Bücher mit dem Tag "sankt petersburg"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sankt petersburg" gekennzeichnet haben.

63 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.207)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Ken Follett schafft es selbst auf über 1.000 Seiten keine Langeweile aufkommen zu lassen. Sturz der Titanen ist sehr gut geschrieben. Und das Team von Ken Follett hat mal wieder, wie brereits in seinen anderen geschichtsträchtigen Büchern, gut recherchiert. Das wichtigste für mich überhaupt an diesem Buch sind die Lehren, die es uns aufzeigt. Ich fand es schockierend wie Menschen es schaffen, solch fürchterliche Kriege auszulösen, in denen Millionen von unschuldigen Menschen getötet und masakriert werden. Das Buch von Ken Follett sollte gleichzeitig eine Warnung an alle Menschen sein und sich für den Frieden, wo auch immer, einzusetzen und das Böse gleich im Ansatz ersticken. Frieden fängt bei jedem selber an. Sturz der Titanen ist ein Klasse Buch.

  2. Cover des Buches Der Winterpalast (ISBN: 9783458359708)
    Eva Stachniak

    Der Winterpalast

     (269)
    Aktuelle Rezension von: Ritja

    Der Winterpalast ist eine große Geschichte rund um die russische Zarenfamilie. Die Geschichte wird aus der Sicht der Buchbindertochter Warwara (Barbara) erzählt und zeigt die private Seite des Palastes. Die Regentin ist mürrisch, launisch, klug und nachtragend, sie ist machtbesessen und hat nur wenig für ihre Schwiegertochter Sophie von Anhalt-Zerbst (später Großfürstin Katharina) übrig.

    Der Großfürst Peter, ist ein kleiner schmächtiger Mann, der es nicht schafft, sich Respekt und Achtung zu verschaffen. Er spielt lieber mit den Zinnsoldaten Krieg als im wirklichen Leben anzukommen. Seine Ehefrau Großfürstin Katharina ist der klügere Part. Sie lernt schnell und viel und muss so manche Schmach und böse Worte aushalten. Sie wird erniedrigt und abgeschoben und doch wird ihre Zeit kommen. Warwara ist im Palast stets an der Seite der Zarin und der Großfürstin. Sie ist Spionin, Seelsorgerin und Strategieberaterin. Ihren Augen und Ohren entgeht nichts und trotzdem muss auch sie sich in Acht nehmen – vor den bösen Zungen und den falschen Freunden.

    Es ist eine sehr umfassende Geschichte, die bis ins kleinste Detail das Leben im Palast beschreibt. Der Schreibstil ist gut und dadurch hält man auch die 761 Seiten durch. Man lernt ein wenig die russische Geschichte kennen und erhält dadurch einen kleinen Einblick in die russische Seele.

  3. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Sven Michaelsen

    Schuld und Sühne

     (476)
    Aktuelle Rezension von: Hazel93

    Ich bin gerade einfach nur dankbar dieses Buch beendet zu haben. Das war ja noch anstrengender und langweiliger als "Der Zauberberg" - dass das noch zu übertreffen ist, hätte ich nicht gedacht. Allein bei dem Gedanken weiterzulesen, habe ich mich schlecht gefühlt, aber tapfer die ersten 400 Seiten durchgehalten in der Hoffnung noch eine Erleuchtung zu haben, warum dieses Buch so gelobt wird. Aber es ist einfach nur anstrengend, es gibt tausend unbedeutende Handlungsstränge und auf die tiefgründige Message wartet man vergeblich. Und diese seitenlangen Monologe, so redet doch kein Mensch! 

    Die generelle Thematik des Buches finde ich wirklich spannend: ein Mann begeht einen Mord. Was hat ihn dazu gebracht? Was macht das aus ihm? Aber dafür muss man dieses Buch nicht lesen. Dennoch muss ich Dostojewski zugute halten, dass er Partei für die unterste Schicht einer Gesellschaft ergreift und als Protagonistin beispielsweise eine Prostituierte wählt. Er prangert die Missstände in der russischen Gesellschaft an, die Menschen zu Verbrechen verleiten. Das ist wirklich positiv an "Schuld und Sühne" ebenso wie dass er nicht mit erhobenem Zeigefinger und übertriebener Moral über Raskolnikow urteilt. Obwohl das Ende wirklich furchtbar rührselig ist und die Sprache mir gegraust hat: "aber auf diesen blassen, kranken Gesichtern strahlte schon die Morgenröte einer neuen Zukunft, einer völligen Wiedergeburt zu neuem Leben. Die Liebe war es, die diese Wiedergeburt bewirkt hatte; dem Herzen des einen entsprudelten unerschöpfliche Quellen des Lebens für das Herz des anderen." Dabei liebe ich Dostojewskis Sprache doch eigentlich! "Weiße Nächte ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Aber hier hat er einfach maßlos übertrieben. 

    Ich weiß, das Buch ist alt. Es ist ein Klassiker. Man sollte es verehren. Aber man sollte auch den Mut haben, es aus heutiger Sicht zu betrachten und wenn man nicht gerade Literatur studiert, sehe ich wirklich keinen Sinn darin, wertvolle Zeit damit zu vergeuden, wo es doch so viele andere, wunderbare, spannende und sozialkritische Bücher gibt. Punkt.
     
  4. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (466)
    Aktuelle Rezension von: Favole

    Ich fühle mich gerade wie nach einem Marathon. Naja, wenn ich jemals einen gelaufen wäre.... Aber 2122 Seiten sind für ein Buch schon nicht ohne. Ok, für eine Tetralogie jetzt sicher ordentlich, aber auch nicht so viel. Jedoch obwohl meine Ausgabe eben 4 Bücher waren, hat es sich wie eins angefühlt, da die Teile untereinander so gar nicht abgeschlossen waren. 

    Im Nachhinein würde ich wohl auf eine gekürzte Ausgabe zurückgreifen. So ganz genau, lässt sich das hier sowieso nicht sagen, bei der Menge an unterschiedlichen Ausgaben. In meiner gab es z.B. keine Fußnoten oder Anmerkungen und die französischen Passagen waren zum Teil direkt übersetzt zum Teil französisch geblieben. Mit meinem bisschen Schulfranzösisch hat es gerade gereicht. Aber wirklich gestört hätte mich das wohl dennoch nur am Anfang, da es nach und nach weniger wird. 

    Das Buch umfasst für mich drei Bereiche. Einerseits die gesellschaftlichen Aspekte. Ich habe irgendwo gelesen, dass wohl im Ursprung der Titel auch mit Krieg und Gesellschaft hätte übersetzt werden können und nach der Lektüre muss ich sagen, dass der Titel besser gewesen wäre, denn um Frieden geht es nur sehr bedingt, um die Gesellschaft, Standesunterschiede, Erwartungen und Entwicklungen schon sehr. Dieser Teil war für mich am spannendsten zu lesen, da es um wirkliche Personen und eben Geschichten geht. Anfangs war ich allerdings auch leicht überfordert, da gerade zu Beginn so wahnsinnig viele Figuren eingeführt werden. Es werden auch immer mehr, aber in den ersten paar hundert Seiten musste ich mir mit einer selbst geschrieben Liste behelfen, sonst hätte ich nicht durchgesehen. Nach und nach kristallisieren sich dann bedingt Hauptpersonen heraus. Allen ist jedoch gemein, dass sie den höheren Gesellschaftsschichten angehören. 

    Der zweite Bereich umfasst die Kriegsbeschreibungen und untergliedert sich wiederum in allgemeinen Truppenbeschreibungen inkl. Positionen der Armeen sowie ganz direkte Beschreibungen einzelner Personen, meist aus dem ersten Bereich der Gesellschaft. Nur indirekt erfährt der Leser hier auch etwas über die ärmeren Menschen. Gegenüber dem, was aus Filmen und auch sicher anderen Büchern über „Krieg“ bekannt ist, beschreibt Tolstoi hier gar nicht mal so spektakulär, aber dennoch bleibt ein deutliches Gefühl zurück, dass Krieg – egal wie und wo – immer furchtbar, aber scheinbar auch unabdingbar ist. 

    Und damit kommen wir zum dritten Bereich, den ich gar nicht recht benennen kann. Tolstoi fasst hier seine Betrachtungen zu Politik, Gesellschaft, Geschichtsschreibung etc. schon fast philosophisch, jedoch auch wissenschaftlich zusammen. Obwohl diese Absätze, die mit Fortschreiten der Lektüre häufiger auftreten, für mich am anstrengendsten waren, muss ich doch sagen, dass hier wahnsinnig viel Wissen drin steckt. Ich glaube auch, dass hier der Ruhm des Buches begründet liegt. 

    Alles in allem sind die Übergänge der drei Bereiche oft fließend, insbesondere der ersten beiden von Mitte bis Ende des Buches. Und dennoch war die Veränderung stets sichtbar.  

    Ich muss zugeben, dass ich manche Abschnitte querlesen musste, weil ich sonst aufgegeben hätte. Und ich musste dran bleiben. Denn, wenn ich das Buch doch mal weggelegt oder ein anderes zwischendurch gelesen habe, blieb Krieg und Frieden häufig länger liegen. Auch mal drei Monate. Aber ich bin froh, dass ich durchgehalten habe. Nur schade, dass ich aufgrund der Zeit die Leserunde nicht wirklich mitmachen konnte. Dabei hat dieses Buch wirklich so viel Diskussionspotential. Aber gerade das war am Anfang der Leserunde für mich auch ein Problem, weil da je Abschnitt schnell mal über 100 Kommentare zusammengekommen sind und das mit der eh schon anspruchsvollen Lektüre für mich einfach nicht machbar war. 

    Fazit: Jedem Liebhaber von Klassikern kann ich dieses Buch nur empfehlen, vielleicht allerdings lieber eine nicht ganz so lange Ausgabe, da mich das fast zum Aufgeben gebracht hat. Aber vielleicht wäre es sonst auch nicht so gut gewesen. Wer weiß. Es lohnt sich durchzuhalten, was mir oft schwer fiel, aber so manche Äußerungen Tolstois lassen sich gut auf die heutige Zeit anwenden, so anders diese auch sein mag. Ich habe es nicht bereut. 

     

     

     

  5. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (166)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  6. Cover des Buches Die Schattenflüsterin (ISBN: 9783959914857)
    Olga A. Krouk

    Die Schattenflüsterin

     (49)
    Aktuelle Rezension von: zeilenmaedchen_

    Meine Meinung:

    Das Cover und der Klappentext konnten mich von Anfang an, als ich das Buch einer Freundin abgekauft habe, überzeugen. Doch während des Lesens stellt ich schnell fest, dass die Geschichte doch nicht so ist wie ich sie mir vorgestellt hatte. 

    Die Aufmachung des Buches ist wirklich wunderschön. Denn von innen sind auf jeder Seite schwarze Baumsilouetten gedruckt. Diese ziehen sich durch das ganze Buch. Auch die Kennzeichnung eines neuen Kapitels ist wunderschön. Denn dort ist um die Zahl immer eine schwarze Krähe mit geweihteten Flügeln zu sehen.

    Der Einstieg in das Buch viel mir auf der einen Seite sehr leicht aber auf der anderen Seite sehr schwer. Denn ich hatte ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu kommen. Was vorallem an den Personen, die am Anfang sehr oft hin und her springen, lag. Und auch daran das wir genauso in die Situation hineingeworfen wurden wie Liza, die Protagonistin. Was aber bestimmt absicht der Autorin war. 

    Ich muss zugeben das ich das Buch nach den ersten 90 Seiten erst einmal, für längere Zeit, zur Seite gelegt hatte. Denn ich hatte immer noch keinen Anschluss zur Geschichte gefunden. Zudem hatte Angst, wenn ich mich durch das Buch quähle, das ich dann in eine Leseflaute verfalle und dem Buch auch damit nicht gerecht werde. Doch ich wollte das Buch unbedingt dieses Jahr noch beenden. Daher habe ich mir das Buch nochmal geschnappt und habe weitergelesen. 

    Die letzten 100 Seiten wurden dann tatsächlich auch noch richtig Spannend und ich habe mit Liza und Edik richtig mitgefiebert. Das was sich am Ende offenbart hat konnte ich mir schon die ganze Zeit irgendwie denken. Aber es im Buch zu lesen war dann doch unerwartet. 

    Die Liebesgeschichte zwischen Liza und Edik konnte mich zwar nicht abholen aber sie war dennoch süß.

    Aber trotzdem gibt es da immer noch eine Frage die die ganze Zeit in meinem Kopf rum schwirrt. Und zwar, warum es diesen Kult überhaupt gab/gibt und was seine Aufgabe sind/waren. 

    Da man ja hier leider keine halben Sterne verteilen kann habe ich mich für 3 Sterne entschieden. Aber auf allen anderen Portalen, wo man auch halbe vergeben kann, werde ich 3,5 Sterne geben.

  7. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.379)
    Aktuelle Rezension von: Klausviedenz

    Deutschsprachiger Weltbestseller. Von Kritikern hochgelobt, als "geniale Sensation" verschrien...aber für mich eine ziemliche Enttäuschung. Kehlmanns "Tyll" habe ich geliebt, aber mit diesem hier wurde ich nie warm.

    "Die Vermessung der Welt" ist eine Doppelbiografie zu zwei Titanen der Wissenschaft: Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humbold, die in diesem Machwerk allerdings alles andere als titanisch herüberkommen. Zwar stellt Kehlmann ihr Genie angemessen dar, allerdings haben sie abgesehen von ihrer Intelligenz und ihrer Neugier keine positiven Eigenschaften - stattdessen kommen sie als überzeichnete Soziopathen, Egomanen und Choleriker daher. Gauß macht seiner Familie das Leben zur Hölle, verpasst sogar die Geburt seines ersten Kindes, ohne davon überhaupt zu wissen, und reagiert mit Gleichmut auf das Unglück, das seinen Sohn trifft. Alexander von Humbold, der große Kämpfer gegen Sklaverei und Unterdrückung, der mit seinen Vorträgen und Anekdoten das pochende Herz jeder Abendgesellschaft gewesen sein soll, wird von Kehlmann zu einem homosexuellen Pädophilen degradiert, der völlig außerstande ist, Empathie für seine Mitmenschen zu empfinden. Wenn man schon über historische Persönlichkeiten schreibt, sollte man sich wenigstens an die bekannten Fakten halten - und das hat Kehlmann hier meiner Meinung nach ziemlich oft nicht getan. Unter anderem beschäftigt sich Humbold hier auch mit der Daguerreotypie, was zu seinen Lebzeiten soweit ich weiß noch absolute Zukunftsmusik war.

    Ein anderer Störfaktor in diesem Roman waren die Dialoge, denn diese sind fast durchgehend in indirekter Rede verfasst. Warum zum Teufel schreibt man Dialoge in indirekter Rede? In "Tyll" hat Kehlmann großartige Dialoge geschrieben, hier ziehen sie sich teilweise wie Kaugummi.

    Davon abgesehen ist der Autor auch hier immer noch ein großartiger Erzähler. All die peinlichen Momente sozialen Versagens der beiden Protagonisten sind mit feiner, subtiler Ironie unterlegt, und zum Ende seines Romans hin führt Kehlmann beide Erzählstränge elegant zusammen um zu verdeutlichen, dass die beiden Genies trotz ihrer weltverändernden Erkenntnisse im Alter doch nur überholte Greise sind: die Wissenschaft ist gnadenlos, sie entwickelt sich immer weiter. Sensationelle Entdeckungen von heute sind die alten Geschichten von gestern, für die sich niemand mehr interessiert.

    Alles in allem ist das hier immer noch ein lesenswerter Roman, wenn man die Schwierigkeit mit den Dialogen überwunden hat und damit klarkommt, dass alles Zwischenmenschliche in ihm keine Rolle spielt. Kehlmann geht es hier offenbar nicht um das Leben seiner Charaktere, sondern um das, was sie hinterlassen: die Vermessung der Welt, die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Wissen, das Erweitern des menschlichen Horizonts. Drei Sterne.

  8. Cover des Buches Weiße Nächte (ISBN: 9783458345343)
    Fjodor M. Dostojewski

    Weiße Nächte

     (173)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Ein Mann lernt eine Frau kennen.  Nicht auf klassische Weise. Viele Gedankenspiele und innere Zerrissenheit tragen beide mit sich.  Die Liebe zu Petersburg sowie zu seinen Charakteren wird deutlich. Es ist verträumt schön und gleichzeitig realistisch-traurig.

  9. Cover des Buches Die Schwester des Tänzers (ISBN: 9783458361787)
    Eva Stachniak

    Die Schwester des Tänzers

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlenblog

    Inhalt

    Ballett ist Eleganz, Leben, Kunst. In der Familie Nijinsky wird Ballett von den Eltern an die Kinder weitergereicht, eine Lebensaufgabe, der gerecht zu werden mit sehr viel Arbeit einhergeht. Stassik, Waslaw und Bronia, Brüder und Schwester, werden hineingeboren in dieses künsterische Millieu, tanzen bereits mit vier Jahren vor Zuschauern und hegen nur einen Wunsch: Der Welt zu beweisen, dass sie die besten sind.

    Während Waslaw die Kunstwelt sehr schnell zu Füßen liegt, hat Bronia mit allerhand Hürden zu kämpfen. In diesem Buch folgen wir ihren Spuren, sehen sie aufwachsen, sehen sie tanzen. Fühlen ihren Schmerz und ihre Freude.

    Rezension

    Ballett als Lebensaufgabe

    Bronia Nijiska wird Ende des 19. Jahrhunderts in Polen geboren, doch die Wege ihrer Familie führen sie schon bald nach Russland. Hier nun ist ihr erklärtes Ziel die Aufnahme in die kaiserliche Ballettschule, die vom Zaren gefördert wird und höchsten Ruhm verspricht. Während ihrem Bruder alles scheinbar mühelos in den Schoss zu fallen scheint, ihn jeder liebt und bewundert, steht sie lange Zeit im Schatten, ist immer nur „die Schwester von“. Doch auch in Bronia steckt der Wille, sich aus der Masse der Balletttänzerinnen hervorzutun. In rückblickenden Tagebucheinträgen verfolgen wir ihren Weg von der Tanzschule zu den ersten Schritten in neue Richtungen, denn ihr Bruder will das Ballett revolutionieren. Er will aus dem steifen Rahmen ausbrechen, will neues schaffen, für die Kunst und mit der Kunst leben. Dabei ist er sehr streng zu sich, und noch strenger zu Bronia. Er wendet sich gleichermaßen von ihr ab und zu ihr hin, so dass sie nie ganz genau weiß, wie seine Gefühle wirklich sind.

    Während der Lektüre schlug ich oftmals genannte Namen nach, suchte die Gesichter zu den Menschen, die wirklich lebten. Auch das Ballettstück „Der Faun“ von Waslaw Nijinsky kann gefunden und bestaunt werden. Und genau das machte für mich auch einen Teil des Reizes dieses Buches aus, diese erlebbare Geschichte, die noch immer gefunden werden kann. Bronia führt ein unstetes Leben. Reist von Ort zu Ort, immer auf der Suche nach Engagements und Auftritten. Festen Boden spürt sie nur selten. Immer an ihrer Seite ist ihre Mutter, Mamusia, die selbst Ballett tanzte und die Entbehrungen und Opfer kennt, die ein Leben als Tänzer unweigerlich mit sich bringen.

    Bronia lebt in einer aufregenden Zeit, einer Zeit voller Umbrüche und Kriege. Sie erlebt sowohl den ersten als auch den zweiten Weltkrieg mit, und spürt die Auswirkungen des Zarensturzes. Trauert sie dieser prunkvollen Zeit nach? Nein. Sie will neues kreieren, die Welt mit ihrem Tanz verändern, Augen öffnen, ähnlich ihrem Bruder. Persönliche Schicksalsschläge geben sich bei ihr die Klinke in die Hand, und dass Genie und Wahnsinn nur einen Fingerzeig voneinander entfernt existieren, muss sie an ihren beiden Brüdern hautnah miterleben.

    Fazit

    Auch wenn gegen Ende hin ein wenig Flaute einkehrte, sich die Abschnitte etwas zogen, so habe ich den Lebensweg Nijinskas sehr gern verfolgt und war völlig gefangen in einer Welt aus Übungsstunden, Choreografien und wechselnden Arrangements. Man liest dieses Buch jedoch nicht der historischen Momente wegen, sondern aus Liebe zum Ballett.

  10. Cover des Buches Scharlatan (ISBN: 9783455403770)
    Claudia Weiss

    Scharlatan

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    1706. Der Hamburger Advokat Hinrich Wrangel wird von seinem alten Freund und Mentor Thomasius um Mithilfe zur Befreiung des in Dresden zu Unrecht verhafteten russischen Sondergesandten Johann Patkul gebeten. Trotz Bedenken seiner Frau Ruth entschließt sich Hinrich, an dem geheimen Treffen in Königsberg teilzunehmen. Einige der fähigsten Juristen des Landes planen eine Verteidigungsschrift zur Freilassung Patkuls zu erstellen, da sie in dessen Verhaftung eine Verletzung des Völkerrechts sehen. Auf dem Weg zur Beschaffung von entlastenden Dokumenten wird Wrangels Kutsche überfallen, seine Begleiter werden getötet. Wrangel selbst ist spurlos verschwunden und wird für tot gehalten. Tatsächlich wird er schwer verletzt verschleppt und landet als Sklavenarbeiter in den Sümpfen von St. Petersburg …

    Als Ruth Wochen später vom Überfall und seinen Folgen erfährt, glaubt sie nicht an Hinrichs Tod. Sie fühlt, dass er noch lebt und will ihn aufspüren. So macht sie sich, begleitet von ihrem alten Diener Jurek, auf die Suche nach ihrem verschollenen Mann. Die Reise führt sie über Dresden und Danzig nach Königsberg und erweist sich als weitaus beschwerlicher und gefahrvoller, als zunächst angenommen. Das Land ist vom „Großen Nordischen Krieg“ gezeichnet, marodierende Schwedische Truppen ziehen umher …

    „Scharlatan“ ist bereits der zweite historische Roman von Claudia Weiss, der promovierten Historikerin mit Schwerpunkt Osteuropa. Ein geschichtlich belegter Fall ist Grundlage dieses spannenden Buches. So begegnen wir vielen historischen Personen, wie Johann Reinhard von Patkul, König August von Sachsen und Polen, Zar Peter I von Russland, König Karl XII von Schweden, Domenico Trezzini, der Baumeister des Zaren, und einigen mehr. Gekonnt mischt die Autorin die tatsächlichen Geschehnisse mit fiktiven Personen und haucht diesen Leben ein. Besonders herausgearbeitet und gut gelungen sind natürlich unsere Protagonisten Hinrich und Ruth, die man sich glaubwürdig in der Zeit vor ca. 300 Jahren vorstellen kann.

    Herausgekommen ist ein interessanter und sehr authentischer Roman. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was die Spannung durchgehend auf hohem Niveau hält. Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und schön komponiert. Mit Ruth erlebt man die Beschwerden damaliger Reisen, fühlt die Gefahren und sieht die Landschaften und Menschen plastisch vor sich. Mit Hinrich ist man dabei, wie das später so schöne St. Petersburg von Sklaven mühsam aus den Sümpfen der Newa heraus gestampft wird. Schön ist eine Begegnung mit der Schamanin Marusja, die der Geschichte noch etwas Mystik hinzufügt.

    Fazit: Ein Buch, das sich durch seine hervorragende historische Recherche auszeichnet – ein Gewinn für den geschichtlich interessierten Leser.

  11. Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783453407152)
    David Benioff

    Stadt der Diebe

     (607)
    Aktuelle Rezension von: Ally_K

    "Zynismus entsteht in schlechten Lebensumständen" dieser Spruch könnte für kein anderes Buch als dieses zutreffend sein. Trotz der vielen grausamen, erbarmungslosen Seiten des Krieges lässt dieser Schmöker einen keine Tränen der Trauer, sondern der Freude willen heulen. Danke, David Benioff, für dieses Meisterstück von schwarzem Humor.


  12. Cover des Buches Der Doppelgänger (ISBN: 9783458345855)
    Stephanie Lang von Langen

    Der Doppelgänger

     (49)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWoodhouse
    Zur Handlung:
    In dem Buch begleitet man den unsicheren Titularrat Goljadkin durch vier Tage seines Lebens, in denen er nach gesellschaftlicher Anerkennung und geschäftlichem Aufstieg strebt.
    Der Erzähler gewährt Einblick in Goljadkins mentale Entwicklung, nachdem ihm eines Nachts auf einer Brücke in Petersburg sein Doppelgänger erscheint. Nachden sich sein jüngeres Konterfei als hilfsbedürftiger Freund ausgibt und des Protagonisten Vertrauen erlangt, intrigiert er von da an in seinem Leben und entpuppt sich als Feind. Im Verlauf der Geschichte beginnt  Goljadkins Wahrnehmung zwischen Realität und Wahnvorstellung zu verwischen, er bekommt Albträume, strebt immer verzweifelter nach gesellschaftlicher Akzeptanz und kämpft gegen den gesellschaftlichen Ruin... 

    Mein Leseempfinden:
    Obwohl ich das Thema um den Kampf gegen das negative Selbst sehr packend finde und  die Story Gedanken und Interpretationen angekurbelt hat, konnte mich der Erzählstil nicht ganz mitreissen. Die Dramatik hat durch den wirren und grotesken Verlauf Einbußen genommen und auch sprachlich konnte es mich nicht anziehen. Ich habe im Nachhinein gelesen, dass Der Doppelgänger Fjodor Dostojewskis zweite Erzählung war, die er im Alter von 25 Jahren veröffentlichte, was aus psychologischer Sicht bemerkenswert ist. 
  13. Cover des Buches Die Zarin der Nacht (ISBN: 9783458360582)
    Eva Stachniak

    Die Zarin der Nacht

     (104)
    Aktuelle Rezension von: CorinaPf
    2 Teil von 2 Teilen

    Inhalt:

    In diesem Buch begleiten wir Katharina die Große. Wir sind in zwei Zeitstränge. 
    Am Anfang begleiten wir Katharina die Große, in einem etwas höheren Alter. Sie denkt an ihre Jugend zurück und wie sie sich immer wieder beweisen musste in der Anfangszeit.

    Die schüchterne Sophie von Sachsen-Anhalt kommt am Hofe um den nächsten Zaren zu heiraten und ihr wird schnell klar, dass sie Spione braucht, denn sonst ist man am russischen Hofe aufgeschmissen. Sie spinnt Intrigen und gewinnt so alle für sich, auch die Zarin selbst, indem Sophie zur Katharina wird. Doch nach und nach bricht die Fassade und  Katharina muss mit ansehen, wie ihr Mann sie verachtet, ihr kein Kind schenken will, die Zarin Liebhaber für Katharina aussucht um die nächsten Thronfolger zu sichern und ihr später ihr Kind weggenommen wird. 
    Katharina zettelt einen Aufstand an und wird später Zarin Katharina die Große.

    Protagonistin:

    Ich konnte mich in Katharina nicht hineinversetzten. Ich fand sie nicht sehr sympatisch und ihre Männergeschichten gefiel mir auch nicht. Sie fand scheinbar nie wirklich die wahre Liebe, denn sie hatte nur junge Männer und sie war später nie mehr verheiratet. 
    Alle ihre Entscheidungen traf sie für ihr Volk und für Russland, aber an ihre eigene Familie dachte sie wenig. Was ihr später zum Verhängnis wurde.

    Schreibstil:

    Die ersten 120 Seiten war eine Zusammenfassung vom 1 Teil, diesmal jedoch aus der Sicht von Katharina. In dem Buch ging es nur um die Liebschaften der größten Königin des Russischen Reiches, aber viel erfährt man nicht wie es in dieser Zeit war, zu leben.
    Das Ende gefiel mir gut, aber ich möchte nicht Spoiler deshalb schreibe ich nicht mehr.

    Über die betagte Katharina zu lesen fand ich am schönsten, denn da kamen immer wieder Gefühle rüber, was bei der anderen Zeit nicht wirklich bei mir ankam.

    Cover:

    Das Buch ist ein reiner Cover kauf gewesen. Das schöne blaue  Schloss im Hintergrund und die junge Frau im Vordergrund hat mich einfach angesprochen. Deshalb landete der erste Teil bei mir und dann auch der zweite

    Fazit:

    Die Geschichte war mau, ich konnte die Protagonistin nicht leiden und ein wirkliches Bild von Katharina die Große konnte ich mir auch nicht machen. 
    Ich gebe wegen den Cover und dem Ende 2 Sterne.  
  14. Cover des Buches Frostfeuer (ISBN: 9783935036788)
    Kai Meyer

    Frostfeuer

     (63)
    Aktuelle Rezension von: sweetpiglet
    Mein allererstes Buch von Kai Meyer und ich kann absolut nachvollziehen, wieso er so viele Fans hat. Das Buch war trotz Uni-Stress schnell gelesen und hat unglaublichen Spaß gemacht. Aber zunächst zum Äußeren.
    Das Cover wirkt auf den ersten Blick recht unspektakulär, was aber nicht all zu schlimm ist, denn mittlerweile ist das Buch schon 10 Jahre draußen, und damals war das Coverdesign eben noch anders bestellt. Trotzallem passt das Cover wunderbar zur Geschichte und weckt auch schon das Gefühl der Kälte beim Leser.
    Unser Hauptprotagonist ist  Maus, ein kleines Mädchen, dass in einem russischen Hotel wohnt und arbeitet, Doch Maus ist nicht einfach nur Schuhputzerin, nein sie ist auch eng verwachsen mit dem Hotel selbst, sie wurde dort geboren und noch nie hat sie es verlassen, denn die Welt draußen macht ihr Angst. Zudem gibt es niemanden der sich besser im Hotel auskennt, Maus ist sozusagen das eigentliche gute Herz des Hotels und versucht das bestmögliche aus ihrer schwierigen Situation zu machen. Im Verlauf der Geschichte muss man Maus einfach in sein Herz schließen, denn sie ist nicht nur die Erzählerin dieses zauberhaften Buches sondern auch ein wirklich liebenswertes Mädchen.
    Aber natürlich wäre diese Geschichte über Kälte, Frost und Eis nichts ohne die  Schneekönigin. Ihr wurde ein Herzzapfen gestohlen, und obwohl sie ihr Herz nicht bei sich trägt, schmerzt ihr dieser Verlust. Auf der Suche nach dem Herzzapfen kommt sie in Maus Hotel und so kreuzen sich die Wege zwischen der kältesten und wärmsten Person des Buches. Die Schneekönigin ist genau so wie man sie sich vorstellt: kalt, abweisend und nicht zur Liebe fähig. Irgendwie scheint es da klar, dass man sie besiegen möchte oder doch nicht?
    Den Herzzapfen gestohlen hat  Tamsin Spellwell, eine Zauberin und sehr quirrlige, verrückte Person, die stets mit einem Regenschirm und scheinbar leeren Koffer umher läuft. Ich finde mit der Gestaltung ihrer Persönlichkeit ist Kai Meyer ein Glanzstück gelungen, denn im Verlauf des Romans schwankt man als Leser immer wieder, ist Tamsin nun gut oder böse? Will sie Maus retten oder ist sie ihr egal?
    Durch die  Atmosphäre des älteren, aber dennoch pompösen Hotels und die herrschende Kälte Russlands und der Schneekönigin ist dieses Buch wie geschaffen für den Einstieg in die kalte Jahreszeit. Schon beim Lesen legt sich eine kleine Eisschicht auf die Haut und man merkt richtig wie es scheinbar kälter wird durch die Anwesenheit der Schneekönigin. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten und sorgt für Gänsehaut beim Leser.

    Fazit:
    Ein tolles Buch, wie gemacht für den Winter. Die Atmosphäre und die Protagonisten sind toll dargestellt und verleihen dem Buch den nötigen Spannungskick. Bis zum Schluss fiebert man mit Maus mit und hofft auf ein gutes Ende. Eine runde Sache ist dieses Buch defintiv und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.
  15. Cover des Buches Die Zarin (ISBN: 9783453878075)
    Ellen Alpsten

    Die Zarin

     (41)
    Aktuelle Rezension von: vipfoto

    Mein neuester Roman „Die Zarin“ von Elen Alpsten lässt mich lesetechnisch tief in die russische Geschichte eintauchen. Mit einem süffigen Vodka/O-Saft sitze ich gemütlich, mit meinem Lieblingsmenschen Karsten, auf dem Sofa und plaudere ein wenig. Großfürstin Anastasia von Russland sowie die Legendenbildung um sie fand ich schon als junges Mädchen faszinierend. Um so spannender ist jetzt für mich, den Auftakt zur historischen/fiktiven Saga um „Die Zarin“ rund zweihundert Jahre zuvor zu erhaschen. Das Cover sieht ansprechend und hübsch gestaltet aus. Man sieht die Rückensicht einer vornehmen Dame in einem roten Kleid, mit übergeworfenem Pelzmantel. Unter dem Ärmel kann man Teile eines Palastes mit vorgelagerten Springbrunnen erahnen. Geheimnisvoll wird das Ganze dadurch, das der Kopf der Trägerin nicht im Bild ist. Neugierig fange ich an zu lesen. Der gut recherchierte Plot hat es in sich. Das flächenmäßig größte Land der Erde steht damals entwicklungstechnisch noch ganz am Anfang quasi in den Kinderschuhen. Die Tundra, riesige Waldgebiete, Sümpfe und mitten drin Zar Peter der Große, der mit Hilfe von Zwangsarbeitern Sankt Petersburg sowie der barocken Winterpalast erbauen lässt. Ob die Arbeiter wohl auch schon aus Deutschland kamen? Leider steht das nirgendwo. Großes Leid bei den einen, Verschwendung und Luxus bei den anderen. Das Gefälle arm/reich wird nach und nach besonders deutlich. Der Adel hatte alle Vorrechte, wie zum Beispiel die Aufhebung des Standes, was wie ich finde, auch gut in diesem Roman deutlich wird. Die Autorin hat die zweite Ehefrau des Zaren (Katharina I., den Zaren Peter I. sowie die zahlreichen Nebenprotagonisten, wie zum Beispiel: Anna, Elisabeth I., Menschikow, Darja Arsentjewa oder Warwara eindrucksvoll und detailreich beschrieben. Auch von der ersten Ehefrau, Ewdokia sowie deren Sohn Alexej I. erfährt der Leser schockierendes. In meiner Fantasie könnten sie so tatsächlich gelebt haben. Toll finde ich auch die große Übersichtskarte von St. Petersburg zu Beginn der Lektüre, aber auch den Stammbaum zur Übersicht am Ende des dicken Wälzers, das ist bei so vielen Personen und so einem großen Land sehr hilfreich. Schillernd, extravagant, rücksichtslos der Zar und sein Gefolge. Arm und unterdrückt, ohne Rechte die Bevölkerung. Der Spagat wird fantastisch von Ellen Alpsten beschrieben. Der Schreibstil, der mir vorher unbekannten Autorin, ist flüssig und die Wortwahl treffend. Man lernt nach und nach sogar ein paar russische Begriffe, was ich ganz nett finde. Ich mag das Buch kaum aus der Hand legen. Die über 700 Seiten fliegen vor meinen Augen nur so dahin. Eine starke Frau, die für das was sie möchte kämpft und es auch bekommt. Jedenfalls fast immer. Grins , an Schlaf ist kaum zu denken. Auch in diesem Buch gibt es - ähnlich wie auch schon bei „Paracelus – auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ - wieder einige Sexszenen. Allerdings fühle ich mich lesetechnisch hier nicht mehr so gestört. Und daher tue ich der anderen Autorin nun innerlich Abbitte, denn historisch-fiktives auf so vielen Seiten spannend zu halten, ist schon eine Kunst. Und „Sex sells“, das ist auch in diesen Romanen zu merken. Ich fiebere mit Marta/Katharina bis zur letzten Seite mit und bewundere ihren grenzenlosen Mut und auch ihre Energie, all das was sie sich vorgenommen hat, umzusetzen. Diese Erzählung hat mich nach und nach in den Bann gezogen und wie ein Strudel seine Sogwirkung entwickelt. Ich warte nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung dieser melodramatischen Geschichte, die mich gedanklich eine spannende Zeitreise antreten lassen hat.

    Zum Inhalt:

    Leibeigene, Liebende, Zarin - der bewegende Aufstieg von Zarin Katharina I.

    Sankt Petersburg, 1725. Es ist eine stürmische Nacht, in der Peter I. stirbt. Für seine Frau Katharina I. steht alles auf dem Spiel: Wird sie durch die korrupte Hand ihrer Gegner ihr Leben verlieren oder zur ersten Zarin in der Geschichte Russlands erklärt? Sie hält Totenwache und reist in Gedanken zurück. Zu den zwölf Kindern, die sie Peter schenkte, und von denen die meisten starben. Zur Ehe mit dem Zaren, den sie geliebt und verachtet, gefürchtet und umworben hat. Zu dieser Stadt, Sankt Petersburg, Peters Stadt, die sie zusammengebaut haben. Und in die Zeit, als sie noch Marta hieß und die uneheliche Tochter eines Leibeigenen war – bevor ihr unaufhaltsamer Aufstieg an die Spitze der russischen Gesellschaft begann.

    Mehr über die Autorin:

    Ellen Alpsten wurde 1971 in Kenia geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend dort und studierte dann in Köln und Paris. Sie arbeitete in der Entwicklungshilfe an der Deutschen Botschaft Nairobi und als Moderatorin bei Bloomberg TV. Heute ist sie freie Schriftstellerin und Journalistin, u.a. für die FAZ, Vogue und Spiegel Online. "Die Zarin" - erstmals 2002 in Deutschland erschienen - ist ihr Debüt. Heute ein internationaler Bestseller, liegt der erste und einzige Roman über Katharina I. nun in überarbeiteter Neuausgabe vor.

    Weitere Bücher:

    Die Tochter der Zarin

    Fazit: 4 Sterne**** Der Roman „Die Zarin-Saga, Band 1“ ist im Heyne Verlag erschienen. Er hat 736 Seiten, die den rasanten Aufstieg von Katharina der I sehr unterhaltsam in Szene setzen.

  16. Cover des Buches Notizen in der Kälte (ISBN: 9783732379125)
    Susanne Friedrich

    Notizen in der Kälte

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Blaustern
    In ihrem Buch „Notizen in der Kälte – Erinnerungen an Sankt Petersburg“ nimmt uns die Autorin Susanne Friedrich mit ins Russland der 90er Jahre. Zusammen mit ihrem Mann und ihrem Babysohn zog sie nach der Wende nach Sankt Petersburg, um dort für einige Jahre zu leben. Während dieser Zeit wollte ihr Mann dort eine Firma gründen und ausbauen. Auch für die russische Bevölkerung hat sich in dieser Zeit viel geändert; der Sozialismus war zerschlagen, und die Kluft zwischen Arm und Reich wurde immer größer. Viele versuchten mit Betrügereien weiterzukommen, was ihnen teilweise nicht zu verdenken war, wenn sie unter dem Existenzminimum leben mussten und das Geld kaum für Unterkunft und Lebensunterhalt reichte. Auch als Ausländer hatte man es nicht leicht, bei den russischen Leuten Fuß zu fassen, denn zunächst wurde ihnen Ablehnung entgegengebracht. Doch so nach und nach verstanden sie besser miteinander umzugehen, und die Leute sahen auch einen Gewinn darin, denn wurden ihnen ja auch neue Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Sie lernten russisch und kamen den Menschen somit näher. Auch fanden sie viele nette Freunde, auf die sie sich wirklich verlassen konnten, und das Leben dort gewann an Attraktivität. Doch mussten sie immer wieder erfahren, dass man nichts planen konnte, denn am nächsten Tag war oftmals alles wieder ganz anders. Man musste lernen mit der russischen Mentalität klarzukommen und mit den politischen Begebenheiten, ebenso mit Rückschlägen. Fast hätte es sie ihre gesamte Existenz gekostet. Doch sie ließen sich nicht unterkriegen und bauten nach dem Verfall ihrer Firma wieder eine neue auf. Das alles und noch viel mehr erzählt uns die Autorin mit ihrem nicht verlorenen Humor ganz offen aus ihrem Alltag dort, was sehr interessant war. Gerade dann, wenn man fremde Kulturen von Grund auf kennenlernen möchte und nicht nur die Touristenhochburgen. Trotzdem wird natürlich hier auch über die wunderschönen Sehenswürdigkeiten berichtet, die Sankt Petersburg zu einem Juwel machten und was einfach auch dazugehört. Mir haben die persönlichen Erfahrungen der Autorin und auch deren Neugier sehr gut gefallen und mir einen guten Einblick in Land und Leute verschafft. Auch der Schreibstil ließ sich flüssig lesen. 



  17. Cover des Buches Ritus (ISBN: 9783426523384)
    Markus Heitz

    Ritus

     (652)
    Aktuelle Rezension von: Gina_Grimpo

    Wer den Film "Der Pakt der Wölfe" gesehen hat, wird sich hier wohlfühlen. Zumindest, wenn es um die Erzählungen um Jean Chastell und seine beiden Söhne im Frankreich des 18. Jahrhunderts geht. Diese Kapitel sind wahnsinnig spannend, die Bestie des Gévaudan so detailliert beschrieben, dass man sie förmlich vor sich sehen kann und das ganze Setting macht einfach Spaß.
    Die Kapitel über Eric sind ebenfalls gut lesbar, aber schwächer im Vergleich zu den Rückblenden. Die historischen Bezüge funktionieren einfach besser, die Atmosphäre der damaligen Zeit wurde in meinen Augen gut eingefangen und wirkt sehr stimmig. Außerdem ist es wesentlich spannender, die Chastell-Männner bei ihren Streifzügen durch die Wälder zu begleiten, mit nichts weiter als ein paar Musketen bewaffnet. Erst im Laufe des Buches erfahren sie nach und nach, auf was für einen Kampf sie sich da eingelassen haben.
    Eric hingegen führt diesen Kampf schon länger, was zu mehr Action-Szenen führt, aber da Eric in diesem Buch so gut wie unzerstörbar rüberkommt, habe ich da nicht so richtig mitfiebern können.
    Einen Stern Abzug für die absolut überflüssigen Sex-Szenen. Diese sind teilweise ziemlich lächerlich, so dass man eigentlich nicht mehr machen kann, als kurz zu lachen und schnell weiterzublättern.
    Dafür macht das Werwolf-Thema umso mehr Spaß. Und bei diesem verflixten Cliffhanger am Ende bleibt einem nicht viel über, als schleunigst die Fortsetzung Sanctum zu lesen. Das hat der Autor gut hinbekommen, auch wenn ein Hinweis nett gewesen wäre. In der Ausgabe, die ich habe, wurde nirgends erwähnt, dass es nur der erste Teil ist und ich dachte erst, ich hätte eine Fehlausgabe erwischt, bei der das letzte Kapitel fehlt.

  18. Cover des Buches Der Kormoran (ISBN: 9783734104435)
    Martin Österdahl

    Der Kormoran

     (10)
    Aktuelle Rezension von: MikkaG
    Martin Österdahl legt mit seinem Debütroman einen komplexen Politthriller vor, der Ereignisse in der schwedisch-russischen Geschichte mit Verschwörungstheorien und handfester Thrillerspannung kombiniert.

    Geheimagenten und Kräfte, die im Zuge der russischen Präsidentschaftswahlen von 1996  das glorreiche Stalinreich zur Auferstehung führen wollen. Hacker mit unbekannter Agenda, die im gleichen Jahr in Schweden den Totalausfall eines weitverbreiteten Mobilfunknetztes verursachen. Eine schwedische Denkfabrik, die zeitgleich Entwicklungen in der jüngeren Geschichte Russlands beobachtet.

    Bombenanschläge.

    Pferdewetten.

    Ehebruch.

    Das Buch geizt nicht mit Themen und scheint historisch gut recherchiert denn die Geschichte erstreckt sich über mehrere Zeitebenen.

    Eine Rolle spielt zum Beispiel ein sowjetischer Luftangriff auf Stockholm im Jahr 1944, dessen Hintergründe im realen Leben unklar sind, der sich aber nahtlos in die Geschehnisse des Buches eingliedert.

    Eine Leitmotiv, das für die Thriller-Handlung an sich wenig Bedeutung hat, aber im Hintergrund für eine Atmosphäre des Grauens sorgt, ist der Holodomor, eine schwere Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933, die viele Millionen Opfer forderte. Die historische Bewertung der Hungersnot ist umstritten: bestenfalls fatales Ergebnis der Zwangskollektivierung, schlimmstenfalls von der Politik Stalins vorsätzlich verursacht, um den Widerstand der Ukraine zu brechen.

    Martin Österdahl schließt sich anscheinend der Meinung des Menschenrechtlers Raphael Lemkin an, der den Holodomor „das klassische Beispiel eines sowjetischen Genozids“ nannte.

    Durch die Einbindung historisch belegter Ereignisse gewinnt das Buch an Tiefgang und Glaubwürdigkeit.

    Aber.

    Aber…

    Wo wir gerade von Glaubwürdigkeit sprechen…

    Der Antagonist ist so böse, als habe der Autor eine Checkliste der Grausamkeiten abgehakt. Für die Handlung vollkommen unerheblich, ist er natürlich auch noch Kannibale – was auf die Spitze getrieben wird, indem er besonders das Fleisch von kleinen Kindern sehr schmackhaft findet. Unnötig.

    Hannibal Lecter lässt grüßen.

    Die Protagonisten auf Seiten der Guten können hingegen mit Vielseitigkeit und interessanten Hintergrundgeschichten punkten. Nur ein bisschen jung ist Max Anger mit seinen 26 Jahren für all das, was er in seinem Leben schon getan und erreicht haben soll – überhaupt ist er ein Held, der nicht fehl am Platze wäre in einem Hollywood-Blockbuster, und das bringt mich zum Schreibstil.

    Der Schreibstil ist souverän, die Geschehnisse werden sehr cineastisch beschrieben. Das ist sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche des Buches.

    Eine Stärke deshalb, weil man sich alles wunderbar vorstellen kann, das sorgt für lebendiges Kopfkino und Spannung. Eine Schwäche, weil einige Szenen in einem Kinofilm sicher bombastisch wirken würden – sogar atemberaubend! –, in meinen Augen aber einfach nicht realistisch sind.

    Da fällt der Widersacher zum Beispiel mit einem Sonderkommando von 50 Leuten in ein kleines Dorf mitten im Nirgendwo ein (soweit ist das noch schlüssig begründet und historisch fundiert) und richtet ein Massaker an – aber erst lässt er einen Konzertflügel aufstellen und spielt virtuos eine Mozartsonate.

    Da die Dörfler anscheinend noch nie einen Flügel gesehen haben, muss der Sturmtrupp den wohl mitgebracht haben. Wie habe ich mir das vorzustellen, steht der im Lastwagen zwischen Kalaschnikows und Munitionskisten?

    Bestimmt ganz großes Kino, aber im Buch? Nein.

    Aber ich will nicht nur meckern, denn im Grunde ist “Der Kormoran” ein intelligent geschriebener Thriller mit interessanten Wendungen. Jedoch braucht die Geschichte sehr lange, bis sie in die Gänge kommt – den Anfang empfand ich als echte Durststrecke! Gegen Ende ist dann auf einmal Action, Action, Action angesagt, da werden alle Register gezogen und man sieht quasi schon den Kinotrailer vorm inneren Auge.

    FAZIT

    “Der Kormoran” ist ein komplexer Politthriller mit einer Vielzahl von Themen, erzählt auf mehreren Zeitebenen. Historisch ist das gut recherchiert: geschickterweise bindet der Autor Ereignisse ein, die im echten Leben niemals vollends aufgeklärt wurden.

    So weit, so gut – nur war mir der Antagonist viel zu übertrieben böse und dadurch zu flach. Echte Menschen haben nicht NUR böse Eigenschaften.

    Manche Dinge fand ich auch nicht sehr glaubhaft, aber ich habe den Verdacht, dass sie im Kino großartig wirken würden. Vielleicht hatte der Autor das Drehbuch schon im Hinterkopf?

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2018/10/03/rezension-martin-oesterdahl-der-kormoran/

  19. Cover des Buches Die Zarentochter (ISBN: 9783548282787)
    Petra Durst-Benning

    Die Zarentochter

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Die junge Großfürstin Olga, die zweite Tochter des Zaren, muss den Erwartungen ihres Vaters gerecht werden und einen Mann von guter Partie heiraten. Ihr Herz möchte etwas anderes und führt sie schlussendlich an den württembergischen Hof von König Wilhelm I.

    Das Buch umfasst 432 Seiten und erschien am 08.09.2010 bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

    Es handelt sich um den ersten Teil der Reihe. Der Zar möchte seine Töchter politisch klug verheiraten, um die Macht Russlands in Europa zu stärken. Olga merkt jedoch relativ schnell, dass ihr der goldene Käfig nicht genug ist und sie nicht der Spielball ihres Vaters sein möchte. 

    Das Buch basiert auf wahren Ereignissen, die mit Fiktion gemischt sind. Die Hauptperson im Buch ist Olga. 

    Die Geschichte startet, als Olga und ihre Geschwister noch sehr jung sind. Man merkt relativ schnell, dass sehr viel Wert auf die Bildung der Zarenkinder gelegt wird und was von ihnen erwartet wird. Olgas älterer Bruder wird als zukünftiger Zar von Russland ausgebildet. Die Mädchen sollen die Macht Russland durch ihre Heirat sichern. Als Olgas ältere Schwester weit unter ihrem Rang heiratet, ruht die Hoffnung der Eltern auf Olga. Doch sie möchte aus Liebe heiraten und nicht aus politischen Zwecken.

    Schade finde ich, dass Olga erst ganz zum Schluss an den Hof vom König von Württemberg gelangt. Ich hatte mir anhand des Klappentextes gedacht, dass man viel mehr von Olgas Zeit am Hof von Württemberg erfährt. Leider gelangt Olga erst auf den letzten Seiten nach Württemberg und man erfährt so gar nichts mehr von ihrer Zeit dort. Dies wird man dann wohl im nächsten Band erfahren. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich diesen lesen werde.

    Auch kommt mir das Historische doch etwas zu kurz. Es dreht sich sehr viel um die Zarenfamilie, deren Leben sowie der Prunk und die Schönheit der Mädchen. Obwohl der Fokus hier sehr auf die Zarenfamilie gelegt ist, lernt man den Zar und Olgas jüngere Geschwister (bis auf Alexandra) kaum kennen. Die allgemeinen Umstände im Land kommen dabei zu kurz. Da bin ich leider etwas enttäuscht worden.

    Deshalb erhält das Buch von mir 3 Sterne.

     

  20. Cover des Buches Ein fatales Erbe (ISBN: 9783455403077)
    Anna Shevchenko

    Ein fatales Erbe

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Karr
    "Ein fatales Erbe" ist ein aufregender History-Thriller um die Geschichte der Ukraine, erzählt anhand der Suche und der Jagd nach dem Zarengold Peters des Großen, das angeblich von den Kosaken gestohlen wurde. Taras Petrenko, Geheimdienstler beim FSB, dem KGB-Nachfolger. ist als Ukrainer dort kaltgestellt und ins Archiv abgeschoben. Da sortiert er Akten und findet dabei: die Akte N1247, die einen 200 Jahre alten Fall behandelt, aber trotzdem von aktueller Brisanz ist. Es fehlen allerdings drei entscheidende Dokumente - um sie zu besorgen reist er nach England. In England hat es unterdessen die Anwälin Kate mit dem Archivar Andrij zu tun. Der hat sich Kate Ausgesucht, weil sie ukrainishcer Abstammung ist und in einer Kanzlei arbeitet, die sich mit komplizierten Erbrechtsföllen auskennt. Denn um nichts anderes geht es Andrij bei seinem Auftrag, für den er Kate gewinnt: den "Erben" eines sagenhaften Vermögens aus der Urkraine ausfindig zu machen, damit das Testemant, das ihm vorliegt, durchgeführt werden kann: Das ist inzwischen von "acht Fässern Gold", die einmal in London deponiert wurden, zu einem unermesslichen Vermögen angewachsen und soll dem neuen, unabhängigen Staat Ukraine zugute kommen (Unabhängigkeit ist eine des Bedingungen des Testaments). Dass sich dich Wege des FSB-Agenten Petrenkeo und Anwältin Kate irgendwann kreuzen werden, ist klar. Doch das ist nicht die enizige Geschichte, die dieses Buch erzählt. Ganz intensiv und ausführlich wird auch erzählt, wie jenes Testament - und das zugrunde liegende Erbe - durch die Jahrhunderte das Schicksel der Menschen bestimmt hat, die mit ihm zu tun hatten. "Ein fatales Erbe" ist ein aufregender History-Thriller um die Geschichte der Ukraine, erzählt anhand der Suche und der Jagd nach dem Zarengold Peters des Großen, das angeblich von den Kosaken gestohlen wurde.
  21. Cover des Buches Biest (ISBN: 9783492300933)
    Jenk Saborowski

    Biest

     (69)
    Aktuelle Rezension von: trollchen
    Biest
    Herausgeber ist Piper Taschenbuch (27. Dezember 2012) und hat 432 Seiten.
    Kurzinhalt: Der gefährlichste Computervirus der Welt gelangt in die Hände von Terroristen. Ein Anschlag, der bis gestern noch undenkbar schien, steht unmittelbar bevor. Mitten im Herzen Europas. Welche Rolle spielt der ehemalige Stasi-Funktionär, den der Journalist Marcel Lesoille in Tel Aviv fotografiert? Gemeinsam mit Agent Solveigh Lang von der europäischen Geheimpolizei ECSB verfolgt er eine Spur bis nach St. Petersburg und Berlin. Können sie gemeinsam die Katastrophe verhindern?
    Meine Meinung: Biest ist ja der zweite Teil um die Agentin Lang, ich hatte die anderen Bücher von dem Autor schon gelesen und ich muss sagen, es passte wieder alles. Sicherlich ist es wieder so, dass man hier nicht alles so glauben kann, was so passiert, denn vieles geht schlichtweg nicht und es auch sehr unglaubwürdig, dass den Protagonisten nie was gravierendes passiert. Aber wenn man dies alles nicht anzweifelt, dann kann man das Buch gut lesen und es ist auch sehr spannend. Wie immer ist der Schreibstil locker und das Tempo der Aktionen ist von Anfang an sehr hoch und bleibt auch bis zum Ende erhalten. Auch wieder ist das Thema des Buches sehr realitätsnah und ich hoffe, dass nie solche Szenen passieren bei uns.
    Mein Fazit: Ein guter Buch, welches man gern mal zwischendurch lesen kann. Es ist nicht schlechter als die anderen aus der Langreihe, aber es hat noch Potenzial. Ich vergebe 4 gute Sterne.
  22. Cover des Buches Lubotschka (ISBN: 9783351037635)
    Luba Goldberg-Kuznetsova

    Lubotschka

     (26)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    Wenn ich VOR dem Schreiben meiner eigenen Meinung erst ins Feuilleton blicke, bin ich meistens sehr enttäuscht. Selten wurde ich so beruhigt: https://www.perlentaucher.de/buch/luba-goldberg-kuznetsova/lubotschka.html

    So eine unsympathische Protagonistin begegnete mir selten: die junge Frau ist oberflächlich, ein verwöhntes Balg, verantwortungslos, dumm, faul, missgünstig.

    Die Ich-Erzählerin wird im Verlaufe des Romans 18, sie und ihre vom Alkoholiker-Vater geschiedene Mutter, eine Lehrerin, stehen kurz vor der Auswanderung nach Deutschland. Das war’s mit der Inhaltsangabe – bis zur Abfahrt des Busses darf dann der Leser die junge Frau bei Belanglosigkeiten und durch ihre Erinnerungen begleiten, wobei sie übrigens namenlos bleibt, womit sich der Titel des Buches nicht so wirklich erklärt (oder soll er auf den Namen der Autorin verweisen? Gar autobiographische Anteile suggerieren?).

    Als da wären: Erlebnisse mit Freunden und anderen, die gleichermaßen mit Beschreibungen voller Missgunst bedacht werden, Schweinsäuglein, fettiger Schweiß, einfältig, zu dünn – leider findet niemand Gnade vor den gestrengen Augen der Erzählenden. Sie selbst beobachtet ihre Mutter dabei, wie diese neben der Arbeit als Lehrerin noch zusätzlich mit dem Kwass-Verkauf für den Broterwerb sorgt. Töchterlein hingegen drückt sich, ihr ist der Zweitjob der Mutter peinlich, die Becher findet sie eklig, und überhaupt. Da dann lieber seitenlange Beschreibungen von Kosmetik, Kleidern, Magazinen aus der Glitzerwelt. Die Schule wird meist geschwänzt – sie sei trotzdem die Klassenbeste. Dummerweise widerspricht das dem, was sie auf der Journalistenschule zu erleben beschreibt – sie könne sich bei „technischen Vorträgen“ wie dem über Mobiltelefonie ebenso wenig konzentrieren wie zu den Themen Ökonomie und Politik. Ja klar, Klassenbeste. Und auch wenn sie einen Mann eklig findet, hält sie das nicht von ihm ab, wie bei dem Barmann. Mit einem Unbekannten Sex ohne Kondome, mehrfach, irgendwo, zu zwei fremden Männern ins Auto, Pornofilme kaufen, mit einem Kleingauner in ein Junkiehaus? Kein Problem für unsere Heldin, wird schon (wird irgendwie auch, vor einem eventuellen AIDS- oder Schwangerschaftstest ist das Buch ja vorbei). Ganz kurz vor der Abreise entschließt man sich dann doch tatsächlich, mit dem Erlernen der Sprache zu beginnen. Ach, verklemmt hatte ich noch vergessen – „„Sie fummelte mit einer Hand an meinem Büschchen…“ Puuuh.

    Der Schreibstil – Plauderton. Kann man so runterlesen, muss man aber nicht. Hat der Lektor geschlafen oder ist das Kunst? Es fällt auf, dass sich Wiederholungen häufen. „Die Sitzungen unter dieser Säule mit allen möglichen coolen Leuten fallen mir ein. Ich hatte bisher eigentlich so viele, wie ich hätte haben können. Aber ich weiß, dass hier ständig coole Leute sitzen. Es ist jedenfalls unmöglich, sich vorzustellen, dass ein Gespräch unter dieser Säule nicht cool wird.“ Das ist echt … cool. Irgendwie. „Irgendwie war ich noch nicht bereit für diese Musik. Aber er blieb darauf noch lange hängen. Der neue Look stand ihm irgendwie.“ Und das hier sollte „bewusstlos“ heißen, nicht unbewusst, oder? „Er soll mit einem bis zur Unkenntlichkeit verquollenen Gesicht unbewusst unter einem falschen Namen eingeliefert worden sein, …“. Ja, die Autorin ist aus Sankt Petersburg und hat Deutsch erst später gelernt. Deshalb: Lektorat.

    Zwei Sterne – ich habe immerhin immer weiter gelesen, weil es sich so anfühlte, als käme da noch etwas. Nö. Nur der Bus. Und – ich will jetzt nach Sankt Petersberg. Dafür der zweite Stern. Ein zweites Buch der Autorin brauche ich nicht


  23. Cover des Buches Die Deutschen und ihre Nachbarn / Russland (ISBN: 9783406578502)
  24. Cover des Buches Das Ritual der letzten Nacht (ISBN: 9783404157501)
    Viktoria Platowa

    Das Ritual der letzten Nacht

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

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