Bücher mit dem Tag "science fictio"
21 Bücher
- Douglas Adams
Per Anhalter durch die Galaxis
(3.295)Aktuelle Rezension von: Daniel_RogerPer Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams ist pures Chaos und genau das meine ich im besten Sinne. Der Humor ist schräg, trocken und oft völlig unerwartet. Man stolpert von einer verrückten Idee in die nächste und muss ständig schmunzeln oder laut lachen. Die berühmte 42 steht dabei fast sinnbildlich für den ganzen Wahnsinn dieser Reise. Trotz all der Absurdität steckt auch ein kleiner Gedanke über das Leben und das Universum dahinter. Für mich ist es ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt.
- Amie Kaufman
These Broken Stars. Lilac und Tarver (Band 1)
(877)Aktuelle Rezension von: Avada_KaddavraObwohl ich anfangs von dieser Cyber-Titanic-Atmosphäre gebannt war konnte mich das Buch im weiteren Verlauf nicht mehr so ganz abholen. Mir ist leider zu wenig passiert, zu wenig Spannung aufgekommen und auch die Beziehung zwischen den Charakteren überzeugt mich nicht ganz😐 Trotzdem werde ich die Reihe weiterverfolgen🙂
- Lauren Oliver
Pandemonium
(1.217)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraCliffhanger können echt böse sein. Noch schlimmer sind sie, wenn die Fortsetzung noch nicht veröffentlicht ist oder im schlimmsten Fall aus verschiedenen Gründen keine Fortsetzung mehr erscheinen soll. Glücklicherweise konnte ich im Fall von „Delirium“ von Lauren Oliver sofort mit Band zwei der sogenannten Amor-Trilogie „Pandemonium“ aus dem Jahr 2014 weitermachen. Der dystopische Jugendroman handelt von einer jungen Frau, die sich in einem Amerika der Zukunft aus Liebe gegen den Staat auflehnt, um ein Leben in Freiheit zu haben.
Nach dem Fluchtversuch aus Portland, bei dem Alex angeschossen und festgenommen wurde, muss Magdalena, kurz Lena, in der Wildnis um ihr Überleben kämpfen. Physisch und psychisch vollkommen am Ende ringt sie mit dem Tod, doch in letzter Sekunde wird sie von einer Gruppe Invalider gefunden und in ihren Stützpunkt gebracht. Ihr bleibt kaum Zeit zu genesen, denn die Anführerin Raven fordert von ihr, sich in der Gemeinschaft zu integrieren und bei den täglichen Arbeiten zu helfen, die für das Überleben notwendig sind. Für Lena beginnt eine harte Zeit, denn sie ist sich sicher, dass Alex inzwischen tot ist und auch bei den Invaliden findet sie kaum Anschluss und fühlt sich wie eine Außenseiterin.
„Alex und ich liegen nebeneinander auf einer Decke im Garten der Brooks Street 37.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels und wirft den Leser zu den Ereignissen von „Delirium“ zurück, als Lena und Alex einen Großteil des Sommers in dem verlassenen Haus verbrachten. Die Geschichte wird wieder von Lena aus der Ich-Perspektive und im Präsens erzählt. Dieses Mal gibt es jedoch zwei unterschiedliche Zeitstränge, die am Anfang jedes Kapitels entweder mit „Damals“ oder „Jetzt“ deklariert werden, wobei sich diese stets abwechseln. Der Zeitstrang von „Damals“ findet unmittelbar nach dem Ende von „Delirium“ statt und beschreibt Lenas Leben in der Wildnis bei den Invaliden. Trotzdem ist dieser Zeitstrang, wie der andere auch, im Präsens verfasst, was für mich etwas gewöhnungsbedürftig war, obwohl mir die Idee und die Umsetzung zweier Zeitstränge gut gefallen hat. Der Zeitstrang im „Jetzt“ berichtet von Lena, die als Invalide wieder in die Gesellschaft in New York eingeschleust wurde, um dort die größte Bedrohung der Invaliden auszuspionieren, die „VDFA“, also die Vereinigung für ein deliriafreies Amerika. Als Leser kann man theoretisch also entscheiden, ob man das Buch von vorne nach hinten durchliest, oder erst die „Damals“-Kapitel und anschließend die „Jetzt“-Kapitel liest. Ich blieb aber bei der klassischen Variante.
Olivers Schreibstil bleibt wie gewohnt stark metaphorisch, für mich an manchen Stellen leider etwas zu sehr, beispielsweise als Lena das Foto eines schneebedeckten Berggipfels sieht und ihn mit Sahne auf einem Löffel vergleicht, die sie gerne ablecken würde. Vielleicht war sie in dem Moment aber auch einfach nur sehr hungrig, wer weiß? Ansonsten kann ich mich über den Schreibstil aber alles andere als beschweren und betrachte Oliver nach wie vor als sprachlich talentierte Autorin.
Lena hat seit Beginn der Trilogie einen enormen Wandel durchlebt. Von dem braven, devoten und gehorsamen Mädchen ist nichts mehr übrig. Nun ist sie vielmehr eine gereifte, skeptische und mutige Kämpfernatur, die sich auch durch die schwierigsten Situationen beißt. Allerdings ist sie auch überemotional, was einerseits in ihrer Lage verständlich ist, sie aber auch andererseits anstrengend macht, wenn zum Beispiel auf einen Wutausbruch unmittelbar ein verkrampftes Weinen folgt und das nicht nur in Ausnahmesituationen. Trotzdem ist sie mir nicht unsympathisch.
Inhaltlich lässt „Pandemonium“ auf den letzten 100 Seiten leider nach. Während anfangs noch unheimlich viel passiert, sind für den Plot später verhältnismäßig wenige Ereignisse von Relevanz. Auch wenn es zwischendurch immer wieder spannend wird, plätschert der Rest der Geschichte einfach nur langsam vor sich hin, ohne in totale Langeweile zu verfallen. Das liegt vor allem daran, dass das letzte Kapitel fast 80 Seiten lang ist und sich deswegen schlechter in die Geschichte einreihen kann als andere Kapitel, die teilweise nur zwei oder drei Seiten umfassen.
Das Ende hält dann noch eine große Überraschung bereit, mit der ich allerdings schon etwas gerechnet hatte und die so plötzlich und schon fast plump daher kommt, dass sie mich nicht sonderlich begeistern konnte. Vielleicht geht es anderen Lesern da aber anders und ein großer Cliffhanger bleibt das Ende allemal. Um die Amor-Trilogie abzuschließen, werde ich direkt im Anschluss den dritten Band „Requiem“ lesen.
Insgesamt hat mir „Pandemonium“ gut gefallen, auch wenn es hier mehrere kleinere Punkte zu kritisieren gibt, sei es derselbe Tempus in unterschiedlichen Zeitsträngen, die etwas langatmigeren letzten 100 Seiten oder das abrupte Ende. Am meisten hat mich jedoch gestört, dass Oliver dazu neigt zu übertreiben, sowohl sprachlich mit ihren Metaphern, als auch mit den Emotionen der Protagonistin. Andererseits hat der zweite Band der Amor-Trilogie auch viel Gutes zu bieten, beispielsweise die actionreichen Szenen, Lenas Charakterwandel, die Übergänge zwischen den einzelnen Kapiteln, die viel Liebe fürs Detail beweisen oder auch die Darstellung der Invaliden mit ihren Charakteren. Es ist kein einfacher Abklatsch von „Delirium“, sondern eine Fortsetzung, die einen ganz neuen Weg einschlägt mit anderen Stärken und Schwächen. Rückblickend finde ich beide Teile nahezu gleich gut und gebe diesem dystopischen Jugendbuch deshalb drei von fünf Federn.
- Kai Meyer
Die Krone der Sterne
(314)Aktuelle Rezension von: thrill.tasticSchon nach den ersten Seiten bzw. Minuten wusste ich, dass es ein Fehler war, dieses Buch so lange auf dem SUB liegen zu lassen. "Die Krone der Sterne" ist nämlich genau mein Fall!
Von Anfang an spannend, mit lebendigen Figuren und faszinierenden Welten. Die einen folgen der Stille, die anderen verehren das große Schwarze Loch Kamastraka. So auch die Gottkaiserin mit ihrem Hexenorden. Als sich die junge Adelige Iniza weigert, eine ihrer Bräute zu werden, beginnt eine actionreiche Reise durch die Galaxis.
Besonders mochte ich, dass Iniza und Glanis von Anfang an zusammen sind und die Probleme einer gefestigten Beziehung bewältigen müssen, anstatt der ewig gleichen Kennenlern-Story. Aber auch die anderen Crewmitglieder, die sich mehr oder weniger freiwillig auf der "Nachtwärts" versammeln, habe ich ins Herz geschlossen. Der grantige Kopfgeldjäger, die naive Androidin und die pfiffige Pilotin ergänzen sich perfekt.
Das Buch versprüht Star Wars-Vibes, ohne den Eindruck einer Kopie zu erwecken.
Tiamande steckt voller tiefgehender Geschichte, Legenden und alter Technologie, bevölkert von religiösen Fanatikern, intriganten Politikern, gewitzten Überlebenskünstlern und mutigen Helden. Vor allem HeldINNEN!
Tolles Buch von vorne bis hinten, inklusive der grandiosen Optik, die Ausgaben sind nämlich auch noch illustriert. Auch als Hörbuch, gesprochen von Philipp Schepmann, ein Fest!
Ein fantastische Space Opera, die ich wirklich jedem empfehle, dem die Reihe bisher entgangen ist. - Rhoda Belleza
Herrscherin der tausend Sonnen
(90)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEine Prinzessin die ihre Familie rächen will und eine Filmstar der angeblich einen Anschlag auf die gemacht hat. Und beide sind auf der Flucht vor der Regierung.
Diese Handlung hört sich wirklich sehr interessant an, und das Buch umfasst auch diese Themen mit Einflüssen von Star Wars.
Jedoch scheitert es an der Umsetzung.
Es hat wirklich eine Weile gedauert bis man in das Buch reinkommt. Die Einführung in diese Science Fiction Welt wahr jedoch etwas stockend, und nicht flüssig. Einige Stellen bestanden nur aus Erklärungen was für ein Jugendbuch doch etwas langatmig ist.
Einige Science Fiction Elemente fühlten sich sehr gezwungen an und nicht flüssig eingebaut.
Im großen udn ganzen hatte ich mir von diesem Buch mehr erhofft - Gravity Assist
Die Schwarze Harfe
(18)Aktuelle Rezension von: Schmiesen"Friede verlangt nicht nach Konfrontation, sondern Friede ist Konfrontation - als Ausdruck lebendiger Bewegung und Begegnung."
Ein außergewöhnliches Werk hält man mit "Die Schwarze Harfe" in den Händen. Allein die hochwertige Aufmachung und die Schwere des fast 800 Seiten langen Buchs lassen Leserherzen höher schlagen. Ein Blick auf den Autor sorgt erst einmal für Staunen: Es handelt sich um ein fünfköpfiges Autorenkollektiv. Wer mehr über Entstehung und "MIttäterschaft" erfahren will, dem empfehle ich dringend die zugehörige Website dieschwarzeharfe.ch. Ein Blick auf diese Seite hat mich nämlich motiviert weiterzulesen. Meine Rezension möchte ich etwas anders aufbauen als sonst und auf einzelne Aspekte gezielt eingehen.
Der Einstieg...
fiel mir recht schwer. Laar, Pentaar, Senjasantii? Bromen, Shikani, Ja'en? Sarrakadan, Drial-Vehazzi, Rollm'edo? Um Gottes Willen, dachte ich, Namen über Namen, Bezeichnungen über Bezeichnungen, wie soll ich da jemals durchblicken? Doch tatsächlich lichtet sich der Nebel nach dem ersten Teil - nämlich dann, wenn man mit den beiden Ich-Erzählern in die Handlung einsteigt. Attribut: nicht mehr weglegbar.
Die Welt...
besteht eigentlich aus vielen, vielen Welten, Völkern und Mächten. Die Beziehungen sind komplex, insbesondere auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Jedes Detail ist ausgearbeitet, ich hatte oft das Gefühl, besser über die Elawaia (Ring der Sterne) Bescheid zu wissen, als über die Vorgänge auf dem Planeten Erde. Und es hat mir dort auch wesentlich mehr Spaß gemacht. Zudem sind die physikalischen, mathematischen und raumfahrerischen Aspekte mit einer Präzision erklärt, dass man sich als Leser fragt, wer der fünf Autoren wohl den Physik-Nobelpreis erhalten wird. Zu Beginn mögen Details wie Geschwindigkeiten und Abstände langweilig und überfrachtend wirken, aber im Laufe des Lesens fügen sie sich unabdingbar ins Gesamtbild und machen "Die Schwarze Harfe" zu einem Kunstwerk.
Die Charaktere...
muss man einfach lieben. Zwei Ich-Erzähler, die fremdweltliche Shikani und der junge Prinz Ja'en, führen uns durch eine Geschichte, wie ich sie noch nicht gelesen habe. Ja'ens Entwicklung vom Kind zum Gelehrten ist faszinierend und eindringlich geschildert. An Shikani habe ich mein Herz verloren, denn sie steht für mich für Besonnenheit, Fähigkeit, wahre Zuneigung, Toleranz, Öffnung für das Unbekannte, Spiritualität, Vertrauen, Weisheit. Ein unglaublicher Charakter, den ich wahnsinnig gerne begleitet habe und den ich mir manchmal an meiner Seite wünschen würde.Auch alle anderen Charaktere, die in den Berichten und im Leben der Erzähler auftauchen, sind bis in die Feinheiten ausgearbeitet und vermitteln einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Elawaia. Besonders ans Herz gewachsen ist mir außerdem die Besatzung von Shikanis Schiff, der Schwarz-04, denn ihr Zusammenspiel war für mich an Harmonie nicht zu übertreffen. Die Fähigkeiten jedes Einzelnen wurden gewürdigt und voll zum Einsatz gebracht, nicht zuletzt wegen Bromen Cossan, der Shikani in dieser Hinsicht ausgebildet hat.Bromen bleibt während der ganzen Zeit undurchdringlich. Er ist der einzige Charakter, den ich nicht richtig begriffen habe - aber das liegt wohl daran, dass auch Ja'en und Shikani damit so ihre Probleme hatten. Diese Mystik um Bromen und das Gefühl des Fremdseins macht die Geschichte noch authentischer.
Der Plot...
ist außergewöhnlich. Viele Akteure werden durch Bromen in einen Krieg verwickelt, dessen Sinn und Zweck zunächst verborgen bleibt. Ja'en und Shikani werden mehr oder weniger direkt in diesen Krieg involviert - Shikani als Laar (Kommandant) der Königlichen Flotte, Ja'en als Thronfolger einer abgesetzten Monarchie. Ihre Reise durch den Ring nimmt den Leser mit zu jedem einzelnen Planeten, sogar ins Zentrum und zu den fremdweltlichen Senjasantii. Nie wirkt es so, als hätten die Autoren krampfhaft versucht, auch noch diese oder jene Welt schnell unterzubringen, im Gegenteil. Jede Station hatte einen Mehrwert für die Charaktere, ihre Entwicklung und die Geschichte. Das hebt "Die Schwarze Harfe" ganz entscheidend von anderen Büchern ab: Die Erkundung des Universums ist kein Selbstzweck, sondern entsteht immer aus einer Notwendigkeit heraus.Die Geschichte wird stark geformt durch die "Träume der Schwarzen Harfe", die Bromen, Shikan, Etani (Ja'ens Mutter) und einige weitere Akteure haben. Sie sind eine Art Zukunftsvision, öffnen allerdings auch den Zugang zur sogenannten "inneren Welt" (im Kontrast zur "äußeren Welt"), ein Konzept, nach dem insbesondere die Senjasantii (Shikanis Volk) leben. Dieses spirituelle Element hat mich persönlich sehr berührt, denn ich erkenne viel Wahrheit hinter dieser Vorstellung. "Die Schwarze Harfe" ist also keineswegs "nur" eine kriegerische Weltraumodysse, im Gegenteil. Hier werden zur Genüge philosophische und metaphysische Dimensionen bedient.
"Die Schwarze Harfe" lässt mich in ihrer Außergewöhnlichkeit, ihrer Komplexität und ihrer Schönheit begeistert und erstaunt zurück. Habe ich zu Anfang noch gedacht, ich würde das Buch abbrechen, möchte ich mich jetzt kaum von Shikani, Ja'en und Schwarz-04 verabschieden. Gravity Assist ist ein Monumentalwerk gelungen, das Klassikercharakter hat. Ich wünschte, aus diesem Universum gäbe es bald noch mehr zu lesen.
- E. S. Schmidt
Die zweite Finsternis
(13)Aktuelle Rezension von: FuexchenIn der Endlosigkeit der kanadischen Wälder stürzt ein außerirdisches Schiff ab und entlässt seine gefährliche Fracht: Reaper – telepathische Raubechsen, groß wie Löwen, mit enormer Reproduktionsfähigkeit und unersättlichem Hunger.
Hinter hohen Mauern, zusammengedrängt in den ehemaligen Metropolen, harren die letzten Menschen aus. Die einzigen, die sich den Reapern entgegenstellen können, sind genetisch optimierte Krieger, die in Mönchsorden zu absoluter Disziplin erzogen werden. Doch als eine Stadt nach der anderen verstummt, befürchtet Bruder Kaleb, dass sich ein noch größerer Feind erhoben hat. Ein Feind, der nicht nur die zerbrechliche neu geschaffene Ordnung bedroht, sondern auch den einzigen Menschen, für den Kaleb sein heiliges Gelübde brechen würde.Ich kenne bereits ein paar Bücher der Autorin E. S. Schmidt und mochte diese. Daher war ich gespannt, was mich nun erwarten würde.
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Dystopie, die einen Touch Science-Fiction abbekommen hat. Ich mag beide Genre, aber hier ist mit ehrlich gesagt, der Einstieg nicht ganz so einfach gefallen, auch wenn der Prolog meine Neugierde wecken konnte.
Woran lag es also, dass ich etwas brauchte, bis ich in die Geschichte fand? Die Charaktere bekommen nach und nach ihren Auftritt, aber mir fiel es nicht ganz so leicht, sie schlussendlich zuordnen zu können, denn die Handlung ist auf mehrere Handlungsorte aufgeteilt. Vielleicht hätte mir ein Personenregister geholfen, vielleicht war mein Gehirn auch einfach überfordert. Ich weiß es nicht.
Die Handlung ist jedenfalls spannend, auch wenn ich mir mehr Informationen vom Mönchsleben inklusive deren Kampftechniken bzw. Können gewünscht hätte. Dass das immer subjektiv ist, ist mir mehr als bewusst, hätte mir aber auch bestimmt geholfen, mich mehr auf Kaleb einstellen zu können. So wirkte er anfangs auf mich eher unnahbar, als dass ich ihn greifen konnte.
Wen ich am meisten der Charaktere mag, ist Lucy. Sie kommt auf sich alleingestellt gut zurecht, was sie aber keineswegs zu einer Eigenbrötlerin macht.
Der Schreibstil ich angenehm zu lesen, wobei wie gesagt hier und da mehr Informationen nicht geschadet hätten.
Die Geschichte konnte mich gut unterhalten und bescherte mir spannende Lesestunden. Auch wenn ich kritisch klinge, mochte ich die Story. Die Basis stimmt, das ist die Hauptsache, der Rest Geschmacksache. Von daher gibt es von mir gute drei Sterne.
- Klaus Seibel
Das Erbe der ersten Menschheit
(13)Aktuelle Rezension von: MartinaSchein
Außer der Perry-Rhodan- und StarTrek-Literatur hat mich bisher keine andere SiFi so begeistert, wie diese Serie, deren Handlung sich um die Protagonistin Anne dreht.Nicht umsonst habe ich bereits nach dem Lesegenuss von »Krieg um den Mond« gesagt: »Welche moderne Frau würde sich nicht gerne mit Anne identifizieren?«
Auszug aus »Das Erbe der ersten Menschheit«:
›Manche Menschen haben Angst vor Veränderung, manche haben einfach nur Angst vor Neuem. Dann gibt es solche, bei denen die Container nicht zu ihrer Religion passen und die dann ihr Weltbild ändern müssten.‹
Leider haben nicht nur manche, sondern viele Menschen Angst vor Veränderungen und vor Neuem. Auch gibt es viel zu viele, die Anerkennung nicht mit Anderen teilen, sondern sie für sich alleine haben wollen.Zum Glück gibt es aber auch im wirklich Leben Menschen wie Anne, Olaf, Walter, Tobias, Kowalev, Bakshi und andere.
Als Perry-Rhodan-Fan ist mir der Gedanke an eine frühere Menschheit nicht fremd. Dort sind es nicht die Lantis, sondern die Lemurer bzw. die Liduuri (Perry Rhodan Neo), wenn dieses ›Große Alte Volk‹ auch keine 65 Millionen Jahre zählt.
Vor allem aber ist die ›Mond‹-Reihe von Klaus Seibel kein Plagiat, wie man es häufig findet, sondern eine völlig andere Geschichte mit eigenständigen Handlungen und Figuren.
- Peter Wiegel
Drachenspucke
(26)Aktuelle Rezension von: lollo75Das Buch enthält 10 einander ähnelnden Geschichten. Es ist recht einfach geschrieben, daher trotz der technischen Komponenten verständlich. Das Format und die Schriftgröße sind augenfreundlich. Den Titel des Buches finde ich etwas verwirrend, weil kein Bezug da ist. Die Ideen des Autors finde ich interessant, konnte aber zu den Hauptpersonen der einzelnen Geschichten keine Verbindung aufbauen, so dass mir beim Lesen etwas fehlte. Alles in allem gut lesbar, mein Favorit war "Ruth". - Fabian Vogt
Zurück
(9)Aktuelle Rezension von: LEXI„Es muss irgendeinen Sinn hinter meiner absonderlichen Existenz geben, irgendeinen Plan oder ein verborgenes System. So etwas Seltsames passiert nicht ohne Grund.“
Der fünfunddreißigjährige Maximilian Temper führt ein recht unspektakuläres Leben. Als Magister der alten Sprachen hat er eine halbe Assistentenstelle an einer Universität inne, jobbt auf dem Bau und arbeitet zudem an einer Forschungsarbeit. Max sieht sich als korrekter Wissenschaftler, der Probleme als logische Herausforderung betrachtet. Nach fünfjähriger Beziehung hat seine Lebensgefährtin Anna sich von ihm getrennt und der bevorstehende Jahreswechsel erweckt keine allzu große Vorfreude auf das neue Jahr. Auf der Silvesterparty trifft er auf Anna, doch weder sie noch Max ahnen, dass er das Jahr 2000 nicht erleben wird. Max stirbt jedoch nicht etwa, sondern findet sich in einem Automatismus wieder, den er weder begreift, noch zu akzeptieren bereit ist: er wacht an jedem neuen Morgen um ein Jahr früher auf. Max lebt seit dieser Silvesternacht nicht mehr kontinuierlich vorwärts, sondern zurück – er gehört plötzlich nirgendwo mehr hin. Der junge Wissenschaftler muss lernen, permanent Abschied zu nehmen. Alle Menschen, die er kennen lernt, verschwinden nach wenigen Tagen wieder. Es folgen Jahre unsteten Reisens in die Vergangenheit, ein Vorgang, der weder erklärbar, noch aufzuhalten ist.
Fabian Vogt konstruiert im Zuge der Zeitreisen seines Protagonisten interessante Begegnungen mit berühmten Menschen – wie beispielsweise dem Hofmaler Antoon Van Dyck, dem jungen Franz von Assisi, dem Abt Odo von Cluny, dem byzantinischen Feldherrn Germanus, dem antiken Dichter und Schriftsteller Lukian von Sammosata und sogar dem Apostel Paulus. Max Temper erlebt historische Ereignisse hautnah mit, die er bislang nur aus Geschichtsbüchern kannte und verfolgt höchstpersönlich die Fortschritte der Medizin, der Technik und der Kultur. Er durchwandert Zeiten blutiger Auseinandersetzungen, sieht die tragischen Auswirkungen der Schwarzen Pest, der Leibeigenschaft und der Sklaverei, der Unterdrückung der Frauen und der Willkür der Machthabenden. Der Protagonist erhascht bei dieser Reise aber nicht nur Einblicke in das Leben und Wirken der Menschen verschiedener Epochen, sondern erfährt zudem tiefere Hintergründe und Auswirkungen seines eigenen Handelns – er gewinnt wertvolle Erkenntnisse über sich selbst.
Die Tatsache, dass ich Science Fiction nicht unbedingt zu meinen favorisierten Genres zähle und ich Zeitreisen eher skeptisch gegenüber stehe, hat in diesem Fall mein Lesevergnügen nicht getrübt. Man darf sich von diesem Buch keinen durchgehenden Spannungsbogen erwarten, hofft jedoch bis zuletzt auf eine Erläuterung von Ursache und Auswirkung dieser Zeitreisen. Als Neuling im Bereich von Zeitreise-Geschichten fand ich es anfangs schwer, mir deren Begleiterscheinungen vorzustellen – mit einigen der angeführten Paradoxa hatte ich zugegebenermaßen Verständnisprobleme. Was mich empfindlich störte war zunächst die viel zu kleine Schrift, die den Lesefluss beeinträchtigte. Ich war auch ein wenig befremdet über die erotischen Anspielungen und der Tatsache, dass der Autor Franz von Assisi im Fäkaljargon sprechen lässt. Leider wurden bis zuletzt offene Fragen teilweise nicht beantwortet. Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch sehr gut unterhalten, was zum einen auf der lebendigen Schilderung historischer Fakten, zum anderen auf viele bereichernde Aussagen des Autors beruht. Einige davon regen durchaus zum Nachdenken an. So schreibt Fabian Vogt beispielsweise:
„Es ist ein Geschenk, einen Tag nach dem anderen leben zu dürfen, Pläne zu schmieden, Dinge wachsen zu sehen und Menschen kontinuierlich begleiten zu können.“
„Sieh nicht deine Grenzen, sieh deine Möglichkeiten!“
„Ob ich meine Ideale wegen eines teuren Kleidungsstückes oder wegen meiner Todesangst verkaufe, ist nur ein quantitativer Unterschied. Entweder bewährt sich mein Glauben in allen Lebenslagen oder er ist nur ein lächerlicher Zeitvertreib für gute Tage. Außerdem ist es so, dass einer, der einmal angefangen hat, Kompromisse zu schließen, nicht mehr aufhören kann. Entweder man lebt ernsthaft oder man lässt es. Wenn ich die höchsten Ideen meinen egoistischen Wünschen unterwerfe, haben sie schon verloren. Man kann nur mit der Lüge oder ohne die Lüge leben. Es gibt keinen Mittelweg.“ (Aristides)
„Letztendlich handeln wir fast immer nur aus Angst. Und auf die trifft das Gleiche zu wie auf die Lüge. Man kann nur mit ihr oder ohne sie leben. Wer in einem Bereich seines Lebens Angst hat, kann sie auch nicht mehr aus Wahrheit oder Liebe, sondern nur noch aus Angst. Gott sagt: „Fürchte dich nicht!“ und dieser Satz ist der einzige, der wirkliche Freiheit bringt. Darum fürchten wir auch den Tod nicht. Wir wissen, dass er nicht das letzte Wort hat. Wenn wir in dieser Situation nicht auf Gott vertrauen, dann werden wir es auch in keiner anderen schaffen.“ (Aristides) - Thomas Staack
Fritz für alle Fälle
(5)Aktuelle Rezension von: startbeingabooklover“Fritz für alle Fälle - Katzenjammer” von Thomas Staack ist eine interessante Lektüre für zwischendurch, die mit einer spannenden Detektivgeschichte und einem futuristischen Setting überzeugt.
Inhalt: Sebastian Fritz hat gerade alles verloren, für das er die letzten Jahre mehr oder weniger gearbeitet hat. Er hat das Staatsexamen für sein Jurastudium nicht bestanden - was wohl auch daran liegt, dass ihm erst während der Prüfung richtig bewusst wurde, dass Jura noch nie etwas für ihn gewesen ist. Trotzdem reißt ihm diese Niederlage den Boden unter den Füßen weg und so muss er sich zum ersten Mal wirklich Gedanken darüber machen, wie er sein Leben finanzieren soll. Als er eines Tages eine Vermisstenanzeige entdeckt, steht es für ihn fest: er wird ein Privatdetektiv! Der Beruf ist zwar schon lange ausgestorben und sehr risikoreich, doch Sebastian Fritz will es unbedingt versuchen und hat schon bald seinen ersten Auftrag. Sein Auftrag klingt anfangs fast lächerlich einfach, doch schon bald muss er feststellen, dass er es mit etwas viel größeren und gefährlicheren zu tun hat.
Meine Meinung: Das Buch hat mir gut gefallen, wobei mich die Detektivgeschichte und die futuristische Darstellung Deutschlands und der Welt am meisten beeindruckt hat. Ich habe bei Büchern über die Zukunft immer ein paar Bedenken, ob es nicht zu übertrieben und total unrealistisch ist, doch bei diesem Buch ist das nicht der Fall. Anfangs war es für mich noch ein wenig schwierig in die Geschichte reinzukommen, da sich das Leben in der Zukunft doch von dem heutigen unterscheidet und der Protagonist am Anfang nicht sehr sympathisch wirkt. Mit der Zeit wurde die Handlung aber immer interessanter, sodass ich das Buch zum Ende hin gar nicht aus der Hand legen konnte. Obwohl das Buch nicht besonders viele Seiten hat, wirkt die Geschichte sehr präsent und umfangreich. Das Buch wirkt wie die erste Geschichte einer Reihe um die Einsätze des Detektive Fritz, könnte aber auch für sich allein stehen. Der Schreibstil hat meiner Meinung sehr gut zu dem Buch gepasst und war angenehm zu lesen.
Fazit: “Fritz für alle Fälle - Katzenjammer” hat mir gut gefallen und ist eine sehr schöne und nicht allzu lange Detektivgeschichte, die den Leser gut unterhält und durch die ungewöhnliche Handlung in Erinnerung bleibt - Andreas Wisst
Leas Erbe
(1)Aktuelle Rezension von: Diantha_SternLeas Erbe – Sterne Blut ist ein dystopischer Sci-Fi Fantasy Roman von Andreas Wisst, das 2016 im Selbstverlag erschienen ist.
Handlung:
Die Geschichte spielt im Jahr 2528, die Erde hat die große Katastrophe überstanden, seitdem ist das Klima abgekühlt. Die Menschheit lebt in Städten, die sich unter Schutzkuppeln befinden, abegegrenzt von den sogenannten Sperrzonen. Die Geschichte beginnt, als die Studentin Lea sich eines Abends unbefugt in eine Sperrzone begibt, in der sich einer Legende nach nicht nur wilde Tiere herumtreiben. An diesen unheimlichen Ort möchte ihre Tante, der sie noch nie begegnet ist, sich heimlich mit ihr treffen. Lea, die selbst adoptiert wurde und ihre leiblichen Eltern nicht kennt, erfährt von ihrer Tante, dass jemand hinter ihr her sei und sie sich schützen müsse. Worum es genau geht, erfährt Lea bei dem Treffen nicht, erhält jedoch eine Laserwaffe, zu ihrem eigenen Schutz. Das sie von ihrer Tante nicht viel erfährt, versucht Lea herauszufinden, wer hinter ihr her ist und warum. Dabei gerät sie selbst in den Fokus ihrer vermeintlichen Verfolger, kann ihnen aber entkommen. Da ihre Adoptiveltern plötzlich verschwinden, ohne sich zu verabschieden und ein alter Bekannter von ihnen getötet wird, bevor Lea Genaueres erfahren kann, vertraut sie sich neben ihrer Mitbewohnerin Cloe auch ihrem guten Freund Colin an. Zwischen Lea und Colin herrscht eine gewisse Spannung, da beide einander mögen, allerdings verhält Colin sich sehr zurückhaltend ihr gegenüber, seit einem Besuch bei seinem Onkel. Es gibt etwas, was er Lea verheimlicht und das seitdem zwischen ihnen steht. Um Lea davor zu bewahren sich im Alleingang weiterhin in Gefahr zu begeben, stellt Colin sie seinem Onkel vor. Von ihm erfährt Lea, dass sie eine wichtige Nachfahrin von Vampiren ist, die im Geheimbund der Sterne für Aufklärung und Aufrichtigkeit unter den Menschen kämpfen und dem Bluttrinken und somit dem ewigen Leben entsagten. Wohingegen die machtbesessenen Vampire dem Geheimbund der Monde angehören – sie haben bereits einmal die Weltherrschaft an sich gerissen und haben vor es wieder zu tun. Lea nimmt diese Geschichte von Colins Onkel nicht so ernst und tut es als altes Märchen ab.
Auf Lea wird auch von Seiten der Uni Druck ausgeübt und es ist klar, dass unterschiedliche Leute sie gerne loswerden wollen. Bei einem großen Rennen, an dem Lea als Pilotin eines Renngleiters teilnimmt, versuchen ihre Widersacher ihr eine Falle zu stellen und sie umzubringen. Cloe bekommt zufällig ein Gespräch zwischen zwei Männern mit und warnt ihre Freundin noch rechtzeitig. Ein erster Verdacht fällt auf einen Mitstudenten. Aufgelöst wird die Sache bis zum Ende zwar nicht, dafür entscheidet Colin sich aber endlich, ob er aufgrund seiner Bedenken mit Lea zusammen sein möchte oder nicht.
Meine Meinung:
Andreas Wisst schreibt sehr flüssig und detailliert, mit Vergleichen und Beschreibungen, die sofort Bilder und Gerüche im Kopf erzeugen. Die Szenen sind verständlich dargestellt, er hat eine neues Futurama erschaffen, indem viele unserer heutigen Gebrauchsgegenstände »antik« sind. An die zukünftige Welt, die er in seinem Buch geschaffen hat, führt er den Leser Schritt für Schritt und sehr einfallsreich heran.
Bei der Protagonistin Lea hatte ich manchmal den Eindruck, sie nimmt ihre Probleme gar nicht für bare Münze, sondern schludert sich so durch die Geschichte, das kann aber auch einfach ihrem Charakter geschuldet sein. Im Großen und Ganzen war ihr Verhalten meist schlüssig. Ein bisschen genervt war ich von Cloe, ihrer Mitbewohnerin. Eigentlich zickt sie die ganze Geschichte über jeden nur an – sei es Lea selbst oder ihren Freund Colin. Da hat sie für mich als Freundin definitiv sehr geschwächelt. Sehr gerne hätte ich noch erfahren, weshalb Colin sich Lea gegenüber so zurückhält, aber die nähere Geschichte dazu ist wohl für den nächsten Teil gedacht. Ich bin aber das Gefühl nicht losgeworden, dass Colin ein interessantes Geheimnis birgt, welches ich gerne noch erfahren würde.
Ganz zu Beginn hatte ich den Eindruck es geht direkt los mit Vampiren oder sonstigen Schattengestalten, die im Wald im Sperrgebiet leben – aber leider haben sich die Vampire, bis auf die Geschichte die Colins Onkel dann erzählt, das ganze Buch über sehr zurückgehalten und waren nur ein Beiwerk. Für mich als Vampirfan definitiv ein Punktabzug, da ich mir einfach viel mehr Vampir-Flair erhofft hatte. Ich vermute, das kommt im nächsten Teil.
Zuletzt war ich trotzdem enttäuscht, dass das Buch schon zu Ende war. Es sind für mich noch viele Fragen offen, die hoffentlich im zweiten Band geklärt werden. Schön fand ich, dass die Geschichte zumindest ein Mini-Happy End hatte.
Der Gesamteindruck ist durchweg positiv, auch wenn das Buch völlig anders war, als ich es erwartet hatte (zu wenig Vampire, hab ich das schon gesagt?) ;-)
Erwähnt werden sollte auch das einzigartige Cover, es passt perfekt zum Buch.
Fazit:
Wenn du hier einen klassischen Vampirroman erwartest, wirst du dich mit dem Buch eventuell schwertun. Solltest du aber Dystopien und Science Fiction mögen, wirst du Leas Erbe – Sterne Blut lieben! Romantik und Vampire spielen in diesem Buch nur bedingt eine Rolle, werden aber sicherlich in der Fortsetzung noch weiter thematisiert. Die Geschichte ist rasant, durchweg spannend und lockert durch Wortwitz die düsteren Gegebenheiten auf, mit denen die Protagonisten sich herumschlagen müssen.
Bildgewaltig und lesenswert – ich gebe für das Buch 5 von 5 Sternen!
- Stanisław Lem
Die Stimme des Herrn
(21)Aktuelle Rezension von: EliasBohstWas einen typischen Lem ausmacht? Konfusion bei normalsterblichen Lesern.
Und so ist es auch in diesem Werk. Der Protagonist, ein amerikanischer Mathematiker namens Peter E. Hogarth, widmet sich als Mitglied einer Expertenkommision der Entschlüsselung eines Neutrinosignals, das aus den tiefen des Alls auf die Erde trifft und eigentlich nur zufällig entdeckt wurde. Ab dann spielt die Handlung, erzählt von einem Ich-Erzähler, auf einem Militärstützpunkt in der Wüste, irgendwo in den USA. Mehr muss der Leser nicht über die Umgebung wissen, denn um diese geht es nicht.
Stattdessen zeigt Lem einmal mehr, wie tiefgreifend und weitreichend seine geistigen Gespinste sich erstrecken. Lem, seines Zeichens selbst ein Wissenschaftler, kennt in diesem Werk mit seinen Kenntnissen keine Grenzen. Mit wissenschaftlicher Abfolge überrollt er den naiven Leser mit fiktiven Theorien wie ein Panzer. Science-Fiction wird in diesem Buch also überdeutlich demonstriert. Da darf man sich als Leser auch nicht über die Grundlagen der Kernfusion verwundern oder über die eiskalte Präzision, mit der mathematische Paradigmen dargelegt werden. Typisch Lem eben.
Mein Fazit: Kein Buch zeigt so deutlich, wie fern sich Lems Geist von dem eines normalen Menschen bewegt. Schwieriger Stoff. - Isaac Asimov
Die ursprüngliche Foundation Trilogie (Der Tausendjahresplan - Der galaktische General - Alle Wege führen nach Trantor)
(4)Aktuelle Rezension von: Buecherwurm_ATEin Science Fiction Klassiker und die Kerntrilogie von einem der größten Science Fiction Autoren.
- Peggy Weber
Im Licht von Orion
(2)Aktuelle Rezension von: Ulrike_JonackIch habe nicht viel Zeit und Muse, außerhalb des Jobs noch etwas zu lesen. Eine Geschichtensammlung kam mir da gerade recht. Science Fiction aus deutscher Feder verspricht „Im Licht von Orion“ aus dem Verlag für Moderne Phantastik. Warum der Untertitel („2015’ Collection of Science Fiction Storys“) englisch sein musste, wissen wohl nur der Verleger und die Herausgeberin Peggy Weber-Gehrke. Dass das Cover-Motiv sehr Fantasy-artig wirkt, störte mich hingegen überhaupt nicht. Außerdem kann man durchaus einen Bezug zum Inhalt herstellen – aber dazu später.
Zur Sammlung also …
Die Güte der Texte spannt sich über fast die gesamte Qualitätsbreite. Ganz dicht an „Das geht gar nicht“ bewegte sich zum Beispiel „Das Symbol“ von F. Anderson. Die eher krude Wüsten-Abenteuer-Story ohne nennenswerten Spannungsbogen, dafür mit emotionsloser, aber kitschig formulierter Love-Episode und wie abgehackt wirkendem Ausgang, der eine Weiterführung fürchten lässt, ist in einem Stil erzählt, wie ich ihn eigentlich nur von Erst-Schreibern (und welchen, die in dem Stadium steckenbleiben) kenne. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es gibt noch eine zweite Story von F. Anderson in der Anthologie und diese ist zwar auch nicht perfekt – insbesondere die sehr unoriginelle Idee enttäuscht – aber doch um Längen besser erzählt.
Das betrifft auch die anderen Storys, die ich eher an der Nicht-so-überzeugend-Seite ansiedeln würde. Mal erreichte mich die offenbar beabsichtigte Stimmung nicht, mal fehlte mir bei aller Technikerklärung die Story, mal waren die Dialoge unglaubhafte Infodump-Vehikel. Einmal ärgerte ich mich über die verpatzte Pointe, die eine an sich witzige Wendung ins Kitschig-Alberne überdehnte. Dazu kommt, dass vor allem am Anfang so viel Setz- und Korrektoratsfehler enthalten sind, dass der Einstiegseindruck nicht eben überzeugend war.
Und jetzt das Aber: Das alles ist nur ein Teil der Anthologie – ein Sechstel oder Fünftel vielleicht. Der „Rest“ der Geschichten ist gut bis sehr gut. Also sprechen wir lieber über einige dieser Geschichten …
Cliff Allisters Story rund um Wells’ Zeitmaschine ist stimmig gemacht, kam mir aber sehr vertraut vor. Sicher, dass der Text 2015 das erste Mal veröffentlicht wurde?
Die „Flitterwochen“ von Matthias Falke hatten eine ausgesprochen nette Idee in Sachen „fremde Gebräuche“, spielen erzählerisch aber nicht ganz oben mit.
„NNT 275“ von Galax Acheronian bot beides: eindrucksvolle Ideen, die mich voll und ganz ansprachen, und Erzählkunst. Auch „Harmonice mundi“ von Regine Bott überzeugte mich in dieser Hinsicht. An beiden Texten gefällt mir vor allem, dass Themen aufs Tapet kommen, die in allen Zeiten zu den eher problematischen oder zwiespältigen Aspekten des Menschseins gehör(t)en. In gewissem Sinne gehört auch „Reha 2.0“ von Michael Stappert dazu, wobei hier der Bogen zu den Niederungen wirtschafts-politischer Entscheidungen schon sehr deutlich geschlagen wird. In „Der Gebühreneinzugbevollmächtigte“ von B. C. Bolt geht es ebenfalls ums Finanzielle, allerdings wird hier ein richtig schön schwarzhumoriger Tonfall angeschlagen.
An der Stelle ein kleiner Rückgriff in die Schublade der grenzwertigen Story: „Spätes Erwachen“ ist die Geschichte, die den oben erwähnten Bezug zum Cover-Motiv herstellt. Michael Thiele erzählt in einem durchaus süffigen Ton von einem Amazonen-Abenteuer. Leider sind einige Erotik-Elemente eher albern (Lieber Herr Thiele: Soooo groß ist das weibliche Interesse an der männlichen Brust nicht, vor allem nicht, wenn da was anderes ist der Gegend rumsteht.) und die eigentliche Geschichte (Was ist das für ein Typ, was macht er da und was bedeutet dieses Erlebnis für ihn?) wird nicht hier erzählt.
In „Zilie“ führt Christopher Dröge andererseits vor, dass dieses „Worum geht es eigentlich“ gar nicht immer in eine Geschichte hineingepresst werden muss. Er entfaltet im Hauptteil der Story ein farbiges Bild von einem unter wirtschaftlicher Knute Chinas stehenden Afrika, kombiniert es mit einer glaubhaften Außenseiter-Story und einem spannenden Seltsame-Ereignisse-Plot. Das war richtig, richtig gut geschrieben. Leider konnte er sich nicht verkneifen, im Ausklang noch ein Haufen Hintergrundinfos für diese Ereignisse zu liefern – das ist zwar auch süffig gemacht, zerdehnt aber den Spannungsbogen nach hinten raus etwas zu sehr.
Die Highlights der Anthologie sind für mich „Fehler im System“ von Oliver Koch und „Die Verführung der Mona Lisa“.
In ersterer Story überraschte mich zuerst die sehr schlicht gehaltene Sprache: Es „hörte“ sich an, als erzähle ein Kind. Dann wurde klar, dass es um einen erwachsenen Mann ging. Geistig zurückgeblieben vielleicht. Dazu passten – so merkwürdig das auch klingen mag – die wunderschönen, hochkreativen Formulierungen, wenn es um tiefe Gefühle des Protagonisten geht. Da hat jemand mal so ganz und gar nicht auf Standards zurückgegriffen – vielleicht der Held aus Unwissen um diese Konventionen, der Autor vermutlich, um sehr wirksame Akzente zu setzen. Dass sich diese so spezifisch eingeschränkte Sprachfähigkeit auch ganz anders erklären lässt, wird erst am Ende klar. Ich neige beim Lesen wirklich nicht zu Gänsehaut – hier hatte ich so einen Moment.
Ganz anders die Wirkung von „Die Verführung der Mona Lisa“ von Rico Gehrke. Hier herrscht von Anfang an eine sehr gekonnte und dabei völlig natürlich wirkende Sprache vor. Der Mann, der da von seiner irritierenden, ihm aber durchaus angenehmen Begegnung mit einer bildschönen jungen Frau spricht, ist bis in die Haarspitzen hinein glaubhaft. Beide Figuren sind ausgesprochen sympathisch, obwohl sie Dinge tun und denken, die in anderer Verpackung wohl eher Naserümpfen auslösen würden. Man versteht aber, warum sie es tun, und dass es in gewissem Sinne die natürlichsten, die menschlichsten Reaktionen der Welt sind. Die Story kommt ohne Effekthascherei aus und entwickelt sich doch nach allen Regeln der Kunst zu einer schönen Überraschung.
Nun könnte ich sicher noch über die anderen Geschichten sprechen – hier und da reizt es mich sogar –, aber für einen Eindruck soll das hier mal genügen. Alles in allem: „Im Licht von Orion“ ist nicht die perfekte SF-Story-Sammlung, aber eine durchaus lesenswerte mit richtig schönen Perlen. Kaufempfehlung!
- Robert A. Heinlein
Red Planet - Roter Planet
(20)Aktuelle Rezension von: MogulDas erstmals 1949 erschienene Science-Fiction-Abenteuer wurde zu einem Klassiker in diesem Genre. Und das Buch hat es auch heute noch in sich. obwohl die Story recht simpel ausgestaltet ist. Die Menschen sind seit fünfzehn Jahren dabei den Mars zu besiedeln. Das Ziel ist es, den Mars für den Menschen bewohnbar und nutzbar zu machen, um damit viel Geld zu verdienen. Dieses Projekt wird von der Company vorangetrieben, die auch das Sagen auf dem Mars innehat. Nun ist der rote Planet aber nicht tot, er besitzt ein dem Menschen völlig fremdes, extrem komplexes Ökosystem und eine - wie sich im Laufe des Buches zeigt- hochentwickelte Zivilisation. In diesem Setting wird die mitreißende Abenteuergeschichte von den zwei Teenagern Jim und Frank geschildert. Nicht zu vergessen Willis, ein lebendiges haariges Kugelding mit erstaunlichen Fähigkeiten. Mehr will ich hier gar nicht sagen, denn „spoilern“ ist nicht so meine Sache.
Das Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch. Klar, die Story kommt etwas verschroben und altbacken daher und ist in einfachen, gut verständlichen Sätzen geschrieben, da es sich um ein Jugendbuch handelt (das durchaus auch Erwachsene lesen können). Und ja, es wimmelt nur so von überholten Stereotypen bezüglich Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, die aus heutiger Sicht wirklich seltsam erscheinen, oder bezüglich dem typisch amerikanischen Ideal von Freiheit, vor allem auch der Freiheit, eine Waffe zu tragen (als Ausdruck dafür, ein freier MANN zu sein - einfach nur schrecklich!). Aber es steckt in diesem Buch noch viel mehr, eine klare Message, die sich folgendermaßen zusammenfassen lässt: Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge. Gerade durch diese Botschaft werden all die eben kritisierten Klischees etwas relativiert. In diesem fantastischen Abenteuerroman geht es ganz allgemein um Toleranz und Intoleranz, was ja immer ein hochaktuelles Thema für uns Menschen darstellt, im Umgang untereinander, aber auch im Umgang mit dem Ökosystem Erde, von dem wir - ob wir wollen oder nicht - Teil sind.
Auf der einen Seite steht die Company für den knallharten Kapitalismus, der über Leichen, Andersdenkende, die marsianische Flora und Fauna sowie die Kultur der Marsianer ohne Rücksicht hinwegschreiten möchte. Es wird aufgezeigt, was Geldgier und Intoleranz mit dem Menschen machen können. Auf der anderen Seite stehen tolerante Menschen, die sich für ein menschenwürdiges Dasein - auch auf dem Mars - starkmachen. Nur, da sind noch die Marsianer, die sogenannten Ureinwohner des Planeten, die den ganzen Problemen zwischen den Siedlergruppen wenig abgewinnen können. Die dreibeinigen Marsianer sind den Menschen in jeglicher Hinsicht soweit überlegen, dass die Zweibeiner dies in ihrer Ignoranz nicht einmal in den bisherigen fünfzehn Jahren Kolonialisierung realisiert haben. Eine neue Dimension des Seins, die für die Kolonialisten unfassbar ist, offenbart sich ihnen, was sogar die tolerante „menschliche“ Gruppe stark verunsichert. Ein wirklich mitreißendes Buch, das einfach zu lesen ist und einen in eine völlig fremde Welt mitnimmt.
Fazit: Unbedingt lesen, wenn man Sci-fi mag. Am besten wenn es draußen in Strömen regnet.
- John D. Sikavica
Phase 7
(18)Aktuelle Rezension von: sechmetFür eine Gruppe von Auserwählten beginnt von einer Sekunde auf die andere eine fluchtartige Reise. Während dieser sehen sie sich mit der Tatsache konfrontiert, dass unsere Realität nur eine von vielen ist. Es beginnt für alle ein spannender Überlebenskampf, welcher einzig und allein das zum Ziel hat, dass alle Protagonisten herausfinden müssen, wer sich wirklich hinter den konträren Parteien verbirgt und welches Motiv sie antreibt.
John D. Sikavica liefert mit „Phase 7: Der Schöpfungsmythos“ sein Debut ab. Und es ist absolut gelungen. Durch einen angenehmen und flüssigen Schreibstil wird man bei diesem Buch von der Story förmlich mitgerissen. Mit seinen 172 Seiten ist das Buch zwar relativ kurz, aber dafür gibt es absolut keine Längen.
Sehr gelungen finde ich bei diesem Erstlingswerk auch die Ausarbeitung der Protagonisten. Es sind keine glorreichen Helden, sondern x-beliebige Menschen, die allesamt irgendwelche Fehler und Probleme haben. Und gerade das macht die Protagonisten so realistisch. Aber auch die Beschreibung der Handlungsorte ist fantastisch.
„Phase 7: Der Schöpfungsmythos“ ist ein fantastischer Science Fiction Roman. Dieses Buch bietet keine Weltraumschlachten, dafür aber SciFi zum drüber nachdenken. Gleichzeitig bietet die Story auch Potential für eine Fortsetzung. Von daher von mir eine klare Empfehlung. - Ulli Kammigan
Selena und die irdischen Außerirdischen
(1)Aktuelle Rezension von: jfriemelBand 3 der Selena-Reihe ist ein humorvoll geschriebener flotter Science Fiction Roman, der in einer spannenden Handlung gnadenlos alle Facetten des Versagens des Homo Sapiens als angeblich vernunftbegabtes Wesen beleuchtet. Ich kann das Buch uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen. - Petra Gugel
Sirrah
(7)Aktuelle Rezension von: HelgasBücherparadiesRezension -unbezahlte Werbung
Petra Gugel
Sirrah
Sirrah lebt auf einem Planeten, indem Frauen die Welt beherrschen. Männer sind zu Hause und machen die Hausarbeit und arbeiten auf den Feldern. Eine Berufsausbildung ist Männern vorbehalten.Sirrah strebt nach der Schule eine Karriere bei der Raumflotte an. Dabei muss sie sich leider von ihrem Freund Tihal trennen. Ihm bleibt nur die Arbeit auf den Feldern.Es macht sich immer mehr Unmut in der männlichen Bevölkerung breit und sie kämpfen gegen dieses System an und auch Tihal gehört bald zu ihnen.Sirrah gefällt sehr ihre Ausbildung, aber sie denkt oft an Tihal. Als ihm eine Strafe droht, geraten beide in ein großes Abenteuer.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Obwohl ich kein Science-Fiction Fan bin, hat es Petra Gugel verstanden, mich in die Geschichte eintauchen zu lassen.
Die Rollenverteilung fand ich ganz amüsant.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die Handlung glaubwürdig und gut erzählt. Beeindruckt hat mich die Fahrt mit dem Raumschiff. Sie war sehr bildhaft beschrieben. Es wirkt alles sehr lebendig.
Die Protagonisten sind alle glaubwürdig und sympathisch.
Ich empfehle das Buch gerne weiter. - Celeste Drake
Badass & Glamorous: Aller Anfang ist schwer
(5)Aktuelle Rezension von: VanessaC1815Diese Kurzgeschichte bildet den Anfang eine Kurzgeschichten-Serie - das vorneweg.
Ich fand die Geschichte sehr unterhaltsam und finde das Konstrukt des zerstörten Europas sehr interessant. Die Handlung spielt im "neuen Deutschland" der Zukunft. Nach dem dritten Weltkrieg ist davon allerdings nicht mehr viel übrig, weshalb sich die reichen Menschen ins Time Paradise flüchten und dort in bestimmte Szenarien der Vergangenheit zurück reisen können.
Obwohl die Geschichte vor - recht schwarzem - Humor strotzt, schwingen durchaus ernste Töne mit. Gerade in der aktuellen Zeit scheint ein großer Konflikt nicht allzu weit entfernt.
Banshee und Sidney sind zwei sehr unterschiedliche, jedoch auch schlagkräftige Damen, die sich durchbeißen und sich für das einsetzen, was ihnen am Herzen liegt und da lassen sie sich auch nicht von irgendwelchen Männern aufhalten. Durchgeknallt, knallhart und trotzdem liebevoll - beschreibt beide Protas ganz gut.
Das Time Paradise und die ganzen Hintergründe sind ebenfalls interessant und bieten definitiv viel Material für weitere Episoden.
Der Schreibstil ist flüssig und locker und die beiden Autorinnen harmonieren gut miteinander, was man merkt. Sehr süß finde ich auch den kleinen Comic am Ende des Buches.
Fazit:
Von mir gibt es eine Leseempfehlung. Es ist eine kurzweilige Geschichte, die Lust auf mehr macht, vor allem wenn man auf starke Frauen steht. ;-) - Robert A. Heinlein
2086 - Sturz in die Zukunft
(12)Aktuelle Rezension von: einz1975Der Name des Autors regt schon die Fantasie an und man erinnert sich an unzählige seiner Science Fiction Geschichten. „2086 - Sturz in die Zukunft“ gilt als der lang verschollene erste Roman von Robert A. Heinlein, denn bereits 1939 soll dieses Manuskript entstanden sein. Damals nicht angenommen, geriet der Roman in Vergessenheit, bis er letztendlich in die Hände des Mantikore Verlages gelangte. Sie haben sich viel Mühe gegeben, dem Autor wirklich gerecht zu werden. Mit einer neuen Übersetzung, kleinen Erläuterungen zwischendurch und einer ausführlichen Geschichte hinter diesem Schriftstück, wird nicht nur der Fan belohnt, sondern auch der Neueinsteiger. Kommen wir auch gleich zum Inhalt des Romans, welcher doch recht skurril anfängt.
1939 – Der Pilot Perry Nelson gerät in einen Autounfall. Eigentlich sollte man so einen Sturz nicht überleben. Doch wie es das Schicksal wohl so will, erwacht er 147 Jahre später und kann sich nicht erinnern, wie er in dieses Bett gekommen ist. Eine junge Frau versucht ihn langsam an die neue Welt heranzuführen und genau hier zeigt der Roman schon, dass Heinlein eben nicht einfach nur eine Geschichte schreiben wollte. Vielmehr denkt er sich haarklein eine durchdachte eigene Zukunft aus. Dabei geht es von dem Zusammenleben zwischen Mann und Frau, bis hin zu Geschichte, Politik und Wirtschaft. Es gibt seitenweise Abhandlungen über das, was die letzten hundert Jahre alles passiert ist. Da haben wir den Krieg in Europa, der mehrere Jahrzehnte tobte und mittlerweile kaum noch Menschen hier leben.
Selbst bei dem Wirtschaftskreislauf nimmt er den Kapitalismus und die freie Marktwirtschaft ordentlich unter die Lupe. Technische Errungenschaften, wie kleine Fluggeräte, ähnlich wie Autos, sind dann fast nur Beiwerk und als Perry vor Raketen steht, welche zum Mond fliegen sollen, da staunt man schon nicht schlecht, wie weit Heinlein in seinen Gedanken der Geschichte voraus war. Als begeisterter Mathematiker und Physiker, war es nur logisch, dass er sein Wissen auch in seinen Storys unterbringt und das dabei auch weltpolitische Fragen zum Vorschein kommen, sollte ebenfalls nicht verwundern.Doch muss man sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Es gibt zwar einen Rahmen und Perry spielt seine Figur als Hauptcharakter gut, doch bleibt der Autor dem Leser viele Antworten schuldig.
Vielleicht auch einer der Gründe, warum der Roman damals scheiterte und auch heute noch den Zugang deutlich erschwert. Dafür gibt es aber sehr interessante Denkanstöße und vor allem erstaunliche Parallelen zu echten Ereignissen unseres Jahrhunderts. Der gesamte Text wird allerdings erst durch die Erläuterungen und durch das Vorwort wirklich erhellend. Zum Teil hätte man Heinlein gewünschte mehr Erfolg von Anfang an feiern zu können, doch vielleicht waren auch solche Rückschläge, wie die Nichtveröffentlichung dieses Romans, ausschlaggebend für viele andere Geschichten, denn man erfährt später, dass bereits einige Teile des Romans in Form von Kurzgeschichten doch schon den Weg in die Hände der Leser gefunden hat.
Fazit:
Das kleine Manifest des Robert A. Heinlein! Er schrieb Geschichte und begab sich dabei immer wieder weit in die Zukunft der Menschheit. Ob Aliens, Zeitreisen oder ferne Welten, Heinlein war im Geist ein Visionär und auch als Autor schuf er man Meisterwerk. Der Mantikore Verlag bietet hier für Fans des Autors die seltene Gelegenheit noch einmal tiefer in seine Gedankenwelt abzutauchen. Wer eine typische Science Fiction Story erwartet, wird sie hier leider nicht bekommen. Wer allerdings eine Abhandlung, über eine nicht eingetroffene Zukunft lesen will, wird hier definitiv fündig.
Matthias Göbel
Autor: Robert A. Heinlein
Broschur: 328 Seiten
Verlag: Mantikore Verlag
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 18.02. 2016
ISBN: 978-3945493519 - 8
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