Bücher mit dem Tag "schah"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schah" gekennzeichnet haben.

19 Bücher

  1. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453471092)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (2.188)
    Aktuelle Rezension von: HBecker

    Es ist nicht unser 11. Jahrhundert, das hier auf fesselnde Weise lebendig wird, sondern ein Phantasiemittelalter, in dem insbesondere bei Namen, Städten, Reichen und in Teilbereichen der Mentalitätsgeschichte Unterschiede auftauchen. Aus medizingeschichtlicher Sicht ist das Buch gut recherchiert, die handvoll künstlerischer Freiheiten werden den meisten Lesern vermutlich nicht auffallen. Meines Erachtens hätten einige der handlungsintensiveren Szenen umfangreicher ausfallen können, aber alles in allem findet Noah Gorden eine gute Balance zwischen statischeren Schilderungen und dynamischen Momenten der Handlung.

  2. Cover des Buches Couchsurfing im Iran (ISBN: 9783492310833)
    Stephan Orth

    Couchsurfing im Iran

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Stephan Ort reist verbotenerweise als Chouchsurfer durch den Iran, trifft sehr viele faszinierende Menschen, die so gar nicht in das vorurteilsbehaftete Bild vom totalitären Gottestaat das viele westliche Menschen vom Iran haben passen. Er erzählt von seinen Erfahrungen beim Couchsurfing, von Begegnungen mit vielen verschiedenen Menschen. Immer wieder erfährt man interessante Infos zur Geschichte des Iran und da das Buch mit einigen Farbfotos ausgestattet ist bekommt man einen wirklich guten Eindruck dieses Landes.  Sicherlich nicht mein letztes Buch  von Stephan Orth


    Große Empfehlung für alle die sich für den Iran interessieren.

  3. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (307)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Während meine Mutter beim Post-oder Bankschalter anstand (ATM gab es damals noch nicht), guckte ich mir das große Poster mit all den gesuchten RAF-Gesichtern an. In jeder Bank, Geschäft, Bahnhof oder öffentlichem Amt hing dieses Plakat! Wann immer wir mit unseren Eltern aus Hamburg nach Hause nach HH-Lemsahl fuhren, wurden wir von mindestens einer Polizeikontrolle gestoppt. Am Ende wohnte die RAF nur 5 Km von meinem Elternhaus in Poppenbüttel entfernt.

    #derbaadermeinhofkomplex war das erste Buch, das mir alle Zusammenhänge der RAF darstellte.
    Es ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, das es sich wie ein Krimi las. 878 Seiten Spannung pur. Allerdings erinnere ich mich auch, dass ich über Baaders seitenlangen, intellektuellen Ergüsse ohne Punkt und Komma im Gerichtssaal hinweggelesen habe.
    Danke #stefanaust

  4. Cover des Buches Schlaf der Vernunft (ISBN: 9783426305065)
    Tanja Kinkel

    Schlaf der Vernunft

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    Diesmal hat es Frau Kinkel geschafft, sie hat mich total in Ihren Bann gezogen! Aber erstmal langsam, wobei langsam bei diesem Buch wohl irgendwie falsch ist. 

    Frau Kinkel hat es geschafft ein düsteres Kapitel über den Terrorismus in Deutschland mit Leben zu befüllen.  In dem Sie einen Fall konstruiert hat, wo ein Staatssekretär von der RAF umgebracht wurde anstatt ihn zu entführen. 

    Sie zeichnet in diesem Buch eindringlich die Probleme, welche die Familie einer Terroristin, welche 20 Jahre im Gefängnis war hat, wenn diese entlassen wird. Sie beschreibt welche Empfindungen die Tochter von Martina Müller hat, welche Ängste sie bei der ersten Begegnung mit Ihrer Mutter in Freiheit hat. 

    Aber auch welche Ängste gerade die Mutter hat, welche erkennt, dass sie eigentlich nichts bewirkt hat mit den Attentaten auf Menschen; dass die Gewalt doch eigentlich nichts gebracht hat - außer dass sie über 20 Jahre von ihrer Tochter getrennt war. 

    Frau Kinkel zeigt aber auch auf, welche Gedankengänge die Familien der Opfer haben, als sie erfahren, dass das „Mörder-Monster“ wieder entlassen wurde. Da ist der Journalist, dessen Vater erschossen wurde und dessen Mutter sich heimlich dem Alkohol hingibt und hofft, dass man es nicht merkt. 

    Auch schildert sie, wie sich der einzige überlebende Leibwächter fühlt, welche Gewissensbisse dieser tagtäglich durchstehen muss, zumal er immer wieder denkt, dass er evtl. den Überfall auf den Staatssekretär Werter ermöglicht hat, weil er teilweise keine Erinnerungen mehr hat, was vor dem Überfall passiert ist. Und er die Möglichkeit immer wieder vor Augen hat, dass er damals vielleicht wegen seiner sexuellen Neigung erpressbar war, da es damals noch verboten war sich als Schwuler zu zeigen oder sexuelle Handlungen zu zeigen (§175 StGB).

    Sie zeigt auch die Verstrickung der DDR in dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte auf, die wahrscheinlich auch ein großes Wort dabei mitzureden hatte. Aber Frau Kinkel zeigt auch auf wie falsche Informationen immer wieder auch der RAF in die Karten gespielt haben. 

    Mein Fazit für dieses Buch lautet: Man ist das gut! Obwohl ich mir wirklich sehr schwer tue. Ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder mit der Roten Armee Fraktion auseinander gesetzt - ich denke, sogar das erste Mal in meinem Leben, da dieses Thema im Unterricht doch nie behandelt wurde und ich wohl auch noch immer nicht behandelt wird. Ich denke oft, dass es Totgeschwiegen wird, aber nicht Totgeschwiegen werden sollte. Es ist wichtig, dass wir uns auch mit dieser Thematik einfach einmal befassen. 

    Ich denke das unsere Deutsche Geschichte nicht nur aus der NS – Zeit oder dem Mauerfall besteht sondern noch viele andere kleinere oder größere   „Zwischenfälle“ hatte, die unser Land geprägt haben und uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Vielleicht ist so ein Roman, welchen Tanja Kinkel geschrieben hat, auch wichtig um sich mit diesem Thema unserer Geschichte einmal auseinander zu setzen. Für mich war es ein Buch, welches mich neugierig auf unsere Geschichte der 70er Jahre gemacht hat. Und mich hat es beängstigt, dass ich so wenig bis fast gar nichts über diese Zeit weiß, obwohl ich ja da schon geboren war. Dies alles macht Schlaf der Vernunft zu einem der für mich persönlich wichtigsten Bücher der letzten Monate. 

  5. Cover des Buches Hinter dem Mond (ISBN: 9783455403831)
    Wäis Kiani

    Hinter dem Mond

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Tini2006

    Als Lilly 9 wird, beschließen ihre persischen Eltern, wieder zurück in den Iran zu gehen. Für Lilly, die sich in dem ostfriesischen Dorf, das bisher ihre Heimat war, äußerst wohl fühlte, ein Schock. Persien und die bis dato unbekannte Verwandtschaft liegen ihr so gar nicht, und somit verweigert Lilly bis zuletzt die Integration. In diesem Buch beschreibt sie das Leben in Persien und die Umstände aus ihrer (externen) Sicht.


    Ich war auf dieses Buch sehr gespannt. Ich habe mehrere persischstämmige Freunde und Bekannte, daher interessiert mich das Land, die Zeit vor und nach dem Schah, die Kultur, das Essen.... Flüssig und sprachlich gewandt führt uns die Autorin im Stile der Ich-Erzählerin durch knappe sieben Jahre im Leben der Lilly, die eigentlich "Leily" heisst. Auch, wenn mir das Buch insgesamt nicht so wahnsinnig gut gefallen hat (dazu komme ich noch!), möchte ich betonen, dass die Autorin eine absolute Könnerin ist und das Schreiben und Geschichten erzählen beherrscht.


    Was mir nicht gefallen hat, war diese unerträgliche Hauptperson Lilly, die das Geschehen aus der Sicht der Ich-Erzählerin erzählt. Schon als Kind in Norddeutschland ist Lilly aggressiv, gewaltbereit, frech...aus meiner Sicht genau das Kind, von dem man seine eigenen fernhalten möchte. Die Eltern von Lilly kümmern sich quasi um nichts. Das behalten sie bis zur letzten Seite bis auf wenige Aussetzer, die mehr mit wütender Hilflosigkeit als mit Erziehung zu tun haben, bei. Im Gegenteil: Lilly wird extrem verwöhnt (es wird für sie extra gekocht, jeder Wunsch wird ihr erfüllt) , ihre fragwürdigen Aktionen teilweise noch gutheißen. Lilly hält sich selbst für die allerbeste und tollste, als sie nach Teheran kommt, und alle, die das nur annähernd in Frage stellen bzw. nicht für sie interessieren, für "scheiße". Dieses Wort fällt im Buch des Öfteren, genauso wie "Arschloch" und ähnliches. In Teheran wird Lilly auf eine deutsche Schule geschickt; was anderes bleibt auch kaum übrig, denn Lilly kann nicht mal persisch. Die Eltern haben sich - wie schon gesagt - um nichts gekümmert. Auch auf der deutschen Schule ist erstmal alles "scheiße". Lillys Leistungen sind miserabel, sie macht nie Hausaufgaben, lernt nichts, die Eltern kümmern sich nicht darum, halten aber fest an der Idee, dass ihre Tochter irgendwann Abitur macht und studiert. Lilly schimpft auf das Schulsystem und sieht kein Eigenverschulden bei sich, sondern spottet über alle, die fleißig lernen. Dass sie  in ihrem verherrlichten Deutschland schon lange vom Gymnasium geschmissen worden wäre, damit setzt sie sich nicht auseinander. Nur gegen Ende des Buches streift sie mal der kurze Geistesblitz, dass sie nie Medizin studieren können wird, weil sie das (geistig) eben nicht schafft.


    Lillys mangelnde Reflexion, gepaart mit Ignoranz und Dummheit, haben dieses Buch für mich zu einer harten Kost gemacht. Ich kann aufgrund von eigenen Erfahrungen durchaus verstehen, wie es ist,  mit 9 Jahren in einen anderen Kulturkreis geschmissen zu werden und wie furchtbar es sich anfühlt, in einer neuen Schule (anderssprachige, anders sozialisierte) Freunde finden zu müssen. Was ich nicht nachvollziehen kann, war Lillys Totalverweigerung in jeder Hinsicht. Sie kapiert bis zuletzt nicht, dass sie nicht für ihre Elter, nicht für ihre Lehrer, nicht für diese verhasste Schule lernt, sondern nur für sich und ihre Zukunft. Aber vielleicht liegt da der Hund begraben, denn Lilly ist eine absolut geistige Flachzange und beschäftigt sich von jeher lieber mit ihrem flachen, dunklen Bauch, ihren tollen Haaren, ihren Klamotten und später auch den Burschen, als sich über irgendetwas tiefere Gedanken zu machen. Sie zerstört absichtlich Besitztümer anderer (z.B. die Brille eines Mitschülers), verletzt andere auch körperlich, macht aus ihrem Hass für ihre Eltern keinen Hehl.


    Die Eltern. Ein Kapitel für sich. Als ich die ersten Seiten las, dachte ich: es muss ja einen Grund haben, dass dieses arme Kind so ist, dass es sich so schlimm entwickelt. Ich wartete daher immer darauf, mehr über dieses persische Paar zu erfahren: er Arzt, sie eine bezaubernd schöne Hausfrau, die mit 19 schwanger wurde. Sie sprechen gut Deutsch und Englisch, führen ein ziemliches weltoffenes Leben, essen Schweinefleisch und trinken Alkohol und haben mit Religion nichts am Hut. Mit ihrer Tochter allerdings auch nicht. Der Vater sieht sich nur dann in der Pflicht, wenn es auf hart auf hart kommt - Lilly also etwas anstellt, was ihm sauer aufstößt, oder wenn er gerade schlechte Laune hat. Die Mutter ist unreif, uninteressiert, eine verzogene Göre, die sich mit nichts auseinandersetzen will außer mit sich selbst. Ich hätte gerne mehr über diese Eltern erfahren, doch ihre Charaktere blieben leider fragmentarisch - was eben halt leider auch daran liegt, dass das Buch aus der Ich-Perspektive von Lilly erzählt wird und diese sich absolut nicht für ihre Eltern interessiert.


    Interessant fand ich die Einblicke in das Leben der persischen Oberschicht zu Zeiten des Schahs. Ich kann die Erzählungen meiner Bekannten jedenfalls nun besser einordnen. Gestört hat mich jedoch diese ewige Schwarzweißmalerei: Deutsche sind toll, Perser sind sch....e!
    "Überaus gelungen, weil man nicht umhinkann, Lillys schonungslosem Blick zu folgen", lautet die Buchrezension der deutschen Frauenzeitschrift FREUNDIN. Ich habe mich beim Lesen dieses unreflektierten Elaborats an Vorurteilen und Hasstiraden gegen die persische Kultur immer wieder gefragt, was die FREUNDIN wohl geschrieben hätte, wenn die Autorin nicht persische Wurzeln hätte, sondern, wenn es sich um eine stinknormale Deutsche handelt. Vermutlich wäre das Buch dann gar nicht verlegt worden, so politisch inkorrekt, wie es ist...oder besser gesagt; hasserfüllt.
    Ich nehme mal an, die Autorin hat sich damit ihr eigenes Kindheitstrauma von der Seele geschrieben; ihre Kurzbiographie legt das zumindest nahe.  Ich kann ihr und ihrem Umfeld jedoch nur wünschen, dass sie ansonsten nichts mit Lilly gemeinsam hat!
  6. Cover des Buches Auf den Schwingen des Adlers (ISBN: 9783404179473)
    Ken Follett

    Auf den Schwingen des Adlers

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Friducia
    1978 herrscht im Iran das Chaos. Islamische Revolutionäre stehen kurz davor den Schar von seiner Position zu stürzen. Fast alle US-Firmen sind dabei das Land zu verlassen. Nur die vom Multimillionär Ross Perot gegründete Firma EDS hält noch die Stellung. Der ursprüngliche Auftrag, für das iranische Gesundheitsministerium ein modernes Kommunikationssystem einzurichten, ist so gut wie gescheitert. Nun geht es nur noch darum die verbliebenen Zahlungen einzuholen und die restlichen Mitarbeiter zu evakuieren. Doch aus den rein geschäftlichen Verhandlungen wird Ernst, als das iranische Ministerium die beiden EDS-Manager Bill Gaylord und Paul Chiapparone unter zwielichtigen Behauptungen verhaftet. Kaution: 13 Millionen Dollar. Als auch das amerikanische Außenministerium die Unschuld der Manager in Frage stellt, bleibt Perot nur noch eine Möglichkeit. Er engagiert den Kriegsveteranen Bull Simons als strategischen Anführer eines Befreiungskommandos. Sieben EDS Mitarbeiter, alles ehemalige Soldaten, und ein iranischer Angestellter planen unter Simons Kommando den Gefängnisausbruch von Gaylord und Chiapparone.Doch es kommt anders als geplant. Die Revolutionäre gewinnen die Oberhand im Iran. Die Situation eskaliert und der einstudierte Plan scheitert bereits im Vorfeld. Jetzt gilt es nicht nur das Leben der inhaftierten Manager zu retten, sondern auch das aller im Teheran verbliebenen Mitarbeiter. Mithilfe eines iranischen EDS-Mitarbeiters gelingt es Simons und seinem Team letztendlich doch noch, Bill Gaylord und Paul Chiapparone während der Stürmung des Gefängnisses aus der Stadt zu schaffen. Doch bis zur türkischen Grenze ist es ein langer Weg und Amerikaner sind bei vielen Revolutionären nicht gern gesehen. Realität statt Fiktion “Dies ist eine wahre Geschichte über Menschen, die, da sie krimineller Vergehen beschuldigt wurden, die sie nicht begangen hatten, beschlossen, sich ihr Recht selbst zu verschaffe.” Mit diesen Worten beginnt Ken Follett seinen Tatsachenthriller Auf den Schwingen des Adlers. Zugegeben, der Leser muss sich erst einmal durch die ersten 100 Seiten arbeiten, um eine Übersicht über die Gesamtsituation zu bekommen. Wer dabei völlig unwissend an das Thema herangeht, hat einiges an Informationen zu verarbeiten. Doch unnütz ist dieses Wissen keinesfalls. Und die Mühe lohnt sich, denn spätestens ab der Hälfte wird der Leser das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollen. Leser sollten Auf den Schwingen des Adlers nicht mit fiktiven Romanen Ken Folletts, wie die Bestseller Die Säulen der Erde oder Die Nadel vergleichen. Die politische Situation um den Iran Ende der 70er Jahre steht in dem Tatsachenthriller im Vordergrund. Jedoch gehört dieses Wissen mit zu einer wahren Geschichte um eine Befreiungsaktion während einer Revolution. Wer sich also nicht für Politik interessiert, sollte vielleicht lieber die Finger von dem Buch lassen. Über die Philosophie zum Journalisten und Schriftsteller Was viele nicht wissen ist, das Ken Follett zuerst Philosophie studiert hat, bevor er zum Journalismus kam. “Es besteht eine reale Verbindung zwischen der Philosophie und der Belletristik. In der Philosophie beschäftigt man sich mit Fragen, wie zum Beispiel: ‚Wir sitzen an diesem Tisch, aber ist der Tisch auch wirklich?’ Eine blöde Frage, aber beim Studium der Philosophie muss man solche Dinge ernst nehmen und eine über das Gewöhnliche hinausgehende Vorstellungsgabe besitzen. Und dies braucht man auch beim Schreiben von Romanen.” Diese Vorstellungsgabe gepaart mit präzise recherchierten Daten und Fakten macht Folletts Romane zu einer brillanten Mischung aus Unterhaltungs- und Geschichtslektüre. Subjektive Darstellung einer wahren Geschichte Der Titel Auf den Schwingen des Adlers basiert auf dem Motto der EDS-Personalabteilung: “Adler kommen nicht in Scharen, man muss schon jeden einzeln suchen”. Erwähnenswert ist, dass Follett aus Sicht der EDS-Mitarbeiter erzählt. Er arbeitete eng mit Perot und den Männern der Rettungsgruppe zusammen, wodurch ein sehr positives, gar heldenhaftes Bild auf Ross Perot geworfen wird. Das mag einigen Kennern missfallen. Jedoch sind Sichtweisen bekanntlich subjektiv, weswegen man diesem Punkt in Folletts Thriller nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken sollte. Fazit Ein weiteres, gelungenes Werk des Autors. Sich zu Anfang durch Personen, Daten und Fakten zu kämpfen ist die Mühe allemal Wert. Und der gewillte Leser lernt unter Umständen auch noch etwas dabei. Bis zum Schluss bleibt es spannend und wie im wirklichen Leben erfährt der Leser auch erst ganz am Ende, ob die Rettungsaktion geglückt ist. Ein Extra in dem Buch sind die beigefügten Fotos von den EDS Mitarbeitern und Schnappschüssen der Rettungsaktion. Zudem werden auf einer Karte am Ende des Buches die Fluchtwege aufgezeigt, so dass sich der Leser diese besser vor Augen führen kann. Taschenbuch: “Auf den Schwingen des Adlers” Autor: Ken Follett Seiten: 539 Verlag: Bastei Lübbe Weiterführende Literatur Die Nadel: Roman, Ken Follett; 416 Seiten; Bastei Lübbe; Auflage: 59 (3. Januar 2012) Die Säulen der Erde: Roman, Ken Follett; 1296 Seiten,; Bastei Lübbe; Auflage: 78 (27. Dezember 2010)
  7. Cover des Buches Das Haus an der Moschee (ISBN: 9783548289397)
    Kader Abdolah

    Das Haus an der Moschee

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ritja

    Es war ein sehr beeindruckendes Buch voller geschichtlicher, religiöser und menschlicher Fakten und Geschehnissen. Der Leser begleitet über viele Jahre die Großfamilie von Agha Djan, die an der Moschee lebt und die Moschee beschützt und pflegt und den Imam unterstützt. Es ist lange eine friedliche und aufgeklärte Zeit, die jedoch immer mehr Risse bekommt. Es folgt die islamische Revolution, die das Land in Aufruhr bringt und die Familie auseinander reißt.

    Der Autor Kader Abdolah beschreibt die Orte des Geschehens so realistisch und in allen Farben (fast schon blumig), dass man sich ohne Probleme Bilder im Kopf aufbauen kann. Dies gilt sowohl für die schönen Momente auf dem Basar, in der Moschee oder im Hause Djan, aber auch für die dunklen Momente auf der Flucht, der Verfolgung und der Verschleppung und dem Krieg. Beides beschreibt er sehr detailliert und authentisch. Man erlebt den politischen Wandel in diesem Land und dem damit verbundenen Wandel in der Kultur, der Politik und sogar innerhalb der Familien.

    Es ist eine berührende Familiengeschichte, die einen tiefen Einblick in das Land Iran, deren Politik und die Religion sowie das Leben der Menschen gibt.


  8. Cover des Buches Der Colonel (ISBN: 9783293305083)
    Mahmud Doulatabadi

    Der Colonel

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Iran nach der islamischen Revolution 1979. Der alte Colonel einst ein hochdekorierter Soldat in der Armee des gestürzten Schahs fristet einen kargen, einsamen Lebensabend in der neuen unruhigen Revolutionszeit. Letztlich wartet er auf seinen Tod, begleitet von den Sorgen über seine Kinder. Seine Tochter, die sich einer revolutionären Splittergruppe angeschlossen hatte wurde vom neuen Regime ermordet und der Colonel muss sie beerdigen. Sein ältester Sohn ist für die Revolution in den Krieg gegen den Irak gezogen und dort gefallen und sein jüngster Sohn, der einer anderen Revolutionsgruppe angehörte wurde gefoltert und misshandelt und verlor seinen Verstand. Gebrochen vom Schicksal seiner Kinder wird der Colonel selbst von der Staatsmacht abgeführt und letztlich in den eigenen Tod getrieben.

    Der Autor schildert in seinem Buch kraftvoll die Wirren und Schrecken der Revolution und des chaotischen Zustands danach. Mit einer ruhigen, eindringlichen Sprache entstand ein, für mich als Leser tief traurig empfundenes Buch. Gleichzeitig aber eines der wenigen, realistischen Werke über die Situation im Iran. Das Buch ist lesenswert und gelungen, aber der Leser muss sich bewusst sein, dass es keine Unterhaltungsliteratur ist sondern ein Buch voll von Traurigkeit und Schwermut, was sicher nicht jedermanns Sache ist.

     

  9. Cover des Buches Die Geschichte von der 1002. Nacht (ISBN: 9783847265849)
    Joseph Roth

    Die Geschichte von der 1002. Nacht

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Monsignore
    Der Alkohol hatte Joseph Roth schon fast elendig zugrunde gerichtet, als er diesen - seinen letzten - Roman schrieb. Seine Lebensumstände in dieser Zeit im Pariser Exil waren scheußlich und unter aller Würde. Umso erstaunlicher ist die glasklare Sprachgewalt, der Glanz und die Melancholie der Worte. Als ob Roth es allen noch einmal zeigen wollte, bevor seine Welt gemetzelt wurde. Der Kritiker Hermann Kesten spricht von "echter, liebesgieriger Verzweiflung" - und das trifft es genau. Die Story ist genial: Ein gelangweilter Schah von Persien besucht seinen Amtskollegen, den Kaiser, in Wien. Zerstreuung sucht er. Auf einem Ball fällt ihm eine schöne Adlige auf und will sie auf sein Zimmer bestellen. Da er nicht versteht, dass dies in Wien nicht geht, es ihm aber auch niemand offen sagen kann, nimmt sich der schneidige Rittmeister Baron von Taittinger der Sache an. Eine seiner Gespielinnen, die Tochter des Ofensetzers Schinagl, sieht der Adligen nämlich sehr ähnlich. Der Schah merkt nichts, aber die Sache kommt heraus, denn der Schah schenkt dem Mädchen ein sehr wertvolles Perlenhalsband. Ein Skandal zieht herauf, die ganze Wiener k.u.k.-Blase platzt.
  10. Cover des Buches Haremsrosen (ISBN: 9783548263731)
    Dora Levy Mossanen

    Haremsrosen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwurm1973
    Fast noch ein Kind wird Rebekka mit dem Jakob, dem Vaterlosen verheiratet. Von da an muss Rebekka viel Leid und Demütigungen über sich ergehen lassen. Als sie ihm eine Tochter schenkt, brandmarkt er sie mit einem Mal zwischen ihren Brüsten. Dieses Mal verleiht ihr eine unnahbare Schönheit. Als Hure verdient sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter Goldstaub. Als diese vierzehn Jahre alt ist, will Rebekka sie mit dem Sohn eines Kaufmanns verheiraten. Dieser lehnt aber ab. Als letzter Ausweg für ein erträglicheres Leben bringt sie ihre Tochter im Harem des Schahs unter. Bald ist Goldstaub die Lieblingsfrau des Schahs. Auch sie gebärt ihm eine Tochter. Eine Albino-Prinzessin mit extremen Durchsetzungsvermögen. Sie kann ihren Vater für sich einnehmen, obwohl sie nicht der langersehnte Sohn ist. Ich hatte sehr Mühe mit dem Schreibstil. Die Protagonistinnen sind sehr kühl und unnahbar dargestellt. Man erfährt zuwenig über sie, dass man gewisse Verhaltensmuster hätte nachvollziehen können. Ausserdem kann man die Zeit zwischen den Vorkommnissen nur schwer nachvollziehen. Die Idee zur Geschichte wäre gut, aber schlecht umgesetzt. Ich weiss nicht liegt es nur am Schreibstil oder auch an der Übersetzung.
  11. Cover des Buches Adelstitel (ISBN: 9781158755325)
    B Cher Gruppe

    Adelstitel

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Schah-in-schah (ISBN: 9783821856728)
    Ryszard Kapuscinski

    Schah-in-schah

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Wirbelsturm (ISBN: 9783426030042)
    James Clavell

    Wirbelsturm

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Zobel
    Revolutionsroman aus dem letzten Tagen des Kaiserreichs Persien. Unterschiedliche Perspektiven und eine spannene Verwicklung unterschiedlicher Schicksale zwischen Abgrund und Aufbruch.
  14. Cover des Buches Rosenjahre (ISBN: 9783548610733)
    Jasmin Tabatabai

    Rosenjahre

     (19)
    Aktuelle Rezension von: sansol

    In Rosenjahre schildert die bekannte deutsch-iranische Schauspielerin Jasmin Tabatabai die Geschichte ihrer Familie. Ihre Mutter Rose lernte mit Anfang 20 ihren iranischen Vater auf dem Oktoberfest kennen und folgte seiner Einladung nach Teheran nur kurze Zeit später. Dort heiratete sie eine Familie, wurde herzlich in die gebildete und aufgeschlossene persische Großfamilie aufgenommen.

    Die beiden bekamen vier Kinder und Rose erlebte die glücklichste Zeit ihres Lebens, Rosenjahre.

    Tabatabai schildert sehr persönlich ihre Kindheit und das Leben ihrer Mutter zwischen zwei Kulturen. Für alle endet diese glückliche und aufregende Zeit mit dem Sturz des Schahs im Jahre 1979 als der Vater die Familie zur deutschen Verwandtschaft seiner Frau in Sicherheit bringt.

    Es ist bewegend zu lesen, wie anders das Leben im Iran vor gerade einmal 40 Jahren war. Heute ist das Land für mich ein No-Go-Reiseland aber damals hätte es mich wirklich fasziniert, genau wie Rose es erlebt hat.


  15. Cover des Buches Karrieren unterm Sternenbanner, (ISBN: 9783355010146)
    Peter Jacobs

    Karrieren unterm Sternenbanner,

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Liebe statt Furcht (ISBN: 9783957341938)
    Flor Namdar

    Liebe statt Furcht

     (17)
    Aktuelle Rezension von: strickleserl
    Da ich mich für die islamische Welt interessiere, habe ich schon sehr viele Lebenszeugnisse von Menschen gelesen, die vom Islam zum Christentum gefunden haben. Dieses Buch gehört, meiner Meinung nach, zu den besten Berichten in dieser Kategorie. Es ist spannend mit zu verfolgen was einen Menschen, der im islamischen Glauben erzogen wurde, bewegt Christ zu werden. Der Leser wird in Flors überwiegend glückliche Kindheit mit hineingenommen, und lernt ihre Familie und ihren Umfeld kennen. Im ersten Teil des Buchs berichtet sie ausführlich über die geschichtlichen und politischen Hintergründe im Iran. Das werden manche Leser vielleicht zu langamtig finden, aber ich persönlich fand diese Erklärungen sehr wertvoll. Ich habe schon viele Bücher über den Iran gelesen, aber in keinem anderen Buch wurden die Zusammenhänge so verständlich erklärt. Sehr schön finde ich auch, dass in den Anmerkungen auch Inhalte des Islams erklärt werden, so wird der Redefluss nicht gestört, und das Buch ist auch für Leser ohne Vorkenntnisse über den Islam gut geeignet.Durch die bewegte politische Situation im Land, und auch durch familiäre Probleme, wird Flor mit ihrer Familie zum Flüchtling im eigenen Land. Vom Wohlstand zur beengten Flüchtlingsunterkunft, sieht sie noch als sehr junges Mädchen keinen Weg einer unerwünschten Eheschließung zu entkommen. Später, als alleinerziehende Mutter, verliert sie den Glauben und sieht sich als Atheistin, und schließlich verliert sie auch jeglichen Lebensmut.Durch eine zufällige Begegnung erwachen in ihr Fragen über Jesus und den christlichen Glauben. Sehr schnell spürt sie beim Besuch eines Gottesdienstes, dass Jesus ihre größten Sehnsüchte erfüllt. Ihr Lebenswandel führt zu Problemen in der Familie, denn im Islam ist es nicht erlaubt die Religion zu wechseln. Auf der anderen Seite aber erleben ihre Angehörigen ihre beeindruckende Veränderung, von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zur Freude und Zuversicht, und einige entscheiden sich auch dafür mit Jesus zu leben.Am Ende des Buchs lebt und arbeitet Flor in Deutschland. Nach einer zum Teil reibungsvollen Zeit bei einer Missionsgesellschaft, ist sie inzwischen „Pastorin“ einer iranischen Gemeinde. Dabei sehen ihre Gemeindemitglieder sie vor allem als Vorbild im Glauben, und nennen sie liebevoll „Mama“. Ich finde es gut, dass sie offen über ihre Schwierigkeiten im neuen Land erzählt. Unter anderem hilft das zu verstehen, womit Flüchtlinge bei uns zu kämpfen haben, aber mich beeindruckt auch einfach ihre Authentizität.Fazit: Eine spannende Lebensgeschichte von einer muslimischen Frau, die durch Jesus ein neues und erfülltes Leben bekommt. Ein unverzichtbarer Bericht für Menschen, die sich für den Islam und für Iran interessieren, und auch für solche, die sich für Flüchtlinge in Deutschland engagieren.
  17. Cover des Buches Parvaneh heisst Schmetterling (ISBN: 9783548604695)
    Chahdortt Djavann

    Parvaneh heisst Schmetterling

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Pippo121

    Iran, 1979: Eine erfolgreiche Revolution beendet die jahrelange Herrschaft des Schah, der sein Volk unterdrückt und bedroht hat. Die Bevölkerung hofft nun auf die lang ersehnte Freiheit und sehnt sich nach Frieden. Doch die Freude währt nur kurz, denn Imam Khomeini wartet nur darauf, seine Macht ins Unermessliche zu steigern und drückt dem so arg gebeutelten Land nun seinen eigenen, brutalen Stempel auf!
    Mittendrin befindet sich die zwölfjährige Chahdortt Djavann, die nun mit einer befremdlichen, neuen Gewaltspirale zurechtkommen muss …


    Chahdortt Djavann erzählt in diesem autobiographischen Roman von ihren traumatischen Erlebnissen während und nach der Machtergreifung des Khomeini im Iran. Als der Schah gestürzt wurde, war Chahdrott Djavann ein junges, wissbegieriges Mädchen, das mit Freuden die Schule besuchte. Doch die Realität brachte sie sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück:


    „Die Direktorin drohte damit, mich von der Schule zu verweisen, sollte ich weiterhin solche Aufsätze schreiben – sofern man mich bis dahin noch nicht ins Gefängnis geworfen hätte. So wurde ich das Opfer von Verboten: Schreibverbot, Redeverbot, Denkverbot.“ (S.8)


    Der Umsturz in der Bevölkerung beginnt zunächst schleichend, hat aber sehr rasch Einfluss auf die Bildung der jungen Leute. Denn schon nach kurzer Zeit werden die Lehrpläne Khomeini-konform abgeändert oder gar ganz verboten.


    „Unser Unterricht in bürgerlichen, monarchischen und weltlichen Dingen hatte sich den neuen religiösen Vorschriften zu beugen.“ (S.19)


    Lehrerinnen müssen sich verschleiern und werden im Falle einer Weigerung einfach ganz aus dem Dienst ausgeschlossen und ersetzt.


    „Einige unserer Lehrerinnen fühlten sich gestört, möglicherweise bedroht. Nach und nach änderte sich ihr Aussehen: Die Röcke wurden länger, das Make-Up dezenter, die Stimmen leiser.“ (S.18)


    Die Autorin erlebt diese Zeit des Umsturzes mit ihren beiden besten Freundinnen und zusammen gehören sie einer kommunistischen Bewegung an, die im Verborgenen agiert. Dort diskutieren die jungen Studenten sehr kritisch über die Veränderungen in ihrem Land, denn sie stehen auf keinen Fall hinter dem totalitären Herrscher, der die Menschen in Angst und Schrecken versetzt.


    „Unsere Intellektuellen saßen in den Gefängnissen des Schahs, weil sie freie Meinungsäußerung forderten. Und kaum sind die Geistlichen an der Macht, bedrohen, verhaften und ermorden sie uns, weil wir in ihren Augen Ungläubige sind. Wir sind alle Gläubige. Wir müssen glauben, um zu überleben. Ich glaube an die Menschlichkeit, an das Leben, die Natur, die Intelligenz, die Gerechtigkeit und die Freiheit. Ich glaube und ich bin gläubig, doch mein Glaube ist nicht religiös, nicht islamisch. Er ist menschlich.“ (S.25)

    „Nicht die Religion, sondern die Unwissenheit ist heilig, und das schon immer“ (S.33)


    „Wenn Glaube nicht Wissen ist und jeder Glaube per Definition die Ungewissheit in sich birgt, mit welchem Recht ist dann der eine Glaube heilig und der andere nicht? (S.34)


    Die Studenten weigern sich, Khomeinis uneingeschränkte Macht zu akzeptieren, doch sie sind machtlos. Kritisch denkende Studenten werden vom islamistischen Komitee eingeschüchtert und bedroht. Sogar vor einem Angriff auf die Schule schrecken die Fanatiker nicht zurück, eine Machtdemonstration, die ihresgleichen sucht. Die Gesellschaft wird überwacht, vergiftet und destabilisiert.

    Auch Chahdortt muss sich diesem Regime beugen und sie passt sich an. Dieses Buch betrachtet sie als Chance auf Heilung, als Möglichkeit eine tief verwurzelte Verletzung hinter sich zu lassen und einen Neuanfang zu wagen. Die Schilderung ihrer Eindrücke ist grausam und erschütternd, niemand sollte in so einer Welt aufwachsen oder leben müssen. Inhaltlich gesehen ist dieses Buch sehr wichtig und übermittelt eine ganz klare Botschaft gegen Hass, Gewalt und Unterdrückung. Dieses Buch ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Toleranz und bietet einen ersten Einstieg in dieses grausame Kapitel der Menschheitsgeschichte.


    Dennoch konnte das Buch mich nicht vollends überzeugen. Der Schreibstil ist, bis auf einige Ausnahmen, sehr dürftig und wirkt nicht ganz ausgereift. Auch die vielen Sprünge in der Handlung haben mich manchmal verwirrt und ließen viele losen Enden zurück. Natürlich kann die Autorin nicht alles aufklären, da sie dieses Wissen schlicht nicht hat, doch sie klammert auch sehr viel bewusst aus. Meiner Meinung nach ist dieses Werk ein bisschen zu „dünn“ in Anbetracht der ungeheuren Komplexität des historischen Hintergrundes.

  18. Cover des Buches Joseph Roth - Gesammelte Werke: Die Geschichte von der 1002. Nacht, Hotel Savoy, Hiob, Radetzkymarsch, Das Spinnennetz, Die Flucht ohne Ende,  Reportagen ... (Gesammelte Werke bei Null Papier 7) (ISBN: 9783954184651)
  19. Cover des Buches Schiller Connection (ISBN: 9783933995681)
    Shahram Rahimian

    Schiller Connection

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Klappentext: „Der Übersetzer Joseph Ayene wird in die Aufklärung eines Mordfalles hinzugezogen, die mit dem Fund einer identitätslosen Leiche an der Alster beginnt. Im Laufe der Ermittlungen im wolkenverhangenen Hamburg begegnet er Menschen, die wie er selbst zwischen Liebe und Lebenskrise stehen und von der Vergangenheit nicht losgelassen werden.“


    Eigentlich übersetzt Joseph Ayene nur Texte ins Persische und zwar in die schriftliche Form, doch als der Hamburger Kommissar Müller Ayene in die Gerichtsmedizin beordert, wo er die Tätowierung einer unbekannten Leiche in persischer Sprache übersetzen soll, lässt er sich auf diesen Auftrag ein. Seine Hilfe wird natürlich noch häufiger benötigt und das ist auch eigentlich gut so, denn die Zeit, in der er mit der Polizei zusammenarbeitet, sitzt er wenigstens nicht nur zuhause herum und kann Abstand zu seiner Freundin Anne gewinnen, mit der er schon viele Krisen durchgestanden hat und die er eigentlich nicht mehr an sich heranlassen will. Doch die Ereignisse überschlagen sich. Anne ruft ihn permanent an, lässt ihn einfach nicht atmen. Während der Ermittlungen bewegt sich Ayene auf einem schmalen Grad, zwischen Vergessen wollen und nicht loskommen.


    Der Start in den Krimi hat mir eigentlich gleich gefallen. Ich fand den Beginn dieser Story ganz interessant und war gespannt, was auf Ayene zukommen wird und wie er in die Ermittlungen involviert wird. Der Leser begleitet Ayene durch seinen Tag, von „morgens“ (wir sprechen hier von „morgens“ für Ayene, da er nachts arbeitet, erst in den frühen Morgenstunden zu Bett geht und bis in den Nachmittag hinein schläft), wenn er vom Telefonklingeln aus seinen Träumen gerissen, von einem Polizeianwärter zur Wache chauffiert wird, dort seinen Aufgaben nachkommt und abends nach Hause kommt, wo er dann seinen AB abhört und ein Gedicht von Schiller ins persische übersetzt. Beim zweiten Kapitel habe ich dann gestutzt, denn es war genau derselbe Ablauf wie im ersten Kapitel. Und auch die nachfolgenden Kapitel hatten alle denselben Ablauf. Und das hat mich irgendwie gelangweilt, denn es war absolut nicht abwechslungsreich. Es war, als liefe dieses Buch in einer Dauerschleife. Stets hat Ayene dasselbe gemacht. Nur seine abendlichen Aktivitäten haben sich etwas unterschieden. Aber ansonsten waren die Kapitel völlig gleich aufgebaut und das hatte auch nichts mehr mit Alltagsroutine für Ayene zutun.


    Was mich auch irritiert hat, ist die Tatsache, dass dies eigentlich ein „Krimi“ sein soll… Jedoch hat das mehr was von einem Roman gehabt, denn von den Ermittlungen selbst bekommt der Leser recht wenig mit. Wir bewegen uns eher durch die Gedanken- und Gefühlswelt von Ayene. Die Ermittlungsarbeit läuft hauptsächlich im Hintergrund und wir erfahren erst im nächsten Kapitel, wenn Ayene wieder auf dem Revier eintrifft, was es für Fortschritte bei den Ermittlungen gibt. Die Kommunikation mit den persischen Beamten, mit denen Ayene Kontakt aufnehmen soll, ist auch eher zweitrangig. Und wie der Fall letztlich aufgelöst wurde, fand ich irgendwie fad… Das hat für mich wirklich nichts mit einem Krimi zutun gehabt. Es hat mir vom Erzählstil her einfach nicht gefallen.


    Auch über die Figuren konnte ich mich immerzu ärgern. Anne zum Beispiel grenzt schon fast an eine paranoide Stalkerin. Jeden Tag hat sie mehrere Mal auf Ayenes AB gesprochen und wenn er sie zurückrief, hat sie nur rumgestichelt, warum er sie nicht anruft. So als wäre Ayene den ganzen Tag zuhause und hat gefälligst ans Telefon zu gehen, wenn sie anruft. Sie war total penetrant und nervig und ich fand sie so unsympathisch… Und umso mehr hat es mich geärgert, dass Ayene von ihr einfach nicht loskam, sondern sie stattdessen doch immer wieder angerufen hat, obwohl er sie nicht mehr lieben wollte.

    Und auch den Polizeikommissar Müller fand ich einfach nur ätzend. Der hat sich nicht mal die Mühe gemacht, anderssprachige Namen auszusprechen, sondern Ayene war für ihn immer nur „Herr Übersetzer“. Er war unfreundlich und hat mit Ayene gesprochen, als sei dieser sein Angestellter. Und auch Petersen –Müllers Stellvertreter- war so blöd irgendwie. Ich mochte die Charaktere alle durch die Bank weg nicht leiden. Die waren mir zuwider.

    Das war irgendwie nix halbes und nix ganzes. Ich habe nur an ein paar Stellen wirklich mit Interesse die Handlung verfolgt, und dazu gehört weniger die Ermittlungsarbeit. Das Gedicht von Schiller („Die Bürgschaft“) hat mir gefallen. Und als Ayene seine und Annes Geschichte erzählt hat. Aber ansonsten war dieses Buch für mich wenig gewinnbringend.


    Von mir gibt es daher leider nur 🌟🌟🌟, was echt schade ist.

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