Bücher mit dem Tag "schwangerschaftsabbruch"
17 Bücher
- Catherine Shepherd
Knochenschrei
(91)Aktuelle Rezension von: UnterDieHautDas Cover ist einfach klasse. Und bei dem Wort „Knochenschrei“ fängt bei mir sofort das Kopfkino an zu laufen.
Bei dem Buch handelt es sich zwar um den 8. Band der Reihe, aber das störte beim Lesen absolut nicht.
Schon der Prolog beschert einem totale Gänsehaut und man hat das Gefühl, mit im Raum zu sein. Die Beklemmung ist beim Lesen spürbar. Die Kapitel wechseln sich immer zwischen Gegenwart und der Vergangenheit von vor 500 Jahren ab. Am Anfang hatte ich noch Bedenken, wie das funktionieren würde, aber im Laufe der Geschichte fügte es sich so gut zusammen wie ein Puzzle. Die Geschichte empfand ich zu keiner Zeit als
langweilig. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht.Insgesamt bin ich positiv überrascht worden. Ich habe mir anfangs überhaupt nicht vorstellen können, wie die Geschichten aus zwei unterschiedlichen Zeiten zusammenpassen sollen, bzw. wie die Autorin es schafft, diese im Buch zu vereinen. Trotz viel zeitlichem hin und her konnte ich dem Buch jederzeit gut folgen. Auch der historische Teil der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Und das, obwohl ich mir genau deswegen im Vorfeld ein wenig Sorgen gemacht hatte, aber das war völlig unbegründet (historische Romane sind normalerweise nämlich nicht so meins).
Ich wurde gut unterhalten und an der Nase rumgeführt. Für mich war es das erste Buch dieser Reihe und es konnte mich total von sich überzeugen.
Nun habe ich wieder eine Lieblingsreihe mehr. Außerdem macht es irgendwie auch Lust, sich Zons mal im wirklichen Leben anzuschauen.
- Caroline Schmitt
Liebewesen
(155)Aktuelle Rezension von: libriamoooreLiebewesen von Caroline Schmitt habe ich vor allem wegen des Covers und der Thematik begonnen. Die Geschichte beschäftigt sich mit wichtigen psychischen und emotionalen Themen und bringt dafür grundsätzlich eine gute Grundlage mit.
Der Schreibstil wirkte auf mich jedoch sehr nüchtern und distanziert. Viele Szenen haben mich emotional nicht erreicht, sodass ich nur schwer eine Verbindung zu den Protagonisten aufbauen konnte. Dadurch blieb für mich ein großer Teil der Wirkung aus.
Stellenweise zog sich die Handlung und ich hatte das Gefühl, dass der Fokus nicht immer optimal gesetzt war. Das Ende kam für mich recht plötzlich und hätte mehr Raum verdient.
Insgesamt ist Liebewesen ein Buch mit guten Ansätzen, das mich persönlich aber nicht vollständig überzeugen konnte.
2,5 von 5 Sternen!
- Anabelle Stehl
Runaway
(136)Aktuelle Rezension von: sarah_booksanddreamsAuf Elias' Geschichte habe ich mich, vom ersten Moment an, gefreut.
Was er bereit war, für seine Geschwister aufzugeben, zeugte einfach von einem unglaublich tollen Charakter.
Dass ausgerechnet er und die ruhige, süße Miriam zueinander finden könnten, hat mich besonders neugierig auf den dritten und letzten Band der AWAY Trilogie gemacht.
Die Geschichte der Zwei hat mir insgesamt auch gut gefallen.
Sowohl Miriam als auch Elias müssen für sich und ihre Entscheidungen einstehen.
Bei Miriam geht es dabei um eine aus vergangenen Tagen, die aber für mächtig Konfliktpotenzial sowohl in der Gesellschaft als auch in ihrem familiären Umfeld sorgt.
Elias wiederum sieht sich der Frage gegenüber, ob er für die Familie und den Familienbetrieb bereit ist, seine Lebenswünsche hinten anzustellen.
Die Stimmung im dritten Teil ist eher nachdenklich, die Geschichte recht ruhig.
Die Lovestory geht eher in die Richtung Slow Burn.
Ich mochte vor allem die Momente, in denen sich Elias und Miriam näher kommen,
und sich ihre Sorgen und Gedanken anvertrauen.
Das war sehr süß!
Im Verlauf, ist mir die Entwicklung zwischen ihnen, aufgrund der hier verarbeiteten Themen, jedoch zu sehr in den Hintergrund gerückt.
Und statt sich näher und näher zu kommen,
hatte ich dann zeitweise eher das Gefühl, dass sie sich eher wieder voneinander entfernen.
Den Weg, den Miriam und Elias bestreiten,
allen voran einzeln, aber auch gemeinsam,
fand ich insgesamt aber sehr schön und schlüssig.
Manchmal fühlte es sich etwas langatmig an, dennoch und trotz der sensiblen, bewegenden Themen, hinterließ die Geschichte letztlich ein angenehmes Gefühl bei mir.
4 Sterne
- Anika Landsteiner
Nachts erzähle ich dir alles
(142)Aktuelle Rezension von: didi_liestNachts erzähle ich dir alles
Anika Landsteiner
Herzschmerz 💔 Liebe ❤️ Tränen 😭 Freude 😃
Das war ein großartiges Buch, das einem eine Vielzahl an Gefühlen bietet, durch die man gemeinsam mit den Charakteren gehen oder sie sich nur von weiterer Entfernung anschauen kann. Alle haben ihre Berechtigung so wie alle Charaktere in Anika Landsteiners Roman ihre Gedanken und Geschichte und damit eine Begründung für ihr Tun haben - obwohl es die manchmal gar nicht braucht. Weil eben alles so ist, wie es ist. Weil man eben so fühlt, wie man fühlt. Weil man diese Entscheidung trifft und eben nicht die gegensätzliche. Und das ist ok. 2025 sollte das endlich angekommen sein in den Köpfen einer großen Mehrheit - ich sehe aber jeden Tag, dass dem nicht so ist. Und genau deshalb sind Werke wie dieses, die die Selbstbestimmung (von Frauen), die Liebe (jeder Art) und auch das Begehren thematisieren und irgendwie natürlich auch feiern so so wichtig. Mir jedenfalls hat die Lektüre so viel geben können in ihrer sprachlichen Schönheit und Stärke: ein Gefühl des Sommers in Frankreich, ein Gefühl von weiblicher Kameradschaft, ein Gefühl von warmer Liebe, ein Gefühl von Akzeptanz - aber auch ein Gefühl von Verurteilung, ein Gefühl von Missachtung und Manipulation, ein Gefühl von (mindestens verbaler) Gewalt. Und sicher noch einige Gefühle mehr. Deshalb vergebe ich verdiente ⭐️⭐️⭐️⭐️
- Mela Wagner
Restart - Die Begegnung (Leni und Paul, Band 1)
(378)Aktuelle Rezension von: ReadingMaddoxGirl3Auf der einen Seite hätte ich gerade so viel Redebedarf über dieses Buch, andererseits sitze ich hier und weiß nicht was ich sagen soll. Das Buch geht mehr als nur unter die Haut, es geht mitten ins Herz und noch viel tiefer. Die unterschiedlichen Gefühle, die Charaktere und die komplette Geschichte haben mich phasenweise wirklich zerstört. Jede einzelne Gefühlsregung der Protagonistin war sowas von verständlich, nachvollziehbar und spürbar für mich. Und das war leider oft sehr grausam. Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich mir kurz die ersten Rezensionen angesehen und habe dabei eine richtig miese gesehen, die ich absolut nicht unterschreiben kann. Klar kommt es manchmal zu Wiederholungen der Gedanken, aber das musste so sein. Lena hatte in der Vergangenheit einige grausame Dinge erlebt und machen müssen, die sie zu der Person gemacht haben, die sie nun ist. Kalt, unnahbar und gefühlslos. Das alles aufzuarbeiten geht weder im realen Leben von heute auf morgen, noch würde es im Buch glaubhaft rüber kommen. Aber da war kein Funke von unnötigem Wiederholen, denn wenn Lena in ihr altes Verhaltensmuster gefallen ist, war genau diese Wiederholung absolut angebracht und notwendig. Ich weiß nicht, wie oft ich beim lesen geheult habe- es war auf jeden Fall sehr oft. Diese Geschichte hat mich wirklich schnell gepackt und leider auch oft in ihre Abgründe mitgerissen, mich aber andererseits auch wieder mit auf Wolke 7 mitgenommen, wenn auch nur kurzfristig. Gerne würde ich sagen, dass es einfach ein schönes Buch ist, aber schön ist einfach nicht das richtige Wort. Das Buch ist heftig, es nimmt einen mit in eine Achterbahn der Gefühle, es behandelt einige ernsten Themen, es berührt tiefer als zutiefst, und es wird sicher noch eine Zeit lang in mir nachklingen. Auch wenn ich jetzt direkt weiter lesen muss. - Helene Sommerfeld
Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
(144)Aktuelle Rezension von: abunchofcatsMagda Fuchs findet sich langsam in Berlin zurecht als eine junge Frau sich schwerverletzt zu ihrem Kind schleppt und dennoch nicht gerettet wird verstirbt.
Dies ist der Aufhänger für den Folgeband aus der Magda Fuchs Reihe. Im Buch ziehen sich mehrere Handlungsstränge durch die Seiten. Zum einen ist es natürlich die Klärung des Mordfalls zum anderen machen sich die Protagonisten Gedanken um ihre Zukunft, Möglichkeiten, die sich ihnen als Frau bieten, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist, aber auch Sorgen und Zukunftsängste.
Alles in allem solide Unterhaltung, die jedoch hier und da etwas langatmig und hölzern erscheint.
- Noah Gordon
Die Erben des Medicus
(351)Aktuelle Rezension von: RamonaFroeseNun leider fehlte mir hier bis Seite 192 die Zeiteinordnung. Mir war klar, dass es so gesehen in der Neuzeit spielt, aber bis dahin war keine genaue einordnen möglich. Da kam dann 1994.
Wie immer gab es einiges wirklich, was ich auch sehr mochte, aber es fehlte so das Typische Cole eben.
Es ging weniger um das medizinische, als um das Privatleben von Roberta. Fand ich irgendwie schade.
Das einzige Thema was sich durchs ganze Buch zog war Schwangerschaft, Abtreibung und alles was dazu gehört.
Es war nicht schlecht und ich mochte es auch echt gerne, aber für 5 Sterne hat mir das gewisse Etwas gefehlt
- Christine Fehér
Elfte Woche
(118)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerVorab:Natürlich ist die Story durch die Thematik in ein gewisses Handlungsschema eingeengt, was vielmals in anderen Rezensionen bemängelt wurde; für mich persönlich stellt das jedoch kein Problem dar, denn man entscheidet sich ja entweder bewusst für dieses Buch (die Thematik mit inbegriffen) oder man entscheidet sich bewusst dagegen.
Zum Cover:
Es handelt sich um ein Taschenbuch, wobei der Buchrücken sehr weich ist und bei mir kleine und weiche Leserillen entstanden sind die mich aber nicht weiter stören.
Das Cover halte ich für schlicht aber sehr passend und nicht zu aufdringlich.
Leider wird im Klappentext schon sehr viel verraten.
Zum Inhalt:
Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen.
Christine Feher schafft es die Protagonistin Carolin sehr sympatisch zu geschalten und erschafft eine authentische 15-Jährige, in die man sich sehr gut versetzen kann. Man erlebt förmlich dieselbe Angst, dasselbe Bangen und dieselben Zweifel wie Carolin und kann sich sehr gut in ihre Situation einfühlen.
Auch ihr Freund Vincent ist ähnlich gut gelungen, auch wenn man meiner Meinung nach nicht ganz so viel über ihn erfährt wie über Carolin.
Das Umfeld der beiden, sprich Familie und Freunde, ist sehr realistisch gestaltet, die unterschiedlichen Reaktionen, Forderungen und Ratschläge wirken sehr authentisch.
Und zum Ende, das ich hier natürlich nicht verrate, kann ich nur sagen: Tempo freut sich über einen enorm gesteigerten Umsatz durch mich.
Zur Sprache:
Meiner Meinung nach ist das Buch in einer sehr gut lesbaren Sprache geschrieben, lässt sich sehr flüssig lesen (ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen) und die Gedankengänge sind schlüssig dargestellt. Christine Feher hat in diesem Buch einen durchgängig angenehmen Schreibstil.
Fazit:
Alles in allem kann ich für dieses Buch eine aufrichtige Leseempfehlung geben, mich hat es in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen und tiefe Gefühle in mir geweckt die auch noch nach Ende des Buches angehalten haben.
- Rolf Schmidt
Strafrecht Besonderer Teil I
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenDas Buch zum Besonderen Teil des StGB in der 98er Auflage, das in diesem Fall den ganzen BT enthält. Gut lesbar und gut gegliedert, mit farblich unterlegten Merksätzen, aber für die Examensvorbereitung reicht es hinten und vorne nicht, und laut unserem Repetitor (Doc Schneider) enthält das Buch auch einige Fehler. - Klaus-Peter Wolf
Donnas Baby
(3)Aktuelle Rezension von: IgnoDonna ist 17 Jahre alt und lebt in einem behütetem Elternhaus. Ohne das Wissen ihrer Eltern geht sie mit ihren Freunden auf ein Musikfestival, dort entdeckt Jens sie und ist sofort hin und weg. Jens ist das genaue Gegenteil von Donna. Er lebt alleine, hat keine Arbeit und hält sich mit mehr oder weniger Kleinkriminalität über Wasser. Im Rausch der Gefühle (und einiger Joints) durchleben sie eine intensive Nacht miteinander. Sie entdecken eine Art Seelenpartnerschaft. Einige Zeit später kommt die Hiobsbotschaft: Donna ist schwanger und der dritte Monat ist schon vorbei. Ihre Gynäkologin, eine rigorose Abtreibungsgegnerin, hat die Schwangerschaft vorher verschwiegen. Daraus ergeben sich aber ganz neue Probleme und so finden sich Donna und Jens plötzlich ohne Geld und eine Perspektive auf der Flucht vor den Behörden und einem Pharmakonzern.
Donnas Baby stammt aus dem Jahr 1998, die aktuelle Fassung aus dem FISCHER Verlag ist von 2015 – die habe ich gelesen. Das Buch ist mit 380 Seiten recht dick für Klaus-Peter Wolf, gerade im ersten Teil geht davon recht viel für die Beschreibung der Charaktere drauf. Wolf gibt sich große Mühe, Geschichte, Psyche und Beweggründe von Donna, ihren Eltern und Jens verständlich zu machen. Das ist manchmal etwas langatmig, hilft aber sehr, ihre späteren Handlungen zu verstehen. Denn alle Charaktere brechen auf die eine oder andere Weise moderat oder radikal aus ihren gewohnten Verhaltensmustern aus.
Wolf selber klassifiziert sein Werk als Jugendroman; die Einschätzung kann ich, wie schon bei Feuerball, nur bedingt teilen. Das Buch ist in Sachen Sexualität und Gynäkologie schon ziemlich explizit, dazu kommen Gewaltszenen, die sich gegenüber Feuerball aber moderater zeigen. Leicht verdaulich ist die Geschichte gerade im zweiten Teil auch nicht immer, ganz im Gegenteil. Wenigstens gibt es diesmal statt einer ab-12- überhaupt keine Altersempfehlung.
Genug der Kritik. Donnas Baby ist zwar schon ein wenig in die Jahre gekommen, das merkt man aber eigentlich nur an den Stellen, an denen kaum jemand einen eigenen Computer zuhause stehen hat. Die Geschichte hat an Aktualität nicht verloren und die ist im Grunde eine zutiefst hoffnungsvolle, auch wenn sie phasenweise nicht den Eindruck macht. Man könnte sie irgendwo zwischen Romeo und Julia und Bonnie und Clyde einordnen – weniger Tragödie als erstere, weniger Killertrip als letztere. Im zweiten Teil wurde sie stellenweise so hart, dass ich Verdauungspausen einlegen musste. Die hielten allerdings nie lange an, denn gleichzeitig ist der zweite Teil so spannend, dass ich ihn nie lange unterbrechen konnte.
Mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch belegt Wolf ein nach wie vor aktuelles Thema. Er geht es von einer eher ungewohnten Richtung an. Donna möchte, entgegen dem Zeitgeist ihrer Altersgenossinnen, nicht abtreiben, gerät aber an eine Gynäkologin, die sie in der Hinsicht gar nicht erst zu Wort kommen lässt. Sie ist radikale Abtreibungsgegnerin, »kennt die jungen Dinger« und verschweigt Donna die Schwangerschaft daher, bis das Zeitfenster für einen Abbruch geschlossen ist. Hochproblematisch wird das, weil Donna von ihrem Hausarzt Medikamente bekommt, bei denen unklar ist, ob sie das ungeborene Kind schädigen. Daraus ergibt sich für eine Reihe von Nebencharakteren ein vermeintlich einziger Ausweg: Die Schwangerschaft muss, weil mit Behinderung zu rechnen ist, verspätet abgebrochen werden. Ein Netz legt sich im Donna, einzig mit dem Ziel, den Abbruch für oder gegen ihren Willen durchzuführen.
Alles in allem habe ich das Buch gerne gelesen und schneller als erwartet. Den zweiten Teil konnte ich tatsächlich nur schwer unterbrechen, obwohl ich es zwischendurch musste. Unter 14 bis 16 Jahren würde ich Donnas Baby aber eher nicht empfehlen. Es ist gut, aber es ist auch recht happig. - Dita Zipfel
Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
(64)Aktuelle Rezension von: SusanDFelix, erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst und mit einer jungen, schönen und fruchtbaren Frau namens Eva liiert sowie zwei Kindern, lädt seinen besten Freund Matze, wenig erfolgreich und finanziell sehr viel weniger gut gestellt und dessen Frau Linn, älter, nicht so schön und vor allem ungewollt kinderlos, in einen Luxusurlaub nach Südfrankreich ein. Während sich die Männer – klischeehaft männlich – alle Unterschiede ignorierend mit Crémant betrinken und angeln gehen, beobachten die Frauen sich und ihre Haltungen distanziert. Derweil Eva scheinbar in ihrer Mutterrolle aufgeht, ist Linn zerrissen zwischen dem Wunsch, mit einer weiteren künstlichen Befruchtung endlich Mutter zu werden und der Frage, ob sie überhaupt eine „gute“ Mutter sein kann…..
Die Autorin Dita Zipfel hat neben Romanen auch Drehbücher und Theaterstücke geschrieben, und „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ wirkt wie ein Kammerspiel mit seinen vier (oder genauer gesagt fünf) Darsteller*Innen in einer französischen Luxusvilla, ohne Statisterie und ohne Dekorationsaufwand; ausgenommen der gelbe Kanarienvogel, der die Titelseite ziert und auch als Symbol im Roman wirkt.
Die Kapitel sind kurz, genau wie die knappen Sätze und die manchmal fast sperrig wirkende Sprache. Dazu kommen viele Perspektivwechsel, die nicht gekennzeichnet sind und teilweise sehr abrupt wirken. Dennoch zeichnet Dita Zipfel ein klares Bild von ihren Figuren, ihren Gedanken und Wünschen; vieles entwickelt sich zwischen den Zeilen und lässt Raum für Interpretationen, dazu kommt eine starke Symbolik, mit der sich weiter befasst werden kann.
Obgleich die Themen um Kinderwunsch und die Frage einer „guten“ Mutter nicht (mehr) mein Thema sind, konnte mich dieser Roman absolut in seinen Bann ziehen mit seiner Intensität.Während die Männer in ihren vertrauten Mustern bleiben und ihre zugewiesenen Rollen annehmen, stehen die Frauen im Mittelpunkt: sie beobachten, hadern mit sich und anderen, setzen sich mit dem Erfahrenen auseinander und planen schließlich ihre Zukunft. Aus Neid und Missgunst entwickeln sich im Laufe der Zeit Verständnis, Respekt und Solidarität bei Eva und Linn; schließlich werden sie sogar zu Verbündeten. Insbesondere die Frauen bestechen durch die einfühlsam beschriebenen Gedanken und Handlungen, ihre authentische Mehrdimensionalität und ihre Zerrissenheit sowie ihre mehr oder weniger offen gezeigte Wut. Und auch, wenn mir Linn vornehmlich unsympathisch blieb mit ihrer offen gelebten Female Rage und irritierenden Handlungen, war ihre Rolle durchaus nachvollziehbar und regte zum Nachdenken an.
Es ist beachtlich, wie viele Themen Dita Zipfel auf gerade einmal gut 200 Seiten abhandelt: Rollenbilder, patriarchale Strukturen, Weibliche Selbstbestimmung, Muttersein und ungewollte Schwangerschaften, die Belastungen künstlicher Befruchtungen, psychische Erkrankungen, weibliche Wut und gesellschaftliche Regeln. Gut beobachtet von der Autorin und mit feinen Zwischentönen kraftvoll erzählt. Für mich passte auch das einigermaßen überraschende Ende und viele offene Fragen absolut zu diesem Roman, der dahin reicht, wo es wehtut.
Ein Buch, das mich bewegt hat und noch lange nachhallt, aber das sicherlich polarisiert.
- Katja Kullmann
Generation Ally
(31)Aktuelle Rezension von: HoldenKK schreibt über die damals sehr beliebte Serie auf Vox, aber in erster Linie geht es um das Aufwachsen ihrer Mädchen- und Frauengeneration, denen die Frauenquote immer zu spießig und einengend war und die so frei und ungebunden waren, daß sie ihren Besitz jederzeit eintüten konnten und am nächsten Tag ins Ausland hätten ziehen können. Erstaunlicherweise geht es in dem Buch um eher wenig um Ally (und ich habe die Serie damals sehr gern gesehen, s. letzter Satz des Buches), aber es stecken viele Wahrheiten drin, so daß man sich auch als Mann angesprochen fühlen Konnte (ich bilde mir allerdings ein, nicht so hilflos-kükenmäßig zu sein wie die beschriebenen y-Chromosom-Träger). In der am Ende beschriebenen "Luderliga" fehlte natürlich noch "Oberluder" Micaela Schäfer, und man würde dafür BRENNEN, eine aktualisiert Fortsetzung zu lesen.
- Simone Veil
Une vie
(4)Aktuelle Rezension von: WeltentraeumerinBei diesem Buch handelt es sich um die Autobiografie der Französin Simone Veil (1927 - 2017), die mit sechzehn Jahren nach Auschwitz deportiert wurde, überlebte und später unter anderem französische Gesundheitsministerin und Präsidentin des Europäischen Parlamentes wurde.
Tatsächlich nehmen die Deportation und Auschwitz nur ein Kapitel von elf ein, der Großteil ihres Buches konzentriert sich eher auf ihre politische Karriere. Wer also mit Politik wenig anfangen kann, der dürfte seine Schwierigkeiten mit dieser Autobiografie haben. Wer auch sonst an entsprechenden Entwicklungen interessiert ist, dürfte hier dagegen eine definitiv beeindruckende Lebensgeschichte finden.
Der*die Leser*in folgt den wichtigsten Etappen ihres Lebens von einer glücklichen Kindheit in einer jüdischen, allerdings nicht sonderlich religiösen Familie über den Holocaust und dem Wiederanfang in Frankreich hin zu dem Sitz in der Regierung, der Präsidenschaft des Europarlaments und schließlich der Mitgliedschaft im französischen Verfassungsrat in den 2000ern. In dem Buch sind dabei auch die wichtigsten Reden von ihr und einige Fotos abgedruckt.
Der Teil, in dem sie davon erzählt, wie sie in Auschwitz-Birkenau war, ist nur ein kleiner Teil des Buches, dennoch ist er ungemein erschütternd, schockierend und bewegend. Simone Veil verlor den Großteil ihrer Familie, überlebte selbst den Todesmarsch und nach Birkenau auch Bergen-Belsen und kehrte schließlich nach Frankreich zurück. Neben ihrer Erzählung nimmt sich auch Bezug auf Politik und Gesellschaft in der Zeit, beispielsweise in Bezug auf die Kollaboration Frankreichs.
Ich stimme nicht mit allen ihrer politischen Ansichten überein, dennoch war ihre Meinung immer interessant. Zudem ist sie an sich auch einfach eine ziemlich beeindruckende Frau gewesen - und auch eine Feministin. Auch wenn ich zum Beispiel nicht in ihrer Betonung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen mitgehen würde, hat sie sich gerade in ihren späteren Lebensjahren für die Gleichberechtigung der Geschlechter eingesetzt.
Generell war sie eine starke Frau, die für ihre Vorstellungen kämpfte und voll und ganz zu ihren Ansichten stand. Sie hat Politik und Recht studiert und wurde dann Juristin. Trotz Kindern und obwohl ihr Mann eigentlich dagegen war, hat sie ihren Willen durchgesetzt und Vollzeit gearbeitet - in den 50ern. Abgesehen von dem ersten Kapitel, das sie ihrer Kindheit gewidmet hat, erzählt sie sonst im Übrigen fast gar nichts über ihr Privat- und Familienleben.
Sie war eine der ersten Frauen, die in Frankreich einen Ministerposten übernahmen, und die erste Präsidentin des Europäischen Parlamentes. Sie ist überzeugte Europäerin gewesen, die die EU voranbringen wollte.
Als Gesundheitsministerin setzte sie 1975 ein Gesetz durch, das den Schwangerschaftsabbruch in Frankreich legalisierte, der bis dato sogar mit dem Tod bestraft werden konnte. Das ist ein Thema, das traurigerweise immer noch aktuell ist, wenn man sich die aktuellen Entwicklungen in den USA anschaut - aber auch in Deutschland.
Simone Veil beschränkt sich auf die wesentlichen Etappen ihres Lebens, nimmt aber zum Beispiel auch Stellung zu den Jugoslawienkriegen und dem Fall der Berliner Mauer. Gerade auch ihre Betrachtungen zur Europäisierung und dann dem zunehmend wieder stärker werdenden Nationalismus im 21. Jahrhundert haben auch heute noch traurige Relevanz.
Fazit: Eine interessante Autobiografie einer starken Frau, die Auschwitz überlebte, für ihre Vorstellungen eintrat und in dem Buch auch ihre politischen Ansichten zu verschiedenen Themen reflektiert. Als französische Gesundheitsministerin legalisierte sie Schwangerschaftsabbrüche und als erste Präsidentin des Europäischen Parlamentes kämpfte sie für die Idee eines vereinten Europas - viele der angesprochenen Themen sind noch heute relevant.
- Jodi Picoult
Der Funke des Lebens
(22)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Jackson, Mississippi, USA: An einem heißen Sommertag wird Hugh, Detective und ausgebildeter Unterhändler bei Geiseldramen, zu einem neuen Einsatz gerufen. Er ahnt zunächst nicht, dass sich ausgerechnet seine Tochter Wren und seine Schwester Bex in der Abtreibungsklinik aufhalten. Eigentlich hätte er den Fall sofort abgeben müssen, aber er kämpft um das Leben seiner Tochter – mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.
Dr. Louie Ward ist Arzt und er hilft den Frauen aus Überzeugung. Warum sonst sollte er jeden Tag den Spießrutenlauf durch die Protestler und fanatischen Abtreibungsgegner auf sich nehmen? Die Frauen, die zu ihm kommen, haben alle eine Geschichte zu erzählen, wie z. B. die ausgebildete Krankenschwester Izzy, die nur ein Leben in Armut kennt und sich kaum vorstellen kann, mit ihrem privilegierten Freund ein gemeinsames Leben aufzubauen.
Doch was treibt einen Mann wie George Goddard dazu, in eine Abtreibungsklinik zu stürmen und wild um sich zu schießen? Er sagt, man habe ihm sein Enkelkind genommen! Er sagt, man hätte seiner Tochter wehgetan. Er sagt, man habe einen Menschen ermordet. Doch nicht alle Geiseln sind dort, um ein beginnendes Leben wieder zu beenden.
Über mehrere Stunden zieht sich das Geiseldrama hin und die Nerven sind zum Zerreißen gespannt.
Mein Fazit:
Jodie Picoult hat sich an ein sehr emotionales und schwieriges Thema herangewagt: Abtreibung! Selten wird ein Thema so erbittert und unnachgiebig erörtert und noch seltener bleibt es sachlich. Es scheiden sich daran die Geister, wann ein Leben schutzbedürftig ist: mit der Empfängnis oder mit der Geburt? Wann ist ein Mensch ein Mensch?
In Amerika wird sehr häufig die Religion als Grundlage zur Diskussion genommen. Für mich ist die Frage nach dem Leben eine sehr individuelle Geschichte und kann nicht unbedingt vom Gesetz erfasst werden. Und dann ist da noch das Bild im Ganzen zu sehen. Unter welchen Umständen wurde es gezeugt? Womöglich durch eine Vergewaltigung? War die Frau so arm, dass sie sich keine Verhütungsmittel leisten konnte? Entstand das Kind womöglich sogar durch Unwissenheit („Beim ersten Mal passiert so etwas nicht!“)? Welche Rahmenbedingungen haben Frauen, die sich letztendlich zu einem Schwangerschaftsabbruch entscheiden, den sie in der Regel so nicht gewollt haben. Keine Frau macht sich dies leicht, es ist auch immer eine Gewissensfrage.
Die Autorin hat viele Stimmen zu Wort kommen lassen. Zwar sind die Figuren im Roman fiktiv, stehen aber stellvertretend für viele Frauen, die Jodi Picoult im Zuge der Recherchen gesprochen hat. Es gibt so viele unterschiedliche Gründe, diese Entscheidung zu treffen und als Außenstehende/-r kann man sich meist nicht oft reinfinden. Und ich habe jede Frau verstanden, was lange Zeit nicht der Fall war. Ein ungewolltes Kind zu bekommen kann für alle Beteiligten weitaus schlimmer sein als ein Gnadenakt, der hauptsächlich nur der Mutter wehtut. Nicht nur die materielle Versorgung ist wichtig, sondern auch die emotionale! Kann eine Mutter, die ihr Kind nicht richtig versorgen kann, eine gute Mutter sein?
Man kann lange über dieses Thema debattieren und doch kommt man auf keinen grünen Zweig. Die Autorin hat nicht nur einfühlsame Geschichten über die Frauen erzählt, sondern auch den anderen Figuren viel Raum gelassen, warum sie ausgerechnet an diesem Tag in dieser Klinik sind. Das hat mir sehr gut gefallen, diese ausführlichen Geschichten, die man alle irgendwie von sich selbst kennt, so oder so ähnlich. Die Figuren wirken dadurch sehr authentisch.
Die Erzähl-Methode ist sehr verwirrend. Denn Jodie Picoult hat eigentlich fast am Ende des Geiseldramas begonnen und alles von hinten aufgezäumt. Allerdings tauchen auch am Ende (am Anfang des Tages) immer noch Dinge auf, die man so nicht vermutet hätte. Und die vielen Figuren, die natürlich eine wichtige Rolle spielen, verwirrten mich teilweise. Ich musste manchmal überlegen, von wem nun gerade die Rede war.
Es ist eine Geschichte, die aufrüttelt. Trotz des intensiven Themas kann ich jedoch nur vier Sterne vergeben!
- Karl-Heinz Leven
Geschichte der Medizin
(3)Aktuelle Rezension von: SokratesSehr knapp, mitunter - der Kürze des Bandes geschuldet - recht oberflächlich, aber gut geschrieben und auch für Laien verständlich. Leider wenige Abbildungen, obwohl dieses Thema - auch zum Teil kuriose - Abbildungen hergegeben hätte. Zur groben Verortung von Problemen und Entwicklungen gut geeignet. Bei weiterem Interesse finden sich im Literaturverzeichnis gute Ideen. - 8
- 12
- 24
















