Bücher mit dem Tag "schullektüre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schullektüre" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele (ISBN: 9783751203036)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele

    (17.954)
    Aktuelle Rezension von: Buchsucht_de

    24 Jugendliche. Eine Arena. Nur einer kann überleben. Suzanne Collins hat mit „Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele“ einen der prägendsten Jugendromane der letzten Jahrzehnte geschrieben und einen Text geschaffen, der weit über Young Adult hinauswirkt.

    In Panem, entstanden aus einem zerstörten Nordamerika, thront das prunkvolle Kapitol über zwölf ausgebeuteten Distrikten. Als Bestrafung für einen früheren Aufstand müssen die Distrikte jährlich zwei Jugendliche als Tribute für die grausamen Hungerspiele stellen: ein gladiatorisches Reality-TV-Format, in dem 24 Jugendliche sich in einer Arena gegenseitig auf Leben und Tod bekämpfen. Die 16-jährige Katniss Everdeen aus dem ärmsten Distrikt 12 meldet sich freiwillig, als der Name ihrer kleinen Schwester Prim gezogen wird. Neben ihr geht Peeta Mellark in die Arena, der Sohn des Bäckers, der ihr einmal das Leben gerettet hat.

    Das absolute Herzstück ist die Arena-Handlung. Wenn Katniss dort einmarschiert, wenn die Countdown-Uhr abläuft und das Blutbad am Füllhorn beginnt, sitzt einem das Herz in der Kehle. Diese Spannung hält über hunderte Seiten. Collins verbindet klassische Überlebenskunst mit taktischer Kriegs-Strategie: Wasser finden, Nahrung beschaffen, Verletzungen behandeln, Allianzen kalkulieren. Besonders klug ist die Sponsoren-Dynamik. Zuschauer im Kapitol können Geschenke in die Arena schicken, aber nur, wenn sie einen Tribute mögen. Katniss und Peeta müssen also gleichzeitig kämpfen und öffentlich performen. Diese doppelte Ebene aus echter Bedrohung und inszeniertem Theater hebt die Handlung weit über reine Action hinaus.

    Katniss selbst ist eine der stärksten YA-Heldinnen der letzten Jahrzehnte. Sie ist mutig und verängstigt zugleich, selbstlos zu ihrer Schwester und pragmatisch zu Fremden, kämpferisch und emotional unsicher. Keine geborene Heldin, sondern eine Überlebenskünstlerin, die in eine unmögliche Situation gerät. Ihre Entwicklung wirkt organisch, nicht konstruiert. Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet. Peeta ist mehr als der freundliche Bäckersohn, seine berühmte Liebeserklärung im Kapitol-Interview lässt bewusst offen, ob echte Gefühle oder taktisches Kalkül dahinterstehen. Und dann ist da Rue, die zwölfjährige Tributin aus Distrikt 11, deren Handlungsstrang der emotionale Kern des Buches ist. Wer bei diesen Szenen nicht weint, hat vermutlich schon vorher geahnt, wie sie ausgehen.

    Was das Buch so besonders macht, ist seine politische Tiefe. Die Themen sind heute genauso relevant wie 2008: systematische Unterdrückung, Klassenungleichheit, Reality-TV als Ablenkung, Manipulation durch Medien. Collins arbeitet ohne moralischen Zeigefinger, sie zeigt einfach die Mechanismen eines autoritären Systems. Die Distrikte werden hungern gelassen, damit sie ihre Loyalität nicht hinterfragen können. Das Kapitol ergötzt sich am Leid anderer. Besonders scharf ist die Reality-TV-Kritik, die durch Collins’ eigenen Hintergrund im Fernsehgeschäft (sie hat für Nickelodeon geschrieben) noch an Gewicht gewinnt. Sie kennt die Manipulationsmechanismen von innen und übersetzt sie in eine Dystopie, die junge Leser:innen oft zum ersten Mal politisch denken lässt.

    Sprachlich ist der Präsens-Ich-Erzählstil ein Meisterstreich. Wir sind unmittelbar mit Katniss in der Arena, spüren Hunger, Angst, Adrenalin. Sylke Hachmeister und Peter Klöss haben das im Deutschen wunderbar getroffen. Die 416 Seiten fliegen weg, viele lesen das Buch in einem einzigen Wochenende.

    Egal ob als Jugendliche oder Erwachsene, egal ob man die Filme kennt oder nicht: dieses Buch ist ein Meilenstein.

  2. Cover des Buches Erebos (Limited Edition) (ISBN: 9783743205314)
    Ursula Poznanski

    Erebos (Limited Edition)

    (3.815)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Nick ist besessen von Erebos, einem Computerspiel, das an seiner Schule von Hand zu Hand weitergereicht wird. Die Regeln sind äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er muss dabei immer allein sein und darf mit niemandem über Erebos reden. Wer dagegen verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel nicht mehr starten. Was aber am merkwürdigsten ist: Erebos erteilt Aufträge, die in der realen Welt ausgeführt werden müssen. Und dann befiehlt das Spiel Nick, einen Menschen umzubringen.

    Den Schreibstil fand ich am Anfang eher zäh, die Geschichte hat sich recht in die Länge gezogen. Ab der Hälfte etwa hat sich das dann geändert, und ich konnte kaum noch aufhören zu lesen. Allerdings waren mir während des ganzen Buches die Szenen innerhalb von Erebos doch etwas zu lang, ohne dass sie für mich wirklichen Mehrwert für die Geschichte brachten.

    Die ganze Dynamik der Schülerinnen und Schüler, ihr sich ändernder Umgang miteinander, je länger das Spiel im Umlauf ist, ist unglaublich spannend und gut erzählt.

    Je länger ich lese, umso mehr habe ich mich gefragt, wo das ganze wohl hinführen wird. Wurde das Spiel so programmiert, oder hat es tatsächlich ein Eigenleben entwickelt?

    Den Schluss fand ich ein bisschen seltsam, ich habe irgendwie ein bisschen mehr erwartet. Trotzdem fand ich die Grundidee und die Umsetzung äusserst gelungen.

    Guter Start in eine vielversprechende Reihe, ich bin gespannt, auf den zweiten Teil!

  3. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499013218)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

    (2.996)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Tschick von Wolfgang Herrndorf, erschienen 2010, ist ein Jugendroman, der weit über seine eigentliche Zielgruppe hinauswirkt. Die Geschichte begleitet die beiden Jugendlichen Maik Klingenberg und Andrej „Tschick“ Tschichatschow auf einer spontanen Reise durch die deutsche Provinz und verbindet Roadmovie-Atmosphäre mit einer berührenden Erzählung über Freundschaft, Identität und das Erwachsenwerden.

    Im Mittelpunkt stehen zwei Aussenseiter, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch zueinanderfinden. Was als verrückte Ferienaktion beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer voller Begegnungen, Umwege und unerwarteter Erkenntnisse. Dabei erzählt Herrndorf nicht nur von jugendlicher Freiheit, sondern auch von Einsamkeit, Sehnsucht und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.

    Besonders beeindruckt hat mich die Sprache. Sie wirkt authentisch, lebendig und genau auf die Figuren abgestimmt, ohne jemals künstlich oder übertrieben zu erscheinen. Obwohl ich mit 45 Jahren deutlich älter bin als die Protagonisten, konnte ich mich erstaunlich gut in die beiden Jungen hineinversetzen. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit, Humor und leiser Melancholie hat mich sehr berührt. Vielleicht zeigt sich darin eine grosse Stärke des Romans: Er erzählt zwar von Jugendlichen, spricht aber Erfahrungen an, die viele Menschen unabhängig vom Alter nachvollziehen können.

    Auch die Verfilmung hat mir gefallen. Zwar entsprachen die Darsteller nicht ganz meinen eigenen Vorstellungen der Figuren, dennoch empfand ich die Umsetzung als erstaunlich nah am Buch und seinem besonderen Ton.

    Tschick ist für mich ein zeitloser Roman über Freundschaft, Freiheit und das Gefühl, seinen eigenen Weg zu suchen. Schade, dass Wolfgang Herrndorf so früh verstorben ist – von diesem Autor hätte ich sehr gerne noch weitere Bücher gelesen.

  4. Cover des Buches Faust (ISBN: 9783406853517)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Faust

    (3.431)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung steht der wissensdurstige Gelehrte Heinrich Faust, dem in einer Sinnkrise der Teufel Mephisto erscheint und ihm grenzenlose Erfahrungen im Austausch für Fausts Seele anbietet, falls dieser je einen Moment erlebt, den er festhalten möchte, was letztlich in Schuld, Tod und moralischem Zerfall endet. Die teilweise ausschweifende Handlung wechselt zwischen Dialog, Monolog, Lyrik und dramatischen Szenen und weist eine sehr hohe philosophische Tiefe auf, die an manchen Stellen überladen wirkt.
    Bei den Protagonisten steht Faust im Mittelpunkt der Handlung und wird facettenreich und komplex dargestellt. Nebenprotagonisten, wie z.B. Mephisto oder Gretchen, sind ebenfalls Figuren mit hoher psychologischer Tiefe und treiben die Handlung voran.
    Wer stille Klassiker mit psychologischer Tiefe/Spannung und sprachlicher Schönheit mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist in sehr origineller Versform aufgebaut, was dem Text Eleganz verleiht, im Zugang jedoch anspruchsvoll ist.
    Minuspunkte: Sowohl die teilweise ausschweifende Handlung als auch die anspruchsvolle Sprache mindern den Lesespaß.

  5. Cover des Buches Momo (ISBN: 9783522202992)
    Michael Ende

    Momo

    (2.428)
    Aktuelle Rezension von: ohlinda

    Ich denke, wir alle wissen, dass „Momo“ eine verdammt gute Geschichte ist. Wer das Buch als erwachsene Person noch einmal liest, versteht aber erst, wieso es so eine grandiose Geschichte ist.

    Ich würde das Buch immer und immer und immer wieder lesen, wenn es mir schlecht geht oder wenn ich mich gut fühlen will. Momo ist nicht nur für die Kinder in ihrem Amphitheater da, sondern auch für die Leserinnen und Leser, die seit Generationen mit Momo in ihrer Fantasie spielen gehen wollen.

    Sollte ich in diesem Leben Kinder haben, wird „Momo“ das Buch sein, welches ich ihnen jeden Abend vorlesen werde. Und vielleicht werden sie irgendwann verstehen, warum man manche Geschichten nie wirklich zu alt zum Lesen wird.

  6. Cover des Buches Effi Briest (ISBN: 9783328110729)
    Theodor Fontane

    Effi Briest

    (1.836)
    Aktuelle Rezension von: Ana_Souza_de_Magalh_es

    Effi Briest heiratet sehr jung den wesentlich älteren Baron Geert von Innstetten und erlebt in ihrer Ehe zunehmend Einsamkeit. Theodor Fontane erzählt von gesellschaftlichen Erwartungen, Liebe und den inneren Konflikten seiner Figuren.


    Die Lektüre hat mich an die Romane von Machado de Assis erinnert. Durch Fontane habe ich die reiche deutsche Literatur ein Stück näher kennengelernt.

  7. Cover des Buches Hunger Games (ISBN: 9781407153339)
    Suzanne Collins

    Hunger Games

    (935)
    Aktuelle Rezension von: sozicu

    Als Kind zum ersten Mal und danach immer wieder gelesen.
    Eine Reihe, die jede*r mal gelesen haben sollte.

    Die dystopische Welt von Panem und das Schicksal der Menschen ist so interessant wie ergreifend.

    Suzanne Collins hat ein Meisterwerk erschaffen, dass hoffentlich lange erhalten bleibt.

    Was als Kind spannend und schlimm schien, wirkt heute grausam.

  8. Cover des Buches Krabat: Roman (ISBN: 9783522202343)
    Otfried Preußler

    Krabat: Roman

    (1.960)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Der 14-jährige Waisenjunge Krabat wird von einer geheimnisvollen Stimme zur Mühle im Koselbruch gelockt und vom Meister als Lehrling für sowohl das Müllerhandwerk als auch die schwarze Magie aufgenommen. Als Krabat merkt, dass die Macht des Meisters jedes Jahr den Tod eines Jungen fordert, kann ihm beim Widerstand nur das Mädchen Kantorka helfen. Die atmosphärisch dichte Handlung behandelt zeitlose Themen wie Machtmissbrauch, Freiheit, Loyalität, Liebe und Selbstbestimmung und wirkt an manchen Stellen durch das ruhige Erzähltempo etwas zäh.
    Bei den Protagonisten steht Krabat im Mittelpunkt der Handlung, der eine interessante und glaubwürdige Entwicklung innerhalb der Handlung vollzieht. Relevante Nebenprotagonisten, wie z.B. Tonda oder der Meister bereichern die Geschichte und tragen zur Entwicklung Krabats gekonnt bei.
    Wer stille Geschichten mit einer dichten Atmosphäre und großer Figurenentwicklung mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist klar, mit märchenhaften Elementen und voller Symbolik.
    Einziger Minuspunkt: Das eher langsame Erzähltempo wirkt an manchen Stellen etwas zäh, was den Lesespaß mindert.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  9. Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)
    Max Frisch

    Homo faber

    (3.295)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung steht der Ingenieur und überzeugter Rationalist Walter Faber, der auf einer Reise eine Kette von unwahrscheinlichen Zufällen durchlebt, die ihn in eine persönliche Katastrophe stürzen, seine gesamte Weltsicht zum Einsturz bringen und ihn mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontieren. Die stille Handlung ist geprägt von einer vielschichtigen Erzählstruktur voller Rückblenden, Reflexionen, Perspektivwechsel und teilweise überbordender Symbolik und Subtext, was an einigen Stellen ein wenig zäh wirkt.
    Walter/Homo Faber steht im Mittelpunkt der Handlung, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird und wird eher sachlich, kühl und distanziert dargestellt. Relevante Nebenfiguren wie Sabeth oder Hanna bilden einen gekonnt maximalen Kontrast zu Walter, was stark zur Symbolik des Buches beiträgt.
    Wer psychologische Figurenstudien und innere Konflikte im Mittelpunkt einer Geschichte mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist nüchtern, analytisch und die kurzen Sätze sind ein großes Merkmal der Geschichte.
    Einziger Minuspunkt: Der teilweise überbordende Subtext wirkt an einigen Stellen sehr zäh und mindert den Lesespaß ein wenig.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  10. Cover des Buches Cornelsen Senior English Library - Fiction / Ab 10. Schuljahr - Looking for Alaska (ISBN: 9783060311255)
    John Green

    Cornelsen Senior English Library - Fiction / Ab 10. Schuljahr - Looking for Alaska

    (649)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Vier Freunde müssen sich Gedanken darüber machen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, denn einer aus der Gruppe hatte einen tödlichen Unfall. 

    Der Kommentar und das Leseerlebnis: 
    Es geht schon in Ordnung, dass John Green die Thematik Sterben, verbunden mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, in eine nette und harmlose Internatsgeschichte verpackt. Man muss den Jugendlichen nicht gleich mit „dem härtesten Tobak“ kommen. Es ist nicht ganz Hanny + Nanny, dafür wird zu viel gesoffen und geraucht, aber sehr weit entfernt dann doch nicht. Man kann davon ausgehen, dass John Green Enid Blython kannte und schätzte. Und doch bereitet Green darauf vor, dass das Leben nicht nur Butterbrot mit Ei ist, - das Ei kann fehlen, die Butter auch. Freilich, das Brot selbst kommt Green nicht abhanden. 

     Fazit: Sehr ok und unterhaltsam. Kratzt ein bisschen an der Oberfläche, aber nicht zu sehr. Letztlich nicht modern genug.

    Kategorie, Jugendliteratur
    Erschienen bei Harpercollins Publishers am 28.02.2013

  11. Cover des Buches Ruhm (ISBN: 9783499257858)
    Daniel Kehlmann

    Ruhm

    (652)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Im Gegensatz zu "Die Vermessung der Welt " und "Lichtspiel" hat mich dieser Roman in neun Geschichten, deren Zusammenhang ich erst allmählich durchschaut,  nicht wirklich begeistert. Die Beweggründe und Charaktere sind ganz interessant, auch die Frage, was Phantasie und was Wirklichkeit ist. Emotional bewegt hat mich keine der Figuren 

  12. Cover des Buches Kabale und Liebe (ISBN: 9783872910608)
    Friedrich Schiller

    Kabale und Liebe

    (1.220)
    Aktuelle Rezension von: birarnol

    Ich kann mir vorstellen, dass das Stück auf der Bühne gut funktioniert. Stark überzeichnete Gefühle, viel Epos.

    Insgesamt gefällt mir die Geschichte nicht wirklich gut. Reicher Jüngling liebt armes Mädchen, Probleme sind vorprogrammiert, Intrigen, um die beiden auseinanderzubringen, werden dicht gesponnen. Aber gut - so lautet ja auch der Titel.

    Was mir gut gefallen hat, sind die Ansätze, die Klassenunterschiede überwinden zu wollen. Doch letztendlich waren es nicht die äußeren Widrigkeiten, welche die Liebe verhinderten, sondern die Denkweisen und Schwächen der einzelnen Personen.


  13. Cover des Buches Die Verwandlung (ISBN: 9783150144336)
    Franz Kafka

    Die Verwandlung

    (1.852)
    Aktuelle Rezension von: Lesefreude2026

    Ich habe »Die Verwandlung« vor einiger Zeit gelesen und fand die Geschichte damals sehr interessant und eindringlich. Die Idee, dass ein Mensch plötzlich nicht mehr in sein bisheriges Leben passt und von seiner Umgebung immer mehr als Belastung wahrgenommen wird, hat mich sehr beschäftigt.

    Besonders stark fand ich die beklemmende Atmosphäre und die Frage, wie schnell sich Beziehungen verändern können, wenn jemand nicht mehr funktioniert wie erwartet. Der Text ist ungewöhnlich, teilweise verstörend, aber gerade deshalb bleibt er im Gedächtnis.

    Für mich ein Klassiker, der nicht unbedingt leicht zu lesen ist, aber viele Gedanken auslöst und lange nachwirkt.

  14. Cover des Buches Romeo und Julia (ISBN: 9783328115557)
    William Shakespeare

    Romeo und Julia

    (1.462)
    Aktuelle Rezension von: GothicQueen

    In der italienischen Stadt Verona schwelt ein unerbittlicher, blutiger Konflikt zwischen den beiden einflussreichen Familien Montague und Capulet. Ausgerechnet inmitten dieses Hasses begegnen sich Romeo Montague und Julia Capulet auf einem Maskenball und verlieben sich unsterblich ineinander. Es ist eine Liebe auf den ersten Blick, die jedoch unter einem tragischen Stern steht. Um ihre Gefühle zu schützen, gehen die beiden Liebenden einen geheimen Bund ein. Ein Netz aus Missverständnissen, gesellschaftlichen Zwängen und fatalen Zufällen nimmt jedoch unaufhaltsam seinen Lauf.

    Ich habe Shakespeares Meisterwerk bereits vor vielen Jahren während meines Studiums der europäischen Literatur an der Uni gelesen und analysiert. Eigentlich dachte ich, ich kenne das Stück in- und auswendig. Doch als mir Anfang des Jahres diese wunderschöne Mini-Schmuckausgabe in die Hände fiel, war es um mich geschehen. Der Coppenrath Verlag hat hier eine so unfassbar schöne Ausgabe herausgebracht, dass ich sie unbedingt für mein Regal kaufen musste. Und genau diese Optik war auch der Grund, warum ich das Buch nach all den Jahren direkt noch einmal gelesen habe!

    Diese Edition ist ein absolutes Gesamtkunstwerk. Schon das Cover mit seiner edlen Goldfolie, der Hochprägung und dem wunderschön gestalteten Farbschnitt zieht alle Blicke auf sich. Im Inneren wird das Leseerlebnis durch die kunstvollen Illustrationen perfekt untermalt. Sie fangen die romantische, aber auch die düster-tragische Atmosphäre Veronas meisterhaft ein.

    Das absolute Highlight sind die aufwendig gestalteten, physischen Beilagen, die sich liebevoll versteckt zwischen den Buchseiten befinden. Sie machen die Geschichte fast greifbar und sorgen für ein interaktives Leseerlebnis, das mein bibliophiles Herz höherschlagen ließ. Textlich besticht die Ausgabe zudem durch eine hervorragende und sprachgewaltige Übersetzung.

    Egal, ob man das Drama zum ersten Mal liest oder es – wie ich – nach dem Studium noch einmal ganz neu für sich entdeckt: Diese Ausgabe haucht der berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur neues Leben ein. Allein wegen der wunderschönen Gestaltung des Verlags lohnt sich der Kauf. Ein absolutes Schmuckstück für jedes Bücherregal! 4 von 5 Sternen.

  15. Cover des Buches Morton Rhue "Die Welle", Literaturseiten (ISBN: 9783956867842)
    Morton Rhue

    Morton Rhue "Die Welle", Literaturseiten

    (2.336)
    Aktuelle Rezension von: schnegge1998

    Wenn man an die heutige Zeit in der Schule denkt, wird wohl jeder sagen, dass mehr Disziplin und Respekt den Schülern gut tun würden. Dementsprechend finde ich das Buch sehr beeindruckend, wie schnell sowas aber auch ein anderes Format einnehmen kann. Das buch ist sehr gut geschrieben und kann den ernst der Lage gut rüberbringen. Den Film finde ich jedoch noch besser, deswegen ziehe ich ein Punkt ab.

  16. Cover des Buches Die Räuber (ISBN: 9783872910479)
    Friedrich Schiller

    Die Räuber

    (677)
    Aktuelle Rezension von: Sandra1975

    13. Januar 1782. 

    An diesem Tag wurde Schillers "Räuber" uraufgeführt. 

    Das zunächst als Lesedrama konzipierte Bühnenstück handelt von der Intrige des Franz gegen seinen Bruder Karl, um die Alleinherrschaft über die Güter der Adelsfamilie zu erhalten. 

    "Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit", spricht Karl, nachdem der Vater den Verleumdungen des Franz auf den Leim gegangen war. Aus Rache schliesst er sich der Räuberbande an. 

    Wenngleich Schiller das Stück ursprünglich als „Der verlorene Sohn, oder die umgeschmolzenen Räuber“ betitelte und mit dem Untertitel "Ein Trauerspiel" versah, ist die Handlung doch klar an die biblische Intrige zwischen Jakob und Esau angelehnt. Man erinnert sich: Die von Jakob und der Mutter eingefädelte Intrige bringen Esau dazu, sein Erstgeburtsrecht gegen einen Teller Linsensuppe einzutauschen. 

    Interessant auch, wie Schiller hier das Motiv des edlen Wilden mit hineinwebt. Die ungehobelten Räuber gehen als Edle aus der Handlung hervor, dabei die gut betuchten Grossherren entthronend. Innerhalb der damaligen Feudalgesellschaft sorgte das Stück für einen Skandal. 

    Schiller wurde förmlich ausgebuht, man fiel in Ohnmacht, konnte die Kritik nicht aushalten. 

    Und gleichzeitig traf der Meister einen Nerv. Der Aufruhr gegen die feudalen Strukturen erreichte ihren Höhepunkt, Schiller wurde praktisch über Nacht berühmt. 

    "Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit." Was für ein gewaltiger Satz. 

    Was für ein gewaltiges Stück.

  17. Cover des Buches Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Band 1-3 (Ein berührendes Jugendbuch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges) (Rosa Kaninchen-Trilogie, 1-3) (ISBN: 9783473478309)
    Judith Kerr

    Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Band 1-3 (Ein berührendes Jugendbuch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges) (Rosa Kaninchen-Trilogie, 1-3)

    (454)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Berlin, 1933: Von einem Tag auf den anderen verändert sich das Leben der 9-jährigen Anna für immer. Ihre jüdische Familie sieht sich gezwungen mit ihr außer Landes zu fliehen als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen. Anna verliert ihr Zuhause und muss unter anderem ihr geliebtes Kuscheltier – ein rosarotes Kaninchen – zurücklassen. Die Familie lässt sich schließlich in der Schweiz nieder und versucht sich dort ein neues Leben aufzubauen, aber die Schwierigkeiten hören nicht auf. Bald schon ist ein erneuter Umzug erforderlich und es geht für Anna nach Frankreich…

    „Ich meine nur, wir sollten zusammenbleiben“, sagte sie, „es ist mir gleich, wo oder wie. Es ist mir gleich, wenn die Umstände schwierig sind, wenn man zum Beispiel kein Geld hat […] – wenn wir nur alle vier zusammenbleiben.“ (S. 165)

    Meine Meinung:

    Es hat mich überrascht wie sehr mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen hat. Natürlich wusste ich schon vorher, dass dieses Buch allgemein sehr bekannt und auch beliebt ist, aber ich hatte dennoch nicht erwartet, dass es mir so sehr gefallen würde. Obwohl die Geschichte kindgerecht erzählt wird vermocht sie es auch mich als erwachsene Leserin mitzureißen.

    Anna ist eine sehr sympathische und liebenswerte Hauptperson und man kann sich sehr gut in ihre Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen. Es ist bemerkenswert mit wieviel positivem Denken, Engagement und auch Tapferkeit sie neuen Situationen begegnet. Anna gibt nie auf auch wenn es durchaus Momente gibt in denen sie verständlicherweise sehr traurig ist und zu verzagen droht. In diesen Momenten leidet man sehr mit ihr. Es ist interessant, dass man die Geschehnisse aus Annas kindlicher Sicht erlebt. Aufgrund ihres Alters kann sie zunächst die Tragweite der politischen Entwicklungen noch nicht vollumfänglich erfassen und sie versteht nicht alles, was sie aus den Gesprächen der Erwachsenen aufschnappt. Ihre kindliche Sichtweise macht Vieles umso dramatischer und persönlicher. Was abstrakt als „Konfiszierung jüdischen Eigentums“ bezeichnet wird bedeutet für sie persönlich, dass sie ihr Kinderzimmer, die meisten ihrer Spielsachen und insbesondere ihr geliebtes rosarotes Kaninchenstofftier verliert. Für Anna bedeutet die Machtergreifung der Nationalsozialisten, dass sie ihr Zuhause und all ihre Freunde hinter sich lassen muss und sich in einem fremden Land zurechtfinden muss.

    Da ich ohne Vorwissen an die Geschichte herangegangen bin wurde ich davon überrascht, dass der Haupthandlungsschauplatz der Geschichte gar nicht Deutschland ist. Da Anna mit ihrer Familie gleich zu Beginn des Buches außer Landes flieht, spielen sich die nachfolgenden Geschehnisse ausschließlich in der Schweiz und in Frankreich ab. Über die politischen Entwicklungen und die Lage in Deutschland erfahren die Hauptpersonen somit nur durch Zeitungsartikeln, Radioreportagen und durch Briefe von in Deutschland gebliebenen Bekannten. Trotzdem ist die Bedrohungslage für Anna und ihre Familie spürbar und man kann gut verstehen, dass sie sich Sorgen machen, dass sie möglichweise auch in den Nachbarländern nicht mehr lange sicher sein werden.

    Während viele Geschichten mit einer geglückten Flucht aus dem Einflussbereich der Nationalsozialisten enden, wird hier gezeigt, dass damit dennoch nicht alle Probleme beseitigt sind. Natürlich hat Annas Familie mehr Glück und ist privilegierter als all die jüdischen Familien, die es sich nicht leisten konnten Deutschland zu verlassen. Einfach ist ihre Lage aber dennoch nicht, denn Annas Vater hat es schwer eine anständig bezahlte Arbeit zu finden, die Ersparnisse schwinden unaufhaltsam und schließlich gerät die Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Der gewohnte, vergleichsweise hohe Lebensstand von einst kann nicht länger aufrechterhalten werden und das belastet auch die Ehe von Annas Eltern. Darüber hinaus müssen die Familienmitglieder verkraften, dass sie ihr Zuhause verloren haben und sie sich entwurzelt fühlen. Gleichzeitig gilt es aber auch alles zu tun um sich in der neuen Umgebung einzuleben. Als Fremde ist es aber gar nicht so einfach sich in einem neuen Land zurechtfinden und Kontakte zu knüpfen. Selbst in der Schweiz, die Deutschland eigentlich kulturell sehr ähnlich ist, stellt Anna fest, dass das Schulsystem dort völlig anders ist und es eine Menge Bräuche und Sitten gibt, die ihr nicht vertraut sind und die dafür sorgen, dass sie bei den anderen Kindern aneckt. Als die Familie dann nach Frankreich umziehen muss kommen sprachliche Barrieren hinzu. Es verlangt Anna und Max viel ab den auf Französisch stattfindenden Schulunterricht zu bewältigen.

    Der Autorin hat ein Talent dafür mit vergleichsweise wenigen und einfachen Worten und durch kleine, relativ unaufgeregte Szenen viel zu vermitteln. So hat mich beispielsweise das Drama rund um Onkel Julius besonders bewegt obwohl man ihn nur anhand seiner Briefe kennenlernt und durch die Erzählungen seines Nachbarn. Auch Annas Gefühlausbruch als ihre Eltern zunächst ohne sie und Max nach Großbritannien reisen wollen, ging mir sehr nahe:

    „Aber Anna“, sagte Mama, „viele Kinder trennen sich für eine Zeit von ihren Eltern […].“– „Ich weiß“, sagte Anna, „aber es ist etwas anderes. Wir haben keine Heimat. Wenn man kein Zuhause hat, dann muss man bei seinen Leuten bleiben. […] Ich weiß, dass wir keine Wahl haben, und dass ich alles nur noch schwerer mache. Aber bis jetzt hat es mir nie etwas ausgemacht, ein Flüchtling zu sein. Es hat mir sogar gefallen. […] Aber wenn ihr uns jetzt wegschickte, habe ich solche Angst… ich habe so schreckliche Angst…“ – „Wovor denn?“ fragte Papa. – „Dass ich mir wirklich wie ein Flüchtling vorkomme“, sagte Anna und brach in Tränen aus. (S. 165)

    Obwohl es viele traurige Momente gibt, ist es kein Buch, das einem ohne Hoffnung zurücklässt. Die Geschichte vermittelt trotz allem eine schöne und zu Herzen gehende Botschaft: Das Zuhause ist dort, wo die Familie ist. Der familiäre Zusammenhalt ist eine unglaublich große Hilfe, wenn es gilt sich mit Schwierigkeiten zu arrangieren und Hindernisse zu überwinden. Außerdem wird vermittelt wie wichtig es ist die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. So stellt Anna z. B. fest, dass nicht allein ein Berg von Geschenken den Zauber von Weihnachten ausmacht. Auch kleine Geschenke genügen so lange man eine schöne Zeit mit den Menschen verbringt, die einem am Wichtigsten sind.

    Außerdem gibt es auch Szenen, die die Geschichte auflockern und dafür sorgen, dass es nicht zu bedrückend wird. So ist es beispielsweise sehr lustig zu verfolgen wie Anna und ihr Bruder Max mit ihren mangelnden Französischkenntnissen im Schreibwarenladen Bleistifte kaufen, denn es kommt natürlich zu so einigen Missverständnissen. Auch ist es sehr unterhaltsam wie kreativ Max sich beim Schreiben seines Französischaufsatzes eine Menge Arbeit spart: Er schreibt über ein Festessen und zählt dann einfach mithilfe des Wörterbuches endlos viele Speisen auf, die den Leuten aufgetischt werden.

    Fazit:

    Dieses Buch erzählt auf feinfühlige und vergleichsweise ruhige Weise eine sehr berührende und ergreifende Geschichte. Neben traurigen Momenten gibt es auch die eine oder andere lustige Begebenheit und das Buch lässt einem nicht ohne Hoffnung zurück. Es wird eine schöne Botschaft vermittelt: Das Zuhause ist dort, wo die Familie ist und man kann sich mehr als nur einem einzigen Ort zugehörig fühlen:

    „Glaubst du, dass wir jemals irgendwo richtig hingehören werden?“ – „Ich glaube nicht“, sagte Papa, „nicht so, wie die Menschen irgendwo hingehören, die ihr Leben lang an einem Ort gewohnt haben. Aber wir werden zu vielen Orten ein wenig gehören, und ich glaube, das kann ebenso gut sein.“ (S. 170/171)
  18. Cover des Buches Der Schimmelreiter (ISBN: 9783880420236)
    Theodor Storm

    Der Schimmelreiter

    (1.080)
    Aktuelle Rezension von: buch_begeistert

    „Der Schimmelreiter ist ein Klassiker, eine Novelle, die man kennt und die mit dem Inhalt und der Sprache überrascht und überzeugt. Auch wenn man zu Beginn ein wenig braucht, um sich an die Sprache und Wortwahl zu gewöhnen, fällt es einem mit der Zeit leichter sich in der Geschichte zu verlieren. Gegen Beginn der Geschichte, gab es für mich aber ein paar Längen.


    Man bekommt einem Einblick in das Leben und die Arbeit der Menschen an der Nordseeküste, sowie von den Gewalten des Meeres und seinen Auswirkungen. Man begleitet Hauke Haien als ideenreichen und intelligenten Mann, bis zu seinem Weg als Deichgraf. Er muss einige Widerstände überstehen, um seinen Plan umzusetzen, und steht zwischen Aufstieg und Scheitern. Trotz allen Fortschritts, Planung und Hoffen, kommt der Kampf gegen die Sturmflut. Der Beginn ist her ruhig und entwickelt sich zu einem dramatischen Ende.


    Es konnte mich nicht komplett abholen, aber gerade die Thematik konnte mich fesseln. Insgesamt eine Novelle, die man gelesen haben sollte.

    4/5 

  19. Cover des Buches Löcher: Die Geheimnisse von Green Lake (Gulliver) (ISBN: 9783407743152)
    Louis Sachar

    Löcher: Die Geheimnisse von Green Lake (Gulliver)

    (837)
    Aktuelle Rezension von: reader25

    Wie bereits von einem meiner Vorgänger erwähnt war ich sehr skeptisch ob ich das Buch fertig lesen soll aber auch ich war sehr froh dass ich’s getan hab es wird Stück für Stück besser und wenn auch manchmal ein paar Durchhänger für meinen Geschmack dabei waren bereue ich keine Sekunde. Ich fand es spannend und zum nachdenken also alles erfüllt für meinen Geschmack.

  20. Cover des Buches Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker (ISBN: 9783140226462)
    Friedrich Dürrenmatt

    Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

    (3.874)
    Aktuelle Rezension von: traumweltenwanderer

    Drei Physiker, die scheinbar dem Wahnsinn verfallen sind, sitzen zusammen in einer Anstalt und fristen ihr Dasein. Doch Möbius, einer der Physiker, hat ein Geheimnis: er spielt seinen Irrsinn lediglich vor, um die Welt vor einer seiner Entdeckungen zu retten. Dabei weiß er nicht, dass man ihm längst auf der Spur ist.

    Meine Gedanken:

    Das Werk hat mich überrascht, nicht nur weil es sich schnell lesen ließ und dabei zu jeder Zeit unterhaltsam war, sondern weil es mich vor allem zum Schluss nachdenklich zurück gelassen hat. Was als Komödie angefangen hat, schlägt schnell in Ernst um und lässt einen Grübeln.

    Wann ist Wissen schädlich? Wann hat man einen Punkt erreicht, wo man nicht weiter nachforschen sollte? Die Denkanstöße, die Die Physiker auf den wenigen Seiten gegeben hat, sind beeindruckend tiefsinnig und geben Raum für Diskussionen. Auch die 21 Punkte zu den Physikern am Ende haben mir zu Denken gegeben. >>Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.<<, dieser Satz im Besonderen hat mich noch lange begleitet und etwas in mir ausgelöst.

    Paradox, vielleicht verwirrend, aber dadurch umso nachdrücklicher, vermittelt Dürrenmatt die Verantwortung, die mit Wissen einhergeht und die jeder Mensch für seine Mitmenschen hat. Ein kurzweiliger Roman, der mir gut gefallen hat und zurecht ein Klassiker der deutschen Literatur ist.

  21. Cover des Buches Nichts (ISBN: 9783423625173)
    Janne Teller

    Nichts

    (1.079)
    Aktuelle Rezension von: Shmalle

    Handlung und Charaktere sind einfach nachzuvollziehen. Es fallen jedoch Dinge vor, die, insbesondere im Kontext zum Alter der Protagonisten, recht widerlich und "grundlos" gewalttätig sind. Die Botschaft kommt schon rüber, in dem Sinne kann man sich das Buch geben, aber die Überlieferung ist widerlich. Hätte man anders lösen können, insbesondere da die Dramatik nicht dazu beiträgt, die Botschaft eindringlicher zu vermitteln.

  22. Cover des Buches Irrungen, Wirrungen (ISBN: 9783150196014)
    Theodor Fontane

    Irrungen, Wirrungen

    (381)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Geschichte stehen der junge Adlige Botho von Rienäcker und die bürgerliche Putzmacherin Lene Nimptsch, die heimlich eine Liebesbeziehung führen. Doch Botho steht unter finanziellem Druck seiner Familie und muss eine reiche Cousine heiraten, um den Stand aufrecht zu erhalten. Die Handlung mit dem zeitlosen Thema überzeugt durch die realistische und feine Zeichnung der Figuren und der damaligen Zeit, wodurch man sich als Leser sehr gut in diese hineinversetzen kann.
    Bei den Protagonisten stehen Botho und Lene im Mittelpunkt der Handlung und werden lebendig und glaubwürdig dargestellt. Nebenprotagonisten, wie z.B. Käthe oder Lenes Pflegemutter, tragen gekonnt zur Entwicklung der Handlung bei, bleiben aber eher im Hintergrund.
    Wer psychologisch fein gearbeitete Liebesgeschichten mit lebendigen Figuren mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist präzise, poetisch und detailreich-fein zugleich, der die Geschichte optimal in Szene setzt.
    Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen.

  23. Cover des Buches Emilia Galotti (ISBN: 9783872911483)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Emilia Galotti

    (904)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Lea_Thiel

    Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing ist ein klassisches Trauerspiel, das mich trotz einiger schnulziger Momente sehr angesprochen hat. Die Geschichte handelt von Emilia, die zwischen Pflicht, Ehre und Liebe hin- und hergerissen ist, während Macht, Intrigen und persönliche Interessen der Adligen ihr Leben bedrohen. 


    Mir hat gefallen, dass das Stück nicht nur eine emotionale Handlung bietet, sondern auch gesellschaftliche Themen anspricht – wie Machtmissbrauch, Eifersucht und Manipulation. Orsina ist eine Figur, die besonders heraussticht: Sie zeigt deutlich, wie verletzlich, aber auch stark Menschen in solchen gesellschaftlichen Strukturen sein können. Manche Passagen waren mir zwar etwas zu emotional aufgeladen oder schnulzig, aber an und für sich ein interessantes Buch.


    Aus Emilia Galotti habe ich mitgenommen, wie wichtig moralische Entscheidungen und persönliche Integrität sind und dass Macht und gesellschaftlicher Druck große Konsequenzen haben können. Ich würde das Stück allen empfehlen, die klassische Literatur, tiefgründige Charaktere und gesellschaftskritische Themen mögen.

  24. Cover des Buches Agnes (ISBN: 9788865592038)
    Peter Stamm

    Agnes

    (380)
    Aktuelle Rezension von: AlineCharly

    Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet. – Der Einstieg klingt vielversprechend, fast schon unheilvoll. Doch leider kann der Roman dieses Versprechen für mich nicht einlösen. 

    Die Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler und Agnes bleibt über weite Strecken blass und wenig greifbar. Der Erzähler wirkt distanziert und emotionslos und ihre gemeinsamen Gespräche erscheinen künstlich und ohne echte Tiefe. Der nüchterne Stil mag gewollt sein, sorgt aber eher für Langeweile als literarische Intensität. Die Vermischung von Fiktion und Realität hätte spannend sein können, verliert sich jedoch in Vorhersehbarkeit. Viele Szenen wirken austauschbar, es fehlt an echter Dynamik.

    Fazit: Kühle Sprache, flache Figuren – Agnes bleibt unter seinen Möglichkeiten.

    2 von 5 Sternen

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