Bücher mit dem Tag "schweinezucht"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schweinezucht" gekennzeichnet haben.

15 Bücher

  1. Cover des Buches Tiere essen (ISBN: 9783596512850)
    Jonathan Safran Foer

    Tiere essen

     (518)
    Aktuelle Rezension von: Natascha_W

    Warum essen wir Tiere? Und wie kommt das Fleisch eigentlich in die Geschäfte? Welche Wege geht es, bis es im Laden zum Verkauf steht?
    Im Buch wird alles rund um das Thema Tiere mästen und schlachten besprochen.

    Viele Informationen waren mir vor dem Buch schon bewusst, all zu gerne verdrängt man diese aber. Einige Situationen hatte ich mir nie so schlimm ausgemalt, wie sie im Buch geschildert werden. Vor allem war ich schockiert darüber, dass auch auf die Sicht der Angestellten im Schlachtbetrieb eingegangen wird und ich teilweise nachvollziehen konnte, wieso man da drin gaga wird und die Tiere noch schlechter behandelt, als es eh schon Standard ist. 

    Das Thema wird rundum beleuchtet und sachlich wiedergegeben, was gesehen und gehört wurde. Wem schnell schlecht wird, der sollte sich viel Zeit beim Lesen nehmen - einige Stellen im Buch sind wirklich grenzwertig! Aber es ist nunmal die Realität und ich wünsche mir, dass öfter hin- anstatt weggeschaut wird! Ein veganer Lebensstil ist die einzige Möglichkeit das Leid der Tiere in den Griff zu bekommen.

  2. Cover des Buches Die Hauptstadt (ISBN: 9783518469200)
    Robert Menasse

    Die Hauptstadt

     (152)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Der österreichische Autor Robert Menasse ist ein glühender Verfechter der europäischen Idee. Er glaubt allerdings nicht an Europa als Nationalstaatenbund, sondern an das Konzept der Europäischen Republik. Seiner Meinung nach muss das langfristige Ziel der Europäischen Union sein, Nationen zu überwinden, Grenzen aufzulösen und gemeinsame demokratische Politik zu betreiben, weil nationaler Egoismus die EU in jeglicher Hinsicht beschneidet. Seine Kritik richtet sich demnach gegen den Europäischen Rat, während er Institutionen wie die Europäische Kommission, die tatsächlich europäische Interessen vertritt, als legitim und positiv betrachtet. Diese recht radikale Einstellung ist mehr als das Produkt halbgarer Stammtischdiskussionen. Menasse lebte einige Zeit in Brüssel und recherchierte vor Ort, wie die EU arbeitet und funktioniert, denn es wurmte ihn, dass er nicht verstand, wie Entscheidungen gefällt werden, die sein Leben direkt beeinflussen und lenken. Dort entwickelte er die Idee für „Die Hauptstadt“, der weltweit erste Roman über die Europäische Kommission, der von der Fachpresse gefeiert wurde und 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt.

    Ein Schwein geht um in Brüssel. Ein lebendiges Schwein, das durch die Straßen läuft und Brüsseler_innen wie Medien in Aufruhr versetzt. In den Korridoren der EU geht hingegen eine Idee um. Der 50. Geburtstag der Europäischen Kommission steht bevor. Müsste man feiern. Sollte man auch, für ihr Image, meint Fenia Xenopoulou, Leiterin der Direktion C (Kommunikation) der Generaldirektion Kultur und Bildung. Auschwitz als Geburtsort des europäischen Einheitsgedankens in den Mittelpunkt stellen? Warum nicht. Überlebende müssen her, Überlebende, die sich noch erinnern und Zeugnis ablegen können. Überlebende wie David de Vriend, der in einem Altersheim auf den Tod wartet, dem er vor so langer Zeit in einem Zug nach Auschwitz von der Schippe sprang. Nur möchte er lieber vergessen als zu erinnern. Kommissar Émile Brunfaut wurde indes aufgetragen, zu vergessen. Ihm wurde ein mysteriöser Mordfall in einem Brüsseler Hotel entzogen. Anweisung von oben, politische Gründe. Welche, weiß Brunfaut nicht. Er ermittelt auf eigene Faust weiter und deckt höchst schockierende Verbindungen auf. Schockieren wird auch der emeritierte Volkswirtschaftler Alois Erhart. Er wird den Grünschnäbeln des Think Tanks der Europäischen Kommission zeigen, wie radikal Europa gedacht werden muss. Und das Schwein? Das braucht einen Namen.

    „Die Hauptstadt“ begegnete mir zuerst auf dem Wohnzimmertisch meiner Eltern. Damals war das Buch die aktuelle Lektüre meines Vaters und als ich ihn danach fragte, weckten seine Schilderungen schnell mein Interesse. Doch ich war auch eingeschüchtert. Ein Buch über die Europäische Kommission? Konnte ich das überhaupt lesen? Oder reichte mein Wissen über europäische Politik nicht aus, um zu verstehen, was Robert Menasse zu sagen hatte? Mein Vater beschwichtigte mich und gab sich zuversichtlich, dass ich dem Roman gewachsen sein würde. Ich bin froh, dass ich seinem Urteil vertraute. „Die Hauptstadt“ setzt nicht allzu viel Vorwissen voraus; es reicht völlig, wenn man eine ungefähre Vorstellung davon hat, aus welchen Institutionen die Europäische Union besteht und welche Aufgaben sie erfüllen. Feinheiten, Zusammenhänge und Abhängigkeiten erläutert Robert Menasse gewissenhaft, ohne die Geschichte, die er erzählt, jemals zu einer Lehrstunde verkommen zu lassen. Er verliert nie aus den Augen, dass ein Roman an erster Stelle unterhalten soll und verflechtet Erklärungen geschickt mit dem Erleben seiner Figuren.

    Dadurch erkennen Leser_innen auch mit wenig Hintergrundwissen, dass der Einheitsgedanke, mit dem die Europäische Union einst gegründet wurde, heute beinahe in Vergessenheit geriet, die Mitgliedsstaaten nicht an einem Strang ziehen und alle Hindernisse in der Gestaltung europäischer Politik systemischer Natur sind. So mutiert die Organisation einer harmlosen Jubiläumsfeier zum 50. Geburtstag der Europäischen Kommission zum Kraftakt, weil einfach jedes Projekt von nationalen Interessen torpediert und zu Tode verhandelt wird. Daher wunderte es mich nicht, dass Idealismus in Brüssel nicht überleben kann. Die EU ist ein Ort, an dem Ideale, Hoffnungen und Träume mit jedem neuen Kompromiss ausgehöhlt werden. Dies veranschaulicht Menasse in „Die Hauptstadt“ durch die exemplarische Zusammenstellung seiner Figuren, die in diesem System in allen Ebenen und Institutionen arbeiten. Er zeigt, wie sie alle von der schwerfälligen, undurchsichtigen und frustrierenden Realität europäischer Bürokratie betroffen sind und jeweils mit ihr umgehen.

    Die sensible Balance zwischen Nähe und Distanz, die Menasse dabei herstellt, faszinierte mich. Nach jedem der zahlreichen Perspektivwechsel tauchte ich langsam in den banal wirkenden Gedankenstrom einer Figur ein, der Stück für Stück Fahrt aufnahm und immer tiefer, immer signifikanter wurde. Ich gebe zu, für mich war diese Erzählweise zuerst gewöhnungsbedürftig, ich konnte mich ihrem hypnotischen Sog jedoch nicht entziehen und fühlte mich mitgerissen. Dennoch lässt Menasse niemals zu, dass seine Leser_innen von einem Blickwinkel vereinnahmt werden, indem er sie Querverbindungen sehen lässt, die die Figuren nicht wahrnehmen. Ich hatte den Eindruck, das Gesamtbild aus der Vogelperspektive zu betrachten, ohne meine Verbundenheit zu den Figuren opfern zu müssen. Das Maß an Kontrolle, das Menasse demnach auf seine Handlung ausübt, ist beeindruckend. Scheinbare Zufälle, Kreuzwege und Symboliken setzt er bewusst ein, um bestimmte Aspekte zu verdeutlichen. Nichts in „Die Hauptstadt“ geschieht grundlos. Folglich ist nicht einmal das Schwein, das herrenlos in Brüssel herumläuft und beinahe wie ein Phantom wirkt, eine willkürliche Ergänzung. Es ist eine gezielte Metapher, die sich sowohl auf die gesamte Geschichte als auch auf ihre Einzelteile anwenden lässt. Menasse selbst sprach in diesem Zusammenhang über das Spektrum zwischen „Glücksschwein“ und „Dreckssau“, meiner Meinung nach ist die passendste Assoziation jedoch die der Sau, die durchs Dorf getrieben wird – und wir wissen ja, wie lange diese Aufmerksamkeit generiert: Bis die nächste gefunden ist.

    Schriftstellerisch ist „Die Hauptstadt“ genial. Robert Menasse ist ein hervorragender Autor, der ein bemerkenswertes Gespür für Subtilitäten und Zwischentöne besitzt. Er ist sich der Wirkung von Details allzeit bewusst und schreckt nicht davor zurück, diese unkommentiert zu lassen. Vieles erscheint in diesem Buch absurd und ich bin überzeugt, dass Menasse diese Absurditäten, die am gesunden Menschenverstand des europäischen Verwaltungsapparates zweifeln lassen, gezielt betonte. Ja, „Die Hauptstadt“ vermittelt Humor– doch es ist Galgenhumor, resigniert und fast bitter. Deshalb empfand ich den Roman emotional als schwer verdaulich. Die Lektüre war sehr desillusionierend, trotz all der radikalen, revolutionären und wunderschönen Ideen für Europa, die Menasse präsentiert. Es macht mich unsagbar traurig, dass das Potential der Europäischen Union ungenutzt bleibt und wir nicht daran arbeiten, das Konzept von Nationalitäten zu überwinden, um als wahrhaft geeintes Europa zu wachsen und die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Europa ist untrennbar mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden und wird es immer sein. Sollte der Anspruch gelebter Erinnerungskultur nicht bedeuten, dass wir versuchen, das Problem an der Wurzel zu lösen und nationale Interessen hinter europäischen Interessen zurückzustellen?

    Die Idee, innereuropäische Grenzen aufzulösen, Staaten abzuschaffen und eine echte europäische Identität für alle Bürger_innen aufzubauen, wirkt auf den ersten Blick heftig, meiner Meinung nach liegen die Vorteile jedoch auf der Hand. Wir würden nicht mehr von Brüssel aus „fremdregiert“, denn wir würden unsere politischen Vertreter_innen in der EU wählen, wie wir jetzt nationale Politiker_innen wählen. Würde der Kontinent Europa als Ganzes begriffen werden, stünde der Weg frei für einheitliche Politik. Ich denke da vor allem an die Ressorts Wirtschaft, Bildung und Außenpolitik. Selbstverständlich ist so ein extremer Schritt kein Garant dafür, dass tatsächlich Einigkeit entsteht. Aber ich glaube, der aktuelle Zustand der EU belegt, dass wir diese Einigkeit unter den herrschenden Bedingungen nie erreichen werden. Der politische Rechtsruck in vielen europäischen Ländern ist ein eindeutiges Signal dafür, dass wir genau jetzt versagen. Um überhaupt eine Chance zu haben, müssen wir mutig sein, umdenken und einen klaren Cut wagen, um anschließend unter neuen Voraussetzungen zusammenzuarbeiten.

    Leider wird das wohl nicht passieren. Auch das vermittelt „Die Hauptstadt“. Robert Menasse mag von einem vereinten Europa träumen, er mag dafür kämpfen, optimistisch gibt er sich allerdings nicht. Wie könnte er auch, nachdem er in Brüssel hautnah erlebte, wie sich die Europäische Union Tag für Tag selbst ausbremst? Sein Roman konnte wahrscheinlich gar nicht mit einer hoffnungsvollen Note enden. Stattdessen transportiert er am Schluss die düstere Prophezeiung, dass es immer so weitergehen und sich niemals Einsicht in den grundlegenden Änderungsbedarf entwickeln wird. Zumindest habe ich es so empfunden. „Die Hauptstadt“ ist kein Hoffnungsschimmer. Es ist eine Bestandsaufnahme, die zeigt, was die EU sein sollte – und was sie in Wahrheit ist.

  3. Cover des Buches Méto - Das Haus (ISBN: 9783423625142)
    Yves Grevet

    Méto - Das Haus

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Si-Ne
    Fazit:

    Ich finde der Autor schreibt wirklich interessante Bücher, die mich zum Nachdenken anregen. Das Haus und seine Regeln sind eine Sache. Es hat mich aber nicht ganz packen können, daher fand ich es nur ganz okay. Ich werde wohl auch nicht weiterlesen.

    Bewertung:

    Das ist der erste Band der Reihe.

    Es geht hier um Méto und das Haus, genau wie der Titel des Buches.

    Das Haus ist eine komische Einrichtung mit vielen Regeln, die so gar keinen Sinn machen. Zum Beispiel gibt es eine Regel, die besagt, dass zwischen jedem Bissen 50 Sekunden sind.
    Außerdem sind in diesem Haus nur Kinder untergebracht, keiner weiß, wie es weiter geht. Alles ist sehr geheimnisvoll und auf Regeln und Strafen aufgebaut. Ich erfahre auch nicht wirklich was über das System und was es außer dem Haus noch gibt. Ich denke, das wird in Teil fortgesetzt.

    Méto ist schon längerem Haus und kennt daher die Regeln und befolgt diese. Alle Figuren auch Méto wirken etwas farblos. Ich denke, dass es auch so gedacht ist. Denn keiner hat Erinnerungen vor dem Haus und alle müssen diesen komischen Regeln folgen. Alle sind in gewisser Weise gleich.
  4. Cover des Buches Pest und Cholera (ISBN: B072L7KF5X)
    Isabel Aigen

    Pest und Cholera

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Ladybella911

    Eigentlich sind sie ein normales, glückliches Ehepaar, Saskia und Sebastian, mit zwei reizenden Kindern – wenn da nur nicht Sebastians Beruf wäre, der die gemeinsamen Unternehmungen mit der Familie immer wieder stört und Sebastian ein permanent schlechtes Gewissen beschert.


    Er und sein Kollege Henrik sind Kommissare bei der Kripo Husum. Und da der örtliche Tierarzt grausam ermordet – ja fast hingerichtet aufgefunden wurde, muss schnellstens mit den Ermittlungen begonnen werden, zumal im weiteren Verlauf auch die verschwundene Pharmavertreterin für Tiermedikamente tot aufgefunden wird.

    Was steckt hinter diesen Morden und wer ist der Täter, der mit einer Schweinemaske mordet, eine Anspielung auf die Auseinandersetzungen zwischen der Touristikbranche als Gegner der Massentierhaltung in sogenannten Zuchtfabriken?


    Ein sehr aktuelles Thema, welches die Autorin in einen spannenden Kriminalfall umgesetzt hat, und dies auch sehr gelungen. Die Sprache ist kompromisslos, manchmal etwas überspitzt aber durchaus leicht und flüssig. Die Spannung bleibt dem Leser bis zum Ende erhalten und das Thema Antibiotika auch für Tiere ist hochaktuell und in diesem Umfeld sehr brisant.

    Die Autorin beschränkt sich nicht nur auf die Emittlungsarbeit, auch Privates

    findet gekonnt seinen Platz.

    Ein Auftakt zu einer Reihe, der Lust auf mehr macht, vielleicht mit einer etwas feiner geschliffenen Sprache.


    Ich war mit diesem Kriminallfall bestens unterhalten, und bekam auch viele Informationen zu diesem Thema, welche ich in dieser Ausführlichkeit nicht kannte.


    Auf jeden Fall empfehlenswert und: Weiter so!!

  5. Cover des Buches Emmas Glück (ISBN: 9783442463039)
    Claudia Schreiber

    Emmas Glück

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


     Das nenne ich mal entspannende, leichte Lektüre für zwischendurch. In letzter Zeit habe ich so viele Bücher mit schweren Themen gelesen, da war dieses hier direkt eine Wohltat. Ein wunderbares Setting auf einem Bauernhof im Nirgendwo, schön verschrobene Charaktere, Wissenswertes über Schweine und Hühner, viele Schmunzelmomente und sogar ein bisschen Tiefgang. Ich bin total happy, dieses Buch gelesen zu haben.              
  6. Cover des Buches Hitzewelle (ISBN: 9783442715718)
    Anne B. Ragde

    Hitzewelle

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Gudrun67
    Dies ist der 3. Band der "Lügenhaus-Serie".

    Der erste Band lautet "Das Lügenhaus", der 2. Band "Einsiedlerkrebse" und der 4. Band "Sonntags in Trondheim".

    Habe mich zuerst für dieses Buch aufgrund des witzigen Covers interessiert. Da wollte ich mir doch gleich die Beschreibung und die Leseprobe durchlesen und die haben mich dann neugierig gemacht. Also, nochmal zurück zum Cover. Die Farben sind total stimmig und fallen gleich ins Auge. Die Abbildungen lassen auf humorvollen Inhalt schließen.



    Der Schreibstil ist ganz okay und lässt sich flüssig lesen. Jedoch stören die ständigen Erläuterungen zu bereits genannten Emotionen. Dies führt dazu, dass man das Buch sehr oberflächlich liest, weil man ja nicht andauernd Wiederholungen haben will. Hier hatte ich den Eindruck, als sollten Seiten gefüllt werden. Schade.



    Die Darstellung der Charaktere ist an sich gut, jedoch wird vieles überspitzt, was zwar ab und an witzig ist, allerdings ist hier zu viel des Guten davon und das wirkt dann eher gegenteilig und erzwungen. Mit charmantem Humor hat das für mich nichts mehr zu tun.



    Die Idee der Geschichte finde ich okay, denn ansonsten hätte ich mich nach der Leseprobe nicht dafür interessiert. Jedoch wird alles so in die Länge gezogen, der Witz flacht durch bereits genannte Gründe ab, so dass ich mich eher durch´s Buch quälen musste.



    Mein Fazit: meine Erwartung aufgrund des Covers und der Leseprobe war hoch - diese wurde leider durch überspitzten Humor und Wiederholungen enttäuscht
  7. Cover des Buches Das Lügenhaus (ISBN: 9783442715701)
    Anne B. Ragde

    Das Lügenhaus

     (152)
    Aktuelle Rezension von: Iris_Hell

    Trondheim, Norwegen, in der Gegenwart. Die Bäuerin Anna stirbt kurz vor Weihnachten an den Folgen eines Schlaganfalls. Nach Jahren der familiären Funkstille versammeln sich die Hinterbliebenen – drei Söhne, der Witwer und ein Überraschungsgast – auf dem zwischenzeitlich heruntergewirtschafteten Anwesen.

    Unterschiedlicher könnten die Brüder nicht sein: Ein Schweinezüchter, ein Bestatter und ein schwuler Schaufensterdekorateur. Eine spannende Mischung?

    Der Älteste, ein Junggeselle Anfang fünfzig, bevorzugt seit Jahren die Gegenwart seiner Zuchtsäue samt Ferkel jeglicher menschlicher Gesellschaft.

    Der Mittvierziger, ein verschrobener, einzelgängerischer Bestatter, steckt eventuell vorhandene Empathie voll und ganz in den Beruf, wenn es darum geht, den Familien der Verstorbenen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.

    Und der Jüngste? Bietet ein komplettes Kontrastprogramm zu seinen älteren Brüdern. Vor zwei Jahrzehnten der norwegischen Provinz in die weltoffene Großstadt Kopenhagen entflohen, um dort seine Homosexualität frei zu leben, bedient er jegliches Klischee des divenhaften Schwulen. Vom obligatorischen Glitzerohrring, über den Deko-Tick, den extravaganten Lebensstil bis hin zum Faible für Kristallfigürchen lebt er hemmungslos seine Gefühle und Allüren aus und ist lange Zeit die einzige Figur mit Identifikationspotenzial. Die beiden anderen, die Schweine, respektive Tote, den lebenden Menschen vorziehen, wirken emotionslos, abgestumpft.

    Wen wundert es bei dieser Polarität der Charaktere, dass der Kontakt zwischen den einzelnen Geschwistern seit Jahren nicht mehr besteht? Auch dem Elternhaus haben sie den Rücken gekehrt, was niemanden recht zu stören scheint. Ohne den Tod der Mutter hätte es wohl keinen Anlass für die Rückkehr des Brüdertrios zu den Stätten ihrer Kindheit und Jugend oder auch nur für ein Aufeinandertreffen gegeben.

    Nordisch by nature. Konservativ. Heimatverbunden. Menschenscheu. Wortkarg. Letzteres bei einer der Figuren auf die Spitze getrieben. Erst ganz zum Schluss kommt sie zu Wort, schweigt bis dahin durchgehend, so jedenfalls die Wahrnehmung.

    Wer die Norweger kennt, begegnet bestimmt auch deren zum Teil gnadenloser Gelassenheit. Mitteleuropäische Gewohnheit, Geschwindigkeitsbegrenzungen um mindestens 10 km/h zu überschreiten, ist auf Skandinaviens Straßen fehl am Platz. Nicht aus Liebe zur Korrektheit. Vielmehr gilt hier der Grundsatz der Entschleunigung. Ob ein direkter Zusammenhang mit dem, trotz horrender Preise, immensen Konsum (hochprozentigen) Alkohols besteht, kann der nicht-norwegische Leser nur mutmaßen.

    Eins ist sicher: Dieser Roman bleibt der skandinavischen Mentalität treu. Es wird zum Teil wenig gesprochen, dafür umso mehr getrunken und generell herrscht eine Behäbigkeit, die zwar auffällt, aber nie nervt, wenn man sich denn auf sie einlässt. Der Roman plätschert im ersten Drittel skandinavientypisch langsam, fast schon träge, ohne große Ereignisse dahin, dass man sich fragt, ob überhaupt noch irgendetwas Spannendes auf den rund 300 Seiten passiert.

    Thriller-Fans oder Freunde von Actiongeschichten, in denen ein Ereignis das andere jagt, auf fast jeder Seite neue Szenen und Überraschungen lauern, sind bei diesem Buch falsch. Nichtsdestotrotz liest sich der Roman mit seiner ruhigen Erzählweise angenehm und die Hoffnung auf ein Ereignis, das die Geschichte aus dem sanftem Plätschermodus eines Gletscherbächleins reißt, wird irgendwann belohnt.

    Wie der Titel unschwer erahnen lässt, lastet auf der Familie eine Lüge. Doch welche? Auf die Auflösung muss der Leser – wie es sich für einen soliden Roman gehört – bis zum Schluss warten. Und die ist dann alles andere als nordisch by nature.

  8. Cover des Buches Falkenjagd (ISBN: 9783442368006)
    Susanne Betz

    Falkenjagd

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Serenissima
    Die Zusammenfassung schenke ich mir. Jeden des interessirt kann den Klapptext lesen. Schreibstiel fand ich ganz in Ordnung, leider gibt es im Buch immer wieder Sprünge, so als wurden ganze Passage gestrichen oder einfach der Zusammenhang fehlte, fand ich ziemlich schade.
  9. Cover des Buches Pigtopia (ISBN: 9783453675247)
    Kitty Fitzgerald

    Pigtopia

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Jack Plum ist mit einem deformierten Kopf auf die Welt gekommen und wird deshalb von den übrigen Kindern nicht akzeptiert. Er lebt als Mittdreißiger mit seiner verbitterten Trinker-Mutter zusammen, die ihm alle Schuld an den Sachen gibt, die in ihrem Leben nicht funktionieren, zB auch, daß Jacks Vater sich davon gemacht hat. Im Keller seines Elternhauses betreibt er eine geheime Schweinefarm, die ihm als einziges Freude in seinem Leben bereitet. Aber es ändert sich alles, als er Holly Lock kennenlernt, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihm unvoreingenomem gegenübertritt. Neben der Geschichte um den "verunstalteten" Jack bietet das Buch auch einen Einblick in Konflikte, in denen sich pubertierende Kinder mit ihren Eltern verwickeln (s. Holly und ihre alleinerziehende Mutter). Ein vielschichtiges Buch, das ich auf fast einem Rutsch gelesen habe.
  10. Cover des Buches Schwein im Glück (ISBN: 9783378006195)
    Peter Kihlgård

    Schwein im Glück

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Sommer in Grasgrün (ISBN: 9783958180130)
    Annell Ritter

    Sommer in Grasgrün

     (34)
    Aktuelle Rezension von: InaG
    Carla, Lou und den abgelegenen Ort Brägenbeck in Norddeutschland  muss man einfach lieb gewinnen. Habe das Buch verschlungen und dabei häufig gelacht. Norddeutschland trifft auf Bayern und das ist  einfach köstlich.
  12. Cover des Buches Der leiseste Verdacht (ISBN: 9783453265035)
    Helena Brink

    Der leiseste Verdacht

     (3)
    Aktuelle Rezension von: jiftzwerch
    Ein spannender, leiser Krimi mit sehr guten Charakerdarstellungen und glaubwürdiger Handlung.
  13. Cover des Buches Die frechen Vier - Hier kommt die Sternenhof-Bande! (ISBN: 9783473407002)
    Usch Luhn

    Die frechen Vier - Hier kommt die Sternenhof-Bande!

     (11)
    Aktuelle Rezension von: anke3006
    Lille, Maja und Karo haben Ferien. Endlich Spass und Erholung, aber es kommt anders. Ein neues Mädchen zieht mit ihrem Papa auf den Sternenhof und sorgt für Turbulenzen. Auf dem Nachbarhof gehen merkwürdige Dinge vor. Dem müssen die Mädchen auf den Grund gehen. Usch Luhn hat ein wundervoll witziges Buch um Mädchen-Freundschaft, Geheimnisse und kleine Abenteuer geschrieben. Es hat uns viel Spass gemacht und wir freuen uns auf neue Geschichten vom Sternenhof.
  14. Cover des Buches Moo (ISBN: 9783596313617)
    Jane Smiley

    Moo

     (13)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Witziges Cover mit rennendem Schwein gefällig?

    Ein Campus-Roman der ganz anderen Sorte. In einer Viehzucht- und Ackerbau-Universität irgendwo im Mittleren Westen der USA spielt diese ausgezeichnete Story, die amerikanischer nicht sein könnte.

    Es geht um Ackererträge, Pferdezucht und alles wonach sich ein mittelständiger Amerikaner im Traum verzehrt.

    Das Schwein Earl Butz ist die Hauptfigur und es packt einen wirklich. Ausgezeichnete Story rund um eine fiktive kleine Uni, die mit allen menschlichen Charakteren aufwartet und mich von Anfang an begeistert hat.
  15. Cover des Buches Schweine züchten in Nazareth (ISBN: 9783630873626)
    Amanda Sthers

    Schweine züchten in Nazareth

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Nil
    Erfrischend und doch sehr poetisch! Schweine züchten in Nazareth (im französischen Original: Les terres saintes) von Amanda Sthers ist eine Familiengeschichte in Form von Emails und Briefen. Klingt zunächst nicht sonderlich innovativ, aber überzeugt, denn dieser Austausch ist sehr persönlich und herzberührend. Es geht um die Familie Rosenmerck: Vater Harry, der eigentlich Kardiologe war, ging nach der Scheidung nach Israel um Schweine zu züchten, Mutter Monique blieb als einzige in der alten Heimat Paris zurück und dann sind da noch die Kinder, zum einen der schwule Theaterautor David und zum anderen die immer noch studierende Annabelle. Alle nicht am gleichen Ort, also geht das korrespondieren los. Vor allem hat der Vater kein Telefon, was die Kommunikation nicht sonderlich vereinfacht. Es gibt neben dem inner-familiären Austausch auch noch einen köstlichen Briefwechsel zwischen dem Rabbi Moshe Cattan der Harry dazu bringen will das Schweinezüchten in Nazareth aufzugeben. Zwei alte Kauze, die sich gerne streiten! Insgesamt sehr kurzweilig, ein Roman wie er besser nicht sein könnte. Viel Humor, zum Lachen und Schmunzeln. Viele Emotionen, die einem die eigenen Unzulänglichkeiten und die Wichtigkeit der Familie vor Augen führt. Und viel Wissenswertes über das jüdische Leben wird hier und da eingestreut. Eine wunderbare Mischung. Für mich schon jetzt eine der besten Entdeckungen in 2012! Fazit: UNBEDINGT LESEN! Grandioses Buch für jedermann.
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