Bücher mit dem Tag "schiller"
32 Bücher
- Friedrich Schiller
Kabale und Liebe
(1.219)Aktuelle Rezension von: birarnolIch kann mir vorstellen, dass das Stück auf der Bühne gut funktioniert. Stark überzeichnete Gefühle, viel Epos.
Insgesamt gefällt mir die Geschichte nicht wirklich gut. Reicher Jüngling liebt armes Mädchen, Probleme sind vorprogrammiert, Intrigen, um die beiden auseinanderzubringen, werden dicht gesponnen. Aber gut - so lautet ja auch der Titel.
Was mir gut gefallen hat, sind die Ansätze, die Klassenunterschiede überwinden zu wollen. Doch letztendlich waren es nicht die äußeren Widrigkeiten, welche die Liebe verhinderten, sondern die Denkweisen und Schwächen der einzelnen Personen.
- Friedrich Schiller
Die Räuber
(677)Aktuelle Rezension von: Sandra197513. Januar 1782.
An diesem Tag wurde Schillers "Räuber" uraufgeführt.
Das zunächst als Lesedrama konzipierte Bühnenstück handelt von der Intrige des Franz gegen seinen Bruder Karl, um die Alleinherrschaft über die Güter der Adelsfamilie zu erhalten.
"Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit", spricht Karl, nachdem der Vater den Verleumdungen des Franz auf den Leim gegangen war. Aus Rache schliesst er sich der Räuberbande an.
Wenngleich Schiller das Stück ursprünglich als „Der verlorene Sohn, oder die umgeschmolzenen Räuber“ betitelte und mit dem Untertitel "Ein Trauerspiel" versah, ist die Handlung doch klar an die biblische Intrige zwischen Jakob und Esau angelehnt. Man erinnert sich: Die von Jakob und der Mutter eingefädelte Intrige bringen Esau dazu, sein Erstgeburtsrecht gegen einen Teller Linsensuppe einzutauschen.
Interessant auch, wie Schiller hier das Motiv des edlen Wilden mit hineinwebt. Die ungehobelten Räuber gehen als Edle aus der Handlung hervor, dabei die gut betuchten Grossherren entthronend. Innerhalb der damaligen Feudalgesellschaft sorgte das Stück für einen Skandal.
Schiller wurde förmlich ausgebuht, man fiel in Ohnmacht, konnte die Kritik nicht aushalten.
Und gleichzeitig traf der Meister einen Nerv. Der Aufruhr gegen die feudalen Strukturen erreichte ihren Höhepunkt, Schiller wurde praktisch über Nacht berühmt.
"Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit." Was für ein gewaltiger Satz.
Was für ein gewaltiges Stück.
- Andrea Wulf
Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur
(86)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderAlexander von Humboldt ist Namensgeber von Schulen, Straßen und mehr und ist fast jedem ein Begriff. Wer war der Kerl aber eigentlich und was hat er mit unserem heutigen Leben und vor allem, mit dem Klimaschutz zu tun? Andrea Wulf hat recherchiert, geforscht, gefragt und beleuchtet und uns ein tolles Buch beschert. Auf über fünf Hundert Seiten, tauchen wir in das Leben von Alexander von Humboldt ein und erfahren sehr viel und sie zieht eben Schlüsse bis heute und nimmt uns so mit, auf eine ganz spannende Reise. Tolle Lektrüe und auch gut als Vorbereitung für Vorträge und Referate.
- Friedrich Schiller
Maria Stuart
(564)Aktuelle Rezension von: Woerterschloss_Schulbuch, Pflichtlektüre... Naja, normalerweise kann mich das, was ich für die Schule lesen "muss" tatsächlich nicht so überzeugen. Nicht, dass ich die Romane/Dramen schlecht finde, auch kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen, warum vieles "älteres" heutzutage noch gelesen werden soll, aber die Geschichten konnten nie dieses brennende Begeisterung in mir wecken, die mich privat dazu bringt, Seite um Seite umzublätter, ohne zu merken wie die Zeit vergeht, gar zu vergessen, dass ich überhaupt lese, und die Figuren nicht nur vor meinem inneren Auge lebending werden, sondern tatsächlich neben mir zu stehen scheinen. "Maria Stuart" war aber wider Erwarten anders als die Schullektüren, die ich bisher gelesen habe.
Zugegebenermaßen war ich anfangs recht skeptisch, denn das Lesen von Schillers "Die Räuber" war wirklich ein Kraftakt für mich und auch als ich die ersten Szenen dieses Dramas gelesen habe, hat mir die nicht so leicht zugängliche Sprache zu schaffen gemacht und vor allem wie unfassbar lang ich fürs Lesen gebraucht habe. Auch dass Figuren an verschiedenen Stellen anderes genannt wurden oder über sie gesprochen wurde, während sie nicht anwesend oder überhaupt noch nicht aufgetreten waren, hat es kompliziert gemacht. Das fehlende geschichtliche Hintergrundwissen hat das Ganze nicht vereinfacht.
Mit diesen Schwierigkeiten bin ich allerdings zunehmend gut zurecht gekommen, was den Lesefluss natürlich ungemein verbessert hat. Ich habe angefangen, weit über die vorgegebenen Szenen hinauszulesen, weil ich tatsächlich wissen wollte, wie es weiter geht.
Auch für die Figuren sind immer lebendiger geworden, sodass ich nicht wie anfangs verwirrt war, sondern ein Gefühl für sie bekommen habe, sie einschätzen konnte und gespannt war, welche Entscheidungen sie treffen würden.
Was auch zu meinem Vorteil war, war, dass mir Schauplatz und Handlungszüge nicht so fremd waren, da ich auch sonst sehr gerne Romane lese, die an Königshöfen spielen, in denen Intrigen und Macht, Familie und Liebe eine große Rolle spielen.
Auch das sie Emanzipation der Frau eine so große Rolle gespielt hat, hat mir sehr gut gefallen, da ich das nicht erwartet hätte - gerade da es sich um so ein "altes" Drama handelt. Jedoch waren Maria und Elisabeth beides starke Frauenfiguren und insbesondere erstere auch in anderen Bereichen ein Vorbild.
- Joachim B. Schmidt
Tell
(239)Aktuelle Rezension von: Ron_Robert_RosenbergEines vorweg: Für mich steht fest, dass dieser „Tell“ von Joachim B. Schmidt Schullektüre werden sollte. Welch ein genialer Einfall, eine geschichtsträchtige Sage in eine spannungsgeladene Story zu verpacken, ohne verstaubt oder belehrend zu wirken. Und dann die Sprache! Die zahlreichen wechselnden Figuren, an deren Gedanken der Leser perspektivisch teilnimmt, führen einen direkt in die grausame Welt des Spätmittelalters hinein, in die Gräueltaten der Habsburger und den Überlebensinstinkten der verarmten Bewohner in den Schweizer Kantonen. Ein brutales und zugleich rasantes Schauspiel.
Worum geht es? Die Sage rund um Wilhelm Tell ist der Kern des Romans, ein Freiheitskämpfer und Vorreiter der Eidgenossen. Und natürlich spielt auch der Apfelschuss vom Kopf des Sohnes eine Rolle, den wohl jeder kennt. Im Mittelpunkt stehen aber ganz andere: die einfachen Bergbauern, die um ihr karges Dasein bangen müssen und um ihre Kinder, dass sie den nächsten Winter überstehen. Ebenso die Dorfbevölkerung, die von den marodierenden Soldaten des Königs gequält und ausgenutzt werden, befehligt von einem schwächlichen, aber bürgerlich gebildeten Landvogt namens Gessler. Somit ist es Wilhelms tragische Rolle, eingebettet in eine glaubwürdige und komplexere Familiengeschichte, die die gesellschaftspolitische Dimension dieser Geschichte auf noch ganz andere Ebenen hebt. Es geht um Liebe, Verrat, Schuld und Treue sowie um alle anderen großen Gefühle bis hin zum Todessehnen. Die Tragödie im Leben dieser Geschundenen macht auch nicht Halt vor Missbrauch von Klerikern, Zweckehen, Depressionen, Generationenkonflikte, Hunger und Kindersterblichkeit. Dabei gelingt es Schmidt, dem aus der Schweiz nach Island ausgewanderten Autor, mit sprachlicher Kunstfertigkeit die Idiome längst vergangener Zeiten wiederzubeleben und dem Leser diese Welt wieder authentisch vor den Augen entstehen zu lassen. Er destilliert seine Wortschöpfung auf das Mindeste. Ein wahres Meisterwerk. Ich bin mir sicher, dass es das Potenzial für einen modernen Klassiker hat.
Gerne würde ich mehr solcher Bücher lesen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Konzept auch auf andere Sagen übertragbar wäre, z. B. auf den Rattenfänger von Hameln, Störtebecker oder Eulenspiegel. Ach ja, der Till. Den Roman „Tyll“ schrieb bereits Daniel Kehlmann 2017, ein bunter Bilderreigen während des Dreißigjährigen Krieges. Jedoch lege ich mich fest: Joachim B. Schmidt ist mit Tell eine um Längen bessere und äußerst originelle Adaption eines leicht verstaubten Abenteuerstücks gelungen. Ein Thriller statt Heimatkunde.
- B. C. Schiller
Der Moment, bevor du stirbst (Ein Fall für Targa Hendricks 1)
(194)Aktuelle Rezension von: BookLookerTarga ermittelt als verdeckte Ermittlerin. Sie soll Beweise dafür finde, dass Falk Sandman die Frauen tötet und ihn dann überführen. Dabei fängt die sonst so kalte Ermittlerin Gefühle für Falk zu ermitteln. Schafft sie es ihn zu überführen?
Sehr positiv an diesem Krimi ist, dass die Protagonistin Targa sehr authentisch wirkt und sehr viel Tiefe hat. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und richtig mit ihr mitfühlen.
Die Spannung wird durch das ganze Buch sehr gut durchgezogen, obwohl man schon von Anfang an weiß,wer der Mörder ist.
Mich hat das Buch gleich sofort überzeugt und ich bin gespannt wie es mit Targa weiter geht und freue mich, sie auf einer weiteren Ermittlung begleiten zu können. - Stefan Lehnberg
Durch Nacht und Wind
(32)Aktuelle Rezension von: ReiShimuraDie Großmeister der deutschen Literatur als kriminalistisches Duo, als ich dies gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss. Natürlich kam mehr oder weniger sofort die Assoziation mit Sherlock Holmes und Dr. Watson auf und ich denke, dies war vom Autor auch so gedacht.
Denn meiner Meinung nach, spürt man während des Lesens des Buches, dass Stefan Lehnberg nicht nur sehr gut mit der deutschen Literatur vertraut ist und sich intensiv mit Goethe und Schiller auseinander gesetzte hat, sondern auch, dass er ausgiebig die Romane rund um Sherlock Holmes genossen hat.
Die Umsetzung der Idee des Ermittlerduos finde ich so gelungen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass dies nicht nur eine fiktive Idee des Autors ist, sondern die beiden wirklich den einen oder anderen Kriminalfall gelöst haben. Unterstützt wird dies durch die altertümliche Sprechweise der Protagonisten und der der damaligen Zeit entsprechenden Rechtschreibung. Beides ist auf den ersten Blick ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, aber obwohl ich schon lange keine Werke mehr aus dieser Zeit gelesen habe, hatte ich damit keinerlei Schwierigkeiten.
Leider habe ich sehr vieles, das ich über das Leben von Schiller und Goethe in der Schule gelernt habe, mittlerweile wieder vergessen. Daher habe ich zwar die eine oder andere Anspielung bemerkt, konnte diese aber nicht wirklich einordnen und ich vermute auch, dass ich viele Hinweise auf das Leben und die Werke der beiden nicht bemerkt habe. Umfangreiche Kenntnisse über das Leben und Wirken der beiden Herren ist nicht zwangsläufig notwendig, um das Buch genießen zu können, intensiviert aber sicherlich das Vergnügen.
Der Roman vermischt mehrere Genres auf mehr oder weniger gelungene Weise miteinander. Neben den beiden offensichtlichen Genres, nämlich Historien- und Kriminalroman, kommt da auch noch Komödie, Tragödie und Satire dazu und Komponenten eines modernen Actionfilms. Viele der Elemente verwebt der Autor ganz geschickt miteinander, manche waren für mich ein wenig übertrieben und haben das Gesamtbild ein wenig verzerrt.
Der Roman hat mich im Großen und Ganzen recht gut unterhalten, trotzdem bin ich von dem Konzept nicht wirklich überzeugt. Vielleicht liegt es an meinen mangelhaften literarischen Kenntnissen oder daran, dass der Kriminalfall zwar recht interessant, aber auch ein wenig durchschaubar war.
- Sigrid Damm
Das Leben des Friedrich Schiller
(17)Aktuelle Rezension von: Viv29In "Das Leben des Friedrich Schiller" entwirft Sigrid Damm ein sehr gründliches Bild Schillers, unterstützt durch zahlreiche, gelungen in den Text eingefügte Zeitzeugenzitate. Es gelingt nicht immer so gut, solche Zitate derart angenehm in den Text einzubauen, und obwohl dies die dritte oder vierte Schillerbiographie ist, die ich las, erfuhr ich doch noch neue Informationen. Hauptsächlich sind es die Worte von Schiller selbst, die wir hier lesen können, gut in den Kontext gesetzt, aber auch viele Weggefährten kommen zu Wort. Auf viele Aspekte, die in anderen Biographien nur am Rande (wenn überhaupt) vorkommen, geht Sigrid Damm angenehmer Ausführlichkeit ein. Die Beziehung Schillers zu seinen Eltern ist zum Beispiel in diesem Buch gut beleuchtet worden, auch über die Eltern selbst gibt es Hintergrundinformationen. Das, was mir in Safranskis Biographie oft gefehlt hat: der Mensch Schiller, findet sich hier auf sehr erfreuliche Weise. Die Persönlichkeit, das Wesen Schillers, sein Umgang mit seiner Vaterrolle, seine sehr direkte Art, die Mischung aus Empfindlichkeit und fehlender Diplomatie, all dies wird hier gut dargestellt, hilft, auch den Menschen hinter dem Werk kennenzulernen. Lediglich die Ehe kommt ein wenig zu kurz.
Schillers Werk selbst wird ebenfalls gut dargestellt, wenn auch manchmal ein wenig mehr Ausführlichkeit hier willkommen gewesen wäre. Interessant die spannungsreiche Beziehung zwischen Schiller und Herzog Carl August, die auch durch einige Zitate aus Briefen Carl Augusts gut illustriert wird. Normalerweise kommt der Herzog selbst in derlei Biographien kaum zu Wort, so wurde auch er hier für den Leser etwas anschaulicher.
Sigrid Damm schafft es sehr gut, dem Relevanten genug Raum zu geben und sich nicht zu sehr in Nebensächlichkeiten zu verlieren. Dadurch liest das Buch sich flüssig. Etwas störend fand ich, daß sie sich selbst immer wieder ins Spiel brachte. Am Anfang des Buches steht ein ausführlicher Bericht, wie sie früher zu Schiller stand, wie sich dem Werk und dem Menschen näherte. Auch später kommen immer wieder Einschübe über ihre Besuche an manchen Orten, ihre Gedanken bei diesem und jenem - ich finde es immer eher unangenehm, wenn ein Autor sich derart in den Vordergrund schiebt. Wenn ich eine Biographie über Schiller lese, dann, weil ich etwas über Schiller erfahren möchte. Wann und warum der Autor der Biographie Schiller für sich entdeckt hat, oder welche Gedanken beim Anblick des Grabes der Mutter aufkommen, ist für mich nicht relevant.
Der andere Kritikpunkt ist die - mir schon aus anderen Büchern bekannte - Vorliebe Sigrid Damms für unvollständige Sätze bei der Einleitung oder Zusammenfassung eines Themas (zB "Die Nachricht vom Tod der Schwester. Die Trauer der Eltern um den Verlust der Tochter. Elisabetha Dorotheas Angst um den Ehemann." oder "Schillers Vorliebe für Geschichte. Sein Interesse am Wallenstein-Stoff, den er bereits als Historiker bekundet hat."). Gerade inmitten des ansonsten so angenehm lesbaren Stils fallen sie auf und sind zumeist ohnehin überflüssig.Manche Absätze bestehen lediglich aus einer Aneinanderreihung von Fragen ohne Antworten. Auch dies finde ich überflüssig. An manchen Stellen können wir nur mutmaßen, das ist normal. Die Mutmaßungen müssen dem Leser aber nicht vorgekaut werden.
Erfreulich ist es, daß Sigrid Damm meistens die Zeitzeugen sprechen läßt und ihre Interpretationen den Leser nicht aufdiktiert (was die Autorinnen von "Schillers Doppelliebe" leider nur zu gerne taten). Sie schildert zum Beispiel zwar ihre Eindrücke des Goethe-Schiller-Denkmals (welche sich von meinen grundlegend unterscheiden), maßt sich aber nicht an, die Freundschaft der beiden Dichterfürsten zu beurteilen oder kleinzureden. Sie läßt die beiden Freunde und andere Zeitzeugen zu Wort kommen. Das geschieht auch bei anderen Punkten und gefiel mir sehr gut (leider wurde diese Neutralität aber nicht durchgängig beibehalten).
So ist dieses Buch recht lebendig und erfreulich zu lesen, für mich eine hervorragende Ergänzung zu Safranskis Schillerbiographie, weil der Mensch und sein Umfeld hinter dem Werk hervortritt. Die oben genannten Eigenheiten der Autorin haben für mich an manchen Stellen das Lesevergnügen ein wenig beeinträchtigt, im Ganzen kann ich das Buch aber sehr empfehlen.
- B. C. Schiller
Böses Geheimnis
(70)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeEigentlich beinhaltet dieser Krimi/Thriller vieles, was ich mag, nämlich u.a. die Ermittlungen in einem "Cold Case", einem alten, nicht aufgeklärtem Mordfall. Das mag ich grundsätzlich sehr gerne, weil es einfach spannend für mich ist, neue Anhaltspunkte zusammenzutragen und zu überprüfen.
Und in diesem Buch gibt es eigentlich sogar zwei alte unaufgeklärte Verbrechen, wobei aber nur eines wirklich in den Vordergrund gerät. Es ist schon zu erahnen, dass es im zweiten Band der Reihe aber weitergeht mit den Ermittlungen.
Nun, ich mochte das Buch, aber ein bisschen enttäuscht bin ich irgendwie auch. Es hätte spannender sein dürfen; irgendwie hat mich die Geschichte nicht so wirklich berühren können. Vielleicht liegt es daran, dass mir auch die Charaktere nicht wirklich nahe gekommen sind, weder die Ermittler, noch die übrigen Beteiligten.
Den zweiten Band werde ich aber dennoch lesen, weil mich doch interessiert, was mit Mann und Tochter der Psychologin passiert ist...
10.06.2024
- Ernst von Borries
Deutsche Literaturgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart in 12 Bänden
(5)Aktuelle Rezension von: BuchgespenstErst wird der geschichtliche Hintergrund der Klassik und deren Vorläufer dargestellt. Danach erfolgt die Vorführung der Entwicklung Schillers und Goethes von ihren ersten klassischen Werken, bis zu ihren letzten. Dabei ist sowohl ihr Lebenslauf, als auch deren Zeithintergrund, die zu ihrem Werdegang beigetragen haben und ihr reger Austausch untereinander ausführlichst geschildert. Die behandelten Werke sind vollständig (die Gedichte) oder in Auszügen wiedergegeben. Die restlichen Texte wurden resümiert.
Eine gute Überblicksdarstellung zu den Werken, denen oft auch eine Interpretation beigefügt ist. Ich vermisse allerdings eine ausführliche Darstellung der Epoche mit ihren Merkmalen. Welche Werke Goethe und Schiller geschrieben haben, kann ich in jedem Literaturlexikon nachschlagen. Das hat dieses Buch den vierten Stern gekostet.
Nichtsdestotrotz bleibt es interessant zu lesen und hat auch die Komik aufgegriffen, wenn Schiller und Goethe sich gegen unliebsame Zeitgenossen verbündeten.
- Andrea Wulf
Fabelhafte Rebellen
(21)Aktuelle Rezension von: Stephan58Andrea Wulf schildert das Zusammentreffen und Leben der Frühromantiker in Jena und die Diskrepanzen zwischen den Protagonisten, vor allem auch die maßgebliche Rolle von Caroline Schlegel, die Gemeinsamkeiten, aber auch die philosophischen Auseinandersetzungen und schließlich sich trennende Wege. Fichte und Schelling, die Schlegels und Tieck, Goethe, Schiller und Novalis und schließlich noch der junge Hegel, der die anderen Philosophen noch in den Schatten stellen sollte. Wulf versteht es, Geschichte lebendig zu machen! Chapeau!
- Udo Weinbörner
Der lange Weg nach Weimar
(14)Aktuelle Rezension von: EuridikeUdo Weinbörner schildert in zwei Teilen das Leben und Wirken Friedrich Schillers so interessant und detailliert, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann, obwohl der Schreibstil durch das Biographische und die Genauigkeit des Autors nicht leicht zu lesen ist.
Ich war von Schiller und seinem Leben fasziniert, kein Wunder, dass es den Frauen seiner Zeit nicht anders ging.
Obwohl er ja beileibe kein Adonis war, lagen ihm die Frauen scharenweise zu Füßen und der Vorname "Charlotte " hat es ihm scheinbar angetan.
Ansonsten hat das Leben ihm übel mitgespielt und auch das wurde hier sehr ausdrucksvoll und einfühlsam geschildert.
Interessant war sein Verhältnis zu Goethe, das ich so noch nicht gehört hatte.
Ein Anliegen des Autors ist es, auf Schillers Werke aufmerksam zu machen und es ist bei mir zumindest gelungen. Die Räuber sind gelesen und das wird nicht das letzte Drama von ihm sein.
- Stefan Lehnberg
Die Affäre Carambol
(79)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerFrankfurt zur Zeit der Vorherrschaft Napoleons über Europa. Goethe besucht mit seinem Freund Schiller seine Mutter. Am Tag der Abreise werden sie zu einem Gespräch beim Fürsten Thurn und Taxis gebeten. Dort informieren sie zwei Stadträte über rätselhafte Vorgänge in und um Frankfurt, die alle befürchten lassen, dass es zu einer erneuten Besetzung Frankfurts durch die Franzosen kommen könnte. Goethe schlägt vor, den Gesandten Frankreichs offen zu informieren, doch zu dem anberaumten Gespräch kommt es nicht mehr, denn der Gesandte und sein Gesinde werden ermordet, sein Schloss abgebrannt. Wer ist der mächtige und scheinbar allwissende Gegner? Goethe und Schiller beschließen, vorerst in Frankfurt zu bleiben und den ungleichen Kampf aufzunehmen. Beide geraten mehrfach in Lebensgefahr, können eine wahrhaft gigantische Intrige aufdecken, bleiben aber letzten Endes die Verlierer.
Mit "Die Affäre Carambol" legt der Autor Stefan Lehnberg bereits den zweiten Roman mit den Ermittlern Goethe und Schiller vor, Parallelen zu Holmes und Watson sind unübersehbar und gewollt. Ebenso wie Holmes hat der Dichterfürst Goethe so seine Macken und Befindlichkeiten, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Wer es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt, wird mit dieser Räuberpistole bestens unterhalten.
- Thomas Persdorf
Caroline und der 53. Gast
(8)Aktuelle Rezension von: NimithilCaroline von Löschwitz ist eine junge Lehrerin in der DDR. Sie fährt als Vertretung für ihre Mutter zu einer Gedenkfeier von Schiller. Dort fällt sie ins Koma und ihr Leben ändert sich.
Ein komplexer Schreibstil, sehr gute Recherchen und Fachbegriffe sorgen dafür, dass dies kein Buch ist welches man einmal schnell zwischendurch liest. Besonders die Recherchen zur damaligen Zeit, sowie auch Akzente sind gut in den Buch beschrieben und geschrieben. Es zeigt wie sorgfältig der Autor dabei vorgegangen ist und wie wichtig ihm dieses war. Der Nachteil ist dabei jedoch, dass ich als Leser einige Begriffe nicht kannte und so zwischendurch mal das Buch zum nachschlagen aus der Hand legen musste.
Mir fehlt jedoch die Struktur in dem Buch. Es gibt keine Kapiteltrennungen, Unterteilungen und teilweise Text der ohne Absatz über zwei Seiten geht. Auch ist es an manchen Stellen sehr ausschweifend, bzw. durcheinander so dass ich mich verloren gefühlt habe, z.B. wenn Briefe zwischen Caroline und ihren Freund geschrieben werden könnte man diese in einer anderen Schrift hervorheben. So muss man als Leser erst einmal erkennen worum es sich handelt, was zwar mit dem Verlauf leichter fiel aber immer noch unangenehm war.
Man lernt zwar einiges über die Vergangenheit, allerdings war es mir zu ausschweifend und unstrukturiert. - Paul Kühn
Die Frauen um Goethe. Weimarer Interieurs. [In 2 Bänden].
(1)Aktuelle Rezension von: Viv29Dieses Buch gibt es nur antiquarisch, aber es lohnt sich, denn es ist einer der besten Bücher, die ich je über Weimar gelesen habe. In "Die Frauen um Goethe" entfaltet sich ein Panorama der Weimarer Gesellschaft zu Goethes Zeit, werden die Beziehungen, Zuneigungen und Ablehnung ganz hervorragend dargestellt und analysiert. Viele uns bekannte - und auch einige fast unbekannte - Namen erheben sich von den Buchseiten und erlangen durch die Worte Paul Kühns ganz neues Leben. Ich war zutiefst beeindruckt, wie der Autor das Weimar Goethes wieder aufstehen lassen konnte.
Er tut dies in einem sehr emotionalen, lebendigen Stil. Es ist ein gutes Stück Überemotionalität enthalten, an manchen Stellen recht viel Pathos und eine Überbenutzung von Adjektiven, aber man muß bedenken, daß das Buch 1910 geschrieben wurde und den Stil im Kontext seiner Zeit sehen. Das allein macht schon einen Teil der Lesefreude aus, denn so bekommt man nicht nur einen Blick ins goethische Weimar, sondern auch in die Seelenwelt des frühen 20. Jahrhunderts. Letztlich hat dieser emotionale Schreibstil dann trotz einiger heute unfreiwillig komischer Formulierungen das Buch und seine Personen mit wesentlich mehr Leben gefüllt, als es zB in Norbert Oellers etwas blutleerem "Weimar - Literatur und Leben zur Zeit Goethes" oder dem teils schnippisch-drögen "Schillers Doppelliebe" von Kirsten Jüngling und Brigitte Roßbeck gelang.
Der Hauptfokus des Buches liegt auf Goethes Verbindung zu Charlotte von Stein, die genauestens betrachtet wird und auch eine Art roter Faden für das Buch ist. Ganz hervorragend wird hier analysiert, was die beiden einander waren und was nicht, was zum Bruch und zur erneuten Annäherung führte. Das habe ich bisher noch in keinem Buch so fundiert und gut gelesen. Goethes Verbindung zu Christiane Vulpius wird ebenfalls detailliert erzählt und auch hier ist der scharfe Blick auf das Innenleben und die charakterlichen Eigenschaften sehr bemerkenswert.
Der Verbindung und Ehe zwischen Friedrich Schiller und Charlotte von Lengefeld ist ebenfalls ein längerer Abschnitt gewidmet, und selten las ich die Geschichte der beiden so lebensnah und packend (schon gar nicht im o.e. "Schillers Doppelliebe"). Kühn setzt hier vieles in den richtigen Kontext, erklärt die Kultur der Empfindsamkeit und überbordenden Gefühlsäußerungen sehr gut, entkräftet schon dadurch einige Gerüchte um Schiller und seine Schwägerin. Er geht tief in die Seele Schillers und erklärt diesen komplexen Menschen auch durch dessen Beziehungen zu Charlotte von Kalb und einigen anderen Frauen. Man erkennt hier wesentliche Zusammenhänge und findet sie ausgezeichnet erklärt.
Neben diesen "Hauptpersonen" erfahren wir aber auch viel über die anderen Paare der Weimarer Zeit. Der Blick auf Herzog Carl Augusts Ehe und spätere Nebenehe ist so informativ, wie ich es bislang noch in keinem Buch las, wieder werden relevante Hintergründe erklärt, die vieles verständlicher machen. Zahlreiche weitere Ehepaare werden beschrieben, die teilweise recht turbulenten Entwicklungen unterhaltsam erzählt. Die vielen kleinen Erzählstränge fügen sich zu einem farbigen Tableau des Weimarer Lebens jener Zeit zusammen.
Unterstützt wird der unterhaltsame Text durch zahlreiche Zitate aus Briefen, Gedichten und anderen zeitgenössischen Dokumenten. Diese sind gut gewählt, einige sind bekannt, andere waren mir völlig neu. Wer das goethische Weimar wiederauferstehen lassen möchte, der sollte in einem Antiquariat nach diesem sehr gelungenen Buch suchen!
- Helge Hesse
Ein deutsches Versprechen. Weimar 1756–1933 | Die Bedeutung Weimars für die weltweite Kunst und Kultur
(3)Noch keine Rezension vorhanden - Renate Feyl
Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit
(28)Aktuelle Rezension von: ugadenneDas Buch handelt von Caroline von Wolzogen, der Schwägerin von Friedrich Schiller. Viele Details, die in keiner Biographie über Schiller auftauchen, werden hier berichtet.
Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben und auch der Schreibstil ist an die Zeit (18./19.Jahrhundert) angepasst. Die vielen französischen Wörter, die damals verwendet wurden findet man hier wie auch diverse Redewendungen aus jener Zeit. Sehr eindrucksvoll werden die Gefühle der Caroline als auch die diversen Charaktereigenschaften und vielen Krankheiten Schillers beschrieben. Der Text liest sich wie eine Autobiographie und man taucht tief in das Leben der Caroline ein. Ein hervorragendes Buch. Hat man sich erst mal an den Schreibst gewöhnt, mag man es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Ich habe aber trotzdem nur vier Sterne vergeben, denn ich vermisse die Quellenangaben, so dass man nicht weiß, was ist Fiktion und was Realität.
- Nobert Oellers
Weimar
(2)Aktuelle Rezension von: Viv29Der Gedanke, die Geschichte jener knapp sechzig Jahre zu erzählen, in denen Weimar eine Hochburg der Kultur und der deutschen Geistesgrößen war, ist eine sehr gute. In diesem Buch wird in sechs Kapiteln jener Zeit zwischen 1775 (Goethes Ankunft in Weimar) und 1832 (Goethes Todesjahr) gedacht, das erste dieser Kapitel gibt eine (sehr trockene) Übersicht über Weimar vor 1775.
Die Aufmachung des Buches ist durchschnittlich. Ziemlich kleine Schrift, durchschnittliches Papier, einige Abbildungen. Es sticht nicht sonderlich heraus.
Hauptsächlich geht es im Buch neben Goethe und Schiller um Wieland und Herder. Andere Weimarer Persönlichkeiten wie der Herzog, seine Frau, seine Mutter, seine Maitresse, Johanna Schopenhauer, Charlotte von Stein, später Eckermann kommen auch immer wieder vor. Ein Überblick über die wesentlichen Weimarer Einwohner jener Zeit ist also gegeben.
Der Inhalt ist eine Mischung aus erzählerischem Text und zahlreichen Zitaten von Zeitgenossen. Hier ist eine Vielfalt an Leuten vertreten, die Zitate sind zahlreich und überwiegend gut gewählt und angenehm in den Text eingebunden. Der erzählerische Text wird auf angenehme Weise durch die direkten Ansichten der Menschen jener Zeit ergänzt. Es finden sich hier die mittlerweile etwas überbenutzten Zitate, ohne die kein Buch ohne Goethe anscheinend auskommen kann (warum auch immer): Schillers "stolze Prüde", Johanna Schopenhauers Tasse Tee für Christiane Vulpius und Bettina Brentanos tollgewordene Blutwurst. Daneben gibt es aber auch viele Zitate, die mir neu waren und die ich oft sehr unterhaltsam fand.
Der Text des Buches hat mich dagegen weniger angesprochen. Größtenteils ist alles recht trocken erzählt, nur selten blitzt mal eine originellere Formulierung durch. Gestört hat mich, wie oft aufgezählt oder summiert wird. Von Wieland lesen wir im ganzen Buch fast nur Passagen in der Art von "Wieland arbeitete an x, dann noch an y und stellte z fertig". Auch gerne genommen "Goethe reiste am soundsovielten nach x, kam dort am soundsovielten an, reiste drei Tage später nach y". Das mag rein zur Informationsvermittlung geeignet sein, aber wer möchte denn ständig solche Auflistungen lesen und kann (möchte) sie sich merken? Auf der Werke der Autoren selbst wird so gut wie gar nicht eingegangen. Wir erfahren, wer was wann schrieb, das war's. Manche Ereignisse, Hintergründe werden kurz angesprochen, aber nicht hinreichend erklärt. Mit Hintergrundwissen geht dies, aber der Leser ohne Hintergrundwissen wird öfter verwirrt sein.
Die Personen selbst sind mir auch relativ fremd geblieben. Dieses Buch hätte mich nicht neugierig auf Schiller, Herder oder Wieland gemacht, und auf Goethe wohl eher auch nicht. Die Fakten lassen nur sehr selten die Menschen hinter den Namen lebendig werden. Man erfährt ab und an etwas Persönliches, Herders Griesgrämigkeit und soziale Unverträglichkeit kommen gut heraus; den Eindruck, den Goethe auf andere machte (oder eben nicht) ist unterhaltsam, ein paar launige Fakten, wie Goethes Gedicht über außereheliche Impotenz, sind nett zu lesen, aber diese Dinge machen nur einen kleinen Teil des Buches aus. Größtenteils besteht das Buch aus trockenen biographischen Fakten, mit ein paar persönlicheren Einsprengseln. Sehr enttäuschend das Kapitel, das sich schwerpunktmäßig der Freundschaft zwischen Goethe und Schiller widmet. So uninspiriert las ich von dieser Freundschaft bisher noch nicht. Schillers Todeskampf, sein Tod werden nebenbei, ohne weitere Informationen (die nun wirklich zahlreich vorhanden sind) erwähnt. Goethes letzte Tage sind dagegen en detail berichtet. Allgemein ist Schiller etwas summarisch abgehandelt.
Es erschien mir ohnehin, daß die Autoren sich vielleicht mit der Fülle der Themen ein wenig verzettelt haben. Das letzte Kapitel widmet sich fast ausschließlich Goethe, weil seine Weggefährten zu dem Zeitpunkt fast alle verstorben waren. Hier wird es persönlicher, man spürt den Menschen Goethe, bekommt ein besseres Verständnis. Das Summarische ist kaum noch vorhanden, vielleicht, weil sich die Autoren hier auf eine Person konzentrieren konnten.
So schließe ich das Buch nicht sonderlich begeistert. Informationen gab es, aber sie wurden für meinen Geschmack nicht unterhaltsam oder ansprechend präsentiert, trotz der guten Idee mit den Zitaten. Es fehlte das Gefühl für die Großen von Weimar, für die Menschen hinter den Werken, es wurde zuviel aufgezählt, zu wenig erzählt.
- Christian Liederer
Johann Wolfgang von Goethe: Leben und Werk
(1)Aktuelle Rezension von: pardenINTERESSANTE KURZBIOGRAFIE...
Sein Name steht stellvertretend für die deutsche Literatur überhaupt: Johann Wolfgang von Goethe. Seine Werke sind fester Bestandteil nicht nur des deutschen, sondern des weltliterarischen Kanons, alle Schüler werden mit ihnen konfrontiert, und Wendungen, Aussprüche und Verse aus seinen Texten sind aus dem deutschen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. Welcher Mensch aber verbirgt sich hinter dem großen Namen? Welches waren seine Prägungen, was seine Entwicklung, seine Erfindungen? Was ist es, dass sein Schreiben, sein Denken und Schaffen so einzigartig macht? (Verlagsbeschreibung)
Christian Liederer erweckt in seinem Hörportrait ein Denkmal zum Leben. Er lässt andere über Goethe sprechen, stellt die Biografie und zentrale Werke des Wahl-Weimarers exemplarisch vor und beleuchtet dabei die so unterschiedlichen Facetten eines langen Lebens, die sich in den Zuschreibungen und den Namen und Etiketten spiegeln, die sich bis heute mit Goethe verbinden: Dichterfürst, Geheimrat, Universalgelehrter und vieles mehr.
Kurzbiografien wie diese (die ungekürzte Hörbuchausgabe dauert gerade einmal 2 Stunden und 31 Minuten) bieten eine angenehme Möglichkeit, sich näher mit einer berühmten Person zu befassen ohne gleich ein halbes Studium absolvieren zu müssen. So erfährt man hier einiges über Goethes Kindheit (keine normale Schule, sondern Hauslehrer), sein junges Erwachsenenalter (nicht sonderlich sympathisch, dafür mit etlichen Ängsten gesegnet), sein Leben am Hofe von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (mit lästigen Amtsverpflichtungen, die er bald leid ist), sowie seine Flucht nach Italien. Die (nicht standesgemäße) Beziehung zu seiner späteren Frau Christiane sowie die Freundschaft zu Friedrich Schiller, dessen früher Tod Goethe tief trifft, werden ebenso näher beleuchtet wie beispielsweise Goethes naturwissenschaftliches Interesse.
Goethe ist erst Mitte 20, als er ernsthaft mit dem Schreiben beginnt. Innerhalb weniger Wochen verfasst er "Die Leiden des jungen Werthers", seinen ersten Roman. Dieses Buch verschafft dem Schriftsteller gleich einen Erfolg, denn es drückt genau das aus, was junge Leute in ganz Europa denken und fühlen. Dass einige der Leser nach der Lektüre den Freitod wählen, behagt Goethe jedoch ganz und gar nicht. Spätere Werke wie Faust I. werden hier ebenfalls kurz vorgestellt.
Tatsächlich hatte ich beim Hören (versiert vorgetragen von Axel Thielmann) das Gefühl, ein wenig von dem Menschen Goethe hinter der allgegenwärtigen Verehrung zu entdecken. Einen Mensch mit Fehlern und Emotionen, was er allerdings häufig genug in Kreativität ummünzte. Vieles von dem, was ihn beschäftigte, findet sich in Goethes Werken wieder.
Alles in allem eine interessante Kurzbiografie, die mir gut gefallen hat.
© Parden
- Dirk Ippen
Des Sommers letzte Rosen
(11)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer100 deutsche Gedichte aus einem Zeitraum von fast tausend Jahren (1901 – 1999) hat Dirk Ippen in diesem Band zusammengetragen. Die schönsten Werke berühmter Dichter wie Goethe, Schiller und Heine finden hier ebenso Platz wie die moderne Lyrik von Brecht oder Rilke. So ist eine breite Sammlung beliebter Gedichte entstanden. Des Sommers letzte Rosen wurde in der 11. Auflage 2018 im Verlag C.H. Beck veröffentlicht.
Über den Verlag selbst bin ich auf diesen Gedichtbank aufmerksam geworden und freue mich, so wieder einmal in den Genuss des Lyrischen gekommen zu sein. Im Buch finden sich sehr viele Gedichte wieder, die ich aus meiner Schulzeit kenne, was sicher vielen, die den Band lesen, so ergehen wird. Das Cover ist sehr ansprechend und seinem Titel gerecht werdend gestaltet und gibt dem Ganzen einen romantisch-verspielten Charakter, was sehr mit dem Inhalt harmoniert. Die bunte Mischung macht Des Sommers letzte Rosen für all jene zu einem besonderen Erlebnis, welche Gedichten etwas abgewinnen können.
Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn´Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.
– aus Theodor Storm „Die Stadt“-
Fälschlicherweise von mir angenommen sind die Gedichte nicht die beliebtesten unter der deutschen Bevölkerung, sondern jene, welche am Häufigsten in Anthologien des 20. Jahrhunderts gedruckt worden sind. Der Titel erscheint mir somit etwas sperrig, weil es sich ja nicht zwangsläufig um die populärsten Gedichte handeln dürfte. Nichts desto trotz ist eine doch schöne Sammlung entstanden, die Liebhaber der Lyrik sicher bereichern wird.
Johann Wolfgang von Goethe ist mit den meisten Gedichten vertreten, was aufgrund seiner Bedeutung für deutsche Lyrik sicher nicht weiter verwundern dürfte. Auch ich mag seine Werke sehr. Persönlich hätte ich mir dennoch weitere Dichter gewünscht, die es leider nicht in diesen Band geschafft haben. Darunter z.B. Joachim Ringelnatz. Die elfte Auflage erscheint mir nach dem Sichten seiner Vorgänger besonders reizvoll, vor allem wegen seiner rosigen Aufmachung.
Ein zu großen Teilen gelungener Sammelband deutscher Poesie, der durch ein sehr ansehnliches Cover, sowie anmutige und nachdenkliche Texte besticht.
Ich danke dem C.H. Beck Verlag! - Rita Harenski
Zauberwort
(5)Aktuelle Rezension von: ChaosQueen13Eine wunderbare Gedichtsammlung für Kinder. Man sollte Kinder schon rechtzeitig in die Welt der "Zauberwörter" einführen. Dieses Werk eignet sich bestens dafür. Mit entzückenden Bildern wird dieser Band zu einem wahren lyrischen Schatz. * "Vom Baum lernen, der jeden tag neu sommer und winters nichts erklärt niemanden überzeugt nichts herstellt * Einmal werden die bäume die lehrer sein das wasser wird trinkbar und das lob so leise wie der wind an einem septembermorgen." * Zum Vorlesen nicht nur für Kinder sondern für die ganze Familie geeignet. - Christian Tielmann
Unsterblichkeit ist auch keine Lösung
(6)Aktuelle Rezension von: Viv29Der Gedanke, zu sehen wie mein verehrter Goethe in der heutigen Zeit zurechtkommt, ist sehr reizvoll und daß es eine hervorragende Buchidee ist, habe ich in "Anna und der Goethe" bereits erfreut bemerkt. Christian Tielmann geht diesen Gedanken von einem originellen Blickwinkel an - Goethe und Schiller machen keine Zeitreise, sondern sind einfach nicht gestorben und leben deshalb 2019 als rüstige Herren von 270 bzw 260 Jahren. Warum das so ist und warum manche Gefährten (die Ehefrauen, Cotta, Eckermann ua) ebenfalls noch leben, andere dafür nicht, wird leider nicht erklärt. Letztlich ist es aber auch nicht wirklich wichtig, man muß sich eben auf diese Idee einfach mal einlassen.
Und so begegnet uns Goethe zu Buchanfang auf dem Bahnsteig von Weimar, wo er auf den Regionalexpress und Schiller wartet. Ein gelungener Einstieg, der uns gleich in die Geschichte hineinführt und die notwendigen Hintergrundinformationen gut vermittelt. Wie dann Schiller in letzter Minute erscheint und wie unterschiedlich die beiden Geistesgrößen ihre Bahnreise angehen, das ist unterhaltsam und gut geschildert. Genau so könnte ich es mir vorstellen. Überhaupt hat Christian Tielmann meines Erachtens sowohl Schiller wie auch Goethe gut in die neue Zeit transportiert, die meisten Verhaltensweisen erscheinen mir absolut nachvollziehbar, oft habe ich innerlich mit dem Kopf genickt und gedacht: "Ja, genau so würde Goethe das heute angehen." Einige nette Text- und Zitatanspielungen finden sich auch immer wieder, und gerade Goethefans werden einige schöne Stellen finden. Schiller kam im Buch leider weniger vor, als ich es von einem "Goethe-Schiller-Desaster" (so der Untertitel des Buches) erwartet hätte. Wir erleben alles aus Goethes Sicht, das paßt auch gut, aber Schiller kommt irgendwie nur am Rande vor. Ich hätte mir viel mehr Interaktionen zwischen den beiden gewünscht.
Der Schreibstil ist eingängig und läßt sich sehr leicht lesen. Ich hatte das Buch als Geschenk einer lieben Freundin im Urlaub als Abendlektüre dabei und es war dafür auch genau richtig - von Stil und Inhalt her heiter-leicht, zum Lesen sehr entspannend. An wenigen vereinzelten Stellen fand ich einige Formulierungen ziemlich holprig, wie zB auf Seite 174: "Schiller stand auf: 'Wir sehen dich dann nachher bei der Lesung,' schlug Schiller vor." Dies sind aber wirklich nur Ausnahmen. Nicht so gut gefiel mir, daß es manchmal etwas platt wurde, so finde ich den Gag, daß Goethe von Kohlensäure rülpsen muß, einfach zu flach, versehentliche Rülpser waren vielleicht in den 1970ern noch etwas, was das Publikum zu Lachen brachte, und die dreimalige Verwendung von "Schiller, die Sau" war mir ebenfalls zu flach und wäre außerdem nichts, was Goethe (noch dazu wiederholt) sagen würde. Da hätten die Eigenheiten unserer Klassikerfreunde doch wesentlich geistvolleren Humor ermöglicht.
Interessant ist die Begegnung von Goethe und Schiller mit ihrem größtenteils jugendlichen Publikum in einer Welt, in der diese beiden Autoren (leider!) nicht mehr die Bedeutung haben, die ihnen früher zuteil wurde. Beide gehen im Buch ganz anders damit um, und auch hier habe ich innerlich oft genickt und mir gedacht, daß es sehr gut ausgearbeitet ist und ihren Persönlichkeiten entspricht. Man sieht an vielen Stellen, daß Christian Tielmann tiefgehendes Wissen über Goethe und Schiller hat und sich sorgfältige Überlegungen zu ihren Reaktionen und Gedanken gemacht hat. Es sind viele originelle Szenen enthalten. Die Lesungsszenen (unsere beiden Weimarer Größen sind auf einer Lesungstour) wiederholen sich leider manchmal doch ein wenig und an manchen Stellen hatte ich mir etwas mehr erwartet, aber ich habe an keiner Stelle das Interesse verloren und war immer gespannt, was ihnen als nächstes widerfährt und wie sie damit zurechtkommen. Auch die teils trostlose Welt der Kleinstädte, der veralteten Pensionen und oft desinteressierten Lesungsgastgeber war richtig gut einfangen.
Das Ende hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Nachdem das Buch sich durch Humor und Leichtigkeit auszeichnete, war mir dieses Ende für den allgemeinen Tenor einfach zu viel, zu heftig. Es ging so weit weg von der Ausrichtung des Buches, daß es leider eben auch die Wertung stark beeinflußt hat. Die letzten Zeilen des Buches sind dagegen wieder sehr passend. Insgesamt kann ich das Buch durchaus empfehlen, weil man sich auf eingängige Art mit Goethe und Schiller beschäftigen kann, die Anspielungen und kleinen Zitate Spaß machen und unsere zwei Klassiker gut in die heutige Zeit transportiert wurde. - B. C. Schiller
Strandmädchentod
(11)Aktuelle Rezension von: trollchenStrandmädchentod
Herausgeber ist Independently published (18. Juni 2018) und es hat 416 Seiten.
Kurzinhalt: Du treibst allein im weiten Meer. Du spürst das Salz auf deiner Haut. Und wenn ich dich küsse, dann bist du tot... Drei junge Au-Pair-Mädchen genießen ihr unbeschwertes Leben in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Bis plötzlich eine von ihnen verschwindet und wenig später am Strand gefunden wird, bestialisch ermordet. Das Opfer, die junge Bea, ist Österreicherin. Deshalb schickt die Kripo Linz ihren besten Mann, Chefinspektor Tony Braun, nach Tallinn, um den Mord aufzuklären. Die Polizei tappt im Dunkel, doch dann verschwindet ein weiteres Au-Pair-Mädchen. Ist auch sie dem Killer in die Hände gefallen? Und welchen Plan verfolgt der junge Arto Kaukonen, der seiner todkranken Tochter eine Nierentransplantation finanzieren muss und sich deshalb auf dubiose Geschäfte einlässt? Bald wird klar: Tony Braun hat es mit einem Serienkiller zu tun, für den Au-Pair-Mädchen eine schwere Schuld auf sich geladen haben. Als Tony Braun hinter das Geheimnis des Serienmörders kommt, ist es beinahe zu spät, denn der Killer segelt bereits mit einem neuen Opfer hinaus aufs offene Meer.
Meine Meinung: Ich fand das Buch von Anfang an schon sehr spannend geschrieben. Die Spannung blieb auch bis zum Schluß erhalten. Die Kapitel waren kurz und luden zum schnelleren Lesen ein. Es gab auch sehr viele Wendungen und Irrungen, sodass man immer umdenken musste, wer nun der Täter sein könnte. Deswegen war es auch so mitreißend. Die Personen sind sehr sympathisch und auch sehr gut herausgearbeitet. Auch das bildhafte Beschreiben sorgte für ein tolles Kopfkino. Die Handlungsstränge sorgen am Ende für ein tolles Zusammenfinden. Dieses Buch ist ja schon das achte, aber jedes Buch kann unabhängig voneinander gelesen werden. Ich finde es megatoll.
Mein Fazit: Das Buch hat top 5 Sterne verdient und ich kann es jedem Thrillerfan guten Gewissens empfehlen. Ich bin ein Fan des Autors.














![Die Frauen um Goethe. Weimarer Interieurs. [In 2 Bänden]. Cover des Buches Die Frauen um Goethe. Weimarer Interieurs. [In 2 Bänden]. (ISBN: B075DTYPDS)](https://images.lovelybooks.de/img/90x/lb-cover/B075DTYPDS_1556703279592_xxl.jpg)








