Bücher mit dem Tag "sartre"
6 Bücher
- Didier Eribon
Rückkehr nach Reims
(49)Aktuelle Rezension von: MeazostroEribon legt hiermit einen autobiographischen und nonfiktionalen Roman vor, der in vielen Teilen zumindest andeutungsweise in eine soziologische Analyse abgleitet. Dies thematisiert er dabei ebenso wie die Entstehung des Romans selbst im Inhalt: Eribon kehrt nach dem Tod seines Vater, inzwischen selbst im späten mittleren Alter und als Professor für Soziologie in seine Heimat Reims zu seiner Mutter zurück. Dabei erinnert er sich an seine Kindheit in ärmlichen proletarischen Verhältnissen, zeichnet verschiedene familiäre Schicksale als Paradebeispiele dieser Klassenherkunft sowie die örtliche Historie nach und beschreibt seinen eigenen Lebensweg, seine Entfremdung von Familie und Arbeitermilieu, schließlich seine von Intellektualismus und Homosexualität geprägte Identitätsbildung als Flucht und seine Karriere. Die zentralen Themen sind das unterschiedliche soziale Kapital der durch die Klassenherkunft bedingten Individuen, die Scham vor der eigenen ärmlichen Herkunft, Homosexualität als Identitäts- und Ausgrenzungsmerkmal und schließlich die paradoxe Beziehung zwischen linker Theorie und der konkreten Arbeiterschaft. Gerade für Letzteres lehnt sich Eribon explizit an Bourdieus reflexive Sozialwissenschaft an (vgl. dazu P. Bourdieu: Ein soziologischer Selbstversuch), was die Position des Buches zwischen autobiographischer Literatur und Soziologie erklärt. Dass somit theoretische Analysen einem größeren Publikum zugemutet werden, finde ich prinzipiell ebenso begrüßenswert, wie den Versuch das Medium als bereits in sich reflektiert zu präsentieren. Leider scheint Eribon sich mit diesem methodischen Ausgangspunkt bereits zu begnügen, weshalb es den Analysen paradoxerweise an Reflexion mangelt.
Eribon weißt etwa zurecht auf die paradox anmutende Entwicklung einer sich selbst als links-sozialistisch verstehenden Arbeiterschaft und ihrer Vereinnahmung durch rechtspopulistische Kräfte hin, wobei nicht die politischen Inhalte, als vielmehr die Auflehnung gegen eine soziale Umwälzung des gesellschaftlichen Bewusstseins entscheidend wären – sich also letztlich die Frage stellt, ob unter heutigen Maßstäben die Arbeiterschaft je links gewesen oder dies nicht selbst bereits Teil einer verklärenden linken Theorie gewesen sei. Eribon sucht die Antwort jedoch im Versagen der linken Strömungen, dass er in der Anerkennung von individualistisch geprägten neoliberalen Paradigmen sieht, weshalb er für die Rückkehr des Klassenbewusstseins in kollektiven Forderungen plädiert – also gerade das fordert, dass er in seinem eigenen Leben tunlichst vermeiden wollte. Zwar findet Eribon den klugen Gedanken, dass die Demokratisierung ihr Versprechen an Klassendurchlässigkeit nicht halten kann, da mit ihr immer die institutionelle Verschiebung der machterhaltenden Strukturen einhergeht, jedoch stellt sich damit für mich umso mehr die Frage, wer denn jetzt die Arbeiterschaft sei, von der sich Eribon entfremdet und die er letztlich beschwört.
Insgesamt tun sich für mich einige Ungereimtheiten auf: Die soziale Scham etwa wird, nach Eribons eigenen Beschreibungen, nicht von seinem Umfeld aus anderen sozialen Schichten befördert, sondern stets von ihm allein. Dies mag verständlich sein (angesichts des hier nicht in Zusammenhang gebrachten neoliberalen Paradigmas formeller Gleichheit und individueller Leistungsbemessung), aber der Schluss von der individual-psychologischen auf die soziologische Ebene ergibt sich daraus nicht zwangsläufig. Stattdessen wirft Eribon ihn teils mit dem Mangel an sozialem Kapital zusammen, der wesentlich einfacher nachzuvollziehen ist, aber analytisch davon zu trennen wäre – etwa die notwendige Finanzierung des Zeitraumes für eine Dissertation.Neben durchaus treffenden Feststellungen verfällt Eribon dem selbst bemitleidenden Narrativ, dass alle Schwierigkeiten seines Lebens letztlich auf seine Klassenherkunft zurückzuführen sind. Gleichzeitig schafft er es nicht eine glückliche Lebensentwicklung zu diagnostizieren, alle Errungenschaften scheinen ihm stets hart erarbeitet, verdient und immer noch unter Wert verkauft. Sein Stipendium ist auf seinen Status als "bester Student jemals" (er paraphrasiert seine Professoren und lässt es mal unkommentiert so stehen) zurückzuführen, seine schlechten Noten aber auf die verstockten Dozenten und sein Scheitern bei der Dissertation auf das mangelnde soziale Kapital. Seine Arbeit als Journalist sei als verachtungswürdige Arbeit bei minderwertigen Zeitungen aus materialistischer Notwendigkeit erfolgt, sein späterer Erfolg im ursprünglich gewählten Bereich der Philosophie und Soziologie eine Unausweichlichkeit gewesen, im Vergleich mit Menschen aus anderen Klassen aber viel zu spät eingetreten. Man wird den Eindruck einfach nicht los, dass er sich ein Feindbild in der Bourgeoisie imaginiert, auf den er auch seinen ganzen Selbsthass projiziert und gleichzeitig selbst der neoliberalen Idee einer individuellen Leistungsgesellschaft unterliegt. Dass die materielle Sicherung der Lebensverhältnisse unabhängig von der Klassenherkunft durch ein geisteswissenschaftliches Studium und Arbeit in dessen spezifischem Feld keineswegs garantiert ist, dass ein Leben in der Hauptstadt nicht allen möglich ist, dass man als Professor selbst zu den Spitzenverdienern gehört und dies nur einer Hand voll gleichermaßen qualifizierten Menschen durch glückliche Umstände zu Teil wird, das alles scheint Eribon nicht zu sehen.
Wie allein an dieser Rezension deutlich zu sehen sein dürfte, hat mich das Buch viel zum Nachdenken angeregt. Gerade weil viele kluge Gedankengänge und Beobachtungen präsentiert werden, scheint es mir so notwendig den Finger auf die blinden Flecke zu legen und die teils zu vereinfachende Darstellung anzuprangern, die sich unter dem Deckmantel der individuellen Erfahrung als unangreifbar wähnt. Für kritische Leserinnen eine absolute Empfehlung.
- Agnès Poirier
An den Ufern der Seine
(76)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerAgnès Poirier entführt die Leser*innen an die Ufer der Seine, in die magischen Jahre von Paris 1940 bis 1950. Dies ist kein trockenes Sachbuch, das Fakten trostlos aneinanderreiht. Hier wird eine Epoche lebendig, hier wird Geschichte erlebbar. Während des Lesens singen Juliette Gréco und Édith Piaf ihre klassischen Chansons leise im Hintergrund. Ich versinke im Ohrensessel, ein heißer Tee steht auf dem Bistrotisch und weht mir seinen Vanilleduft unter die Nase. Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre sitzen mir gegenüber im Café de Flore. Fast scheint es mir als würde der Pfeifenrauch durch mein Lesezimmer ziehen.
Die 1940er Jahre, eines der schlimmsten Jahrzehnte der Menschheitsgeschichte, totaler Krieg, totale Vernichtung und totale Kontrolle stehen dem Willen zur totalen Freiheit gegenüber. Und in einem kleinen, alten, verwinkelten Stadtteil von Paris, gegenüber von Notre Dame, einen Steinwurf von der Seine entfernt, begegnen sich einige der wichtigsten Intellektuellen und Ikonen jener Zeit. Philosophen, Schriftsteller, Musiker, Künstler aber auch Lebemänner und Dandys. Existenzialismus und Kommunismus, neue Werte in einer alten Welt, prägen die Diskussionen. Nelson Algren, Simone de Beauvoir, Samuel Beckett, Saul Bellow, Albert Camus, Jean Cocteau, Miles Davis, Janet Flanner, Alberto Giacometti, Juliette Gréco, Arthur Koestler, Jean Paulhan, Pablo Picasso, Jean-Paul Sartre Boris Vian und Richard Wright, um nur einige zu nennen, leben in den 40er Jahren auf wenige hundert Quadratmeter verteilt, am linken Seineufer, dem Rive Gauche. Wie kann es sein, dass so viele bedeutende Persönlichkeiten in Paris zusammenkommen, um die Weltgeschichte zu verändern?
Leben am Rive Gauche
Leider geht die Kontinuität des Rive Gauche in Poiriers Erzählung etwas unter. Bei ihr erscheint es so, als würden die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts den Mythos des linken Seineufers, des intellektuellen Stadtteils begründen. Dabei haben in den 20er Jahren bereits eine ganze Reihe Künstler dort gelebt und gewirkt, z.B. Ernest Hemingway, Henry Miller, Anaïs Nin, Gertrude Stein, und Sylvia Beach. Und auch davor, war das Quartier geprägt durch die Sorbonne und den zahlreichen Studenten, die hier wohnten. Das traditionelle Universitätsviertel war seit jeher das intellektuelle Zentrum. Auch weil man hier, im Vergleich zum bürgerlichen rechten Seineufer, weitaus günstiger leben konnte.
In diesem Quartier Latin konzentriert sich in den 40er Jahren ein bedeutender Teil der westlichen Intelligentzija. Die meist 20 bis 30jährigen sind gezeichnet vom Weltkrieg, von den Erfahrungen der deutschen Besatzung, der Kollaboration oder der Résistance. Drehte sich jahrelang alles ausschließlich ums Überleben und den Widerstand gegen die Faschisten, veränderte sich mit der Niederlage Nazideutschlands die ganze Welt. Die jungen Erwachsenen fanden sich zurückgeworfen auf existenzielle Fragen: wie konnte es zum Krieg kommen, was fängt man mit seinem Leben nach dem Krieg an? Was ist der Sinn des Lebens? Und wie kann man ihn verwirklichen? Geprägt durch eine grundlegende Skepsis am Kapitalismus, der sich allzu schnell mit dem Faschismus verbrüderte, kokettieren viele Intellektuelle jener Zeit mit dem Kommunismus, dem der Nimbus des Antifaschismus anhaftet.
Erst langsam nehmen einige Wenige auch die Grausamkeiten des Stalinismus wahr und versuchen einen „dritten Weg“ in der Politik zu gehen. Ausgehend von der Philosophie des Existenzialismus, müsse es doch einen Weg jenseits von Kapitalismus und Kommunismus geben. Doch so politisch auch der Alltag war und so produktiv die Künstler und Schriftsteller waren, so wollten alle ihr junges Leben nach den Entbehrungen des Krieges, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und manchmal auch darüber hinaus, genießen. Eine neue Freizügigkeit nicht nur im Denken brach sich Bahnen. Neue Lebensentwürfe wurde erprobt, bürgerliche Traditionen abgelehnt. Simone de Beauvoir erkämpfte sich einen Lebensstil der bis dahin nur Männern vorbehalten war. Ungebunden, frei und mit vielen wechselnden Sexualpartnern, sogar beiderlei Geschlechts. Was für viele junge Frauen Vorbild werden sollte, war für das Bürgertum vor allem eines: ein Skandal.
Exzessiver Exitenzialismus
Und an Skandalen war das arme Paris der 40er Jahre reich. Poirier fängt das Sittengemälde und die Rebellion gegen verkrustete Strukturen grandios ein. Die Leser*innen folgen Sartre und Beauvoir die Treppenstufen hinab in dunkle Kellergewölbe in denen bei Jazzmusik gefeiert und vor allem viel getrunken wird. Die Partner vieler Intellektuellen scheinen im munterem Reigen wechselnde Tête-à-Tête einzugehen. Exzessives Leben in allen Bereichen. Wer will es jungen Menschen verübeln im Angesicht der Grausamkeiten, die nach und nach über den Holocaust bekannt werden oder angesichts einer zunehmenden Weltuntergangsstimmung der sich konfrontierenden Atommächte USA und Russland.
Die Produktivität gepaart mit der verzehrenden Lebensweise hat seinen Preis und Poirier schildert auch die Schattenseiten der so leuchtenden Biographien. So war die Einnahme von Amphetaminen vollkommen gewöhnlich, Drogen und Aufputschmittel verschiedenster Art, anschließend Schlaftabletten um wieder Ruhe zu finden, gehörten zum Alltag. Ebenso wie Alkohol geschwängerte Streitigkeiten, die teils jahrelange Freundschaften zu ruinieren vermochten. So explosiv wie sich die Weltgeschichte darstellte, so heftig, hitzig und obsessiv lebten die jungen Intellektuellen jener Zeit. Und Poirier schafft es mit ihrer Sprache eine geradezu hypnotische Wirkung zu entfachen, ein Mahlstrom, der hinab in die Begierden und Leidenschaften einer unterdrückten Jugend führt. Wer die Menschheit liebt, muss an ihr verzweifeln.
Moderne Zeiten
Dabei darf man allerdings nicht übersehen, dass mitunter Genauigkeit und Differenzierung dem lockeren Schreibstil geopfert werden. Es ist ein erzählendes Sachbuch, eher eine Reise an die vergangenen Ufer der Seine, denn eine historisch korrekte Betrachtungsweise. Wenn man sich damit anfreunden kann und über die ein oder andere spekulative Szene, die als solche allerdings leider nicht deutlich gekennzeichnet ist, die ein oder andere Stereotypisierung und die ein oder andere verklärte Perspektive hinwegsehen kann, bekommt man eine wunderbare und informative Zeitreise in eines der intellektuellsten Jahrzehnte.
Poirier reicht mit „An den Ufern der Seine“ einem jungen und neuem Publikum die Hand, um den intellektuellen und moralischen Aufbruch einer ganzen Generation zu verstehen. Geschichte wird gemacht und wirkt in die Gegenwart. Es wurden nicht nur literarische Grundfeste erschaffen, sondern zugleich weltanschauliche Wertemaßstäbe entworfen. Der Widerstand gegen Unterdrückung und Ausbeutung, gegen Faschismus und Autoritarismus, die Intoleranz gegenüber den Intoleranten und Antidemokraten sind zeitlose Imperative. Die Erinnerung daran erscheint nötiger denn je.
Für Bibliophile sei allerdings die Warnung ausgesprochen, dass sehr viele literarische Werke angesprochen werden, die die Liste der zu lesenden Bücher mal wieder zu verlängern vermag.
- Jean-Paul Sartre
Tote ohne Begräbnis
(24)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannJean-Paul Sartres Theaterstück Tote ohne Begräbnis (Morts sans sépulture, 1946) hat mich tief bewegt – nicht nur als dramatisches Werk, sondern auch als ethisches und politisches Statement über den Sinn von Freiheit, Verantwortung und Opfer in Zeiten der Gewalt. Das Stück spielt während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich und zeigt eine Gruppe von fünf Widerstandskämpfer:innen, die von den Nazis gefangen genommen wurden und nun in einem Gefängnis auf ihr Schicksal warten. (Mehr zu Sartre: https://love-books-review.com/de/rezensionen-nach-autor/jean-paul-sartre/ )
Der Text entfaltet sich fast vollständig innerhalb eines einzigen Raumes, was die psychische Enge und Bedrängnis eindringlich spürbar macht. Sartre verzichtet auf äußere Handlungsmomente und konzentriert sich stattdessen auf die inneren Konflikte seiner Figuren: Angst, Loyalität, Verrat, Hoffnung, Schuld.
Was mich besonders fasziniert hat, war die psychologische Tiefe, mit der Sartre seine Charaktere zeichnet. Kein Mensch ist hier bloß Held oder Feigling – vielmehr offenbaren sich komplexe Mischungen aus Stärke und Schwäche, Mut und Zerrissenheit. Dabei stellt sich unaufhörlich die Frage: Was ist Freiheit wert, wenn sie zum Tod führt? Und kann ein Mensch wirklich autonom entscheiden, wenn die Umstände jede Wahl unmenschlich machen?
Sartres Sprache ist klar, dialogisch zugespitzt, ohne überflüssiges Pathos – und gerade darin liegt ihre Kraft.
Tote ohne Begräbnis ist für mich nicht nur ein Theaterstück über den Widerstand, sondern über die radikale Konfrontation mit dem Menschsein unter extremen Bedingungen. Sartre zwingt uns, hinzusehen, zu urteilen – und dann diesen Urteilssinn gleich wieder zu hinterfragen.
Am Ende bleibt kein Trost, keine heroische Erhöhung. Nur eine bittere, aber ehrliche Anerkennung dessen, was Menschen im Angesicht des Todes füreinander – und gegen sich selbst – sein können. Ein unbequemes, intensives, notwendig menschliches Stück.
- Richard Born
Wahre Liebe ist Blut: Die Philosophie der Liebe
(3)Aktuelle Rezension von: RolandBeckerIch habe es bis auf den Nietzsche Unterton eher mythologisch gelesen.
Wenn ich mich nicht irre, dann kommt der Name Selene aus der griechischen Sagenwelt. Selene als Göttin des Mondes. Und in der Szene als die Hauptfigur bei Ricki im Schlafzimmer steht und der Mond auf ihn scheint, da "scheint er wie verwandelt" (S 34). So als würde Selene seine Handlungen leiten und bestimmen, wie der Mond den Menschen entgegen seines Willens zum Werwolf verwandelt. Der Mensch geleitet/gezwungen von der Liebe?
Das würde auch gegen eine absolute Freiheit der Hauptfigur sprechen (anders als bei Sartre?). Die Stelle mit "Ich bin sein Werkzeug. Sein Mittel, um wieder auf Erden wandeln zu können, durch mich genießt er. Selene führte uns in Versuchung" (S 115) und "Nur das Opfer einer Sirene war ich" (S 124) würden auch dafürsprechen.
Andererseits fragt er sich recht am Ende, ob er selber Gott ist bzw er „flüsterte leise „Danke“ und hoffte, der Richtige würde es hören. Vermutlich war ich der einzige, der diese Worte vernahm. Womöglich war ich auch der einzig richtige Adressat“ (S 127-128). Entweder ist es ein ständiges Abwechseln von Determiniertheit und Freiheit oder er schafft diese Metamorphose zum absolut freien Gott endgültig am Ende?
Zu Selene als griechische Göttin passt auch, dass die Hauptfigur sie mit einem "weißen Vlies" zudeckt und sie danach verschwunden ist. So wie Pan in der Mythologie Selene (bei den Römern Luna genannt?) mit einem weißen Vlies umhüllt und sie danach auf seinen Berg Lykaion entführt. Ich glaube sogar, dass der Berg Lykaion am Ende des Romans in den "Tagebüchern eines glücklich Liebenden" erwähnt wurde und auf S. 36 heißt es bei Ricki: „Sie riss ihre Augen im PANischen Schrecken auf“. Die große Liebe des Pans war Selene. Interpretation: Vielleicht ist die Hauptfigur Pan oder wurde zu Pan?
Und jetzt schließt sich nach meiner Ansicht der Kreis wieder, weil Pan zum Gefolge des Dionysos zählt und das passt wieder zu der dionysischen Leseart nach Nietzsche wovon Julia Peters im vorherigen Kommentar geschrieben hat.
- Sarah Bakewell
At The Existentialist Café: Freedom, Being, and Apricot Cocktails
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