Bücher mit dem Tag "schauerroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schauerroman" gekennzeichnet haben.

132 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596196159)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.759)
    Aktuelle Rezension von: Chris_Lieh

    Ein unglaublich gutes Buch mit einer ergreifend schönen Geschichte.  

  2. Cover des Buches Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle (ISBN: 9783608504217)
    Stuart Turton

    Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

     (306)
    Aktuelle Rezension von: juliesleseecke

    Du wachst auf, ohne jegliche Erinnerung daran, wo du dich befindest, was du getan hast oder wer du bist. Eine unheimliche Gestalt gibt dir den Auftrag, einen Mord aufzuklären, der kein Mord zu sein scheint, dafür hast du nur einen Tag Zeit – acht Mal in acht verschiedenen Körpern. Das alles geschieht auf einem abgeschiedenen, verkommenen Landsitz, inmitten einer feinen englischen Gesellschaft, die jahrzehntelang ein Geheimnis bewahrt hat. Und du bist nicht der Einzige, der versucht, diesen Mord aufzuklären und der Endlosschleife an Ereignissen zu entkommen. Deine Mitspieler scheuen nicht vor Gewalt zurück und nur einem wird gestattet, das Anwesen zu verlassen.

    Cluedo, »Und täglich grüßt das Murmeltier« und »Shutter Island« in einem Buch vereint – nur noch viel genialer. Diese Geschichte hat mich bis zur letzten Seite gefesselt und auf so viele falsche Fährten geführt, dass ich aufgehört habe zu zählen. Unbedingt lesen!

  3. Cover des Buches Sturmhöhe (ISBN: 9783423143554)
    Emily Brontë

    Sturmhöhe

     (1.835)
    Aktuelle Rezension von: Maus86

    Erzählt wird die Geschichte von Catherine und dem Findelkind Heathcliff, die unzertrennlich sind, bis Catherine den Heiratsantrag eines anderen annimmt. Heathcliff fühlt sich vom Leben allgemein und von bestimmten Menschen im speziellen betrogen und schmiedet einen Racheplan, der fürchterliche Folgen für seine und auch für die nachfolgende Generation auf Wuthering Heights hat.

    Es handelt sich hier um das Werk von einer der drei berühmten Bronte-Schwestern, Emily Bronte, die selber ein sehr bewegtes Leben führten. Das Buch musste seinerzeit unter männlichem Pseudonym veröffentlicht werden, um Chancen auf Leserschaft und Erfolg zu haben. Heute zählt das Werk aller drei Schwestern zu den bekanntesten Klassikern der Weltliteratur. Sturmhöhe wurde mehrfach verfilmt und findet auch heute viele angetane Fans.

    Es ist ein rebellisches Buch, dass es der Leserin so unbequem wie nur möglich macht. Die meisten Figuren tun alles dafür, möglichst wenig Symphatiepunkte bei der Leserschaft zu sammeln. Die Boshaftigkeit eines Heathcliff sucht in der Literatur seinesgleichen. Zum Teil gibt es durchaus Ambivalenzen in den Charakteren, auch in deren Bosheit, so dass dem Buch nicht wirklich fehlende Tiefe der Figuren vorgeworfen werden kann. Leider werden sehr spannende Figuren wie Isabell, die einen schier übermenschlichen Überlebenswillen in ihrer Rolle an den Tag legt, oder Hareton, der erst zum Schluss gebührend Aufmerksamkeit bekommt, im Plot mit wenig Aufmerksamkeit bedacht.

    Insgesamt hat mich "Sturmhöhe" sehr gut unterhalten und gerade im letzten Drittel mit hohem Spannungsgrad gefesselt.

  4. Cover des Buches Die Melodie der Schatten (ISBN: 9783404177745)
    Maria W. Peter

    Die Melodie der Schatten

     (183)
    Aktuelle Rezension von: Nick_Coll

    Das Buch „Die Melodie der Schatten“ von Maria W. Peter, welches ich mir extra für diesen Spätherbst gelassen und gelesen habe, erzählt eine bewegende Geschichte, die von überall von einer düsteren Landschaft Schottlands des 18. Jahrhunderts umgeben ist.

     

    Den etwa 700 Seiten umfassenden Mittelpunkt des Buches bildet allerdings die Geschichte über Menschen, deren Leben vor existenziellen Herausforderungen stehen. Die historischen Tatsachen sind gut recherchiert und die Stimmung dieser Zeit ist einfach hervorragend eingefangen, sodass das raue Leben im schottischen Norden sehr anschaulich rüberkommt. Die zärtlichen und doch kraftvollen Schilderungen mögen einen zutiefst berühren oder gar erschrecken, wenn man erfährt, wie mit Menschen umgegangen wurde, wie die ganzen Landstriche ausgeblutet und verwaist sind. Vielleicht deswegen erscheinen in den alten Gemäuern nachts dunkle Traumbilder und seltsame Geräusche? Liegt auf diesem entferntesten Eck des Landes ein Fluch, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Des zu erfahren soll der Leser selbst im Laufe der Handlung.

     

    Mit dem Buch ist der Autorin nochmals ein landschaftlich sensationell schöner und ans Herz gehender Roman geglückt, der zeigt, worum es im Leben wirklich geht: Menschlichkeit oder Missgunst, Gerechtigkeit oder Neid. Sie wirft die Fragen auf, welche moralische Schuld ein Mensch ertragen kann, ohne zu zerbrechen, und zu welchem Preis es gelingt, die individuelle Freiheit zu bewahren.

     

    Am Ende des Buches hegt man schon die Hoffnung, dass Maria W. Peter vielleicht noch einmal in die Highlands zurückkehrt und eine neue Geschichte erzählen wird… Und wieder mit großer sprachlicher Eleganz und einem Sinn für Emotionen.

  5. Cover des Buches Marina (ISBN: 9783596512768)
    Carlos Ruiz Zafón

    Marina

     (794)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    *Marina* von Carlos Ruiz Zafon hat mir als Taschenbuch richtig gut gefallen. 

    Aus der Sicht des Jungen Oscar wird eine Geschichte erzählt, die genauso eine Fantasie, wie Wirklichkeit sein könnte. Er streift durch ein verlassenes Villenviertel und findet eine Uhr. Kurz darauf ist er sich sicher, dass ihm Geister folgen und er begibt sich erneut dort hin, um die Uhr zurückzulegen. Er trifft unverhofft auf Marina, die in einem scheinbar verlassenen Haus mit ihrem Vater lebt und erfährt von ihrer Geschichte. 

    Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und wenn es einem als Leser*in gelingt, sich in die fantasievollen Wirrungen einzulassen, entsteht ein unwirkliches dunkles Bild, das ebenso faszinierend wie erschreckend ist. 

    Ich habe den Roman verschlungen, da ich unbedingt erfahren wollte, was es mit Marina und ihrer Geschichte auf sich hat. 

    Zum Schluss war ich mir genau wie Oscar nicht ganz sicher, ob alles nur ein Traum gewesen ist, so sehr bin ich versunken in dieser unwirklichen Wirklichkeit. 


  6. Cover des Buches Die fernen Stunden (ISBN: 9783453356566)
    Kate Morton

    Die fernen Stunden

     (369)
    Aktuelle Rezension von: Viinchente

    Gemeinsam mit der Protagonistin geht der Leser auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter welche als Evakuierte des Krieges in ein mysteriöses Haus gesteckt wurde. 

    Der Erzählstil der Autorin spricht mich sehr an. Der Leser bekommt viele Einblicke in die Gefühlswelten und Machenschaften der einzelnen Charaktere. Man kann sich auch gut mit einzelnen Charakteren identifizieren und deren Gedanken nachvollziehen. Alle paar Seiten wird somit ein Sichtwechsel ermöglicht und Spannung aufgebaut.

    Das Buch benötigt einige Zeit um Fahrt aufzunehmen. Nachdem die Spannung erst einmal begonnen hat, lässt einen das Buch nicht mehr los - allerdings ist es dann auch wieder viel zu rasch zu Ende. Persönlich hätte ich mich gefreut, wenn die Autorin dem Ende noch etwas mehr Liebe geschenkt hätte und einige Dinge besser aufgeklärt hätte.

  7. Cover des Buches Der Mitternachtspalast (ISBN: 9783596031382)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Mitternachtspalast

     (227)
    Aktuelle Rezension von: Luna


    Mitternachtspalast von Carlos Ruiz Zafón 

    5/5 Sterne 

    Abenteuerlust - unheimlich - Freundschaft - gruselig - spannend - Familiengeheimnis 

    Ein Meisterwerk für alle, die gerne unheimliche, spannende Abenteuer lesen oder Geschichten mögen, bei denen sich nach und nach Familiengeheimnisse lüften. 

    Ich liebe alle Bücher von Carlos Ruiz Zafón und auch dieses Buch bekommt von mir die Bewertung: sehr gut 5/5 Sterne.


    Carlos Ruiz Zafón beschreibt Orte so wundervoll, dass man sie sich so vorstellen kann als wäre man dort. Der Mitternachtspalast spielt in Kalkutta. 

    Auch dieses Buch weckt in mir das Fernweh und die Reiselust.


    Die Protagonisten dieser Geschichte verbindet eine wundervolle, einzigartige Freundschaft.

    Die Charaktere sind stark und entschlossen und nur durch ihren Zusammenhalt und ihr Vertrauen zueinander können sie es schaffen die Familiengeheimnisse nach und nach aufzudecken und den Dämon zu besiegen. 


    Fazit: 


    Ich liebe dieses Buch und ich werde es in meinem Bücherregal behalten. 

    Ich empfehle alle Bücher von Carlos Ruiz Zafón weiter. 

    Seine Geschichten sind einzigartig und wunderbar. 

    Einer meiner absoluten Lieblingsautoren.

    Ruhe in Frieden.

  8. Cover des Buches Melmoth (ISBN: 9783847906643)
    Sarah Perry

    Melmoth

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Helen ist eher der Einzelgängertyp. In Karel und seiner Frau hat aber auch sie Freunde. Karel ist es auch der sie in die Geschichte mit Melmoth hineinzieht, nachdem er von seinem verstorbenen Bibliotheksfreund J.A.Hofmann ein Manuskript "erbt".
    Und damit beginnt für Helen eine Zeit des Gefühls verfolgt zu werden, auf der Suche nach Melmoth.

    Ich habe mir das Buch aus dem Prämienshop geholt, da mich der Klappentext direkt neugierig gemacht hat und es so viele gute Rezensionen bekam.
    Als es bei mir ankam habe ich mich sofort in das wunderschöne Cover verliebt.
    Leider muss ich sagen das dies aber auch das einzige blieb in was ich mich verliebt habe.
    Mit der Geschichte wurde ich leider gar nicht wirklich warm. Es war mir sehr düster und auch tragisch.
    Viele verschiedene Menschen werden hier mit ihrem Leben und ihren eventuellen Sünden beschrieben.
    Da wird vieles angesprochen was den Menschen ausmacht. Neid, Gier, Mißgunst,... Und über allem schwebt Melmoth die über die Welt wandelt um nach den Menschen zu suchen die sie erretten könnte.

    Ich habe mich ehrlich durch das Buch durchgekämpft. Immer wieder kamen Passagen die mich wieder schneller lesen ließen so dass ich dachte: Ja, jetzt habe ich es geschafft, jetzt wird es interessant. Aber leider waren es nur kleine Strohfeuer und ich kam bis zum Schluss nicht wirklich mit der Geschichte klar.

    Helen war mir nicht recht greifbar. Die Menschen um sie herum waren viele, die aber nicht wirklich mit ihr zu tun hatten, aber auch zur Geschichte beitrugen.
    Viel düsteres, harte Zeiten, Jammertäler und ergreifende Geschichten wechselten sich hier ab und ich kam leider nie wirklich richtig rein und könnte nicht genau sagen was mir das Buch nun vielleicht an Inhalt weitergeben wollte. Es war mir vielleicht einfach zu künstlerisch und ich fühlte mich wie bei Hurz von Hape Kerkeling. Ich habe es dann wohl leider einfach nicht verstanden.

  9. Cover des Buches Das verlorene Dorf (ISBN: 9783442479771)
    Stefanie Kasper

    Das verlorene Dorf

     (86)
    Aktuelle Rezension von: linasue
    ★★★★★  (5 von 5 Sterne)


    Inhalt:

    1843: Die junge Rosalie wächst in einem Waisenhaus auf, doch sie ist durch ihre merkwürdige Erscheinung, eine Außenseiterin. Mit ihren weißen Haar und die rötlichen Augen, ist Rosalie den anderen Kinder suspekt. Gern zieht sie sich zurück und malt, doch ihre Bilder sind düster und von ihrer toten Familie, die sie nie kennenlernen konnte.
    Als Rosalie das 18. Lebensjahr erreicht, wird sie von den Waisenhauserziehern, gegen Arbeiterinnen ausgetauscht. Fortan arbeitet Rosalie in der Küche eines anderen Waisenhauses. Dort lernte sie die Köchin Cäcilia kennen, die Rosalie ins Herz schließt. Als Rosalie allein in der Waisenhausküche ist, kommt ein junger, gutaussehender Mann herein – Romar. Beide verlieben sich ineinander, doch Cäcilia warnt, den jungen Mann zu heiraten und mit ihm in sein Dorf zu gehen. Rosalie will nicht hören, denn ihre Liebe zu Romar ist zu stark.

    Als Rosalie kurze Zeit später in Romars Dorf zieht, wird sie herzlich aufgenommen. Sie denkt, dass sie endlich ihr Zuhause gefunden hat, doch weiß sie nicht, das die Dorfgemeinschaft andere Pläne mit ihr vorhat. Rosalie merkt nicht, dass sie bald in Lebensgefahr schwebt.





    Meinung:

    Auf der Suche nach einer Geschichte, wo es um ein Dorf geht, stieß ich auf dieses Buch. Das Cover und der Klappentext sprachen mich sofort an. Anfangs war es durch den speziellen Schreibstil ungewöhnlich, doch wenn man in der Geschichte vertieft ist, liest es sich auch leichter. Ich konnte schnell eintauchen, und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Eine tolle Geschichte, mit tollen Charakteren und einen spannenden, unerwartetem Ende.
    .



    Cover und Titel:

    Das Cover und der Titel, zeigen wie düster die Geschichte ist, und passen dadurch sehr gut zum Inhalt.


    Die Geschichte:

    Die Geschichte beginnt mit Rosalie als sie noch ein kleines Kind war. Dadurch lernt man schon von Anfang an Rosalie sehr gut kennen. Ihre Eigenarten werden sehr gut beschrieben, wodurch einen schnell klar wird, dass Rosalie ein besonderes Mädchen ist. Als Rosalie dann ins Dorf zu Romar zieht, glaubt man, sie hätte endlich ihr Glück gefunden, doch nach und nach passieren Dinge, die zuerst unerklärlich scheinen. Rosalie versucht den Dingen auf den Grund zu gehen, wodurch sich die Geschichte immer mehr zuspitzt.


    Die Charaktere:

    Man lernt in dieser Geschichte sehr viele Protagonisten kennen, doch alle sind gut beschrieben, dass man keine Probleme hat, diese auseinander zu halten. Es gibt Charaktere die man ins Herz schließt und welche, die man nicht so gern hat – wodurch dadurch aber trotzdem die Geschichte spannend macht.

    Der Schreibstil:

    An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, denn er ist eher altertümlich gehalten. Wenn man aber in der Geschichte drin ist, hat man sich an den Schreibstil schnell gewöhnt und es fällt nicht schwer, diesen zu lesen.


    Fazit:

    Ein besonderer Schreibstil, der eine außergewöhnliche Geschichte erzählt. Spannung bis zur letzten Seite. Ein schönes passendes Cover, mit einer wirklich tollen Geschichte. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen.
  10. Cover des Buches Das Spiel des Engels (ISBN: 9783596512645)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Spiel des Engels

     (1.371)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Das Nachfolgebuch von "Der Schatten des Windes" kommt nicht an die Klasse des ersten heran, mich verfolgten von Anfang an diverse Deja Vu's, als hätte ich das Ganze vor kurzem gelesen. So lässt mich der Roman mit dem Gefühl zurück, ein etwas umgeschriebenes Duplikat gelesen zu haben. Vom Plot und der Sprache her gibt es an für sich nichts auszusetzen, allerdings reicht das dann insgesamt für maximal 3 🌟

  11. Cover des Buches Das Buch der verlorenen Dinge (ISBN: 9783548609225)
    John Connolly

    Das Buch der verlorenen Dinge

     (271)
    Aktuelle Rezension von: chaosXcontrol

    Auf ,,Das Buch der verlorenen Dinge" bin ich eher zufälligen gestoßen, doch das Cover mit seiner krummen Schrift und den schnörkeligen Ranken zog direkt meine Aufmerksamkeit auf sich.

    Die Einleitung der Geschichte ist recht lang, doch das fällt gar nicht störend auf, im Gegenteil: Man lernt den zwölfjährigen David kennen, dessen Welt gleich zu Beginn schon aus den Fugen gerät. Seine Mutter liegt im Sterben und auch nach ihrem Tod ist der Junge natürlich nicht bereit, sie loszulassen. Als sich sein Vater schließlich kurz darauf neu verliebt und David auch noch einen kleinen Bruder bekommt, fühlt er sich nun vollends fehl am Platz und ungeliebt. Sich in seine geliebten Bücher flüchtend, isoliert er sich mehr und mehr von der Außenwelt und findet sich bald in einer Welt wieder, die ihm fremd und doch vertraut zugleich ist...Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Zu erwähnen ist noch, dass die Handlung zeitlich während des zweiten Weltkrieges spielt.

    Inhaltlich ist das Buch sehr schön aufgebaut; es gibt einzelne, teilweise recht episodenartige Kapitel, die allesamt eine sehr schöne Länge haben und das Buch sehr flüssig lesen lassen. Besonders hervorstechend ist meiner Meinung nach der Erzählstil - zwar sieht man die Geschehnisse größtenteils aus den Augen des Protagonisten, erhält aber ziemlich wenig Einsicht in seine Gedankenwelt. Stattdessen wirkt die komplette Handlung aus der Sicht eines Erzählers wiedergegeben, wodurch eine wirklich schöne Märchenatmosphäre entsteht, die die den Charm des Buches ausmacht.

    Man lernt auf der Reise des Jungen viele gute und auch bösartige Menschen sowie menschenähnliche Wesen kennen. Einige unterstützen David, der sich in dieser Fremde anfangs sehr verlassen fühlt, andere haben ihre eignenen, unschönen Absichten. Und wieder andere kommen einem auch schwer bekannt vor: so beispielsweise die sieben Zwerge, die sich um eine außerordentlich unfreundliche Schneewittchen kümmern oder das Lebkuchenhaus der bösen Hexe aus Hänsel und Gretel. Doch schnell ist klar, dass sich die klassischen Märchen hier etwas anders zutragen, denn der Autor lässt eigene, sehr interessants Aspekte mit einfließen.

    Alles in allem war dieses Buch - dieses Märchen - mal ein Leseerlebnis der etwas anderen Art. Der Autor versteht sich wunderbar darauf, unsere Welt mit der Welt der Märchen zu verbinden, woraus eine düstere, zwischendurch recht blutige, aber dennoch unglaublich spannende und auch schöne Geschichte entsteht!

  12. Cover des Buches Frankenstein (ISBN: 9783717523703)
    Mary Shelley

    Frankenstein

     (490)
    Aktuelle Rezension von: weltentzueckt

    Um Frankenstein kommt man in der Kürbiszeit kaum herum. Trotzdem habe ich die Geschichte 31 Jahre lang „verpasst“. Natürlich wusste ich, dass Frankenstein ein Monster erschuf, kannte aber weder Buch noch Film.

    Um die Sache abzukürzen: Das Buch hat mich sehr enttäuscht. Es ist poetisch geschrieben, vermittelt eine Moral und kann feministisch interpretiert werden, was viel Raum für Diskussion lässt und das Werk literarisch wichtig macht.
    Unterhalten konnte es mich aber leider nicht gut. Die Geschichte wird sehr detailliert und mit Nichtigkeiten ausgeschmückt, startet schleppend und der Spannungsbogen reißt immer wieder ein, sodass mir das Weiterlesen schwerfiel.
    Das offene Ende der Geschichte ließ mich dann vollends unzufrieden zurück.

    Nichtsdestotrotz wirft es viele Fragen auf, die man sich ins Bewusstsein rufen sollte. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Was macht uns menschlich? Die Erscheinung? Unser Verhalten? Unser Gewissen?
    Welche Verantwortung hat der Mensch gegenüber seiner Mitmenschen? Insbesondere die Erziehungspflicht wird hier ins Spotlight gerückt, da Frankensteins Monster eigentlich keines ist. Es wird sehr deutlich, dass er Liebe und Zuneigung sucht – in einer Welt, die er nicht versteht. Unbeholfen wie ein Kind wurde er in die Welt entlassen, ohne Lehre oder jegliche Leitung, und versagt auf zwischenmenschlicher Ebene, weil die ihm fremd ist. Das führt zu der Frage, wer hier wirklich das Monster ist. Er oder sein Erschaffer, der ihm nicht frühzeitig Einhalt gebot, ihm nie als Mentor diente.
    Und natürlich die allumfassende Frage, inwieweit Wissenschaft moralisch vertretbar ist?

    Deshalb 3 von 5 Sternen für diesen Klassiker.

  13. Cover des Buches Der Gefangene des Himmels (ISBN: 9783596195855)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Gefangene des Himmels

     (540)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13
    Als eines Tages ein mysteriöser Fremder in der Buchhandlung Sempere Fermín aufsucht, holt ihn die Vergangenheit ein. Sie bedroht sogar nun sein Lebensglück. Er erinnert sich an sein Leben während der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs und muss sich nun den Folgen stellen. Doch kann er zulassen, dass seine Freunde für ihn büssen müssen?

    Mir gefiel dieser dritter Band von Carlos Ruiz Zafóns Bestseller-Reihe "Der Friedhof der vergessenen Bücher" sehr. Im Vergleich zum Vorgänger war die Geschichte realitätsnaher, nicht so stark mit mystischen Elementen verwoben und man kam den Lieblingscharakteren Vater und Sohn Sempere und Fermín sehr nahe. Dieses Buch schlägt einen tollen Bogen zu Band 1 und 2 und rundet alles ab. Ich bin nun gespannt auf die Fortsetzung, ob sie sich in allem gut einfügt und wie alles sich weiterentwickeln wird.

    Mein Fazit: Bislang mein Lieblingsbuch der Reihe. Wortgewandt wird man ins vergangene Barcelona versetzt und Band 1 und 2 erhälten eine Brücke. 5 Sterne mit Leseempfehlung.
  14. Cover des Buches Das Phantom der Oper (ISBN: 9783401061115)
    Gaston Leroux

    Das Phantom der Oper

     (268)
    Aktuelle Rezension von: BibisMindPalace

    Christine Daaé, ein Chormädchen an der Pariser Oper, wird über Nacht zum Star des Ensembles. Ihren plötzlichen Aufstieg verdankt sie ihrem Engel der Musik. Doch ist das Wesen, welches sich unsterblich in Christine verliebt hat, weniger ein Engel als ein Phantom. Tief unter dem Opernhaus liegt sein Reich. Als es die Sängerin dorthin mitnimmt und die Masken fallen, beginnt ein Spiel um Leben und Tod, in dessen Zentrum die Liebe steht.

    Dank Andrew Lloyd Webber und seinem zeitlosen Musical ist "Das Phantom der Oper" fast jedem ein Begriff. Und das zu Recht! Eine traurigere Liebesgeschichte wurde, meiner Meinung nach, nie geschrieben. Gaston Leroux zeichnet sehr lebensechte Charaktere, die man wirklich ins Herz schließen kann. Sei es die stürmische Meg, die zwischen Angst und Liebe schwankende Christine oder das leidenschaftliche Phantom. Einzig mit Raoul werde ich nicht so ganz warm. Entweder ist er ein sehr liebeskranker Hund oder er weist schon Züge eines Stalker auf. Trotzdem passt auch er in die Handlung voller turbulenter Ereignisse.

    Jedenfalls, trotz tragischen Ende, sollte man "Das Phantom der Oper" gelesen haben. Egal ob man Musicals mag oder nicht, es ist und bleibt eine spannende Handlung mit einer großartigen Liebesgeschichte. Und so ganz nebenbei, es ist nicht alles von Leroux erfunden.

  15. Cover des Buches Rebecca (ISBN: 9783458361343)
    Daphne Maurier

    Rebecca

     (397)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Die Protagonistin in diesem Buch ist 21 Jahre alt und Gesellschafterin von Mrs. Van Hopper (ältere Dame, Klatschtante). Ihren Vornamen/Mädchennamen erfahren wir nicht. Auf Reisen begegnet sie Maxim de Winter. Sie verbringen viel Zeit miteinander und als Mrs. Van Hopper abreisen möchte halt Maxime um die Hand der Protagonistin an. Nach der Hochzeitsreise kehren sie zurück auf das Anwesen Manderley. Die schüchterne neue Mrs. de Winter (unsere Protagonistin) hat es nicht leicht, steht doch über allem hier die erste Mrs. de Winter - xhier immer benannt als Rebecca. Rebecca ist verstorben bei einem Segelunfall und ihre alte Haushälterin die sie auch großgezogen hat lässt nichts unversucht um die neue Mrs. de Winter schlecht und als unfähig dastehen zu lassen. Als jedoch Rebecca's Boot gefunden wird als ein anderes Boot in Seenot ist findet man eine Leiche an Bord. Was hat es damit auf sich?

    Ich wollte unbedingt einmal die Geschichte von Rebecca von Daphne du Maurer lesen. Der Roman ist schon sehr alt und erschien 1938. Ich bin zuerst damit in Kontakt gekommen als ich vor vielen Jahren im gleichnamigen Musical war. Dann kam vor einer Weile eine Neuverfilmung auf Netflix und die Geschichte war doch ein wenig anders als ich es aus dem Musical im Gedächtnis hatte. Deshalb kam es jetzt dazu das ich endlich den Roman gelesen habe. Immer noch, trotz des Alters, eine spannende Geschichte rund im die Intrigen Rebecca's die sich auch nach ihrem Tod weiter durch die Leben der Menschen die sie kannten zieht. Das Buch hatte ein paar Längen in denen viel beschrieben wurde, trotzdem finde ich es einen tollen 'Krimi' der alten Schule. Selbst Alfred Hitchcock hat das Buch verfilmt.

  16. Cover des Buches Die Spiegel von Kettlewood Hall (ISBN: 9783426520789)
    Maja Ilisch

    Die Spiegel von Kettlewood Hall

     (54)
    Aktuelle Rezension von: WriteReadPassion

    Inhaltserzählung:
    "Schach ist das Spiel der Bauern", sagte er leise. "nur beim Schach kann ein Bauer einen Bischof schlagen, einen Turm zu Fall bringen, einen König stürzen. Nur beim Schach. Und jetzt pass auf."

    (Seite 53)

    Autorin:
    Maja Ilisch, geboren 1975 in Dortmund, studierte Öffentliches Bibliothekswesen an der FH Köln und absolvierte eine Ausbildung zur Fachbuchhändlerin. Sie schrieb unter anderem für TV-Serien auf SAT1 und RTL sowie für ein Hörspiellabel, für das sie auch eine Phantastikreihe konzipierte. Außerdem betreibt sie die Website des von ihr gegründete Fantasy-Autorenforums TINTENZIRKEL. Heute lebt sie als Bibliothekarin und freie Autorin mit ihrem Mann in der Nähe von Aachen, wo sie sich mit Büchern umgibt und ausgewählte Gäste mit ihrer Puppensammlung erschreckt, die fast nur aus Köpfen besteht.


    Bewertung:
    Das Cover ist echt toll gestaltet und zeigt die zwei Aspekte der Geschichte auf; Die Spiegel und das Schachspiel. Auch die Kapitel haben eine tolle Aufmachung. Diese sind in gezeichnete Spiegel gedruckt. Das ist eine Geschichte, die sehr schwer zu rezensieren ist, ohne zu spoilern. Daher bleibt es etwas wage.

    Eine super coole Geschichtsidee, allerdings führen Titel und Klappentext in die Irre. Es geht nicht um die Spiegel. Während des Lesens kommen zwei Aspekte hervor; einmal die mysteriösen Spiegel und dann  noch das Schachspiel, das allerdings mehr zum Ausdruck kam als die Spiegel. Dieser Aspekt wurde eher nur beiläufig eingebaut und nicht näher herausgearbeitet. Das finde ich sehr schade und enttäuschend.

    Die Charaktere sind sehr wechselhaft, ich habe mich etwas schwer getan, alle Handlungen richtig einzuordnen. Aber die Charaktere sind sehr vielschichtig, was mir gefällt. Bei der Protagonistin Iris habe ich ein paar Mängel entdeckt. Der fremde Diener kommt ihr immer nahe und kennt ihren Namen, trotzdem hat sie keine Angst? Und ohne Anhaltspunkte, weiß sie sofort, dass der Mann in der Bibliothek ein Geist ist, den nur sie sehen kann? Etwas aus der Luft geholt! Es gab 1886 schon Wecker, allerdings bezweifle ich, dass man sie so nannte. Das wirkt ziemlich deplatziert in meinen Augen. Die Liebesgeschichte zwischen Iris und Victor ist mir zu gewollt erstellt. Berührend oder interessant empfand ich es leider nicht. Mir ging das zu salopp, was unwirklich wirkte.

    Die Autorin hat die Erzählung nicht wie ich bei "Die Neraval-Sage" gewöhnt bin, poetisch geschrieben, sondern wirklich jugendgerecht gehalten. Ich würde das Buch eher in die Jugendsparte als in Fantasy einsortieren. Fantasieelemente sind kaum vorhanden, ist für mich eher ein Spannungsroman für Jugendliche. Aber die Autorin setzt generell nur minimale Fantasyelemente ein, das kenne ich schon von ihr. Das ist allerdings nicht negativ gemeint. Es ist eher ein unterschwelliger Grusel, der sich nicht blutig oder psychologisch zeigt. Er ist wie ein Hauch eingearbeitet worden. Was geht in diesem Haus wirklich vor? Welche Rollen spielen die einzelnen Personen darin? Die Atmosphäre ist subtil schauderhaft. 


    Fazit:
    Ein solider Spannungsroman, der ein paar Mängel aufweist. Es liest sich Dank des flüssigen Schreibstil sehr schnell und die Idee der Erzählung ist einmalig. Das Potenzial der Geschichte hat die Autorin allerdings nicht ganz ausgeschöpft, da wäre mehr drin.


  17. Cover des Buches Mörderische Renovierung (ISBN: 9783946503491)
    Edgar Cantero

    Mörderische Renovierung

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Booktasmagoria

    Eins vorab, ein Buch mit einer derart ausgefallenen Erzählweise habe ich noch nie gelesen. 

    Protagonist, genannt A., erbt von einem fernen Verwandten ein Haus, das Axton House,  und zieht mit seiner stummen Gefährtin Niamh in dieses Haus. Dass das Anwesen von Geistern heimgesucht werden soll, macht die beiden nur noch neugieriger auf ihr neues Leben. Aber die Geister, die in diesem Haus Herumspuken sind bei weitem nicht das dunkelte Geheimnis von Axton House. Und nicht das mörderischste..

    Auf der Suche nach der Geschichte seines Vorfahren, stößt er auf viele Geheimnisse und Rätsel. Ein Code, der dechiffriert werden muss,  zieht sich durch das komplette Buch. 

    Das Besondere an dem Buch: die Erzählweise. Der Autor Edgar Cantero lässt die Geschichte und Geschehnisse ausschließlich in Form von Tagebucheinträgen, Video- und Tonaufnahmen, Notizzettel und Briefe (an eine sonderbare Tante Liza) erzählen. Das macht das ganze ziemlich spannend und kurzweilig. Teilweise gibt es passend zum Abschnitt auch Bilder (zb Auszug einer Anrufliste), um die Situationen besser zu veranschaulichen. 

    Ich fand diese Art der Erzählung sehr besonders und ausgefallen und hat mir sehr gut gefallen. Es ist spannend, gruselig und an manchen Stellen auch lustig. Teilweise empfand ich es aber auch als sehr komplex und in der Mitte hat es sich ein wenig gezogen, vor allem wenn Ausschnitte aus Fachzeitschriften vorgetragen wurden. Es ist für mich auch das erste Buch, bei dem ich nicht sicher, bin ob der Titel nicht irreführend ist. Mörderisch ist das Haus mit Sicherheit, aber einen Bezug zu einer Renovierung gab es nicht wirklich.

    Nichtsdestotrotz bekommt dieses Buch eine klare Leseempfehlung.

  18. Cover des Buches Der Vogelgott (ISBN: 9783990272145)
    Susanne Röckel

    Der Vogelgott

     (49)
    Aktuelle Rezension von: renateliestgerne

    Das Buch ist vielgelobt, darum habe ich es mir gekauft  - und wurde bitter enttäuscht. Irgendwie eine Welt, in der ich mich überhaupt nicht wieder gefunden habe. Weniger wegen der äußeren Umstände, als vielmehr wegen der handelnden Personen. Die Sprache ist einigermaßen mittelalterlich, zwar hinsichtlich der Beschreibungen sehr ausführlich, aber ohne mich in den Bann ziehen zu können. Mir fehlten die Personen, mit denen ich mich identifizieren könnte – von den Hauptakteuren fühlte ich mich eher abgestoßen. Ich habe das Buch nicht einmal zu Ende gelesen.

  19. Cover des Buches Der Fürst des Nebels (ISBN: 9783596521319)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Fürst des Nebels

     (254)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Ein durchaus erstaunliches Erstlingswerk, das bereits früh zu erkennen gibt, welch begnadeter Erzähler Carlos Ruiz Zafon ist. Die mystischen, unheimlichen Züge der späteren Werke kommen bereits in diesem Roman zum Vorschein. Die Geschichte ist mit zunehmendem Spannungsbogen sehr packend aufgebaut. Da die zentralen Gestalten selbst Jugendliche sind, spricht das Buch eher eine adoleszente Leserschaft an.

    Es geht um finstere Geheimnisse, ein versunkenes Schiff, einen rätselhaften Leuchtturmwärter aber auch um Freundschaft, Liebe und Tapferkeit. Die phantastisch konstruierte Geschichte vermag sicherlich in manch Jugendlichem die Freude am Lesen zu wecken, denn einmal zur Hand genommen, kann man das Buch kaum mehr zur Seite legen.

  20. Cover des Buches Jane Eyre (ISBN: 9783458364252)
    Charlotte Brontë

    Jane Eyre

     (1.556)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Ohne Frage ist dieses Buch ein Klassiker. Eine schöne Geschichte vom Waisenmädchen Jane, das eine schwere Kindheit und Jugend hinter sich bringt und sich eigentlich nur eins wünscht - geliebt zu werden. Es geht um Sehnsucht und Selbstverwirklichung der jungen Frau im 19. Jahrhundert.

    In dem knapp 180 Jahre alten Buch passiert auf 600 Seiten an sich nicht viel und das wenige möchte ich zukünftigen Lesern nicht vorweg nehmen. Wirklich spannend zu lesen ist das Buch erst etwa ab der Hälfte.

    Ich muss zugeben, es hat mich nicht von den Socken gehauen. Die Sprache ist poetisch, anrührend, bildhaft ausgeschmückt, aber leider ohne besondere Raffinesse, wenn auch die Gedanken und gesellschaftliche Normen, die junge Frauen in dieser Zeit umgetrieben haben, gut zur Sprache gebracht werden. Die Form des Tagebuchs, die direkte Ansprache des Lesers fand ich dafür jedoch unpassend, denn die Darstellungen wären viel zu detailliert, Wort für Wort die Dialoge und die Umgebung bis ins Kleinste beschrieben. Es erschien mir nicht ganz rund. 

    Und dann diese Männer.

    In dem ganzen Buch kommen fast ausschließlich anstrengende, wenn nicht sogar verhaltensauffällige männliche Figuren vor. Und zwar nicht auf die Weise, dass ich dachte "das ist ja höchst interessant" sondern eher "du liebes Lieschen, tut das denn Not, sich so aufzuplustern?" Schmalztriefend, pathetisch, theatralisch... Das hat mir fast den Humor und Wortwitz der männlichen Hauptperson verleidet, die eigentlich echt toll ist! Ursprüngliche Dialoge, die in einen seitenlangen Monolog des Gegenüber ausarten, da hab ich teilweise augenrollend weitergeblättert. 

    Die absolute Stärke des Romans und das schriftstellerische Können von Charlotte Bronte liegt meiner Ansicht nach in den Zeichnungen der Charaktere, Aussehen, Wesenszüge und wie Janes Bezug und Gefühl zu ihnen ist. Die Hauptfigur Jane ist eine der stärksten und eindrucksvollsten Frauenfiguren, die mir zwischen zwei Buchdeckeln bislang begegnet sind, sie strahlt eine unglaubliche Präsenz aus.

    Alles in allem kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight. 

  21. Cover des Buches Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger (ISBN: 9783833904677)
    Sabine Städing

    Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Dex-aholic

    Ich lese gerne die Romanhefte aus der "John Sinclair" Reihe, daher war ich sehr auf "Johnny Sinclair" gespannt. Das Buch hat nicht wirklich etwas mit den Romanheften zu tun, außer dass sie Namensvettern sind...und dass Johnny selber gerne die Geschichten des Geisterjägers mit Freuden liest. Als Ratgeber könnte er ihn dennoch auch gerne gebrauchen, denn in dem Schloss der schottischen Familie Sinclair spukt es gewaltig! Gleich mehrere Geister treiben ihr Unwesen in den dunklen Gängen von Johnny's Heim, der ihnen aber alsbald den Kampf ansagt. Gemeinsam mit seinem besten Freund Russel, seinem Kindermädchen, das zufällig eine Voodoo-Priesterin ist, und Erasmus als Geheimwaffe, rücken sie den Geistern auf den Leib...
    Die Geschichte ist wirklich spannend, witzig und gelegentlich wirklich gruselig erzählt, macht aber dadurch gleich umso mehr Spaß beim Lesen! Das Buch ist dabei aber nicht nur für kleine Grusel-Fans gedacht, auch große Fans des Spukens finden hier ihre wahre Freude mit ein paar schönen Lesemomenten.

  22. Cover des Buches Der Besucher (ISBN: 9783404167678)
    Sarah Waters

    Der Besucher

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Carry1980

    Ein ganz toller Gruselroman für den Winter. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Ein altes Gemäuer, eine recht merkwürdige Familie, die an ihren Traditionen festhält und ein Arzt, der auf Spurensuche geht.

    Hier ist alles vertreten, knarrende Türen, Bildnisse, die von der Decke erscheinen und der "Hausherr" kriegstraumatisiert verliert langsam den Verstand.

    Der Arzt der Familie, der Realist ist, versucht sich nicht zu beeinflussen und geht auf Suche der Ursache des Ganzen. Die Haustochter, nicht hübsch und dennoch ein gutes Herz, lebens- und liebeshungrig unterstütz ihn. Die Geschichte hat immer wieder Überraschungsmomente und ist wirklich sehr spannend! Auch das Ende ist überraschend und gut gelöst!

  23. Cover des Buches Die Glasbücher der Traumfresser (ISBN: 9783442372744)
    Gordon Dahlquist

    Die Glasbücher der Traumfresser

     (186)
    Aktuelle Rezension von: DieSchwesterdesDorianGray

    Wie eingangs schon in der Kurzmeinung erwähnt: Dieses Buch hat mich ordentlich Sitzfleisch gekostet!
    Aber von Anfang an. Den expliziten Inhalt bitte aus vorherigen Rezensionen entnehmen, ich werde hier nur oberflächlich darauf eingehen. Gordon Dahlquist, eigentlich Bühnenautor, entführt uns hier in ein viktorianisch angehauchtes Setting. Seinen eigentlichen Beruf bemerkt man recht schnell, da die Beschreibung der Szenerie irgendwie wenig "roman-like" daherkommt, sondern tatsächlich an einzelne, isolierte Bühnenbilder erinnert, was etwas ist, worauf man sich (meiner Meinung nach) erst einstellen muss. Ebenso Dahlquists Schreibstil, der an manchen Stellen doch äußerst antiquiert scheint, was wahrscheinlich ebenfalls eine Hommage an den Viktorianismus darstellt. Anfangs hatte ich ziemliche Probleme damit, was mich mehrfach kurz vor den Punkt der Aufgabe gebracht hat. (Bin mir hier nicht sicher, ob es an der deutschen Übersetzung liegt und im englischen Original anders ist.) Ich konnte allerdings dann doch nicht aufhören, weil die Verschwörung mich ziemlich gepackt hat, was im Kontrast zu dem (anfangs) ungeliebten Schreibstil stand. Die Story an sich ist großartig, wohl durchdacht, löst sich zum Ende hin komplett auf, und Intrigen werden so unauffällig angelegt, dass ich auf den letzten Seiten oft gestaunt habe, wie sich doch alles zusammensetzt, und dass ich trotz Verdachtsmomenten eigentlich keine wirkliche Ahnung hatte, was da vor sich geht. Also rein storyline-technisch ein Juwel. Der Weg dahin ist allerdings nicht ganz so einfach. 

    Eigentlich bin ich ein totaler Schlinger, was Bücher angeht, fast 1000 Seiten halten bei mir selten länger als 2-3 Tage, aber hier wären wir beim Sitzfleisch angekommen: Die 10 kleinen Bändchen (jeweils ein Kapitel à 81 Seiten, der letzte Band à 162), haben mich fast 3 Wochen gekostet, weil ich den Lesefluss nicht wirklich aufbauen konnte, und immer wieder Pausen brauchte. Ebenso fällt das komplette Eintauchen in die Geschichte schwer, da die oben beschriebene Einführung in die Welt an sich wenig Begeisterung auslöst. Das kann hier leider nur die Story. 


    Fazit: Ich musste ordentlich kämpfen, durch dieses Buch durchzukommen, für die Story hat es sich aber gelohnt. Eine tolle Geschichte, und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

  24. Cover des Buches Jamaica Inn (ISBN: 9783458364580)
    Daphne Maurier

    Jamaica Inn

     (21)
    Aktuelle Rezension von: oceanlover

    Unheimlich atmosphärisch, durchaus überraschend in der Auflösung und mit einer grandios taffen Protagonistin - durch und durch ein Lesegenuss!


    Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2020/07/jamaica-inn.html


    Seit "Herz aus Glas" steht Rebecca auf meiner Leseliste - durch die LovelyBooks-Klassikerleserunde bin ich zufällig über dieses Buch selbiger Autorin gestolpert und konnte Cover und Klappentext einfach nicht widerstehen!

    Glücklicherweise! Denn nun weiß ich nicht nur sicher, dass ich Rebecca unbedingt lesen möchte, sondern hatte ausgesprochene Lesefreude an diesem Buch. Während meine Hoffnungen auf Abenteuer auf hoher See schnell enttäuscht wurden, vermochte mich die Autorin dennoch an die sumpfige Landschaft rund um das Jamaica Inn zu fesseln.

    Zum einen lag das an ihrem atmosphärischen Schreibstil, der mich Klammheit und Kälte spüren ließ, nervöse Schauer über den Rücken trieb und Teil der Geschichte werden ließ. Letztlich war von Anfang an klar, was das schreckliche Geheimnis des Ortes und seiner Bewohnenden ist und doch bröckelte der Spannungsbogen an keiner Stelle und konnte das Ende in einigen Punkten überraschen. Die Handlung geht langsam voran - willkommen im Zeitalter der Kutschen und versiegelten Briefe... Normalerweise empfinde ich beschreibungsreiche, aktionsarme Erzählungen als zäh - hier war das jedoch nicht der Fall; so war ich in die Geschichte versunken!

    Zum anderen konnte mich Daphne du Mauriers Hauptprotagonistin Mary begeistern, sodass mir selbst eine Wanderung durch das Moor mit ihr Lesefreude bereitete. Mary ist Landkind und durch Schicksalsschläge schon früh eigenständig geworden, Kind ihrer Zeit und geistig dieser doch um Längen voraus und vor allem mit Neugier, Courage, Witz und Intellekt gesegnet. Ich feiere sie dafür, wie unerschrocken sie für ihre Unabhängigkeit ringt, sich dem Ehefrauendasein widersetzt und von einem selbstbestimmten Dasein träumt. 

    Zudem ist Mary ausgesprochen reflektiert, was ihre gesellschaftliche Position und Optionen als Frau angehen; weigert sich aber, sich den Regeln und Erwartungen ihrer Zeit widerstandslos zu beugen.

    Hervorragend ist der Autorin zudem die zarte und zugleich kraftvolle Liebesgeschichte gelungen, die sich nur langsam entspinnt, seitens Mary bitterlichst bekämpft wird und vor allem auf Augenhöhe stattfindet.

    Erwähnenswert finde ich an der Stelle, dass die Autorin wohl zeitlebens ihre lesbischen Gefühle unterdrückte und diese - kodiert - auch in manchen ihrer Werke thematisiert hat.

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