Bücher mit dem Tag "saudi-arabien"
26 Bücher
- Andreas Eschbach
Ausgebrannt
(404)Aktuelle Rezension von: blackburniousAusgebrannt ist ein fesselnder und zugleich beklemmender Thriller, der eine zentrale Frage stellt: Wie geht unsere Welt weiter, wenn das Öl – unser wichtigster Rohstoff – zur Neige geht? Andreas Eschbach zeichnet ein erschreckend realistisches Szenario, das gerade in der heutigen Zeit aktueller wirkt denn je.
Mit viel Detailreichtum und einem starken Gespür für gesellschaftliche Zusammenhänge zeigt der Autor, wie abhängig unser Alltag vom Öl ist – und wie schnell ein globales System ins Wanken geraten kann. Die Handlung ist spannend, stellenweise hochdramatisch und regt immer wieder zum Nachdenken an.
Einziger kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen wirken die technischen Erläuterungen etwas umfangreich. Dennoch bleibt die Geschichte durchweg packend und atmosphärisch dicht erzählt.
Fazit: Ein intensiver, beunruhigender Zukunftsthriller, der lange nachhallt und aktueller kaum sein könnte. 4 von 5 Sternen.
- Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Rajaa Alsanea
Die Girls von Riad
(80)Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecherEine anonyme weibliche Person schreibt an eine Yahoo-Mail-Gruppe einmal wöchentlich, um aus Sicht einer Frau die Geschehnisse in ihrem Umfeld und im Speziellen von ihren Freundinnen zu berichten. Einleitend immer mit einem Zitat oder Gedicht, dann einer persönlichen Stellungnahme zu den Feedbackmails und dann die neusten Geschichten aus dem Leben ihrer Freundinnen.
Das Buch wurde 2005 veröffentlicht und angesichts der Situation u.a. im Iran hat es nicht an Brisanz und Aktualität verloren. Das "wahre" Leben unterdrückter Frauen, aber auch von dem Mut Einzelner sich gegen die sogenannte Tradition zu stellen und für ein freieres und selbstbestimmtes Leben einzutreten. Als Europäerin kann ich mich nur glücklich schätzen in einer Gesellschaft zu leben, die sich frei nennen darf und es immer wieder erschreckend finde in welch mittelalterlichen Zuständen sich andere Länder befinden und Bevölkerungsgruppen unterdrücken. Das Buch gab zwar einen interessanten Einblick, aber von der Schreibweise und Struktur hat es mich leider gar nicht abholen können.
- Leon de Winter
Geronimo
(35)Aktuelle Rezension von: Fantasia08Ich fand die Ideologie von BinLaden-Tot schon immer fantastisch. Daher hat mich der Inhalt von de Winter's Buch mich sofort in Beschlag genommen.
Zur Sprache kommen diverse Personen:
- Usama bin Laden-Tom (Ex-Soldat)- Jabbar (christlicher, afghanischer) Junge
Ich fand diese Charaktere haben massgeblich zur Spannung des Buches beigetragen. Sie sind so unterschiedlich, haben verschiedenen Ziele welche sie erreichen möchten und haben verschiedenen Hintergründe.
Im Grundsatz dreht es ich in Geronimo um den vorgetäuschten Tod von Bin Laden. Denn die Soldaten, welche UBL töten sollten, entführten ihn und töteten ein Double. Doch sie verlieren im verlauf des Romans die Kontrolle....
Ein gelungener Roman über eine Verschwöhrungstheorie! - Dirk Müller
Machtbeben
(14)Aktuelle Rezension von: Maria_WinterfeldNaja ist alles was ich dazu sagen kann. Der Premiumfond performt wahrscheinlich nicht besser, wie das Buch. Man lernt die Börse, Politik etc. als Ganzes zu sehen. Aber machen Nachrichten Kurse? Oder Kurse Nachrichten? Die Seitenlinie tot trampeln am Boden ist keine Strategie. Es gibt bessere Bücher!
- Uwe Wilhelm
Die sieben Gründe zu töten
(28)Aktuelle Rezension von: abuelitaDass es sich hierbei um das Finale einer Trilogie um eine Staatsanwältin dreht, wusste ich leider vorher nicht. Ich hätte das Buch auch beinahe abgebrochen, weil es für mich einfach zu „stark“ war, zu grauenhaft, zu brutal. Und trotzdem fesselte mich die Geschichte so, dass ich einfach weiterlesen musste.
Ob es in Saudi-Arabien wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen. Der Autor hat sicher gut recherchiert und schreibt dazu: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Saudi-Arabien eine menschenverachtende Diktatur und in der Unterdrückung der Frau ohne jedes Beispiel ist." Er selber „kennt“ das Land gewissermaßen nur von außen, aber zwei von ihm genannte Personen haben das Leben, die Diktatur dort am eigenen Leib erfahren und ihm berichten können. Da lässt einen vieles eher fassungslos zurück….
Das Buch ist in verschiedene Handlungsstränge eingeteilt und auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände konnte ich der Handlung mehr oder weniger mühelos folgen. Diese ist wirklich sehr spannend, einprägsam, schockierend, aber auch bewegend.
Trotzdem werde ich vermutlich die vorherigen Bücher nicht lesen; ich vermute, dass auch diese für mich Sensibelchen zu erbarmungslos genau skizziert sind.
- Denise Zintgraff
Die Frau aus Tausendundeiner Nacht
(24)Aktuelle Rezension von: roxfourIch bin über meine Tochter auf dieses Buch gekommen, weil mich die Thematik einer Schweizerin, die in einen Harem der Königsfamilie Saudi-Arabiens geht, angesprochen hat.
Alles in allem war es durchaus interessant zu lesen, nach der Hälfte des Buches hat sich einiges, wie beispielsweise die Schilderung des Prunks, leider wiederholt. Ich habe hatte auch teilweise den Eindruck, Einblick in diese Gesellschaft zu bekommen, allerdings leider nur oberflächlich. Das mag durchaus auch dem damaligen Leben der Autorin geschildert, trotzdem hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
- Ensaf Haidar
Freiheit für Raif Badawi, die Liebe meines Lebens
(3)Aktuelle Rezension von: Influenza-BookosaKeine Heldengeschichte, sondern eine, die das Leben schreibt. Unvollkommen, voller Fragen und bedrückend. Aber in einer Welt, in der uns das Internet vorgaukelt, jeder auf diesem Planeten könne doch sagen, was er wolle, auch ungemein wertvoll.
Sprecherin Pegah Ferydoni trifft im Hörbuch genau den richtigen Ton. - Sarah Samuel
Der Katzenfänger und andere Grenzgänger
(15)Aktuelle Rezension von: Michael_BlumNeun Geschichten eines sprachgewandten Autorenpaares. Habe mich bei jeder einzelnen Geschichte gefragt, wer von den beiden wohl die Idee gehabt und auch 'Regie' geführt hat. Eines aber haben alle Geschichten gemein - die wunderbare Sprache, der ausgewählte Wortschatz und die bildhaften und bisweilen zynisch-humorvollen Beschreibungen. Nicht alle Geschichten haben einen Spannungsbogen oder auch eine überraschende Wendung am Ende; das braucht es auch nicht, ist doch die zu genießende Sprache für sich genommen schon Lesevergnügen genug! Obwohl die allermeisten Protagonist*innen wohlsituierten Akademikerkreisen entstammen, meint es das Leben nicht immer gut mit ihnen; so ist das Leben klein und vergänglich, gemessen an einer totbringenden Welle; ich weiß jetzt, warum man in einem arabischen Land besser auf Alkohol verzichten sollte und bin vertraut mit dem Lebensgefühl akademisch gebildeter Westler in eben diesen Ländern.
... wenn ein klassisch-konservatives Konzert-Event aus den 'Fugen' gerät und die Aufhebung sicherheitsspendender Regeln dem Volksgeist einen Triebdurchbruch ermöglichen...
... über die Spaltung des Landes, erläutert anhand des Geschäfts der Literatur und festgemacht am 'Stadt-Land-Gefälle': Bösartig und doch irgendwie wahr - und großartig niedergeschrieben!
Die Selbstironie: Scheinbar ach so weltgewandte Akademiker unter anderen Akademikern in der Karibik auf der Suche nach dem 'wahren Leben', wo es für die einheimische Bevölkerung eher um das Überleben geht...
... und schlussendlich die mörderisch-kulinarische Kompensation einer narzisstischen Kränkung im Kreise der honorigen Professorenschaft... das Beste kommt zum Schluss!!!
Ein bisschen viel die - wenn auch internationale - Welt der Universitäten und der Hochstudierten; gleichwohl ein fabelhafter Band mit Kurzgeschichten!!!
Unbedingte Leseempfehlung!
- Daniel Silva
Das Vermächtnis
(1)Aktuelle Rezension von: Rose75Laufzeit: 11 Stunden 29 Minuten - - - Sprecher: Michael Schwarzmaier
Obwohl man dieses Buch/Hörbuch gut ohne Vorkenntnisse versteht, ist es aus meiner Sicht empfehlenswert mindestens den Vorgängerband "Der russische Spion" zu lesen. Dadurch bekommt man ein besseres Bild von den Motivationen der einzelnen Figuren.
Diesmal geht der legendäre Spitzenspion und Leiter des israelischen Geheimdienstes Gabriel Allon eine sehr spezielle Allianz ein. Er hilft dem saudischen Kronprinzen dessen entführte Tochter zu finden. Dieses Kind erinnert Gabriel sehr an seinen eigenen Sohn, den er vor langer Zeit durch eine Autobombe verloren hat. Der Autor thematisiert auch die Ermordung eines Journalisten, was an das tragische Schicksal von Jamal Khashoggi angelehnt ist.
Daniel Silva legt die Handlung wieder sehr breit an und zeichnet die geopolitischen Interessen der verschiedenen Länder sehr gut auf. Obwohl alles fiktiv ist, habe ich bei dieser Reihe immer das Gefühl, dass da mehr "Wahrheit" drin steckt, als man glauben mag.
Michael Schwarzmaier ist einer meiner Lieblingssprecher und hat für mich wieder hervorragend gelesen. Er hat ein besonderes Talent in verschiedenen Dialekten und Akzenten zu sprechen.
- Rana Ahmad
Frauen dürfen hier nicht träumen
(24)Aktuelle Rezension von: MiiiRana Ahmad wächst im Wüstenstaat Saudi Arabien auf. Obwohl es eins der reichsten Länder der Welt ist, wird es beherrscht von der Scharia und der Religionspolizei. Und Rana erkennt schon früh, was das für sie als Frau bedeutet. Mit zehn Jahren muss sie sich zum ersten Mal verschleiern, darf ohne männliche Begleitung nicht mehr auf die Straße und hat im Grunde genommen keinerlei Entscheidungsrechte über ihr Leben.
Als Rana anfängt, dieses Leben zu hinterfragen und sich dazu entschließt, daraus auszubrechen, geht sie ein gefährliches Risiko ein – denn für Menschen (und vor allem Frauen) die sich nicht fügen, drohen harte Strafen bis hin zum Tod.
In dem Buch erzählt sie von ihrem alltäglichen Leben. Wir haben einen sanften Einstieg in eine unbeschwerte Kindheit die mit jeder Seite mehr Einschränkungen, mehr Übergriffe, mehr Gefahren und gleichzeitig auch mehr Selbstreflexion & Entwicklung beinhaltet.
Schon früh, im zarten Alter von zehn Jahren, muss sie feststellen, dass eine Frau sein bedeutet, mit Einschränkungen zu leben. Plötzlich wird ihr ihr Fahrrad – ihr Zeichen für ihre Freiheit - weggenommen, sie muss sich verschleiern und darf alleine nicht mehr das Haus verlassen. Und das ist leider erst der Anfang, denn sie muss jeden Tag aufs Neue erfahren, dass man ihr als Frau weniger Wert beimisst als Männern – deren Übergriffe auch schon bald Alltag werden.
Sie wird immer tiefer verwurzelt in dieses Regime, dass sie einerseits abstößt aber andererseits auch alles ist, was sie kennt. Es ist nicht einfach nur eine Unterdrückung von außen, die sie erlebt und durch die sie sich befreit. Auch die innere Befreiung ist ein enormer Schritt, denn diese findet nur in ihrem Kopf statt und ist in gewisser Weise noch beängstigender; denn so musste sie alles aufgeben, an das sie bis dato geglaubt hat.
Was mir persönlich gefallen hat, war, dass das Buch nicht einfach eine Aneinanderreihung von negativen Augenblicken war. Es gab durchaus auch schöne Momente die sie erlebt hat, Situation in denen man sehen durfte, dass sie eine ganz normale Jugendliche oder später auch Erwachsene war, die sich mit alltäglichen Dingen beschäftigt; seien es Klatsch und Tratsch, Schwärmereien für Popstars, Begeisterung für Medien oder auch einfach simple Freundschaften. Und vor allem auch die Augenblicke mit ihrem Vater waren sehr besonders, denn obwohl dieser tief verbunden zu seiner Kultur und seiner Religion ist, hat er ihr auch nie das Gefühl vermittelt, weniger wert zu sein als andere. Ich glaube auch, dass das ein entscheidender Punkt war, der ihr für den Schritt, alles hinter sich zu lassen, viel Kraft gegeben hat.
Das Buch ist keine leichte Kost. Viele wissen über die schlechte Situation der Frauen in Saudi-Arabien aber von jemanden zu lesen, der das am eigenen Leib erlebt hat, ist nochmal etwas ganz anderes. Ich kann mir wirklich gar nicht vorstellen, was für eine innere Kraft es gekostet hat, sich sowohl innerlich als auch äußerlich aus dem allen zu lösen und die Gefahr einer Flucht auf sich zu nehmen.
Ein unglaublich faszinierendes Buch, das definitiv lesenswert ist.
- Rasha Khayat
Weil wir längst woanders sind
(39)Aktuelle Rezension von: GirdieDie Geschwister Basil und Layla haben ihre Kindheit in Saudi-Arabien verbracht, dort, wo ihr früh verstorbenen Vater geboren wurde. Die Familie wanderte dann nach Deutschland aus, der Heimat der Mutter. In ihrem Roman „Weil wir längst woanders sind“ zeigt Rasha Khayat, wie unterschiedlich sich die Gefühle und Einstellungen der beiden Geschwister über die weiteren Jahren hinweg entwickelt haben. Basil, 31 Jahre alt und immer noch Student mit Aushilfsjob, wird von der jüngeren Layla nach Saudi-Arabien eingeladen, wo sie im Rahmen der Familie traditionell heiraten wird.
Als Leserin begleitete ich Basil auf seiner Reise und verfolgte seine Erlebnisse und dazu seine Gedanken als Ich-Erzähler. Basil versucht Verständnis für den Entschluss seiner freiheitsliebenden Schwester aufzubringen, dass sie sich den vielen Regeln, denen arabischen Frauen unterliegen. zukünftig beugen will.
Die Kindheit der Autorin ist ähnlich verlaufen wie die ihrer Protagonisten. Ihre Geschichte ist ein Vergleich und eine Auseinandersetzung der beiden verschiedenen Welten, die besonders gut und vor allem authentisch durch das eigene Wissen darum gelingt. Rasha Khayat bietet ihren Figuren den Raum, sich selbst zu verwirklichen. Sie können so leben, wie sie es aufgrund ihrer Erfahrungen, als gut empfinden. Für mich bedeutete es, Einblicke in die ansonsten wenig beschriebene familiäre Welt des Staats auf der Arabischen Halbinsel zu erhalten.
In einem, dem Roman angehängten Essay der Autorin, indem sie ihre eigenen Gefühle beim Wandeln zwischen den Welten darstellt, kommt zum Ausdruck, dass in Deutschland häufig erwartet wird, dass Personen jenseits des von uns gesehenen Durchschnitts, sich anpassen. Dabei wird aus dem Blick verloren, dass dadurch die Diversität menschlichen Lebens schwindet.
„Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat ist ein Roman, den es sich lohnt, zu lesen.
- Zoe Ferraris
Wüstenblut
(8)Aktuelle Rezension von: Jisbon"Wüstenblut" ist der dritte Band einer Krimi-Reihe, die sich auch sehr mit der saudi-arabischen Kultur befasst. Zu den Hauptfiguren gehört dabei Katya Hijazi, die es als Frau in einer männerdominierten Gesellschaft nicht leicht hat, vor allem in ihrer Arbeit für die Polizei. Die Autorin schildert sehr direkt, wie Katya durch moralische und religiöse Vorstellungen eingeschränkt wird und wie dies sie sowohl beruflich als auch privat beeinflusst. Es ist leicht, mit ihr und anderen Charakteren, die benachteiligt werden, mitzufühlen, doch Ferraris urteilt nicht über die für uns fremdartigen Sitten, sondern stellt verschiedene Sichtweisen - von sehr modernen bis hin zu konservativen - vor.
Die Einschränkungen, die sich aus der Geschlechterungleichheit ergeben, wurden ebenfalls geschildert und es ist mir leicht gefallen, Katyas Frustration nachzuvollziehen, selbst wenn sie letztlich eine wichtige Rolle bei der Aufklärung des Falles gespielt hat. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in die Kultur des Landes und ich fand besonders interessant, dass gezeigt wurde, dass es auch für Männer keine unbedingt ideale Regelung ist und sie in ihren Beziehungen negativ beeinflusst werden können, was am leitenden Ermittler Ibrahim gezeigt wird. Für den westlichen Leser ist vielleicht einiges befremdlich, aber die dargestellte Situation regt definitiv zum Nachdenken an.
Der Fall selbst war interessant, gut aufgebaut und lange undurchschaubar. Die Ermittlungen gingen nicht zu schnell voran, was aufgrund der Tatsache, dass der Serienmörder bislang unentdeckt handeln konnte, sehr glaubwürdig war. Es gibt dabei ein paar beklemmende Momente, vor allem, wenn es um das Ausmaß der Taten und die dahinter liegende Motivation geht; bei Serientätern hofft man beim Lesen immer, dass sie gefasst werden können, bevor sie sich ihr nächstes Opfer vornehmen und das hat Ferraris gut herausgearbeitet. - Daphne Niko
DAS RÄTSEL SALOMONS
(26)Aktuelle Rezension von: itwt69Von dem hochinteressanten Plot hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Es war vieles vorhersehbar und leider kam nur phasenweise Spannung auf. Da ist das Original (Dan Brown) bei Weitem besser. Gerade so 2,5 Sterne aufgrund der originellen Geschichte um Judentum und Heiligem Land. - Daniel Silva
Der Hintermann
(20)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Gabriel Allon ist wieder in Cornwall angekommen und erholt sich auch dieses Mal von seinen Strapazen. Gemeinsam mit Chiara versucht er, seinen alten Job an den Nagel zu hängen. Die beiden haben ein romantisches Wochenende in London geplant und bummeln nach einem Besuch ihres befreundeten Galeristen Isherwood durch die Londoner Innenstadt. Während sich die Nachrichten bei einem Terroranschlag nach dem anderen quer durch Europa überschlagen, sticht Gabriel ein junger Mann ins Auge.
Bevor er jedoch seine Waffe ziehen kann, detoniert die Bombe. Erneut wird Gabriel samt Chiara vom MI5 verhört. Als Retter geben sich die Amerikaner großzügig. Jedoch Gabriel wie auch dessen Einsatzteam wissen, das nicht jemals umsonst ist.
Die Terroranschläge führen nach Saudi-Arabien. Dort soll sich einer der meistgesuchtesten Männer der Welt aufhalten. Ausgerechnet die junge und millionenschwere Geschäftsfrau Nadia soll den Köder spielen. Doch das ist nicht so leicht, hat ausgerechnet Gabriel in Nizza ihren Vater vor ihren Augen erschossen.
Während in Langley sich die Politik zu sehr in die Spionage einmischt, ist Gabriel und sein Team mit ganz anderen Problemen beschäftigt. In Saudi-Arabien gibt es kein Zurück.
Daniel Silva erzählt von Wiedergutmachung, von Rache und von Hass. Obwohl die Geheimdienste auch hier wieder zusammenarbeiten, macht ihnen die Innenpolitik ihrer eigenen Länder mehr als einmal einen Strich durch die Rechnung. Gabriel muss mehr als einen Gefallen einfordern.
- Joschka Fischer
Der Abstieg des Westens: Europa in der neuen Weltordnung des 21. Jahrhunderts
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Said AlDailami
Jemen
(2)Aktuelle Rezension von: pardenZEHN JAHRE KRIEG...
Der blutige Krieg im Jemen hat die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart ausgelöst. In der Weltöffentlichkeit spielt er hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Der gebürtige Jemenit und ehemalige Bundeswehroffizier Said AlDailami erklärt die Hintergründe und zeigt, wie der Jemen ins Fadenkreuz regionaler und internationaler Interessen geraten konnte. Der Krieg im Jemen ist kein gewöhnlicher Krieg. Weil er von ungleichen Brüdern geführt wird, ist er umso grausamer und intensiver. Seine Opfer interpretieren die Intervention der saudischen Militärallianz als Kampfansage gegen den Jemen, der sich selbst als Wiege der arabischen Kultur sieht. Dieses Selbstverständnis derJemeniten nimmt AlDailami zum Ausgangspunkt für seine schonungslose Analyse der Konfliktlinien entlang von wirtschaftlichen Interessen sowie konfessionellen, regionalen, tribalen und klassengesellschaftlichen Differenzen. Und er zeigt, wie die geostrategisch und wirtschaftlich bedeutsame Lage des Jemen am Eingang zum Roten Meer Begehrlichkeiten in der Region weckte und welche Rolle Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran und der Westen bei der Entstehung, Entwicklung und medialen Verdunklung des Konflikts spielen. Ein authentischer, mit persönlichen Erfahrungen und Eindrücken angereicherter Insiderblick auf die Geschehnisse im Jemen. (Verlagsbeschreibung)
Seit Anfang 2014 gibt es Krieg im Jemen, nunmehr also schon seit über zehn Jahren. Es geht hierbei um verschiedenste Interessen, aber egal worum es geht: etwa ein Drittel der Opfer betrifft die Zivilbevölkerung. Armut, Hunger, Elend, Verwüstung, Zerstörung, Krankheiten - und kein Ende in Sicht.
Said AlDailami, selbst gebürtig aus Jemen, betont, dass es sich bei dem Krieg - engegen der landläufigen Meinung, dass es hierbei um einen Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gehe (gemäß dem alten islamischen Streit zwischen Sunniten und Schiiten) - um ein deutlich komplexeres Geschehen handelt. Die offenbar unauflösbare Krise, die sich heute auf der arabischen Halbinsel abspielt, dreht sich u.a. auch um handfeste wirtschaftliche Interessen.
Der Autor nähert sich der Gegenwart über die bunte Historie Jemens an. Arabia felix, glückliches Arabien, so nannten die Römer einst den Süden der arabischen Halbinsel. Handelsrouten zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer sowie dem Nildelta bestehen bereits seit der Antike, die Jemeniten werden in der Bibel und im Koran erwähnt. Eine jahrtausendealte Geschichte der Hochkulturen.
Danach erhält der Leser einen Einblick in die seit der Frühzeit herrschenden Stammeskultur, die bis heute Bestand hat. Die Stabilität jedwelchen politischen Systems in Jemen steht und fällt mit der Gunst der Stämme. Die Noblen, deren Herkunft in direkter Linie auf den Propheten Mohammed zurückgeht, stehen dabei ganz oben in der Hierarchie (aus dieser Schicht entstammt auch der König), gefolgt von den Richtern (der geistigen Elite) und den Scheichs, die ebenfalls großen Einfuss haben. Die restliche Bevölkerung zählt zu den einfachen Stammesangehörigen.
Spätestens seit dem Ausruf der Republik in den 1960er-Jahren stellen die Jemeniten diese sozialen Grenzen jedoch zunehmend infrage. Die oberen Schichten verlieren seitdem an Bedeutung, was jedoch nicht alle Vertreter der Noblen einfach so hinnehmen. Hervorzuheben ist hier die Familie al-Huthi, aus der sich Anfang des neuen Jahrtausends die Miliz der sogenannten Huthis bildete. Die Huthis sehen in ihrer noblen Herkunft eine Legitimation für ihren Herrschaftsanspruch - ein blutiger Krieg gegen die jemenitische Regierung beginnt.
Eine Ursache für die tiefen politischen Differenzen innerhalb des Landes sieht der Autor auch in der Geschichte der Besatzung. Seit dem 16. Jahrhundert wurde Jemen durch das Osmanische Reich dominiert, so wie auch andere Teile der arabischen Welt. Ende des 19. Jahrhunderts eroberten die Briten Städte im Süden des Landes, woraufhin Jemen in zwei Teile geteilt wurde, die sich fortan sehr unterschiedlich entwickelten. Unter den Briten und besonders seit der Eröffnung des Suez-Kanals im Jahr 1869 erlebte der Süden des Landes einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1962 wurde im Norden die Arabische Republik Jemen ausgerufen, 1970 im Süden die sozialistisch geprägte Demokratische Volksrepublik Jemen. Vorausgegangen waren der Republikgründung Befreiungskriege auf beiden Seiten. 1990 kam es trotz großer politischer Differenzen zur Wiedervereinigung, unter anderem motiviert durch die Ölfunde an der Grenze.
Die politischen Differenzen jedoch blieben, geschürt noch durch das dikatatorisch-korrupte Verhalten von Präsident Ali Abdullah Saleh. Er bereicherte sich vor allem am Süden, der seine Wirtschaft zuvor verstaatlicht hatte, und konnte sich so für etliche Jahre die Loyalität der mächtigen Stämme im Norden erkaufen. Im Süden aber wuchs die Unzufriedenheit, und so kam es seit 1994 immer wieder zu Unabhängigkeitskriegen. Fundamentalistische Gruppierungen fassten Fuß - sei es die Islah-Partei, die die Universität al-Iman gründete, eine Brutstätte des islamistischen Terrors, oder seien es die Huthi, die mit ihrer Miliz ab 2004 immer wieder Kriege gegen die jemenitische Regierung führte.
2011 lebten mehr als die Hälfte der Jemeniten unter der Armutsgrenze. Die Revolutionen des sog. Arabischen Frühlings stießen im Jemen nicht zuletzt deshalb auf offene Ohren. Dies äußerte sich als Kampf zwischen den Oppositionsparteien und der Regierung, was zunehmend den Charakter eines Bürgerkriegs annahm. Als die Situation stets weiter eskalierte, griffen die Regierungen von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Eine Dialogkonferenz wurde ins Leben gerufen, verlief jedoch unbefriedigend. Die Huthis wären ihrer Machtstellung beraubt worden, weshalb sie das Ergebnis der Konferenz im Januar 2014 nicht anerkannten.
Die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung Jemens sowie die Dominanz der Huthi-Rebellen sorgten für ein Eingreifen der UN. Jedoch ließ diese Organisation es zu, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate die Kriegssituation für ihre Zwecke ausnutzten. Unter dem Vorwand, gegen den Terror der Huthis vorzugehen, wurde im März 2015 die Operation Decisive Storm gestartet. Was für wenige Wochen geplant war, dauert nun jedoch schon Jahre. Dabei geht es offenkundig auch um wirtschaftliche Interessen. Die Sorge, dass die Huthis den Zugang zum Roten Meer und dem Suez-Kanal blockieren könnten, treibt den Krieg immer weiter. Die Blockade der bevorzugten Route für die Ölexporte wäre für die beiden Golfstaaten eine Katastrophe. Der Autor vermutet, dass es Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten letztlich darum geht, den Jemen unter sich aufzuteilen.
Doch auch die westlichen Staaten haben Gründe, nicht vehementer gegen den Krieg im Jemen einzuschreiten. Sie sind einerseits auf die Öllieferungen angewiesen und verdienen sich andererseits durch Waffenexporte eine goldene Nase. Lt. Said AlDailami kommen 98 Prozent der Waffen, die die Bündnispartner gegen den Jemen einsetzen. aus dem Westen - und selbst offizielle Waffenembargos werden durch Joint Ventures in Drittstaaten umgangen.
Jemen: von Arabia felix, dem glücklichen Arabien, zum Land mit der größten humanitären Krise weltweit - und kein Ende ist in Sicht... Ein Trauerspiel.
© Parden
- Zoe Ferraris
Die letzte Sure
(34)Aktuelle Rezension von: Simone PaulynFerraris, Zoe: Die letzte Sure
Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-46698 6, 411 Seiten
Nouf Shrawi ist die Tochter einer einflussreichen Familie in Saudi Arabien. Kurz vor ihrer Hochzeit wird sie ertrunken in der Wüste aufgefunden. Ist sie wirklich davon gelaufen, hat ihr Kamel verloren und ist bei einsetzendem Regen ertrunken, weil sie sich bei einem Sturz den Kopf angeschlagen hat? Obwohl die Familie Shrawi einen möglichen Mord zu vertuschen sucht, ermitteln der konservative Wüstenführer Nayir und die moderne Laborantin Katya, die Verlobte des Bruders der Toten. Beide kommen, durch ihre Kultur gehindert, immer wieder an ihre Grenzen, schaffen es aber gemeinsam, den Mord aufzuklären.
Die Autorin lebte ein Jahr im streng gläubigen Dschidda in Saudi Arabien. Wer Krimis mag, sich für die arabische Kultur und dafür, wie der Islam in Saudi Arabien gelebt wird, interessiert, wird dieses Buch mögen. Der Spannungsfaktor ist mittelmäßig. Das Buch liest sich schnell und ist sehr gut geschrieben.
Um dem Leser ein wenig mehr den Orient zu vermitteln, verwendet die Autorin teilweise arabische Ausdrücke oder Aussprüche. Hier vermisse ich am Ende des Buches ein Glossar, denn nicht alle sind im Text erklärt oder erschließen sich aus dem Kontext.
- Michael Lüders
Armageddon im Orient
(5)Aktuelle Rezension von: BuecherbaerchenNicht das erste mal liefert Lüders Fakten und Hintergründe zu globalen Konflikten, die oftmals nur oberflächlich im gesellschaftlichen Diskurs stattfinden. Nach der Lektüre wird klar, warum Trump in der Beziehung zu Saudi Arabien so gehandelt hat. Politik wird nicht aus rationalen Erwägungen heraus gestaltet, sondern Interessen und Profitgeleitet und ML zeigt die Hintergründe.
- Dave Eggers
Ein Hologramm für den König
(8)Aktuelle Rezension von: anenaDer Amerikaner Alan Clay wird als ziemlicher Loser in einer von Geld regierten Welt dargestellt: hoch verschuldet, geschieden, frustriert, impotent und kurz davor, Alkoholiker zu werden. Dies schildert Eggert durchaus glaubhaft, allerdings zuweilen etwas zu trostlos. Gut gelesen von Ulrich Pleitgen. - Stefan Bauer
Der mit dem Scheich tanzt
(9)Aktuelle Rezension von: SonnenwindSaudi-Arabien war für mich ein Stück der Weltkarte, mitten in der Wüste, von dem ich wenig mehr wußte als daß dort der Islam Staatsreligion ist und man Andersgläubigen gegenüber sehr intolerant ist. Ach, und daß die meisten der 9/11-Terroristen von dort kamen.
Nachdem ich mich jetzt schon eine Weile mit dem Islam beschäftige, wollte ich auch einmal einen Bericht aus dem Alltag lesen und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. Stefan Bauer ist das Pseudonym eines deutschen Rettungssanitäters mit Extraqualifikation, der ein Jahr in Saudi-Arabien gelebt und beim Roten Halbmond (dem Gegenstück zum Roten Kreuz) gearbeitet hat.
Das Buch beginnt sehr sanft, mit der Beschreibung seines Alltags vor dem großen Abenteuer, dann die Bewerbung und das neue Leben. Daß so ein Leben in der Wüste unter völlig anderen Bedingungen abläuft als in Old Germany, war klar, daß es aber SO anders sein würde, hatte ich nicht erwartet.
Der Autor beschreibt sehr lebendig die Schocks, die ihn dort erwarteten. Offensichtlich haben die Menschen im islamischen Umfeld eine völlig andere Sicht auf ihre Mitmenschen und das Leben im Allgemeinen. Da wird gern mal ein Menschenleben geopfert für die Ehre – oder auch nur, um einem Mann einen Blick auf eine Frau zu verweigern. Auch wenn dieser Mann Rettungssanitäter ist und nur helfen will.
Wer sich für diese völlig andere Welt interessiert und eine gesunde psychische Konstitution hat, sollte sich dieses Buch mal zur Brust nehmen. Trotz der menschenverachtenden Haltung dort ist die allgemeine Beschreibung außerordentlich positiv – in diesen Umständen wäre ich sicher nicht so locker geblieben – , aber der Einblick in diese „Kultur“ (eigentlich mag ich den Begriff gar nicht verwenden) ist doch recht deutlich. Da wird man dankbar für die guten Umstände, die wir hier in Deutschland noch haben!
Schlimm ist dann aber noch mal besonders der Schluß: Obwohl das Buch so positiv formuliert ist, wird der Autor bis hierher schikaniert – aus lauter Angst vor der Rache von wem auch immer. Ist so viel Kuschelkurs nötig? Das macht mir Angst...























