Bücher mit dem Tag "samuel beckett"
8 Bücher
- Annabel Abbs
Die Tänzerin von Paris
(74)Aktuelle Rezension von: MarinaHDas Buch war sehr ansprechend, ich habe genossen es zu lesen. Lucia Joyce hatte ein schreckliches, anstrengendes Leben, man konnte sich gut in ihre Verzweiflung und auch die Liebe reinversetzten.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön, ich fand es sehr interessant wie die Zeitsprünge im Buch gestaltet wurden.
Die Handlung war flüssig und bis zum Ende spannend gehalten. Das Buch bliebt im Gedächtnis, auch noch mehrere Wochen nach dem Lesen.
Ich konnte mich gut in Lucias Lage reinversetzten und mit ihr mitleiden. Es war angenehm ein Buch aus der ‚Ich-Form‘ zu lesen.
Es ist schön, wie die Autorin den Blick im Buch auf Lucia, nicht auf ihren Vater lenkt.Fazit: Tolles Buch über eine Persönlichkeit, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.
- Sophie Villard
Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück
(66)Aktuelle Rezension von: HelefloDas Leben von Peggy Guggenheim interessiert mich, daher habe ich zu dieser Romanbiografie gegriffen.
Leider beschreibt die Autorin alles sehr oberflächlich ohne in die Tiefe zu gehen. So bleiben die Figuren farb- und leblos und die Begebenheiten sind nicht wirklich greifbar. Auch war mir Peggy Guggenheim, zumindest so wie die Autorin sie dargestellt hat, sehr unsympathisch.
Es ist eine Aneinanderreihung verschiedener Begebenheiten in Peggys Leben während der Nazizeit die mich einfach nicht packen konnten. So brauchte ich für dieses Buch gefühlt eine Ewigkeit weil ich oft keine Lust zum weiterlesen hatte.
Sehr schade, da hätte man bestimmt mehr rausholen könnnen.
2,5 Sterne
- Claire Thomas
Die Feuer
(84)Aktuelle Rezension von: Celia83Im Buch "Die Feuer" von Claire Thomas wird die Lebensgeschichte von drei ziemlich unterschiedlichen Frauen auf eindrückliche Weise geschildert. Der Ort, an dem alles spielt und der die gesamte Geschichte zusammen hält, ist das Theater von Melbourne, in dem an diesem Abend ein Stück von Beckett aufgeführt wird.
Zum einen gibt es die Literaturprofessorin Margot, dann Ivy, Kunstmäzenin und ehemalige Studentin von Magot und schliesslich noch Summer, Schauspielschülerin und Platzanweiserin im Theater.
Dem Handlungsspielraum sind durch die Ortsgebundenheit an das Theater gewisse Grenzen gesetzt, was der Geschichte aber keinen all zu grossen Abbruch tut.
Im Grossen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen. Die Gedankengänge der drei an so unterschiedlichen Punkten im Leben stehenden Frauen werden schön beschrieben.
Doch sehe ich nicht so genau, wo die tiefere Verbindung zwischen den Frauen liegt. Man kennt sich auf eine oberflächliche Weise und es ist im Prinzip das Theaterstück, das die Handlung zusammenhält. - Jo Baker
Ein Ire in Paris
(17)Aktuelle Rezension von: LittleShamrockLibraryEine grandiose Romanbiographie. Jo Baker beschreibt das Leben und Schaffen von Samuel Beckett, während seiner Zeit in Frankreich, zur Zeit des zweiten Weltkrieges.
Ein Genie am Rande des Wahnsinns. So lässt es sich wohl treffend beschreiben. Samuel Beckett wirkt, eigen, verschlossen, sozial inkompetent und doch wieder hilfsbereit, loyal, interessiert.
Jo Baker schafft es durch ihren Protagonisten Samuel Beckett, die Wirren und Schrecken des zweiten Weltkriegs, für uns lebendig werden zu lassen. Das Buch versprüht eine Melancholie, die sich fast bis in Angst steigert. Sie schafft es sehr gut Gefühle zu transportieren.
Oft ist es mir schwer gefallen weiter zu lesen. Die Stimmung in diesem Buch ist erdrückend.
Deutlich beschreibt Baker, wie das Genie in Beckett erwacht, getrieben vom Drang zu Schreiben, schafft er es immer wieder sich zu motivieren, sein Überleben in der wohl verrückt gewordenen Welt, zu sichern.
Jo Baker ist es gelungen Fakten und Fitkrion wunderbar miteinander zu verbinden. Ein toller Roman, der gelesen gehört.
Gerade in unserer heutigen Zeit, in der Parteien an Macht gewinnen, die offen gegen Völkergruppen hetzen.
Ich hoffe für uns alle, dass wir aufmerksam bleiben.
Vielen Dank an das Bloggerportal und den KNAUS Verlag, die mir ein Belegexemplar zur Verfügung gestellt haben.
- Harald Schmidt.
Mulatten in gelben Sesseln
(40)Aktuelle Rezension von: HoldenHarald Schmidts Focus-Kolumnen aus den Jahren 2004/2005 sowie sein gefaktes Tagebuch vorneweg. Man wundert sich, an wie viele Politiker und viele Aufgeregtheiten von damals man sich gar nicht mehr erinnern kann, die in den Kolumnen vorkommen. Aber ein schöner Rückblick auf einen Ausschnitt deutscher Geschichte, gewohnt ironisch/süffisant/schwarzhumorig. Deutschland als Weltbelehrer, Weltexportmeister, welt sympathischstes Land mit herausragender Aufnahmekultur.
- Carol Loeb Shloss
Lucia Joyce
(3)Aktuelle Rezension von: FederfeeUm es gleich vorweg zu schreiben: diese Biografie einer Professorin für Literaturwissenschaft an der Universität Stanford/USA, Joyce-Kennerin, halte ich eher für Fachleute geeignet. Allzu detailreich wird das Leben der Tochter von James Joyce mit allen Hintergründen ausgebreitet.
Das hat einen Grund, den Carol Loeb Shloss in der Einleitung erläutert. Viele schriftliche Zeugnisse sind mit Absicht vernichtet worden: Tagebücher, Gedichte, vor allem aber Briefe von, an und über Lucia Joyce. Da liegt der Verdacht nahe, dass ihre Veröffentlichung Dinge ans Tageslicht gebracht hätte, die man lieber unter Verschluss halten wollte, die die Familie für zu privat hält. Daher werfen Kenntnisse z.B. über die Tanzkonzepte oder psychiatrische Methoden ein erhellendes Licht auf das, was Lucia Joyce erlebt und was sie möglicherweise geprägt hat.
Überhaupt stellt sich die grundsätzliche Frage, ob der Zugang zu Dokumenten, die als historisch angesehen werden, über dem Recht an Privatsphäre steht, ein durchaus diskussionswürdiger Punkt. Ich schließe mich der Meinung der Nachkommen einiger bekannter Schriftsteller an, dass diese Dokumente zum Weltkulturerbe gehören und in engem Zusammenhang mit den Werken stehen, wie es z.B. auch bei 'Finnegans Wake' (James Joyce) der Fall ist.
Aber – fragt Shloss: "Hätte Lucia es gewollt, dass jemand ihre Geschichte erzählt? Ja, das schon, aber nicht auf irgendeine alberne Weise und auch nicht in lüstern-voyeuristischer Manier." (45)
***
Es ist die Geschichte von Lucia, Tochter des weltberühmten Autors James Joyce ('Ulysses'), die in einem problematischem Elternhaus aufwuchs, eine begnadete Tänzerin war und am Ende in psychiatrischen Sanatorien ihr Leben fristete.
Mir sind nicht alle Gründe klar geworden, die zu so einem Desaster führen konnten; auch die Ausführungen von Loeb Shloss brachten mir keine Klarheit. Alles beruht auf relativ wenigen schriftlichen Dokumenten und Aussagen von denen, die sie gekannt haben. Und die sind widersprüchlich. Am Ende bleibt das Bedauern, dass eine schöne junge Frau mit großem künstlerischen Talent als 'geisteskrank' abgestempelt und ihr Leben zerstört wurde.
Viele Gründe können genannt werden: das nomadische Herumziehen der Eltern in Europa, Armut und Hunger in den ersten Jahren, zerbrochene Beziehungen mit dem nach eigenen Angaben gefühlskalten Samuel Beckett und dem lebenslustigen Alexander Calder, der schon längst mit einer anderen verlobt war. Und die waren nicht ihre einzigen Liebhaber im damals sexuell freizügigen Paris (die Goldenen Zwanziger).
Eine gewichtige Rolle spielte die Beziehung zu ihrer Mutter Nora Barnacle, von der sie nie Verständnis, nur Kritik erntete. Sie war vermutlicherweise neidisch auf Lucias Erfolge als Tänzerin, aber vor allem eifersüchtig auf die enge symbiotische Beziehung von Lucia zu ihrem Vater. Aber auch der ich-bezogene James Joyce verkannte das große Talent seiner Tochter, brachte ihm keine Wertschätzung entgegen und wollte sie allein für sich haben, als seine Muse, ohne die er nicht schreiben konnte, die in seinen Werken mehr oder weniger verschlüsselt vorkommt.
Tanzen war ihr Leben, aber sie hatte anscheinend nicht die Kraft, sich gegen die Ansprüche ihrer Eltern durchzusetzen. Alle impften ihr ein, dass sie für den Vater eine Muse sei, dass sie für ihn da sein müsse und so gab es für Lucia kein eigenes selbstbestimmtes Leben, obwohl sie im damaligen Paris alle Chancen und Möglichkeiten hatte. Da alle ihre Versuche scheiterten, muss man sich nicht wundern, dass ein Mensch daran zerbricht. - Samuel Beckett
Warten auf Godot
(108)Aktuelle Rezension von: ElbenwindEs geht um zwei Landstreicher, die auf Godot warten, aber gar nicht wissen, warum sie überhaupt mit ihm verabredet waren.
ESTRAGON: Ich bin müde. (Pause.) Komm, wir gehen.
WLADIMIR: Wir können nicht.
ESTRAGON: Warum nicht?
WLADIMIR: Wir warten auf Godot.
ESTRAGON: Ach ja. (Pause.)
(S.169)KOMMENTAR
„Warten auf Godot“ ist das Paradebeispiel für das absurde Theater. Man darf sich also kein traditionell aufgebautes Drama mit einem Höhepunkt und logischem Schluss erwarten. Die Figuren handeln teilweise irrational, reden aneinander vorbei und es kommt immer wieder zu grotesken Situationen. Trotzdem wirkt das Drama nicht unstrukturiert oder gar „sinnlos“. Es gibt ein Ziel („zu warten bis Godot auftaucht“), interessante Unterhaltungen und amüsante Momente! Das Ende ist streng genommen gar kein Ende und trotzdem hat sich der Kreis in der Geschichte geschlossen. Es gibt unzählige Deutungsmöglichkeiten, Beckett selbst hat sich folgend dazu geäußert: „Wenn ich es wüßte, würde ich es sagen“ (Siehe Vorwort, S.12).
Ich empfehle das Vorwort von Joachim Kaiser (Redakteur, Süddeutsche Zeitung) erst nach dem Drama zu lesen, da es sich um eine kurze Analyse des Stücks und nicht um eine Einleitung handelt. Er thematisiert darin die Entstehung des Stücks und seine Bedeutung, er zeigt kurz Interpretationsversuche auf und vergleicht mit ein paar Beispielen die Übersetzungen.
Die mehrsprachige Ausgabe habe ich mir nicht absichtlich gekauft, sondern es war die einzige Ausgabe, die die Bücherei lagernd hatte. Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber! Auf der linken Seite steht in einer Spalte der Originaltext auf Französisch und gleich daneben die englische Fassung und auf der rechten Seite befindet sich die deutsche Übersetzung. Dadurch kann man mit einem Blick die Übersetzungen vergleichen und analysieren.DIE REDEWENDUNG
Die internationale Redewendung „Warten auf Godot“ / „auf Godot warten“ ist auf Becketts Drama zurückzuführen! Man bezeichnet damit das vergebliche, sinnlose und lange Warten auf etwas/ jemanden, das/der vermutlich nicht eintreffen wird.
FAZIT
4 von 5 Sternen
Ich empfehle „Warten auf Godot“ allen, die etwas Ausgefalleneres lesen möchten und nicht zu viel Wert auf einen „traditionellen Plot“ legen. Für mich war es aber gerade deshalb so unterhaltsam!
Wer sich nicht so gerne mit Klassikern der Weltliteratur und der Gattung „Dramatik“ abgibt, sollte lieber die Finger davon lassen.







