähnlich sieht, beschließt sie, die Rolle ihres Lebens zu spielen! Es sollte doch nicht so schwierig sein, Moiras Platz einzunehmen, oder? )
- Der Besucher (Ein entflohener Sträfling findet einen Unterschlupf bei einer alleinstehenden Frau in einem einsam gelegenen Haus...)
- Die Perle (Schiller ist überzeugt davon, das perfekte Verbrechen begangen zu haben. Wer soll die Lebensmittelvergiftung seiner Frau als Mord entlarven? Doch er hat die Rechnung ohne seine Perle Anna gemacht… )
- Der große Santini (Der alte Zauberkünstler Santini hat seine besten Tage hinter sich. In einem heruntergekommenen Varieté fristet er ein armseliges Dasein. Als er die Chance bekommt, eine wichtige Rolle in einem Banküberfall zu spielen, scheint sich das Blatt für ihn zu wenden. Doch seine Assistentin hat andere Pläne…)
- Die Mord GmbH (Ehepartner sind ihre Spezialität … Lehmann ist alles andere als glücklich in seiner Ehe mit Yvonne. Doch eine Scheidung käme ihn teuer zu stehen. Wie gut, dass die Mord GmbH für jedes Problem die passende Lösung hat… )
Es würde zu weit führen, hier näher auf die einzelnen Kurzgeschichten einzugehen, doch es dürfte nicht überraschend sein, dass mich auch diesmal wieder - wie im Grunde bei jeder Kurzgeschichtensammlung oder auch jeder Anthologie - nicht jede der Erzählungen begeistern konnte.
Diejenigen Booksnacks, die eine überraschende Schlusspointe aufwiesen oder auch diejenigen, die mit einem gehörigen Augenzwinkern geschrieben wurden ,haben mir gut gefallen. Andere empfand ich dagegen eher als einfallslos oder auch als nicht vorstellbar. Deshalb gibt es hier von mir nach 2 x 2 Sternen, 1 x 3 Sternen und 4 x 4 Sternen den guten Durchschnittswert von 3 Sternen.
Alles in allem ein Büchlein, das gut ist für den Lesehunger zwischendurch, wenn man mal nur ein Häppchen möchte...
© Parden
- Katharina Lankers
Die Leichtigkeit von Zitronenduft
(16)Aktuelle Rezension von: CharlieKayaWer Kurzgeschichten liebt, sollte unbedingt diese Sieben lesen. Sie sind ganz bezaubernd formuliert und werden von einer sehr einnehmende Leichtigkeit getragen. Der Schreibstil ist wirklich verblüffend. Dazu kommt eine einprägsame Kreativität. Die einfachsten Situationen werden zu etwas Besonderem erhoben.
Mir haben die Geschichten extrem gut gefallen, besonders die zweite Geschichte "Sommerabend". Bei der habe ich mich erstaunlicherweise vollkommen angesprochen gefühlt. Die beschriebene Situation ist mir persönlich noch nie begegnet, aber die Gefühlswelt erkannte ich durch und durch wieder. Das Ende ließ mich auflachen. Wieso aufregen, wenn man doch genießen kann.
- Ruth Hogan
Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
(195)Aktuelle Rezension von: gerda_badischlLaura erbt von ihrem Ex-Arbeitgeber Mr. Peardew das englische Anwesen und seine Sammlung der verlorenen Dinge, zusammen mit der Aufgabe, diese Dinge ihren Besitzern zurückzugeben. Dazu kommen parallele Handlungsebenen, die sich mit der Geschichte der verlorenen Gegenstände beschäftigen. Am Schluss wird alles schön zu einem Happy End zusammengeführt.
Nach der ersten Hälfte war ich ganz begeistert: 5 Sterne für die super Idee, schöner Schreibstil, nette Personen, das britische Flair, das Herrenhaus ...
Leider sinkt das Ganze ab der Mitte der Geschichte rapide im Niveau. Die Personen werden immer klischeehafter (Freddy-den-immer-föhlichen-Gärtner und die "böse" Portia finde ich am schlimmsten). Jeder liebt jeden und alle kriegen sich auch. Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung.
Grundsätzlich finde ich ein bisschen Kitsch gar nicht so schlimm. Was mich wirklich stört, ist der Widerspruch, dass sich die Figuren des Buchs selber über genau diese Art von Literatur lustig machen.
S.249: hier sagt der "schlechte" Verleger Bruce: "Ich weiß, was normale, anständige Leute mögen, und das sind gute, unkomplizierte Geschichten mit Happy End, in denen die Bösen ihre wohlverdiente Strafe bekommen, der Mann kriegt die Frau, und der Sex ist nicht allzu überspannt." Bei den guten und ach-so-gebildeten Hauptpersonen sorgt das für Gelegenheit zu Heiterkeit und geistvollem Widerspuch.
Vermutlich nicht bei den Verlegern dieses Buches ...
- Ingrid Werner
BöfflaMORD
(9)Aktuelle Rezension von: Archimedes
" BöfflaMord" ein Taschenbuch voller Krimi-Kurzgeschichten. In jedem kleinen Dorf gibt es jemanden, der jemanden nicht mag und das kann dann soweit gehen, dass man den Selbigen sogar umbringen könnt oder tät. Ja in Bayern gehen die Uhren manchmal anders, aber Mord bleibt Mord, auch in bayrischen Gemeinden, wo jeder jeden kennt. Und so ist es auch in den Kurzgeschichten, manchmal kann man es nachvollziehen, dass man den einen oder anderen um die ecke bringen will, aber manchmal schlägt das Schicksal schon erbarmungslos zu.
Jeder kann sich seine kleine Lieblingsmordsgeschichte selber aussuchen und darüber schmunzeln, auch ich fand meine Lieblingsmörderin, denn bei Gwichste verstehe ich auch keinen Spaß.
Fazit:
Gerade richtig für einen lauen Sommerabend, denn es gibt in den Geschichten viel zu schmunzeln und man kann auch vieles über die bayrische Küche erfahren. Ja, die Bayern ticken so- ich auch. Würde mich freuen, weitere Krimikurzgeschichten lesen zu dürfen. Manchmal braucht es gar nicht viele Worte- in der Kürze die Würze. - H. P. Lovecraft
Chronik des Cthulhu-Mythos Band 1
(26)Aktuelle Rezension von: Das_RezensoratTitel: H.P. Lovecraft – Chronik des Cthulhu-Mythos Band 1 Autor/in: H.P. Lovecraft, mit Vorwort und Erläuterungen von Marco Frenschkowski Genre: Kosmischer Horror, Weird Fiction, Klassiker der Phantastik
Gesamteindruck und spoilerfreie Einleitung:
Dieser erste Band der „Chronik des Cthulhu-Mythos“ aus dem Festa Verlag versammelt zehn zentrale Erzählungen des Meisters H.P. Lovecraft, die uns in die Abgründe des kosmischen Horrors einführen. Ergänzt durch ein aufschlussreiches Vorwort und detaillierte Erläuterungen von Marco Frenschkowski, bietet dieser Band nicht nur eine essentielle Lektüre für Fans des Genres, sondern auch eine hervorragende Einführung für Neueinsteiger. Lovecrafts Geschichten sind keine leichte Kost, doch sie hinterlassen einen tiefen, nachhallenden Eindruck des Unheimlichen und der menschlichen Bedeutungslosigkeit im Angesicht des Kosmos. Wir vergeben für diesen Band eine Wertung von 4,5 von 5 Sternen.
Detaillierte Analyse (Hauptteil):
Inhalt/Handlung: Der Band präsentiert eine chronologische Auswahl von Erzählungen, die die Entwicklung des Lovecraftschen Mythos aufzeigen, beginnend mit frühen Werken wie "Dagon" bis hin zu den komplexeren narrativen Strukturen von "Der Fall Charles Dexter Ward" und "Der Flüsterer im Dunkeln". Die Geschichten sind lose miteinander verbunden durch wiederkehrende Motive, wie verbotene Bücher (insbesondere das Necronomicon), uralte Gottheiten und die schwindende Vernunft der Protagonisten, die dem Unbegreiflichen begegnen.
Lovecrafts Handlungen sind selten linear und auf einen konventionellen Höhepunkt zugespitzt. Stattdessen sind sie oft fragmentarisch, als gesammelte Berichte, Tagebucheinträge oder wissenschaftliche Abhandlungen präsentiert, die eine schreckliche Wahrheit Stück für Stück enthüllen. Dies trägt maßgeblich zur beklemmenden Atmosphäre bei. Die Spannung entsteht nicht durch rasante Action, sondern durch das langsame, unerbittliche Eindringen des Fremden und Monströsen in die vertraute Welt. Logiklöcher im herkömmlichen Sinne sind selten, da die "Logik" der Lovecraftschen Universen von menschlichen Maßstäben radikal abweicht. Unerwartete Wendungen gibt es im Sinne der Enthüllung unaussprechlicher Schrecken.
Charaktere: Lovecrafts Charaktere sind selten als klassische Helden im Vordergrund, sondern vielmehr als Beobachter, Forscher oder Leidtragende der kosmischen Schrecken. Sie sind oft Intellektuelle, Gelehrte oder empfindsame Künstler, deren Vernunft angesichts des Ungeheuerlichen zerbricht. Ihre Glaubwürdigkeit liegt weniger in ihrer psychologischen Tiefe, sondern in ihrer Rolle als menschliche Filter für das Unfassbare. Motivationen sind meist Neugier, Wissensdurst oder eine unheilvolle Vererbung. Eine klassische Charakterentwicklung, wie man sie aus Romanen kennt, findet selten statt; vielmehr erleben die Figuren eine Transformation von der Normalität in den Wahnsinn oder die Erkenntnis der eigenen Bedeutungslosigkeit.
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Aus der Sicht eines Autors: Ich sehe, wie Lovecraft hier bewusst auf die psychologische Tiefe seiner Figuren verzichtet, um den Fokus ganz auf den kosmischen Horror zu legen. Die Charaktere sind Vehikel, durch die das Grauen wahrgenommen wird, nicht das Grauen selbst. Das ist eine mutige Entscheidung, die das Genre maßgeblich geprägt hat, aber auch dazu führt, dass die Identifikation mit den Protagonisten schwieriger ist. Ich würde mir überlegen, wie ich die menschliche Tragödie stärker hervorheben könnte, ohne die kosmische Dimension zu verwässern.
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Aus der Sicht eines Lektors: Die Charaktere dienen primär der Plotfunktion und der Vermittlung der Atmosphäre. Ihre Motivationen sind oft eher archetypisch als individuell ausgearbeitet. Für einen modernen Leser könnte dies als Mangel an Tiefe empfunden werden. Ich würde vorschlagen, an einigen Stellen mehr innere Monologe oder Reaktionen der Charaktere einzufügen, um ihre emotionalen Zustände greifbarer zu machen, ohne die Distanz zum Unheimlichen zu verlieren. Die Entwicklung der Charaktere ist oft ein Abstieg in den Wahnsinn, der konsequent durchgehalten wird.
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Aus der Sicht eines Korrektors: Die Konsistenz der Charakterdarstellung ist gegeben, auch wenn die Charaktere selbst oft blass bleiben. Die Namen sind stimmig und passen zur jeweiligen Zeit und zum Setting. Ich achte darauf, dass die Beschreibungen der körperlichen und geistigen Veränderungen der Charaktere präzise und nachvollziehbar sind, um den Verfall glaubwürdig zu machen.
Welt/Setting: Lovecrafts Neuengland ist ein zentraler Pfeiler seines Mythos. Orte wie Arkham, Dunwich, Innsmouth und Kingsport sind nicht bloße Kulissen, sondern lebendige, atmende Entitäten, die oft selbst eine unheilvolle Geschichte in sich tragen. Die detaillierten Beschreibungen alter Häuser, verwunschener Landschaften und abgelegener Dörfer schaffen eine beklemmende, immersive Atmosphäre, die den Leser unweigerlich in diese Welt hineinzieht. Die Atmosphäre ist stets düster, oft klaustrophobisch und von einem Gefühl der Isolation geprägt.
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Aus der Sicht eines Autors: Ich bewundere Lovecrafts Fähigkeit, aus realen Orten und ihrer Geschichte eine so dichte und unheimliche Mythologie zu spinnen. Das Setting wird zum eigenständigen Charakter. Die Art und Weise, wie er das Vertraute (Neuengland) mit dem absolut Fremden (kosmischer Horror) kontrastiert, ist genial. Ich würde versuchen, diese Technik zu adaptieren, um meinen eigenen Geschichten eine ähnliche Tiefe zu verleihen.
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Aus der Sicht eines Lektors: Die Weltgestaltung ist Lovecrafts große Stärke. Die Beschreibungen sind oft sehr detailliert und bildhaft, was zur Immersion beiträgt. Ich würde jedoch prüfen, ob die Beschreibungen an manchen Stellen nicht zu ausschweifend sind und den Lesefluss stören könnten, insbesondere für Leser, die weniger an ausführlichen Landschaftsbeschreibungen interessiert sind. Eine leichte Straffung könnte hier die Wirkung noch verstärken.
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Aus der Sicht eines Korrektors: Die Konsistenz der Ortsnamen und ihrer Beschreibungen ist hervorragend. Ich achte auf die korrekte Wiedergabe der historischen und geografischen Details, die Lovecraft so akribisch einstreut, da sie maßgeblich zur Glaubwürdigkeit der unheimlichen Atmosphäre beitragen.
Schreibstil/Sprache: Lovecrafts Schreibstil ist unverkennbar: archaisch, elaboriert und adjektivreich. Er verwendet eine Fülle von Superlativen und Adjektiven, um das Unaussprechliche zu umschreiben und eine Atmosphäre des Grauens zu erzeugen. Die Sprache ist oft formelhaft, was den Eindruck alter, verbotener Schriften oder wissenschaftlicher Berichte verstärkt. Satzbau und Wortwahl sind komplex, was eine langsame, bedächtige Lektüre erfordert, aber auch die Wirkung des Schreckens verstärkt, indem er ihn langsam aufbaut.
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Aus der Sicht eines Autors: Ich sehe, wie Lovecraft mit seiner Sprache eine einzigartige Stimmung erzeugt. Die vielen Adjektive und die Umschreibung des Unaussprechlichen sind ein Markenzeichen. Ich frage mich, ob dieser Stil heute noch funktioniert oder ob er als zu gestelzt empfunden werden könnte. Es ist eine Gratwanderung zwischen Evokation und Überladung. Ich würde versuchen, die Essenz dieses Stils zu erfassen, aber vielleicht etwas zugänglicher zu gestalten.
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Aus der Sicht eines Lektors: Der Schreibstil ist Lovecrafts Alleinstellungsmerkmal, aber auch sein größter Kritikpunkt für moderne Leser. Die Adjektivlastigkeit und der oft verschachtelte Satzbau können den Lesefluss erschweren. Ich würde vorschlagen, an einigen Stellen die Sätze zu vereinfachen und Redundanzen zu vermeiden, um die Klarheit zu erhöhen, ohne die charakteristische Atmosphäre zu opfern. Die Übersetzungen im Band sind hier eine Gratwanderung, die mal besser, mal weniger gut gelingt, den originalen Ton zu treffen, ohne die Lesbarkeit zu stark zu beeinträchtigen.
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Aus der Sicht eines Korrektors: Die Komplexität des Satzbaus und die ungewöhnliche Wortwahl erfordern höchste Präzision. Ich achte besonders auf die korrekte Interpunktion, Grammatik und Rechtschreibung, um die Lesbarkeit des anspruchsvollen Textes zu gewährleisten. Die Konsistenz in der Verwendung von Lovecrafts spezifischem Vokabular ist hier ebenfalls entscheidend.
Themen und Botschaften: Die zentralen Themen Lovecrafts sind die kosmische Bedeutungslosigkeit des Menschen, das Zerbrechen der Vernunft angesichts des Unbegreiflichen und die Bedrohung durch uralte, außerirdische Mächte. Es gibt keine tröstlichen Botschaften; stattdessen steht die Erkenntnis im Vordergrund, dass die Menschheit ein winziger, unbedeutender Fleck in einem gleichgültigen, feindseligen Kosmos ist. Moralische Kategorien von Gut und Böse sind oft irrelevant, da die Schrecken jenseits menschlicher Konzepte existieren.
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Aus der Sicht eines Autors: Ich finde Lovecrafts konsequente Verweigerung einer tröstlichen Botschaft faszinierend. Er untergräbt die menschliche Hybris und zeigt, wie zerbrechlich unsere Realität ist. Das ist eine sehr wirkungsvolle Form des Horrors. Ich würde versuchen, ähnliche existenzielle Ängste in meinen eigenen Werken zu thematisieren.
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Aus der Sicht eines Lektors: Die Themen sind klar und konsequent durchgehalten. Die Botschaft der menschlichen Bedeutungslosigkeit ist Lovecrafts Kern. Ich würde anregen, an einigen Stellen die philosophischen Implikationen der kosmischen Schrecken noch stärker herauszuarbeiten, um die intellektuelle Tiefe zu betonen.
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Aus der Sicht eines Korrektors: Die Konsistenz der thematischen Motive ist gegeben. Ich achte darauf, dass die Terminologie des Lovecraftschen Mythos (z.B. Yog-Sothoth, Azathoth, Necronomicon) korrekt und einheitlich verwendet wird.
Positive Aspekte: Wir sind begeistert von der unerreichten Atmosphäre des kosmischen Horrors, die Lovecraft mit seiner einzigartigen Prosa schafft. Die Fähigkeit, das Unaussprechliche zu evozieren, ohne es explizit zu zeigen, ist meisterhaft. Die detaillierten Vorworte und Erläuterungen von Marco Frenschkowski sind eine enorme Bereicherung und bieten tiefgehende Einblicke in Lovecrafts Werk, seine Quellen und die Rezeption. Die Qualität der Übersetzung ist überwiegend sehr gut und versucht, den archaischen Ton des Originals zu bewahren. Die Auswahl der Geschichten ist repräsentativ und bietet einen hervorragenden Überblick über Lovecrafts Entwicklung. Die physische Aufmachung des Buches (Lederoptik, Festa Verlag) ist ebenfalls sehr ansprechend.
Negative Aspekte/Kritikpunkte: Lovecrafts Stil kann für moderne Leser gewöhnungsbedürftig sein. Die Adjektivlastigkeit und der oft verschachtelte Satzbau können als schwerfällig empfunden werden. Manchmal wirken die Charaktere eher wie Schablonen als wie eigenständige Persönlichkeiten. Die Wiederholung bestimmter Motive und Phrasen kann mitunter ermüdend wirken. Einige der Übersetzungen, wenngleich insgesamt gut, verlieren an manchen Stellen die Nuancen des Originals oder wirken leicht hölzern. Die fehlende psychologische Tiefe der Charaktere ist ein wiederkehrender Kritikpunkt.
Fazit und Empfehlung:
"H.P. Lovecraft – Chronik des Cthulhu-Mythos Band 1" ist eine unverzichtbare Sammlung für alle, die sich für den Ursprung des kosmischen Horrors interessieren. Lovecrafts Fähigkeit, eine Atmosphäre des schleichenden Wahnsinns und der existenziellen Angst zu schaffen, ist unübertroffen. Die beigefügten Erläuterungen von Marco Frenschkowski heben diesen Band von anderen Sammlungen ab und machen ihn zu einem wahren Schatz für Liebhaber und Forscher.
Wir würden dieses Buch uneingeschränkt allen Fans des Horrors und der Phantastik empfehlen, insbesondere jenen, die sich für die Wurzeln des Genres interessieren. Es ist auch eine gute Wahl für Leser, die bereit sind, sich auf einen anspruchsvollen, atmosphärischen Stil einzulassen und die keine konventionelle Handlung oder tiefgründige Charakterentwicklung erwarten. Für Leser, die schnelle Action oder psychologisch komplexe Figuren bevorzugen, könnte der Einstieg jedoch schwierig sein. Wer sich auf Lovecraft einlässt, wird mit einem einzigartigen Leseerlebnis belohnt, das noch lange nachhallt.
Abschließende Wertung: 4,5 von 5 Sternen
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- Lin Rina
Animants Welt
(152)Aktuelle Rezension von: AnnnnnnnaDie Autorin Lin Rina hat meine stillen Fragen nach dem Lesen von ‚Animant Crumbs Staubchronik’ erhört 😇
Meine Highlights:
Animant - dieser Name hat sich fest bei mir eingebrannt. Ungewöhnlich, aber unglaublich einprägsam, je öfter man ihn liest. Toll zu erfahren, wie die Autorin den Namen gewählt hat.
Das großes Missverständnis zwischen Mr. Reed und Animant wird durch ihren Bruder Henry aufgelöst. Er kämpft so für das Glück seiner Schwester, wie sie es für ihn und Rachel getan hat 🫶
Und endlich: Thomas Reed und seine Gefühle bekommen Platz eingeräumt. Großartig ist auch der Einblick in die Familie Reed.
Sehr interessant ist der familiäre Hintergrund von Elisa Hemmilton. Die Wohnsituation: Neunzehn Personen in vier Räumen. Jetzt ist klar, woher sie ihre Hartnäckigkeit und ihr Durchhaltevermögen hat. Nur zu gut kann ich sie mir als Meisterin der Tauschgeschäfte vorstellen, um sich und ihrer Familie den Alltag zu erleichtern. Dies alles mit der Besonderheit, niemals Geld anzunehmen. Wie sehr ist ihr die schicksalshafte Begegnung mit Franzin Brendon-Welderson zu gönnen.
Wie kam der Titel Staubchronik zustande? Ja es passt: alte Bücher und Staub, der im Lichtstrahl tanzt. Zudem gibt es noch allerlei Hintergrundwissen über die Entstehung von Staubchronik und den anderen Charakteren.
Es war herrlich, nochmal in Animants Welt einzutauchen 😌🫶
- Michael Maar
Die Schlange im Wolfspelz
(21)Aktuelle Rezension von: JoBerlinMichael Maar, Germanist, Schriftsteller, Literaturkritiker, hat mich vor einigen Jahren mit seinem Buch "Heute bedeckt und kühl" über große Tagebücher restlos begeistert – und das ist ihm auch mit seinem neuen Kompendium über die Geheimnisse großer Literatur gelungen.
Doch was ist große Literatur? Gleich zu Beginn zitiert er den Stilpapst Ludwig Reiners:" Nur gut geschriebene Bücher werden älter als 50 Jahre". Ja, aber was heißt nun 'gut geschrieben'? Die dazu gehörigen Bücher sollten natürlich stilistisch und sprachlich herausragend sein, doch insbesondere bei Romanen spielt der Inhalt, der brillante Einfall, die große Fiktion eine ganz wesentliche Rolle. Bei der Definition "guter Stil" legt Michael Maar sich nicht wirklich fest, denn "hier gibt es keine Regeln ……Aber man muss es können." Wohl wahr.
Sein eigenes Buch jedenfalls ist mit viel Können, Wissen, Geist und Witz geschrieben und hilft mir bei der Überprüfung: was habe ich in letzter Zeit gelesen, taugt es, hat es Bestand? Niemals verfällt Maar in wabernd-langweiliges Dozieren, alles ist gut, leicht verständlich und auf den Punkt gebracht für uns aufbereitet und lässt sich daher ganz wunderbar lesen.
Es finden sich Kapitel zum Beispiel zu Stil (natürlich), Grammatik, Sprachgefühl, Einsatz von Parodie und Metaphern - und ähnlich wie bei Ludwig Reiners sind wir aufgefordert mitzutun: es gibt ein Literaturquiz, mit dem man Wissen, aber auch das eigene Stilgefühl überprüfen kann.
Eine umfangreiche Bibliothek hat uns der Autor zusammengestellt, da geht es von der Klassik zur Moderne. Und dann wähle man "ein Thema und verfolge, wie unsere Autoren es angehen". Dies soll nun, der Titel des Buches deutet es bereits an, zum Thema Erotik geschehen, Wie deutlich, versteckt, geschickt, plump wird damit von ganz unterschiedlichen Autoren wie zum Beispiel Kleist, Musil, Hesse, Brecht, Walser und vielen mehr umgegangen?
Man muss das Buch keineswegs in einem Rutsch durchlesen, man kann, ja soll das Buch immer wieder mal zur Hand nehmen, die besprochenen Romane dazu – falls noch nicht geschehen – nach und nach lesen, eine schöne Liste habe ich damit an die Hand bekommen. Lesen und Lernen mit Michael Maar macht Spaß und wird mich lange begleiten.
Bleibend eben.
- Karen Köhler
Wir haben Raketen geangelt
(106)Aktuelle Rezension von: Florian_Schneider_AutorManchen spielen im Wald, manche in der Wüste, im Krankenhaus oder auf einem Kreuzfahrtschiff. Schlicht, aber zumeist gekonnt webt die Autorin die Fäden einer unerledigten Vergangenheit in die Erzählung ein. Manchmal wirkt das Aufsammeln der Fäden etwas bemüht, aber das tut weder der Handlung noch vor allem der sensiblen Porträts der Protagonist*innen Abbruch. Gerade diese Sensibilität, die Tragik der Personen, aber auch ihr Humor sind es, die diese Geschichten auch fast zehn Jahre nach ihrem Erscheinen noch unbedingt lesenswert machen!
- Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes - Sammlung: Alle Geschichten und Romane - Illustriert und kommentiert (Sherlock Holmes bei Null Papier)
(24)Aktuelle Rezension von: Betsy"Wenn Du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist."
Wer kennt ihn nicht? Den wohl bekanntesten Detektiv in der Geschichte, der für so viele Ermittler egal ob in Buch- oder Filmform als Anlehnung diente. Natürlich geht es um niemand geringeren als Sherlock Holmes. In dieser Gesamtausgabe mit seinen 4 großen Romanen ("Eine Studie in Scharlachrot", "Das Zeichen der Vier", "Der Hund von Baskerville", "Das Tal des Grauens") sind auch alle Kurzgeschichten versammelt und so kommt man in den ganzen Genuss von Arthur Conan Doyles Detektivfigur.
Hier werden zuerst chronologisch die 4 Romane aufgelistet und danach alle Kurzgeschichten in der Reihenfolge ihre Erscheinens.
So gut wie alle Erzählungen sind aus der Sicht von Holmes Begleiter und Freund Dr. Watson geschrieben, der diese als Bericht dem breiten Publikum zugänglich macht. Nur 2 Kurzgeschichten erzählt Sherlock selbst und 2 werden in der dritten Person erzählt.
Nicht nur Watson ist immer wieder über die von Sherlock so unglaublichen Erkenntnisse verblüfft, sondern auch der Leser, wobei manches einfach schon zu fantastisch klingt. Die Figur des Sherlock ist sehr vielschichtig. Einerseits drängt er mit seinen Fällen nicht an die Öffentlichkeit, da es ihm vor allem um die Benützung seines Verstandes und der Herausforderung geht, andererseits ist er Schmeicheleien durchaus nicht abgeneigt und liebt es die Polizei und Watson im Dunkeln tappen zu lassen, wenn er der Lösung schon auf der Spur ist. Er bleibt eher für sich und als wirklichen Vertrauten und Freund hält er sich an Watson. Man trifft ihn so gut wie nie ohne seine Pfeife und auch anderen Substanzen ist er nicht abgeneigt (wie Morphium oder Kokain), wenn ihn die Langeweile packt und er sich antriebslos fühlt. Er ist ein Mensch des Verstandes, der wenig auf sich selbst achtet und sehr selten rührselig wird oder Lob ausspricht, aber dennoch Milde walten lässt, wo die Polizei keine kennen würde und bewegt sich in allen Gesellschaftsschichten, wo ein interessanter Fall sein Interesse findet.
Watson, ist es hier, der darauf achtet, dass Sherlock nicht zu sehr in seine eigene Welt abdriftet und ihn seit ihrem ersten Zusammentreffen sehr bewundert für seine Art scheinbar alles über sein Gegenüber zu wissen. Obwohl dieser bei so einigen Fällen direkt dabei ist und unmittelbar auch beteiligt, bleibt er immer im Hintergrund und auch sein medizinisches Wissen, wird leider nur in sehr geringem Maße benutzt. Irgendwie dachte ich, er hätte hier eine viel aktivere Anteilnahme mit seinem eigenen Wissen als Arzt. Während Sherlock alleine bleibt, heiratet Watson und hat zeitweise eine eigene Praxis, was ihn allerdings nicht davon abhält, quasi alles stehen und liegen zu lassen, wenn dieser nach ihm ruft, was teilweise dann auch wieder etwas komisch anmutet.
Ein sehr ungleiches Paar welches, trotz Sherlocks zeitweise recht unterkühlter und abwertenden Art, eine sehr innige Freundschaft verbindet. Dies liegt wohl auch daran, dass Watson schweigen kann und zuhört, wenn Sherlock einfach nur jemanden braucht um seine Gedankengänge laut auszusprechen und hin und wieder durch Watsons Unwissenheit auf neuen Input hofft.
Was hier stellenweise verwirrend ist, ist das bei der Übersetzung beide in einigen Geschichten noch per Sie sind, obwohl sie sich schon lange kennen und auch schon beim Du waren. Auch haben sich einige andere Fehler eingeschlichen, bzw. wird manches nebenbei erwähnt, was den Leser dann etwas ratlos zurück lässt. Positiv anzumerken sind hier die verschiedensten Illustrationen, die hier bei natürlich das Bild von Watson und Sherlock über die Jahre geprägt haben.
Fazit: Man sollte sich zumindest einmal einen seiner 4 großen Romane zur Hand nehmen, um diesen bis heute unerreichbaren und auch ziemlich eigenwilligen Meisterdetektiv kennenzulernen. (Mir persönlich gefiel "Eine Studie in Scharlachrot" und "Der Hund von Baskerville am besten.) Allerdings wird hier in der Gesamtausgabe auch schnell klar, dass der Autor wohl selbst mit der Chronologie der Geschichten etwas durcheinander kam und einige Logikfehler produziert hat. Generell ist es schwer diese Geschichten wirklich chronologisch zu lesen, da die Kurzgeschichten in den Zeiten hin und her wechseln und auch die Romane mit ihrem Erscheiungsdatum nicht wirklich zur Chronologie passen. Alles in allem kann man sagen, dass es hier sehr spannende und überraschende Geschichten gibt, allerdings je mehr man liest, desto mehr kommt einem alles bekannt vor und es gibt dann auch etliche Fälle die sehr vorhersehbar sind. Originell und überraschend am Anfang, danach läuft es eigentlich immer nach dem selben Schema ab und bietet wenig Neues. Nichtsdestotrotz, ist die Figur des Sherlock Holmes so einzigartig wie sie in ihrer Darstellung nur sein kann. - Mandy Moore
Machs mir richtig geil | Erotische Geschichten
(6)Aktuelle Rezension von: AloegirlDies ist ein Buch mit mehreren Geschichten. Er fuhr wie alle Tage mit der Bahn nach Hause. Die Bahn war ziemlich leer und es stiegen kaum Leute ein. Auf einmal stieg eine blonde junge Frau ein. Sie setzte sich ihm gegenüber und fing an sich zu verwöhnen. Sie schaute, ob er sie ja eh beobachtete. Das machte ihn natürlich scharf. Er musste gleich aussteigen, da sah er plötzlich einen Zettel mit einer Telefonnummer neben sich liegen. Zu Hause dachte er über das Erlebte nach und verschaffte sich in der Dusche endlich eine Erlösung.
Es sind alles schöne Geschichten, diese war nur eine davon. Die Geschichten sind sehr erotisch geschrieben worden. Die Liebesszenen sind sehr schön geworden. Mir hat das Buch sehr gefallen. Holt euch das Buch, ihr versäumt sonst was.























