Bücher mit dem Tag "schwarz-weiß"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schwarz-weiß" gekennzeichnet haben.

43 Bücher

  1. Cover des Buches Der Nachtzirkus (ISBN: 9783548285498)
    Erin Morgenstern

    Der Nachtzirkus

     (1.004)
    Aktuelle Rezension von: Ira086

    Die Grundidee ist wirklich gut. Ein Zirkus, der nachts aus dem Nichts auftaucht und irgendwie magisch ist. Celia und Marco (ich lasse mich hier gern eines Besseren belehren, aber ich fand die Namen etwas unpassend und ulkig für eine Geschichte, die im 19. Jahrhundert spielt 😅), die beide Magier sind, lernen sich kennen und verlieben sich ineinander, unwissend, dass sie seit frühester Kindheit durch einen Zauber miteinander verbunden sind und irgendwann, stellvertretend für ihre Väter,  in einem Kampf auf Leben und Tod gegeneinander antreten müssen. Die Bilder, die teilweise kreiert werden, sind wirklich hübsch, jedoch ist die Handlung ein einziges Chaos. Es gibt keinen roten Faden, viele Zeitsprünge und irgendwie hatte ich eigentlich praktisch keine Ahnung, was gerade passiert und worum es genau geht. Es ist Erin Morgensterns Erstlingswerk, wenn ich mich nicht irre. Ich glaube, würde sie es neu schreiben und ein bisschen mehr Struktur reinbringen, hätte es echt Potenzial.  

  2. Cover des Buches Half Bad (ISBN: 9783570158425)
    Sally Green

    Half Bad

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Calipa

    Es ist ein interessanter Charakter, eine interessante Geschichte wenn auch stellenweise sehr Brutal. Ich hatte Schwierigkeiten mit Nathan, da sein Charakter mir persönlich von allen ein Stück weit zu wenig wahr. Interessant fand ich auf dem Klappentext die Aussage "Ein Atemloser Fantastischer Thriller!" Thriller ist für mich leider ein falscher Begriff. Ich hatte keine Momente der Spannung. Das klingt vielleicht sehr hart, ist aber gar nicht negativ gemeint. Es konnte mich lediglich nicht fesseln.

    Leider wird die Geschichte auch sehr gezogen verliert dadurch auch ein wenig der roten Faden und natürlich habe ich mit Nathan mitgefühlt, fand es aber eine Spur zu theatralisch. Die Auftritte der Charaktere mit denen Nathan sich anfreundet oder ihnen gegenüber Sympathie empfindet, sind zu kurz genauso wie die Zeit der Charaktere. Dadurch bekommen die Charaktere für mich so etwas austauschbares.

    Zum Ende gibt die Autorin noch ein mal alles und es wird schneller, das oben erwähnte "strecken" der Geschichte - völlig aufgehoben. Leider für mich zu spät. Das Ende ist offen außer ich möchte die anderen Bücher auf Englisch weiter lesen denn diese wurden anscheinend nicht mehr ins Deutsche übersetzt. Schade. Solltest Du die Reihe auch auf Englisch weiter gelesen haben, kannst du mir ja gerne mitteilen, (oder auf deine Rezension verlinken) wie es ist. Denn ich werde die Englischen Teile wohl nicht verfolgen.

    [star rating= 2.8]


    Für eine Ausführlichere Rezension, besucht mich gern auf meinem Blog :) 

    http://calipa.de/2018/07/27/half-bad-das-dunkle-in-mir-buchrezension/

  3. Cover des Buches Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt (ISBN: 9783518468975)
    Maya Angelou

    Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt

     (53)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    "[..Für Menschen, deren Vergangenheit und Zukunft täglich vom Untergang bedroht sind, ist es schon göttliche Gnade wenn sie überhaubt am Leben bleiben. Ich finde es interessant dass das einfachste Leben, die armseligste Existenz sich in Abhängigkeit von Gott begreift, während seine Bedeutung mit steigendem Wohlstand, Lebensstandart und Lebensstil entsprechend sinkt"..]

    M.Angelou


    Amerika in den 30er Jahren, Maya wächst bei ihrer Grossmutter auf, im Süden, Rassentrennung ist Alltag.

    Später kehrt sie mit Ihrem Bruder zurück zu Ihrer Mutter in St. Louis wo sie dank ihres Durchhaltewillens als erste schwarze Frau als Schaffnerin in der Strassenbahn von San Francisco arbeitete.


    Geschrieben in einer grossartigen Sprache, ich habe das Buch mit grossem Vergnügen verschlungen.

    Leseempfehlung.

  4. Cover des Buches Die Nacht der Tausend Farben: Tödliche Elemente (German Edition) (ISBN: B01521F38A)
    Claudia Rehm

    Die Nacht der Tausend Farben: Tödliche Elemente (German Edition)

     (53)
    Aktuelle Rezension von: LisaJelina
    Darum geht es:
    Wenn ihre Feinde es nicht schaffen sie zu töten, dann werden es ihre Freunde... In der Nacht der Tausend Farben sollen junge Formwandler erstmals ihre tierische Gestalt erfahren. Doch was, wenn die feierliche Wandlungszeremonie eine gefürchtete Fähigkeit offenbart, die eine Gefahr für andere Magier ist? Der sechzehnjährigen Emma widerfährt genau dieses Schicksal. Ihre eigenen Freunde im Reich der weißen Magie wollen sie lieber tot sehen, als im Besitz dieser seltenen Gabe. Verzweifelt nimmt sie die Hilfe eines schwarzen Magiers an, der ihr auf der dunklen Seite der magischen Künste Schutz verspricht. Schon bald muss Emma sich jedoch fragen, auf welcher Seite sie nun tatsächlich stehen will: Auf der Seite der weißen Magie, wo man sie fürchtet und ihr nach dem Leben trachtet, oder auf der Seite der schwarzen Magie, wo sie sich plötzlich mit einer noch viel größeren Gefahr konfrontiert sieht als der, getötet zu werden.

    Meine Meinung:
    Emma lebte in einer Familie, in der sich alle ein besonderes oder ehrenhaftes Tier wandeln konnten. Sie hatte ziemliche Angst, dass sie eine Enttäuschung für die Familie werden könnte. Da die Wandlung von Emma in einer Katastrophe endete, rutschte man recht schnell in eine interessante Handlung. Als Emma das erste Mal auf Harris traf, war ich etwas schockiert. Ich möchte keinesfalls spoilern, aber ich hatte erst das Gefühl, dass sie viel zu schnell das machte, was man von ihr verlangte. Es kam mir erst etwas unrealistisch vor, doch am Ende des Kapitels hatte ich dann verstanden, warum sie so gehandelt hatte.
    Eigentlich ist bereits zu Beginn klar, dass sie es nicht ganz so einfach haben wird, wie sie es sich vorgestellt hatte. Einige, wenn nicht sogar die meisten, schwarzen Magier waren nicht gut auf sie zu sprechen und handelten auch ziemlich impulsiv. Harris war ständig in ihrer Nähe und wirkte eigentlich recht nett, aber ich konnte die ganze Zeit nicht vergessen, was er bei ihrer ersten Begegnung von ihr verlangt hatte.
    Als sie zufällig auf Caven traf, wurde die Sache erst richtig interessant, denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
    Caven und Harris konnten sich nicht ausstehen und die Anmerkungen des anderen Jungen ließen mich immer wieder an Harris zweifeln. Ich konnte ihn sehr schlecht einschätzen und das eigentlich über das ganze Buch hinweg.
    Weil ich nicht spoilern möchte, werde ich an dieser Stelle nicht weiter auf den Inhalt der Geschichte eingehen.
    Was mich etwas gestört hat, war die Komma-Setzung. An den meisten Stellen fehlten sie meiner Meinung nach und das hat den Lesefluss etwas beeinflusst, weil ich über manche Sätze regelrecht gestolpert bin. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich die Satzzeichen gedanklich hinzugefügt habe. Ansonsten finde ich den Schreibstil der Autorin angenehm.

    Mein Fazit:
    Die Geschichte hat eine interessante Handlung mit Charakteren, die für mich nicht immer einfach zu durchschauen waren. Der Schreibstil war angenehm, allerdings haben sich einige Fehler eingeschlichen, die man beim Lesen auch gemerkt hat. Die Thematik empfand ich als interessant und ich glaube, ich werde den zweiten Teil irgendwann mal lesen, da ich gespannt darauf bin, wie es weiter geht.
  5. Cover des Buches 54 Minuten (ISBN: 9783596812981)
    Marieke Nijkamp

    54 Minuten

     (231)
    Aktuelle Rezension von: LoveLy_Ivii

    "Wie Großvater immer gesagt hat, während ein Junge wegrennt, wenn es problematisch wird, stellt sich ein Mann den Problemen."


    Der Alptraum an jeder Schule. Ein genau 54 minütiger Amoklauf der sich wie eine Ewigkeit anfühlt. Voller Schrecken, Angst und Hoffnung. Und all das geschieht in der großen Aula. Alle Türen sind abgeschlossen, keiner kommt raus und keiner rein. 

    Eingeteilt ist das Buch nicht in Kapiteln sondern eben in den 54 Minuten und aus verschiedenen Perspektiven der Schüler. Während die einen den Amoklauf hautnah miterleben, bekommen die anderen es durch die lauten Schüsse mit die durch die ganze Schule zu hören sind. So nehmen die Schüler außerhalb der Aula es selbst in die Hand Hilfe zu holen als auch den Schülern in der Aula irgendwie zu helfen.

    Die Autorin schafft es mit ihrem authentischen Schreibstil einen völlig mitfiebern zu lassen und sich nur eines wünscht: Das Buch soll enden.

    Und wie, ist egal. Hauptsache es endet.

    Die ganze Geschichte ist so glasklar beschrieben das es einem atemlos und mit Gänsehaut zurück lässt. 

    Allerdings fehlte hier die emotionale Bindung zu den Protagonisten so, dass das Buch zwar einen tief bewegt aber die Protagonisten einem nicht Nahe standen und somit denen leider keine Träne wert war. 

    Aber das Buch ist spannend, schockierend und bedrückend.

    Das so etwas tatsächlich passiert und der Kern der Geschichte nicht einfach weithergeholt ist verschärft das mitfühlen noch viel mehr.

     

  6. Cover des Buches Die Jury (ISBN: 9783453417908)
    John Grisham

    Die Jury

     (523)
    Aktuelle Rezension von: Laurita137

    Ich fand die Geschichte wirklich sehr langatmig, wodurch bei mir kaum Spannung aufgebaut wurde. Die Story wird sehr lang gezogen, wobei es kaum um den eigentlichen Fall geht. Auch als dann der Prozess endlich Lösung, kam bei mir keine Spannung auf, wie ich erwartet hatte. Es ist leider keine Wendung oder ähnliches mehr passiert. Die Schreibweise an sich ist wie gewohnt gut, auch Mal witzig, aber dennoch viel zu lang. 

  7. Cover des Buches Love - Her - Wild Gedichte und Notizen (ISBN: 9783423790420)
    Atticus Poetry

    Love - Her - Wild Gedichte und Notizen

     (49)
    Aktuelle Rezension von: carostrophe

    Mein Herz ist bis zum Rand gefüllt mit Liebe.

    Liebe zu diesem Buch.

    Liebe zu diesen Worten.

    Liebe.

    Einfach nur Liebe.

    Und das ist das Schöne.

    Jeder nimmt etwas anders aus Gedichten, Geschichten, Worten mit.

    Ich liebe es.

  8. Cover des Buches EbenHolz und ElfenBein (ISBN: 9783862773596)
    Martin Kandau

    EbenHolz und ElfenBein

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Micha835

    Das Cover macht Lust auf die Geschichte. Die Einleitung auf der Rückseite verspricht ja einiges. Am Anfang werden beide wichtigsten Personen Marion und Martin vorgestellt dessen Liebesleben alles andere als gut aktuell ist. Man konnte sich wie sooft gut reinversetzen und an der Handlung teilnehmen. Bisschen anzügliche Äußerungen zu Marions Ausstattung aber sonst alles OK. Schön fand ich die Gespräche über Ihre Liebe und das Sie offen für neue Dinge sind bzw. waren. Man sollte es lesen, da es wirklich interessant ist:

  9. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548289458)
    George Orwell

    1984

     (3.969)
    Aktuelle Rezension von: Minijane

    Den Klassiker „ 1984“ von George Orwell wollte ich schon lange mal lesen und damit eine Bildungslücke schließen. Ich kann jetzt sagen, dass ich selten ein so düsteres und hoffnungsloses Buch gelesen habe. 

    Orwell entwirft in seinem Roman einen grausamen Überwachungsstaat aus dem es kein Entkommen gibt. Die Ideologie die hinter dieser Welt, die sich Ozeanien nennt, verbirgt, ist einfach nur menschenverachtend. Die Bewohner dieses totalitären Staates werden ständig überwacht und, fallen sie negativ auf, werden sie gefoltert ( und das zu lesen war nur schwer auszuhalten) oder getötet bzw. vaporisiert, wie man die Erschiessung hier nennt.

    Wenn man bedenkt, wie alt das Buch ist (1949 erstmals erschienen) und wie viele der düsteren Visionen tatsächlich wahr geworden sind, ist dieser Klassiker wirklich ein wichtiges Buch, dass man vielleicht mal lesen sollte. Wir haben das Glück in einer Demokratie zu leben und holen uns Alexa freiwillig ins Haus, aber andere Staaten sind schon deutlich näher an die dystopische Welt von Orwell herangerückt. Das Buch kritisiert auch keinen speziellen Staat aber erinnert sehr massiv daran, dass Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich sind.

  10. Cover des Buches Der Klang der Zeit (ISBN: 9783104031675)
    Richard Powers

    Der Klang der Zeit

     (197)
    Aktuelle Rezension von: lenchen0712

    Der Klang der Zeit von Richard Powers war eine wirklich schöne Geschichte, welche die Gegenwärtigen und die ehemaligen dinge verbindet. Der Schreibstil war wirklich anspruchsvoll, aber dies hat die Geschichte nur großartiger gemacht, da man in die passende Stimmung kam, welche etwas melancholisches hatte.

  11. Cover des Buches Solomons Lied (ISBN: 9783644002623)
    Toni Morrison

    Solomons Lied

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Der Roman “Solomons Lied” der afro-amerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison erzählt die Ge-schichte einer Familie über drei Generationen hinweg. Ausgangspunkt der Erzählung ist Macon Dead – auch als „Milchmann“ genannt -, der sich aufmacht, die Geschichte seiner Familie zu ergründen. Der Roman erschien 1977; 1993 erhielt Morrsion den Literaturnobelpreis. Als negativ empfand ich eine sehr flach ansetzende Spannung; der Roman bleibt auf dem Niveau einer Erzählung, die ohne konkretes Ziel zu haben, quasi vor sich hingleitet. Dabei wird – für meinen Ge-schmack – wenig Spannung erzeugt. Die Protagonisten sind „normal“, wenig charismatisches, wenig einprägsames, allenfalls seltsame Schrullen wie das Trinken von Muttermilch des bereits aus dem Still-Alter entwachsenen „Milchmann“ Macon Dead. Positiv ist anzumerken, dass der Roman dem Leser eine Welt öffnet, die in westlicher Literatur nur sehr selten vorkommt: Gesellschaft und Kultur einer Gesellschaft, die vorwiegend von Menschen mit dunkler Hautfarbe geprägt ist. Probleme mit Apartheit, den ständigen Kollisionen zwischen Weißen und Schwarzen, dem tatsächlichen Leben der afro-amerikanischen Protagonisten. Insgesamt war ich nur mittelmäßig begeistert, es war an vielen Stellen quälend zu lesen, oft musste ich mich motivieren. Neugierig auf das Ende wurde ich nie, vielmehr habe ich das Buch gelesen, um es nicht ungelesen wieder wegzugeben... Schade.
  12. Cover des Buches Hitchcock (ISBN: 9783453437265)
    Stephen Rebello

    Hitchcock

     (6)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    1959 entwickelt der amerikanische Schriftsteller Robert Bloch (1917-1994) basierend auf den spärlichen Berichten über den nur etwas mehr als 60 km von ihm entfernt lebenden "Schlächter von Plainfield" Ed Gein (1906-1984)  den Hintergrund seiner Figur Norman Bates für seinen Roman "Psycho". Gein war 1957 festgenommen worden, als nachgewiesen werden konnte, dass er die Besitzerin eines Gemischtwarenladens umgebracht hatte. Als man seine Farm, die er allein bewirtschaftete, aufsuchte, fand man dort neben der geköpften Leiche der Frau noch unzählige andere Frauenköpfe, die zu Schalen und Schüsseln verarbeitet worden waren. Die Haut und Knochen von ausgegrabenen Leichen hatte Gein zu Lampenschirmen, Bezügen für Stühle oder Schnüren für Rollos verarbeitet. Er versuchte auch einen weiblichen Anzug aus menschlicher Haut zu entwerfen, damit er in diesen schlüpfen und zu seiner Mutter werden konnte... welche eine religiöse Fanatikerin war und die Gein bis zu ihrem Tod auf der einsamen Farm pflegte.

    Nach 46 Filmen und drei sehr erfolgreichen Staffeln seiner TV-Show "Alfred Hitchcock presents" wurde dem 59jährigen Regisseur langsam bewusst, dass die Gefahr der Wiederholungen bestand. Alle gängigen Genres hatte der Meister schon besucht. Was wäre nun ein Thema für den "Master of Suspense" und den letzten von fünf Filmen, für die er bei "Paramount Studios" unter Vertrag stand? Peggy Robertson, eine Frau aus dem inneren Kreis von Hitch, machte ihn auf den Horrorroman "Psycho" aufmerksam. Hitch erwarb sich inkognito um 9000 US-Dollar die Filmrechte... um danach von "Paramount" abgewiesen zu werden. Einen solchen Film könne man unmöglich produzieren. Das Studio verabscheute den Titel, den Inhalt... alles. Hitchcock schäumte kurz und schlug dann vor, den Film aus eigener Tasche zu finanzieren und auf dem Gelände der "Universal Studios", wo auch seine TV-Show produziert wurde, zu drehen. Paramount müsse nur den Verleih übernehmen...

    Der amerikanische Schriftsteller, Drehbuchschreiber und Journalist Stephen Rebello erzählt von dort weg akribisch und kurzweilig anhand von Aufzeichnungen Hitchcock's sowie den verschiedenen Presseabteilungen des Studios, Berichterstattungen und Interviews mit dem Regisseur, Darstellerinnen sowie Mitarbeiter*innen des Filmes von den Vorarbeiten, den Dreharbeiten, dem Schnitt, der Vertonung und von dem für diesen Film wohl wichtigsten Aspekt - dem Marketing! Das Ganze baut wie der Film selbst langsam eine eigene Spannung auf. Die zahlreichen falschen Fährten, die Hitchcock und die Filmcrew für die Presse legen... kein eigenes Screening für die Filmkritiker und ein rigoroses Verbot an alle Kinobesitzer, weder Kinobesucher nach Filmstart oder vor Filmende aus dem Kinosaal zu lassen. Raffinierte Trailer und der Aufruf, Besucher mögen Stillschweigen nach dem Verlassen des Kinos über den Inhalt bewahren, wirkten. Hitchcock ließ einen Großteil der Buchvorlage, aus der er nur sehr wenig für den Film selbst entnahm (wie so oft), aufkaufen... So mauserte sich der zuerst von der Kritik zerrissene Film zu einem Millionenseller. Weder Hitchcock noch das Studio konnten den nicht abreißenden Geldstrom fassen. Mit dem großen kommerziellen Erfolg des Films schwang sich Hitchcock zu einem der reichsten Regisseure auf (produziert hatte er "Psycho" um 3 Millionen US-Dollar mit seiner TV-Crew und strich nach den ersten Auswertungen 15 Millionen US-Dollar ein) und die Kritiker sahen den wohl erfolgreichsten Film dieses Mannes plötzlich als richtungsweisenden Film. 1992 wurde der Film als "kulturell, historisch und ästhetisch signifikant" eingestuft und zum Schutz und zur Erhaltung in die "National Film Registry" aufgenommen.

    So wunderschön zu lesen, wie Kino in jenen Tagen erlebt und begangen wurde. Kino war ein Gruppenerlebnis, ein Höhepunkt des Tages. Presse und Publikum hielten sich über den Inhalt bedeckt aber äußerten sich euphorisch über die Schockmomente und über die bravouröse Leistung des jungen Anthony Perkins. Eine perfekt mysteriös angelegte Werbekampagne schürte eine Stimmung, die Pulsraten und Ohnmachtsanfälle rapide steigen aber dafür die Verkäufe für Duschvorhänge dramatisch sinken ließ. Kein deppertes spoilern und keine großartige Vernichtung von magischen Kinomomenten wie es heute von ach soooo lässigen Plattformen hirnlos praktiziert wird. Selige Kinozeiten... doch auch 1960 begannen sich markante Veränderungen in der Gesellschaft und somit auch in der Erzählweise des Kinos abzuzeichnen.

    Dieses Buch liefert neben der Produktionsgeschichte auch etwas Einblick in das Leben des Meisterregisseurs. Er war selbst ein schwieriger Mensch, der stets mit Ängsten und Obsessionen zu kämpfen hatte. 

    Rebello's informatives Werk wurde 2012 mit Sir Anthony Hopkins als Alfred Hitchcock und Helen Mirren als seine Frau Alma sehr gekonnt verfilmt.

  13. Cover des Buches Jazz (ISBN: 9783644004702)
    Toni Morrison

    Jazz

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die afro-amerikanische Autorin Toni Morrison widmet sich in ihrem Roman "Jazz" dem Amerika der 20er Jahre, das gekennzeichnet ist durch Rassentrennung, Urbanisierung und einem neuen Lebensgefühl, entstanden durch die Mischung der Sklavenlieder mit moderner Instrumentalisierung, dem Jazz. Im Mittelpunkt der Handlung steht das Ehepaar Violet und Joe, das, vom Lande stammend, den Traum von Freiheit und Unabhängigkeit in der Stadt zu verwirklichen sucht. Schnell nimmt ihr Leben eine Wendung, die sie selbst sie nie für möglich gehalten hätten.
    Morrison gelingt es sprachgewaltig, das Lebensgefühl eines Jahrzehnts einzufangen und baut dabei, exemplarisch an den Protagonisten vollführt, die Geschichte der schwarzen Bevölkerung mit ein. Dabei erhebt sie nie den Zeigefinger, sondern bleibt immer der Handlung verpflichtet, die sich langsam, aber stetig entwirft und den Blick freigibt auf ein Amerika, das eigentlich überwunden schien, aber heute wieder sehr aktuell scheint. Eine Empfehlung für alle Freunde und Interessierte der amerikanischen Literatur!
  14. Cover des Buches Paradies (ISBN: 9783644002630)
    Toni Morrison

    Paradies

     (17)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Brasilien (ISBN: 9783644056619)
    John Updike

    Brasilien

     (11)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Tristao, ein schwarzer Junge aus den Slums trifft an der Copacabana die weisse aus der Oberschicht stammende Isabel. Sie verlieben sich und fliehen letzlich vor dem Vater Isabels, aber auch vor der Armut, sie wollen ein neues, eigenbestimmtes Leben beginnen.


    Was folgt ist eine abenteuerliche Flucht durch Brasilien, den Dschungel, sie werden Goldschürfer, werden von Indianern überfallen die ihre Kinder entführen. Tristao tötet später den vom Vater Isabels geschickten Verfolger und sie werden von einer fundamentalistischen Sekte "gerettet". Isabel flieht mit Hilfe einer Nebenbuhlerin des Sektenkönigs zu einem Schamanen und dieser bringt ein Wunder zustande: Isabel wird schwarz, Tristao weiss. Isabel hofft so dass Tristao den Status als Sklave welcher er in der Sekte innehat loswird und er als Weisser freikommt...


  16. Cover des Buches The Night Circus (ISBN: B01MQIP1KQ)
    Erin Morgenstern

    The Night Circus

     (104)
    Aktuelle Rezension von: _emilia_

    Eventuell Spoiler enthalten!!!

    Für mich war es anfangs schwer, den Inhalt und die Beziehungen der Charaktere zu erfassen. Hierbei muss man sagen, dass ich die englische Version gelesen habe und wirklich überfordert war, da ich vieles nicht verstanden habe. Deswegen kann ich teilweise nicht sagen, ob es am Buch oder an der für mich zu schwierigen englischen Sprache lag.

    Ich mochte den Zirkus von Anfang an, weil es zur Abwechslung mal etwas weniger typisch war und somit in Erinnerung bleibt. Der Schreibstil war toll, wobei die Einteilung der Kapitel gewöhnungsbedürftig war, da man schnell den Überblick verloren hat. Einzelne Charaktere gefielen mir sehr, vor allem Bailey und Poppet fand ich süß. Von der angekündigten Liebesgeschichte von Celia und Marco war ich enttäuscht, da sie für mich unglaubwürdig wirkte und zu wenig thematisiert wurde. Auch der Wettkampf war einfach sinnlos, meiner Meinung nach. Da habe ich mir einfach etwas ganz anderes vorgestellt. Als spannend kann ich das Buch nicht bezeichnen, es war eher interessant. Zwischendurch war ich ziemlich gelangweilt und war am Ende dann froh, fertig zu sein.

    Fazit: Das Setting des Buches ist magisch und besonders und die Idee ist sehr besonders. Doch durch die langatmigen bzw. langweiligen Stellen und die für mich eher mittelmäßige Liebesgeschichte, würde ich dieses Buch eher nicht empfehlen. Für mich fehlte die Spannung. Trotz allem natürlich kein schlechtes Buch.

  17. Cover des Buches Julys Leute (ISBN: 9783100270191)
    Nadine Gordimer

    Julys Leute

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Beagle
    Die Handlung spielt während den Freiheitskämpfen der Schwarzen in Johannesburg bei denen die weiße Familie Small mit ihrem Hausangestellten July in die Wildnis flüchtet und für die somit ein völlig neues Leben, ein bisher unbekanntes beginnt. Ständige Angst vor Übergriffen und das Sein in Armut fernab der Zivilisation, gänzlich ohne technische Hilfsmittel - durchaus eine interessante Geschichte, ein spannendes, politisches Thema. Aber meiner Meinung nach nicht spannend umgesetzt, es plätschert so dahin, erzählt ohne Pfiff. Das hätte man besser machen können. Dennoch lesenswert für den, der sich für die Rassenunruhen in Südafrika interessiert.
  18. Cover des Buches Köln Vertikal (ISBN: 9783897054752)
    Björn-Eric Kohnen

    Köln Vertikal

     (1)
    Aktuelle Rezension von: datjulchen
    Hab meine Stadt kaum wiedererkannt
  19. Cover des Buches Die Heilige Krankheit (ISBN: 9783037310229)
    David B.

    Die Heilige Krankheit

     (4)
    Aktuelle Rezension von: DeepThought

    Erstveröffentlichung: 1999-2003
    Rezension basiert auf der Übersetzung von Kai Wilksen für den Edition Moderne Verlag, 2007

    Inhalt


    1970: Pierre-François nennt sich mittlerweile David. Er beginnt, sich für phantastische Literatur zu interessieren und eigene Geschichten zu schreiben. Auch seine Eltern sind weiterhin von der Welt der Symbole und der Mystik fasziniert; vor allem die Mutter sieht hierin eine Möglichkeit, die Krankheit von Jean-Christophe, dem Bruder Davids, besiegen zu können. Dieser lebt in einem Behindertenzentrum und besucht die Familie nur noch in den Ferien. Die Beziehung zu der Familie verschlechtert sich immer mehr, bis es zu gewalttätigen Ausbrüchen kommt und Jean-Christophe als Gefahr für die Familienmitglieder erscheint.

    Schließlich ziehen die Brüder beide nach Paris: Während Jean-Christophe in einem Behindertenzentrum lebt, beginnt David eine Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung. Ihm wird bewusst, dass er die Belastungen in Zusammenhang mit der Krankheit seines Bruders nicht bewältigen konnte und er deshalb selber psychische Probleme hat. Erst der Kontakt mit einem anderen Epilepsieerkrankten, dessen Leben nicht von der Krankheit dominiert wird, ermöglicht David, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen.

    Am Ende findet er auch beruflich Bestätigung und Anerkennung, als ihm ermöglicht wird, eigene Geschichten zu zeichnen, die zum Teil auf seinen Träumen basieren.

    Beschreibung

    Wurden im ersten Teil viele Seiten von asiatisch inspirierten Motiven inspiriert, die die Krankheit Epilepsie und die Behandlungsmethoden darstellen sollten, tritt diese symbolhafte Gestaltung in der Fortsetzung deutlich zurück. Nunmehr greift David auf einige Figuren zurück, die er aus Fantasie-Romanen entnimmt. Aufgrund seines Reifeprozesses benötigt er sie aber immer weniger.
    Stattdessen bildet der Autor einige Träume ab, die er aufgeschrieben hat und die seine Verlorenheit widerspiegeln.

    Anmerkungen


    In seiner Zeit an der Hochschule fasste David B. den Beschluss, eine Geschichte über die Epilepsie seines Bruders zu zeichnen. Veröffentlicht wurde der erste Teil, als er 40 Jahre alt war.

    Fazit

    Auch in diesem Teil gelingen dem Autor beklemmende Schilderungen. Dies bezieht sich sowohl auf den Krankheitsverlauf des Bruders und dessen destruktiven Umgang mit der Epilepsie als auch auf die Auswirkungen für die Familie. Daneben beschreibt der vorliegende, abschließende Band eindringlich das Erwachsenwerden und den Reifeprozess des jungen Mannes, der seine eigenen Dämonen erkennen und bekämpfen muss und schließlich auch künstlerisch seine eigene Stimmung findet. Ob die Abbildung seiner Träume den Handlungsfluss eher stören oder eine interessante Ergänzung sind, welche die psychologische Entwicklung David B.s spiegeln, muss die einzelne Leserin bzw. der einzelne Leser selbst bestimmen.

  20. Cover des Buches Schwarz-Weiß-Fotos im Fokus (ISBN: 9783527760169)
    Harold Davis

    Schwarz-Weiß-Fotos im Fokus

     (2)
    Aktuelle Rezension von: sab-mz
    Harold Davis ist Profifotograf und er hat auch schon mehrere Bücher zur Fotografie geschrieben.

    Da ich immer mal wieder mit Schwarz-Weiß-Fotos experimentiere, hat mich dieses Buch interessiert.
    Ich habe es in 3 Tagen gelesen, da ich es kaum weglegen konnte.
    Der Autor hat das Thema ganz systematisch aufgebaut, er springt nicht hin und her, wie es in anderen Büchern auch schon mal der Fall ist.

    Zunächst lässt Harold Davis den Leser teilhaben an seinen sehr inspierenden Gedanken zum Thema Schwarz-Weiß-Fotografie. Man muss als Fotograf quasi gleich in schwarz-weiß denken, wenn man ein reines sw-Foto plant.
    Im digitalen Zeitalter geht es aber auch umgekehrt, einfach bei einem Foto das einen nicht 100%ig zufriedenstellt mal sw ausprobieren.
    Zu all dem motiviert der Autor.

    Er verdeutlicht seine Gedanken mit tollen Fotos, die perfekt mit Textanmerkungen versehen sind, angefangen meist mit der Idee, die dahinter steht, der Location, grundsätzlich mit der Brennweite, der Belichtungszeit, der Blende , der ISO-Zahl und falls verwendet mit dem Zusatz Stativ.
    Mich hat Harold Davis motiviert in ganz anderen Belichtungsbereichen zu arbeiten. Z.B. f/51, daran würde ichnie denken, aber es macht ab und an Sinn, wenn man sich seine Beispiele genau anschaut.

    Die Kompostion des Bildes ist auch ein ganz wichtiges Thema und wird sehr gut verdeutlicht.

    Einen besonders grossen Raum nimmt im Buch das Thema "Schwarz-Weiß-Fotografie im Zeitalter der digitalen Fotografie" ein.
    Da wird ein Salatblatt zum Kunstwerk, es ist faszinierend mit welche einfachen Gegenständen man tolle Fotos machen kann.

    Mir hat das Buch Mut gemacht, mit meinen Fotos jetzt mal zu experimentieren im sw-Bereich.
    Der Autor nimmt den Leser quasi an die Hand bei der Bildbearbeitung, sei es in Lightroom oder Photoshop.
    Es werden auch Zusatzprogramme vorgestellt mit denen er arbeitet und die mit beiden Programmen funktionieren.

    Auch das Thema kreative Fotografie wird beleuchtet.
    Selten habe ich ein Buch, das gar nicht so dick ist, mit soviel Inhalt gelesen zu dem Thema.

    Mein Fazit: Das Buch ist einfach toll für alle Fotobegeisterte, die sich dem Thema Schwarz-Weiß-Fotografie nähern wollen oder es vertiefen wollen.
  21. Cover des Buches Die heilige Krankheit (ISBN: 9783037310076)
    David B

    Die heilige Krankheit

     (4)
    Aktuelle Rezension von: DeepThought
    Erstveröffentlichung: 1996-1998
    Rezension basiert auf der Übersetzung von Kai Wilksen für den Edition Moderne Verlag, 2007

    Inhalt

    Pierre-François, sein zwei Jahre älterer Bruder Jean-Christophe und ihre kleine Schwester Florence wachsen in den 60er Jahren im französischen Orléans auf. Pierre-François ist ein fantasiebegabtes Kind, das durch die Erzählungen seiner Eltern eine Vorliebe für blutrünstige Schlachtenbilder entwickelt, die er regelmäßig niederzeichnet. Als im Alter von 7 Jahren bei Jean-Christophe Epilepsie diagnostiziert wird, bildet dies den Ausgangspunkt für die verschiedensten Erfahrungen sowohl mit Vertretern der Schulmedizin als auch der Alternativmedizin. Vor allem von der Makrobiotik verspricht sich die Familie eine Besserung der Krankheit, sodass sie sich ganz dieser Lebensweise unterwirft und auch zeitweise in Kommunen lebt, in der diese praktiziert wird. Tatsächlich gehen die Anfälle zurück und bleiben irgendwann aus, sodass Jean-Christophe vorübergehend als geheilt gilt. Dennoch beschließen die Eltern in Anbetracht der offenen Ablehnung durch die Nachbarn umzuziehen. Die Familie lebt fortan auf einem abgeschiedenen Grundstück außerhalb der Stadt, wodurch sie sich sozial isoliert. Die Behandlung schlägt jedoch fehl, und auch in den Menschen in den Kommunen reagieren auf die Epilepsie mit Unverständnis, sodass die Familie diese verlässt. Schließlich sehen sich die Eltern gezwungen, Jean-Christophe in ein Zentrum zu geben, sodass er, so rückblickende Sichtweise Pierre-François`, fortan zu einem Leben als Behinderter verurteilt ist. 

    Die negativen Erfahrungen mit Ärzten und Psychologen im Zusammenhang mit der Behandlung der Epilepsie hatten, bleiben nicht ohne Wirkung bei dem Rest der Familie. Als die Mutter versucht, den Tod ihres Vaters zu überwinden, wendet sie sich an Esoteriker, Astrologen, an eine Hellseherin und Magnetiseurin sowie Mitglieder der Schwedenborgianischen Kirche. All diese Einflüsse stürzen die Familie und alle ihre Mitglieder in eine tiefe Krise.
    Daneben treten Episoden aus dem Leben der Großelterngeneration, sodass sich das Bild einer Familie ergibt, die sich in einem permanenten Kampf mit sich selbst und der Umwelt befindet.

    Beschreibungen


    David B. schafft bereits durch die durchgehende schwarz-weiße Farbgestaltung düstere und bedrohliche Bilder, die eher an der Erzeugung von Stimmungen als an der Wiedergabe der Realität interessiert sind.

    Die Zeichnungen rücken die tatsächlichen Geschehnisse und auftretenden Personen häufig zugunsten symbolhafter Elemente an den Rand. Es wird eine Welt geschildert, wie sie sich der Pierre-Francois im Handlungszeitraum von 1964 bis 1970 im Alter von 5 bis 11 Jahren imaginiert. Er erschafft sich Geisterfreunde, stellt sich die Krieger seiner Geschichten vor und später seinen toten Großvater.
    Zentrales Wiederkehrendes Motiv ist eine drachenähnliche Kreatur, welches die Epilepsie versinnbildlicht und quasi ein weiteres Familienmitglied wird. Medizinischen Erklärungen, Philosophien und historischen Zusammenhänge werden ebenfalls visualisiert.

    Anmerkungen

    Pierre-François Beauchard lautet der wahre Vorname des Autors, der sich für seine Comic-Karriere das Pseudonym David B. zulegte und der hier eine autobiographische Geschichte vorgelegt hat. Es kommt auch immer wieder zu Brechungen der Erzählung, als etwa seine Mutter an einer Stelle der Handlung die Darstellung der Familiengeschichte unterbricht, da sie nicht möchte, dass ihre Mutter auf eine bestimmte Weise dargestellt wird. Allerdings zeichnet David B. das entsprechende Gespräch, sodass der Leser erfährt, was die Mutter nicht veröffentlicht haben möchte.

    Der Titel dieser zweiteiligen Graphic Novel verweist auf eine Bezeichnung, die Hippokrates der Epilepsie in seiner Schrift "Über die heilige Krankheit“ gab.

    "Geister“ wird mit "Schatten“ fortgesetzt.

    Der Band enthält ein gemeinsames Nachwort des damaligen Präsidenten der Schweizerischen Liga gegen Epilepsie sowie des damaligen Ersten Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (2006), daneben eine Liste von Epilepsie-Organisationen im deutschsprachigen Raum samt Kontaktadressen.

    Fazit

    David B. gelingt es, das Thema Epilepsie für Außenstehende sinnlich erfahrbar zu machen. Gerade durch die ungewohnte Ästhetik wird diese Erkrankung, aber auch das Leben mit anderen, das Leben bestimmenden Erkrankungen überhaupt, verständlich, da sie letztlich wie ein eigenständiger Teil des Lebens wirkt. Darüber hinaus schildert er eindrücklich die psychologischen Folgen, die Erkrankungen auf die Betroffenen und Nahestehende haben.

    Allerdings setzen das unbequeme Thema und die starke symbolhafte Gestaltung, die sich nicht immer erschließt, auch die Bereitschaft voraus, sich hierauf einzulassen. Auch wird der Lesefluss durch diverse Exkurse wie etwa den verschiedenen erklärenden Erläuterungen, mitunter gehemmt. Allerdings entsteht so auch ein eindrückliches, erhellendes Zeitporträt, sodass hierin zugleich eine besondere Stärke liegen kann. Für aufmerksame Leser ist dies sicher ein Werk, dass lange nachwirkt.
  22. Cover des Buches Denn alle Lust will Ewigkeit (ISBN: 9783896600684)
    Isolde Ohlbaum

    Denn alle Lust will Ewigkeit

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die Fotografin Isolde Ohlbaum ist vor allem für ihre nachdenklichen Portraits und Momentaufnahmen bekannt. Eine Auswahl ihrer Friedhofsfotografien sind in diesem Büchlein vereint mit Gedichten, pro Doppelseite steht ein steinernes Monument der Vergänglichkeit lyrischen Zeilen (mit mehr oder weniger nachdenklichem Charakter) bekannter Verfasser gegenüber.

    Eine schöne Idee und sicher auch eine gute Möglichkeit, ein wenig "Alltagsmeditation" zu betreiben, indem man sich auf die Fotografien einlässt oder sich von den Gedichtzeilen treiben lässt.
    Leider waren mir die Fotografien aus diesem Band von der Optik her irgendwie zu klar und steril, zudem konnte ich keine Verbindung zu den meisten der Gedichten herstellen - und wenn ich mich in ein Gedicht hineinfühlen konnte, dann hat das Bild, das mich auf der anderen Seite erwartete, kaum zum Gedicht gepasst; von den Bildern, die beim Lesen in meinen Gedanken entstanden sind, ganz zu schweigen.
    Allerdings mag das auf andere Betrachter eine ganz andere Wirkung haben und für viele vielleicht auch stimmiger erscheinen, als es bei mir der Fall war.

    Wer die Ästhetik steinerner Friedhofsstatuen mag und sich noch dazu an Gedichten erfreuen kann, darf ruhig einmal einen Blick riskieren in "Denn alle Lust will Ewigkeit".
  23. Cover des Buches Katzen (ISBN: 9783725412662)
    Isolde Ohlbaum

    Katzen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: kfir
    Ein wunderschöner Bildband mit Hauskatzen. Die Bilder bestechen durch ihre Einfachheit, weil sie eben nicht wie beispielsweise bei Whiskas durchgestylt, inszeniert und retouchiert sind. Sie zeigen die Katzen in ihrer nur ihr eigenen Anmut, Grazie, Lässigkeit, Komik und bisweilen Missachtung des Fotografen. Dennoch verstehen es sehr viele der Katzen scheinbar ganz gekonnt mit der Kamera zu flirten. Sehr schön ist auch, dass eben keine "Modells" zum Einsatz kommen, vielmehr sind es die ganz normalen Stubentiger und Streuner aus der Nachbarschaft in ihrer gewohnten Umgebung, im Garten, auf der Strasse, auf der Couch. Das alles wird garniert mit dazu passenden Gedanken und kurzen Gedichten mehr oder weniger bekannter Dichter und Schriftsteller zu ihren Lieblingstieren, den Katzen. Einfach nur lieb!
  24. Cover des Buches Pennerklatschen (ISBN: 9783929497939)
    Andrew H. Vachss

    Pennerklatschen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Eine Graphic novel, die frösteln macht: Nach dem Terror habe sich große Teile der Gesellschaft in die unterirdischen Tunnelsysteme zurückgezogen, wo sich verschiedene Banden bildeten, die in verschiedenen Tunnelabschnitten herrschen, so zB die Game boys oder die Dancing girls in ihren Sextunneln (!). Durch Zufall wird Rajah, damals Anführer der Game boys, weil er die meisten Abzeichen hat, von einem Obdachlosen angerempelt und mit Rotwein befleckt. Als der Wohungslose daraufhin einfach so "abgeballert" wird, kommt das einem Videospiel gleich, so einfach geht das! Bald breitet sich "Pennermord" wie eine Seuche aus, weil jeder sich hervortun will und dafür typische Abzeichen gewinnen will. Als Beweis für das grausame Abschlachten gelten bald abgeschnittene Ohren, die man an einer Kette um den Hals trägt....Erinnert frappierend an "Uhrwerk Orange" oder den "Herrn der Fliegen", ich möchte eine verfilmung anregen (von Tarantino?).

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