Bücher mit dem Tag "schriftsteller"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schriftsteller" gekennzeichnet haben.

574 Bücher

  1. Cover des Buches Tintenwelt 1. Tintenherz (ISBN: 9783751300513)
    Cornelia Funke

    Tintenwelt 1. Tintenherz

    (10.917)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

    Manchmal trifft einen eine Geschichte nicht sofort – sie braucht Zeit, um ihr Herz zu öffnen. So ging es mir mit Tintenherz von Cornelia Funke*. Die ersten Seiten fühlten sich fremd an, fast so, als würde ich vor einer verschlossenen Tür stehen. Ich habe gezweifelt, gezögert – mich sogar gefragt, ob ich vielleicht zu alt geworden bin für diese Art von Magie.

    Doch dann, ganz leise, hat sich etwas verändert.

    Ab etwa der Mitte begann die Geschichte, mich einzuhüllen wie ein warmer, vertrauter Mantel. Meggie, mit ihrer stillen Sehnsucht, und Mo, der mehr in sich trägt, als Worte je ausdrücken könnten – sie sind mir Stück für Stück ans Herz gewachsen. Und auch Elinor, diese eigenwillige, zunächst so schwer greifbare Figur, entpuppte sich als jemand, den man nicht mehr loslassen möchte.

    Ja, es ist ein Kinderbuch. Und ja, man merkt es an der klaren, einfachen Sprache. Aber genau darin liegt seine Kraft. Es braucht keine komplizierten Worte, um etwas Tiefes zu erzählen. Es ist die Atmosphäre, die sich langsam entfaltet, die einen gefangen nimmt – still, aber unaufhaltsam.

    Staubfinger und die anderen Fremden wirkten anfangs wie Schatten, die nicht in unsere Welt gehören. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Sie sind genau dort, wo sie sein müssen. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Geschichte, zwischen Leser und Buch.

    Vielleicht hätte ich Tintenherz früher bedingungslos geliebt. Heute liebe ich es anders – mit einem Hauch Wehmut, mit Nostalgie, mit dem Wissen, wie selten solche Geschichten sind. Es hat mich nicht sofort verzaubert. Aber als es soweit war, hat es mich umso tiefer getroffen.

    Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen selbst. An die Magie von Worten. Und an die leisen, kostbaren Momente, in denen eine Geschichte dein Herz findet – ganz egal, wie alt du bist.

  2. Cover des Buches Das Schicksal ist ein mieser Verräter (ISBN: 9783423086417)
    John Green

    Das Schicksal ist ein mieser Verräter

    (12.819)
    Aktuelle Rezension von: loves_book

    Ein sehr emotionales Buch, wo nicht nur eine Träne geflossen ist (Taschentücher werden definitiv gebraucht).

    Es handelt sich um eine witzige, authentische Liebesgeschichte, die leider ein Enddatum vorprogrammiert hat.

    Zum Lachen, Weinen und Mitfiebern, eine Geschichte die  wirklich tief im Herzen berührt.

  3. Cover des Buches Nachtzug nach Lissabon (ISBN: 9783442746248)
    Pascal Mercier

    Nachtzug nach Lissabon

    (1.390)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung steht der introvertierte Altphilologe Raimund Gregorius dessen Alltag aus Ritualen, Büchern und seiner Tätigkeit als Lehrer besteht. Ein zufälliges Treffen mit einer geheimnisvollen Frau auf dem Weg zur Schule und ein portugiesisches Buch voller existenzieller Gedanken, die er zufällig in einer Buchhandlung entdeckt, reißen ihn aus dieser Ordnung heraus und er begibt sich auf die Spuren des Autors ebendieses Buches, was ihn nach Lissabon führt. Die Handlung liest sich wie eine Reise durch Lissabon mit seinen Stationen, die einzeln für sich eine weitere neue Facette sowohl des Autos Prado als auch Gregorius‘ freilegen. Hierbei wechseln sich Passagen mit Schilderungen Nahestehender Prados über ebendiesen, Passagen seines Buches und innerer Empfindungen und Gedanken Gregorius‘ ab. Die stille und langsame Handlung lebt vor allem von der Atmosphäre, den inneren Bewegungen und den Begegnungen.
    Bei den Protagonisten stehen sowohl Gregorius als auch Prado klar im Mittelpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung, die die beiden im Verlauf des Buches vollziehen. Aber auch relevante Nebenprotagonisten erleben eine nachvollziehbare und schöne Entwicklung, die der Geschichte eine zusätzliche Facette und Tiefe verleiht. Wer stille und tiefgründige Romane mit philosophischem Tiefgang und existenziellen Fragestellungen mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist philosophisch, klar und teils anspruchsvoll, was gut zur Handlung passt.
    Minuspunkte: Das bereits erwähnte langsame Handlungstempo war an einigen Stellen sehr zäh und der philosophische Einschlag war mancherorts ein wenig zu anspruchsvoll.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  4. Cover des Buches Verity (ISBN: 9783423437288)
    Colleen Hoover

    Verity

    (2.268)
    Aktuelle Rezension von: Stefania_Velvet_Pages

    Ich habe Verity von Colleen Hoover jetzt endlich fertig gelesen und gehört … und wow. Diese Geschichte hat mich wirklich nicht mehr losgelassen 👀✨

    Die Atmosphäre war düster, emotional, intensiv und teilweise so spannend, dass ich am liebsten direkt weiter lesen wollte 😭

    ✨ Meine Bewertung:
    🎙️ Sprecherinnen/Hörbuch: 5/5 Sterne
    📖 Buch/Geschichte: 4/5 Sterne

    Die beiden Sprecherinnen Lisa Stark & Marlene Rauch haben das Hörbuch SO gut umgesetzt. Die Emotionen, die Spannung und die Stimmung kamen unglaublich rüber und haben das Ganze für mich noch intensiver gemacht 🫶🏻

    Warum „nur“ 4 von 5 Sternen?

    Die Geschichte hat mich wirklich gefesselt und ich konnte kaum aufhören zu hören — allerdings gab es für mich ein paar kleine Längen bzw. Wiederholungen. Trotzdem war es ein super spannendes Buch/Hörbuch und definitiv eine Empfehlung von mir 🤍


  5. Cover des Buches After forever (ISBN: 9783453428942)
    Anna Todd

    After forever

    (2.395)
    Aktuelle Rezension von: belli4charlotte

    After Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna Todd bleibt ihrem bekannten Muster treu: intensive Gefühle, dramatische Wendungen und ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Doch gerade im vierten Band wirkt dieses Drama stellenweise überreizt und vorhersehbar, als würde die Geschichte bewusst in die Länge gezogen, um die Spannung künstlich hochzuhalten.

    Stärken zeigt Todd weiterhin in der Darstellung innerer Konflikte. Besonders Hardins Rückfall in alte Muster und seine düstere Selbstzerstörung sind eindringlich beschrieben. Auch Tessas Entwicklung – geprägt von Verlust, Ernüchterung und wachsender Selbstbestimmung – verleiht dem Roman emotionale Tiefe. Die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und lassen beide Figuren greifbarer wirken. Gleichzeitig drehen sich manche Konflikte im Kreis, und nicht jede Wendung fühlt sich wirklich verdient an.

    Der Epilog fällt dagegen überraschend knapp aus. Nach so vielen Seiten voller Dramatik wirkt der schnelle Zeitsprung fast wie ein Bruch – als hätte man hier eine Chance verpasst, den Figuren einen runden, organischen Abschluss zu geben.

    Trotz dieser Schwächen bleibt After Forever ein Muss für Fans der Reihe. Es beantwortet offene Fragen, bietet emotionale Momente und lässt einen mit einem bittersüßen Lächeln zurück. Die Reihe insgesamt bleibt ein fesselndes Erlebnis voller Liebe, Schmerz und Selbstfindung – auch wenn Band vier nicht ganz die Kraft der Vorgänger erreicht.

    Fazit: Ein intensiver, aber nicht immer überzeugender Abschluss, der dank starker Charakterentwicklung und emotionaler Momente solide 3,5 Sterne verdient. 

  6. Cover des Buches Die sieben Schwestern (ISBN: 9783442479719)
    Lucinda Riley

    Die sieben Schwestern

    (1.336)
    Aktuelle Rezension von: VanessaMia

    „Die sieben Schwestern“ ist der gelungene Auftakt einer Reihe, in der es um das Herausfinden der wahren Herkunft & Identität jeder einzelnen Schwester geht. Lucinda Riley hat dabei jeder Schwester ein eigenes Buch gewidmet. Band 8 erzählt dann die Geschichte von Pa Salt. Dem geheimnisvollen Mann, der all seine Töchter auf der ganzen Welt gesucht, gefunden, adoptiert & nach Atlantis, dem gemeinsamen Zuhause am Genfer See, gebracht hat. 

    In diesem Buch geht es um Maia, deren Wurzeln im Herzstück Brasiliens, in Rio de Janeiro, liegen. Da ich selbst in Rio geboren wurde, war diese Geschichte für mich, wie eine wundervolle Reise in mein eigenes Herkunftsland. Mit Maia auf Spurensuche zu gehen, hat mir ganz große Freude bereitet. Lucindas Schreibstil ist atemberaubend und so konnte ich tief in die Geschichte eintauchen, mich fallen lassen & mit den Zeilen jeder Seite verschmelzen. Ich freue mich auf jeden weiteren Band dieser wundervollen Reihe. 

  7. Cover des Buches Das Spiel des Engels (ISBN: 9783596512645)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Spiel des Engels

    (1.412)
    Aktuelle Rezension von: Das_Leseding

    Ich habe mich so auf ein neues Buch von Carlos Ruiz Zafón gefreut, aber es war so enttäuschend! Natürlich habe ich diesen Roman mit „Der Schatten des Windes“ verglichen. Natürlich muss sich ein weiterer Roman mit dem davor Messen können. Besser sollte es werden, nicht schlechter.

    Die Idee der Geschichte ist gut, allerdings verzettelt sich Carlos Ruiz Zafón mit den vielen Handlungssträngen und löst sie einfach nicht auf. So bin ich nach dem Lesen nicht wirklich schlau aus einigen Teilen des Buches geworden und dies ärgert mich. Auch ist der Protagonist so wahnsinnig blass. Ich finde überhaupt keine Beziehung zu ihm und es ist mir schlicht egal, was er erlebt.

    Dann wirkt das Buch teilweise gruselig, depressiv, andererseits wieder lieb, verträumt und spannend. Wie es wirklich wirken sollte, weis ich nicht und finde keinen Draht.

    Fazit: keine Empfehlung, oder man interpretiert selbst sehr viel ins Buch herein und es stört einen nicht, wenn Themen, die für die Geschichte wichtig sind nicht aufgelöst werden. 

  8. Cover des Buches Trust Again (ISBN: 9783736302495)
    Mona Kasten

    Trust Again

    (2.369)
    Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_Vinci

    Es fiel mir wirklich leicht in die Story einzusteigen. Dawn bringt viele Eigenschaften mit, die ich an mir selbst entdecke und Spencer ist ehrlich ein Mann zum Verlieben. Er ist lustig, ironisch und neckt gerne, womit essentielle Punkte schon abgehakt sind. Dass er eine andere Seite besitzt, erfahren wir ziemlich schnell, jedoch dauert es ziemlich lange, bis wir herausfinden, was da konkret hinter steckt. Er hat gezeigt, dass jeder Mensch mehr als nur eine Seite hat und dass man schonmal tiefer schauen muss. Ich habe wirklich mitgelitten, als die beiden eine schwierige Phase durchgemacht haben und war sehr gespannt, wer, wie den anderen zurückgewinnen wird. 

    Auch der zweite Teil der Reihe ist absolut zu empfehlen. 

  9. Cover des Buches Das Joshua-Profil (ISBN: 9783404179480)
    Sebastian Fitzek

    Das Joshua-Profil

    (1.437)
    Aktuelle Rezension von: Alina35

    Das Joshua‑Profil ist ein rasanter Thriller, der von der ersten Seite an fesselt. Die Idee eines Systems, das zukünftige Straftaten vorhersagt, ist packend umgesetzt, und die Handlung bleibt durchweg spannend. Einige Wendungen wirken etwas konstruiert, insgesamt ist die Geschichte aber klug aufgebaut und hält die Spannung bis zum Schluss.

  10. Cover des Buches Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert (ISBN: 9783492307543)
    Joël Dicker

    Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

    (977)
    Aktuelle Rezension von: DankeAnke

    🌟🌟🌟🌟🌟

    Dieses Buch ist ein echtes Leseerlebnis – ein „dicker Schinken“, der aber jede einzelne Seite wert ist. Joël Dicker gelingt es meisterhaft, eine Geschichte zu erzählen, die einen von Anfang an in ihren Bann zieht und bis zum Schluss nicht mehr loslässt.


    Im Zentrum steht das Ungewisse: Als Leser tappt man lange im Dunkeln, stellt Vermutungen an, verwirft sie wieder und wird immer wieder überrascht. Genau dieses ständige Rätseln macht den Reiz des Romans aus. Die Handlung ist raffiniert konstruiert, mit Wendungen, die nie erzwungen wirken, sondern sich organisch entwickeln.


    Besonders beeindruckend ist, wie sehr man die Figuren ins Herz schließt. Sie sind vielschichtig, lebendig und voller Ecken und Kanten. Während man versucht, die Wahrheit hinter dem Fall zu ergründen, wächst gleichzeitig eine emotionale Bindung zu den Charakteren – was die Geschichte noch intensiver macht.


    Trotz seines Umfangs liest sich der Roman erstaunlich flüssig. Die Mischung aus Spannung, Emotion und literarischem Feingefühl sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.


    Fazit:

    Ein fesselnder, klug konstruierter Roman voller Geheimnisse, der nicht nur durch seine Spannung, sondern auch durch seine Figuren überzeugt. Absolut empfehlenswert für alle, die gern tief in eine Geschichte eintauchen und sich gerne überraschen lassen

  11. Cover des Buches Nächstes Jahr am selben Tag (ISBN: 9783423718455)
    Colleen Hoover

    Nächstes Jahr am selben Tag

    (1.286)
    Aktuelle Rezension von: Brina_10

    Mir hat die Story und die Idee des Buches wirklich gefallen. 

    Es lässt sich schnell lesen und durch die Perpektivenwechsel sowie die Zeitsprünge war es auch recht spannend und kurzweilig.

    Auch, wenn es um viele tiefgründige und traurige Themen ging, schaffte es die Autorin dennoch, mir hier und da ein Schmunzeln zu entlocken. Die Story zwischen Ben und Fallon fand ich auch wirklich schön beschrieben und es war einfach defintiv mal was anderes.

    Teilweise fand ich Fallons und auch Bens Entscheidungen etwas überzogen und konnte diese nicht nachvollziehen. Hier wurde mir dann manchmal zu viel Drama aus kleinen Situationen gemacht, die für die Spannung des Buches gar nicht notwendig gewesen wären.

    Das Ende kam jetzt nicht überraschend, ich persönlich fand es passend und nicht zu sehr ausgeweitet.

    Ein schönes Buch, dass ich gern weiterempfehle 😊

  12. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442776368)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

    (707)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Wie befinden uns in Jackson, Mississippi im Jahr 1962 und werden mit hineingenommen in die Atmosphäre und die Stimmung, die dieses Land zu dieser Zeit geprägt hat. Da ist zum einen die junge Skeeter, eine schlacksige junge Frau, die sich nicht so ganz dem herrschenden Zeitgeist der damaligen Zeit unterordnen möchte, der besagt, dass junge Frauen doch nach dem College möglichst schnell heiraten und Kinder bekommen sollen. Skeeter träumt davon zu schreiben, sie möchte Autorin werden und nachdem sie unter Mühen ein Volontariat bei einer regionalen Zeitung ergattert hat und einen Buchvertrag mit einem Verlag in New York in Aussicht hat, beginnt sie heimlich eine Geschichte zu schreiben, die das Potential hat in der damaligen Zeit für ziemlich viel Unruhe zu sorgen. 

    Doch diese Geschichte kann Skeeter nicht alleine schreiben, es ist nämlich kein erfundener Roman, sondern eine teils bittere und traurige und auf der anderen Seite humorvolle Geschichte. Die wirklichen Autoren dieser Geschichte sind Aibileen und Minny und viele andere Frauen. Ihnen ist es nicht erlaubt ihre Geschichten zu veröffentlichen, denn das würde sie in wirkliche Lebensgefahr bringen, sie und ihre Familien, denn Aibileen und Minny sind farbige Frauen, die als Dienstmädchen für weiße Familien arbeiten, den Haushalt machen, jeden Tag kochen und putzen und ihre Kinder hüten. Jedes weiße Kind des gehobenen Mittelstandes ist zu dieser Zeit mit einer farbigen Nanny aufgewachsen. Die weißen Familien vertrauen den fleißigen farbigen Frauen ihre Kinder an, lassen sie von ihnen herzen und liebkosen, verbieten ihnen jedoch die gleiche Toilette wie sie selbst zu benutzen, das könnte ja gesundheitsschädlich sein. Das ist eine Episode von vielen, die einen mehr als den Kopf schütteln lässt während des Lesens. 

    Es entsteht zwischen diesen so unterschiedlichen Frauen erstmal eine Zweckgemeinschaft, Skeeter möchte eine wahre Geschichte über die Dienstmädchen schreiben, die in fast jedem Haus im Süden der USA arbeiten, sie sehnt sich nach ihrer alten Nanny Constantine, die einfach verschwunden ist und von deren Verbleib ihre Mutter nichts sagen möchte. Sie lernt das private Leben von Aibileen und Minny kennen und sie erkennt, dass es in ihrem Land zwei verschiedene Welten gibt, etwas mit dem sie aufgewachsen ist, dass sie jedoch mehr und mehr nicht mehr gutheißen kann. Aibileen hat ihr ganzes Leben die Kinder weißer Leute aufgezogen und denkt noch oft mit inneren Schmerzen und Traurigkeit an ihren Son Treelore und das Versprechen, dass sie ihm gegeben hat. Sie wird nicht müde den Kindern drei wichtige Sätze für ihr Leben mitzugeben, du bist lieb, du bist gescheit, du bist wichtig und vielleicht sagt sie es auch zu sich selbst. Minny hingegen gleicht einem rollenden Vulkan mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und einer sehr großen Mundwerk, welches bei den weißen Damen, für die sie arbeitet nicht wirklich gut ankommt und so sieht sich Minny immer wieder herausgefordert eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Auf dieser Suche begegnet sie Miss Celia, einer sehr jungen und blonden Lady, die irgendwie auch das Herz auf dem rechten Fleck hat, doch wird der Leser und die männlichen und weiblichen Protagonisten doch sehr von ihrem offenherzigen Anblick abgelenkt. Zwischen diesen beiden so verschiedenen Frauen, die nicht nur in der Hautfarbe begründet sind, entwickelt sich eine wirklich herzliche Beziehung, wie sie sich halt entwickelt, wenn ein Vulkan auf Naivität trifft und wenn eine Frau der anderen versucht das Kochen beizubringen. Somit nimmt die Geschichte ihren Lauf und das Buch wird veröffentlicht. Skeeter freut sich, Aibileen, Minny und die anderen Frauen sind in Angst, denn sie wissen, was auf sie zukommen könnte, doch Minny hat eine listige Rückversicherung in ihre Geschichte mit eingebaut und nun darf der Leser mehr als gespannt sein, wie es weitergeht....

    Ich habe diese Geschichte geliebt zu lesen. Kathryn Stockett nimmt den Leser in verschiedenen Erzählperspektiven mit hinein in diese für farbige Menschen so gefährliche Zeit der Rassentrennung in der USA und wir erleben welche Revolution diese Geschichte verursacht hat. Mit teilweise lachendem, ich kann keine Schokolandentarte mehr anschauen ohne an Minny zu denken, und einem weinenden Auge, wenn diese vielen fürchterlichen Ungerechtigkeiten dieser Zeit erzählt werden. Auch für weiße Menschen, die nicht dem damaligen Narrativ entsprachen, war diese Zeit nicht einfach. Die persönliche Entwicklung der Protagonistinnen und auch die Flair dieser 60er Jahre sind einfach wunderbar beschrieben und ich bin auch von der Verfilmung sehr begeistert. 

    Absolut lesenswert!


  13. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

    (304)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    In dem es hoch her geht – vor allen Dingen in den Betten zahlreicher Kunstschaffender. Wer hätte das gedacht. Was hier allerdings vor dem staunenden Auge des Lesers entblättert wird, ist nicht nur der flotte eskapistische Tausch der Partner, sondern auch ein Wechselspiel von menschlicher Größe wie schamloser Niedertracht, von exzellenten Leistungen wie heuchlerischen Intrigen, von weitblickender Großzügigkeit wie von kleinkarierten Animositäten. Aber auch außerhalb dieser Bettgeschichten gibt es viel zu beobachten, so kurz vor Ausbruch der großen Katastrophe, in einer Zeit, in der große Namen aus dem Bereich Kultur, Politik und Wirtschaft (auch die Wissenschaft bekommt ihren Auftritt; doch davon später mehr) die Bühne betreten – vom Autor dieses Buches unterhaltsam wie kenntnisreich erzählt.

    Bei all diesen Konflikten, all dem Amourösen und all den Widersprüchen, die sich so vielfältig wie widersprüchlich in der Kunst in Szene setzen lassen, bleibt es nicht aus, dass manche Zeitgenossen an diesen teils überhitzen Abläufen verzweifeln. Und so ist es denn nicht verwunderlich, wenn sich in dieser Zeit ein neuer Begriff Bahn bricht, wenn über allem so ein Hauch von „Neurasthenie“ schwebt, „das Burn-Out-Syndrom des Jahres 1913“, ein Begriff, der in diesem Jahr „in das 11-bändige Werk ‚Spezielle Pathologie und Therapie innerer Krankheiten‘“ Aufnahme findet. Ein Lehrstück für dieses Krankheitsbild gibt Franz Kafka ab, hinter dessen literarischen Größe ein von Minderwertigkeitskomplexen (insbesondere gegenüber Frauen) geplagter Mann steht. Und so schreibt er denn in seiner Verzweiflung hunderte von Briefen und Karten an seine Geliebte Felice Bauer, um dann doch zu schlussfolgern: „Der Coitus als Bestrafung des Glücks des Beisammenseins. Möglichst asketisch leben, asketischer als ein Junggeselle, das ist die einzige Möglichkeit für mich.“

    Und Kafka ist auch eine der Personen, die uns durch das gesamte Jahr 1913 begleiten. Und damit bekommt der Leser nicht nur einen fundierten Einblick in das Schaffen und Leiden dieses an sich und der Welt leidenden Mannes, sondern wird zugleich Zeuge einer Zeit, in der vieles im Umbruch ist und viel Neues entsteht. Die Personen, die hier in ihren Stärken und Schwächen gar meisterlich porträtiert werden, bilden ein Konglomerat an Ereignissen, die je für sich betrachtet schon interessant zu lesen sind, die allerdings in ihren vielfältigen Verbindungen ein Zeitbild entstehen lassen, dass in dieser Form wohl einzigartig ist. Dabei senden die teils lapidaren Sätze zu Beginn von Abschnitten einen ersten Reiz, der in der Folge allerdings substanziell untermauert wird: „Emil Nolde hält Berlin nicht mehr aus.“ Das sich daraus eine Weltreise entwickelt, wird erst in den nächsten Passagen deutlich. Nüchterne Naturbetrachtungen wie „Piero Ginori Conti gelingt es in Larderello in der Toskana, Wasser aus dem Erdinneren für die Stromerzeugung zu nutzen. Die Geothermie ist entdeckt“ bekommen ebenso Raum wie schwärmerische Naturbeschreibungen: „Mächtig erheben sich hier die Buchen in den Ostseehimmel, der salzige Wind hat ihre Stämme ganz glatt gerieben und ihre Kronen in die Höhe geschraubt.“

    Es sind allergings die tiefen Einblicke in die Psyche der handelnden Personen, die das meist noch vorhandene eher blasse Schulwissen mit Leben erfüllen und so aus den eher „geschlechtslosen“ Künstler*innen solche mit einem prallen Leben machen, die diesem Buch die besondere Würze geben. Diese Sichtweise bringt uns den hier „auftauchenden“ Personen auf jeden Fall sehr nahe – und macht sie zugleich ein stückweit menschlicher.

    (17.2.2024)

  14. Cover des Buches Yellowface (ISBN: 9783847902140)
    Rebecca F. Kuang

    Yellowface

    (612)
    Aktuelle Rezension von: _MiriamAnne_

    Yellowface von Rebecca F. Kuang hat mich insgesamt wirklich positiv überrascht. Ich hatte das Buch dank eines wunderbaren Buchclubs gelesen, denn sonst hätte ich wahrscheinlich nie danach gegriffen. Zu Beginn wusste ich überhaupt nicht, wohin die Reise gehen würde, und war schon nach den ersten Seiten ziemlich überrascht von der Richtung, die die Geschichte einschlägt.

    Das Buch lässt sich unglaublich gut lesen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und konnte ehrlich gesagt kaum noch aufhören zu lesen. Obwohl es nur wenige Dialoge gibt, war die Handlung durchgehend spannend und hat mich gefesselt. Besonders interessant fand ich die schonungslose Darstellung der Verlagswelt. Der Buchverlag wird in diesem Roman regelrecht auseinandergenommen, und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob nicht doch einiges davon der Realität entspricht. Ehrlich gesagt kann ich mir sehr gut vorstellen, dass hinter verschlossenen Türen manches ähnlich abläuft.

    Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr das Buch zum Nachdenken anregt. Themen wie Rassismus, kulturelle Aneignung, Privilegien und die Macht sozialer Medien ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Der Rassismus, der an vielen Stellen sichtbar wird, macht das Lesen teilweise unangenehm, aber genau das sorgt auch dafür, dass man sich intensiv mit den angesprochenen Themen auseinandersetzt.

    Die Protagonistin hat mich dabei regelmäßig auf die Palme gebracht. Teilweise habe ich sie regelrecht gehasst und konnte viele ihrer Entscheidungen überhaupt nicht nachvollziehen. Gleichzeitig macht genau das einen großen Teil der Spannung aus.

    Ein paar kleinere Kritikpunkte habe ich dennoch. An einigen Stellen hat sich die Geschichte minimal gezogen, auch wenn das für mich nicht besonders schlimm war. Deutlich mehr gestört hat mich jedoch das Ende. Ich hatte erwartet, dass die Geschichte mit einem richtig großen Knall endet, und war deshalb etwas enttäuscht, dass das Finale nicht ganz meinen Erwartungen entsprach.

    Trotzdem ist Yellowface für mich ein äußerst lesenswertes Buch, das unterhält, schockiert und lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

  15. Cover des Buches 4 3 2 1 (ISBN: 9783499271137)
    Paul Auster

    4 3 2 1

    (128)
    Aktuelle Rezension von: Steve91

    4 3 2 1 wurde 2017 auf deutsch veröffentlicht und ist Paul Austers Opus magnum. In diesem über 1200 Seiten langen Roman stellt Auster vier verschiedenen ablaufende Leben ein und derselben Person vor, nämlich die Leben des Archie Ferguson.
    Die einzelnen Versionen von Archies Leben werden dabei in zeitliche Abschnitte unterteilt, von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter, also circa bis zum Ende des Studiums.
    Es sind nicht nur die Entscheidungen Archies sondern auch die Entscheidungen seiner Mitmenschen und deren Handlungen, die Zufälle und Schicksale, die deren Leben bestimmen, die die jeweils andere Version von Archies Leben entstehen lassen und vorantreiben.
    Es gibt einige zentrale Figuren, wie natürlich seine Eltern, Freunde und Verwandte, die sich in allen Varianten von Archies Leben wiederfinden. Aber auch hier ändert sich, je nach Vergangenheit und Ereignissen, der Umgang miteinander. Diesen Entwicklungen zu folgen ist dabei nicht immer einfach, 4 3 2 1 ist kein Werk, das man zwischendurch liest. Wer aber durchhält, und dazu kann ich nur jedem raten, wird mit einer bzw. vier Geschichten belohnt, die sich intensiv mit der Frage nach Schicksal, nach Zufall und der Selbstbestimmtheit unseres Lebens auseinandersetzen.
    Austers Sprachgewalt ist dabei beeindruckend. Manche Sätze gehen über mehrere Seiten, sind dabei aber nicht langatmig und treiben die umfangreiche Handlung weiter voran. Die Dialoge sind pointiert und genau, jede Figur wird auf ihre Weise durch ihre Tätigkeiten und ihre Sprache unverwechselbar.
    Neben den zentralen Fragen des Romans, Schicksal und Zufall und die Konsequenzen unserer Entscheidungen, findet sich hier auch ein Ritt durch die amerikanische Nachkriegsgeschichte, vor allem durch die Veränderungen der Gesellschaft der USA in den 1960er Jahren. Eine Auseinandersetzung mit den Studentenprotesten, mit dem Vietnam Krieg, mit Baseball und Basketball, mit Literatur, nicht zuletzt mit der Sexualität.
    Austers Werk hat mich tief beeindruckt. Seine Sprachgewalt, seine Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen des Schicksals und des Zufalls sowie die umfangreiche Darstellung so vieler Themen - Geschichte, Politik, Sport, Literatur und viele mehr - machen 4 3 2 1 für mich zu einem Roman, den Liebhaber anspruchsvoller Literatur gelesen haben müssen.

  16. Cover des Buches Die Passantin (ISBN: 9783036962146)
    Nina George

    Die Passantin

    (610)
    Aktuelle Rezension von: dielesejule

    Neue Identität- spannend!

    Die berühmte Schauspielerin Jeanne steigt aus Gründen nicht in das Flugzeug, das sie nachhause bringen soll. Als dieses Flugzeug dann abstürzt, beginnt für Jeanne ein komplett neues Leben- sie entscheidet sich dafür, ihren Tod nicht aufzuklären, sondern ein neues Leben zu starten. Nach vier Jahren trifft sie zufällig auf ihren Mann und entscheidet sich endgültig, wie ihr Leben weitergehen wird.

    Etwas schwer ist mir am Anfang der Umgang mit der Selbstansprache der Erzählerin gefallen, die immer in der dritten Person von sich berichtet. Warum sie das tut, wird schnell klar und trotzdem war es beim Lesen etwas befremdlich.

    Jeanne wird nach ihrem „Tod“ zu Sella, später dann zu Alva. Diese Entwicklung war spannend zu lesen und, sie durchlebt viele Phasen während ihres Rückzuges, setzt sich aber doch nicht wirklich mit dem auseinander, was sie verletzt.

    Die Sehnsucht nach ihren Kindern, gerade in ihrer Zeit im Haus der Frauen, zeigt deutlich die Zerrissenheit und das schlechte Gewissen, das sie täglich quält.

    Erst, als sie ihrem Mann und seiner neuen Lebensgefährtin zufällig begegnet, zwingt sie sich dazu, aktiv zu entscheiden, wie sie leben möchte. Diese bewusste Entscheidung hat mich in all ihren Konsequenz durchaus überrascht, aber scheint mir im Nachhinein absolut stimmig.

    Ein Buch, das den Weg zur Selbstbestimmtheit einer Frau begleitet und sich mit der spannenden Frage beschäftigt, wie ein Neuanfang aussehen könnte, wenn man sein altes Leben hinter sich ließe.

     „ […] und ich kaufe einen Omafotzenkäse, just because.“

  17. Cover des Buches Sternstunden der Menschheit (ISBN: 9783150206393)
    Stefan Zweig

    Sternstunden der Menschheit

    (213)
    Aktuelle Rezension von: Timo_Janca

    Manch ausgewähltes Ereignis mag bekannt sein, jedoch versteht es Stefan Zweig die Geschichten emotional und mit tiefer Anteilnahme zu begleiten. Ihn interessieren die persönlichen Beweggründe und was die Betroffenen in der Stunde des Schicksals empfunden haben. Detailverliebte Beschreibungen und dramatische Sprache lassen u.a. die Entdeckung zweier Ozeane oder eine Episode aus Goethes Leben vor dem geistigen Auge lebendig entstehen.  

  18. Cover des Buches Sie (ISBN: 9783453441637)
    Stephen King

    Sie

    (968)
    Aktuelle Rezension von: Svenja_Kotzab

    Weiter geht’s mit meinem Vorhaben alte Bücher auf meinem Kindle zu lesen. Schon lange wusste ich das „Sie“ eines meiner nächsten Bücher sein wird. Und ich hatte eigentlich keine so große Lust, denn „Sie“ ist erbarmungslos, verstörend und doch unglaublich fesselnd.


    Paul ist Autor und mehr als erleichtert. Seine nervige Hauptdarstellerin Misery hat er in seinem letzten Buch Sterben lassen. Doch diese Erleichterung spürt, Annie, Pauls größter Fan, absolut nicht so. Misery kann nicht Tod sein, Paul muss das Ende neu erfinden, was für ein Glück das sich der Autor nach einem schweren Autounfall in der   Gewalt von Annie befindet. 


    Ich bin absolut kein Fan von Horror Büchern, aber Stephan King ist für mich einfach ein Meister! Er schreibt so spannend und mitreißend und man sieht die Geschichte nahezu vor seinem inneren Auge ablaufen. Er schafft es ebenfalls immer, mich mit seinen Geschichten zum Lachen zu bringen. Und das will bei einem Horror Buch wirklich was heißen. Als ich das letzte Mal „Sie“ gelesen habe war ich noch ein Teenager. Doch diese Geschichte ist mir für immer im Gedächtnis geblieben. Genau deswegen hatte ich auch ein bisschen Bauchweh mich wieder in die kranke Welt der Annie zu begeben. Tatsächlich unterscheidet sich „Sie“ von den anderen Büchern von King sehr. Es hat eigentlich keine spezifischen übernatürlichen Merkmale. Es ist eher ein sehr krasser Thriller. Aber ab der ersten Seite fesselnd. Auch dieses Mal hab ich sofort in die Geschichte hineingefunden und mit paul mitgelitten. Zwischen drin dachte ich mal das ich das Buch schlimmer in Erinnerung hatte als es war. Aber dann ging’s erst so richtig los! Ich muss einfach sagen, genial erzählt! Sicher nichts für schwache Nerven, aber ich finde die Geschichte einfach überragend!

  19. Cover des Buches Garp und wie er die Welt sah (ISBN: 9783499014499)
    John Irving

    Garp und wie er die Welt sah

    (801)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    John Irvings "Garp und wie er die Welt sah" ist literarisch ambitioniert und im historischen Kontext interessant, bietet komplexe Themen und originelle Figuren. Er ist zweifellos gut geschrieben und entfaltet seine Stärke vor allem dann, wenn die Handlung an Fahrt aufnimmt. 

    Garp bleibt jedoch der Nabel der Welt, während die Frauenfiguren vor allem dazu dienen, seine Entwicklung zu ermöglichen – ein altmodisches Rollenbild, das aus heutiger Sicht irritiert, da es völlig unreflektiert bleibt. Hätte Irving die Geschichte auf die Hälfte der Seiten konzentriert und die selbstgefälligen Metafiktionseinschübe samt ihrer Referenzen gestrichen, wäre der Roman deutlich prägnanter geworden. So leidet er unter erheblichen Längen. Ich habe mich stellenweise sehr gelangweilt. 

  20. Cover des Buches Das Jesus-Video (ISBN: 9783404170357)
    Andreas Eschbach

    Das Jesus-Video

    (802)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    "Das Jesus-Video" ist ein hoch spannender Thriller, und man schwankt ständig zwischen Hoffnung und Zweifel: Wird etwas geborgen werden können (oder auch nicht), was Sensationelles (oder auch Belangloses) enthalten könnte? Kurz vor Schluss ist vermeindlich alles aufgelöst, und man fragt sich, was noch kommen soll? 4,5 Sterne

  21. Cover des Buches Das Lächeln der Frauen (ISBN: 9783499003769)
    Nicolas Barreau

    Das Lächeln der Frauen

    (997)
    Aktuelle Rezension von: jeanne1302

    Zu Anfang kam ich doch recht schwer ins Buch, vielleicht auch, weil sehr viele französische Ausdrücke nicht übersetzt drin vorkamen, aber das machte halt das französische Flair aus. Bon. 

    Dann packte mich die Story und ich laß die Geschichte Ratz fatz bis zu Ende. Es ist eine Geschichte, die wundervoll erzählt, wie Andre Chabanais, der Lektor eines Verlages, seinen eigenen Roman als den eines erfundenen Autors namens Robert Miller "verkauft". Um nicht die Wahrheit zu sagen, dass er der Autor des Buches ist, aus Angst, seinen Job beim Verlag zu verlieren, verstrickt er sich immer mehr in Lügen und ausgedachten Szenerien, insbesondere weil er Aurelie kennenlernt, die seine Muse für den Roman war. Er verliebt sich in sie und sie will nur den Autor Robert Miller kennenlernen, den es ja garnicht gibt. 

    Mehr will ich nicht zum Inhalt sagen, denn...es ist schöner, wenn es der Leser selbst liest. 

    Auch habe ich mich gefragt, was mir dieses Buch wohl als Botschaft mitteilen möchte, denn eigentlich ist es schlicht - eine amüsante, unterhaltsame und schöne Liebesgeschichte, mehr nicht. 

    Doch dann...wie soll es sein...kam die Eingebung.

    Lügen haben kurze Beine. so lautet das Sprichwort, dem ich jetzt noch zufügen möchte: Lügen zerstören alles, auch wenn sie eigentlich schützen wollen. Wenn du dich in Lügen verstrickt hast....gehe in dich und sag die Wahrheit. NUR DIE WAHRHEIT KANN ES WIEDER RICHTEN UND KORRIGIEREN. 

    Je klarer man die Wahrheit sagt, desto gerader - AUFRICHTIGER - wird man und je aufrichtiger, desto ehrlicher und leichter wird alles. 

    Wahrheit ist LIEBE. Alles, was irgendwie schief im Leben läuft, war eben NICHT in der Liebe. Es war Lug und Trug. Je mehr man seine Wahrheit klar ausdrückt, desto einfacher wird es, auch mit der Liebe. Das Zerstörte wird gekittet und verziehen. Fehlschläge korrigiert. 

    Verlorenes wird wieder möglich. 

  22. Cover des Buches Für jede Lösung ein Problem (ISBN: 9783404193493)
    Kerstin Gier

    Für jede Lösung ein Problem

    (1.625)
    Aktuelle Rezension von: SindyBr

    "für jede Lösung ein Problem" von Kerstin Gier


    Ich hab mich mal an einem Wohlfühlromane probiert und wurde auf Kerstin Gier aufmerksam gemacht.

    Und mit ihrem Roman "für jede Lösung ein Problem" habe ich den auch gefunden.


    Perfekt um einfach nur mal abzutauchen, alles um einen herum zuvergessen und zu lachen. Kerstin hat ein ernstes Thema humorvoll verpackt, was dennoch einen kleinen Nachgemack hinterlässt und mich auch nach beenden des Buches nicht los lässt.

    Immer wieder wird jungen Frauen eingeredet sie müssten jung heiraten, am besten einen erfolgreichen Mann, und Kinder kriegen, und das alles unter 30. Welchen Druck diese Frauen ausgesetzt werden zeigt uns Kerstin an Hand von Gerri. Sie ist schlussendlich so weit sich das Leben zunehmen. Aber trotz des ernsten Themas kommt der Humor nicht zu kurz. Jedes Kapitel endet mit einem Abschiedsbrief und bei diesem ist Gerri gnadenlos ehrlich.


    Die Autorin hat eine so angenehme und leichte Ausdrucksweise die einfach nur perfekt war um abzuschalten. Ich empfand den Roman dennoch spannend, man konnte sich einfach in Gerri hineinversetzen. Alle Charaktere und ihre Handlungen waren für mich authentisch und nachvollziehbar. Man hatte das Gefühl das "für jede Lösung ein Problem" mitten aus dem Leben kam und keine fiktive Geschichte ist.


    Kerstin Gier zeigt auf humorvolle Weise das wir vielleicht Noch einmal darüber nachdenken sollten was wir wie sagen und das Ehrlichkeit immer noch am längsten währt.

  23. Cover des Buches Sand (ISBN: 9783499258640)
    Wolfgang Herrndorf

    Sand

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Hahnfeld

    Die Geschichte von Carl, der mit Amnesie erwacht und nun herausfinden möchte, wer er ist, habe ich mit Spannung verfolgt. Anfangs wirkt das Buch chaotisch, die Ereignisse werden fragmentarisch aneinander gereiht – aber als ich einmal drin war, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz und laden ein zu Gedanken wie "Na ein Kapitel geht noch". Musste abwechselnd lachen, unbedingt weiterlesen, habe die besten Stellen meinem Freund zitiert. Das Ende hat mich ziemlich verwirrt, anfangs auch enttäsucht. Aber irgendwie machte die Sinnlosigkeit des Endes die Geschichte auch wahrhaftiger, mehr wie das echte Leben. Jedenfalls mag ich Wolfgang Herrndorfs Bücher schon allein deshalb, weil sie gut geschrieben sind. Ich hatte auch Spaß an seiner Wortgewalt und seinem Witz. 

  24. Cover des Buches Mein Leben (ISBN: 9783641135508)
    Marcel Reich-Ranicki

    Mein Leben

    (250)
    Aktuelle Rezension von: ugadenne

    Eigentlich steht es mir sicher nicht an, einen derart großartigen Kritiker zu rezensieren. Ich probiere es trotzdem.

    Dieses autobiographische Werk schildert das ganze Leben von Marcel Reich-Ranicki. Der Autor schreibt in einem nüchternen, sachlichen Ton, trotzdem kann man die Gemütsbewegungen während des Lesens spüren

    Es beginnt bei der Kindheit und Jugend in Berlin, wo er sich schon der Literatur verschrieben hat. Dann folgt die Deportation nach Polen und anschließend das Leben im Warschauer Getto. Dieser Teil hat mich total erschüttert. Es ist erstaunlich was Menschen anderen Menschen antun können. Und es ist noch erstaunlicher, dass Menschen das alles überlebt haben. Und trotz allem, ist die Liebe zu Literatur und Musik erhalten geblieben. Oder haben diese beiden ihm geholfen, das alles zu überstehen? Es muss grausam sein, alle seine Verwandten und Freunde zu verlieren. Trotzdem schafft er es, diesen Teil ziemlich nüchtern zu beschreiben. Trotzdem steht so vieles zwischen den Zeilen. 

    Es folgt die Blitzheirat mit Tosia, damit sie bei ihm im Getto bleiben darf. Später die Flucht und das Leben im Untergrund. Dieses Buch sollte eine Warnung für alle sein, die nach rechts driften! 

    Die Beschreibung seiner kurzen diplomatischen Karriere und die diversen Begegnungen und Freundschaften mit zeitgenössischen Autoren runden das Bild ab. Die Enttäuschung über viele seiner zeitweisen Freunde und Wegbegleiter kann er nicht verbergen. Ebenso haben die Ressentiments gegen Juden ihn sein Leben lang begleitet. Glücklich war er, dass sich sein Jugendtraum, Kritiker zu werden, erfüllt hat. 

    Marcel Reich-Ranicki war sicher nicht immer ein angenehmer Zeitgenosse, woraus er auch gar keinen Hehl macht. Aber dieses Buch hat mich sehr ergriffen und fasziniert. Teil vier und fünf waren meines Erachtens teilweise zu langatmig, ja fast langweilig und ich hatte Mühe bis zum Ende durchzuhalten. 

    Trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung von mir. 

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