Bücher mit dem Tag "schlesien"
50 Bücher
- Miriam Georg
Die Verlorene
(253)Aktuelle Rezension von: mabuerele„..Als Änne fiel, wusste sie, dass sie sterben würde. Der Hocker wackelte erst bedrohlich, dann kippte er, ihre Füße verloren den Halt…“
Änne ist Lauras Großmutter. Sie wird noch wenige Tage im Krankenhaus leben, aber aus der Ohnmacht nicht wieder aufwachen.
Die Autorin hat einen bewegenden historischen Roman geschrieben. Dabei hat sie auch Erinnerungen ihres Großvaters mit verarbeitet. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt vor allem die Emotionen der Protagonisten zum Tragen und sorgt für eine permanente innere Spannung. Das Geschehen wird auf zwei Handlungsebenen erzählt. Eine spielt 2019 in Frankfurt, die zweite beginnt 1943 auf einem Gut in Oberschlesien.
Als Laura die Wohnung der Großmutter betritt, findet sie dort ein Bild.
„...Die Frau auf dem Bild saß vor einem Spiegel. Aber während sie ruhig, beinahe abwesend lächelte, schien ihr Ebenbild verzerrt von Trauer. Es sah aus, als wolle es durch das Glas nach ihr greifen…“
Wer hatte ihrer Großmutter das Bild geschickt? Und wer war die Frau auf dem Bild, die ihrer Großmutter so ähnlich sah? Die Großmutter hatte nie von einer Schwester gesprochen.
Laura findet die ehemalige Wohnadresse ihrer Großmutter. Nach deren Tod beschließt sie kurzerhand, nach Polen zu fahren. Sie ist schwanger, von der Arbeit freigestellt und hat deshalb Zeit.
Sie findet das einstige Anwesen, das gerade zu einer Pension umgebaut wird. Dort hängen noch alte Bilder, die mehr Fragen aufwerfen als sie Antworten geben.
Der Strang der Vergangenheit erzählt die Geschichte der Zwillingsmädchen Änne und Luise. Im Jahre 1943 sind sie schon junge Frauen. Sie haben eine enge Beziehung zueinander, sind aber charakterlich sehr unterschiedlich. Zwar ist auf dem Gut vom Krieg nicht viel zu merken, doch die Zeitverhältnisse werfen trotzdem Schatten auf den Hof. Es ist eine Geschichte von Zuneigung, Verlust und nicht wieder gut zu machenden Fehlern.
Für Laura und ihre Mutter Ellen wird erst ganz am Schluss deutlich, was ihnen Änne immer verschwiegen hat.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie tief die Zeitverhältnisse in die Familienstrukturen eingegriffen haben.
- Hanni Münzer
Heimat ist ein Sehnsuchtsort
(108)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Schlesien, 1928: Nach dem Tod des Vaters muss der Komponist Laurenz den elterlichen Hof übernehmen. Mit seiner Frau Annemarie und den beiden Töchtern Kathi und Franzi findet Laurenz auch als Bauer sein Glück und die beiden Kinder wachsen auf dem elterlichen Hof auf. Während Kathi mathematisch hochbegabt ist, leidet Franzi an einer seltenen Krankheit und kann nicht sprechen. Als die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Macht übernehmen, scheint auch die dörfliche Idylle, in der die schlesische Familie lebt, zusehends betroffen. Denn Kathi gerät in den Fokus der Behörden, als sie einen Mathematikwettbewerb gewinnt und auch Annemarie hütet ein großes Geheimnis....
Persönlicher Eindruck:
Hanni Münzer erzählt im ersten Band ihrer Heimat-Dilogie vom Leben einer schlesischen Bauersfamilie. Das Leben auf dem Land, das Aufwachsen der beiden Kinder und die politischen Gegebenheiten, die Ende der 1920er Jahre zweifelsohne einen Umbruch in der Geschichte des Deutschen Reiches bringen, sind allesamt Thema dieses spannenden und mitreißenden Romans.
Im Mittelpunkt stehen letztendlich die beiden Töchter der Sadlers, Kathi und Franzi. Kathi ist schon seit früher Kindheit ein Wunderkind – sie interessiert sich für komplexe Zusammenhänge, liebt Mathematik und Physik. Ihre kleine Schwester Franz hingehen leidet an einer seltenen Krankheit, weshalb sie auch nie sprechen lernt und sich mit Kathi lediglich durch Summen verständigt. Zudem scheint Kathi auch geistig etwas zurückgeblieben, wird aber dennoch von allen geliebt und wächst scheinbar glücklich und unbeschwert auf dem elterlichen Hof auf.
Die Erzählung ist eingängig, der Schreibstil sehr mitreißend und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Figuren sind mit Tiefe und Profil angelegt und man kann sich ein gutes Bild machen von diesem Stück Deutschland, das so sehr mit Polen verbunden war.
Gut gefallen hat mir Dorota, die polnische Haushälterin der Sadlers. Sie ist ein mütterlicher Charakter für de Familie und für die beiden Kinder der Mittelpunkt ihrer Kindheit.
Im Laufe der Handlung schwingt der Roman ein bisschen ins Übersinnliche um, denn Dorota hat das „zweite Gesicht“ und öfter Visionen, die ihr die Zukunft verschiedener Personen voraussagen. Wenn ich ehrlich bin fand ich diese „Zufälle“ etwas zu sehr konstruiert. Ebenso die Tatsache, dass die Nationalsozialisten – nach allem, was man inzwischen über sie weiß – sich so rein gar nicht für die behinderte Franzi interessieren und eine kurze Rückmeldung an den Bürgermeister genügt, um sie aus dem Fadenkreuz zu bringen. Auch die Kommunikation von Franzi mttels Summen halte ich für unrealistisch - vor allem, dass dann auch nur Kathi diese Art der "Verständigung" verstehen soll und "übersetzen" muss. In meinen Augen schon sehr an den Haaren herbeigezogen, mit Verlaub. Ein bisschen zu viel Fantasy und Hokuspokus.....
Die über allem stehende Antagonistin der Familie ist die Frau eben dieses Bürgermeisters, eine überzeugte Nationalsozialistin und ein Biest wie es im Buche steht. Gerade deshalb wundert mich umso mehr, dass die Familie ihre jüngere Tochter bei sich behalten darf.
Kindheit und Jugend der beiden Mädchen sind sehr gut und unterhaltend geschildert, kleine und große Tragödien wechseln ab mit glücklichen Sommern, der Freundschaft zu anderen Kindern und auch zu Tieren, so hier der Hofhund oder ein zahmer Rehbock, den Kathi mit der Flasche aufzieht.
Gegen Ende des Romans kommt dann Annemaries Geheimnis aus ihrer Vergangenheit zum Tragen und die beiden Mädchen geraten in den Fokus der Roten Armee, was letztendlich in einem Cliffhanger zum zweiten Band überleitet. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht und kann hier trotz einiger Kritikpunkte eine Leseempfehlung aussprechen für alle, die historische Romane aus der Zeit der Weltkriege mögen und mehr über Schlesien uund seine Bewohner erfahren möchten.
- Hans Pleschinski
Wiesenstein
(54)Aktuelle Rezension von: HansDurrerHans Pleschinski, geboren 1956, als freier Autor in München lebend, nimmt sich in diesem Roman Gerhart Hauptmanns an, der zusammen mit Thomas Mann (über den Pleschinski den ganz wunderbaren Roman „Königsalleee“ geschrieben hat) zu den grossen Figuren der deutschen Literatur (beide sind Nobelpreisträger) zählt. „Wiesenstein“ beginnt im März 1945 mit dem Aufbruch des greisen und pflegebedürftigen Hauptmann und seiner Entourage (inklusive Masseur) vom Sanatorium Dr. Weidner im eben zerstörten Dresden nach Schlesien, in seine Villa „Wiesenstein“, einem prächtigen Anwesen im Riesengebirge.
Ich staune, welche Ehrerbietung die Leute dem Dichter Hauptmann, der offenbar lange schwankte „zwischen der Poesie und dem Wunsch, ja, ein neuer Michelangelo zu werden“ entgegenbringen. Ja, ich staune überhaupt, dass einem Dichter einmal Ehrerbietung entgegengebracht worden ist – solche Zeiten sind lange her. Allenthalben wird er „Herr Dr. Hauptmann“ genannt, der vielfach Geehrte, der nun mit einem Pfleger auf dem eisigen Bahnhof steht. Es ist höchst beeindruckend wie es Hans Pleschinski gelingt, die damalige Simmung zu vermitteln.
Von Propagandaminister Dr. Goebbels (wieder ein Doktor) war Hauptmann zwar wenig geschätzt, von dessen Widersachern auf der Kulturbühne dafür (und auch deswegen) um so mehr. Und wie fürstlich der Mann gelebt hat! „Ein Lebenshöhepunkt – von Galadiners gerahmt – waren natürlich die Gerhart-Hauptmann-Festspiele in Breslau gwesen: vierzehn Stücke en suite füllten damals, in den Zwanzigerjahren, die Theater.“
Dem Dichter war offenbar eine heftige Radikalität eigen. So lässt Hans Pleschinski die Sekretärin Annie Pollak sagen: „Vor dieser Lebensberuhigung hatte Hauptmann, pardon, wenn ich’s so ausdrücke, gesoffen, randaliert. Jetzt wurde er – man kennt solche Umschwünge – zum strikten Abstinenzler.“ Worauf der Masseur Paul Metzkow meint: „Ich glaube, der Wunsch meldet sich beim Menschen und in der Geschichte regelmässig. Heute hui, morgen pfui. Erst Schwung durch Schnaps, dann Prohibition. Und dann wieder andersrum.“
Dass Hauptmann, im Gegensatz zu seinem Nobelpreiskollegen Mann („Der eine, Mann, war eher zerebral, der andere, Hauptmann, oft vulkanisch. – Gut, dass wir beide haben! Das ist ein geistiger Reichtum“, so Hans Pleschinski in einem Gespräch mit seinem Lektor Martin Hielscher), nicht ins Exil ging, bedeutet nicht, dass er ein Nazi war, schon von seinem ganzen Wesen her, konnte er gar keiner sein. „Hauptmann sagt: Selbst wenn ich Antisemit wäre, so müsste es mich doch stutzig machen, dass Gott soviele Juden mit so zauberhaften Gaben beschenkt hat.“ Doch die Privilegien, die Hauptmann geniesst, sind nicht gratis. Natürlich benutzen ihn die Nazis für ihre Zwecke und scheuen auch nicht davor zurück, sinnentstellend in seinen Dresden-Appell, der das Kultur-Verbindende hervorhob, einzugreifen und in eine parteiische Beschuldigung der Alliierten umzuwandeln.
Ausser dem „Bahnwärter Thiel“, den wir in der Schule durchgenommen hatten (und ich nicht erinnere), habe ich von Gerhart Hauptmann nichts gelesen. Von seinem Stück „Die Weber“ habe ich gehört. Anders gesagt: „Wiesenstein“ war für mich eine Einführung in Leben und Werk dieses Mannes, der ganz offensichtlich weltweit wahrgenommen wurde (sogar James Joyce übersetzte Stücke von ihm) und zwar eine, die mich auch Einiges über das Leben lehrte. „Man möchte sagen, seine Seele öffnete sich der unberechenbaren Vielfalt der Schöpfung.“
Hans Pleschinski ist ein begnadeter Erzähler. „Dorn mochte jede Jahreszeit. Der Sommer, dieser Brüllaffe, heizte allem ein, was kreuchte und fleuchte, die Käfer schossen über den Stein, die Ameisen schleppten, was sie konnten, aber ein wohliges Ächzen erfüllte die Natur. Im Herbst durften alles und jeder ermattet sein, Gärtner Dorn rechte Laub und Nadeln, liebte die Abkühlung im Gesicht, den kräftigen Duft aus der Erde und freute sich auf den Winter, wenn das Dunkel ruhiger machte, die Schlitten vorfuhren und der Atem dampfte. Schon um fünf Uhr früh schippte er dann den Fussweg von Schneewehen frei, liess die Frostluft willig an ihm beissen, fühlte umso mehr seine Lebenswärme. Und wenn er danach die Brotkante in den Malzkaffee stippte, den ersten Schluck getrunken hatte, kam er sich wie neugeboren vor. Bohnenkaffee war den Herrschaften vorbehalten. Er träumte dann am Küchentisch, liess die Frauen schwatzen und lauschte dem Klappern der Töpfe und Pfannen.“
Solche Sätze schärfen meine Wahrnehmung – und das ist einer der Gründe, weshalb ich Bücher lese. Wie auch diese, die mich die Dinge neu (der Gedanke ist mir nicht neu, ihn so wohlwollend auszudrücken hingegen schon) sehen lassen. „Das unentschiedene Schwanken scheint eine Spezialität von ihm zu sein. Nun gut, wer wankt, gewahrt vielleicht mehr als derjenige, der stur geradeaus schreitet.“ Oder dieser: „Nichts auf Erden kann zufriedenstellen.“
Eindrücklich auch, wie Pleschinski den Einmarsch der Sowjetarmee nördlich von Görlitz schildert. Oder die Plünderungen und Enteignungen am Kriegsende. Man glaubt, sich selber mittendrin zu befinden. Überhaupt hat mich Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen des Autors, der den Krieg ja nicht selber erlebt hat, verblüfft, erstaunt und tief beeindruckt. Ganz wunderbar auch sein Witz und seine Formulierungsgabe. „Madame hingegen wirkte gelegentlich, einer selbst auferlegten Fasson halber, ein wenig indigniert. Da dies zumeist keine Konsequenzen zeitigte, blieb es, wenn sie ihre Lippen kurz spitzte, eher bedeutungslos. Oft sah sie auch nur schlecht.“
„Wiesenstein“ ist ein tief beeindruckendes, rundum grossartiges Werk! - Szczepan Twardoch
Drach
(5)Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski„Drach“ von Szczepan Twardoch ist ein außergewöhnliches Werk, das die Geschichte einer schlesischen Familie nicht nur erzählt, sondern in ein viel größeres, mythisches Kontinuum einbettet. Der Roman ist ein ästhetisches Meisterstück, weil er die Grenzen zwischen Zeit, Erinnerung und Identität auflöst und Schlesien selbst zur erzählenden Instanz erhebt.
Der titelgebende "Drach" ist nicht einfach ein Symbol, sondern die allwissende Perspektive und Erzähler des Romans: die Erde, der Boden, Schlesien selbst, ein uraltes, unerschütterliches Bewusstsein, das alles gesehen hat und alles erinnert. Diese Stimme, die zugleich distanziert und zutiefst verbunden ist, verleiht dem Roman eine einzigartige Tiefe. Sie macht deutlich, dass Menschen kommen und gehen, dass Generationen aufeinander folgen, doch der Boden, auf dem sie leben, bleibt. Er beobachtet, er speichert, er erzählt.
Szczepan Twardoch nutzt diese Perspektive, um die Geschichte der Familie Magnor über ein Jahrhundert hinweg zu entfalten – mit einer sprachlichen Präzision, die manchmal brutal, manchmal poetisch, aber immer eindringlich ist. Die Figuren wirken nie wie historische Konstrukte, sondern wie Menschen aus Fleisch und Blut, geprägt von den politischen Spannungen, den kulturellen Brüchen und den innerfamiliären Identitätskonflikten, die Schlesien seit jeher durchziehen.
Besonders beeindruckend ist, wie der Roman zwischen Zeiten springt, ohne je den Faden zu verlieren. Vergangenheit und Gegenwart stehen nebeneinander, überlagern sich, kommentieren sich gegenseitig. Der Drach, als ewige Instanz, hält diese Ebenen mühelos zusammen. Dadurch entsteht ein erzählerischer Sog, der den Leser nicht nur durch die Handlung trägt, sondern ihn in die Landschaft, die Mentalität und die Geschichte Schlesiens hineinzieht.
„Drach“ ist ein Roman, der fordert, aber reich belohnt. Er ist kunstvoll komponiert, emotional kraftvoll und intellektuell anregend. Wer sich auf ihn einlässt, erlebt nicht nur eine Familiengeschichte, sondern ein literarisches Panorama über Geschichte, Identität, Herkunft, Erinnerung und die unaufhaltsame Bewegung der Zeit.
Ein Buch, das mehr über die schlesische Geschichte lehrt, als so manches polnische oder deutsche Sachbuch. Ein Buch, das bleibt, so wie der Boden, der es erzählt.
- Mariusz Hoffmann
Polnischer Abgang
(35)Aktuelle Rezension von: KerstinThJarek ist Pole. Seine Eltern wollen für ihn ein besseres Leben und machen sich deshalb auf nach Deutschland. Wir schreiben das Jahr 1990. Somit ist es nicht möglich, einfach das Land zu wechseln. Die Familie wendet sich an einen Schlepper, der sie mit dem Auto in das gelobte Land bringen soll.
Ich fand es interessant zu lesen wie die Aussiedlung aus Polen vor sich ging. Allerdings fand ich es recht oberflächlich beschrieben und auch sehr kurzgehalten. Ob der Autor weiß, wovon er schreibt?
Toll fand ich, dass auch das Übergangslager beschrieben wird. Viele meinen ja, Aussiedler kamen direkt in ihr Eigenheim.
Ich kam schnell durch die Geschichte. Die Charaktere hatten ein Gesicht und man konnte mit ihnen mitfühlen. Gefallen hat mir auch die klare, schnörkellose Ausdrucksweise. Gefühle nur da und in dem Maße, in den sie nötig sind.
Mir hat der Roman gefallen, ich habe ihn gern gelesen, dennoch fehlte mir das gewisse Etwas. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sterne.
- Alexander Osang
Die Leben der Elena Silber
(80)Aktuelle Rezension von: FortiAchtung (nicht sonderlich tiefgehende) Spoiler!
Eine Familiengeschichte über knapp 100 Jahre, die so einiges zu bieten hat: Geheimnisse, Legenden, Tragik, Konflikte, Schweigen, verschwundene Familienmitglieder, Migrationsgeschichten. Eins hat sie allerdings nicht: ein rundes Ende, das alles auflöst. Das machte es für mich aber auch sehr realistisch, denn in welcher Familie lassen sich schon alle Fragen nach der Vergangenheit beantworten. Das Thema Suche zieht sich durchs Buch – die Suche nach Antworten auf Fragen nach der Vergangenheit, die Suche nach Heimat, die Suche nach Familie. Ich fand es alles in allem eine stimmige Geschichte. Für mich eine zwar etwas lange (knapp über 600 Seiten), aber lohnende Lektüre. - Gerhart Hauptmann
Vor Sonnenaufgang
(96)Aktuelle Rezension von: peedeeDie Bauernfamilie Krause ist zu grossem Reichtum gekommen. Doch Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich. Bauer Krause in Schlesien ist ein Trinker, Tochter Martha ist ebenfalls dem Alkohol zugeneigt. Seine Frau geht mit ihrem Neffen, der zugleich der Zukünftige ihrer Stieftochter Helene sein soll, ins Bett. Helene, aufgewachsen im Pensionat Herrnhut, möchte aus ihrem Umfeld ausbrechen. Loth, ein alter Studienfreund ihres Schwagers Hoffmann, kommt zu Besuch und Helene, schöpft Hoffnung, endlich entfliehen zu können…
Erster Eindruck: Die Sonderausgabe aus der BILD-Nobelpreis-Bibliothek ist schlicht und wirkt zugleich edel – gefällt mir.
Das Werk ist ein Theaterstück in fünf Akten. Zu Beginn sind die Bühnenskizzen des ersten und zweiten Akts abgebildet, zudem gibt es eine Auflistung der Protagonisten. Dies erzeugte bei mir schon die richtige Einstimmung auf das folgende Stück – ich kam mir wirklich vor als würde ich in einem Theater sitzen.
Hoffmann empfängt auf dem Hof der Familie Krause, in die er eingeheiratet hat, seinen früheren Studienkollegen Loth. Dieser will die Arbeit der Grubenarbeiter verstehen und darüber einen Bericht schreiben. Zudem will Loth Hoffmann um Geld bitten. Hoffmann gewährt ihm Unterkunft und den gewünschten Geldbetrag. Helene, seine Schwägerin, trifft auch auf Loth und fühlt sich gleich von ihm verstanden – endlich jemand, der sie versteht. Sie hofft, ihrem Elend entfliehen zu können. Loth schürt diese Hoffnung, bis er eine bestimmte Information von Seiten des Hausarztes erhält – es kommt zum Drama…
Gerhart Hauptmann hat im Jahr 1912 für seine sozialkritischen Dramen den Nobelpreis für Literatur erhalten, also nicht allein für das vorliegende Buch von 1889. Dieses Buch ist dem Naturalismus zuzuordnen. Gemäss Internet war Naturalismus eine Epoche, die von ca. 1880 bis 1900 verbreitet war. Es sollte die Realität möglichst unverfälscht wiedergegeben werden. Weitere Merkmale für die naturalistische Literatur waren u.a. Verwissenschaftlichung, Milieu und Vererbung. Interessantes Detail am Rande: „Wegen der ungewohnt naturalistischen Darstellung empörte sich das Berliner Premieren-Publikum heftig: Ein Arzt, der im Parkett sass, schmiss aus Protest eine Geburtszange auf die Bühne.“ Dadurch erlangte Hauptmann über Nacht Berühmtheit.
Geld, Trunksucht, unsittliche Übergriffe, Vererbung, Wissenschaft – dies sind einige der behandelten Themen. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn die Dialektpassagen für mich eher schwierig waren. Von mir gibt es 3 Sterne. - Theodor Fontane
Quitt
(9)Aktuelle Rezension von: SokratesIn Quitt erzählt Theodor Fontane eine dramatische Geschichte aus dem Riesengebirge: Förster Opitz und sein persönlicher "Feind", der Wilddieb Lehnert. Beide kommen sich im Wald in die Quere, erst stellt man sich nach, schikaniert sich und schließlich erschießt Lehnert schließlich Opitz. Der Bestrafung entzieht er sich, indem er mit einem Schiff nach Nordamerika auswandert. Dort kann er sich in einer Mennoniten-Siedlung durch gute Arbeit und Fleiß eine respektable Position erarbeiten und will nun Ruth heiraten, als er plötzlich infolge eines Unfalls alls Aussichten auf eine Ehe verliert. Lehnert, vom schlechten Gewissen zerfressen, sieht diesen Schicksalsschlag als "Strafe" für seine Sünde an. Sein gesellschaftliches Fortkommen ist somit beendet, was Schuld und Sühne angeht ist Lehnert Quitt . Gut geschrieben, atmosphärisch dicht und einer der besseren Fontane-Romane. Bei Ullstein ist 1970er Jahren die vollständige Ausgabe erschienen und noch heute antiquarisch erhältlich. - Christiane Hoffmann
Alles, was wir nicht erinnern
(12)Aktuelle Rezension von: Phil_GEin wunderbares Buch über Herkunft, Wurzeln und kulturelle Identität. Hoffmanns Vater ist Ende des zweiten Weltkriegs als kleines Kind vor der sowjetischen Armee geflohen und konnte lange nicht nach Rosenthal zurückkehren, wo früher Deutschland war und heute Polen ist. Sie wandert den Fluchtweg nach und erzählt über ihre Erkenntnisse zu dieser Flucht und ihre Folgen. Ein Satz fasst alles zusammen: Rosenthal ist keine Heimat, eher ein Ursprung. Die lange Trennung von der Heimat des Vaters verhindert eine emotionale Bindung der Tochter. Für sie ist Rosenthal als Ursprung von Interesse, aber als Heimat würde sie den Ort nicht bezeichnen. Seit der Invasion der Ukraine sind wieder Millionen Europäer auf der Flucht. Je länger der Krieg dauert, umso wahrscheinlicher wird es, dass ihnen das gleiche Schicksal wie Hoffmanns Vater ereilt: der Verlust der Heimat. Hoffmanns Buch gefällt, weil sie nicht jammert, vergangenen Zeiten nicht nachtrauert, die nicht zurückkommen werden. Das Leben geht weiter, nimmt einen anderen Weg, prägt die Menschen. Die Generationen ihres Vaters und ihrer Grosseltern haben gelitten, ihre Generation fühlt eine Leere und für die Generation ihrer Kinder wird Rosenthal der Geburtsort des Grossvaters sein.
- Bettina Flitner
Meine Mutter
(83)Aktuelle Rezension von: schillerbuchAuf manche Bücher stößt man auf besondere Weise. So war es bei diesem Buch: Eine meiner Cousinen erzählte, dass es da dieses Buch gäbe, das in Wölfelsgrund (früher Niederschlesein, heute Polen) spiele und in dem die Familie vorkäme, mit der unser Opa befreundet war. Die Freundschaft war immerhin so eng, dass sich die Freunde gegenseitig als Paten einsetzten: Bettina Flitners Großvater war der Pate meiner Mutter und mein Opa der Pate ihrer Mutter. Wölfelsgrund war zudem ein Name, der in unseren Familienerzählungen immer wieder vorkam, denn dort war unser Opa, der immer wieder an Tuberkuloseausbrüchen gelitten hat, in dem Sanatorium zur Kur gewesen, das sein Freund geleitet hatte. Mir waren zwar Autorin und Titel bereits begegnet, aber ich hatte mich nicht genauer damit beschäftigt. Aber jetzt war es natürlich klar: Das will sofort gelesen werden!
In ihrem autofiktionalen Roman setzt sich die bekannte Fotografin mit dem Suizid ihrer Mutter auseinander. Für eine Lesung aus ihrem Buch „Meine Schwester“ kehrt Bettina Flitner nach Celle zurück. Dort befindet sich das Familiengrab der Familie, in dem ihre Großeltern, Onkel und Tanten liegen. Und eben auch ihre Mutter, die sich 40 Jahre zuvor umgebracht hat. Sie besucht das Haus, in dem die Großeltern nach der Flucht aus Schlesien gelebt haben, der Großvater praktizierte dort als Arzt. Heute befinden sich Teile der Kreiverwaltung darin. Und da passiert ein Zufall, der vielleicht gar kein Zufall ist, sondern ein Zeichen: In der Poststelle ist an dem Tag ein Brief angekommen, adressiert an ihre Mutter Gisela. Eine Mitteilung der Deutschen Bank über Änderungen an einem Fonds. „Er war in dem einzigen Moment angekommen, in dem er mich erreichen konnte. Nur an diesem Tag, in diesem Augenblick konnte er am Ziel ankommen. Aber ich bin ja gar nicht das Ziel. Oder doch?“ (S.33/34) schreibt Bettina Flitner. Der Brief jedenfalls stößt eine Tür in die Vergangenheit auf und geben ihr den Impuls, sich endlich mit den Fragen zu beschäftigen, die sie 40 Jahre verdrängt hatte. Warum war ihre Mutter so unglücklich, welche Rolle spielte dabei die Familienkatastrophe, von der alle wussten und über die doch kaum gesprochen wurde?
Bettina Flitner reist nach Polen, in den Luftkurort Wölfelsgrund, heute Międzygórze. Dort geht sie den Spuren der Familiengeschichte nach: Ihre Vorfahren hatten dort ein Sanatorium geleitet, zuletzt ihr Großvater, der die Leitung von seinem Schwiegervater übernommen hatte, nachdem dieser zunächst seine unheilbar kranke Frau und dann sich selbst getötet hatte. 1946 wird die Familie vertrieben und findet eine neue Heimat in Celle.
Ihre Mutter Gisela, genannt Gila, wird 1936 geboren. Sie wächst fast wie eine kleine Prinzessin auf, denn der Vater ist als Sanatoriumsleiter eine wichtige Person in dem kleinen Kurort, wohlhabend und angesehen, Arbeitgeber von vielen. Er hat aber auch ein Verhältnis zu einer anderen Frau. Dass ihre Mutter draunter sehr leidet, spürt Gila intuitiv. Gila ist jedoch auch ein ängstliches Kind, das oft einsam ist und ein besonders inniges Verhältnis zu ihrem älteren Bruder Walter hat. Dass dieser im Krieg fällt, ist für sie nur schwer zu verkraften. Als die Familie 1946 vertrieben wird und in Celle eine neue Heimat findet, ist für Gila klar, dass sie es anders machen will als ihre Mutter. Aber sie wird nicht glücklich in ihrer Ehe, ihr Mann hat Verhältnisse, sie selbst irgendwann auch, aber in keiner Beziehung findet sie den Halt, den sie so dringend benötigen würde. Der Suizid scheint der einzige Ausweg zu sein.
Was für Auswirkungen hatten die Zeit des Nationalsozialismus und die damals sehr patriarchale Erziehung auf ein Mädchen, das sich als Erwachsene vor allem über Männer definiert? Welche Rolle spielen die Depressionen, die es in der Familie in allen Generationen gab? Diese Fragen beschäftigen Bettina Flitner in ihrem Buch. Das Besondere beim Lesen war für mich nicht nur der persönliche Bezug, sondern auch, wie sie von ihrer Familie erzählt. Sie verschränkt mühelos die verschiedenen Zeitebenen, ihre Eindrücke von der Heimat ihrer Familie in Niederschlesien und Begegnungen, die sie dort hat, aber auch persönliche Erinnerungen an ihre Mutter. Beim Lesen mag man sich manchmal fragen, warum das Verhältnis zwischen Tochter und Mutter immer distanzierter wurde, aber ich denke, als Kind und vor allem Jugendliche war Distanz ihre einzige Möglichkeit, mit den Depressionen ihrer Mutter zurecht zu kommen, ohne selbst Schaden zu nehmen.
Briefe, Aufzeichnungen und Tagebücher ihrer Urgroßmutter und ihres Großvaters bilden die Grundlage für die Passagen, in denen sie sich in die Gefühlswelt ihrer Mutter einfühlt und vom Leben der Familie erzählt: Von der Rolle des Vaters, von den Patient:innen und den Menschen,die in Wölfelsgrund leben. Sie sorgen so für eine besondere Authentizität des Textes. Dabei schimmert bei aller Tragik auch immer wieder Humor durch. Besonders gut hat mir das Ende gefallen, das sie gefunden hat.
Schon lange hat mich kein Buch mehr so bewegt und persönlich gepackt wie dieses, ich musste es nach der ersten Lektüre erst einmal sacken lassen und dann noch einmal lesen. Das lag sicher daran, dass es einen persönlichen Bezug zu Handlung und Ort gab – im Fotoalbum meines Opas konnte ich mir Bilder der Familie anschauen. Vor allem lag es jedoch daran, dass Bettina Flitner diese Familiengeschichte literarisch sehr überzeugend gestaltet hat. Für alle, die ein Interesse daran haben, wie sich persönliche Schicksale und Historie miteinander verbinden, ist dies eine wunderbare Lektüre!
- Renate Silberer
Das Wetter hat viele Haare
(16)Aktuelle Rezension von: frauvormittagDiese Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die bei der lovelybooks leserunde mitgemacht hat. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten und diese Erzählungen folgen in den einzelnen Geschichten wiederkehrenden Figuren, sie schreiben sich fort. Erzählt wird nie zu viel, was mir sehr gefällt, denn ich mag es nicht, wenn auch das offensichtliche noch nachzulesen ist. Einige Geschichten spielen mit dem Absurden, verzichten auf eine nachvollziehbare Handlung und gerade dieser Zugang zu Sprache und Literatur ist für mich sehr fesselnd. Bilder, die in meinem Kopf auftauchen und in mir etwas ansprechen oder mich anregen, sind genau das, was ich an Literatur mag. In diesem Buch geschieht dies auf sehr vielfältige Weise. Die Autorin mischt Alltagsgeschehen mit Traummomenten und stellt dadurch spannende Bezüge her, die Situationen in neuem Licht erscheinen lassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde es demnächst wieder lesen. - Dörthe Binkert
Vergiss kein einziges Wort
(15)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
Also der Klappentext ist mal wieder etwas unpassend. Tschechen spielen in diesem Roman kaum eine Rolle. Und es geht um viel mehr Frauen als nur um Martha, Maria und Magda. Auch Agnes, Luise, Hedwig, Klara, Ida, Paulina und andere erleben Liebe, Freundschaft, Trauer, Drama, Leid, Not usw.
Den Titel verstehe ich nicht. Im ganzen Buch sagt niemand "Vergiss kein einziges Wort" zu irgendwem.
Etwas verwirrend fand ich, dass Martha eine geborene Wieczorek ist und später in der Wohnung eine Familie Wiczerek wohnt. Wenn man als Autorin so ähnliche Namen wählt, dann sollte geklärt werden, ob das nun Zufall ist oder ob mehr dahinter steckt. Andererseits gibt es im Text immer wieder unnötige Wiederholungen. Insgesamt finde ich den Roman sprachlich aber sehr gelungen.
Gut finde ich die ausführliche Zeittafel im Anhang des Romans. Dort kann man entweder während der Lektüre immer wieder nachschlagen oder man liest es sich vorher oder hinterher in einem Rutsch durch.
Ich habe dieses Buch gelesen, weil ein Teil meiner Familie auch aus Oberschlesien stammt und ich zwar schon eine Menge historischer Romane gelesen habe, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen, aber da war der Schauplatz Berlin, Hamburg, Augsburg, Stuttgart oder Frankfurt am Main, also Städte, die vor und nach dem Krieg zu Deutschland gehört haben. Aber dieser Roman hier spielt nun in Oberschlesien, das in den letzten Jahrhunderten immer wieder hart umkämpft wurde und dessen Grenzen immer wieder hin und her geschoben wurden. Was das mit den Menschen dort macht, was sie als Heimat empfinden und welche Nationalität und Identität sie haben, ist sehr interessant. Dieser Roman konnte mir die Konflikte der Menschen untereinander, das Lebensgefühl und den Alltag in dieser Region näher bringen. Mein Bild, das sich vorher hauptsächlich aus Erzählungen meiner Eltern zusammensetzte, wird dadurch bunter, erhält mehr Dimensionen.
Da ist es auch nicht so schlimm, dass die Handlung eigentlich nichts Neues erzählt. Es gibt den ewigen Konflikt zwischen dem einen Bruder, der Nazi ist und dem anderen, der eine Polin heiratet, eine Schwester, die eine Jüdin liebt, eine weitere Schwester, die einen verheirateten Mann liebt, eine uneheliche, ungeplante Schwangerschaft, prügelnde Ehemänner, betende Ehefrauen, die ewige Konkurrenz zwischen Katholiken und Protestanten usw. Immer, wenn die Geschichte eigentlich dramatisch werden müsste, wurde die Erzählung merkwürdig distanziert. Dennoch wird sehr deutlich, dass alle Armeen und Regierungen/Verwaltungen die "feindliche" Bevölkerung immer übel drangsaliert haben. Und dass Neid, Abgrenzung "Wir gegen die anderen", Rachsucht und das Abschieben von Verantwortung "Die anderen sind schuld!" die Wurzel allen Übels sind. Die Welt könnte so ein schöner Ort sein, wenn die Menschen endlich aufhören würden, gegeneinander zu kämpfen, sondern stattdessen an einem Strang ziehen. Wenn man sich gegenseitig hilft, wird doch allen geholfen. Stattdessen wird auf Patriarchat und Kapitalismus gesetzt, Menschen werden ausgebeutet, bis sie rebellieren. Allerdings flieht doch niemand aus seiner Heimat, um sich woanders zu bereichern, worauf die Autorin übrigens auch am Ende ihrer Danksagung hinweist.
- Sabine Weigand
Die englische Fürstin
(59)Aktuelle Rezension von: TochterAlicewie das früher ablief: Daisy von Pless, die als schönste Frau ihrer Zeit bezeichnet wurde, musste einen langweiligen, älteren deutschen Fürsten heiraten und zwar nur aus dem Grund, dass er steinreich war und ihre bankrotten Eltern aushalten konnte.
Wie es ihr dabei ging, das war egal. Wobei sie in jeder Hinsicht das Beste daraus machte, obwohl ihr Mann nicht nur reizlos, sondern regelrecht unsympathisch war und sie nach Strich und Faden betrog! Dabei konnte ihn eigentlich niemand leiden, weswegen er in der politischen Landschaft des Kaiserreichs vor dem Ersten Weltkrieg überhaupt keine Schnitte hatte, so sehr er sich auch bemühte!
Daisy hingegen hatte neben ihrer Schönheit auch noch was zwischen den Ohren und zudem ein ganz schön lautes soziales Gewissen.
In ihrer spannenden und eindringlichen Romanbiographie bringt Sabine Weigand die englische Fürstin, die es nach Schlesien verschlug, dem Leser unglaublich nahe. Ich habe richtiggehend darin geschwelgt. Nur stand für mich Herzschmerz ein bisschen zu sehr im Mittelpunkt. Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch für alle historisch Interessierten.
- Peggy Patzschke
Bis ans Meer
(70)Aktuelle Rezension von: Alu82wDas Cover verspricht Leichtigkeit.
Der Klapptext verweist schon eher auf den Inhalt und trotzdem hab ich Rotz und Wasser geheult und zwischendurch das Buch herunter nehmen und bewusst atmen müssen.
Das Buch erzählt die Familiengeschichte der Autorin ab kurz vor dem zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Das Kennenlernen der Großeltern, das Leben der Großeltern in Schlesien, die Flucht der Oma aus Schlesien, die Rückkehr in die Heimat, die Zwangsumsiedlung, das Nachkriegsleben in Ostdeutschland und dabei immer die Hoffnung den geliebten Ehemann wieder in die Arme schließen zu können. Dabei wird zwischen verschiedenen Zeiten und Orten gewechselt, also nicht chronologisch erzählt. Dies kann bei manchen verwirren, ich bin gut rein gekommen.
Obwohl man über die Flucht / Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Gebieten des ehemaligen Deutschland nach Kriegsende schon gehört hat und an manchen Stellen ahnt, was kommen könnte, haut einen das Buch um. Es werden ohne Beschönigungen, allerdings auch ohne Auslassungen die Strapazen, die Angst und die Erlebnisse geschildert.
Was nicht so gut rüber kommt, ist die Weitergabe von Traumatas. Das wird etwas kurz gehalten und ist für mich nicht nachvollziehbar.
Für mich ein wichtiges Buch um zu ahnen, was meine geflüchteten Vorfahren durchmachen mussten!
- Sabrina Janesch
Katzenberge
(35)Aktuelle Rezension von: PongokaterNotwendiger Geschichtsunterricht darüber, dass die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs verknüpft war mit der Vertreibung der Polen aus dem Osten ihres Landes. Dies zeigt Sabrina Janesch dadurch eindringlich, dass der Vater der Helding aus einer deutschen Familie stammt, die aus Schlesien vertrieben wurde, die Mutter aus einer Familie, die genau dort nach der eigenen Vertreibung angesiedelt wurde. Besonders eindrucksvoll sind die Passagen der Schilderung des alten und neuen schlesischen Landlebens. - Katrin Tempel
Das Novembermädchen
(37)Aktuelle Rezension von: julestodoIn diesem Buch dürfen wir Lina durch ihr bewegtes Leben begleiten. Aus einem jungen Mädchen, das sich nicht ausschließlich dem Willen ihrer Eltern beugen will und sich durchsetzt, den Mann ihrer Träume zu heiraten, wird eine junge Frau und Mutter, die sich weiterhin durchsetzt und ihre Pläne verwirklicht.
Ich freue mich sehr, dass ich auch dieses Buch von Katrin Tempel lesen durfte.
Eine absolute Empfehlung!
- Elisabeth Herrmann
Versunkene Gräber
(109)Aktuelle Rezension von: JochenBenderFrau Herrmann erzählt gekonnt und spannend einen Kriminalfall. Sie baut geschickt Parallelstränge auf, weckte dadurch meine Neugierde. Die Spannung hielt bis zum Schluss und auch die Auflösung war befriedigend. Den fünften Stern erhält sie für einen Bonus: Ich habe durch das Buch etwas über die jüngere Geschichte gelernt. Sie Navigiert souverän durch Nazizeit, Weltkrieg und Umsiedlungen. Danke. Ich werde sicher noch mehr von ihr lesen.
- Stefanie Gregg
Nebelkinder
(62)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
2017: Die 39jährige Lilith kann sich nicht binden. Ihr Herz gehört Robert, der meist nie lange bleibt und doch bittet er sie um etwas Unmögliches: Sie soll sich um sein Kind kümmern, das er in einer Nacht mit ihrer Cousine gezeugt hat. Seine Frau käme mit dem Kind nicht klar und da die Cousine inzwischen verstorben ist, bliebe nur noch sie.
Sie lehnt es vorerst ab und bespricht es mit ihrer Mutter Ana. Zu ihr hat Lilith seit jeher ein distanziertes Verhältnis. Anas Leben ist auf Sicherheit aufgebaut und als Richterin sorgte sie stets gut für ihre Tochter. Doch was wirklich in ihrem Herzen schlummert, erfährt Lilith, als sie gemeinsam nach Breslau fahren, der Heimat von Käthe –Liliths Oma und Anas Mutter!
Anfang 1945: Käthe und die beiden Töchter Ana und Leni leben in Breslau. Ludwig ist im Krieg in Italien. Die Ostfront kommt immer näher und somit auch die Flucht. Schon fast zu spät kommen sie noch mit dem letzten Zug aus Breslau heraus. Doch die Reise, unter bitterster Kälte und größtem Hunger, fordert von allen Familienmitgliedern einen hohen Preis. Die seelischen Verletzungen reichen bis in die Gegenwart.
Auf der gemeinsamen Reise von Mutter und Tochter erfahren sie einander, was sie vorher nicht gekannt hatten. Lilith lernt nicht nur ihre Mutter neu kennen, sondern erfährt auch noch von grausamen Dingen, die damals in Breslau und auf der Flucht vor der russischen Armee passierten. Kann sie das in ihrer Entscheidung beeinflussen? Sind das die Gründe, warum sie nie wirklich Zugang zu ihrer Mutter gefunden hatte?
Mein Fazit:
Und wieder wurde ein dunkles Kapitel beschrieben. Ja, man hörte von den Grausamkeiten, die die russischen Soldaten damals machten. Es wurde leise oder hinter vorgehaltener Hand davon berichtet. Meine Schwiegereltern, beide aus Schlesien, haben beharrlich über den Krieg geschwiegen und wenn, dann nur von schönen Dinge erzählt.
Vor einigen Jahren las ich ein Sachbuch über die Kinder der Kriegskinder, eben diese Nebelkinder, wo zwar nicht von den Kriegsverbrechen in Details erzählt wurde, aber von dessen Folgen, die bis in die zweite oder gar dritte Generation reichten. Eisiges Schweigen und stets das Bedürfnis, die schrecklichen Dinge hinter sich zu lassen und mit Fleiß und Entschlossenheit ein neues Leben aufzubauen. Was mich auch heute noch erschüttert: Obwohl die Flüchtlinge allesamt Deutsche waren, wurden sie wie Fremde behandelt. Man pferchte sie in Lager ein oder sie bekamen sinnbildlich nur den letzten Krumen Brot. Vorher haben sich die „Einheimischen“ den Bauch vollgeschlagen.
Käthe, Ana und Lilith tragen den Krieg noch unbewusst in sich. Es ist gerade für Lilith so tragisch, denn sie wächst in Wohlstand und Freiheit auf, kann sich also überhaupt nicht vorstellen, was ihre Mutter als junges Mädchen oder ihre Großmutter als junge hübsche Frau mit zwei Kindern erdulden musste, nur um die zu schützen, die sie liebte. Selbst die eigenen Landsleute haben sich da nicht mit Ruhm bekleckert und die Situation schamlos ausgenutzt.
Gelegentlich gab es auch Lichtblicke in der Geschichte, die auf drei Zeitebenen spielt und doch in einem Ende gipfelt, nämlich der gemeinsamen Reise von Ana und Lilith. Mit allen drei Frauen konnte ich warm werden, selbst mit Käthe, die nach dem Krieg nie wieder richtig glücklich wurde. Wen wundert es, wenn man die Geschichte liest? Dennoch hat es auch sehr viel Menschlichkeit und birgt Anteilnahme.
Es ist spannend, schockierend, aufwühlend und nachdenklich stimmend geschrieben. Auch jetzt, ein paar Tage nach dem Ende des Lesens, wandern meine Gedanken zu dem zurück, was zwar eine fiktive Geschichte ist, aber exemplarisch für Millionen von echten Geschichten steht. Es ist deutlich zu spüren, dass es der Autorin ein Herzensanliegen war. Denn ein bisschen steckt auch von ihr drin. Auch wenn die Opfer dieser Grausamkeiten es verständlicherweise anders sehen, aber genau diese Geschichten müssen erzählt werden, damit alte Strukturen aufbrechen und die junge Generation(en) freier leben können. Die Lasten wiegen ansonsten zu schwer.
Fünf bewegte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung spreche ich aus, gerne auch für den Schulunterricht für die oberen Jahrgangsstufen.
- Joanna Bator
Dunkel, fast Nacht
(11)Aktuelle Rezension von: haberland86Die Journalistin Alicja Tabor reist von Warschau in ihre alte Heimat Wałbrzych, um in der niederschlesischen Großstadt dem Verschwinden mehrere Kinder auf den Grund zu gehen und wird dort mit den Dämonen ihrer Vergangenheit konfrontiert.
So spannend sich die Idee anhört, so langweilig ist sie umgesetzt. Vielleicht war mir die Spannung einfach zu subtil oder sie wurde durch schwülstige Sätze und endlose Rückblenden im Keim erstickt. So genau kann ich das nicht einmal sagen, denn die Ansätze waren da und Joanna Bator bewies mehr als einmal, dass sie großartig schrieben kann.
Trotzdem blieb nach der Lektüre ein undefinierbar dumpfes Gefühl der Unvollständigkeit zurück, was vermutlich daran liegt, dass die Geschichte über hunderte von Seiten vor sich hindümpelt und man das Gefühl hat, zwar alle Familiengeheimnisse der Stadt zu kennen, der Autorin die Auflösung der Entführungen aber nicht so ganz abnimmt, weil sie dann doch eine Spur zu schräg ist.
Vielleicht will die Autorin mit dem Roman auch einfach zu viele Themen unter einen Hut bringen – häusliche Gewalt, Rassismus, Aufarbeitung von Kriegstraumata, Faschismus, Religiösität, Drogenmissbrauch und so weiter. Als wolle sie mit ihrem Buch hauptsächlich ein vollständiges Bild der polnischen Gesellschaft zeichnen und die Rahmenhandlung nur als Vorwand dazu missbraucht.
Dabei sind diese Themen hochaktuell und sehr interessant. Nur trugen sie leider nicht unbedingt dazu bei herauszufinden, was mit den Kindern geschehen ist.
Außerdem stieß mir das ständige Auftauchen von Katzenmenschen (die wohl das Gute verkörpern und Alicja dabei helfen sollen, dem Rätsel näher zu kommen) sauer auf, da nicht wirklich klar wurde, wofür sie gut sind und sie den Lesefluss ungemein störten.
Auch hätte es – für meinen Geschmack – nicht so viele Rückblenden gebraucht, die das Verhältnis zwischen Alicja und ihrer Familie bis ins kleinste Detail breitreten. Im Endeffekt macht es natürlich Sinn, darüber Bescheid zu wissen, was in der Familie der Erzählerin alles vorgefallen ist, aber das hätte man sicherlich ein wenig straffen können.
Alles in allem ein mittelmäßiger Roman von einer tollen Autorin, der mich bis zum Schluss leider nicht so richtig fesseln konnte. - Elke Ottensmann
Doppelt durchs Leben
(9)Aktuelle Rezension von: TigerbaerIm Rahmen einer Leserunde durfte ich „Doppelt durchs Leben“ von Elke Ottensmann lesen.
Ich kenne von der Autorin bereits das Buch „Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche“, in dem sie von ihrer Familie und der Heimat in Schlesien erzählt.
In „Doppelt durchs Leben“ stehen der Vater und Onkel der Autorin im Fokus.
Schon mit ihrer Geburt haben die Zwillinge Werner und Reinhard für eine Überraschung in ihrer Familie gesorgt. Ihr Leben lang gehen die beiden Jungs viele ihrer Wege gemeinsam, aber es muss auch jeder seinen eigenen Weg finden.
Wenn man wie ich die Familie Seidel schon aus einem anderen Buch der Autorin kennt, für den wird die Lektüre von „Doppelt durchs Leben“ ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Menschen, die man – obwohl man sie nie persönlich getroffen hat – doch kennengelernt und ins Herz geschlossen hat.
Es war schön in dieser Geschichtensammlung mehr über die Zwillinge Werner und Reinhard zu erfahren. Ihre Streiche in der Kindheit in Schlesien zaubern ein Schmunzeln auf die Lippen. Man weint stille Tränen mit ihnen über den Verlust der Heimat und erlebt die Schrecken der Vertreibung in den Wirren des 2. Weltkriegs. Man ist dabei, wenn aus den Jungen Männer werden und sie ihre ersten Schritte ins Berufsleben machen. Im Alter geht es noch einmal zurück in die alte Heimat und man taucht ab in die Erinnerungen von früher.
Bilder von den Zwillingen, der Familie und Orten der Kindheit runden das Buch ab.
Von mir gibt es für dieses berührende Zeitzeugnis einer noch nicht lange zurückliegenden Vergangenheit 5 Bewertungssterne. - Christine Kabus
Das Lied des Nordwinds
(73)Aktuelle Rezension von: InaRomStavanger, Norwegen 1905 – Liv
Die achtzehnjährige Liv ist ein Mädchen aus ärmsten Verhältnissen und wird vom Pfarrer ihres Heimatortes als Dienstmagd zur Familie Treske vermittelt. Pfarrer Nylund ermahnt Liv noch einmal eindringlich, ihre Tochterpflicht zu erfüllen. Damit ist gemeint, dass Liv ihr schwer verdientes Geld wöchentlich an die Mutter, die noch für fünf weitere Kinder und einen kranken Mann Sorge trägt, abzuliefern hat. Livs erster Eindruck vom Lehrer Oddvar Treske ist erschütternd. Gerade als sie sich bei der Familie vorstellen will, versetzt Herr Treske seinem neunjährigen Sohn eine solche Ohrfeige, die den kleinen Elias ins Wanken bringt. Schon nach kurzer Zeit bemerkt Liv, dass der Junge auch von seiner Mutter keine Hilfe zu erwarten hat. Die ängstliche Frau zieht sich mit ihrem kleinen Töchterchen zurück und überlässt Elias der Brutalität und Kälte ihres Mannes. Liv kann dem Treiben ihres Arbeitgebers nach einer gewissen Zeit nicht mehr zuschauen und möchte dem kleinen Jungen, der sie so an ihren verstorbenen Bruder Goran erinnert, helfen. Sie schmiedet einen Plan …
Schlesien, 1905 – Karoline
Karoline heiratet glückselig Moritz, den Sohn des Grafen von Blankenburg-Marwitz und lebt auf Schloss Katzbach. Schon bald nach der Eheschließung stellt sich heraus, dass die Grafenfamilie nur hinter dem Geld her war, das Karoline als Mitgift in die Ehe einbrachte. Moritz ist ein Tunichtgut, der keine Verantwortung übernehmen will und sich in der Weltgeschichte herumtreibt. Wie seine hartherzige Mutter scheint er von Karoline keine Notiz nehmen zu wollen. Die junge Gräfin ist allen nur lästig und wird dementsprechend schlecht behandelt. Als Moritz schwer krank wird, zittert die Grafenfamilie um ihren Besitz, denn ohne männlichen Erben würde das Schloss an einen entfernten Verwandten gehen. Karoline wird heimlich Zeugin eines Gesprächs, das ihr fast das Herz bricht, und beginnt zu handeln …
Ich halte ein Buch mit einem wunderschönen Cover und einer wunderbaren Geschichte in Händen. Die Geschichte spiegelt im Jahre 1905 abwechselnd das Leben von Liv, einem armen Bauernmädchen und Karoline, einer Tochter aus gutem Hause, das durch die Heirat zur Gräfin avancierte. Der Schreibstil ist flüssig und so spannend, dass man am Ende eines Kapitels aufstöhnt, weil man unbedingt gleich wissen will, wie es mit den beiden jungen Frauen weitergeht. Besonders gefallen hat mir der Teil, wie sich Liv um den kleinen Elias kümmert. Immer unter dem Mantel der Angst, dass ihre Liebe, die sie dem kleinen Jungen entgegenbringt, durch eine Unachtsamkeit auffällt. Das hätte ja zur Folge, dass sie ihren Arbeitsplatz verliert und Elias es bei den Treskes noch schwerer gehabt hätte. Auch die Wandlung von Karoline zur starken Frau hat mich sehr beeindruckt. Auch in dieser Geschichte wird immer wieder die Unterdrückung der Frau zur damaligen Zeit angesprochen. Ein großes Lob gebührt der Autorin für ihre tolle Recherche zu den politischen Ereignissen und gut vorstellbaren Beschreibungen der jeweiligen Landschaften. Natürlich gibt es auch hier einen roten Faden, der sich langsam aber stetig und dem Leser sehr willkommen, am Ende der Geschichte zu einem Ganzen zusammenfügt. Das war für mich das erste Mal, dass sich die Fäden nicht nach Jahrzehnten, sondern im gleichen Jahr verbinden. Mir hat es große Freude bereitet, dieses Buch zu lesen. Einen halben Stern Abzug gebe ich nur, weil mir die wiederholten Handlungen, Vorlieben, Kriegsvorbereitungen diverser Kaiser und manche Landschaftsbeschreibungen zu langatmig waren. 4 ½ Sterne.
- Jamie Craft
Himmelsstern: Das Ferne so nah
(22)Aktuelle Rezension von: 0_Lavender_0Zum Inhalt:
Ist es entschlossene Treue oder Dummheit, wenn man sich an einen Knopf klammert, der vom Geliebten geblieben ist und auf dessen Rückkehr man wartet, obwohl er als verschollen gilt?
In diesem Band der Himmelsstern-Reihe steht Anna Bednarz im Mittelpunkt. Aus dem Osten geflüchtet, ist sie mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester auf einem Bauernhof (gezwungenermaßen) aufgenommen worden, das lässt die Bauersfamilie deutlich spüren, doch Anna steht mit beiden Beinen im Leben. Sie will Ärztin werden, während sie auf die Rückkehr ihres Günther wartet und seinem Versprechen traut, als er ihr sagte, er werde sie finden.
Anna ist eine hervorragende Schwimmerin. Zufällig kann sie einen Verunglückten aus dem Wasser retten, und damit wird ihr Leben ein wenig auf den Kopf gestellt, den Karl von Woestemann ist nicht nur reich, er scheint sich auch in Anna verliebt zu haben. Auch dem Studium im halb zerstörten Münster scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Zu ihrer Überraschung trifft sich auch noch ihre alte Freundin Else wieder.
Soll sie seinem Werben nachgeben, alle Annehmlichkeiten genießen oder doch lieber auf Günther mit den bernsteinfarbenen Augen warten?
Meine Meinung:
In bewährtem Stil schreibt Jamie Craft von schwierigen Lebensbedingungen in der Nachkriegszeit. Sie schildert lebendig die Lebensumstände, verpackt in eine spannende Story.
Ich kann dieses Buch - gemeinsam mit den anderen beiden Bänden dieser Reihe - nur wärmstens empfehlen und vergebe
5 von 5 Sternen.























