Bücher mit dem Tag "seefahrt"
182 Bücher
- Diana Gabaldon
Outlander - Ferne Ufer
(1.150)Aktuelle Rezension von: DaveSp91Mit „Ferne Ufer“ erreicht die Outlander-Saga einen neuen emotionalen Höhepunkt. Der dritte Band knüpft nach einer schmerzhaften Trennung an und erzählt die lang ersehnte Wiedervereinigung von Claire Randall und Jamie Fraser – ein Moment, auf den Leserinnen und Leser seit dem ersten Band hingefiebert haben.
Zwanzig Jahre lang glaubt Claire, Jamie in der Schlacht von Culloden verloren zu haben. Als sie schließlich erfährt, dass er überlebt hat, kehrt sie mithilfe ihrer Tochter Brianna durch die Steinkreise ins 18. Jahrhundert zurück. Doch das Wiedersehen ist nicht nur von Freude geprägt: Beide haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, Narben davongetragen und eigene Lebenswege beschritten. Diese emotionale Tiefe verleiht dem Roman eine besondere Reife und Glaubwürdigkeit.
Diana Gabaldon gelingt es meisterhaft, große Gefühle mit historischen und politischen Themen zu verbinden. Jamies Engagement für Schottlands Unabhängigkeit, die Folgen der Jakobitenaufstände und die Gefahren der damaligen Zeit bilden eine spannende Kulisse, vor der sich die Liebesgeschichte weiterentwickelt. Als Jamie und Claire gezwungen sind, das schottische Hochland zu verlassen und sich auf eine Reise zu neuen, fernen Ufern zu begeben, gewinnt die Handlung zusätzlich an Dynamik und Abenteuerlust.
Besonders hervorzuheben ist die ungekürzte Neuübersetzung, die sprachlich flüssig, atmosphärisch und modern wirkt, ohne den historischen Charme zu verlieren. Gabaldons detailreiche Beschreibungen lassen das 18. Jahrhundert lebendig werden und ziehen die Leserinnen und Leser tief in die Geschichte hinein.
„Ferne Ufer“ ist ein bewegender, spannender und leidenschaftlicher Roman, der zeigt, dass wahre Liebe Zeit, Raum und selbst tiefgreifende Veränderungen überdauern kann. - Yann Martel
Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger 3D, 1 Blu-ray
(1.039)Aktuelle Rezension von: Fiona_CamarsEines der schönsten und ungewöhnlichen Bücher, die ich je gelesen habe. Das Setting ist merkwürdig, mit einem indischen Zoobesitzer Sohn. Die Geschichte mäandern erst hier hin und dorthin, bis plötzlich der (im Deutschen) namensgebende Schiffbruch passiert, bei dem sich der Junge auf einem kleinen Rettungsboot mit einer Handvoll bedauernswerten Tieren wiederfindet. Ungewohntes Ende. Tolle Geschichte!
- Herman Melville
Moby Dick
(541)Aktuelle Rezension von: CCCMoby Dick ist ein literarischer Gigant – unbestritten ein Klassiker, der in seinem thematischen Kern bis heute Relevanz besitzt. Die Geschichte von Kapitän Ahabs wahnhaftem Rachefeldzug gegen den weißen Wal ist eine tiefgründige Allegorie auf menschliche Besessenheit, Macht und Selbstzerstörung. Gerade dieser Teil – das Psychogramm eines Getriebenen – hat mich fasziniert und gepackt. Hier wird ein innerer Abgrund sichtbar, der auch heute noch in vielen Figuren unserer Welt wiederzuerkennen ist.
Aber so eindrucksvoll die Erzählung um Ahab und Ishmael auch ist, so sperrig sind weite Teile des Romans. Die detaillierten Abhandlungen über den Walfang, die Biologie der Wale, das Leben auf See und technische Erläuterungen wirken aus heutiger Sicht oft ermüdend. Zwar merkt man Melville seine enorme Bildung und sein literarisches Können an – manches Kapitel liest sich fast wie ein philosophischer Essay –, doch gerade diese Abschweifungen fordern einiges an Geduld. Wer sich darauf einlassen kann oder will, findet in dem Buch eine tiefe, vielschichtige Welt. Wer vor allem an der eigentlichen Handlung interessiert ist, wird jedoch oft ausgebremst.
Der Sprachstil ist reich, teils poetisch, aber auch altmodisch und komplex – eine Herausforderung, insbesondere in der deutschen Übersetzung. Dennoch: Es lohnt sich, dieses Werk gelesen zu haben. Nicht weil jede Seite begeistert, sondern weil es einen Eindruck hinterlässt. Einen bleibenden.
Fazit: Ein wichtiges Buch, das nicht leicht zugänglich ist – aber wer durchhält, wird mit einer zeitlosen Erzählung über Obsession, Menschlichkeit und Schicksal belohnt.
- Jojo Moyes
Über uns der Himmel, unter uns das Meer
(688)Aktuelle Rezension von: Alinchen600 Frauen besteigen das Schiff Victoria, das sie von Australien nach England bringen soll. Sie alle haben englische Soldaten geheiratet und oft nur kurze Zeit mit ihnen verbracht, bevor der Krieg sie wieder trennte. Nun reisen sie in eine ungewisse Zukunft. Unter ihnen sind auch die Krankenschwester Frances, die schwangere Margaret, Avice aus reichem Hause und die erst 16-jährige Jean. Die vier teilen sich eine Kabine. Das Buch wird aus ihren unterscheiden Perspektiven erzählt, dazu noch aus Kapitän Highfields Sicht und aus der eines Marinesoldaten, der auf der Victoria dient und jede Nacht die vier Frauen bewacht. Während die Frauen mehr oder weniger zusammen wachsen und der ungewissen Zukunft entgegen blicken, nähern sich Frances und der Soldat an. Da bricht eine Katastrophe aus...
Das Buch ist fiktiv, doch es basiert auf einer wahren Geschichte: auf dem Leben der Großmutter der Autorin. Jojo Moyes hat es wieder mal geschafft, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist wunderbar. Trotz ein paar Längen fliegt man nur so durch das Buch. Die Frau weiß einfach, wie man gute Bücher schreibt!
- Lucinda Riley
Die Perlenschwester
(589)Aktuelle Rezension von: baileyolafDie Perlenschwester - Die sieben Schwestern Band 4 hat mir wieder sehr gut gefallen und reiht sich für mich problemlos in die gesamte Reihe ein. Ich gehe an die Bücher von Lucinda Riley immer mit Respekt heran, weil sie Zeit brauchen und nicht einfach „weggelesen“ werden. Genau so war es auch hier - nicht kompliziert, aber eben anders als viele andere Romane.
Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt vorsichtig, da Teile von Ceces Geschichte bereits aus Stars Perspektive bekannt waren. Umso positiver überrascht war ich davon, wie gut sich dieser Band aus Ceces Sicht anfühlt. Die Geschichte wirkt vollständig, schlüssig und ergänzt das bisher Erzählte sinnvoll. Für mich stehen alle Bände der Reihe auf einem sehr ähnlichen Niveau - keiner sticht heraus.
Die Stimmung ist überwiegend hoffnungsvoll und stellenweise nostalgisch. Die Spannung entsteht nicht durch schnelle Wendungen, sondern durch das Erzählen selbst. Besonders gefallen haben mir die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie die Ortswechsel. Ich habe mich jedes Mal darauf gefreut, egal in welcher Zeitebene die Geschichte gerade war - keine war besser oder schwächer als die andere.
Am besten an dem ganzen Buch hat mir die Geschichte gefallen, auf der alles aufbaut.
Cece habe ich als sympathisch, stark und gut nachvollziehbar empfunden. Man ist beim Lesen sehr nah bei ihr und versteht ihre Entwicklung. Sie wird im Laufe der Geschichte mutiger und klarer darin, wer sie ist und was sie möchte - das wirkt nicht überzogen, sondern natürlich.
Der Schreibstil ist wie gewohnt fesselnd. Ich habe etwa zwei Wochen für das Buch gebraucht, weil ich mir bewusst Zeit dafür genommen habe.
Kritikpunkte habe ich keine. Für mich ist auch dieser Band ein Herzensbuch. Ich empfehle ihn allen Fans der Reihe sowie Leser:innen von Familienromanen.
- Diana Gabaldon
Outlander - Echo der Hoffnung
(349)Aktuelle Rezension von: SarahWants2ReadWorum geht es?: Inmitten der Wirren des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges beschließt Jamie Fraser 1777, mit seiner geliebten Claire nach Schottland zu reisen. Er will seine Druckerpresse aus Edinburgh holen, um die Rebellen zu unterstützen. Heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert? Die Reise birgt so manche Gefahr für die Liebenden, während ihre Freunde sich in den zunehmend blutigeren Gefechten auf verfeindeten Seiten wiederfinden.
Das Cover: Das Buchcover des Blanvalet-Verlags gefällt mir gar nicht. Ich bin ja sehr vorsichtig mit dem Lesen meiner Bücher, aber bei diesem Cover war nichts zu machen. Die Goldschrift auf dem Cover geht so schnell ab und dann ist das Cover so dünn, zu dünn für 1000 Seiten, sodass es Segelohren nun hat. Ich bin total enttäuscht und werde künftig nur noch die Bücher des Knaur Verlags kaufen. Die halten deutlich mehr aus.
Der Schreibstil: Die Kapitel aus der Sicht von Claire werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Bei allen anderen Protagonisten ist es die Erzähler-Perspektive. Der Schreibstil in diesem Buch war ein Auf und Ab. Die ersten paar Kapitel waren gut, danach war es sehr langweilig und die letzten 200 Seiten konnten mich wieder catchen. Ich verstehe immer noch nicht, warum die Autorin so ausladend schreiben muss. Ja, sie kann eine tolle Welt erschaffen, aber muss man wirklich alles bis ins kleinste Detail erzählen? Hätte das Buch mehr spannende Kapitel eingebaut, dann hätte ich nicht einige Kapitel überflogen.
Die Hauptfiguren: Brianna und Roger sind wieder in die Zukunft zurückgereist und müssen nun wieder in ihrer Zeit zurechtfinden. Besonders Jemmy leidet unter dem Kulturschock und hat zunehmend Probleme in der Schule. Brianna fragt sich derweil, was ihre Eltern so machen und wie sie den Krieg überstanden haben. Dann findet Brianna Briefe von Claire an sie. > > Claire und Jamie beschließen, zurück nach Schottland zu reisen. Hier hat mir besonders gefallen, dass auch frühere Charaktere wie Ian und Jenny wieder mit eingebunden wurden. Aber das passierte leider viel zu spät. Auf ihrer Reise begegnen sie unter anderem Lord John und William. Es war bislang Jamie und John super gelungen, ihr Geheimnis zu bewahren, doch William sieht seinem Vater immer ähnlicher.
Endfazit: Mit dieser Buchreihe habe ich mittlerweile eine Hassliebe entwickelt. Ich liebe die Charaktere und das Worldbuilding, das Diana Gabaldon geschaffen hat. Ehrlich gesagt hätte ich aber lieber bei der TV-Serie bleiben sollen und nicht die Bücher lesen sollen. Es ist einfach zu detailliert und zu ausladend. Mal kurz ein paar Kapitel zu lesen, geht bei diesem Buch einfach nicht. Ich muss mich komplett auf dieses Buch konzentrieren und da kann keine Musik im Hintergrund laufen. Die Charaktere haben eine tolle Entwicklung gemacht und natürlich werde ich auch den nächsten Band lesen. Dennoch kann ich ehrlich jedem Fan nur empfehlen, bei der TV-Serie zu bleiben. Dort wurde vieles gekürzt, was ehrlich gesagt der Story sogar gut getan hat.
Das Buch erhält von mir enttäuschte 2 von 5 Sterne.
- Alexandra Christo
Elian und Lira – Das wilde Herz der See
(376)Aktuelle Rezension von: CoffeeToGoInhalt
Lira ist die Tochter der Meereskönigin und raubt jedes Jahr einem Prinzen das Herz. Nach einem schweren Fehler, verwandelt ihre Mutter sie in einen Menschen mit dem Ziel, das Herz von Prinz Elian zu stehlen.
Doch an Land angekommen erfährt Lira, dass die Welt keineswegs nur schwarz und weiß ist. Entgegen aller Erwartungen entdeckt sie ihr eigenes Herz und verliebt sich in Elian. Aber hat die Liebe zwischen einem Menschen und einer Sirene überhaupt eine Zukunft?
Eigene Meinung
Die Idee hatte viel Potential, was nicht zufriedenstellend ausgeschöpft wurde.
Die Handlung verlief mir zu viel an Land. Viel lieber hätte ich mehr Zeit im Meer und vor allem bei den Sirenen verbracht. Ich mochte Lira in ihrer Menschengestalt nicht ganz so gerne, nur leider ist sie die meiste Zeit im Buch ein Mensch.
Auch der Funke zwischen Elian und Lira ist bei mir nicht übergesprungen. Bei mir kamen erst Emotionen hoch, als der Showdown war. Da habe ich die Romanze der beiden richtig gefühlt und war unglaublich begeistert! Leider viel zu spät.
Die Nebencharaktere bleiben recht blass, obwohl zwei von ihnen viel sagen. Die anderen kommen eher sporadisch vor, dabei fand ich, dass die Sirenen unglaublich viel Potential für mehr Raum in der Geschichte gehabt hätten.
Das Ende war mir zu schnell und zu übertrieben. Es hatte den Anschein, als wenn das Buch schnell beendet werden sollte. Schade, ich hätte mir noch einen anständigen und vor allem passenden Epilog gewünscht.
Fazit
Mich konnte die Geschichte und vor allem die Romanze leider nicht packen. Außerdem kommen mir die Sirenen, für ein Buch über Piraten und Sirenen, viel zu wenig vor.
Es ist kein schlechtes Buch, mich konnte es jedoch nicht komplett überzeugen.
- Herman Melville
Moby Dick
(65)Aktuelle Rezension von: ConnanONealEinerseits ist dieses Buch oft der Grund, warum man mit der Kunst des Schreibens und dessen Lyrik eine Liebschaft eingeht und somit dem Lesen verfällt, andererseits macht es die überaus anspruchsvolle Sprache und Erzählweise von Herrn Melville eher zu einem Buch für Fortgeschrittene.
Im Prinzip geht es um die Waljagt; genauer gesagt um die Verfolgung eines ganz speziellen Geschöpfes. Das wars auch schon. Das interessante und spannende dabei ist die Liebe zum Detail, die kleinen angeschnittenen Nebenstorys und vor allem charakterliche Züge und deren Bredoullien untereinander.
- Sten Nadolny
Die Entdeckung der Langsamkeit
(459)Aktuelle Rezension von: PjeroIn einer Welt, die dem Schnellen huldigt, ist Sten Nadolnys Roman eine literarische Verneigung vor der Langsamkeit – nicht als Mangel, sondern als Gabe. Der historische John Franklin, langsam im Denken und Handeln, wird hier zur Projektionsfläche eines tiefer liegenden menschlichen Themas: das Recht, das Leben im eigenen Takt zu begreifen.
Nadolny schreibt mit ruhiger Eleganz, unaufgeregt und doch durchdrungen von feiner Ironie und existenzieller Tiefe. Die Sprache spiegelt, was sie beschreibt: ein Dahinfließen jenseits des Getriebenseins, ein Lauschen auf den eigenen inneren Rhythmus. Franklin wird dabei zu einem Gegenbild der modernen Rastlosigkeit – und gerade deshalb zu einem Helden des Geistes.
Ein Roman, der nicht laut sein muss, um lange nachzuhallen. Wer sich darauf einlässt, wird beschenkt: mit Gelassenheit, Erkenntnis – und dem Gefühl, dass Zeit nicht vergeht, sondern sich entfaltet.
- Robert Louis Stevenson
Die Schatzinsel
(638)Aktuelle Rezension von: ZamsIch glaube, was dieses Buch letztendlich vor einer schlechteren Bewertung gerettet hat war der Disney-Film "Der Schatzplanet", den ich sehr liebe. Das Buch ist ja die Vorlage dazu, nur leider konnte ich dafür weit weniger Begeisterung aufbringen, wenn ich nicht Menschen gehabt hätte, mit denen ich mich darüber unterhalten konnte, hätte ich es vermutlich deswegen nicht zu Ende gelesen.
Die Schreibweise lies bei mir irgendwie keine rechte Spannung aufkommen, die Geschichte brauchte sehr lange, um mal etwas Schwung aufzunehmen, was aber nicht an der Handlung lag, denn die hätte ja einige Ereignisse geliefert.Leider konnte mich auch die Charaktere nicht überzeugen, sie waren zwar konstant in ihrer Persönlichkeit, allerdings waren alle Figuren sehr eindimensional, die Hauptakteure hatten ihren einen Wesenszug, der sie ausmachte, und die Nebenfiguren waren Großteils Einheitsbrei, manche davon sogar scheinbar komplett willen- und persönlichkeitslos. Einige der Personen wirkten teilweise schon wie Karikaturen gewisser Wesenszüge, weil das ihr einziger Antrieb und Gedankengang war.
Leider fand ich zu dem noch, dass die Logik sehr hinkte. Das kann man vielleicht noch etwas abmildern, weil es ein Jugendbuch ist, aber ich finde man sollte auch die jüngere Leserschaft nicht für dumm verkaufen.
- Jonathan Swift
Gullivers Reisen. Roman
(249)Aktuelle Rezension von: RadagastGullivers Reisen kennt fast jeder aus seinen Kindheitstagen. Vor allem als Kinderbuch ist Jonathan Swift's Gullivers Reisen bekannt. Was jedoch wenige wissen ist, es ist kein Kinderbuch.
Es ist, nach meiner Meinung, ein kritisches Blick auf die Gesellschaft des 17 Jahrhundert. Swift lässt da dabei seine Gedanken und deren Phantasie gut ineinander fliesen. Er lässt Gulliver auf sonderbare Inseln stranden und lernt dort scheinbar fremdartige Gesellschaften kennen, die bei näherer Betrachtung doch sehr "menscheln". Es gibt bei den jeweiligen Inseln, ob es Lilliput oder Brobdingnag ist, kurze Momente wo ich schmunzeln und auch etwas lachen musste, weil es schlichtweg erfrischend komisch war.
Auch wenn es stellenweise etwas deftig in seinen Geschichten zugeht, ist sein Buch lesenswert. Mit gekonnten Nadelstichen übt er stechende Kritik zu seiner damaligen Gesellschaft und Politik. Auch fällt er mit seiner Phantasie auf die für damalige Zeiten als verrückt und absonderlich galt. Heute reiht er sich wohl als nicht so verrückt ein, vermute ich.
Ich finde es schade das dieser Schriftsteller etwas verkannt ist und sein Gulliver schon oft verkürzt und abgewandelt worden ist, so das es für Kinder und Jugendliche "lesbarer" gemacht worden ist.
Meine Empfehlung: Lest die Ausgabe des Insel Verlag in der Taschenbuch Ausgabe, wenn ihr an der ungekürzten Version interessiert seit. - Daniel Defoe
Robinson Crusoe
(603)Aktuelle Rezension von: reading_josephineNach einem Schiffsunglück strandet der Seefahrer Robinson Crusoe zusammen mit seinem zerstörten Schiff auf einer einsamen Insel. Das Überleben in der Wildnis erfordert viel Einfallsreichtum, Geduld und harte Arbeit, doch es gelingt ihm über Monate und Jahre, sein ganz eigenes Reich zu schaffen. Er zähmt Tiere, baut Unterkünfte und wird ein echter Überlebenskünstler. Bis er eines Tages unerwartet Gesellschaft bekommt.
Hier haben wir es wahrscheinlich mit einem der bekanntesten Abenteuerromane aller Zeiten zu tun. Doch ganz unkritisch ist diese Geschichte aus heutiger Perspektive nicht zu sehen.
Defoe beschreibt vor allem zu Beginn sehr detailliert, wie genau Robinson sein Leben auf der Insel gestaltet und wie er es schafft, zum Meister der Eigenversorgung zu werden. Mir war es teilweise etwas zu detailliert und langatmig beschrieben, am Ende gehört dieser Stil aber wohl zur Geschichte dazu. Am Ende gibt es doch die ein oder andere spannende Stelle in seinem Überlebenskampf auf der Insel.
Aber: Robinson Crusoe ist nicht nur ein Klassiker, sondern auch ein Produkt seiner Zeit – und das merkt man. Crusoe betrachtet die Insel sofort als seinen Besitz und richtet sich entsprechend ein. Diese Denkweise spiegelt die Ideologien des 18. Jahrhunderts wider, als europäische Länder wie selbstverständlich fremde Gebiete eroberten und ausbeuteten. Seine Beziehung zu "Freitag" zeigt das besonders deutlich: Crusoe behandelt ihn wie einen Untergebenen, bringt ihm seine Sprache und Kultur bei und sieht sich dabei als zivilisierende Instanz. Kolonialismus lässt grüßen.
Für uns heute sollte der Roman neben seiner literarischen Komponente auch einen Denkanstoß geben und uns erinnern, wie stark der Einfluss von Kultur und Zeitgeist auf Geschichten sein kann. Und daran, dass es wichtig ist, diese im Kontext ihrer Zeit zu betrachten und den Inhalt entsprechend einzuordnen. - Rebecca Gablé
Der Palast der Meere
(233)Aktuelle Rezension von: ReisefreundinDer Palast der Meere spielt von 1560 bis 1588 zur Zeit von Elisabeth I. Die Hauptpersonen sind Nicholas’ Kinder Isaac und Eleanor.
Dieser Roman spielt nicht nur in England, sondern auch in Spanien, Afrika und den amerikanischen Kolonien. Da in den Vorgänger-Büchern häufig betont wurde, dass so gut wie alle Waringham seekrank werden, erschien es mir arg konstruiert, dass Isaac sich als blinder Passagier auf ein Schiff schleicht. Die Geschichte wird zweigeteilt: ein Teil folgt Isaac, der sich meist irgendwo in der Weltgeschichte herumtreibt. Der andere Teil folgt Eleanor, die in England bleibt, nah bei Königin Elizabeth I.
Der Roman wirkt für mich unentschlossen und schwankt zwischen den beiden Geschwistern Eleanor und Isaac sowie zwischen England und anderen Ländern hin und her. Insgesamt für mich der bisher schwächste Teil der Waringham-Saga.
- Homer
Die Odyssee
(161)Aktuelle Rezension von: Linda19_7Nach dem Trojanischen Krieg macht sich Odysseus auf den Heimweg nach Ithaka zu seiner Frau Penelope. Doch die Götter sind ihm nicht gnädig gestimmt und machen seine Seereise zu einem Höllentrip der über 20 Jahre andauert.
Nachdem die Ilias eine echte Qual für mich war, hatte ich echt Angst mich der Odyssee zu stellen. Erstaunlicher weiße fand ich die Odyssee deutlich angenehmer zu lesen.
Der Schreibstil ist in altertümlicher Sprache und Versform gehalten. Das macht es einem nicht immer leicht den Sinn aufs erste Mal lesen zu verstehen. Mit etwas Geduld und Übung kommt man da aber mit der Zeit gut rein. Auch, weil wie im Märchenstil oft mit Wiederholungen gearbeitet wird. Was mir auch gut gefallen hat ist die Chronologie in der Erzählt wird. Ein paar Kürzungen gerade zum Ende hin hätten aber sicher auch nicht geschadet.
Die Geschichte an sich fand ich auch echt spannend. Jeder weiß ja so grob worum es geht, genaueres weiß aber kaum jemand, weshalb ich Spaß hatte diese Wissenslückeaufzuarbeiten.
Nochmal lesen werde ich das Buch sicher nicht. Dafür nimmt es mir einfach zu viel Zeit in Anspruch. Trotzdem habe ich es nicht bereut und hatte mit etwas Geduld Spaß an der Sache.
- Jules Verne
20000 Meilen unter den Meeren (Roman) - mit Illustrationen
(313)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeEin mysteriöses Seeungeheuer soll für die Zerstörung zahlreicher Schiffe verantwortlich sein. Professor Arronax und sein Diener Conseil machen sich auf die Suche danach, an Bord eines extra dafür gebauten Schiffes, der "Abraham Lincoln". Statt auf ein Seeungeheuer, treffen Sie auf die "Nautilus" und ihren hochintelligenten Kapitän Nemo, der allerdings ganz eigene Pläne verfolgt. Insbesondere dürfen die Beiden Nemos Schiff nie wieder verlassen, um zu verhindern, dass dessen Geheimnisse bekannt werden. Können sie entkommen?
Wenn man bedenkt, dass dieses Buch 1870 veröffentlicht wurde, sind Vernes Ideen reinste Science Fiction für seine Zeit. Dabei ist sein Buch aber fachlich so gut recherchiert, enorm detailreich in Zahlen, Daten, Namen, Klassifizierungen der Meereslebewesen, technischen Fakten, etc., dass es stellenweise wie ein Sachbuch anmutet. So gibt es ganze Kapitel voller Messwerte und ellenlanger Zahlen, die das Lesen einfach zäh machen. Andere Kapitel bauen hingegen durchaus Spannung auf oder sind einfach interessant zu lesen. Dieser Wechsel zwischen Abenteuerroman und fast schon wissenschaftlicher Abhandlung zieht sich leider durch das gesamte Buch.
Mein Fazit: Auch wenn ich Vernes Akribie bzgl. jedweder Fakten aus anderen Büchern kenne, war es mir hier einfach zu viel und störend. Natürlich beeindruckt mich, wie vorausschauend der Autor eigentlich war und mich fasziniert seine enorme Fantasie, nichtsdestotrotz wird dieses Buch wohl keines meiner Lieblingswerke. Gelohnt zu lesen hat es sich schon nur aufgrund des unendlichen Ideenreichtums Jules Vernes.
zurück- LovelyBooks Highlights
- Autor*innen im Fokus
- #youngadultreads
- Little Readers
- LovelyLounge
- Crime Club
- Amazoie "Nautilus" ist, das U-Boot des geheimnisvollen Kapitäns Nemo. Dieser entpuppt sich als ebenso hochintelligente wie zwielichtige Gestalt, deren wahre Motivation sich erst Stück für Stück herausschält. Kann ihnen dennoch die Flucht gelingen?
- Dörte Hansen
Zur See
(250)Aktuelle Rezension von: Jana_FreitagZur See ist bereits mein drittes Buch von Dörte Hansen – nach Mittagsstunde und Altes Land – und erneut hat sie mich vollkommen überzeugt. Mit ruhiger, klarer Sprache entführt sie auf eine norddeutsche Insel und zeichnet authentische, eigenwillige Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen. Die leisen Geschichten, teilweise mit plattdeutschen Einsprengseln, wirken tiefgründig, ohne schwer zu sein, und erzeugen sofort Bilder im Kopf. Kein reißerischer Plot, sondern fein beobachtete Lebensmomente, die sich stimmig verbinden. Ein wunderbarer Roman für alle, die ruhige, atmosphärische Bücher lieben.
- Christoph Hardebusch
Sturmwelten
(82)Aktuelle Rezension von: leandro_readsSturmwelten von Hardebusch ist ein Piratenroman mit ein bisschen Fantasy und Magie über Kämpfe und Intrigen auf hoher See. Einen Fantasyroman würde ich es nicht nennen, eher einen Abenteuerroman mit ein bisschen Magie. Menschen spielen die Hauptrolle und andere Rassen oder Fantasytiere sucht man vergebens. Es dauert ein paar Kapitel bis die Geschichte in fahrt kommt. Eine steile Spannungskurve darf man sich also nicht erwarten. Aber so lernt man alle wichtigen Charaktere in Ruhe kennen und später ist die Handlung fesselnd genug! Mich lockt es (fast) immer, verschiedene Handlungsstränge zu verfolgen, die später irgendwann miteinander verknüpft werden, wenn es gut gemacht ist. Hier ist das gut gelungen!
Ich mochte das Flair des buches, die Südseeabenteuer, die markanten Charaktere. Getaugt haben mit die vielen nautischen Begriffe. Das lässt alles echt wirken. Auch die dichte Atmosphäre gefiel mir. Das korrupte Adelssystem und Intrigen wird genauso thematisiert wie Sklaverei. Ernste Themen werden auf eine glaubwürdige und realistische Weise präsentiert. Hauptsächlich dreht sich die Geschichte um drei Personen: die taffe Offizierin Roxane, die mit einem verrückten cholerischen Kapitän klarkommen muss, der Sklave Majagua, der zu fliehen versucht und der junge verarmte Adelige Jaquento, der auf einem Piratenschiff sein Glück versucht.
- Bernhard Hennen
Die Phileasson Saga - Nordwärts
(122)Aktuelle Rezension von: R_D1Meine Erwartung:
Ich liebe Fantasy, Abenteuer und Schiffe... und so fiel mir diese Buchreihe in die Hände!
Meine Leseerfahrung:
Der Anfang ist übel. Es beschreibt überraschend eintretend se*uelle Gewalt in äußerster Form und wie viele andere Rezensionen zeigen, führte dies zum Abbruch der Lektüre. Hierfür hätte ich mir eine Leseempfehlung ab 16 oder 18 Jahren als Aufkleber oder Hinweis im Buchinneren gewünscht!
Nach dem brutalen Prolog steigen wir in die eigene Geschichte ein. Typisch für epische Fantasy lernen wir neben der Welt selbst eine Vielzahl an Figuren kennen. Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser bzw. der einen oder anderen Leserin auch dies zum Verhängnis geworden, denn die Qual durch den schockierenden Prolog, den man erst einmal verarbeiten muss, mündet in eine komplexe, scheinbar anderr Welt... bis man eben doch nach einigen Seiten merkt, dass der Prolog doch einen Sinn hatte, indem er eine wichtige Rolle für eine Figur in Asleifs Mannschaft spielt!
Wer Asleif Phileasson ist? Der "Foggwulf", wie er auch genannt wird, ist der Kapitän, der als erfolgreicher und stolzer Seefahrer zum König der Meere ernannt werden möchte!
Und hier sind wir bei der typischen Heldenreise, wie Fantasyfreundinnen und -freunde es lieben: Verdächtig inspiriert zu den 12 Aufgaben des Herakles muss auch Asleif Phileasson sich in 12 Aufgaben als tüchtiger Seefahrer und erfahrener Krieger beweisen. Sein Kontrahent ist Kapitän Beorn, den wir in diesem Auftakt weniger kennenlernen als den Kapitn der "Seeadler".
Trotz der epischen Fantasy ist die Welt eher zaghaft fantastisch und dafür umso mehr mystifiziert: Wir erleben eine Reise durch eine alternative nordische Welt, in der auch zauberhafte Elfen und Magier existieren.
Bewertung:
Da ich den Prolog aufgrund seiner Brutalität für den Auftakt einer Fantasyromanreihe schlecht gesetzt finde, vergebe ich 4 Sterne für einen ansonsten gelungenen Auftakt. Der Prolog kam unerwartet brutal daher und die restliche Erzählung wirkte aufgrund des Daseins als Auftakt einer epischen Buchreihe zu dahinplätschernd. Herr Hennen und Herr Corvus, man kann doch die LeserInnen nicht verschrecken und erwarten, dass sie einen ganzen Band "Einführung" durchhalten, um erst im Folgeband Geheimnisse des brutalen Prologs zu lüften und erst dann auf große Fahrt zu gehen!
Enpfehlung:
Ich empfehle den gewaltvollen Prolog erst ab 16, lieber 18 Jahren zu lesen. Ansonsten ist "Nordwärts" eine angenehme, epische Einführung für FreundInnen epischer Fantasy und nordischer Mythologie!
- C.M. Spoerri
Die Legenden von Karinth (Band 1)
(63)Aktuelle Rezension von: Antje_AubelDie Geschichte wird abwechselnd aus vier Perspektiven erzählt: Maryo, einem Waldelfen und Leibwächter, der Elfenprinzessin Amyéna, die vor ihrem frisch angetrauten Ehemann flieht um auf den fernen Kontinent Karinth zu reisen, der menschlichen Magierin und Kapitänin Edana, die aufgrund eines Zufalls mehrfach von Maryo gerettet wird und Thesalis, einer Amazone in Karinth.
Bis auf Maryo erfährt man leider zu keiner der Figuren besonders viel, sodass insbesondere Amyéna und Edana oft auf ihre Beziehung zu dem Elfenkrieger reduziert scheinen. Während Amyéna aufgrund des Standesunterschieds nicht mit Maryo zusammen sein darf und ihm ihre Gefühle deswegen nie gezeigt hat, zeigt Edana ihm deutlich was sie will und stürzt ihn so aufgrund seiner Vorurteile gegenüber Menschen in Selbstzweifel.
Thesalis Rolle im ersten Band liegt hauptsächlich in der Erklärung und dem Aufbau eines alten Konflikts zwischen Amazonen und Elfen, welche beide die Wälder von Karinth für sich beanspruchen.
Die Handlung ist wie auch die Figuren eher simpel und geradlinig. Für jede Hürde, die die Protagonisten überwinden müssen, ist gleich auch eine Lösung parat. Jede Gefahr wird im Laufe weniger Seiten bezwungen, sodass alles in allem für mich nie wirklich echte Spannung aufkommen wollte.
Angenehm fand ich, dass die durch die Anziehung zwischen den Figuren bedingten expliziten Szenen angedeutet, aber nicht detailliert ausgeführt wurden.
Schreibstil und Sprache sind leicht und lassen sich flüssig lesen. Auch durch die kurzen Kapitel und die häufigen Wechsel der Erzählperspektive bleibt das Buch interessant und kurzweilig.
Da mich bereits ein anderes Buch der Autorin absolut begeistert hat, bin ich vom Auftakt der Legenden von Karinth fast schon enttäuscht, werde aber trotzdem auf jeden Fall weiterlesen. Ich hätte mir etwas mehr Komplexität, sowohl in Figuren und Handlung als auch in der Welt selbst gewünscht, denke aber, dass das Buch für junge erwachsene Fantasy-Begeisterte wirklich empfehlenswert ist. - Anthony Ryan
Das Erwachen des Feuers
(147)Aktuelle Rezension von: ReiShimuraAnthony Ryans „Draconis Memoria“ Reihe stand schon sehr lange auf meiner Leseliste, doch hat mich der Umfang der Werke ein klein wenig abgeschreckt. Nicht das ich etwas gegen seitenstarke Bücher hätte. Ganz im Gegenteil, aber bei sehr begrenzter Lesezeit ist es schwer so eine Reihe anzufangen und dann auch noch in halbwegs akzeptabler Zeit zu beenden.
Der Autor hat mich dem Auftaktband seiner Reihe mehr als nur ein klein wenig überrascht. Denn erwartet hatte ich mir einen mehr oder weniger klassischen Drachen-Fantasy-Roman mit Abenteuerkomponenten. Bekommen habe ich allerdings Steampunk, Seeräuber und Spione. Die Zutaten für einen Abenteuerroman waren auch vorhanden und gewürzt war das ganze mit ein wenig Drachenblut. Denn ja, über den Großteil des Buches hinweg, geht es weniger um Drachen, sondern nur um deren Blut, um das Produkt, dass die Welt am Laufen hält. Im ersten Augenblick war ich fast ein wenig enttäuscht, denn das war nicht das, worauf ich mich gefreut habe, doch dann hat mich diese irrsinnige Mischung in seinen Bann gezogen.
Wobei ich schon anmerken muss, dass mich Anthony Ryan zwischendurch immer mal wieder verloren hat und ich meine Entscheidung das Buch zu lesen mehrmals bereut habe. So interessant seine Mischung an Genres auch ist und so sehr er sich bemüht alles unter einen Hut zu bringen, für mich haben die Zahnräder nicht immer perfekt ineinandergegriffen.
Die Geschichte teilt sich in drei große Handlungsstränge ein und werden jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt. Da gibt es Lizanne Lethridge, die Agentin der Abteilung Außergewöhnliche Maßnahmen, Clay Torcreek, ein Krimineller und Blutgesegneter und Leutnant Hilmore, Offizier auf der „Guten Gelegenheit“. Während Lizanne und Clays Geschichten sich von Anfang an verweben und ineinandergreifen, schwebt der Teil um Hilmore wie ein loser Faden im Wind. Durch die doch sehr komplexe Welt und die vielen Details, die der Autor einstreut, habe ich mir beim Perspektiven- bzw Kapitelwechsel manchmal etwas schwergetan.
Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass Anthony Ryan hier ein Meisterwerk erschaffen hat, doch muss ich ihm meine Hochachtung aussprechen, welche komplexe Welt er sich ausgedacht hat. Gerade die Steampunk Komponenten waren für mich in einem Fantasyroman eher Neuland haben sich aber sehr gut in das Gesamtbild eingefügt und meine Neugier geweckt. Auch die Kombination aus Drachen und Piraten fand ich eine spannende Sache. Die ganzen politischen Komponenten waren mir dafür an manchen Stellen ein wenig zu viel und zu prominent. Gerade an diesen Stellen hat sich das Buch für mich ein wenig gezogen. Dennoch muss ich sagen, dass es eine akzeptable Spannungskurve in dem Buch gibt. Diese erreicht natürlich am Ende des Buches ihren Höhepunkt. Wenig überraschend bei Auftaktband einer Trilogie, endet das Buch mit einem Cliffhanger.
Meiner Meinung nach muss man sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Wie oft im Fantasy Genre ist dies kein Buch für schnell, schnell zwischendurch. Dafür ist sowohl die Welt als auch die Handlung zu komplex. Auch bin ich mir nicht sicher, ob dies das richtige Buch für einen Neuling in dem Genre ist. Man braucht für dieses Buch definitiv Durchhaltevermögen, denn gegen Ende hin, wenn sich die Lage mehr und mehr zuspitzt und alles so richtig ins Rollen kommt, wird es erst so richtig interessant. Und auch die Drachen werden gegen Ende immer präsenter.
- Amie Kaufman
The Isles of the Gods
(65)Aktuelle Rezension von: LyjanaCover
Ich kann wohl nicht leugnen, dass das Cover ziemlich gut zum Inhalt passt. Hätte ich es im Laden in die Hand genommen? Vermutlich nicht. Es entspricht einfach nicht dem Typ Buch, den ich auf den ersten Blick interessant fände.
Meine Meinung
Während ich weiterhin daran arbeite meinen Stapel ungelesener Bücher zu reduzieren, lese ich momentan von neuen zu etwas älteren Bücher alles, was ich finden kann. Dieses Buch habe ich vor einer halben Ewigkeit als Überraschungspost erhalten und war mir gar nicht so sicher, ob ich es jemals lesen werde. Von der Autorin habe ich in Kombination mit einer anderen Autorin vor einer Weile bereits eine Dilogie gelesen, die ich sehr genossen habe – also wollte ich der Geschichte doch eine Chance geben. Und wie das immer bei Büchern ist, bei denen man am wenigsten damit rechnet, habe ich es lieben gelernt.
Ehrlich gesagt fand ich den Einstieg in die Geschichte sehr holprig und ich brauchte doch ein Weilchen um mich in dieser Welt der Gegensätze zurechtzufinden. Gerade meine Vorstellung von Schifffahrt und den Reisen über das Meer stand in deutlichem Kontrast zu Automobilen und Dampfschiffen, neben der normalen Seefahrt, die wir zu sehen bekommen. Auch die Kluft zwischen Reich und Arm, zwischen dem was das Leben lehrt und was Lehrer uns beibringen, zwischen Prinz und dem Mädchen des Meeres konnte mich nach anfänglicher Verwirrung immer wieder in seinen Bann ziehen und begeistern. Das Worldbuilding ist nicht das Komplexeste, doch punktet mit verständlichen Erklärungen, mit Lebendigkeit und trotzdem mit einer überzeugenden Leichtigkeit.
Wir begleiten ganz unterschiedliche Charaktere durch diese Welt, wobei die beiden wichtigsten wohl Prinz Leander und Selly, das Schiffsmädchen sind – selbst, wenn alle Protagonisten, durch deren Augen wir diese Welt betrachten offensichtlich wichtig fürs große Ganze sind. Besonders überzeugt hat mich die Dynamik der einzelnen Personen, aber noch mehr, wenn diese sich zu Gruppen zusammengefunden haben. Die Charaktere starten ganz unterschiedlich in diese Geschichte, es gibt Differenzen, aber genauso übergreifende Verbindungen. Im Grunde genommen gibt es niemanden, dessen Leben nicht durch die Taten der anderen beeinflusst worden ist und das macht das ganze Zusammenspiel für mich so faszinierend. Die Taten und die Gespräche, neben den einzelnen Gedankenwelten sind authentisch und ehrlich, es gibt nicht nur Angst und Zweifel, sondern ebenso zentral die große Rolle der Schuld, neben den positiven Emotionen der Freundschaft, Loyalität und Hoffnung.
Persönlich habe ich mit einer seichteren Geschichte gerechnet, doch diesen Gedanken hat mir die Autorin ziemlich erfolgreich aus dem Kopf geschlagen, als die ersten Verbrechen ans Licht gekommen sind. Diese Welt verfolgt nicht nur den ruhenden Krieg zwischen Göttern, sondern ebenso zwischen den unterschiedlichen Völkern. Einige Taten sind in ihrer Grausamkeit kaum zu überbieten und ließen mir den ein oder anderen kalten Schauer über den Rücken laufen. Dieses Buch ist definitiv nichts für Zartbesaitete, wenngleich es nicht total blutrünstig ist. Es passt zur Welt, zur Geschichte und verleiht dem Inhalt stets etwas Dringliches, etwas Angsteinflößendes was nicht nur dafür gesorgt hat, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe, sondern ebenso der Spannung und dem Spannungsbogen immer wieder zu neuen Hochs beflügelt hat. Ich fand „The Isle of Gods“ unfassbar spannend, wurde mitgerissen, konnte nicht aufhören zu lesen, bis die allerletzte Seite erreicht war. Ich weiß nicht, ob es jemals einen zweiten Teil auf Deutsch geben wird, aber falls es zu einer Übersetzung kommt, werde ich das Ende dieser Reise auf jeden Fall von meinem Sofa aus verfolgen.
Fazit
Wieder konnte mich ein Buch total überraschen. "The Isle of Gods" ist ein überraschendes Highlight mit vielen liebgewonnen Charakteren, einer spannenden und actionreichen Welt und viel Herz.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen. - Agatha Christie
Der Tod auf dem Nil Filmausgabe
(347)Aktuelle Rezension von: SchiebeliniNachdem mich die neueste Verfilmung schwer enttäuscht hatte, wollte ich mir doch mal den Roman zu einem der bekanntesten Fälle Poirots geben. Denn eine deutlich ältere Verfilmung fand ich um Längen besser.
"Der Tod auf dem Nil", schafft es sehr schön, ein buntes Potpürre aus Charakteren zusammenzuschmeißen und im Grunde jedem eine Möglichkeit und einen Grund zu geben, der Mörder zu sein. Aber leider erst in der Mitte des Buches. Davor geht es sehr lange um verschiedenste Charaktere und die gemeinsame Reise auf dem Nil. Bis "der Tod auf dem Nil" eintritt, vergeht sehr viel Zeit. Einerseits sehr gut, da wir dadurch jede Menge Informationen geliefert bekommen, die uns helfen sollen, den Fall zu entschlüsseln. Andererseits aufgrund der schieren Menge an Charakteren sehr sehr anstrengend. Manchmal wurde eine Figur erwähnt und ich war mir wirklich nicht mehr sicher, wer eigentlich gerade gemeint ist.
Hinzu kommt, dass sehr viele Nebenplots stattfinden und diese dann recht schnell oder am Rande abgehandelt werden. Hier eine Liebelei, da ein Diebstahl und dort die Suche nach einem Terrorist. Das kann sehr verwirrend sein.
Sobald es aber um den Mord selbst geht, wird es schon deutlich spannender. Eine falsche Fährte nach der anderen und immer wieder neue Verdächtige, die es aus diesem oder jenem Grund getan haben könnten. Schnell fragt man sich, ob jedes Alibi wirklich so wasserdicht ist, wie dargestellt. Auf die Lösung zu kommen ist tatsächlich sehr schwer, dem Leser werden manchmal Informationen oder bestimmte Schlüsse vorenthalten, bis Poirot dann stolz seine Lösung präsentiert. Trotzdem gefiel mir die "Raterei" (auch wenn ich den Ausgang der Geschichte bereits kannte).
Da sehr viel nebenbei passiert und gerne auch mal sich hier und da verliert, würde ich dem Buch 3,5 Sterne geben und auf 4 aufrunden. Ich hatte meinen Spaß und werde das Buch in guter Erinnerung halten.
- Robert Seethaler
Der letzte Satz
(222)Aktuelle Rezension von: CCCIch habe 4 von 5 Sternen vergeben, denn Seethaler überzeugt mit einer imposanten Sprache und einer klar strukturierten Komposition, die mich tief bewegt hat.
In der Rahmenhandlung sitzt Gustav Mahler, gezeichnet von Krankheit, im April 1911 auf dem Dampfer Amerika auf dem Weg von New York nach Europa. Eingehüllt in Decken, fiebrig und schwach, lässt er sein Leben noch einmal Revue passieren . Diese stille Reise öffnet den Raum für innere Monologe – gegenwärtige Eindrücke treffen auf Erinnerungen an Kindheit, Jugend, die glanzvollen Wiener Jahre, seine revolutionäre Arbeit an der Hofoper, den tragischen Tod seiner Tochter Maria, die komplexe Beziehung zu Alma, die brisanten Affären und sogar Freud-Besuche.
Seethaler erzählt in schnörkelloser, fast knapper Prosa, die dennoch voller Emotionen und Klang ist – eine Art literarische Symphonie, in der jedes Motiv sitzt (z. B. der Tee mit dem Schiffsjungen, das Zwiegespräch mit Alma) . Ich fühlte mich nah an Mahler, spürte sein Ringen mit Krankheit, Versagen und Ruhm. Doch ebenso spürte ich Respekt, wie behutsam Seethaler den sterbenden Giganten portraitiert – die Sprache atmet die Würde der Figur.
Die Komposition des Romans – zwei Tage auf See mit Rückblenden in Mahlers Leben – wirkt wie ein musikalisches Werk mit Themen, Variationen und einem leisen Rückzug ins Unausgesprochene. Für mich eine sehr gelungene Struktur.
Seethaler verzichtet bewusst auf ausführliche Musik‑Analysen oder detaillierte biografische Daten. Mahler selbst sagt: „Man kann über Musik nicht reden, es gibt keine Sprache dafür“ . Das fand ich mutig: Der Fokus liegt auf dem Menschen hinter dem Genie, nicht auf der Kunst als solche. Das lässt Raum zum Nachdenken – perfekt für eine gute Buchclub‑Diskussion.
Punkteabzug?
Ich hätte mir gelegentlich etwas mehr Tiefe in den Dialogen gewünscht – manche Szenen wirkten fast wie filmische Skizzen, eindrücklich, aber etwas kurz entfaltet. Auch die bewusste Reduktion auf das Wesentliche mag Lesende, die mehr Fleisch um die Knochen erwarten, irritieren.
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Fazit:
Seethalers imposante, scheinbar zurückhaltende Sprache und die fein gesetzte Komposition machen „Der letzte Satz“ zu einem kurzweiligen, dennoch tief berührenden Porträt eines großen Künstlers. Er hat eine literarische Mini‑Sinfonie geschrieben, die mich zum Nachdenken über Leben, Tod, Kunst und Erinnerung gebracht hat. Klug, ehrlich, rhythmisch – ein würdiger Abschied
- Jack London
Der Seewolf (Graphic Novel)
(143)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich finde die Geschichte nur mittelmäßig gut. Die Kämpfe sind schön spannend und auch der Zusammenhalt des Kerns der Mannschaft. Was ich jedoch nicht wirklich mochte, war der raue Umgang des Kapitäns und dass er seine besten Leute umgebracht hat, ohne dass jemand sich traute, etwas dagegen zu unternehmen. Die Geschichte ist nicht schlecht, jedoch hätte ich sie an einigen Stellen, wie eben aufgeführt, anders geschrieben besser gefunden.























