Bücher mit dem Tag "schären"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schären" gekennzeichnet haben.

47 Bücher

  1. Cover des Buches Tödlicher Mittsommer (ISBN: 9783462043112)
    Viveca Sten

    Tödlicher Mittsommer

     (181)
    Aktuelle Rezension von: Leserin71

    Nora Linde und Thomas Andreasson kennen sich schon lange. Ein Ertrunkener, der in Sandhamn an Land gespült wird, gibt dem Polizisten viele Rätsel auf, zu deren Lösung die Rechtsanwältin, die eigentlich mit ihrer Familie auf der Schäreninsel Urlaub machen wollte,  mithilft. Als sich noch weitere Todesfälle ereignen, wird fieberhaft nach Verbindungen zwischen den Opfern gesucht.

    Meine Meinung

    Für mich standen die Krimis von Viveca Sten schon lange auf der Wunschliste. Sehr gerne habe ich den ersten Band gelesen. Die Landschaftsbeschreibungen bringen den Schärengarten so wunderbar vor Augen. Die beiden Protagonisten finde ich interessant: Thomas hat mit dem plötzlichen Kindstod seiner kleinen Tochter ein gehöriges Päckchen zu tragen und auch Nora hat es nicht einfach Berufs- und Familienleben unter einen Hut zubringen. 

    Die Handlung selbst besteht aus viel Polizeiarbeit mit Rückschlägen, wird aber zum Schluss sehr spannend und tragisch.

    Die nächsten Bücher liegen schon parat.

  2. Cover des Buches Heimwärts über das Eis (ISBN: 9783458361879)
    Gunilla Linn Persson

    Heimwärts über das Eis

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62

    Bücher, die in der Welt der skandinavischen Inseln und Schären spielen, haben grundsätzlich einen Bonus bei mir, denn Gotland, Åland und ihre Umgebung sind so etwas wie Sehnsuchtsorte für mich. Ellinor Ingman, die 55-jährige Protagonistin in Gunilla Linn Perssons Roman "Heimwärts über das Eis", sieht das zumindest zu Beginn der Geschichte anders. Für sie ist Hustrun, die vier Quadratkilometer große Schäre im nördlichen Stockholmer Schärengarten, die sie nur einmal im Jahr für einen Kurzausflug nach Stockholm verlässt, eher Gefängnis als Paradies. Gefängniswärter ist ihr alter Vater, der nach einem Unfall seine Beine nicht mehr gebrauchen kann, und der von seiner „Kommandobrücke“ im oberen Stock ihres Hauses tyrannisch über die Tochter herrscht. Begonnen hat es damit, dass Ellinors dreijähriger Bruder ertrank und die Mutter kurz darauf Selbstmord beging, nachdem sie als schöne Fremde nicht mit den Inselbewohnern und dem Dasein als Schärenweib zurechtkam. Die Steine, die sie sich um die Knöchel gebunden hat, bevor sie ins Meer ging, hängen seit ihrem elften Lebensjahr auch an Ellinors Beinen. Sie versorgt ihren Vater, ihre Tiere, ihren offiziellen und ihren verborgenen Garten, kümmert sich um die Kinder der Touristen, fährt das Schärentaxi und hinkt durch das mühsame Schärenleben ohne Stromanschluss.

    Doch nun, im März 2013, kehrt Herman Engström nach 35 Jahren zurück nach Hustrun. Er ist im Gegensatz zum Standvogel Ellinor ein Zugvogel, geboren auf Hustrun und als junger Mann von dort weggegangen. Er lebt an der Eisorgelküste in Labrador und reist als Vogelmaler durch die Welt. Jetzt will er nach dem Tod seines Vaters den Besitz verkaufen. Seine Familie ist seit einem Unglück im Jahr 1914, bei dem sieben Jugendliche in einer Orkannacht auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung auf dem Eis ums Leben kamen, geächtet. Werner Engström, der Älteste der Toten, soll dafür verantwortlich sein. Der Verlust ihrer Jugend und ihrer Hoffnung hat bei den Inselbewohnern „die ewigen Inselfehden in Gang gesetzt und den Grundstein für Neid, Misstrauen Gier und Hass gelegt“. Herman Engström und Ellinor Ingman waren deshalb so etwas wie Romeo und Julia, als sie als Jugendliche ein Paar wurden, dazu belastet mit dem eifersüchtigen Vater, der die Tochter nicht verlieren wollte.

    Zu Hermans Erstaunen scheint Ellinor sich jedoch nicht an die gemeinsame Vergangenheit zu erinnern. Was ist damals nach seinem Weggang wirklich passiert? Warum hinkt Ellinor? Welches traumatische Erlebnis hat zu dieser Amnesie geführt? Welche Rolle spielte ihr Vater?

    Als besonders stark habe ich die Passagen über das Unglück von 1914 empfunden. Die detaillierte Beschreibungen der Jugendlichen, des Ablaufs der Tragödie und der zur Untätigkeit verdammten Angehörigen gingen mir sehr unter die Haut. Ebenso eindringlich sind die Schilderungen des Schärenlebens, der Natur und der Gedanken und des Alltags von Ellinor, die deshalb so glaubhaft sind, weil die Autorin selbst lange Zeit auf einer Schäre gelebt hat. Wenig haben die Schilderungen mit den Idealvorstellungen von  Touristen gemein, doch vermittelt der dichte, ruhige Erzählstil trotzdem sehr viel Poesie. Erst an dritter Stelle steht für mich die Liebesgeschichte, auch wenn sie Spannung in den Roman bringt und anrührt.

    Auch ohne „Schärenbonus“ ist dieser Roman absolut empfehlenswert, allerdings sollte man schon etwas Liebe zur skandinavischen Inselwelt mitbringen.

    http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/gunilla-linn-persson-heimwaerts-ueber-das-eis/

     

  3. Cover des Buches Beim ersten Schärenlicht (ISBN: 9783462046014)
    Viveca Sten

    Beim ersten Schärenlicht

     (73)
    Aktuelle Rezension von: julestodo
    Dieses Buch von Viveca Sten hat mich, wie schon die Vorgänger sehr gefesselt. Ich war ganz schnell in der Geschichte drin. Der Schreibstil dieser Autorin ist sehr flüssig und gut zu lesen.
    Mittsommer in Schweden ist ja das Fest schlechthin. Dass es da feuchtfröhlich zugeht, ist allgemein bekannt. Welche Auswüchse es aber geben kann , das wußte ich vorher noch nicht.
    Natürlich ist auch die Lebensgeschichte von Thomas Andreasson Thema des Buches, wie auch die seiner guten Freundin Nora.
    Der Ausgang der Kriminalgeschichte ist völlig unerwartet und macht es spannend, wie es im nächsten Buch wohl weitergehen mag. Ich freue mich schon drauf!
  4. Cover des Buches Nachsommer (ISBN: 9783866482609)
    Johan Bargum

    Nachsommer

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Lesebiene017

    Die Mutter der beiden erwachsenen Brüder Olof und Carl liegt im Sterben. Sie bittet darum, ihre letzten Tage im Ferienhaus in den Schären zu verbringen zu können, wo die Familie einst viele Ferientage verbrachte. Auch soll Carl, der schon vor Jahren im Streit in die USA auswanderte, zu ihr ans Sterbebett kommen. Der Ehemann/Vater starb bereits, als die beiden Söhne noch Kinder waren. An dessen Stelle ist „Onkel Tom“ getreten – welche Rolle dieser für die Mutter gespielt hat, bleibt lange im Unklaren.

    Die Familienverhältnisse sind kompliziert, das weiß der Leser schnell. Worin die konkreten Probleme bestehen, wird allerdings erst nach und nach klar. Zunächst gibt es nur kurze Andeutungen, die des Lesers Neugier wecken. Das meiste erfahren wir durch Ich-Erzähler Olof, der insbesondere versucht, der verqueren Bruderbeziehung auf den Grund zu kommen. Carl, eigentlich zwei Jahre jünger, war schon immer der Stärkere, Schnellere, der, den die Mutter besonders liebte, was er für sich selbst ziemlich radikal auszunutzen wusste. Doch Vorsicht: Eine Medaille hat zwei Seiten und auch Olof hat sich seinem Bruder gegenüber nicht immer loyal verhalten.

    Die Ebenen wechseln sich ab. Da werden einerseits die Tage auf der Schäreninsel beschrieben. Carl ist mit Clara verheiratet, ihre zwei lebhaften Söhne haben sie mitgebracht. Die Jungen wirbeln die Gemeinschaft auf und sorgen für Ablenkung. Ihre Aktivitäten setzen zusätzliche Erinnerungen frei. Trotzdem kann man immer wieder die Eifersucht, die Konkurrenz, die schwelenden Konflikte zwischen Carl und Olof spüren, die ab und an auch durchbrechen. Eine weitere Ebene führt in die Vergangenheit der Familie. Viele Erinnerungsfetzen, Gespräche und Gedanken über gemeinsam Erlebtes komplettieren nach und nach das Bild.

    Was macht das Buch so besonders? Es ist der ruhige, reflektierte, teils poetische Stil des Erzählers, der sich ernsthaft bemüht, der Vergangenheit auf den Grund zu gehen und Stolpersteine zu definieren. Was ist in seinem Leben schief gelaufen? Warum arbeitet der Bruder erfolgreich in den Staaten, während er selbst unmotiviert einer relativ ungeliebten Tätigkeit nachgeht? Was hat zum Bruch zwischen Carl und der Mutter geführt? Warum kann Olof selbst keine erfüllte Partnerschaft leben? Olof präsentiert uns seine Erinnerungen, die nicht immer mit denen anderer Beteiligter übereinstimmen, was einen ungeheuren Sog erzeugt. Erstaunlich, dass wenige Seiten so viel Intensität erzeugen können, ohne je ins Kitschige oder Triviale abzudriften. Das nenne ich Erzählkunst.

    Es geht auch um die Themen Tod und Abschied – vom Leben, vom Elternhaus, von der Kindheit. Der lakonische Erzählfluss ließ mich sehr gut in die Stimmung eintauchen, auch die Insel, das Meer, die Natur ringsherum werden sehr bildhaft beschrieben. Zentral ist jedoch der Bruderkonflikt, der einige Überraschungen bereithält.

    Dieser kleine Roman ist eine absolute Perle! Einmal begonnen, kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Ich bin froh, ihn endlich aus meinem Bücher-Vorrat befreit zu haben. Er wird es mit Sicherheit auf meine persönliche Jahresbestenliste schaffen.

    Ganz große, riesige Lese-Empfehlung!

  5. Cover des Buches In jenen hellen Nächten (ISBN: 9783458360865)
    Roy Jacobsen

    In jenen hellen Nächten

     (53)
    Aktuelle Rezension von: bookgirl

    Inhalt

    Norwegen, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hans und Maria Barroy leben mit ihrer kleinen Familie auf einer abgelegenen Insel an der zerklüfteten Küste hoch oben im Norden. Ihre Tochter Ingrid hingegen will mehr und geht aufs Festland, wo sie als Hausmädchen eine Anstellung bei einer wohlhabenden Familie findet. Rührend kümmert sie sich um die Kinder Felix und Suzanne, deren Eltern eines Tages verschwinden. Ingrid entschließt sich kurzerhand, die beiden Waisen mit auf ihre Insel zu nehmen, um ihnen dort ein neues zu Hause zu schenken. Doch dies ist nur der Anfang weiterer dramatischer Entwicklungen.

    Meine Meinung

    Roy Jacobsen verschafft seinen Lesern mit seinem Roman "In jenen hellen Nächten" einen beeindruckenden Einblick in das Leben der Menschen auf einer kleinen norwegischen Insel zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Grunde passiert in der Handlung nicht viel, aber dennoch folgt man gebannt dem Geschehen und möchte wissen, wie es weiter geht. Roy Jacobsen erzählt seine Geschichte auf eine sehr ruhige Art, die mich jedoch schon nach wenigen Seiten in die Welt von Barrøy eintauchen lies. Der Autor ist ein perfekter Beobachter von Mensch und vor allem Natur, die er mit wunderbaren Worten in Szene zu setzen weiß.

    Erzählt wird die Geschichte der Familie Barrøy, mit all ihren Hochs und Tiefs. Von außen dringt nur wenig zu den Inselbewohnern durch. Selbst als ein Krieg ausgebrochen sein soll, ist das für diese kaum von Interesse. Alles außerhalb der Familie und Insel scheint nicht zu zählen. Lediglich Hans Ideen, was er auf  Barrøy verändern möchte, sind noch von Belang. Und so gibt er viel Geld für Baumaterial aus und baut mit seinem Vater einen Kai, bei dem nun öfter Boote anlegen, die an die Milchroute angebunden sind, die zweimal die Woche die gemolkene Milch einsammelt und zudem als eine Art Zeitung fungiert.

    Besonders eindrucksvoll schildert der Autor, wie man auf der Insel mit Stürmen und Unwettern umgeht. Und auch dies tut man auf ruhige und besonnene Art, denn ändern kann man die Situation auch so nicht, nur beim nächste Mal besser darauf vorbereitet sein. Hier lernt man nicht aus Büchern, sondern aus der Erfahrung, dem, was man von den Alteren an Wissen übermittelt bekommt und der Natur. Es ist ein Leben, welches gerade wegen seiner Einfachheit fasziniert.

    Roy Jacobsen benötigt weit über die Hälfte des Romans, um das Lebensgefühl auf der Insel aufzuzeigen. Dabei kommt man als Leser nicht umhin sich immer wieder zu fragen, warum sich die Bewohner des Eilands diese Entbehrungen antun. Hier wird der Kontrast zu einem Leben in Abgeschiedenheit und dem Leben in einer modernen Gesellschaft deutlich und natürlich auch die Frage nach dem Wert der Heimat. Nur die Tochter, Ingrid, folgt der Sehnsucht nach einer anderen Welt, entscheidet sich jedoch recht schnell nach Barrøy zurück zu kehren und auf dem Eiland weiter zu leben.

    Meisterhaft gelingt es Roy Jacobsen diesen Entschluss in seinem Roman so vorzubereiten, dass das Leser sofort nachvollziehen kann, dass die Bewohner auf der Insel bleiben wollen. Zu sehr sind sie mit ihr verwoben, was er besonders passend mit den folgenden Worten auf Seite 22 beschreibt: "Niemand kann eine Insel verlassen, eine Insel ist ein Kosmos im Taschenformat, wo die Sterne im Gras unter dem Schnee schlafen".

    Fazit

    Roy Jacobsen erzählt mit seinem Roman "In jenen hellen Nächten" eine Geschichte von Unabhängigkeit, Natur und vor allen Dingen von der Bindung an eine Heimat. Lese-Empfehlung für alle, die Bücher mögen, die ruhig und jenseits des Mainstream geschrieben sind.

  6. Cover des Buches Das Grab in den Schären (ISBN: 9783462052176)
    Viveca Sten

    Das Grab in den Schären

     (46)
    Aktuelle Rezension von: MAZERAK

    Auf Telegrafholmen, einer unbewohnten Schäreninsel, wird gebaut. Bei einer Sprengung werden Skelettknochen entdeckt, die man auch nach intensiven Ermittlungen nicht zuordnen kann. Gehören sie zu zwei vor langen Jahren verschollenen Frauen? Thomas Andreasson versucht, das Rätsel zu lösen – und Nora mischt sich ein…

    Viveca Sten ist bekannt für ihre Schären-Krimis, und auch dieser Fall zieht den Leser wieder in den Bann. Ihr Schreibstil ist lebendig, detailreich und flüssig, die Protagonisten sind beliebt und durch viele Verfilmungen hat man die malerischen Inseln und die Ermittler direkt vor den Augen. 

    Der Knochenfund gibt Thomas Rätsel auf, und während er nach Spuren sucht, ist Nora ihm diesmal einen Schritt voraus. Sie befindet sich in einer verzweifelten Lage, was die Vermutung nahe legt, dass man eventuell diesmal den Vorgängerband gelesen haben sollte. Allerdings kann man sich gut einlesen und bekommt ausreichend Informationen, die zur Klärung dienen. Das unerwartete Ende ist ein fulminanter Showdown, bei dem Viveca Sten wieder für absolute Spannung sorgt! 

    Ein wieder rundum gelungener Krimi, der wieder zeigt, wie einfallsreich und gut durchdacht Viveca Sten schreiben kann! 

  7. Cover des Buches Das Geheimnis des Nordsterns (ISBN: 9783733781651)
    Karin Seemayer

    Das Geheimnis des Nordsterns

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Taluzi

    Sommer 1904, eine Liebe die nicht unterschiedlicher sein kann. Der Seemann Peer Svensson liebt die Opernsängerin Sarah Tanner. Gemeinsam versuchen sie ein Leben in San Francisco aufzubauen. Aber Peer zieht es zurück aufs Meer. Er will in seine alte Heimat Schweden besuchen und dann zurück zu Sarah kommen. Aber er kommt nicht wieder.

    In seiner Heimat in dem beschauliche Mollösund ist nichts mehr so wie er es verlassen hat. Sein Pflichtgefühl bindet ihn an Schweden, aber sein Herz ist bei Sarah.

    Sarah wartet sehnsuchtsvoll auf Peer und beschließt eines Tages zu ihm zu reisen. Sie folgt dem Nordstern dem gemeinsamen Symbol ihrer Liebe.


    „Das Geheimnis des Nordsterns“ von Karin Seemayer ist ein wunderbarer und sehnsuchtsvoller Liebesroman.

    Der Leser fiebert mit den Protagonisten mit und hofft, dass ihre Liebe jedwedes Hindernis überwinden wird.

    Sehr gut beschrieben werden, die langen Fahrtwege damals. Von San Francisco nach Schweden hat es nun mal mehrere Monate gedauert. Selbst die Post war deutlich länger als heute unterwegs. Für viele ist das heute gar nicht mehr vorstellbar. Diese Entschleunigung spürt man auch beim Lesen.

    Der Schreibstil strahlt Ruhe aus, ist aber dennoch lebendig und spannend.

    Die Landschaftsbeschreibungen der Schären und die Beschreibungen der damaligen Arbeitsbedingungen auf den Dampfschiffen gelingen der Autorin sehr gut und wurden von ihr genaustens recherchiert.

    „Das Geheimnis des Nordsterns“ ist der 2. Band mit den Protagonisten Peer und Sarah. Den Vorgängerband „die Sehnsucht der Albatrosse“ kenne ich nicht. Zum Verständnis dieser Geschichte muss man ihn nicht zuerst gelesen haben. Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

    Von mir gibt es die volle Leseempfehlung für dieses tolle Buch.

  8. Cover des Buches Die Toten von Sandhamn (ISBN: 9783462044942)
    Viveca Sten

    Die Toten von Sandhamn

     (119)
    Aktuelle Rezension von: jenny_wen
    Inhalt:
    Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen beschrieben. Einmal in der Gegenwart, in der ein Mädchen verschwindet und bis dato keine Leiche aufgetaucht ist.  Doch als die Kinder von Nora beim spielen in ein Loch fallen und etwas schreckliches entdecken, ist allen fast sehr schnell klar, um wen es sich dabei handeln muss. Knapp 100 Jahre früher muss Thorwald die Gewalt seines Vaters über sich ergehen lassen. Nichts kann er seinem Vater recht machen. In der Schule ist er auch nicht gerade eine Leuchte. Am schlimmsten leidet er, als seine Mutter noch ein Kind bekommt und der Vater das Mädchen vergöttert.  Doch als Leser fragt man sich, was hat diese Geschichte 100 Jahre zuvor mit der Gegenwart zu tun? Wie hat die Autorin all das zusammen verstrickt? Wo läuft der rote Faden lang? Erst nach und nach wird klar, wie alles zusammen hängt und ich finde die Lösung sehr gut. Ich bin nicht so richtig darauf gekommen, wie alles zusammen hängen könnte. In gewisser Weise hat man vielleicht eine Ahnung, aber ich gestehe, ich hatte sie nicht. Thomas Andreasson ermittelt wieder, doch irgendwie kam er mir dieses Mal etwas blass vor. Ich fand keinen richtigen "Draht" zu ihm, wie schonmal in den Büchern zuvor.  Ich hatte beim lesen das Gefühl, es dreht sich hauptsächlich um die Vergangenheit und dann um Nora in der Gegenwart, die ihre eigenen Probleme lösen muss. Da rückt die Aufklärungsarbeit irgendwie in den Hintergrund, wahrscheinlich fand ich auch deswegen keinen Draht zu dem Ermittler.
    Der Schreibstil ist wie gewohnt locker flockig. Ich hatte keine Probleme, in die Geschichte zu finden, auch wenn es etwas verwirrend war, da ich diese Zeitsprünge von der Autorin nicht kannte. Etwas weniger Probleme, etwas mehr Ermittlungsarbeit, weniger privates... ich glaube, das hätte dieser Geschichte etwas besser getan.
    Mein Fazit:
    Ich vergebe für den dritten Fall von Thomas Andreasson 3,5 Sterne. Mehr kann ich nicht geben, da mich doch das eine oder andere arg gestört hatte. Ich für meinen Teil hoffe einfach, dass der nächste Band wieder besser wird.
  9. Cover des Buches Der Schwimmer (ISBN: 9783499268885)
    Joakim Zander

    Der Schwimmer

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch könnte ich einfach nicht aus der Hand legen und habe es quasi in einem Rutsch verschlungen. Richtig guter Schreibstil und gut recherchiert. Über die Machenschaften von Lobbyisten, Politikern, Unternehmen und Geheimorganisationen wird man hineingezogen in eine spannungsgeladene Geschichte. Etwas anspruchsvoller als sonstige Romane, da die Erzählabschnitte in Zeit, Raum und Erzähler springen. Erst am Schluss fügt sich die Geschichte zu einem Ganzen zusammen. Auf jeden Fall empfehlenswert für alle die höhere Literatur mit komplexen Strukturen mögen.
  10. Cover des Buches Mittsommermord (ISBN: 9783423212182)
    Henning Mankell

    Mittsommermord

     (736)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Drei Jugendliche, die ein vergnügliches Fest zur Mittsommernacht samt mittelalterlichen Verkleidungen feiern wollten, werden Wochen später ermordet in einem Waldstück aufgefunden. Der Täter hat sich alle Mühe gegeben, die Tat zu vertuschen, sind doch in regelmäßigen Abständen Grußkarten an die Familien versendet worden, die einen Urlaub der Teenager vortäuschen. Doch das ist nicht der einzige Fall, mit dem sich Kurt Wallander beschäftigen muss, auch der grausame Mord an seinem Kollegen Svedberg macht ihm zu schaffen – und offenbart einige Geheimnisse, die der Ermittler lange Zeit gehütet hat…

    Henning Mankells Romane um seinen depressiven Ermittler Kurt Wallander haben das Genre des Nordic Noir vielleicht nicht begründet, mit seinen unglaublich erfolgreichen Bänden aber sicherlich zum großen Durchbruch und die immer noch anhaltende Popularität essentiell beigetragen. Auch der achte Band der Reihe „Mittsommermord“ zeigt eindrucksvoll, wie geschickt der Autor verschiedene Fäden webt und diese dann nahtlos ineinanderfügen kann – von einem überzeugenden sprachlichen Anspruch mal ganz abgesehen. So ist es auch hier wieder die Figur des Kurt Wallander mit seinen verschrobenen Eigenheiten, der fast manischen Ermittlungsarbeit und den depressiven Stimmungen, der eine sehr eindringliche persönliche Ebene einbringt und dabei eine faszinierende Ausstrahlung hat – nicht immer sympathisch, nicht einmal sonderlich nahbar, aber genau deswegen umso facettenreicher. Auch die Nebenfiguren sind ausdrucksstark geschildert, wobei interessanterweise besonders der tote Svedberg ein sehr scharfes Profil bekommt. Die Atmosphäre des Romans ist sehr düster geprägt, bezieht die Landschaft und die Stimmung in Schweden gekonnt mit ein und sorgt so für eine sehr markante Wirkung.

    Der Verlauf der Handlung ist sehr spannend geraten und überzeugt mit seinen vielen Geheimnissen und Wendungen. Dabei werden von Anfang an zahlreiche Rätsel eingebaut, die auch nach und nach wieder aufgelöst werden, dann aber mit neuen Unstimmigkeiten und Verknüpfungen versehen werden. Das ist sehr clever aufgebaut, besonders da mehrere unterschiedliche Themen miteinander verbunden werden. Die Spannung ist schnell sehr dicht und packend, durch den steten Informationsfluss ist ein wahrer Pageturner entstanden. Überzeugend ist auch die Rolle der Presse, die die Ermittlungsarbeiten immer wieder behindert und so die Handlung entscheiden beeinflusst.

    „Mittsommermord“ ist ein packender Krimi, der mit vielen starken Bildern, markanten Charakteren und insbesondere einem spannenden und eindringlichen Verlauf überzeugt. Die Stimmung ist dicht und packend, die einzelnen Motive und Themen sehr stimmig miteinander verknüpft, sodass ein beeindruckendes Gesamtbild mit vielen spannenden Momenten entsteht. Sehr lesenswert, auch wegen des sehr stimmigen sprachlichen Ausdrucks.   

  11. Cover des Buches Eis (ISBN: 9783442483174)
    Ulla-Lena Lundberg

    Eis

     (59)
    Aktuelle Rezension von: elmidi

    Was für ein tolles Buch! 

    Wer Action braucht und atemlose Cliffhanger am Ende jeden Kapitels ist hier falsch!

    Hier sind es die Worte, die in aller Langsamkeit und Gründlichkeit das Bild einer grandiosen Landschaft auf den Örar-Inseln malen. Hier tritt der junge Pfarrer Kummel mit seiner Frau und einer Tochter seine erste Pfarrersstelle an. Seine Frömmigkeit trifft auf Antworten in dieser Landschaft, er findet die richtigen Worte und das richtige Verständnis für die BewohnerInnen dieser Inseln, die ihn schließlich in ihr Herz schließen. Aber nichts bleibt so, wie es ist, ganz unvorhergesehen wendet sich das Leben radikal.

    Fürs Lesen sollte man Zeit mitbringen und die richtigen Schwingungen, vielleicht auch nicht kirchenfeindlich sein, am besten sogar evangelisch. Aber dann findet man in diesem Buch einen wahren Schatz an Gedanken und Bildern, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern, aber auch genausogut Tränen.

  12. Cover des Buches Die italienischen Schuhe (ISBN: 9783552057944)
    Henning Mankell

    Die italienischen Schuhe

     (237)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87
    Von Henning Mankell gefallen mir nicht nur die Wallander-Krimis, sondern insbesondere seine Afrika- und Familienromane. Diesen hier finde ich mit seinem Setting in den einsamen Schären und seinen vielschichtigen Figuren besonders gelungen. Er enthält so viele wunderbare Gedanken und Worte über das Leben und darüber, was wirklich wichtig ist und uns zu dem macht, was wir sind. Ein ganz tolles, eindringliches Buch mit einer bitter-süßen Geschichte voller Leid und Schmerz, aber auch voller Lichtblicke!
  13. Cover des Buches Gefährliche Mittsommernacht (ISBN: 9783453425163)
    Christoffer Holst

    Gefährliche Mittsommernacht

     (22)
    Aktuelle Rezension von: diebibliothekarin

    Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen, es wurde im Abspann eines anderen Buches empfohlen und hat mich nicht mehr losgelassen. Es klang gleich sehr verlockend, ein Krimi der aber gleichzeitig eine Selbstfindung ist und dann auch noch auf einer schönen Insel spielt.

    Das Buchcover gefällt mir richtig gut, es passt zur Story und ist nicht zu düster, enthält Elemente aus der Story und passt sehr gut zu Mittsommer. Noch begeisterter war ich jedoch als ich gesehen habe, dass es sich hier um eine Buchreihe handelt.

    Der Einstieg war interessant, unterhaltsam und hat dazu geführt, dass ich sofort in der Story drin war. Cilla war mir sofort sympathisch, ich konnte ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen und fand ihren Entschluss auf die Insel zu gehen richtig genial.

    In was sie dann am Ende hinein gezogen wird fand ich klasse ausgearbeitet, spannend mit zu ermitteln und immer direkt am Geschehen zu sein. Gleichzeitig die Selbstfindung war eine spannende Mischung und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

    Fazit:

    Manchmal sind Empfehlungen in Büchern gar nicht schlecht, in diesem Fall bin ich sehr dankbar und möchte gerne noch mehr lesen. Ein toller Krimi, der mich mitgerissen und gut unterhalten hat.

  14. Cover des Buches Tod in stiller Nacht (ISBN: 9783462049022)
    Viveca Sten

    Tod in stiller Nacht

     (71)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Die Journalistin Jeanette Thiels wird am zweiten Weihnachtstag im Garten des Hotels, in dem sie sich einquartiert hatte, tot aufgefunden. Kommissar Thomas Andreasson, der gerade mit seiner Familie auf den Inseln weilt, fährt mit dem Taxiboot nach Sandhamn, um festzustellen, ob es sich um einen Unfall oder Schlimmeres gehandelt haben könnte. Die Tote sieht zwar sehr friedlich aus, aber ihr Zimmer scheint durchsucht worden zu sein. Also entscheidet Thomas, dass die Sache genauer untersucht werden sollte. Bald stellt sich heraus, dass sich die Journalistin sowohl durch ihre Arbeit als auch im Privaten Feinde gemacht hatte.


    In seinem sechsten Fall geht es Thomas Andreasson, Frau und Tochter angesichts eines Schicksalsschlags, den sie erlitten hatten, recht gut. Vielleicht macht gerade sein privates Glück Thomas empfänglicher für das Leid anderer oder die Ungerechtigkeit in der Welt. Jedenfalls bereitet ihm schon der Fundort der Leiche Unbehagen. Und dies verschlimmert sich beim Anblick des durchwühlten Zimmers. Dennoch erscheint es zunächst kaum vorstellbar, dass diese unbescholtene Frau einen Anlass gegeben haben könnte, sie umzubringen. Natürlich stellt sich im Laufe der Untersuchung heraus, dass Jeanette Thiels einen vielschichtigen Charakter hatte, mit dem sie aneckte und für den sie gemocht wurde.


    Wenn man eine Weile mit der Lektüre dieser Reihe pausiert hat, freut man sich zunächst alte Bekannte wieder zu treffen. Es ist schön zu lesen, wie sich Thomas und Pernilla eingerichtet haben. Schnell kommt man zum Fall einer verängstigten Frau, die sich auf Sandhamn sicher glaubte. Gefesselt taucht man in die Geschichte einer Frau ein, die trotz ihrer großen journalistischen Leistungen, in der Familie nicht so gut zurechtkam und beruflich einigen mit unbequemen Fragen auf die Füße getreten ist. Spannend auch wie Thomas Andreasson und seine Kollegen an den Fall herangehen und immer neue mögliche Zusammenhänge ausgraben. Diese Reihe liest man gerne und die Pause bis zum nächsten Band wird wesentlich kürzer ausfallen.

  15. Cover des Buches Die Therapeutin (ISBN: 9783442746781)
    Camilla Grebe

    Die Therapeutin

     (143)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    wichtig: PSYCHOthriller (eher vielleicht „Psycho-Krimi“). Hier gibt es lange keine Morde, sondern erst einmal eine sich aufbauende unheimliche Stimmung. Einiges weiß auch nur der allwissende Erzähler. Und als es die erste Leiche gibt, geht es nicht um irgendwelche Folter-Sadisten, es gibt auch keine sexuelle Komponente. Diese Information ist für die, die genau das bei einem Thriller erwarten – oder auch definitiv nicht brauchen. Allerdings ist das, was die Patienten erlebt haben, schon teils heftig (auch sexuell).

    Vermutlich hat alles nichts zu bedeuten. Siri fühlt sich beobachtet, aber wer würde schon extra zu dem einsamen Haus an der Küste kommen. Es liegt sicher eher daran, dass sie sich ohnehin nicht gut fühlt, seit ihr Mann Stefan vor einem Jahr beim Tauchen gestorben ist, oder an ihrem Alkoholkonsum. Und die Ängste im Dunkeln hatte sie schon seit der Kindheit, als eine ihrer Schwestern sie als Strafe eingesperrt hatte, ein Kinderstreich. Die Katze war ja auch sehr eigenständig, so ein Tier kommt gelegentlich einige Tage nicht vorbei. Doch Siri weiß nichts von dem Zelt.

    Siri Bergmann, Doktor der Psychologie, Doktor der Psychotherapie, 35, teilt sich eine Praxisgemeinschaft mit ihrer besten Freundin Aina Davidsson sowie dem älteren Kollegen Sven Widelius. Der gute Geist ist Marianne. In ihrem beruflichen Leben unterstützt sie andere nach Kräften, wie Sara Matteus, die junge Frau mit einer schlimmen Kindheit, die magersüchtige Charlotte Mimer, die unbedingt alles kontrollieren will, oder Peter Carlsson mit seinen Gewaltphantasien. Leider kann sie nicht jedem helfen. Auch ihre eigenen Probleme müssten eigentlich angegangen werden. Doch als eine Leiche im Wasser vor ihrem Haus gefunden wird, sind die ihr geringstes Problem: sie kannte die Person!

    Ich hatte mir diesen ersten Band der Reihe geliehen, weil ich Nummer 2, „Das Trauma“, daheim habe. Es sind Eindrücke der gegensätzlichen Art, die die Lektüre mit sich brachte. Zum einen mag ich diese unterschwellige Spannung, bei der man weiß, das wird nicht gut – ohne das unbedingt allzu viel passiert. Mir hat der Einblick in die Therapie-Sitzungen sehr gut gefallen, gerade auch, was Therapeuten „hinter den Kulissen“ selbst tun, um „vor den Kulissen“ ihre Arbeit mit den Patienten liefern zu können. Ich mochte Siri, das vor allem. Was ich nicht ganz so toll fand: das ganze Buch ist eher so angelegt, dass es dem Leser ziemlich klar ist, dass der Täter jemand sein muss, mit dem Siri zu tun hatte, und dass es um Rache geht, nicht um einen irgendwie wirren Stalker aus dem Nichts. Also ergibt sich erstens, dass der Täter eine der im Buch genannten Personen ist (eher eine Krimi-„whodunnit“-Situation), und zweitens, dass das Motiv irgendwie im Zusammenhang zu Siri zu finden ist. MIr war dieses Motiv extrem früh klar rein aus der Gewichtung im Text, das hätte irgendwie besser aufgebaut sein können – vielleicht, indem der unbekannte Stalker noch eine Option geblieben wäre, vielleicht auch durch eine geschicktere Erwähnung des Motivs (siehe Spoiler). Dafür hatte ich dann ganz lange keine Idee, wer es denn sein möge, der als Täter in Bezug zum Motiv steht; ich habe der Reihe nach fast alle verdächtigt. Die Spannung blieb also, wenn auch auf einem anderen Niveau. Dass Siri sich nicht ganz logisch verhält, konnte ich für mich halbwegs akzeptieren aufgrund ihres Verlusts. Sprachlich fand ich einiges eher passend zu einem Stil von Jugendlichen, oder diesen alten Berufsjugendlichen, die unbedingt hip klingen wollen („Hallo, das meine ich jetzt wirklich“-Stil, zum Beispiel). Mit einem Ermittler etwas anzufangen, war mit etwas zu vorhersehbar. Am meisten Probleme habe ich aber mit dem Ende – da hat jemand gezielt einen anderen Menschen umgebracht, auch wenn es in der Situation gereicht hätte, sich „nur“ zu wehren (was mir schon reicht, um hier mental auszusteigen), und beginnt hinterher eine Therapie, aber nicht deshalb?

    Markus:
    „Wir sitzen wohl alle im selben Boot.“
    „Sie und ich?“
    „Alle. Alle Menschen“, erklärt er und beißt in einen Apfel.
    „Alles, was wir tun. All unsere Handlungen, die wir ausführen, ohne die Konsequenzen überschauen zu können. All die komplizierten Verbindungen zwischen den Geschehnissen, die Beziehungen zwischen den Menschen. Du ziehst an einer Seite an einem Faden, und auf der anderen Seite kippt jemand tot um. Die Schuld von niemandem oder von allen? Aber für mich ist die Absicht wichtiger als die Ursache. Die Usache ist etwas Mechanisches, die Absicht ist eine Richtung, eine eigene Kraft.“

    Ich hatte Elemente dabei von 5 Sternen (die Therapiesitzungen) bis 2 Sterne (der Schluss, wie das Motiv eingebaut wurde). Ich gebe 3 Sterne. Ich bin nicht völlig enttäuscht, aber da ist noch Luft nach oben.

    #2 Das Trauma
    #3 Bevor du stirbst

    Camilla Grebe allein fand ich richtig toll in https://www.lovelybooks.de/autor/Camilla-Grebe/Wenn-das-Eis-bricht-1400908320-w/rezension/1455095974/, aber auch da scheiden sich die Geister, weil es eher ruhig ist, mehr Psychodrama denn Psychothriller.

    Spoiler: alles mögliche über Siri wird mehrfach und in größerer Tiefe beschrieben. Allein eine Person wird zwar erwähnt, auch als wichtig, aber dann nicht weiter ausgearbeitet. Preisfrage: wenn alle anderen genau beschrieben werden, was bedeutet das wohl?


  16. Cover des Buches Mörderische Schärennächte (ISBN: 9783462046458)
    Viveca Sten

    Mörderische Schärennächte

     (91)
    Aktuelle Rezension von: fredhel
    Thomas Andreasson ist für mich persönlich ein neuer Ermittler, auch wenn er schon in "Mörderische Schärennächte" seinen 4.Fall bearbeitet. Der Selbstmord des jungen Studenten Markus Nielsen wirft schnell Fragen auf, auch wenn die Obduktion keinerlei Fremdeinwirkung aufdeckt. Sein letztes studentisches Projekt handelte von den Küstenjägern, die absolute Eliteinheit des schwedischen Militärs, berüchtigt wegen ihres unmenschlichen Drills. Eingeworfene Tagebucheinträge aus dem Jahr 1976 bezeugen die menschenverachtende Ausbildung durch einen ganz speziellen Unteroffizier. Soll eventuell eine dunkle Vergangenheit vertuscht werden? Oder will sich jemand nach Jahrzehnten für begangenes Unrecht rächen? Besteht überhaupt ein Zusammenhang? Ja, ein Zusammenhang wird im Laufe der Zeit immer deutlicher, weil ein Kamerad aus dem Zug nach dem anderen verstirbt.
    Viveca Sten verleitet den Leser zum Mitdenken und Mitraten, weil er immer auf dem gleichen Wissensstand mit den Ermittlern ist. Der Ehrgeiz der jungen Rekruten, ihre daraus hervorgehende Leidensbereitschaft, wird gut dargestellt. Einschübe aus dem Privatleben der Ermittler verhindern, dass die Handlung zu trocken wird. Und das Finale ist unvorhersehbar, und ebenso unvorhersehbar spannend.
  17. Cover des Buches Eiskalte Augenblicke (ISBN: 9783462053500)
    Viveca Sten

    Eiskalte Augenblicke

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ani

    Mittlerweile sind zehn Krimis, in denen Thomas Andreasson auf den Schäreninseln ermittelt, erschienen. Seine Jugendfreundin, die Juristin Nora Linde, spielt dabei jedes Mal eine große Rolle. Im Verlauf der Reihe hat man einiges über die Hauptcharaktere erfahren und etliche Nebencharaktere kennengelernt. Doch wie die Freundschaft von Nora und Thomas eigentlich begann, lag bisher im Dunkeln. Wobei diese Nebenhandlung sicher auch zu viel Raum in einem aktuellen Schärenkrimi einnehmen würde. Mit "Eiskalte Augenblicke" kann man diese Lücke schließen, denn gleich in der ersten Geschichte erfährt man, wo Nora und Thomas sich zum ersten Mal gesehen haben und wie ihre Freundschaft begann.

    Neun weitere Kurzkrimis laden zum Verweilen im Schärengarten ein. Hier erfährt man mehr über weitere Nebencharaktere, die man bereits aus der Krimireihe kennt und erfährt einige Geheimnisse. Auch wenn die Geschichten kurz sind, schafft es Viveca Sten auch hier wieder, mit ihrem wunderbaren Erzählstil zu begeistern. Handlungsorte und Protagonisten wirken so lebendig, dass man alles vor Augen hat und meint, selbst im Schärengarten zu sein.

    Für Fans der Reihe eine wunderbare Ergänzung zu den Krimis. Sehr lesenswert!

  18. Cover des Buches Mörderisches Ufer (ISBN: 9783462051902)
    Viveca Sten

    Mörderisches Ufer

     (57)
    Aktuelle Rezension von: DeeJay

    Für mich war es das erste Buch von Viveca Sten und somit auch der erste Fall mit Thomas Andreasson. 

    Es gibt einen Stern Abzug. Bis zum Schluss waren es mir viel zu viele Namen - ich konnte mir kaum merken, wer jetzt wie mit wem zusammenhängt 😅 Vllt. lag es aber auch einfach daran, dass ich die vorherigen Bücher nicht gelesen und somit nicht von Buch zu Buch die Zusammenhänge kennengelernt habe 👍😊

    Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Zu Anfang wirkte es fast wie der Beginn eines Thriller, hat dann aber die Drehung zum Krimi sehr gut und fließend bekommen - wobei ich beides gern mag 😁

    Die gewählten Themen sind nichts für schwache Nerven, aber mit denen wäre man in diesem Genre - meiner Meinung nach - auch eher etwas falsch 😉

    Das Buch war von Anfang bis Ende spannend, durch den Wechsel der Schauplätze kam nie Langeweile auf. Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen - ich habe mir im Anschluss direkt weitere Bände der Reihe gekauft🤩

    Von mir gibt es ⭐⭐⭐⭐ von 5 Sterne und definitiv eine absolute Leseempfehlung ☺

  19. Cover des Buches Das Sommerbuch (ISBN: 9783785724989)
    Tove Jansson

    Das Sommerbuch

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Wordmicroscope
    Die Leichtigkeit und Frische eines finnischen Sommers sind in dieser Geschichte in jedem Moment zu erspüren. Während Enkelin und Großmutter über die schönsten und traurigsten Dinge des Lebens philosophieren und ihre eigene kleine Inselwelt erkunden, möchte man am liebsten daran teilhaben, wenn sie beispielsweise über die Existenz des Teufels sprechen oder einen Roman über Regenwürmer verfassen. Vor dem Hintergrund, dass die Mutter verstorben und der Vater allzusehr beschäftigt ist, fühlt man die Intensität in der Flüchtigkeit einer guten Sommerzeit. 
  20. Cover des Buches Die schwedischen Gummistiefel (ISBN: 9783423217057)
    Henning Mankell

    Die schwedischen Gummistiefel

     (76)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Henning Mankell verstand es auch in diesem letzten Roman, tief in die menschliche Seele zu blicken. Mit seiner unverkennbaren Schreibkunst eine dichte, melancholische Atmosphäre zu schaffen, macht er auch diesen Nachfolger von „die italienischen Schuhe“ wieder zu einem interessanten Lese-Erlebnis.


    Die Hauptfigur Fredrik Welin, ein Arzt, der den vorzeitigen Ruhestand aufgrund eines chirurgischen Fehlers wählt, muss zusehen, wie sein Haus abbrennt und damit seine ganze Existenz zugrunde geht. Seine schwangere Tochter, die ein undurchsichtiges Leben führt, ist ihm dabei keine grosse Hilfe. Die Reflexionen über das Leben, das Altwerden, Familie und Einsamkeit verleihen der Lektüre etwas Schweres aber auch Gehaltvolles. Kann man seinen Freunden und den Menschen in der näheren Umgebung trauen? Wer meint es ehrlich und auf wessen Hilfe kann man im Notfall zählen?


    Meine Empfehlung gilt jenen Lesern, die eine unspektakuläre aber tiefgründige Handlung schätzen und den Autor von seinen anderen Büchern her kennen.

  21. Cover des Buches Sommerträume am Meer (ISBN: 9783442491889)
    Karen Swan

    Sommerträume am Meer

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Cloudy-73

    Heute möchte ich euch ein Buch zeigen, mit dem ich den regnerischen August beendet habe. Es hat mich fast schon wieder in Sommerstimmung gebracht. 

    Inhalt in Kürze: 

    Das Kindermädchen Bell, das für die dreijährigen Zwillinge und den neunjährigen Linus zuständig ist, verbringt mit Familie Mogert den Sommer auf einer kleinen Insel im Schärengarten vor Stockholm. 

    In diesem Sommer werden einige dunkle Familiengeheimnisse aufgedeckt. 

    Mein Leseeindruck: 

    Es ist eine faszinierende Familiengeschichte voller Glamour und Dekadenz, aber auch voller Geheimnisse. Das Setting ist traumhaft, ich habe mich sehr in die kleinen Schäreninseln verliebt. 

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr detailreich und bildhaft, man hatte die kleinen Inseln, die vielen Boote und Sommergäste auf der Hauptinsel direkt vor Augen. Der mitreißende und fesselnde Schreibstil übte einen Sog auf mich aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. 

    Da ich nicht spoilern möchte, kann ich kaum etwas näheres zum Inhalt sagen. Aber die Story ist voller Wendungen, durch Rückblenden erfährt man immer ein Stückchen mehr. Die Spannung wird die ganze Zeit gehalten, nach einem etwas ruhigen Start. Die Lovestory spielt fast schon eine Nebenrolle, trägt für mich aber zu einem gelungenen Happy End bei. 

    Die Charaktere Bell und Emil fand ich sympathisch und authentisch, ebenso Max. Mit Hanna bin ich nicht richtig warmgeworden. Auch die Kinder waren toll gezeichnet, Linus war ein typischer 9-Jähriger. 

    Alles in allem ein tolles Sommerbuch, das ich sehr gern gelesen habe. 

    Volle Leseempfehlung 

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sternen 

  22. Cover des Buches Menschenhafen (ISBN: 9783404165384)
    John Ajvide Lindqvist

    Menschenhafen

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Menschenhafen ist eine Geschichte voll von Liebe, Hass und natürlich auch dem Übernatürlichen und anders als in anderen Horrorgeschichten sind es keine Massaker, Blutbäder oder Monster die direkt in Erscheinung treten oder im Vordergrund stehen. Der Horror ist viel subtiler. Hier ein Insekt in einer Streichholzschachtel, dort ein verschwundenes Mädchen und die Geschichte selbst, wie eben die fiktive Insel Gåvasten entstanden ist und sich die ersten Menschen ansiedelten. Darüber hinaus ist – Menschenhafen - sehr unkonventionell erzählt. Die düstere Geschichte rund um Majas Verschwinden wird aus der Sicht mehrerer Dorfbewohner und aus verschiedenen Zeitabschnitten erzählt. Wie einzelne Puzzelteile erfährt der Leser Seite für Seite mehr und mehr. Erst mit dem Ende also quasi, wenn das Puzzle fertig gelegt ist, offenbart sich dem Leser das ganze Bild. Müsste ich es klassifizieren, ich würde es dem literarischen Horror Genre zuordnen.

     

    Wer nun von John Ajvide Lindqvist bisher noch nichts gelesen hat, dem kann ich auch seinen Debütroman – So finster die Nacht – empfehlen.


  23. Cover des Buches Mitternachtssonne am Fjord (ISBN: 9783548284378)
    Elfie Ligensa

    Mitternachtssonne am Fjord

     (33)
    Aktuelle Rezension von: julestodo
    Die Kulisse Lofoten kenne ich von einer eigenen Reise, sie ist wunderschön und hier genau ist dieser Roman angesiedelt.
    Eine junge Frau, auf sich allein gestellt, da sie Witwe ist, mit einem kleinen Sohn. Zum Glück hat sie gute Freunde, die ihr beistehen und sie entlasten. Natürlich gibt es auch Verwicklungen der unterschiedlichsten Art, die dem Buch eine gewisse Würze geben.
    So gefühlvoll geschrieben ist dieses Buch, dass man es sehr bedauert, wenn man es ausgelesen hat.
    Absolute Leseempfehlung!
    Jetzt warte ich dringend darauf, dass es noch einen 3. Band geben wird..... ;)
  24. Cover des Buches Königin-Maud-Land ist geheim (ISBN: 9783866486102)
    Line Madsen Simenstad

    Königin-Maud-Land ist geheim

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Bri

    Königin-Maud-Land – Hand aufs Herz, wer weiß wo das liegt? Bis vor der Buchmessse 2019 und vor der Lektüre des Erzählbandes der norwegischen Schriftstellerin Line Madsen Sinestad mit dem Titel Königin-Maud-Land ist geheim sicherlich weniger Leser*innen als heute. Lesen bildet auf mehreren Ebenen, das ist keine Frage. Was genau hinter dem Titel steckt und was die Verbindung der einzelnen Erzählungen mit diesem geheimen Ort zu tun hat, war für mich ein großer Anreiz für die Lektüre. Das Cover des Buches gab Rätsel auf, die ich nicht wirklich lösen konnte. Aber nicht nur deshalb wirkten die fünf Erzählungen des schmalen Bandes lange nach.


    Königin-Maud-Land ist ein Teil des Kontinentes Antarktika, dessen Küstenregionen von zwei norwegischen Flugpionieren 1929/1930 entdeckt wurden. Zwischen den Jahren 1927 und 1937 finanzierte ein norwegischer Walfangmagnat neun Expeditionen in die Region, aufgrund derer Norwegen 1939 das Land beanspruchte, was aber nach wie vor international nicht anerkannt wird. Die Frage, warum man ein Stück unwirtliches Land am Südpol für sich beansprucht, stellt sich natürlich aus heutiger Sicht nicht mehr so wirklich, denn sicherlich geht es hier um Bodenschätze, die verborgen unter dem Eis – wie lange noch? – schlummern. Und so wie diese Bodenschätze noch unentdeckt existieren, so muss man auch die Erzählungen des literarischen Debüts von Line Madsen Sinestad freilegen.

    Fünf Erzählungen sind es, die alle über etwas verbunden sind, das scheinbar nur den Leser*innen offenbart wird. Immer geht es auch um Beziehungen und Liebe, meist um Verlust, Tod oder Trennung. Auch Geheimnisse gibt es in jedem der äußerst intensiven Texte, die von ihrer klaren, fast nüchternen, aber nicht kalten Sprache geprägt sind.


    "Ein neuer Tag bricht an in Königin-Maud-Land. In Königin-Maud-Land isst man Brote mit Norvegia-Käse zum Frühstück. In Königin-Maud-Land putzt man zwei Minuten lang die Zähne, man zählt die Sekunden. Der Junge will Geldscheine basteln. Eine Flagge, sagt er, wir müssen doch eine Flagge haben. […] Was brauchen wir noch?, fragt er. Wir brauchen eine Verfassung, erwidert die Mutter. Ja, eine Verfassung!, jubelt der Junge. Artikel eins der Verfassung, sagt die Mutter, lautet: Königin-Maud-Land ist geheim."


    Königin-Maud-Land, so nennt eine Mutter das, was sie für sich und ihren kleinen Sohn schafft: eine Parallelwelt, in der sie ihn vor allem schützt. So sieht zumindest die Mutter das, was für die Leserin mit fortschreitender Entwicklung der ca. 50 Seiten langen und dem Buch Titel gebenden Geschichte, eine immer ausweglosere Situation für die beiden hervorbringt, zumal Königin-Maud-Land laut der Mutter geheim ist und bleiben muss. Die Beweggründe der Mutter bleiben im Dunkeln, es gibt viele Dinge, die man mutmaßen könnte, doch klar wird nichts. Dass dies der Geschichte keinen Abbruch tut, verdankt sie dem ganz eigenen und intensiven sprachlichen Können der Autorin.


    „Wie wirst du nur ohne mich zurechtkommen?“, fragte Hennie und wickelte eine Strähne von meinem Haar um ihren Finger. „Wie wirst du ohne mich zurechtkommen?“, entgegnete ich und pikste ihr einen Fingernagel ins Bein.“


    Wärhrend also die dritte Erzählung des Bandes eine geheime Insel der Einsamkeit, die einen Schutzraum bilden soll, zum Thema hat, so wird die erste Geschichte vom Geheimnis der Liebe und versteckten Tabletten bestimmt, obwohl sie auf den allerersten Blick eher fluffig und sorglos daherkommt. Doch im Grunde genommen geht es auch hier um Verlust und Trennung, denn die zwei Schwestern, die ihren letzten gemeinsamen Sommer auf einer Schäreninsel verbringen, werden, wenn die ältere der beiden zu Besuch zurückkommen wird, nicht mehr die sein, die sie jetzt sind und lange waren. Durch das Weggehen der einen werden beide verändert werden. In der sommerlich leichten Erzählung schwingen dabei sowohl Aufbruch- als auch Verluststimmung mit. Und dabei sollte die ältere der Schwestern doch der jüngeren noch alles über die Liebe beibringen …


    "In dem grünen Sessel unter dem Dachfenster halten wir abwechselnd Wache, während mein Vater im Bett liegt und stirbt. Er stirbt wie die Sonne, dehnt sich aus, als ob er nicht wüsste, dass er schrumpfen wird, fallen, ohne zu landen."


    Roter Riese heißt die zweite Geschichte des Bandes. Und hier versucht eine Tochter die Trauer, die sie empfindet, wenn sie ihren todkranken Vater besucht, ebenso zu verbergen, wie die Angst vor dem Tod und vor der Möglichkeit, Alkoholikerin zu sein. Kurze Phasen der Selbstreflexion – vor allem mit selbst beruhigenden Ansätzen – werden zwischen die Besuche im Zimmer des Vaters eingeschoben und geben damit einen tieferen Blick auf eine Tochter, die nicht so ganz mit der Situation klar kommt und froh darüber ist, dass da noch die Freundin des Vaters mit wacht. Und gleichzeitig ist die Tochter verwundert, wie sehr ihr Vater sie noch einnimmt und sie mit der Planung seiner eigenen Beerdigung beschäftigt. Ein trotz seiner vielleicht etwas sperrig erscheinenden Art sehr inniger Text.


    "So ist es immer: Papa und ich im Auto unterwegs durch Schweden. […] Ich stelle einen Sender ein, der Chart-Hits spielt, und draußen ist es schon ganz dunkel. Das Licht sind wir beide."


    Agnes, die Erzählerin der vierten Geschichte mit dem etwas merkwrüdigen Titel Die Tschernobyltiere wird durch den Tod der eigenen Mutter in eine Rastlosigkeit geworfen, die zwar von ihrem Vater ausgeht, der sie aber aufgrund ihres Alters nicht ausweichen kann. Mehrfach wechselt der Vater die Partnerin und damit auch den Wohnort. Immer muss Agnes mit dem jeweiligen Hund, der für beide so etwas wie eine Zeiteinheit darstellt, weiterziehen. Als die Geschichte einsteigt, ist es mal wieder soweit, dass Agnes mit ihrem Vater weiterzieht. Es ist Silvester und eigentlich soll gefeiert werden, doch Agnes Vater fährt noch einmal los, um richtiges Feuerwerk zu besorgen. Der Plan, den seine Freundin für den Abend hat ist somit ad acta gelegt und als er zurückkommt, gibt es lautstarken Streit, der Agnes und den Sohn der Freundin des Vaters unabhängig voneinander, aber schlussendlich gemeinsam aus dem Haus treibt. Es ist das erste Mal, dass die beiden eine echte Gelegenheit haben, sich zu unterhalten und feststellen, dass ihr Bild vom jeweils anderen ziemlich falsch war. Eine kurze Annäherung, die durch den Streit der Erwachsenen nicht von Dauer ist. Agnes Stimme in diesem kurzen Text ist prägnant und strahlt, wenn sie von sich, den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens oder ihren Freunden spricht.
    Line Madsen Sinestad hat die Figur der Agnes so geschaffen, wie sie sich in der Erzählung selbst sieht:


    "Ich bin eine, die das Licht reflektiert. Die Welt soll an mir abprallen und meine Kanten spüren. Die Welt muss sich um mich herumquetschen, sich nach meinen Konturen formen."


    und verleiht damit dieser Erzählung einen besonderen Glanz, der sie aus den anderen hervorhebt.


    "Während sie die Treppe hinaufgeht, macht sie eine Liste der Dinge, die man sagen kann: Das tut mir wahnsinnig leid. Das war mies. Dann streicht sie alles von der Liste, und als Johan schließlich vor ihr in der Tür steht, kann sie nur wiederholen: „Kannst du mich reinlassen?“"


    Am Abend vor Weihnachten macht Johan Schluss mit Vera – sein bester Freund, der wie ein Bruder für ihn war, ist tot. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Und Vera muss gehen. Warum sich Johan so entscheidet, bleibt ein Geheimnis. Denn er spricht nicht mehr viel mit Vera. Als Vera von ihm weggeht, steigt sie in ein Taxi und bittet den Fahrer, einfach nur herumzufahren. Mit dem Taxi durch die Nacht. Durch eine Nacht, die Vera dazu veranlassen wird, sich nicht endgültig abweisen zu lassen. Ob Johan sie jedoch reinlassen wird, bleibt offen.

    Im Grunde genommen sind alle fünf Geschichten kleine Momentaufnahmen aus dem Leben unterschiedlicher Menschen. Die Leser*innen springen hinein, verfolgen das Geschehen eine Weile und werden von der Autorin mit einem offenen Ende entlassen. Aber nicht ohne den Eindruck, jede Erzählung für sich wirken lassen zu müssen. Diese kurzen Erzählungen klingen lange nach und werden deshalb am besten in homöopathischen Dosen und mit Abstand zueinander genossen, damit die Intensität, die jeder einzelnen zu eigen ist, ihre volle Wirkung entfalten kann, die sicherlich auch der wunderbaren Übersetzungsarbeit von Ilona Zuber zu verdanken ist.

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