Bücher mit dem Tag "schieber"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schieber" gekennzeichnet haben.

14 Bücher

  1. Cover des Buches Frühling, Sommer, Herbst und Tod (ISBN: 9783453436886)
    Stephen King

    Frühling, Sommer, Herbst und Tod

     (322)
    Aktuelle Rezension von: Pajanka

    Dies war mein erstes Werk des allseits bekannten Autors Stephen King, sodass ich doch gewisse Erwartungen an das Buch hatte. Leider konnte ich nicht mit jedem der vier Kurzromane etwas anfangen. Zu der ersten Geschichte habe ich bereits auch den zugehörigen Film gesehen, die Geschichte im Buch wurde genauso gut beschrieben, wie auch der Film war. Die Freundschaft die sich hier entwickelt, sowie die Hoffnung, die nie aufgegeben wird, waren Aspekte, die mir besonders gut gefallen haben. Die zweite, realitätsnahe, Geschichte zeigt äußerst gut auf, wie viele Facetten ein Mensch doch haben kann, auch das fand ich ziemlich interessant. Die dritte und vierte Geschichte haben mich leider garnicht so richtig abgeholt, von dem her bin ich zwiegespalten, was ich im Allgemeinen von dem Buch halten soll. Insgesamt waren die ganzen Beschreibungen doch sehr ausführlich beschrieben, der Lesefluss wurde hierdurch deutlich gestört und auch der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig. Ich werde mich wohl noch dem einen oder anderen Werk von King widmen, um mir eine richtige Meinung zu bilden. Dieses Werk hat mich jetzt nicht allzu sehr in seinen Bann gezogen.

  2. Cover des Buches Wintergewitter (ISBN: 9783518467190)
    Angelika Felenda

    Wintergewitter

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Nach Band 1 um den sympathischen 'Kommissär' Sebastian Reitmeyer war ich gespannt, wie es weiter gehen würde, denn auch die persönliche Geschichte der Hauptpersonen spielt eine Rolle.

    Ich muss sagen: dieser Krimi hat mir noch besser gefallen als der erste, denn er ist spannender. Der junge Kommissar ist aus dem 1. Weltkrieg zurück und – wie viele – traumatisiert. Er hat mit Panikattacken zu kämpfen, die er aber verbergen möchte. Wehleidig ist er nicht, ebenso wenig sein auch sympathischer Polizeischüler, der mit einer Lungenschädigung durch Giftgas allen Grund dazu hätte.

    Aber alles ist relativ und es geht ihnen noch verhältnismäßig gut, was man von vielen aus dem Arbeitermilieu nicht sagen kann. Die sozialen Gegensätze haben sich verschärft. Während die einen in Saus und Braus leben, wissen andere nicht, wie sie ihre Kinder satt bekommen sollen und leben in 'Löchern' statt in Palästen. Dass dies keine gute Grundlage für das Funktionieren einer Demokratie ist, leuchtet ein. Das Erstarken des Nationalsozialismus ist also ein gewichtiges Thema.

    Diese Thematiken hat die Autorin so geschickt in eine spannende Geschichte eingewoben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, weil man z.B. auch wissen möchte, ob die junge, hübsche Gerti Blumfeld, die aus Berlin angereist ist, ihre vermisste Schwester finden wird und wie das alles mit den Morden an zwei jungen Frauen zusammenhängt.

    Dies war für mich ein so spannender und gleichzeitig anspruchsvoller Krimi, dass ich sofort mit Band 3 anfangen musste.

  3. Cover des Buches Der Schieber (ISBN: 9783832162542)
    Cay Rademacher

    Der Schieber

     (52)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Der Zünder ist draußen. Jetzt ist die Bombe nur noch ein großes Stahlrohr mit in paar Chemikalien drin. Nicht direkt ungefährlich...“


    Hamburg im Jahre 1947. Oberinspektor Frank Stave und die Mordkommission stehen in einer Halle der einstigen Werft von Blohm & Voss. Dort liegt auf einer Bombe ein toter Junge. Zuerst gilt es, die Bombe zu entschärfen. Dazu ist Millimeterarbeit erforderlich. Das Vorgehen und die Gefahren werden detailliert beschrieben.

    Der Autor hat einen spannenden historischen Krimi geschrieben.

    Der Schriftstil lässt sich flott lesen. Sehr anschaulich werden die Zerstörung in Hamburg wiedergegeben.

    Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig. Der Tote war sehr umtriebig. Er hatte seine Eltern verloren und lebte bei seiner Tante und deren Lebensgefährten. Meist aber war er unterwegs.

    Bei seinen Ermittlungen stößt Frank Stave immer wieder auf Kindergruppen. Zum einen sind das die sogenannten Kohlenklauer, zum anderen die Wolfskinder. Letztere stammen aus dem Osten und haben sich auf abenteuerlichen Wegen bis Hamburg durchgeschlagen. Es gibt für all die Gruppen nur ein Ziel: dem Hunger und der Kälte zu entfliehen. Dazu wird gekonnt das eigene Revier abgesteckt. Welche Rolle aber spielte der Tote? Hat er sich hier Feinde gemacht?

    Hinzu kommt, dass die Arbeiter von Blohm & Voss wütend auf die Engländer sind, weil sie der Zerlegung ihrer Werft zusehen müssen. Dabei gehen auch ihre Arbeitsplätze den Bach runter. Die englischen Besatzer wissen, dass sie vorsichtig agieren müssen. Trotzdem ist eine Zusammenarbeit von Frank Stave mit einem englischen Offiziellen möglich. Eine offene Frage ist, ob der Fundort des Toten eine Bedeutung hat. Wurde der Junge bewusst dort abgelegt?

    Spannend fand ich die Gespräche zwischen dem Kommissar und dem Engländer. Sie zeigen, wie brisant die politische Lage war.


    „...“Stalin ist ihr Verbündeter“, erinnert ihn Stave mit sanfter Bosheit. „War, solange Hitler noch sein Unwesen trieb. Nun sind wir nicht mehr glücklich mit Uncle Joe in Moskau. […] Und die Deutschen, die wir gestern noch mit Bomben zugeschüttet haben, würden wir nun lieber auf unserer Seite stehen haben, als auf der Moskaus.“...“


    Frank Stave besucht ein Kinderheim, um mit den Insassen zu sprechen, weil viele von ihnen erst auf der Straße gelebt haben. Auch im Krankenhaus stellt er Ermittlungen an. Dort bekommt er sarkastisch gesagt:


    „...Ich bin Tbc – Spezialist. Seit zwei Jahren haben sich meine Studienbedingen dramatisch verbessert. Meine Behandlungsmöglichkeiten sind allerdings ebenso dramatisch zurückgegangen...“


    Am Ende zeigt sich, dass das Motiv für den Mord viel profaner war. Nicht Hunger oder Neid, nein, die Gier nach Wohlstand und Neuanfang waren die Grundlage dafür.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dabei ist der Kriminalfall nur eine Seite. Mehr beeindruckt war ich von der realistischen und vielseitigen Beschreibung der Zustände im Jahre 1947.

  4. Cover des Buches Die Entdeckung der Currywurst (ISBN: 9783423219082)
    Uwe Timm

    Die Entdeckung der Currywurst

     (288)
    Aktuelle Rezension von: FrauKlopp

    „Vor gut zwölf Jahren habe ich zum letzten Mal eine Currywurst an der Bude von Frau Brücker gegessen. Die Imbissbude stand auf dem Großneumarkt - ein Platz im Hafenviertel: windig, schmutzig, kopfsteingepflastert.“
    .
    Was als buchstäblicher Leckerbissen startet, wird schnell zu einer Geschichte über das Leben von Lena Brücker während des Endes des Zweiten Weltkrieges. Anhand der Erzählungen wird noch einmal die Härte und die Grausamkeit der damaligen Zeit deutlich, aber eben auch, was Menschen (damals wie heute) am Leben hält - die Liebe. (ich hätte jetzt so gerne Currywurst geschrieben ...)
    .
    Auf knapp 190 Seiten hatte ich öfter das Gefühl mehrere Geschichten gleichzeitig zu lesen, Uwe Timm hat es sehr geschickt verwoben, so dass man immer neugierig bleibt. Was es mit der Entdeckung der Currywurst (in Hamburg) auf sich hat, mag ich jetzt nicht verraten, nur soviel: Stolpern hat immer etwas Gutes!

  5. Cover des Buches Der dritte Mann (ISBN: 9783864060762)
    Graham Greene

    Der dritte Mann

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74

    Den Film mit Orson Welles und Joseph Cotten und seine berühmte Titelmelodie kannte einst jeder. In meiner Kindheit liefen diese Filme noch beständig im regulären Fernsehprogramm. Da waren auch Schwarzweiß-Fernseher noch normal.
    Das schreibe ich nicht, um auf mein Alter hinzuweisen, sondern weil ich damals eine Liebe für diese teilweise großartig inszenierten Filme entwickelt habe.
    Umso irritierter war ich, den "Dritten Mann" in Buchform zu entdecken. Es gibt also eine Romanvorlage und dann auch noch von Graham Greene?
    Nein, gibt es genau genommen nicht. Es gibt ein Drehbuch, einen erfolgreichen Film und eine für das Drehbuch entwickelte Erzählung, die daher nicht in allen Szenen mit dem Film übereinstimmt. Und diese Erzählung ist nun also als Buch veröffentlicht worden.
    Der amerikanische Autor Rollo Martins kommt auf Einladung seines Freundes Harry Lime nach Wien. Der Zweite Weltkrieg ist beendet, Wien in fünf Sektoren aufgeteilt, vier werden von je einer Besatzungsmacht, der fünfte wird gemeinsam monatlich wechselnd verwaltet.
    Kurz nach der Ankunft erfährt Martins von einem tödlichen Unfall seines Freundes und kommt gerade noch rechtzeitig zur Beerdigung. Im Zuge seines Aufenthalts stößt er auf Ungereimtheiten den Unfall betreffend und beginnt nachzuforschen.
    Es geht um Schiebereien auf dem Schwarzmarkt, um gestrecktes Penicillin, um das Wien der direkten Nachkriegszeit. Dementsprechend düster ist die Stimmung.
    Um es gleich zu sagen, an den Film kommt die Erzählung nicht einmal andeutungsweise heran. Aber das war ja auch nie der Plan. Greene ging es um eine genauere Charakterisierung seines Personals, um eine Vorarbeit zum Drehbuch. Dementsprechend nüchtern ist der Text, der dabei aber immer noch besser ist als so mancher ambitionierte Krimi. Die Lektüre lohnt also durchaus, wenn man sich für das Thema interessiert, den Film gerade nicht zur Hand hat oder Graham Greene-Fan ist.
    Die Büchergilde Gutenberg hat übrigens eine Ausgabe herausgebracht mit Illustrationen von Annika Siems, die durch ihre schlichte Schönheit besticht und in jede vernünftige Krimisammlung gehört.

  6. Cover des Buches Vergessene Seelen. Ein Fall für Max Heller (ISBN: 9783742404138)
    Frank Goldammer

    Vergessene Seelen. Ein Fall für Max Heller

     (17)
    Aktuelle Rezension von: black_horse
    Auch im dritten Teil der Max-Heller-Reihe setzt Autor Frank Goldammer auf eine Mischung aus historischem Einblick und Kriminalfall. Diesmal geht es um tote Kinder, Drogen, Schweigen. Und auch wieder um Max Hellers Privatleben. Die Ermittlungen sind etwas schwerfällig, da hätte ich mir einen besseren Spannungsbogen gewünscht, aber einmal mehr hat mich die Erzählweise des Autors, die durch die tolle Lesung von Heikko Deutschmann sehr gut umgesetzt wird begeistert.
    Insbesondere die Beschreibung der Lage im sommerlichen Dresden des Jahres 1948. Die Wirren des Krieges sind noch längst nicht ausgestanden, es herrscht Angst vor Wertverlust des Geldes und vor einem neuerlichen Krieg. Die Teilung Deutschlands wirft ihre Schatten voraus und die sozialistische Propaganda scheint die Geister zu scheiden. Dazu kommt noch eine ganz persönliche Angst Hellers. Das alles hat Goldammer atmosphärisch dicht und authentisch im Roman umgesetzt.

    Insgesamt wieder ein gelungener historischer Einblick rund um einen interessanten Fall, der noch mehr Spannung vertragen hätte.
  7. Cover des Buches Odessa-Komplott (ISBN: 9783839210536)
    Uwe Klausner

    Odessa-Komplott

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Stefan83
    „Odessa-Komplott“ ist nach „Walhalla-Code“ das nun schon zweite Buch um den Hauptkommissar Tom von Sydow von der Kripo Berlin. Und wie schon im Vorgänger schickt Autor Uwe Klausner seinen „Helden“ erneut mitten auf die große Bühne der Weltgeschichte. Doch Vorsicht! Auch wenn das Cover vielleicht diesbezüglich Hoffnungen bzw. Erinnerungen weckt, so hat „Odessa-Komplott“ nur wenig mit den Werken Volker Kutschers gemein. Der „historische Kriminalroman“ entpuppt sich stattdessen einmal mehr als ein waschechter Agententhriller, bei dem der geschichtliche Rahmen der gewünschten Handlung angepasst wird, und nicht umgekehrt. Diese sei kurz angerissen: Berlin, Ende August des Jahres 1948. Ein Großteil der Stadt ist immer noch ein riesiges Trümmerfeld. Viele Berliner haben kein Dach über dem Kopf. Seit gut zwei Monaten besteht die sowjetische Blockade und die Angst vor dem Winter und der damit drohenden Nahrungsknappheit wächst. Doch Stalins Plan, die Einwohner zur Aufgabe und die Alliierten zum Abzug zu bewegen, ist nicht aufgegangen. Auf Befehl von General Lucius D. Clay, dem Militärgouverneur der US-amerikanischen Besatzungszone in Deutschland, wurde eine alliierte Luftbrücke ins Leben gerufen, die Berlin mittels der so genannten „Rosinenbomber“ bisher am Leben 34hält. Unter ihnen ist auch Tom von Sydow, welcher nach dem Tod seiner Verlobten durch eine V2-Rakete in den letzten Kriegstagen, aus London zurückgekehrt ist und seinen Dienst bei der Kripo wieder aufgenommen hat. In der Routine seiner Arbeit versucht er die nötige Ablenkung von all den Schrecken der Vergangenheit zu finden. Eine Vergangenheit, die ihn jedoch schon bald einzuholen scheint, denn nicht alle in Deutschland haben sich mit der Kriegsniederlage abgefunden. Als Sydow an die Gleise des Lehrter Bahnhofs gerufen wird, kann er noch nicht ahnen, dass die dort aufgefundene Frauenleiche mit einer Verschwörung in Verbindung steht, welche die Gefahr eines Dritten Weltkriegs um einiges größer werden lässt. Bei der Toten handelt es sich um die stadtbekannte Prostituierte „Lili Marleen“, die augenscheinlich das Opfers eines gezielten Mordes geworden ist. Und was Sydow zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Lili Marleen hieß im wahren Leben eigentlich Lilian Matuschek und war die ehemalige Bedienstete von Hitlers Privatsekretär Martin Bormann. Kurz vor der Kapitulation in Berlin war sie in den Besitz von Akten gelangt, welche hochbrisante Informationen und Details zu einer bestimmten Gruppierung der SS enthielten: Die so genannten „Werwölfe“. Diese sollten, im Untergrund agierend, auch nach dem Ende des Krieges den Kampf zum Feind bringen und mit gezielten Anschlägen die alliierten Truppen schwächen. Sydow muss allzu bald erfahren, dass die „Werwölfe“ nicht nur noch aktiv, sondern auch zu allem entschlossen sind. Ein Fememord bringt ihn schließlich auf die richtige Spur und lässt seine Wege mit denen der britischen Agentin Gladys McCoy kreuzen. Gemeinsam versuchen sie den Plan der Werwölfe zu vereiteln, der einen Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion entfesseln und damit dem Dritten Reich zur Wiederauferstehung verhelfen soll... Back in Berlin. Nachdem Uwe Klausner es bereits im Vorgänger vor dem Hintergrund der Wannsee-Konferenz in der deutschen Hauptstadt ordentlich krachen und unter anderem dort einen Moskito-Jäger inmitten des Flak-Feuers landen ließ, fährt er auch in „Odessa-Komplott“ große Geschütze auf. Diesmal hat er sich als Aufhänger seiner Handlung die „Werwölfe“ auserwählt. Eine SS-Organisation, die es zwar durchaus gegeben hat, allerdings laut dem Buch von Volker Koop, auf das sich Klausner auch per Fußnote bezieht, kaum erfolgreiche Aktionen gegen die von ihnen so verhassten Besatzer ausführen konnte und im Jahr 1948 bereits als zerschlagen galt. Ihre Mitglieder setzten sich dabei vor allem aus alten oder frontunerfahrenen Soldaten zusammen. Sicherlich keine perfekte Besetzung für die Rolle des Bösewichts in einem Thriller, der letztendlich die Welt an den Rand des Dritten Weltkriegs bringen soll. Das hat auch Klausner erkannt und die „Werwölfe“ kurzerhand in eine gut ausgebildete blauäugige, blonde Elite-Truppe mit Schmiss und Treue zum Führer umfunktioniert, die Befehle ohne wenn und aber ausführt. Es ist nur einer der vielen Punkte, in dem „Odessa-Komplott“ der historischen Realität zugunsten des Plots zuwiderläuft. Ganz im Stile Ian Flemings und Alistair MacLeans werden auch die restlichen Figuren des Buches skizziert. Vom unbequemen Russen und dem überheblichen Amerikaner bis hin zum kühlen Briten. Klausner nutzt bei seiner Besetzung jegliches Klischee weidlich aus, um die moralischen Fronten von Beginn an abzustecken. Wer böse ist, wer gut, selten ist das so klar definiert wie hier. (…) „Liegt Sowjetrussland dank unserer Waffenhilfe erst am Boden, knöpfen wir uns die Amerikaner vor. Dekadent, wie diese nun einmal sind, werden sie nicht imstande sein, uns ernsthaft Paroli zu bieten. Schon gar nicht die Briten, auf dem besten Wege, ihr Empire für immer zu verlieren. Und darum, Kameraden, seid guten Mutes, dass unser darbendes, am Boden liegendes und auf das Widerwärtigste geschundenes Vaterland dereinst zu alter Macht und Größe aufsteigen wird. Mit eurer Hilfe, Kameraden der SS, wird dies nicht nur möglich, sondern vom morgigen Tage an Realität werden. Noch irgendwelche Fragen?“ (…) Nun ja, höchstens die eine, ob Klausner solche Passagen vollkommen ernst meint oder lediglich die blinde Führertreue der ganz Fanatischen karikieren will. Immer wieder überraschen Handlungen und Dialoge mit einer unfreiwilligen Komik, wobei besonders letztere einfach nicht zu der demoralisierten Grundstimmung der zertrümmerten Hauptstadt passen will. Bestes Beispiel ist hier die Hauptfigur Tom Sydow, dem lediglich noch die obligatorische Bruyere-Pfeife fehlt, um die arrogante Unnahbarkeit komplett zu machen. Im Gegensatz zu seinem Auftritt im Vorgänger hat der Berliner Kripo-Beamte viel an Profil verloren. Da helfen auch die arg konstruierten Wortgefechte zwischen ihm und der Agentin McCoy nicht, die eher in ein Drehbuch, denn in einen Thriller passen. Oder wie sagte Harrison Ford einst so schön zu Star Wars-Regisseur George Lucas: "Du kannst vielleicht diesen Mist schreiben, aber ich bin sicher, Du kannst ihn nicht sprechen." Auch der Plot scheint, getragen von den Gastauftritten der politischen Größen der damaligen Zeit (Stalin, Clay, Truman u.v.m.), weitestgehend an Sydow vorbeizulaufen. Die auf dem Klappentext angekündigten Ermittlungen erweisen sich bei näherem Blick als ein unkoordiniertes Stolpern über Zufälle (der Leser ist dem Kripo-Beamten dank zahlreicher Schauplatzwechsel stets voraus), das Klausner immer wieder mit kleineren Action-Einlagen zu garnieren weiß. Angriffe mit Panzerfäuste übersteht dabei Sydow jedoch genauso unbeschadet wie der Agent mit der Lizenz zum Töten. Das trotzdem ab Mitte des Buches die Geschichte eine packende Eigendynamik entwickelt, liegt in erster Linie an den sich zuspitzenden Ereignissen. Obwohl der Leser (in der Regel) weiß, dass es einen Dritten Weltkrieg nicht gegeben hat, fiebert er dem Ausgang des Ganzen entgegen, der natürlich vor allem dazu dient, Sydows großen Auftritt vorzubereiten. Zu großen Überraschungen kommt es, trotz logischer Auflösung, deswegen natürlich nicht. Wer den historischen Hintergrund jedoch bis hierhin ausblenden und über die sehr künstliche Atmosphäre hinwegsehen konnte, wird dennoch seinen Spaß an „Odessa-Komplott“ gefunden haben. Insgesamt kann Sydows zweiter Auftritt das Niveau des Vorgängers nicht auf ganzer Länge halten. Überzeichnete Figuren, unpassender Pathos und allgegenwärtiges Helden-Gefasel verhindern eine höhere Wertung dieses Thrillers, der Freunde von gradlinigen Agenten-Geschichten aber gut unterhalten wird. Wer darüber hinaus mehr historischen Hintergrund erwartet, sollte lieber zum bereits genannten Kutscher oder den Romanen des Duos Birkefeld/Hachmeister greifen.
  8. Cover des Buches Liebe ist nur ein Wort (ISBN: 9783426419311)
    Johannes Mario Simmel

    Liebe ist nur ein Wort

     (55)
    Aktuelle Rezension von: spagetti
    Dieses Buch von Johannes Mario Simmel hat mir sehr gefallen. Es ist wie immer eine Geschichte aus dem Leben, die Liebe fehlt nie in seinen Büchern.
    Von Anfang an hat das Buch mir gefallen und ich habe es immer bei mir getragen, um esso schnell wie möglich zu lesen. Bis zum Schluss habe ich auf ein Happy End gewartet. Wie in so manchen Büchern von diesem Autor gibt es kein Happy End.
    Doch der Titel "Liebe ist nur ein Wort" hat mir zuerst gar nicht gefallen. Ich konnte mir unter diesem Titel nur oberflächliche Liebesgeschichten vorstellen. Doch dem war nicht so.

    Der junge Oliver Mansfeld, sein berühmter Vater, den er so hasst, seine Mutter in der Nervenanstalt, die Sekretärin, die alle Fäden in der Firma in der Hand hat. Eine tragische Familiengeschichte .

    Olivers grosse Liebe zu der schönen Verena, die ein hartes Leben hinter sich lässt, und aus Geldsorgen den Bankier heiratet. Dies klingt sehr verständlich, musste sie doch vor dieser Ehe für sich und ihre Tochter alleine  sorgen.

    Der Bankier Lord, ihr Mann, wusste von Anfang an von dieser verbotenen Liebesgeschichte. er war im Bilde von allen Liebensgeschichten seiner Frau Verena.

    Diese schöne Liebe, dieses rauschende Gück zerbrach unter der  Gewalt des Bösen, der Mächtigen. Der Krüppel Hansi, der erpresserische Diener Leo und die mannstolle Geraldine haben ihren Teil dazu beigetragen, diese beiden Liebenden zu trennen. 

    Eine grosse Sauerei steckt hinter diesem Selbstmord, der in meinen Augen natürlich kein Selbstmord ist.
    Dieser  Zweifel bleibt bis zum Schluss. Eine tragische Liebesgeschichte.

    Einmal mehr wird dem Leser klar, dass diese Welt von der Macht der Grossen, von Macht und Geld regiert wird.
  9. Cover des Buches Blütenreine Weste (ISBN: 9783954001361)
    Monika Detering

    Blütenreine Weste

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Horst_Berger

    Schon im Prolog wird der Leser von einer Szene überrascht, die an Verwirrung nichts zu wünschen übrig lässt. Hat sich da ein Mann über alle Maßen volllaufen lassen? Was ist mit ihm? Das ist kein Schwanken mehr, das ist ein Aufbäumen, bevor er den letzten Atemzug tut.

    „Es gabat a Leich“, würde die Stockl, Hofers Sekretärin bei den Rosenheim-Cops weitervermelden.

    Aber lassen wir diesen seltsamen, südbayerischen Konjunktiv, denn der Mann ist, da besteht kein Zweifel, endgültig tot.

     

    Wir sind also wie vor den Kopf gestoßen und können froh sein, dass Alfred Poggel Kriminalpolizeiinspektor, vom Personalmangel der Nachkriegszeit auf seinen Posten gespült, in die Ermittlungen geradezu hineinstolpert.

     

    Bald schon klärt sich auf, wer der Tote ist. Wir erfahren von Anna Puff, der Vermieterin des Inspektors und Freundin des Toten.

    Eine alte Akte Katthöfer spielt eine Rolle, weil dieser Katthöfer Entschädigungszahlungen haben will. Ein Staatsanwalt kommt ins Geschehen. Natürlich hat er eine reine Weste. Wer hätte 1950/51 keine solche gehabt? Angeblich.

     

    Eine Anzahl von Menschen begegnet uns; alles Strandgut des großen Krieges. Da waren die Westen selten rein geblieben. Man geht wieder ins Café, man trinkt wieder exclusiv. Und jetzt wissen wir schon mehr über den Toten und dass es Mord war. Sogar sein Name (er hat mehrere) ist uns bereits geläufig.

     

    Die nur scheinbar gesetzestreuen Machenschaften führen nach Essen. Wieder zwielichtige Gestalten, wieder krumme Touren. Geht es am Ende gar um Falschgeld – jetzt nach der Währungsreform? Aber da gibt es noch ein Geheimnis. Etwas, wovon ich noch nie gehört hatte, obwohl ich doch um Einiges älter bin, als die Autoren. Die Zweifel lassen sich schnell beseitigen, die Angaben entsprechen der damaligen Wirklichkeit.

    Poggel zieht also seine Kreise und am Ende ist es doch Anna Puff, die die entscheidenden Hinweise liefert.
    Das jedoch müssen Sie jetzt schon selbst lesen.

     

    Fazit: Ein gelungener Krimi, der eine schon vergangene Zeit wieder aufleben lässt. Ältere Jahrgänge werden sich trotz allem mit leichter Wehmut daran erinnern und jüngere Leser werden von einer Zeit erfahren, die sie ‑ wahrscheinlich zum Glück ‑ nicht erleben mussten. Empfehlenswert ist dieser Krimi für beide.

    Eins noch: Wenn mir die beiden Autoren meinen Bezug zu den Rosenheim Cops verzeihen, verzeihe ich Ihnen die BMW Horax, denn die gab’s auch 1950 nicht. Die Hessen (Bad Homburg) würden sich schön bedanken, wenn wir Bayern uns ihr berühmtes Motorrad unter den Nagel reißen würden. Aber davon wusste Alfred Poggel nichts. Er fuhr ja nur Rad.

  10. Cover des Buches Das Grab unter der Couch (ISBN: 9783897730847)
    Klaus Behling

    Das Grab unter der Couch

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Inflation! (ISBN: 9783866807471)
    Gunnar Kunz

    Inflation!

     (8)
    Aktuelle Rezension von: maxibiene
    Es ist kaum zu glauben, aber Hendrik Lilienthal und seine Mitbewohnerin Diana Escher können sich kaum fort bewegen, nicht ohne auf eine Leiche zu treffen. So auch, als sie sich außerhalb von Berlin um Essensvorräte bemühen. Beim nächtlichen Durchwühlen des Kartoffelackers werden sie Zeuge eines Leichenfunds. Der Tote ist kein anderer als Ulf Weber, ein moralisch großzügiger Verbrecher, der aus der Not der Leute heraus seinen Vorteil zu ziehen vermochte. Inmitten der Inflation, die gerade ihren Höhepunkt erreicht hat, handelt Ulf Weber mit allem was rar ist und musste dafür wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen.
    In seinem dritten Kriminalfall hat sich Gunnar Kunz in das Jahr 1923 begeben, als die Inflation in Deutschland seinen Höhepunkt erreicht hat. Die Hungersnöte, die zwar schon seit Jahren andauerten und für die Bevölkerung unermessliches Leid mit sich brachten, ließen auch seinen Protagonisten Professor Hendrik Lilienthal leiden. Der katastrophale Kurssturz der deutschen Mark hatte nicht zuletzt dazu geführt, dass kaum noch Lebensmittel und Essbares käuflich zu erwerben waren. Ausgerechnet in dieser Zeit hat Ulf Weber seine großen Geschäfte tätigen können. Bei ihren Recherchen zu dem Mordfall, die nicht nur Kriminalkommissar Gregor Lilienthal, sondern auch die Hobbyermittler Diana Escher und Gregors Bruder Hendrik Lilienthal, auf den Plan riefen, stießen sie auf zwielichtige Gestalten im Scheunenviertel Berlins. Und genau hier vermutet man zunächst seine Verdächtigen. Auch wenn die Mordermittlung um den toten Ulf Weber so manches Mal nur das Beiwerk der Handlung zu sein schien, wurde ich trotzdem in deren Bann gezogen. Die Alltagssituationen, die der Autor aufgezeichnet hat, haben einmal mehr gezeigt, zu wessen die Bevölkerung imstande war. Die Schuld über den Geldverfall wurde letztendlich einer bestimmten Personengruppe zugeschrieben, den Juden. Obendrein wurden diese, wie schon so oft in der Geschichte, von den Unwissenden verfolgt. Die Auflösung des Mordfalls war dann doch etwas überraschend, vor allem, was das Motiv betraf. Alles in allem hat der Autor wieder ein spannendes Werk präsentiert und auch seine Protagonisten haben sich entsprechend weiter entwickelt. Obwohl ich dieses Mal seine zahlreichen Zitate, die ich aus den Vorgängerbüchern so gemocht habe, vermisst habe, wurde ich trotzdem mit einem ausgezeichnet recherchierten historischen Hintergrund gut unterhalten.
  12. Cover des Buches Affäre Nina B. (ISBN: 9783426600436)
    Johannes Mario Simmel

    Affäre Nina B.

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Moni 3007
    Dies ist die spannende Geschichte eines skrupellosen Schiebers namens Julius Brunner, der von seiner dunklen Vergangenheit anderer Menschen lebt. Er wird gehaßt, doch immer wieder beherrscht er die anderen durch ihr eigenes Vorleben. Als er aber auch seinen Chauffeur Robert Holden, der ihn mit seiner schönen Frau Nina betrügt, erpressen will, wird er ein Opfer seiner Machenschaften.Der Roman spielt in der Zeit vom 21.8.1956 bis 9.4.1957. Der Roman beginnt mit einer Selbstanzeige des Robert Holden bei der Polizei. Robert Holden erzählt den Roman in der Ich-Form. Ich habe das tolle Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Dasselbe ist von Simmel wieder einmal hervorragend spannend geschrieben worden mit einem überraschenden Schluß. Ich war nicht auf den Mörder gekommen. Ich habe schon einige Simmel-Romane gelesen und lese sie immer wieder sehr gerne. Für mich ist auch dieses Simmel-Buch empfehlenswert. Der Roman wurde auch verfilmt.
  13. Cover des Buches Trötsch Der kleine Maulwurf Mein erstes Spielbuch (ISBN: 9783957746689)

    Trötsch Der kleine Maulwurf Mein erstes Spielbuch

     (2)
    Aktuelle Rezension von: gaby2707

    Der kleine Maulwurf erlebt mit seinen Freunden 5 kleine nette Geschichten. Dazu gibt es einen kleinen Text und eine Frage, wo ist der kleine Maulwurf. Die Frage wird beantwortet, wenn man den Schieber, der sich auf der Seite findet, betätigt und den kleinen Maulwurf so aus seinem Versteck lockt. 

    Ich finde das kleine Buch sehr liebevoll und farbenfroh gestaltet. Die 10 dicken Pappseiten halten die kleinen ungestümen Hände unserer Jüngsten sehr gut aus. 

    Unser kleiner Enkel hat sich das Buch 2 oder 3 mal angeschaut und danach verlor sich das Interesse. Nur gut, dass weiterer Nachwuchs da ist, an den das Buch dann übergeht.

    Die Altersangabe von 2 – 4 Jahre finde ich da etwas hoch gegriffen. Unser Enkel war 16 Monate, als er das Buch bekam und er wird es sich mit 4 Jahren wahrscheinlich nicht mehr anschauen. 

  14. Cover des Buches Mein Tiger Bombay (ISBN: B0027UKFQA)
    Rudolf Born

    Mein Tiger Bombay

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
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