Bücher mit dem Tag "selbstbeobachtung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "selbstbeobachtung" gekennzeichnet haben.

6 Bücher

  1. Cover des Buches Die Liebesgeschichte der Jane Somers (ISBN: 9783442721559)
  2. Cover des Buches Lebensstufen (ISBN: 9783442713714)
    Julian Barnes

    Lebensstufen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Knigaljub
    Ich weiß nicht, was das mit mir und Julian Barnes ist: was er schreibt, überwältigt mich - aber nicht das komplette Buch über. So war es (wie bei "Die einzige Geschichte") auch hier.

    "Lebensstufen" beginnt harmlos, erzählt zunächst von Ballonfahrern und dann von Fotografie.

    "Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert." (S. 11)

    Barnes erzählt von Fred Burnaby, Sarah Bernhardt und Félix Tournachon. Von der ersten Fotografie aus einem Ballon und von der Überwindung der Höhe. Wie er das macht, ist durchaus schön, aber ich las die ersten Teile "halb verwirrt und [allenfalls] drei viertel verliebt" (S.59), wusste - den Ballongetriebenen ähnlich - noch nicht ganz, wo diese Reise hingehen soll.

    Und bekam dann den Boden unter den Füßen weggezogen. Denn Barnes bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden: Das Leben dieser Ballonfahrer, diese von ihm erzählte Geschichte - und sein eigenes Leben. Im dritten Teil beschreibt der Autor, wie er sich nach dem Tod seiner Frau gefühlt hat. Welche ehrlichen und treffenden Worte er für diese intensiv(st)e Lebensstufe findet, ohne auf Plattitüden zurückgreifen zu müssen, hat mich beeindruckt und sehr bewegt. Er greift dabei auf in den ersten beiden Teilen etablierte Metaphern und Wendungen zurück und rückt so das ganze Buch in ein neues, auf ganz andere Weise bedeutendes Licht, auch wenn vielleicht der Zusammenhang zu dem anfangs Erzählten nicht unmittelbar thematisiert wird, vielleicht gar nicht ersichtlich ist, so schien mir doch irgendwie verständlich, warum Barnes sich auf diesen Umwegen seiner eigenen, sehr persönlichen Geschichte nähert. Er lässt den Leser in den Himmel aufsteigen, baut eine gewisse Distanz auf, lässt ihn abheben - um ihn dann mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen zurückzuwerfen. Dass ausgerechnet das Aufsteigen in den Himmel mit der Todesthematik verknüpft wird, und dass ausgerechnet die ersten Ballonfahrten (als Symbol für Freiheit und Loslösen von der das Leben begrenzenden Erde) sowie Fotografie (als Symbol für die Konservierung von Erinnerungen) den Ausgangspunkt für das Erzählte bilden und dass es auch in den ersten beiden Teilen um Liebe geht, dürfte ebenfalls kein Zufall sein.

    Wie unglaublich tief verbunden Menschen sein können, und was es heißt, wenn diese Verbindung auseinandergerissen wird, wie der Tod des Lebenspartners für ihn persönlich war und ist, legt Barnes im dritten Teil schonungslos offen - und erwischt den Leser, der sich bereits bequem in dieser dahinplätschernden Luftfahrererzählung eingerichtet hat, damit eiskalt.

    Fazit:
    Ein - nach einem dahinplätschernden Anfang - durch den autobiografischen dritten Teil noch sehr berührendes, emotionales Buch.
  3. Cover des Buches Griechische Philosophie (ISBN: 9781159033439)
    B Cher Gruppe

    Griechische Philosophie

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Aicher
    Ein mehr als 800 Seiten starker Wälzer über die griechische Philosophie, aus dem sich unglaublich viel über Sokrates und Platon, die Stoa und Plutarch lernen lässt, um nur einige wenige der vielen lesenswerten Kapitel - man sagt besser: Artikel - zu nennen. Obwohl viele der Autoren sämtliche Herzen der Skala verdient hätten, gebe ich doch nur ein einziges. Denn bei diesem seltsamen Werk handelt es sich nicht um die originalen Ausführungen eines Autors oder einer Gruppe von Autoren, sondern um eine ausschließliche Zusammenstellung von Informationen, die aus verschiedenen Artikeln aus der freien Enzyklopädie Wikipedia stammen. 1 zu 1 wurden sie von dort übernommen. Die Anschaffung des Buches ist deshalb aus meiner Sicht eigentlich schon in wirtschaftlichem Sinn völlig überflüssig, weil sich jeder die entsprechenden Inhalte ganz leicht selbst im Internet bei Wikipedia beschaffen kann. Ob man mit der Zusammenstellung und Kommerzialisierung eines solchen Buchs den vielen ehrenamtlichen Autoren bei Wikipedia einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln. Aber was nutzt es dem Leser, wenn man Wikipedia-Artikel aneinanderreicht und verkauft?
  4. Cover des Buches Blood Work (ISBN: 9783453209435)
    Michael Connelly

    Blood Work

     (32)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    Terry McCaleb hat als FBI-Agent seine Gesundheit auf's Spiel gesetzt. Der ganze Streß als Serienkiller-Jäger hat sein Herz angegriffen, so daß er auf ein Spenderherz angewiesen ist.
    Berufsunfähig wartet er auf seine OP.

    Diese geht erfolgreich über die Bühne.

    Während seiner Genesungstherapie sucht ihn eine Frau auf, die behauptet, das neue Herz in seiner Brust hätte ihrer Schwester gehört, die bei einem unaufgeklärten Überfall getötet wurde. Unmißverständlich macht sie ihm klar, daß er doch Interesse an der Aufklärung dieses Mordes haben sollte.

    McCaleb kann sich seinen alten Instinkten nicht erwehren und beginnt mit seinen Ermittlungen.

    Das ist mein erster Connelly. Ich habe mehr erwartet.

    In den ersten beiden Dritteln tritt der Roman auf der Stelle und kommt nicht zu potte. 
    Erst im letzten Drittel kommt der Thriller hervorragend "old school" in die Gänge und löst dann die ganze Handlung recht genial auf.

    Das ganze Buch würde auch mit 200 Seiten weniger funktionieren. Leider.

    (Erschien auch unter dem  Titel "Das zweite Herz")
  5. Cover des Buches Bin ich psycho ... oder geht das von alleine weg? (ISBN: 9783570101933)
    Josef B. Aldenhoff

    Bin ich psycho ... oder geht das von alleine weg?

     (10)
    Aktuelle Rezension von: melli_2897

    Der Psychotherapeut Prof. Dr. Josef Aldenhoff versteht es wie kein anderer dem Leser den Unterschied zwischen menschlicher Eigenart und einer psychischer Störung als Krankheitsbild zu offenbaren. Dabei bleibt er nicht nur bei der bloßen Schilderung der Krankheitsbilder und deren Ausprägungen, sondern weist darauf hin, welche Art von Therapie oder Medikament in der Regel eingesetzt werden, um die Störung einzudämmen oder gänzlich zu behandeln.


    In relativ kurzen Kapiteln werden alle möglichen mehr oder weniger alltägliche Probleme vorgestellt, die mit unserer Psyche zusammenhängen. Ich sehe das Buch nicht als Selbsthilfebuch, sondern als knappe Einführung in die klassischen Krankheiten, mit denen sich ein Psychotherapeut befasst. Wer nur Interesse an einer einzelnen Thematik hat, findet womöglich anderweitig spezifischere Literatur und ist damit auch besser beholfen.


    Im Anhang finden sich Erläuterungen zu häufig verwendeten Fachbegriffen, die einem häufig unterkommen, wenn man sich mit psychischen Erkrankungen beschäftigt. Auch für Betroffene oder Angehörige kann eine Zusammenfassung von gut verständlichen Definitionen hilfreich sein. Aldenhoff erklärt die Begriffe so, dass sie für jeden zugänglich sind - auch ohne jegliches Vorwissen - ohne dabei auf fachliche Korrektheit zu verzichten.


    Am Schluss gibt es eine kleine Übersicht über die Medikamente, die in der Psychotherapie Anwendung finden. Diesen Abschnitt fand ich besonders Spannend im Hinblick auf die möglichen Nebenwirkungen, die Eigenarten des einzelnen Medikaments und seine genaue Auswirkung auf das psychische Befinden.


    Insgesamt kann ich das Buch absolut empfehlen - egal ob als alltagstaugliches Nachschlagewerk oder interessante Wochenendlektüre.

  6. Cover des Buches Gestorben wird später (ISBN: 9783868582031)
    Hans Zengeler

    Gestorben wird später

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Anne-Kuhlmeyer
    Gestorben wird später" ist ein beinahe komischer Roman über das Altern, über das Leben, die Liebe und den Tod; einen unerwarteten, vorfristigen Tod, der kommen könnte, aber nicht gleich, weil dringend noch gelebt werden muss, unspektakulär und selbstverständlich. Josef Bloch kämpft an der Schwelle zum Altwerden mit dem Altwerden. Eine Operation steht ihm bevor und lässt seinen Glauben an die Unendlichkeit des Seins, des Jungseins, ins Wanken geraten. Plötzlich sieht er sich mit Gedanken an das Ende von Wünschen, den Abschied von Träumen und schließlich mit seinem möglichen Tod konfrontiert. Niemand folgt ihm in seinen Befürchtungen. Nur Ira, seine bodenständige Gefährtin und Nichtehefrau, wie er sie nennt, begleitet ihn zugewandt und nicht ohne Humor durch seine Ängste. Das Bezaubernde an diesem Roman ist die Sicht auf das Alltägliche, dem der Autor mit einem Schmunzeln knapp neben dem Schmerzlichen Bedeutung verleiht. Die Geschichte ist in einer eigenwilligen Sprache erzählt mit komischen Wendungen und widersprüchlichen Nebensätzen. Das Absurde und Skurrile kommt irritierend beiläufig daher. Aber am allermeisten ist die Geschichte mit einem liebevollen Blick auf die Besorgnisse und Eigenarten und von Menschen erzählt.

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