Bücher mit dem Tag "scotland yard"
95 Bücher
- Charlotte Link
Die Betrogene
(604)Aktuelle Rezension von: norahildegardKate Linvilles erster Fall (für mich schon ihr zweiter) und was soll ich sagen? Was ein Buch! Ich wusste vorher schon, dass ich Charlotte Link und ihre Art, Geschichten zu erzählen, mochte. Doch spätestens jetzt bin ich mir sicher, dass ich es liebe!
Das Buch war durchweg spannend, absolut nicht vorhersehbar und obwohl manches banal erschien, war es dann doch irgendwie wichtig. Das Ende habe ich bis kurz vor knapp so gar nicht kommen sehen, fand es aber definitiv einen gelungenen Plottwist, der auch nicht zu weit hergeholt, sondern genau passend war!
Ein kleiner Minuspunkt war die Länge. Während der Großteil des Buchs absolut spannend waren, gab es doch die ein oder andere Stelle, die zwar viel Liebe zum Detail hatte, bei der dann aber doch einfach um den heißen Brei geredet wurde. Hier und da hätte eine Kürzung vermutlich nicht weh getan, wobei ich auch sagen muss, dass ich besonders die Nebenhandlung super interessant fand — hab mich immer gefreut, wenn sich ein neues Kapitel darum handelte!
Wer mal ein Buch von Charlotte Link lesen will oder eine neue Thrillerautorin zum durchsuchten sucht, macht mit "Die Betrogene" sicherlich nichts falsch!
- Natasha Pulley
Der Uhrmacher in der Filigree Street
(201)Aktuelle Rezension von: ArmilleeTatsächlich habe ich den ganzen Monat für die 446 Seiten gebraucht. Dabei liest sich der Klappentext totsal spannend. Gut fand ich auch alle Infos rund um die Telegrafie + wie in England (+ dem Rest der Welt) die einzelnen politischen Abteilungen miteinander kommunizierten. Eine wirklich ganz andere Zeit. Als die Bomben (in London) explodierten + Thaniel (Telegrafist) verletzt den Weg zu Mori (Uhrmacher) fand, das war mega realistisch. Allerdings konnte ich seine Handlungen + Gedanken nicht immer nachvollziehen. Verwirrt hat mich die Erfindung eines mechanischen Oktupuss, der ein Eigenleben hat + Socken klaut. Ich habe mich bemüht zu verstehen, wie Thaniel 'Klänge sehen kann'. Die Vergleiche waren (für mich) oft absurd. Hier nur 2 Beispiele :
-> Ito, der gerade von einem längeren Amerika-Aufenthalt zurück gekehrt war, hatte dabei kurz aufbegehrende Orangen vor Augen.
-> Abgelenkt, wie er war, hätte er es fast nicht bemerkt, als sich die oberste Schublade der Kommode öffnete. Der mechanische Oktopus kam heraus und streckte mit klickenden Metallgelenken einen Fangarm aus. (dann eilte er mit Krakenarmen zur Tür hinaus)
Ich habe mir viel von diesem Buch versprochen, aber evtl. reicht meine Fantasie hier nicht aus.
2/5 Sterne
- Charlotte Link
Die Suche
(340)Aktuelle Rezension von: supersusiIn einem kleinen Ort in Nordengland verschwinden immer wieder Mädchen. Eine wird in den Hochmooren tot aufgefunden. Die Polizistin Kate Linville ist zufällig dort, als die Teenager Tochter von dem B&B, wo sie wohnt, am helllichten Tag von einem Supermarktparkplatz verschwindet.
Die Story ist richtig spannend und flüssig geschrieben und ein wahrer Pageturner. Man erfährt erst etwas über ein Mädchen, dann Jahre später über eine andere, dann erzählt der Täter und dann wird wieder aus Sicht der Polizistin berichtet. Es gibt immer wieder Überraschungen und vieles ist anders, als es scheint. Ein Krimi genau nach meinem Geschmack. Und die Polizistin fand ich sehr menschlich und sympathisch. Alles andere als eine selbstbewußte, knallharte Powerfrau. Charlotte Link weiß einfach, wie man Bücher schreibt. Ich konnte auch diesen Thriller nicht aus der Hand legen, auch wenn man es manchmal tat, um sacken zu lassen, was man grade gelesen hatte.
Klare Leseempfehlung.
- Lucinda Riley
Die Toten von Fleat House
(214)Aktuelle Rezension von: FutziwitchIm St Stephen‘s Internat wird die Leiche des 18 jährigen Charlie Cavendish aufgefunden er hatte die schlechte Art junge Schüler von ihm zu quälen als wenig später auch noch ein Lehrer Selbstmord begeht wird Detective Inspector Jazz Hunter als Ermittlerin eingesetzt und sie soll den Fall schnell lösen denn sonst wird die Schule schliessen , doch da Jazz eine hervorragende Ermittlerin ist nimmt sie sich der Sache an und findet bemerkenswerte Dinge heraus die Jahre lang im Dunkeln liegen . Ein spannender Roman
- Agatha Christie
16 Uhr 50 ab Paddington
(317)Aktuelle Rezension von: koechl"16 Uhr 50 ab Paddington" ist der 8. Teil der Miss Marple Reihe und wohl auch einer ihrer bekanntesten Fälle. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diesen Krimi und muss anschließend gestehen, dass ich da doch etwas ganz anderes erwartet habe. Das muss allerdings nichts Schlechtes bedeuten. Ich habe ein bisschen gebraucht um mich an die Begebenheiten zu gewöhnen, dann aber mochte ich es mal wieder sehr.
Ansonsten kann ich mich im Grunde nur wiederholen. Ja, Christie konnte mich wieder mit der Auflösung überraschen und ja, es gab mal wieder zig Charaktere die ich mir mit Ach und Krach merken konnte. Neu war in diesem Fall, dass Miss Marple sich hier eine weitere "Ermittlerin" ins Boot geholt hat, die ich unfassbar toll fand. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich diesen Charaktere in einem der Folgebände noch einmal wieder sehen werde.
- Elizabeth George
Wo kein Zeuge ist
(264)Aktuelle Rezension von: SCKeidnerDieses Mal geht es um einen Serienmörder, der männliche Jugendliche umbringt und Lynley und Havers im einen Schritt voraus zu sein scheint. Während der Ermittlungen stoßen sie auf einen Jugendhilfeorganisation und einen Pädophilenring und müssen sich gegenüber Linleys Chef David Hillier behaupten, der sie lieber heute als morgen vor die Tür setzen will.
Mir hat dieses Buch gut gefallen, wenn es auch ein schwer verdauliches Thema behandelt. Die Passage, in der ein Kinderschänder sich verteidigt und wirklich an den Schwachsinn, den er da von sich gibt, zu glauben scheint, war, ehrlich gesagt, eine der schwierigsten für mich und ich konnte Lynley und Havers für ihre "Geduld" mit dem Kerl in der Szene nur bewundern - ich hätte sie nicht gehabt.
(Achtung: Spoiler!!!) Es gab nur eine Sache im Plot, von der ich glaube, dass keine Polizeiorganisation es so machen würde. Einen Journalisten "embedden", okay, das kennt man ja vom Militär und ich weiß nicht, ob das bei der Polizei wirklich gemacht wird. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn und ist möglicherweise auch rechtlich zweifelhaft (Datenschutz?), einen Journalisten in eine aktive Ermittlung einzubinden. Aber diesen Journalisten dann Artikel schreiben zu lassen, in denen der leitende Ermittler mit vollem Namen (und dem seiner Frau), Fotos und wo er lebt beschrieben wird, würde niemand zulassen - allein schon aus datenschutzrechtlichen Gründen und weil es die relativ einfach nachzuvollziehende Folge hat, dass er damit eine willkommene Zielscheibe für die Verbrecher wird, die er jagt. Falls also eine Journalist "embedded" würde, würde die Polizeibehörde jedes Wort, das er zu veröffentlichen plant, dreimal umdrehen und einen derartigen Artikel in keinem Fall abzeichnen.
Ansonsten ist der Roman jedoch gut gelungen, gerade was die Sprache und die Charaktere angeht. Daher vier Punkte, wobei der Abzug von einem Punkt dem Journalisten geschuldet ist :)
- Martha Grimes
Inspector Jury schläft außer Haus
(180)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Ja, auf das Konto eines anderen. Es fragt sich nur, auf wessen? Die Bevölkerung hier in der Gegend nimmt von Tag zu Tag ab.«
Wenige Tage vor Weihnachten ist in dem tiefverschneiten Dorf Long Piddleton von Frieden auf Erden nichts zu merken, zwei gruselige Morde mit bizarr zur Schau gestellten Opfern sorgen für Angst und Schrecken. Inspector Jury, aus London von Scotland Yard angereist, macht sich an die Ermittlung und ist sich schon nach kurzer Zeit sicher, dass der Täter jemand aus der Gegend sein muss. Und leider muss Jury außerdem feststellen, dass der Mörder mit seinem Werk noch nicht fertig ist…
Malerische Häuschen, schöne Natur, diverse skurrile Charaktere und mittendrin ein Serienmörder – das ist der Stoff für dieses Buch. Dieser erste Band der umfangreichen Reihe war auch mein erster Kontakt mit Inspector Jury. Anfangs begeisterte mich der Stil nicht gerade, alles lief dörflich-gemächlich ab, da musste ich mich erst einmal reinfinden. Aber dann, nach einer Weile, hatte das Buch mich doch gepackt. Der Inspector hat eine nett unangepasste Art, die mir gefiel. Seinen Assistenten Wiggins mochte ich ebenfalls, ein dauer-erkälteter junger Mann, der möglicherweise schwer unterschätzt wird. Die Nebencharaktere präsentierten sich in einer großen Vielfalt, von sympathisch bis extrem nervig.
Fazit: Ruhiger Krimi vor schöner Kulisse, mit so einigen interessanten Charakteren, die das Ganze unterhaltsam machen.
»Und Ihre Berufsethik? Ein anständiger Polizist würde so etwas nie tun.«
»Ich habe auch nie behauptet, ich wäre einer, oder?« - Tony Parsons
Dein finsteres Herz
(255)Aktuelle Rezension von: Schnick3,5 Sterne
"Dein finsteres Herz" hat mir so gut gefallen, dass ich den Kriminalroman binnen eines Tages gelesen haben; insofern hat er definitiv Pageturner-Qualitäten, obwohl sich Autor Tony Parsons genug Zeit nimmt, vor allem die Hauptfiguren seines Romans sorgfältig auszuarbeiten.
Hauptfigur Max Wolfe ist so angelegt, dass es definitiv Spaß machen wird, ihm auch in weiteren Fällen über die Schulter zu gucken. Sein erster Fall ist schon ein schwerer Brocken.
Mir hat gefallen, dass bis zum Ende weitestgehend unklar ist, wer eigentlich der Täter ist, ohne dass Tony Parsons auf billige Twists setzen muss. Vielmehr sind sowohl das Finale als auch die Auflösung weitestgehend stimmig. Klar kann man das Haar in der Suppe finden, aber für mich hat weitestgehend alles gepasst - auch stimmungsmäßig.
- Daniel Cole
Ragdoll - Dein letzter Tag (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 1)
(452)Aktuelle Rezension von: Blackfairy71Ein grausamer Fund erschüttert London. An unzähligen Fäden hängt im riesigen Fenster eines Hauses eine zusammengeflickte Leiche. Ein Finger zeigt auf die gegenüberliegende Wohnung. Ihr Mieter: Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf. Als der Presse eine Liste mit sechs Namen und genauen Todesdaten zugespielt wird, besteht kein Zweifel mehr, was dieser Fingerzeig zu bedeuten hat. Denn einer der Todeskandidaten ist Wolf selbst. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und nichts deutet darauf hin, dass er und sein Team den Mörder stoppen können.
London im Sommer 2014. Die Hitze hat die Stadt fest im Griff, als die zusammengeflickte Leiche gefunden wird. Schnell gibt die Presse dem Fall den Namen Ragdoll, Flickenpuppe, und ausgerechnet Wolfs Ex-Frau erhält die Liste mit den Todeskandidaten und sie ist Journalistin.
Wolf ist noch nicht lange wieder im Dienst und im Prolog und in Rückblenden, erfahren wir auch warum. Ein Fall vor vier Jahren hat ihn fast zerstört, er war besessen davon, den sogenannten "Feuerbestatter" zu erwischen. Bei der Gerichtsverhandlung kommt es zu einem Zwischenfall, der ihn in eine Psychiatrische Klinik bringt.
Nun wieder im Dienst, ist Wolf sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ragdoll-Fall und dem des Feuerbestatters gibt. Seine Kollegen und Vorgesetzten dagegen sind skeptisch, bis der Neue im Team, Edmunds, den selben Spuren nachgeht.
"Ragdoll" lag schon eine ganze Zeit auf meinem SUB und ich habe es extra auf meine Liste 12 für 26 gepackt, damit ich es dieses Jahr lesen "muss". Es war mein erstes Buch von Daniel Cole. Ein wirklich sehr spannender Thriller, dessen knapp 480 Seiten im Nu verflogen sind. Und während ich noch gerätselt habe, wie alles zusammenhängt, gibt es einen Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr anschaulich und bildhaft führt der Autor durch die Straßen Londons. Die Kapitel sind nicht zu lang und erzählt wird in der dritten Person. So erfährt man nicht nur eine Seite der Geschichte, sondern begleitet Wolf, seine Kollegen Baxter und Edmunds, aber auch seine Ex-Frau Andrea. Man erfährt auch private Dinge der Ermittler, das steht aber nicht im Vordergrund. Die Hauptfiguren sind interessant und facettenreich gezeichnet. Alle haben ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr authentisch.
Wer spannende Unterhaltung mit einem flüssig geschriebenen Thriller und interessanten Charakteren sucht, in dem es auch ab und zu was zum Schmunzeln gibt, der ist mit "Ragdoll" gut bedient.
Es gibt inzwischen zwei Fortsetzungen: "Hangman" und "Wolves". Mal sehen, ob ich diese auch lesen werde.
- Robert C. Marley
Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten
(92)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisDieser Krimi rund um Chief Inspector Donald Sutherland Swanson ist der Auftakt einer Krimi-Reihe, die im Viktorianischen London von 1893 spielt.
Gordon Wigfield, ein ehrbarer Goldschmied und Frauenfreund wird in seiner Werkstatt auf bestialische Weise ermordet aufgefunden und wird, was Chief Inspector Donald Sutherland Swanson, als er die Ermittlungen aufnimmt, noch nicht weiß, nur das erste Opfer einer brutalen Mordserie sein. Schon bald wird ein zweiter und wenig später ein dritter Mann auf skurrile Weise getötet. Es gibt, bis auf einzelne Schuhabdrücke keine Spuren.
Zudem dauert es, bis Swanson eine Verbindung zwischen den Toten herstellen kann.
Als man dann noch entdeckt, dass der, in den Kellern des Londoner Bankhauses Parr am Cavendish Square aufbewahrte „Blaue Hope-Diamant“ eine gut gemachte Imitation ist, scheinen die Ermittlungen wieder am Anfang zu stehen.
Meine Meinung:
Die Zutaten für einen historischen Krimi in London, mehrere Tote, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, ein angeblicher Fluch eines wertvollen Edelsteins, einige Prominente wie Oscar Wilde und sein Lover Lord Douglas sowie der Auftritt von Sir Arthur Canon Doyle, versprechen einen interessanten Krimi.
Hinter dem Autorennamen Robert C. Marley steckt Gerald Hagemann, der als Goldschmiedemeister weiß, worüber er schreibt, wenn er den Täter Edelmetalle schmelzen lässt, um sie seinem Opfer Gordon Wigfield in die Kehle zu gießen. Da ich selbst einige Goldschmiedkurse besucht habe, erinnere ich mich sehr gut an den Augenblick, in dem sich das Gold bzw. Silber verflüssigt, um später in Formen gegossen und weiterverarbeitet zu werden. Der Vorgang des Schmelzens mit offener Gasflamme, die man durch den eigenen Atem reguliert, ist sehr gut beschrieben. Auch andere Tätigkeiten im Juweliersalltag, wie das Überprüfen des Goldgehalts mittels Königswasser oder das Prüfen der Mohshärte bei Edelsteinen, ist anschaulich beschrieben.
Nicht ganz so penibel recherchiert sind die Schuhgrößen, die international nicht genormt sind. Hier hat der Autor, der ja Deutscher ist, die kontinentalen Schuhgrößenbezeichnungen wie Größe 38 oder 43 übernommen, die auf dem metrischen System der Meterkonvention von 1875 basieren. In England verwendet man, bis heute die imperial units, die seit 1824 gelten, also inch, foot, yard, ounce, pound, pint, gallon und bei Schuhen 2, 3 usw.. Also, ein Schuhabdruck mit einer Länge von 27,5 cm entspricht in Deutschland der Größe 43 und in UK 9,5.
Das soll jetzt das Lesevergnügen nicht schmälern. aber als Vermesserin bin ich mit Maßeinheiten sehr gut vertraut, weshalb mir solche DInge eben auffallen.
Der Krimi ist für die Leser unterhaltsam (für die Opfer eher nicht). Der Schreibstil passt gut zur Zeit und dem Milieu. Da kann auch das eine oder andere derbe Wort fallen, an dem sich das als prüde bezeichnete Viktorianische Zeitalter, vielleicht doch nicht ganz so puritanisch zeigt.
Schmunzeln musste ich über den kurzen Auftritt eines kleinen, vorlauten Mädchen namens Agatha, die später als Queen of Crime bezeichnet werden sollte.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall, in dem es Chief Inspector Swanson mit Jack the Ripper zu tun bekommt.
- Jonathan Barnes
Das Albtraumreich des Edward Moon
(135)Aktuelle Rezension von: TheSaintLondon im Jahre 1901. Edward Moon hatte jahrelang mit seinen außerordentlichen Darbietungen als Bühnenzauberer und Illusionist nicht nur das Londoner Publikum, sondern auch Kaiser und Könige, Gelehrte und Industrielle aus der ganzen Welt in Atemlosigkeit versetzt. Doch nun kommen immer weniger Besucher - seine Kunststücke scheinen an Magie verloren zu haben. Auch seine Tätigkeit als Berater und Ermittler für Scotland Yard führt zu einigen markanten Misserfolgen und so beginnt mit immer weniger verkauften Karten und dem Ausbleiben euphorischer Schlagzeilen in den Tagesblättern der gesellschaftliche Stern zu sinken an: Der einstige Liebling der Soireen muss mittlerweile froh sein, überhaupt noch eine Einladung zu erhalten.
Als er von zwei Männern der besseren Gesellschaft erfährt, die sich zu Tode gestürzt haben, wird seine Neugier geweckt. Seine Ermittlungen zeigen Ungereimtheiten auf und scheinen ein Stich in ein Hornissennest zu sein, denn plötzlich finden sich Moon und sein stummer riesenhafter schlafwandlerischer Gehilfe von Scotland Yard beauftragt und vom abstoßenden Leiter des "Direktoriums" (einer Art von britischem Geheimdienst), dem Albino Mr. Skimpole, genötigt, Licht ins Dunkel zu bringen.
Es findet sich schon bald eine Spur... ein Gerücht um einen unter der Stadt schlummernden Träumer. Die Umsetzung der Träume einer Machtübernahme, der Umgestaltung der Gesellschaft, von einer Pantiskratie (das System einer Regierung, in der alle gleich herrschen) werden im Stillen sorgsam von größenwahnsinnigen Geheimbündlern vorbereitet. Es ist höchste Eile geboten... denn London, wie wir es kennen, soll in zwei Tagen untergehen!
Dieser Roman ist das Erstlingswerk von Jonathan Barnes und erschien 2007 und wurde bei Erscheinen euphorisch aufgenommen und als literarische Sensation gefeiert. In der Tat serviert der Autor hier ein Oeuvre, welches das Herz eines jeden Freundes des Phantastischen und des Schaurigen sowie von Verschwörungstheorien sofort in Beschlag nimmt. Der Autor offeriert mit einem Schmunzeln und wahrer Fabulierfreude ein Sammelsurium an kuriosen Figuren, abstrusen Ideen und Geschehnissen. Die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird, lässt den Leser trotz einer Vielzahl mehr oder weniger wichtiger auftauchender Personen dabei bleiben und die Identität des Erzählers offenbart sich mit einem Paukenschlag erst am Ende des Buches... welches vielleicht einen Tick zu schnell da ist.
Hier überreiche ich eine Einladung zu einer Tour-de-Force für Hirn und Bauch... und ende mit dem Hinweis des Erzählers: "Eine letzte Sache, eine letzte Warnung: Im Geiste der Fairness sollte ich noch einräumen, dass ich Beweggründe haben werde, Ihnen mehr als nur eine glatte Lüge aufzutischen."
- Kate Atkinson
Nacht über Soho
(68)Aktuelle Rezension von: DydiDie 20er Jahre in London mit Intrigen, Machtspielchen, Exzessen und Glamour und einem florierenden Nachtleben. Nellie Coker, Nachtclubbesitzerin und Patriarchin, Mutter von sechs Kindern, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen spielt eine große Rolle. In ihren Clubs treffen Gangster und Adelige aufeinander oder sind sogar beides machen Geschäfte und amüsieren sich.
Doch verschwinden junge Frauen spurlos und Inspector Frobisher möchte diesem auf den Grund kommen und hat dabei nicht zuletzt die Nachtclubs von Nellie auf dem Kieker. Unterstützung erhält er dabei von Gwendolyn, die selbst auf der Suche nach zwei verschwundenen Mädchen ist und sich dabei in einen Nachtclub einschleust.
Für mich war der Roman nicht ganz einfach zu lesen, er hatte einige Längen, obwohl die Story an sich und die Zeit, in der sie spielt sehr interessant ist.
- Elizabeth George
Gott schütze dieses Haus
(465)Aktuelle Rezension von: MartinAGOTT SCHÜTZE DIESES HAUS mag der erste Lynley-Krimi sein, denn Elizabeth George geschrieben hat, aber es ist nicht der erste. In MEIN IST DIE RACHE wird die Vorgeschichte erzählt, aber man kann die Bücher auch in der Reihenfolge lesen, in der sie geschrieben wurden. GOTT SCHÜTZE DIESE HAUS ist kein actionreicher Thriller, sondern ein klassischer britischer Ermittlungsroman mit starkem Fokus auf Charaktere und Atmosphäre. Und so lässt sich George auch Zeit, baut ihre Geschichte langsam auf. Auch mit der Vorstellung ihrr Protagonisten lässt sie sich Zeit, ohne dabei den Leser zu langweilen. Von Anfang an schafft sie es den Leser bei der Stange zu halten und so langsam sich ihr Fall aufbaut so langsam (aber nachhaltig) steigt das Entsetzen und der Unglaube des Lesers. Ein intelligenter, psychologisch ausgefeilter Krimi, der hinter die Fassade englischen Dorflebens blickt. Havers und Lynley harmonieren gut, auf ungewöhnliche Weise und trotz aller Unterschiede weiß Lynley Havers zu nehmen und sie in ihre Schranken zu weisen und sie gleichzeitig zu fördern. Und man merkt auch, welchen Einfluss Havers langsam auf ihren Vorgesetzten ausübt. Und so bietet GOTT SCHÜTZE DIESES HAUS nicht nur einen spannenden Krimi, der trotz fehlender Gemetzel durchaus nahegeht, sondern auch zwei faszinierende Ermittler, mit Ecken und Kanten.
Ein Muss für jeden Fan klassischer Krimis und es ist schon fast schade, dass ich sie erst jetzt lese obwohl ich das schon so lange vor hatte (seit der ersten Lynley Serie)
- Elizabeth George
Bedenke, was du tust
(112)Aktuelle Rezension von: AlienaRDie Bestseller-Autorin Clare Abbott stirbt in ihrem Hotelzimmer. Ist es ein Herzinfarkt? Ihre Lektorin Rory glaubt nicht daran und kontaktiert Barbara Havers. Doch erst als auch Rory vergiftet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, werden die Ermittlungen aufgenommen. Die Ermittlungen führen Barbara Havers und Thomas Lynley tief in die Recherchen von Clare und die Familiengeschichte von Caroline Goldacre, Clares Assistentin – und ein Geheimnis nach dem anderen wird aufgedeckt…
„Bedenke, was du tust“ beginnt nicht mit dem Todesfall, sondern einige Jahre vorher und stellt uns eine Reihe von Charakteren vor, bei denen man sich zunächst fragt, was diese mit dem Fall zu tun haben. Interessant sind die Figurenkonstellationen allemal und wir erhalten eine Menge Hintergrundwissen über die Protagonisten, auch wenn so bereits ein großer Teil des Buches ohne Ermittlungen von Havers und Lynley verstreicht. Die Ermittlungen werden dann davon beeinflusst, dass ein Versetzungsgesuch wie ein Damoklesschwert über Barbara Havers schwebt; trotz strikter Anweisungen von Chefin Isabelle Ardery schafft sie es jedoch, ihren eigenen Ermittlungsstil weiterhin einzubringen.
Viele Tatverdächtige und viele Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung bis zum Ende hoch und letztendlich doch alles anders ist, als man gedacht hat. Für mich ein toller Krimi zum Miträtseln, bei dem am Ende alles ein stimmiges Bild ergibt. Dafür gibt es 5 Sterne!
- Jeffrey Archer
Schicksal und Gerechtigkeit
(47)Aktuelle Rezension von: sansolEin runder Auftakt in die Warwick-Reihe. William Warwick, Kunststudent aus bestem Hause will nicht Jura studieren und in die Fußstapfen seines Vaters treten. Der erfolgreiche Anwalt kann nicht verstehen dass sein Sohn Polizist werden sich aus eigener Kraft hocharbeiten möchte.
Aufgrund seiner Kunst Kenntnisse wird William recht schnell in das entsprechende Dezernat versetzt und kommt einem großen Gemldefälscher auf die Spur. Im Rahmen seiner Ermittlungen verliebt er sich in die Kunstexpertin Beth, die selbst ein Geheimnis umgibt.
Gut zu lesender Schreibstil, unterhaltsam aber nicht mega spannend sondern, ja - solide halt. Die Charaktere sind sympathisch gezeichnet aber es fehlt (mir) noch ein wenig Tiefe. - Forrest Leo
Der Gentleman
(59)Aktuelle Rezension von: HerbstroseLondon, Mitte 19. Jahrhundert. In seinem Haus am vornehmen Pocklington Place lebt der Adlige Lionel Savage in der Überzeugung, er sei ein toller Hecht und ein begnadeter Dichter. Er ist 22 Jahre jung, sieht gut aus, ist sehr kultiviert aber auch sehr faul und lebt gerne über seine Verhältnisse. So muss ihm sein treuer Butler Simmons eines Tages mit Bedauern mitteilen, dass das Geld ausgegangen sei. Nun hat Lionel zwei Möglichkeiten, zu arbeiten oder eine reiche Frau heiraten. Ersteres kommt für den Gentleman ja nicht infrage, also bleibt nur der zweite Weg aus dem Desaster. Eine passende junge Dame aus vermögendem Hause ist bald gefunden, es wird geheiratet und Vivien zieht in das Haus am Pocklington Place ein.
Geld ist zwar nun vorhanden, doch Lionel ist seiner Angetrauten bald überdrüssig. Er empfindet sie als geistlos und nörglerisch, verachtet und hasst sie. Zu allem Übel kommt noch seine Schreibblockade hinzu, er kann nicht mehr dichten und ist verzweifelt. Als einzigen Ausweg sieht er seinen Selbstmord, doch die Umstände, die er seinem treuen Butler dadurch machen würde, halten ihn zunächst davon ab. Während er noch nach einer Lösung sucht, beehrt ihn ein eleganter Gentleman mit seinem Besuch, der sich selbst als Teufel vorstellt. Die beiden unterhalten sich freundschaftlich – und als der Teufel gegangen ist, ist auch plötzlich Vivien verschwunden …
Der US-amerikanische Autor Forrest Leo wurde 1990 in Alaska geboren, wo er auch aufwuchs und mit dem Hundeschlitten zur Schule fuhr. Später machte er einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und arbeitete in verschiedenen Berufen. Er war erst 27 Jahre alt, als er sein Debüt „Der Gentleman“ schrieb, das von dem 1973 in Göttingen geborenen Literaturwissenschaftler Cornelius Reiber ins Deutsche übersetzt wurde.
Mit viel Witz und spöttischer Ironie werden wir in die Gepflogenheiten der Londoner Oberschicht im viktorianischen Zeitalter eingeführt – oder was man sich heute darunter vorstellt. Wie am Schluss des Buches zu lesen ist, wurde die Geschichte zunächst als Theaterstück konzipiert, was besonders in der furiosen Schlussszene, in der sämtliche Akteure noch einmal zusammenkommen, zu merken ist. Eine Besonderheit ist auch, dass die Geschichte von Lionel Savage selbst erzählt wird und der Herausgeber des Werkes, Mr Hubert Lancester, ein Verwandter von Savage, in zahlreichen Fußnoten seinen Kommentar dazu abgibt bzw. dessen Aussagen richtigstellt.
Eine Figur nach der anderen betritt die „Bühne“, rasch wechseln die „Kulissen“, es werden allerlei Abenteuer erlebt, Duelle ausgefochten und witzige, schlagfertige Dialoge ausgetauscht. Wir machen die Bekanntschaft mit dem besten Butler Großbritanniens, mit einem Erfinder von Flugmaschinen, mit einem gutaussehenden, kräftig gebauten Abenteurer, mit Lizzie, der quirligen jüngeren Schwester von Lionel, mit Vivien, Lionels schöner und intelligenter Frau – und nicht zuletzt mit dem Teufel, der sich als Buchliebhaber und Literaturkenner entpuppt und Dante Alighieri bei sich zu Hause als Gärtner beschäftigt.
Fazit: Eine intelligente Boulevardkomödie mit viel Witz, selbstverständlich leicht übertrieben, aber immer mit Stil – sehr unterhaltsam und äußerst amüsant.
- Luzia Pfyl
Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt
(115)Aktuelle Rezension von: Monika_GraslSteampunk ist ein Genre, das ich bisher noch nicht in größerem Umfang gelesen habe. Gerade Luzia Pfyl ist was dieses Genre anbelangt jedoch ein guter Gratmesser, denn sie ermöglicht es auch jenen, die bisher keinen Zugang zum Steampunk hatten damit auf Anhieb warm zu werden. Das liegt auch daran, dass die beiden Hauptprotagonisten Frost und Payn unterschiedlicher nicht sein könnten.
Frost, vormals von Madame Yueh als Kind von der Straße aufgelesen, will sich von den Dragons unabhängig machen und gründet ihre eigene Detektei. Problem ist jedoch, dass der Laden nicht recht in Schwung kommt und Madame Yueh scheint dieser Umstand keineswegs verborgen zu bleiben, denn sie bietet Frost ein lukratives Geschäft an. Bedrängt von der finanziellen Lage steigt Frost darauf ein, obwohl sie bei weitem kein gutes Gefühl hat, was sich schon sehr bald bewahrheitet. Hinzu kommt, das just in dem Moment Cecilia Payn vor ihrer Tür steht und nach ihrem verschwundenen Mann sucht. Kein Problem für Frost, immerhin sind es Einnahmen die sie dringend braucht. Allerdings hätte sie nicht damit gerechnet, was ihr dann wiederfährt als sie auf Herrn Payn trifft.
Die Autorin schafft es hier geschickt zwei unabhängige Geschichten miteinander zu verbinden und somit zu einem großen Ganzen zu verweben. Die flotten Sprüche und die rasche Handlung lassen diesen ersten Band locker an einem Tag durchlesen. Zudem erfährt man die ersten Infos zu den beiden Hauptfiguren. Wobei ich sagen muss gegenwärtig ist Payn da mein Favorit.
Der Anteil an Steampunk kommt aktuell noch nicht so ganz durch, wobei ich vermute, dass sich dies im 2. Band sicherlich ändern wird. Einen gewissen Ausblick darauf bietet gerade das letzte Kapitel mit seinem Schluss.
Fazit: Ein rascher Steampunkroman, der sich gut weglesen lässt und den Leser, der neu in dieses Genre einsteigt nicht sofort mit zu viel gängigen Genreworten überhäuft. Dabei kommen die Figuren flott rüber und lassen so schon auf einigen Witz in den kommenden Büchern hoffen.
- Daniel Cole
Hangman. Das Spiel des Mörders (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 2)
(216)Aktuelle Rezension von: Alice_WonderlandDie Charaktere von Baxter und Co sind mir im ersten Band schon sehr ans Herz gewachsen und im zweiten noch viel mehr. Allein wegen der Entwicklung der Charaktere lohnt es sich. Die Geschichte selbst konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Sehr spannend aufgebaut fand ich manche Szenen doch sehr übertrieben. Trotzdem freue ich mich sehr darauf den dritten Teil zu lesen um zu schauen, wie es mit dem Leben von Baxter und Co weiter geht.
- Lisa Rosenbecker
Litersum - Musenkuss
(144)Aktuelle Rezension von: RavendaraGesamteindruck
„Musenkuss” hat mich mit seiner Grundidee sofort gepackt – und das will was heißen. Eine Antimuse als Protagonistin, die kreative Energie nicht verschenkt, sondern raubt? Selten, originell und klug in die Welt des Litersums eingebettet. 🎭 Die Mischung aus Urban Fantasy, Crime, Romance und einem Hauch griechischer Mythologie ist genau mein Ding, und die Autorin bedient alle Genres solide. Die Handlung ist nicht spektakulär, aber angenehm unvorhersehbar – ich wurde öfter überrascht, als ich erwartet hatte. Malou als Ich-Erzählerin ist frech, humorvoll und sympathisch, auch wenn ihre Zickigkeit und ihr Leugnen offensichtlicher Anziehung stellenweise auf die Nerven gingen. Zum Glück ist diese Phase überschaubar wirklich überzeugende Nebenfiguren können das mehr als ausgleichen. Alles in allem: Ein unterhaltsamer Auftakt, den ich nicht bereue.
Für mich ist „Musenkuss“ vor allem eine Liebeserklärung an Bücher, Fantasie und Geschichten – und damit genau mein Beuteschema. 📚✨
Stärken
- Fantasy + Crime + Romance + griechische Mythologie = ❤️❤️
Originelle Prämisse: die Antimuse ist eine faszinierende, selten genutzte Figur - Das Litersum als magische Parallelwelt ist kreativ und liebevoll ausgearbeitet
- Die Mordserie ist schlüssig konzipiert und gut in die Handlung eingebettet, die Auflösung ist nachvollziehbar aber überraschend
- Malous Humor und Selbstironie machen sie trotz Macken sympathisch
- Malous Mutter ist eine der besten Mutterfiguren seit Langem – stark, liebevoll, ohne einzuengen
- Der Nerd-Faktor (Kater Sheldon, „Lucifer”, „Castle”) passt perfekt zum Tonfall
- Flüssiger, zugänglicher Schreibstil
- Kein epischer Endkampf – Auflösung zügig und ohne unnötiges Aufblähen
- Nebenfiguren (Emma, Thia, Tom) mit echter Tiefe und Sympathie
- Kein Cliffhanger
Schwächen
- Malous Zickigkeit und ihr Selbstbetrug in Sachen Romance nerven eine Weile
- Manche Interaktionen mit Nebenfiguren wirken schablonenhaft
- Chris ist anfangs wenig zugänglich – aus der Ich-Perspektive naturgemäß eingeschränkt wahrnehmbar
- Ständig wird Chris mit seinem Nachnamen angesprochen.
- Die Auflösung kommt etwas abrupt
Meine Eindrücke beim Lesen
Ich habe vorher „Die Seiten der Welt” gelesen und war deshalb neugierig auf das Litersum-Universum. Die Idee einer verborgenen Bücherwelt mitten in unserer Realität, mit eigenen Regeln, Orten und Wesen, hat mich erneut begeistert. Als Leseratte träume ich natürlich sofort von den Buchläden und Orten, die man besuchen wollen würde – das ist genau die Art von Weltenbau, die sich richtig anfühlt. 📖🗺️
Schon die Grundidee hat mich sofort begeistert. Musen kennt man zwar aus Mythologie und Literatur, aber sie spielen in Fantasyromanen erstaunlich selten eine zentrale Rolle. Hier geht die Autorin sogar noch einen Schritt weiter und macht ihre Protagonistin zu einer Antimuse – also zu jemandem, der Ideen raubt statt sie zu schenken. Allein dieser Gedanke hat mich neugierig gemacht.
Malou mochte ich grundsätzlich sehr. Sie ist frech, unorthodox und besitzt einen Humor, der viele Situationen auflockert. Gleichzeitig hat sie mich aber auch gelegentlich an den Rand eines Augenroll-Moments gebracht. Besonders ihre Neigung, sich selbst etwas vorzumachen, und ihr anfängliches Leugnen offensichtlicher Gefühle fand ich stellenweise etwas anstrengend. Zum Glück verliert sich das mit der Zeit und ihre Entwicklung hat mir insgesamt sehr gut gefallen.
Chris war für mich zunächst ebenfalls kein einfacher Charakter. Allerdings konnte ich seine Zurückhaltung nachvollziehen, schließlich erlebt man ihn ausschließlich durch Malous Perspektive. Je mehr man über ihn erfährt, desto sympathischer wurde er mir. Vor allem seine Geduld mit Malou verdient eigentlich einen eigenen Orden. 😅 Am schlimmsten fand ich, dass er immer mit seinem Nachnamen angesprochen wurde.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir aber die Nebenfiguren. Emma und Thia waren einfach wunderbar. Ihre Herzlichkeit, ihre Loyalität und ihre Unterstützung haben jede Szene mit ihnen aufgewertet. Auch Tom mochte ich sehr. Und natürlich Sheldon, denn seien wir ehrlich: Ein Kater namens Sheldon sammelt bei mir bereits vor seinem ersten Auftritt Pluspunkte. 🐱
Mein persönliches Highlight war jedoch Malous Mutter. Sie gehört für mich zu den besten Mutterfiguren, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Sie unterstützt ihre Tochter, ohne sie zu bevormunden, gibt Halt, ohne einzuengen, und schafft gleichzeitig ihre Karriere bei Scotland Yard. Solche Elternfiguren findet man leider viel zu selten.
Die Krimihandlung hat mich ebenfalls positiv überrascht. Ich hatte ursprünglich eher mit einer klassischen Urban-Fantasy-Geschichte gerechnet, bekam aber zusätzlich eine spannende Mordserie serviert. Das Zusammensetzen der Hinweise hat Spaß gemacht, die Verdächtigen wechselten regelmäßig und die Auflösung konnte mich tatsächlich überraschen. Zwar wirkte das Ende etwas abrupt, dafür nahm sich die Autorin anschließend Zeit, die Hintergründe ausführlich zu erklären und die Geschichte sauber abzuschließen.
Die Romance folgt gängigen Mistern (Grumpy & Sunshine), was nicht unbedingt mein persönlicher Favorit ist – aber die Liebesgeschichte der Mutter gleicht das locker aus und verleiht dem Buch eine warmherzige Note. Der Nerd-Faktor (Kater Sheldon! „Castle”! „Lucifer”!) hat mir zusätzlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. 😄🐱
Fazit & Empfehlung
„Musenkuss“ vereint vieles, was ich an Urban Fantasy liebe: eine kreative magische Welt, sympathische Figuren, Spannung, Freundschaft, Romantik und eine ordentliche Portion Büchermagie. ✨📚
Nicht alles war perfekt. Malous Verhalten hat mich stellenweise genervt und manche Romantasy-Elemente waren für meinen Geschmack etwas vorhersehbar. Dennoch überwiegen für mich ganz klar die positiven Aspekte. Die Welt des Litersums, die originelle Idee der Antimusen und die spannende Krimihandlung haben mich hervorragend unterhalten.
Eine klare Empfehlung für alle Fans von Urban Fantasy, Buchwelten, magischen Geheimnissen und Geschichten, in denen Liebe, Freundschaft und Spannung Hand in Hand gehen. ❤️
- Fantasy + Crime + Romance + griechische Mythologie = ❤️❤️
- Carola Dunn
Miss Daisy und die tote Sopranistin
(25)Aktuelle Rezension von: MissWatson76Ich kann nur sagen, dass ich Miss Daisy einfach total gerne mag. Es ist schön, ihrer Geschichte zu folgen und den Fällen, in denen sie ermittelt.
Das hier ist der dritte Fall von Miss Daisy und Inspector Alec Fletcher in dem sie zusammen ermitteln. Ich muss sagen, dass für beide einfach alles fast viel zu glatt läuft und es kaum Komplikationen gibt, aber dafür ist es eben ein Cosy Krimi und das muss dann eben so sein.
Aber dafür sind alle andere Personen um sie herum schon ziemlich verrückt und fast jeder von ihnen hat ein Motiv für einen Mord. Und da ist es nicht so einfach, den richtigen zu finden. Aber es macht Spaß, den Ermittlungen zu folgen.
Hier geht es um einen total Sopranistin, die vergiftet wurde und viele Hauptverdächtige.
Einfach cosy, aber fast perfekt.
- Elizabeth George
Nie sollst du vergessen
(211)Aktuelle Rezension von: SunsyEin interessanter und anfangs absolut undurchschaubarer Plot, in London spielend, allerdings ein wenig weitschweifig und daher nicht für kurze freie Minuten zwischendurch zu empfehlen. Hier sollte man schon etwas Zeit mitbringen, um im Geschehen zu bleiben.
Ich habe noch die alte Ausgabe, inzwischen gibt es eine überarbeitete mit neuem Cover.
Lange Zeit bleibt völlig unklar, wer hier vor 20 Jahren der Täter war und ob diese Tat tatsächlich mit den neuerlichen Morden in Zusammenhang steht, denn an die Schuld des deutschen Kindermädchens konnte auch ich nicht glauben. Doch die beiden Ermittler Thomas Lynley und Barbara Havers haben so einige Theorien, die sie nach und nach durchspielen.
Kurz vor dem Ende gibt es noch einen überraschenden Twist, der uns Leser gekonnt in die Irre führen soll.
Meine Bewertung: 85/100 bzw. 08/10 Punkte
https://sunsys-blog.blogspot.com/2026/08/gelesen-nie-sollst-du-vergessen.html
- Elizabeth George
Asche zu Asche
(285)Aktuelle Rezension von: MarigoldIch lese gerade alle Inspektor-Lynley-Romane in Reihenfolge und war bei Asche zu Asche etwas enttäuscht. Die Grundidee des Falls ist spannend und ungewöhnlich, es gibt viele falsche Fährten und interessante Charaktere. Auch Elizabeth Georges typische, detailreiche Sprache und die psychologische Tiefe ihrer Figuren sind wie gewohnt stark.
Trotzdem zieht sich die Handlung über weite Strecken, die Spannung kommt erst im letzten Drittel richtig auf. Einige Passagen wirkten selbst für mich als langjähriger Fan zu lang und ausschweifend. Das private Drama rund um Lynleys Liebesleben war mir diesmal etwas zu viel.
Als Fan der Reihe und besonders der unkonventionellen Barbara Havers habe ich natürlich bis zum Ende gelesen – auch wenn es sich in meinem Fall um einen Re-Read handelte. Insgesamt kein Highlight, aber solide. Ich weiß: Bessere Bände folgen.
- Carola Dunn
Miss Daisy und der Tod im Wintergarten
(35)Aktuelle Rezension von: MissWatson76Ich rezensiere hier das Hörbuch, leider ist es hier nicht zu finden. darum nehme ich das Buch als Vorlage.
Das Hörbuch - der zweite Band aus der Reihe von Miss Daisy - wird gelesen von Julia Tettenborn, die ihre Sache hier auch sehr gut macht. Julia Tettenborn liest Miss Daisy in einem guten nicht zu schnellen Tempo, das sehr gut passt zu einem Cosy Krimi.
Hier geht alles in einem angepassten Tempo mit guter Spannung und auch einer guten Portion Romantik.
Miss Daisy ist für einen Auftrag auf dem imposanten Anwesen Occles Hall. Ihre gute Freundin Bobby und ihr Bruder freuen sich sehr über den Besuch der jungen Adligen. Nur ihre Mutter lässt sich anmerken, dass sie sich über gar nichts freut, weder über Besuch, noch wenn ihre Kinder anfangen, sich ihren eigenen Kopf über ihr Leben zu machen.
Daher ist es nicht schwer zu erraten, dass wieder einmal jeder ein Motiv hat, als die Leiche des jungen Dienstmädchens Grace gefunden wird.
Daisy ist mit der Arbeit des bisher ermittelnden Polizisten gar nicht zufrieden und fühlt sich wieder einmal als Frau nicht ernst genommen. Also ruft sie Inspector Alec Fletcher an, der sich für Daisy sofort auf den Weg macht.
Daisy hat einiges gelernt aus ihrer ersten Ermittlung mit dem Inspector und vor allem freuen sich beide sehr, einander wiederzusehen.
Ein Cosy Krimi wie er im Buche steht, könnte man sagen. Einfach, aber spannend und mit sehr guten Dialogen und einer guten Portion Romantik.
Mir hat es sehr gut gefallen. - Hikaru Miyoshi
Moriarty the Patriot 9
(13)Aktuelle Rezension von: Victoria_RohdeDas Cover zeigt einen der Band rund um Moriarty und dieses Mal hat er auch einen kleinen, aber feinen Auftritt, was ihn als Coverfigur rechtfertigt.
Ansonsten gibt es diesmal ganz unterschiedliche Kapitel, die alle für sich sehr mitreißend sind. Egal, ob es sich um eine scheinbar unproblematische Teegesellschaft, einen Rückblick in die Anfänge des kleinen James, oder in die Politik und die Zwei-Klassen-Gesellschaft in England handelt.
Es war durchgehend interessant und man erfährt einiges, was neu ist. Da man die einzelnen Figuren mittlerweile ziemlich gut kennt, ist es auch leicht, dem Geschehen zu folgen.
Fazit: Ein sehr guter Folgeband, der Lust auf Mehr macht.























