Bücher mit dem Tag "schuldgefühle"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schuldgefühle" gekennzeichnet haben.

224 Bücher

  1. Cover des Buches Tote Mädchen lügen nicht (ISBN: 9783910531215)
    Jay Asher

    Tote Mädchen lügen nicht

    (5.012)
    Aktuelle Rezension von: Julia92

    Inhalt: Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. 13 Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon …

     

    Meinung: Es fällt mir nicht leicht, eine Bewertung zu diesem Buch abzugeben, da es sich um ein hochsensibles Thema handelt und Suizid nie die Lösung sein sollte. Hannah Baker ist eine Jugendliche, die sehr mit sich selbst zu kämpfen hat und am Ende nur noch diese Option sieht. Mit der gesamten Story hatte ich so meine Probleme.

    Der Schreibstil ist weder anspruchsvoll noch besitzt er Wiedererkennungswert. Vermutlich ist das gewollt, um die Jugendlichen möglichst wahrheitsgetreu darzustellen. Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven – Hannah und Clay – in der ersten Person.

    Mit Hannah hatte ich so meine Probleme. Sie kam mir sehr unnahbar vor, ich fand keinen Draht, konnte nicht mal Mitgefühl entwickeln. Ihre Persönlichkeit war einfach nicht tiefgründig genug. Relativ kühl und beinahe herablassend zählt sie die Dinge auf, die andere Schüler ihr angetan haben und stellt Leute an den Pranger, die teilweise nicht mal vorsätzlich gehandelt haben. Das machte sie für mich sehr unsympathisch.

    Jeder Mensch reagiert anders auf sein Umfeld und es gibt leider zu viele Opfer von Mobbingattacken und Schlimmerem. In Hannahs Fall einen Klaps auf den Po zu bekommen oder als „Mitfahrgelegenheit“ betitelt zu werden, spiegelt nicht mal ansatzweise die wahren Probleme der Gesellschaft wider. Das Buch sollte vermutlich Augen öffnen. Doch ich bin hier zwiegespalten. Die Message sollte doch sein, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und darüber nachzudenken, wozu Mobbing führen kann. Doch Hannah macht es ihren Mitmenschen nicht leicht. Sie stößt sie von sich weg, wird Zeugin einer Vergewaltigung und sieht dennoch sich selbst als Opfer. Sie verlangt permanent von allen anderen, sich in sie hineinzuversetzen, ist aber nicht eine Sekunde bereit, dasselbe zu tun.

    Als sie am Ende auch noch den Vertrauenslehrer die Mitschuld an ihrem Selbstmord gibt, konnte ich beim Lesen nur noch den Kopf schütteln. Sie ist verzweifelt. Sie will Hilfe. Das behauptet sie zumindest. Doch sie lässt sich nicht helfen und läuft stattdessen davon. Ihr Lehrer bittet sie mehrere Male, zu bleiben, doch sie ignoriert dies. Ihm dann noch vorzuwerfen, nicht hartnäckig genug gewesen zu sein, ist nicht fair von ihr.

    Hier war mir einfach die komplette Handlung zu gestellt. Der Autor reihte ein Ereignis um das andere und zeichnete Hannahs Persönlichkeit sehr übertrieben – meiner Meinung nach.

    Das Buch war flüssig zu lesen. Immer wieder hoffte ich auf den Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. Doch er kam nicht. Psychologische Hilfe wäre hier für die Protagonistin wertvoll gewesen. Stattdessen anderen die Schuld an allem zu geben, ist keine gute Message. Schade fand ich auch, dass nicht auf die Gefühlswelt der Mitschüler und der Lehrer eingegangen worden ist. Mich hätte sehr interessiert, wie sie mit dem Verlust umgehen. Auch Hannahs Eltern kommen nicht zu Wort. Die gesamte Story bezieht sich rein auf Hannahs Erlebnisse in ihrer Bubble. Das war mir etwas zu einseitig. Es fehlte an Abwechslung, an „Leben“. Clay war mir leider auch nicht sonderlich sympathisch.

    Ich vergebe 2 von 5 Sternen, da das Buch ein wichtiges Thema anspricht, jedoch in der Umsetzung meiner Meinung nach nicht gelungen ist.

  2. Cover des Buches The Inheritance Games (ISBN: 9783570167830)
    Jennifer Lynn Barnes

    The Inheritance Games

    (827)
    Aktuelle Rezension von: Jeys_Book_Lines

    Ich hätte nicht gedacht, dass sich der erste Band der "The Inheritance Games" Reihe von Jennifer Lynn Barnes so schnell weglesen lässt, aber genau das war der Fall. Der gradlinige Schreibstil ist sehr zugänglich, fast schon unauffällig, und gerade dadurch entsteht eine Sogwirkung, die einen einfach immer weiter durch die Seiten trägt. 

    Kommen wir aber zuerst einmal zum Inhalt: Avery Grambs hat einen Plan: Highschool überleben, Stipendium abgreifen und dann – nichts wie raus hier. Doch all das ist Geschichte, als der Multimilliardär Tobias Hawthorne stirbt und Avery fast sein gesamtes Vermögen hinterlässt. Der Haken daran? Avery hat keine Ahnung, wer der Mann war. Um ihr Erbe anzutreten, muss Avery in das gigantische Hawthorne House einziehen, wo jeder Raum von der Liebe des alten Mannes zu Rätseln und Geheimnissen zeugt. Ungünstigerweise beherbergt es aber auch dessen gerade frisch enterbte Familie. Allen voran die vier Hawthorne-Enkelsöhne: faszinierend, attraktiv und gefährlich. Gefangen in dieser schillernden Welt aus Reichtum und Privilegien, muss Avery sich auf ein Spiel aus Intrige und Kalkül einlassen, wenn sie überleben will.

    Dank der kurzen Kapitel und der vielen kleinen Cliffhanger rutscht man förmlich von einem Kapitel ins nächste und aus "nur noch eins" werden ganz schnell fünf. Die Geschichte wird aus Averys Ich-Perspektive erzählt, was gut funktioniert und einem das Gefühl gibt, direkt bei den Ereignissen dabei zu sein.

    Avery ist tatsächlich jemand, dem man gerne durch die Geschichte folgt. Sie wirkt bodenständig, reflektiert und reagiert überraschend realistisch auf die völlig absurde Situation, in der sie plötzlich steckt. Endlich ist da mal kein Glamour-Girl, das sich direkt im Luxus verliert, sondern jemand, der den plötzlichen Reichtum erstmal kritisch und nüchtern hinterfragt. Dank ihrer psychologischen Ausbildung gelingt es der Autorin, Avery als eine clevere und aufmerksame Beobachterin darzustellen, die die Menschen um sich herum gut einschätzt. Die Hawthorne-Enkel sind dahingegen etwas komplexer, jeder von ihnen ist zwar intelligent und charismatisch, gleichzeitig aber auch von inneren Wunden geprägt, denn die Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen... Ihre Erfahrungen, Ängste und alten Narben formen, wie sie denken, fühlen und handeln – und warum sie manche Dinge für sich behalten. Das lässt einen ständig überlegen: Wer spielt hier eigentlich mit wem, und was steckt wirklich dahinter? Was ich besonders mochte, ist, dass kein Charakter einfach "gut" oder "böse" ist. Jede Person trägt eigene Ängste, Geheimnisse und widersprüchliche Motivationen mit sich, und genau das macht sie so lebendig. Man spürt, dass hinter jedem Verhalten eine Geschichte steckt, die ihre Entscheidungen erklärt, selbst wenn man sie nicht immer gutheißt. Das sorgt dafür, dass man als Leser ständig mitdenkt, spekuliert und die Figuren auch wirklich verstehen möchte.

    Am Anfang war ich zwar kurz etwas überfordert von den vielen Namen und der verworrenen Familienkonstellation, aber das hat sich schnell gelegt. Im Hawthorne House angekommen, fühlt man sich nämlich wie in einem riesigen Labyrinth, das nur darauf wartet, erforscht zu werden. Dieses Haus ist einfach ein Traum für Bücherliebhaber und Entdecker. Überall gibt es geheime Türen, versteckte Räume und endlose Bibliotheken – man fühlt sich wie in einem gigantischen Escape Room voller Überraschungen.

    Genau das ist auch die große Stärke des Buches. Die Geschichte lebt von ihren Geheimnissen, den versteckten Hinweisen und den kleinen, unerwarteten Wendungen. Kaum glaubt man, einen Teil des Puzzles entschlüsselt zu haben, wird man schon wieder in eine völlig neue Richtung geworfen. Man fühlt sich, als würde man gemeinsam mit Avery durch das Hawthorne House streifen und hinter jedem Spiegel, jedem Regal und jedem verborgenen Gang ein neues Rätsel entdecken.

    Trotz seiner Einordnung als Jugendbuch scheut sich die Geschichte aber nicht, auch schwerere Themen wie Verlust, Vertrauen und familiäre Erwartungen anzusprechen. Die romantischen Momente sind eher dezent und wirken lediglich wie die kleinen Würzstreusel des Ganzen.

    Schon vorweg: Der erste Teil löst bei weitem nicht alles auf. Wenn man wirklich wissen will, was hinter allem steckt, führt kein Weg an den Folgebänden vorbei. 

    Meiner Meinung nach somit ein cleveres Rätsel- und Mystery-Abenteuer, aber keinesfalls ein Thriller. Dieser durchgehende Nervenkitzel, den man bei einem guten Thriller erwartet, hat hier einfach gefehlt. Und trotzdem: Einmal eingetaucht, war ich ziemlich gefesselt. Ich wollte ständig weiterlesen, die nächsten Hinweise finden und noch tiefer in das Spiel eintauchen – genau deshalb freue ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

  3. Cover des Buches Nächstes Jahr am selben Tag (ISBN: 9783423718455)
    Colleen Hoover

    Nächstes Jahr am selben Tag

    (1.284)
    Aktuelle Rezension von: Melina_Kurowski

    Emotional , tiefgründig und mit einrm Plot - Twist , den ich schon etwas kommen sah.

    Colleen Hoover´s Bücher kann man immer leicht lesen, da die Kapitel eine angenehme länge haben.

    In der Geschichte sieht man beide Perspektiven der Charaktere was mir ganz gut gefällt.

    Man kann es aufjedenfall empfehlen

  4. Cover des Buches Paper Prince (ISBN: 9783492060721)
    Erin Watt

    Paper Prince

    (1.542)
    Aktuelle Rezension von: Annabeth_Book

    Inhalt


    Ellas Herz ist gebrochen und sie will nur noch weg. Weg von den Royals und vor allem weg von Reed. Nach ihrem Verschwinden droht die Familie zu zerbrechen. Reed weiß, dass er daran schuld ist und will sie unbedingt wieder finden und sie dazu bringen ihm zu verzeihen.


    Erster Satz


    Das Haus liegt still und dunkel vor mir, ich betrete es durch den Hauswirtschaftsraum neben der Küche.


    Meine Meinung


    Nachdem ich damals den ersten Band nur so verschlungen habe, habe ich danach direkt den zweiten Teil von meiner Freundin ausgeliehen und ihn erstmal auf der SUB liegen lassen müssen, da andere Bücher erstmal noch auf mich gewartet haben.


    Da ich in letzte Zeit immer wieder Bücher in der Hand hatte, die mich nicht wirklich gefesselt haben, habe ich auf Erin Watt zurück gegriffen und wurde definitiv nicht enttäuscht.


    Kommen wir als erstes wieder zum Cover. Ich finde es super harmonisch zum ersten Teil. Auch finde ich es sehr ansprechend.


    Der Schreibstil hier, war wieder sehr fesselnd und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte wie es mit Ella und Reed weiter geht.


    Ich find es in diesem Buch toll, dass wir hier auch mal die Sicht von Reed hatten und wir somit als Leser nochmals die Gefühle die er für Ella hat verdeutlicht bekommen haben. Man merkt richtig wie es ihn innerlich zerreißt, als Ella weg ist und er weiß das er daran Schuld ist.


    In diesem Band waren mir Ella und Reed wieder sehr sympathisch und man spürt als Leser die Anziehungskraft die zwischen den Beiden herrscht, trotzdem des Vertrauensbruchs. 

    Auch die Brüder von Reed, fand ich wieder sehr nett. Außer Gideon, der Älteste der Royal Brüder aus ihm werde ich einfach noch nicht schlau.


    In dem Buch spielt nicht nur das Verschwinden von Ella eine Zentrale Rolle. Sondern das man auch merkt, wie die Familie nach und nach auseinander bricht und jeder sein Ding macht und keiner mehr mit dem anderen drüber redet.


    Der Grund dahinter ist zum einem die Lebensgefährtin von Reeds Vater, die hier ziemlich die Fäden zieht und in der Schule ist es Jordan, die sich quasi als Königin der Schule aufführt, jeden mobbt oder körperlich bloßstellt, der ihr in Quere kommt.


    In dem Buch finde ich wird es nochmals sehr deutlich gemacht, dass die Royals nur als Familie funktionieren und nicht jeder für sich alleine. 

    Gerade am Ende stehen sie sehr füreinander ein.


    Apropos Ende! Was ist das wieder für ein fieses Ende! So ein Chliffhänger! Ich möchte nur unbedingt wie es in dieser Reihe weiter geht und werde mir hier auch wieder den dritten Band ausleihen.


  5. Cover des Buches Naokos Lächeln (ISBN: 9783442744947)
    Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

    (966)
    Aktuelle Rezension von: LovelyReaderFromMunich

    Der Roman begleitet den Studenten Toru Watanabe, der zwischen seiner psychisch labilen Jugendliebe Naoko und der ungestümen Midori hin- und hergerissen wird. Verlust, Trauer und das mühsame Erwachsenwerden stehen im Mittelpunkt – Themen, die eigentlich unter die Haut gehen sollten. Eigentlich. 

    Die Geschichte aber plätschert so vor sich hin und wabert an der Oberfläche. Selbst die dramatischsten Momente wirken seltstam leer und berühren einen nicht wirklich. Der Protagonist selbst scheint beobachtend, passiv und kaum greifbar. Auch Naoko, trotz ihrer tragischen Geschichte, bleibt schemenhaft – ich als Leserin fühlte kaum mit ihr. Auch die anderen Figuren wirkten weder sympathisch noch unsympathisch auf mich.

    Besonders problematisch finde ich das gezeichnete Frauenbild. Die Frauen in dem Roman existieren nahezu ausschließlich in Relation zu Toru – sie sind Projektionsflächen seiner Sehnsüchte, keine eigenständigen Menschen. Naoko ist die zerbrechliche, psychisch kranke Geliebte, die letztlich an ihrer eigenen Schwäche zugrunde geht. Midori ist das lebenslustige Gegenstück, impulsiv und fast immer verfügbar, wenn Toru sie braucht. Beide Frauen sind letztlich Staffage in Torus Geschichte – Figuren, die funktionieren, wenn er sie braucht, und verblassen, wenn er wegschaut. Auch die anderen Frauen im Roman sind nur dazu da, den Männern zu dienen und da zu sein, wenn die Männer Lust auf sie haben. Im Japan der späten 1960er mag die Gesellschaft Frauen tatsächlich wenig Raum für eigene Identitäten gegeben haben, doch aus heutiger Sicht ist das schwer erträglich. 

    Ein Roman von poetischer Qualität voller Depression, Distanz und Suizide. Die großen Gefühle, auf die Titel und Untertitel hoffen lasen, gab es nicht. Ein Roman, der sich nicht lohn, ein weiteres Mal zu lesen.

  6. Cover des Buches Windstärke 17 (ISBN: 9783755805229)
    Caroline Wahl

    Windstärke 17

    (717)
    Aktuelle Rezension von: frischelandluft

    Der Folgeband von 22 Bahnen hat mich leider enttäuscht. Im ersten Band waren die Protagonistinnen Tilda und Ida frisch und überraschend, die Sprache nah und authentisch, hat mich die Handlung berührt, wie die beiden ihr Leben um die alkoholsüchtige Mutter meistern. Windstärke 17 spielt ca 10 Jahre später, die Mutter ist tot, Ida hat Schuldgefühle. Jetzt erzählt Ida, auf den Wechsel war ich gespannt. In 22 Bahnen war sie originell und phantasievoll. Doch der Erzählstil ist unverändert, Idas Stimme klingt genauso wie Tildas. Was frisch war, wird hier zum Muster. Auch die Handlung läuft in großen Teilen nach demselben Schema ab: auch Ida ist begabt und trifft in ihrer Misere auf einen reichen Außenseiter, von dem wir so gut wie gar nichts erfahren. Der Roman wird zur Schmonzette, es gibt zu viele Glücksfälle, die Ida auffangen, wenn die Ausgangsposition eigentlich eine andere Realität mit sich bringen würde. Windstärke 17 hinterlässt einen unguten Nachgeschmack, der sich im Rückblich dann auch auf 22 Bahnen auswirkt. Meine Empfehlung – lieber nicht lesen.

  7. Cover des Buches Wie die Luft zum Atmen (ISBN: 9783736324596)
    Brittainy C. Cherry

    Wie die Luft zum Atmen

    (1.128)
    Aktuelle Rezension von: weltinseiten_vanessa

    Emotional und nah an der Trauer.

    liz und Tristan sind zwei gebrochene Seelen, die beide einen geliebten Menschen verloren haben und versuchen, in einer Welt weiterzulebe, die plötzlich stillsteht.

    Liz mochte ich für Ihre Sensibilität und ihre innere Zerissenheit sehr.

    Tristan, ein Charakter mit viel Tiefe, voller Schuldgefühle und Schmerz.

    ihre Verbindung basiert auf gegenseitigem Verständnis.


    Spoiler: Ich liebe die Gesxhichten von Cherry. Allerdings hatte ich hier ein großes Problem: das Liz und Tristan sich gegenseitig mit den Namen ihrer verstorbenen Apartment angesprochen haben, um zu heilen und loszulassen, hat für mich überhaupt nicht funktionier. 

  8. Cover des Buches Der letzte erste Kuss (ISBN: 9783736324794)
    Bianca Iosivoni

    Der letzte erste Kuss

    (525)
    Aktuelle Rezension von: Julia1311_

    Dieses Buch hat mich wirklich überrascht – im besten Sinne. Schon nach den ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte drin und wollte es kaum noch aus der Hand legen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, bildhaft und schafft es, Emotionen authentisch zu transportieren, ohne überladen zu wirken.

    Besonders überzeugt haben mich die Charaktere. Sie sind nicht glatt oder vorhersehbar, sondern wirken echt, mit Ecken, Kanten und Entwicklungen, die nachvollziehbar sind. Genau das macht es leicht, sich mit ihnen zu identifizieren oder zumindest mitzufühlen.

    Auch die Handlung ist gut aufgebaut: spannend, ohne künstlich dramatisch zu sein, und mit genau den richtigen Momenten, die einen innehalten lassen. Es gibt Wendungen, die nicht konstruiert wirken, sondern sich organisch in die Geschichte einfügen.

    Was das Buch für mich aber wirklich besonders macht, ist die Atmosphäre. Es schafft es, ein Gefühl zu vermitteln, das noch lange nach dem Lesen nachhallt – sei es durch leise Zwischentöne, tiefere Themen oder einfach die Art, wie Beziehungen dargestellt werden.

    Für mich ein rundum gelungenes Buch, das Unterhaltung und Tiefe gut verbindet. Klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten mit Gefühl, Charakterstärke und einem guten Spannungsbogen schätzen.


  9. Cover des Buches Wie die Ruhe vor dem Sturm: Special Edition (ISBN: 9783736321656)
    Brittainy C. Cherry

    Wie die Ruhe vor dem Sturm: Special Edition

    (1.174)
    Aktuelle Rezension von: hexenbuecherei

    Ich habe 'Wie die Ruhe vor dem Sturm' von Brittainy C. Cherry letzte Nacht nochmal rereadet, nachdem ich vorher nur Thriller gelesen habe, und ich wusste eigentlich schon, worauf ich mich einlasse. Ich brauchte einfach genau dieses Gefühl…und ja, es wurde wieder ein kompletter Ugly Cry.


    Die Geschichte begleitet Ellie und Grey in zwei Phasen ihres Lebens. Am Anfang lernt man sie als Jugendliche kennen, beide mit ziemlich schweren familiären Themen im Hintergrund, und man merkt schnell, wie sehr sie sich gegenseitig Halt geben. Jahre später treffen sie wieder aufeinander, aber alles ist anders. Grey ist nicht mehr der Junge von früher, sondern total verschlossen und von seiner Vergangenheit geprägt. Ellie arbeitet dann ausgerechnet in seinem Haushalt, kümmert sich um seine Kinder, und zwischen ihnen steht einfach unglaublich viel Ungesagtes. Es geht viel um Verlust, Trauer und darum, ob man überhaupt wieder zueinanderfinden kann, wenn so viel passiert ist.


    Was mich beim Lesen wieder richtig getroffen hat, war diese Intensität. Dieses Buch ist nicht einfach nur traurig, es zieht sich wirklich durch jede Seite so eine Schwere, aber gleichzeitig auch etwas Hoffnungsvolles. Vor allem die Kapitel aus der Jugend haben mich komplett bekommen. Diese Verbindung zwischen Ellie und Grey fühlt sich da so ehrlich und zerbrechlich an, dass man eigentlich schon weiß, dass es später nur wehtun kann.


    Ellie mochte ich total gern, weil sie eher leise ist, aber trotzdem stark auf ihre eigene Art. Grey…puuh. Ich verstehe total, warum er so ist, wie er ist, aber manchmal war er wirklich schwer auszuhalten. Diese emotionale Distanz und wie er mit allem umgeht, hat mich stellenweise echt frustriert. Gleichzeitig macht genau das die Geschichte aber auch glaubwürdig. Ich war die ganze Zeit so zwischen 'ich verstehe dich' und 'bitte reiß dich zusammen'.


    Der Schreibstil ist typisch für die Autorin, sehr gefühlvoll, fast schon poetisch. In manchen Momenten genau das, was die Geschichte braucht, in anderen war es mir ehrlich gesagt ein bisschen zu viel Drama. Aber gerade beim Reread hat es mich wieder voll abgeholt, weil ich wusste, worauf ich mich einlasse.


    Das Cover finde ich immer noch richtig schön und passend. Diese ruhigen, leicht düsteren Farben haben für mich genau dieses Gefühl von 'kurz vor dem Sturm', man weiß, da kommt noch etwas, und genau so fühlt sich das Buch auch an.


    Ich glaube, man muss solche Geschichten einfach mögen. Es ist definitiv nicht subtil, es ist emotional, dramatisch und teilweise auch vorhersehbar. Aber wenn man genau das sucht, dieses komplette Eintauchen und Mitfühlen bis es weh tut, dann funktioniert es einfach. Für mich war es wieder genau das richtige Buch zum falschen (oder vielleicht perfekten) Zeitpunkt. Ich wusste, dass es mich zerstören wird, und habe es trotzdem gebraucht.

  10. Cover des Buches All In - Zwei Versprechen: Special Edition (ISBN: 9783736321755)
    Emma Scott

    All In - Zwei Versprechen: Special Edition

    (688)
    Aktuelle Rezension von: novelica

    Teil 2 der All-in-Dilogie ist auch wieder ein kompletter Gefühlsendgegner. Die Trauer, die Verzweiflung und den Schmerz in der ersten Hälfte des Buches waren kaum zu ertragen. Kaceys Schmerz in Alkohol zu ertränken lässt einen als Leser schon fast solidarisch mitertrinken. Theo hingegen achtet auf seine Mitmenschen und versucht, dass es ihnen besser geht. Seinen Schmerz bekommt man durch seine Handlungen zu spüren wie zum Beispiel das regelmäßige Besuchen der Kunstausstellung von Jonah.

    Ich konnte mir die Umsetzung der Lovestory nach Jonah nur schwer vorstellen. Aber sie hat mir besser gefallen als gedacht. Der Halt den sich Kacey und Theo gegenseitig geben, ist unbeschreiblich. Beide gehen eine gewaltige Entwicklung durch und behaupten sich als Team gegen alle Zweifler ihrer Beziehung.

    Ich glaube mehr gibt es nicht wirklich zu sagen außer: Das erste Buch wird dein Herz brechen, das zweite Buch wird es wieder heilen.

  11. Cover des Buches Die Stille meiner Worte (ISBN: 9783841505941)
    Ava Reed

    Die Stille meiner Worte

    (780)
    Aktuelle Rezension von: SophieRunner

    Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr schonmal ein Buch von Ava REed gelesen, welches mir sehr gefiel. Viele haben mir gesagt, dass dieses iht Lieblingsbuch der Autorin ist. Ich finde den Schreibstil sehr angenehm, das Buch ist flüssig und ich konnte es in kurzer Zeit verschlingen. Ich finde s mega toll, wie Hannahs Trauma aufgearbeitet wird, vorallem weil es wichtige Themen anspricht. Und Levi ist sowieso eine Green Flag auf zwei Beinen.

    Zudem finde ich das Setting im Camp richtig toll und liebe es, wie die Lehrpersonen mit den Kindern (und Mo) umgehen  🥰

    Tolles Buch

  12. Cover des Buches Regenglanz (ISBN: 9783499006548)
    Anya Omah

    Regenglanz

    (711)
    Aktuelle Rezension von: JaquelineM

    Es wurde auch mal wieder Zeit ein paar Sub Leichen zu befreien und ich kann jetzt sagen, dieses Buch ist zu unrecht so lange auf meinem Sub gewesen. 


    Durch den tot ihrer Mutter hat es Alissa leider nicht einfach gehabt, eine Schwester die einen an der klatsche hat und einen Vater der sie nicht mal mehr ansehen kann 😅🫣


    Simon wollte nach einer gescheiterten Beziehung seinen Schandfleck an der Brust entfernen. Im Tattoo Studio lernte Simon dann Alissa kennen und sie hinterlassen beide nicht gerade den besten Eindruck.


    Mit der Zeit aber lernen beide sich immer mehr kennen und kommen sich auch näher, bis Simon dann erfahren hat das es eine Verbindung zwischen seiner ex Freundin und Alissa gibt....

    Wird er es ihr verraten ? 

    Das müsst wenn schon ihr selbst dann rausfinden 😊


    Aber was ich auch Mega schön fand ist, das man in dem Buch auch dieser Zusammenhalt ihrer Freundinnen rauslesen kann,  ihre Freundschaft haben sie mit einem wunderschönen Tattoo das Alissa gestochen hat besiegelt. 


    4,5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

  13. Cover des Buches Und nebenan warten die Sterne (ISBN: 9783596521814)
    Lori Nelson Spielman

    Und nebenan warten die Sterne

    (440)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    Das Cover sieht mit dem funkelnden Sternenhimmel und den sanften Farben einfach wunderschön aus. Es strahlt eine richtige Wohlfühl-Atmosphäre aus, die perfekt zu der Geschichte passt.Lori Nelson Spielman hat einen unglaublich warmherzigen Schreibstil. Die Geschichte ist berührend, hoffnungsvoll und hat genau die richtige Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Man fühlt sofort mit den Charakteren mit und möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Ein echtes Herzensbuch, das zeigt, dass das Glück oft direkt vor unserer Haustür wartet. Absolut empfehlenswert!

  14. Cover des Buches Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch: Special Edition (ISBN: 9783736321670)
    Brittainy C. Cherry

    Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch: Special Edition

    (491)
    Aktuelle Rezension von: Vimpsy

    „Ich vermisse deinen Herzschlag. Ich vermisse dich. Ich vermisse uns.“

    Der Satz hat es einfach auf den Punkt gebracht.

    Ich vermisse Landon & Shay jetzt schon total. Ihre Geschichte hat mich wieder komplett gepackt und ich war emotional voll drin.

    Dieses Thema mit der ersten großen Liebe fand ich richtig stark umgesetzt. Dass man sie nie ganz vergisst und sie immer irgendwie einen Platz behält – das kam für mich total echt rüber.

    Und Brittainy C. Cherry hat einfach so einen besonderen Schreibstil. Es liest sich leicht, aber die Gefühle kommen trotzdem richtig an.

    Für mich ein richtig gelungener Abschluss von den beiden. Ich hätte ehrlich gesagt noch weiter über sie lesen können. 💔

  15. Cover des Buches Wir fliegen, wenn wir fallen (ISBN: 9783841505422)
    Ava Reed

    Wir fliegen, wenn wir fallen

    (635)
    Aktuelle Rezension von: Alenaxpls

    Ich fand das Buch wirklich schön und an vielen Stellen auch berührend und besonders der Einstieg mit Phil hat mich emotional direkt gepackt. Besonders mochte ich, wie Yara und Noel durch die Erlebnisse, die sie gemeinsam von ihrer Liste abhaken, immer mehr zusammenwachsen. Dabei reisen sie an verschiedene Orte auf der Welt, was der Geschichte viel Abwechslung und Spannung verleiht. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, die mit vielen besonderen Momenten gefüllt ist. Allerdings ist es eher für ein jugendliches Publikum geschrieben. Man kann das Buch gut mal zwischendurch lesen. Von mir bekommt es drei Sterne😊 Für zwischendurch ist es auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre. Auch wenn es nicht mein absolutes Highlight war, hat es mich durch die interessante Idee und die gefühlvolle Umsetzung dennoch überzeugt.


  16. Cover des Buches New Dreams (ISBN: 9783426570043)
    Lilly Lucas

    New Dreams

    (685)
    Aktuelle Rezension von: Hetzalump

    ✨Elara flüchtet nach einem Streit mit ihrer Mutter Hals über Kopf nach Green Valley zu ihrer Großmutter. Hier möchte sie sich Gedanken über ihre Zukunft machen und nebenbei läuft sie immer wieder Noah über den Weg.


    Der dritte Band macht dem Slow burn Trope alle Ehre und auch der wundervolle Humor kommt nicht zu kurz. Eine sehr witzige und gleichzeitig sehr theatralische Szene ließ mich mehrfach breit schmunzeln. Die Autorin hat ein Talent dafür, Gefühle aus dem Buch in den Leser hineinzuschreiben, denn ich konnte so oft mit der Protagonistin mitfühlen. Dabei war es egal, ob die Schmetterlinge im Bauch flatterten oder wir uns vor lauter Herzschmerz im Bett verkriechen und "Nothing else Matters" hören.

    Ich kann mich hier nur wiederholen. Die Charaktere fühlen sich für mich so echt an. Sie machen Fehler, lernen daraus und wachsen gemeinsam. Das echte Leben eben. 


    Das Drama fand ich etwas vorhersehbar, allerdings nimmt das der Geschichte nichts. ✨

  17. Cover des Buches Mein Herz und andere schwarze Löcher (ISBN: 9783733500511)
    Jasmine Warga

    Mein Herz und andere schwarze Löcher

    (734)
    Aktuelle Rezension von: Ute_Frei1

    Mein Herz und andere schwarze Löcher ist ein sensibles und einfühlsames Jugendbuch, das sich mit schweren Themen wie Depression und Suizid auseinandersetzt. Die Autorin schafft es, die innere Welt der Protagonistin authentisch und nachvollziehbar zu schildern, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Die Geschichte ist bewegend und regt zum Nachdenken an,

  18. Cover des Buches Marianengraben (ISBN: 9783847901990)
    Jasmin Schreiber

    Marianengraben

    (452)
    Aktuelle Rezension von: bibliophilara

    Das Motto für die Lesechallenge im April lautet: „Lies ein Buch aus einer Liste, die du dir für 2026 geschrieben hast“. Auf meiner persönlichen Liste stehen Bücher, die ich als Rezensionsexemplare zugeschickt bekommen, die ich aber nicht sofort gelesen habe. Ein Roman, der nun seit vier Jahren darauf wartet, von mir gelesen und rezensiert zu werden, ist „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber. Der Debütroman erschien 2020 und wurde schnell zum Bestseller. Doch die schweren Themen Tod und Trauer haben mich lange abgeschreckt, ich habe mich nie wirklich bereit für diese Art von Lektüre gefühlt. Die Lesechallenge ist dabei echt ein Segen, denn sie motiviert mich jeden Monat zu Büchern zu greifen, die auf meinem SuB schon Staub angesetzt haben. 

    Paula ist etwa Anfang 20, als ihr jüngerer Bruder Tim bei einem Badeunfall verstirbt. Sie ist so tief in ihrer Trauer gefangen, dass sie nicht mehr in den Alltag zurückfindet und in Depressionen verfällt. Ihr Therapeut ermutigt sie dazu, nachts auf den Friedhof einzubrechen, um Tims Grab ungestört besuchen zu können. Doch dort ist sie nicht alleine, sondern trifft auf Helmut, der heimlich die Urne seiner geliebten Frau Helga ausgräbt, um ihre Asche in den Alpen zu verstreuen. Etwas widerwillig lädt Helmut Paula ein, ihn auf seiner Reise mit dem Wohnmobil nach Süddeutschland und Österreich zu begleiten. Auf ihrem gemeinsamen Roadtrip lernt Paula langsam, ihre tief sitzende Trauer zu bewältigen, aber dabei nicht zu vergessen, dass der Tod zum Leben dazugehört. 

    „Dein allerallerallerliebstes Tier war der Gespensterfisch – bei dir mussten es immer mindestens drei ‚aller‘ sein, wenn dir etwas ganz besonders wichtig war.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Als Erstes fällt auf, dass das Kapitel nicht klassisch mit einer „1“ beginnt, sondern mit „11000“. Denn in 11.000 Metern Tiefe im westlichen Pazifik liegt mit dem Marianengraben der tiefste Punkt der Erde. Dies soll eine Metapher für den emotionalen Zustand der Protagonistin Paula sein. In knapp über 250 Seiten und 25 Kapiteln sollen die allmählich sinkenden Zahlen (10430, 9950, 9720) Paulas langsamen Aufstieg aus dem Marianengraben und damit aus der Depression symbolisieren. So entsteht eine Art Countdown, der im letzten Kapitel mit der Null endet. Spannend ist auch, dass Paula hier aus der Ich-Perspektive im Präteritum erzählt, aber auch einen Adressaten hat, den sie die ganze Geschichte über mit „Du“ anspricht. Auch wenn sie die Hauptfigur ist, steht ihr verstorbener Bruder Tim stets im Zentrum ihrer Gedanken.

    Paula ist im Roman schätzungsweise 24 Jahre alt. Ihr genaues Alter wird nicht genannt, aber man erfährt, dass Tim im Alter von 10 Jahren gestorben ist und dass dies zum Zeitpunkt der Handlung bereits zwei Jahre her ist. Paula hat ein abgeschlossenes Masterstudium in Biologie. Wenn sie direkt nach dem Abitur in Regelstudienzeit studiert hat, kann sie also nicht viel jünger als 24 sein und hätte damit einen Altersunterschied von zwölf Jahren zu Tim. So ein großer Unterschied zwischen Geschwistern ist zwar selten, aber durchaus möglich. Sie beschreibt sich als 1,63m groß und 80kg schwer. Ich hatte beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass Schreiber selbst viel von sich in Paula gesteckt hat, so sind beide z.B. Biologinnen. Paulas Persönlichkeit habe ich wahnsinnig schnell ins Herz geschlossen. Sie ist anfangs zwar still, antriebslos und von ihrer Depression gelähmt. Mit der Zeit entdeckt man aber viele andere Facetten an ihr. Sie hat einen trockenen, fast schon makaberen Humor, den ich sehr erfrischend fand. Unter ihrer zynischen Oberfläche ist sie aber auch empathisch und anderen gegenüber sehr feinfühlig. Sie nimmt Stimmungen intensiv und zügig wahr, eine Fähigkeit, die ich wirklich bewundernswert finde. Ihre Vielseitigkeit macht sie zudem besonders glaubwürdig. Für mich ist Paula jetzt schon eine der liebenswürdigsten Protagonistinnen des Jahres!

    Schreibers Schreibstil ist einfach und klar. Die Sprache ist schnörkellos, aber bildhaft. Bei mir hat sich schnell eine Sogwirkung entfaltet und auch, weil der Roman recht dünn ist, lässt er sich zügig weglesen. Das Tempo ist wechselhaft mit immer wieder ruhigeren, reflektierenden Passagen, dabei aber nie langweilig. Die Atmosphäre ist meist traurig und melancholisch, allerdings nie hoffnungslos. Themen wie Depression und Trauer werden auf wunderbare Weise mit schrägem Humor und einer tröstenden Wärme gemischt, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem machen. Es fühlt sich stellenweise wie ein luftiger, sommerlicher Roadtrip mit zwei ungleichen Weggefährten an, ähnlich wie bei „Tschick“. Zwar mag der Plot stellenweise vorhersehbar sein und manchmal etwas zu inszeniert wirken, das tut dem Lesefluss aber keinen Abbruch.

    Besonders wichtig für die Geschichte ist auch die Dynamik zwischen Paula und Helmut. Sie treffen anfangs eher unfreiwillig aufeinander und werden durch eine Aneinanderreihung von Zufällen Begleiter auf einem Kurzurlaub. Anfangs misstrauen sich die beiden, vor allem Helmut zeigt sich emotional distanziert und übellaunig. Mit der Zeit nähern sie sich jedoch an und Helmut wird zum entscheidenden Katalysator für Paulas Trauerbewältigung. Er bringt ihr bei, dass Trauer kein Zustand ist, den man besiegt, sondern einer, mit dem man zu Leben lernt. Auch Helmut hat in seinem langen Leben viele geliebte Menschen verloren und bietet, wenn auch etwas murrend, Paula eine Schulter zum Ausweinen an. Er zeigt ihr, dass sie nicht alleine aus dem Marianengraben auftauchen muss. Denn manchmal braucht es jemanden, der bereits dort unten war und weiß, wo die Taschenlampe liegt.

    Im Roman ist der Tod ein omnipräsentes Leitmotiv, der sich weit über Tims Tod hinaus durch den Handlungsverlauf zieht. Seien es Helmuts Geschichten über verstorbene Familienmitglieder, tote Tiere am Straßenrand oder ein Besuch auf einem Friedhof. Per biologischer Definition ist Leben zeitlich begrenzt und endet immer mit dem Tod. Und auch Paula lernt, dass der Tod zum Leben dazu gehört und dass man die kostbaren Momente erst dann wirklich zu schätzen weiß, wenn man sich dessen Endlichkeit bewusst macht. Das Ende ist dann noch einmal traurig, aber gleichzeitig versöhnlich. Mich persönlich hat der Roman durch eine schwierige Phase im Leben begleitet. Vielleicht ist mir Paulas Geschichte deswegen so ans Herz gewachsen, dass ich ein paar Mal mit den Tränen kämpfen musste.

    Seit fast einem Jahr habe ich kein Highlight mehr gelesen, aber „Marianengraben“ hat diese Durststrecke für mich beendet. Der Roman überzeugt durch seine kluge Struktur, die emotionale Tiefe und eine Protagonistin, die gleichermaßen verletzlich wie liebenswert ist. Jasmin Schreiber gelingt es, schwere Themen wie Trauer und Depression mit feinem, teils schwarzem Humor und einer leisen Hoffnung zu verweben, ohne dabei kitschig zu wirken. Auch wenn die Handlung stellenweise vorhersehbar ist, tragen die besondere Erzählweise, die intensive Figurenzeichnung und die schräge Dynamik zwischen Paula und Helmut mühelos über kleinere Schwächen hinweg. Für mich ist das Buch nicht nur literarisch gelungen, sondern auch persönlich bedeutsam. „Marianengraben“ ist ein stilles, warmes und nachhaltiges Leseerlebnis, weshalb ich hier endlich mal wieder alle fünf Federn vergeben kann. Aufgrund diesen herausragenden Eindrucks habe ich mir Schreibers „Da, wo ich dich sehen kann“ auf die Wunschliste gesetzt. Auch, wenn ich mit dem Kauf wohl noch warten werde, bis das Taschenbuch erscheint.

  19. Cover des Buches Ophelia Scale - Der Himmel wird beben (ISBN: 9783570314098)
    Lena Kiefer

    Ophelia Scale - Der Himmel wird beben

    (606)
    Aktuelle Rezension von: traumweltenwanderer

    Ophelia Scale hat es getan: Im Namen der Rebellengruppe ReVerse hat sie versucht den König zu töten. Für das gescheiterte Attentat wurde sie zum Tode verurteilt. Doch dann kommt alles ganz anders. Als Undercover-Agentin soll sie nun bei ReVerse Informationen für die Regierung sammeln. Das Einzige, was ihr dabei im Weg stehen könnte, sind ihre Gefühle für Lucien und sein Verrat, der sie immer noch beschäftigt. Kann sie ihm überhaupt jemals wieder vertrauen?

    Meine Gedanken:

    Ophelia Scale - Der Himmel wird beben war wahrscheinlich der beste zweite Teil einer Trilogie, den ich jemals gelesen habe. Spannung, Romantik, Verrat, Geheimnisse und neue Erkenntnisse, die einen förmlich vom Stuhl hauen ... der Roman hatte alles, was ich mir von einer guten Dystopie wünschen würde und noch viel mehr.

    Der Anfang lässt einem kaum Luft zum Atmen, man ist sofort in der Geschichte drin und fiebert mit Ophelia und ihren Freunden mit. Bereits da kommt die ein oder andere Wendung, die man nicht erwartet hat und die einen fassungslos oder erfreut (oder beides gleichzeitig) zurücklässt.

    Die Entwicklung der Handlung, aber auch die der Charaktere hat mir in diesem Teil besonders gut gefallen. Ophelia wurde so nahbar und realistisch beschrieben, dass man nicht anders konnte, als mit ihr mitzufühlen und vor allem mit ihr zu hoffen, dass alles gut ausgeht. Die Spannung zwischen ihr und Lucien war greifbar und mein Herz ist Marathon gelaufen.

    Mehr als einmal konnte mich die Handlung überraschen und ich konnte nicht schnell genug lesen. Die Seiten flogen in Rekordzeit an mir vorbei und mit jedem Kapitel wurde es spannender und unvorhersehbarer. Der Cliffhanger am Ende (natürlich wieder einer der Sorte "Fieser geht nicht") hat mich sofort nach der Fortsetzung greifen lassen.

    Ophelia Scale ist eine rasante Dystopie, die sowohl spannend als auch romantisch ist und dabei einfach nur süchtig macht. Eine Herzensempfehlung für jeden Fan von den Tropes Forbidden Love, Chosen One und Dystopische Rebellion.

  20. Cover des Buches Die Wunschliste (ISBN: 9783426508428)
    Jill Smolinski

    Die Wunschliste

    (1.219)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    June erleidet einen Autounfall, ihre Beifahrerin Marissa stirbt. In ihrer Handtasche findet June eine Liste mit Dingen, die Marissa bis zu ihrem 25. Geburtstag hat machen wollen. Fortan setzt sie alles daran, diese Liste umzusetzen und merkt erst gar nicht, wie sehr sich ihr Leben verändert.

    Amüsante, kurzweilige Geschichte, jedoch auch mit tiefsinnigen Momenten!

  21. Cover des Buches Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 7) (ISBN: 9783548287768)
    Nele Neuhaus

    Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 7)

    (615)
    Aktuelle Rezension von: Reeda_Book

    Unsympathische Ermittlerin, viel Gezicke bis Mobbing unter den Kommissaren, unübersichtliche Personenkonstellationen (und wer war das jetzt noch mal...) und ein völlig überflüssiges Organspenden-Bashing. Muss das sein in einem Land, in dem ohnehin zu wenig Menschen bereit sind zur Organspende?

    Buch hat einige Längen. Am Ende habe ich nur noch quer gelesen,  um die Auflösung zu erfahren. 



  22. Cover des Buches Zwanzig Zeilen Liebe (ISBN: 9783492309943)
    Rowan Coleman

    Zwanzig Zeilen Liebe

    (283)
    Aktuelle Rezension von: LillyWb
    Was ist die Liebe, wenn man nicht um sie kämpfen muss? Was ist das Leben, wenn man nicht jede Sekunde darum kämpft, es zu leben?

    Ich hatte das Buch schon länger zu Hause liegen und dachte, es würde eine leichte Lektüre zum Abschluss des alten Jahres werden. Doch dem war nicht so. Das Buch behandelt ein sehr schweres und emotionales Thema und ich muss ehrlich sagen, mir sind beim Lesen mehr als einmal die Tränen gekommen. Die Geschichte wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Stella, die als Nachtschwester in einem Hospiz arbeitet, Hope, eine schwerkranke Patientin im Hospiz und Hugh, der in einem Museum tätig ist. Erst zum Ende hin fügt sich alles zusammen und man versteht, wie diese drei Personen miteinander verbunden sind.

    Die wechselnden Perspektiven haben mir unglaublich gut gefallen. Jede Figur bringt ihre ganz eigenen Probleme, Sorgen und Ängste mit, die sehr realistisch und nachvollziehbar dargestellt werden. Genau das hat mich besonders berührt. Ich habe mir während des Lesens unzählige Zitate herausgeschrieben, weil sie mich emotional so tief getroffen haben. Das Thema Hospiz wurde sehr sensibel und gleichzeitig eindrucksvoll aufgearbeitet, sodass man einen intensiven Einblick in diesen oft verdrängten Bereich erhält.

    Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Trotz der Schwere des Themas liest sich das Buch flüssig und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Insgesamt ist es ein bewegendes, tiefgründiges Buch, das lange nachwirkt. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.

  23. Cover des Buches Schlüssel 17 (ISBN: 9783945386958)
    Marc Raabe

    Schlüssel 17

    (432)
    Aktuelle Rezension von: koechl

    Ein wirklich gelungener Thriller. Spannend von Anfang bis Ende, so dass es wirklich schwer war, das Buch zwischendurch mal aus der Hand zu legen.

    Tom Babylon als Ermittler beim LKA und auch Sita sind gut ausgearbeitete Charaktere, die nicht nur interessant und sympathisch sind, sondern auch gut zu harmonieren scheinen. Ich bin schon sehr gespannt auf mehr von den beiden.

  24. Cover des Buches All Saints High - Die Prinzessin (ISBN: 9783736311237)
    L. J. Shen

    All Saints High - Die Prinzessin

    (419)
    Aktuelle Rezension von: _Bockslove_

    Meine Meinung:
    All Saints High - Die Perfekte von L.J. Shen ist der vierte Band der All Saints High Reihe. Da ich Band eins, zwei und drei nicht gelesen habe, ist es für mich der erste Band.
    Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Es ist schlicht und ich mag die pastellenen Farben.
    Auch der Schreibstil ist wirklich richtig schön flüssig und fliesend.
    Jedoch hat mir die gesamte Story an sich nicht gefallen, mir waren die Charaktere zu oberflächlich und ich habe zwischen ihnen auch einfach keine Verbindung gespürt. An sich finde ich das Thema (Tablettenabhängigkeit) gut, jedoch wurde es schlecht umgesetzt.
    Auch die Mutter von Bailey fand ich ganz schlimm, sie hat ihre Kinder gar nicht wahrgenommen und garnicht gemerkt, wie es denen geht.
    Lev fand ich besonders problematisch, auf der einen Seite, will er seine Kindheitsfreundin helfen, ja gut, aber sie hat sich verändert, es wird andauernd erwähnt, das er die alte Bailey zurück will, aber es gibt halt keine alte Bailey mehr. Bailey hat sich auch verändert.

    Ich mochte das Buch einfach garnicht, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.


    Trotzdem, Vielen Dank an L.J. Shen und den LYX Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.

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