Bücher mit dem Tag "selbstmordattentat"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "selbstmordattentat" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)
    Juli Zeh

    Leere Herzen

    (337)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Das optisch wunderschöne Buch mit festem Einband fand ich in einer Bücherkiste. Leider konnte ich unterwegs ohne Brille nicht erkennen, dass es sich um einen preisgekrönten Politthriller handelt, sonst hätte ich sicher die Finger davon gelassen. Beim Lesen daheim war ich gleich vom Anfang entsetzt über die Kriesspiele zweier siebenjähriger Mädchen auf ihren Handys und die Art, wie sich deren Eltern „unterhalten“. Nichts von all den seltsamen Bemerkungen passt zusammen, nichts ist logisch. Der gesamte Text bemüht modern, rotzig, Wortfetzen, Satzteile – unerträglich für jemanden wie mich, der die deutsche Sprache und angenehme Umgangsformen mag.

    Auf Seite 39 gab ich endgültig das Lesen auf und entsorgte das Buch.

  2. Cover des Buches Schmerz (ISBN: 9783833310768)
    Zeruya Shalev

    Schmerz

    (52)
    Aktuelle Rezension von: usum56

    Nachdem die Schmerzen der Verletzungen aus dem Attentat wieder aufflammen und die Protagonistin Iris zufällig ihrer Jugendliebe wieder begegnet, brechen auch die Schmerzen jenes Verlustes wieder auf, Erinnerungen brechen sich Bahn und von da an drängen die Handlung, die Gedanken, unablässig vorwärts, auch in der Sprache, wenige Punkte, unzählige Kommas, direkte Rede unerkennbar aber spürbar mittendrin. Getrieben, atemlos, obsessiv, fiebrig, setzt Iris alles wild in Zusammenhang, ihre jetzige kleine Familie und die Vergangenheit. Schonungslos, oft chaotisch emotional aber auch analytisch, hinterfragt sie wieder und wieder “die extrem zufälligen Zusammenhänge zwischen Raum und Zeit, die zu den schlimmsten Katastrophen führen, ebenso wie zu den aufregendsten Wundern.”

    Die Handlung und die Gedankenspirale führen schliesslich zum Zusammenbruch, denn die Vergangenheit lässt sich nicht wieder herstellen oder beleben. Ihre Familie bleibt ein zerbrechliches Konstrukt, aber sie ist die Wirklichkeit, die Gegenwart. Und diese Gegenwart zeigt ihr am Ende: “Ich bin kein Echo der Erinnerungen, ich bin keine Brücke für zukünftige Pläne, ich bin alles, was du hast, die Essenz deiner Existenz, vertraue mir, denn du hast keine andere Wahl.”

    Ein offenes Ende, seltsam widersprüchlich. Für mich zeigt das jedoch eine zutiefst israelische Wirklichkeit, auch wenn sie vielleicht an anderen Orten auf dieser Welt zutreffen könnte. Sehr eindrücklich - 4,5 ⭐.

  3. Cover des Buches Gehetzt (ISBN: 9783959673556)
    Dean Koontz

    Gehetzt

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

    Dean Koontz - Gehetzt: Thriller (Jane Hawk)

    Können wir vorher eben über das Cover sprechen? Weiß, die orangefarbenen Buchstaben springen ins Auge. In der Mitte ein Netz, wie ein Virus.

    Der zweite Teil war für mich persönlich wieder stärker als der erste Band. Langsam baut sich die Story immer mehr auf. Der Autor hat mit seinem Roman auch eine berührende Geschichte geschrieben. Ich stelle es mir schrecklich vor, wenn man willenlos ist und man keine wahre Liebe geben kann. Mit diesem Buch gibt es keine Langeweile.

    Alle Charaktere wurden gut geschildert, so dass sie authentisch rüberkommen.

    Das Buch macht Spaß zum lesen, sorgt für den ein oder anderen Stressfaktor und bringt keine Entspannung vom stressigen Alltag. Genau das richtige für Thriller Fans. Obwohl die Handlung teilweise vorhersehbar ist und einige Klischees bedient, schafft die Story, den Leser zu fesseln und mitzureißen.

    Lediglich bei dem Finale hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht. Ansonsten 5 von 5 Sterne.

    Die allseits beliebte Lehrerin Cora Gundersun beendet ihr Leben und das vieler Unschuldiger in einem riesigen Feuerball. Als später nach Hinweisen für ihre Tat gesucht wird, findet man ein Tagebuch, das nur den Schluss zulässt, dass die Täterin geisteskrank war.
    Jane Hawk weiß es besser - hat sich ihr Mann doch ebenfalls aus heiterem Himmel das Leben genommen. Auf ihrer Suche nach Antworten hat sie eine Verschwörung bis in höchste Regierungskreise entdeckt, und jagt nun deren Hintermänner. Mittlerweile ist die FBI-Agentin die meistgesuchte Person der USA. Doch haben ihre mächtigen Gegner nicht damit gerechnet, dass Jane bereit ist, alles zu riskieren, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

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  4. Cover des Buches Ein Tag in Jerusalem (ISBN: 9783854761006)
  5. Cover des Buches Inglourious Basterds (ISBN: 9780316080651)
    Quentin Tarantino

    Inglourious Basterds

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Drehbuch zu Tarantinos bis dahin in Amerika erfolgreichstem Film. Auch wenn die Story bekannt ist, fesselt das Buch noch ungemein. SS-Oberst Hans Landa (Oscar für Christoph Waltz) tötet die Familie der jungen Shoshanna Dreyfus auf einem Bauernhof in Nancy, während nur sie entkommen und untertauchen kann. In Paris nimmt sie eine neue Identität an und beschließt als Kinobesitzerin, Rache an den obersten Nazis für den Tod ihrer Eltern zu üben. Gleichzeitig ist Hillybilly Aldo Raine aus Tennessee mit seinen Leuten hinter feindlichen Linie auf Nazijagd, die entweder skalpiert oder mit einem Hakenkreuz in der Stirn laufen gelassen werden. Superschön, wie die Nazis hier voll eins aufs Maul kriegen, nit viel schwarzem Humor, und laut Kritik hat Tarantino mit dem Film auch die Kraft des Kinos gefeiert.
  6. Cover des Buches Die ITIOOITI (mo:m) - Konspiration (ISBN: 9783740707149)
    Luer Ebermann

    Die ITIOOITI (mo:m) - Konspiration

    (4)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Wenn Gewalt zum Selbstzweck wurde, dann wurde es unkontrollierbar und gefährlich..."

    Thea joggt am Strand von De Panne und findet ein Boot mit zwei als Paket verschnürten Männern. Sie will helfen, dann wird es dunkel.

    In Marseille sprengt sich ein Fahrradfahrer in die Luft. Kommissar Pascal Neveu wird zum Tatort gerufen.

    Karen arbeitet als Kranführerin in Bremerhaven. Nach Dienstschluss schläft sie in ihren Wagen ein. Sie erwacht gefesselt in einem fremden Wagen.

    In Montevideo wird ein Bauleiter mit der Pistole bedroht. Ein Mitarbeiter sieht das und stürzt vom Gerüst. Polizeikommissarin Guadalupe Soca untersucht den Fall.

    In dem kleinen Ort Zell am Moss vermisst die Bäuerin Adelheid ihren Mann. Er starb in der eigenen Jauchegrube.

    In Ascona lernt Nik, eine Lebemann, Felicitas kennen.

    In Kairo arbeitet Nesram als Fremdenführerin. Bei einem Unfall lernt die Khalid kennen.

    Sieben Handlungsorte, unterschiedliche Personen und verschiedene Geschehnisse kennzeichnen den Beginn des Buches.

    Der Autor hat einen fesselnden Verschwörungsthriller mit einer interessanten Idee geschrieben. Das Buch ließe sich zügig lesen, wenn die kleine Schrift nicht wäre.

    Schnell wird klar, dass sich zwei Gruppen unversöhnlich gegenüberstehen. Die allgegenwärtigen Macht der Männer trifft auf gut organisierte Frauen, die um Gleichberechtigung und eine friedlichere Welt kämpfen. So weit, so gut. Doch für ihr positives Ziel greifen die Frauen auf Erpressung, Lüge und Gewalt zurück. Nach und nach werden die sieben Geschehnisse zusammengeführt. Die Verschwörung der Frauen steht kurz vor dem geplanten Höhepunkt.

    Der Schriftstil des Buches ist abwechslungsreich. Es gibt rasante Verfolgungsszenen, ruhige Beschreibungen von Land und Leuten und aussagekräftige Dialoge. Letztere waren für mich einer der Höhepunkte. Hier ging es um grundlegende Fragen. Heiligt der Zweck die Mittel? Wo bleiben die Ideen der Gewaltfreiheit? Das sind nur zwei der Fragen, die diskutiert wurden. Obiges Zitat fiel in diesem Rahmen. Sehr gut herausgearbeitet wird der innere Zwiespalt einiger Protagonisten. Thea ist ein Beispiel dafür. Einerseits findet sie die Ziele der Frauen richtig und wichtig und stellt sich in ihren Dienst, andererseits vermisst sie ihren Mann Lars und die Kinder. Erst spät begreift sie, dass sie sehr subtil unter Druck gesetzt wurde. Guada, selbstsicher, reaktionsschnell, logisch denkend, erkennt die dunklen Seiten der Vereinigung. Die Machtstrukturen der Frauen sind nicht leicht zu durchschauen, selbst für Mitglieder der Organisation. Und dann wären noch zwei Männer, die sich mit den Auskünften, die sie erhalten, nicht zufrieden geben wollen. Das sind Lars und Pascal. Beide nutzen ihre technischen Kenntnisse, um in den Tiefen des Internets Spuren zu finden, die die Ereignisse erklären.

    Gekonnt eingebaut in die Geschichte werden die Lebensbilder von historisch bekannten Frauen, die etwas Besonderes geleistet haben.

    Das Cover mit den dunklen Wolken über dem Meer passt.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das lag an der ungewöhnlichen Idee und ihrer geschickten Umsetzung. Die schöne neue Welt, die die Frauen propagieren, ist mir allerdings äußerst suspekt.

  7. Cover des Buches Wasser zu Wein (ISBN: 9783548608808)
    Anne Chaplet

    Wasser zu Wein

    (23)
    Aktuelle Rezension von: biancaneve66

    Der zweite Fall für Stark und Bremer spielt in Wingarten am Rhein, wo Paul Bremer überraschend zwei Weinberge geerbt hat. Bremer kennt den Ort aus seiner Kindheit und lädt auch seine Freundin, Staatsanwältin Stark ein. Mittlerweile hat sich Wingarten aber verändert und die Idylle trügt. Da diese Weingegend in Kommissar Kosinskis Gebiet fällt, trifft auch er bald wieder auf Bremer, denn Weinkritiker werden ermordet.

    Wie das in Brauntönen gehaltene Cover mit einer Eisenbahnbrücke zur Geschichte passt, weiß ich zwar nicht, aber die Brücke könnte natürlich über den Rhein führen. Der Krimi besteht aus vier Teilen, wobei jeder mit dem Namen verschiedener Flaschengrößen versehen ist. Die Geschichte liest sich genauso flüssig wie der Vorgängerband. Zum Verständnis ist es aber nicht unbedingt notwendig, „Caruso singt nicht mehr“ zu kennen. Denn die Protagonisten Bremer, Stark und Kosinski werden auch in diesem Buch wieder mit ihren Eigenheiten vorgestellt.

    Ausgehend vom Selbstmord einer Frau entspinnt die Autorin einen raffinierten Kriminalfall, der sich detailliert mit dem Thema Wein und den damit verbundenen Begriffen wie Weinkritiker und Weinskandale, aber auch Einblicke in den Weinbau und die Weinkunde allgemein befasst. Letztere betreffend verfügt das Buch am Ende sogar über ein lehrreiches Glossar.

    Die Charaktere und deren Handlungen sind lebensnah und nachvollziehbar. Neben den Lebensgeschichten der Mordopfer und der Winzerfamilien kommt es auch in diesem Buch wieder zu einer Beschreibung des Dorflebens in Bremers Wohnort. Außerdem wird dieses Mal unter anderem auch dem Privatleben des Ermittlers Kosinski viel Platz eingeräumt.

    Der Krimi ist interessant aufgebaut und verspricht viele Lesestunden, in denen der Leser auch öfter im Dunkeln tappt.

  8. Cover des Buches Der Duft des Sussita (ISBN: 9783446240292)
    Robert Scheer

    Der Duft des Sussita

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962
    Der Autor: Robert Scheer wurde 1973 in
    Rumänien geboren und lebte mit seiner
    Familie ab 1985 in Israel. Er versuchte sich
    als Rockmusiker in London, auch als
    Dolmetscher und als Musikproduzent. Heute
    lebt er seit 1999 in Tübingen und ist nach
    einem Philosophiestudium als Buchhändler
    und auch Schriftsteller tätig. Aber auch
    sonst ist er sehr vielseitig begabt.

    Dieses Buch ist 2012 im Hansa-Verlag
    erschienen.

    In 12 wunderbaren Kurzgeschichten
    berichtet Robert Scheer u. A. über den
    Duft des Sussita. Es handelt sich
    nicht um eine Modemarke oder
    Parfum, nein es ist ein Auto. Über eine
    glückliche Familie, die ihren ersten
    Ausflug mit diesem neuen Auto macht
    und nach dem Essen das Auto nicht
    mehr finden kann. Oder wie ein
    Opernbesuch zum ersten Richard
    Wagner Konzert in Israel bei den
    Israelis ankommt. Ganz besonders
    gefallen hat mir die Geschichte mit
    Lothar Matthäus, der sich in Israel
    als Trainer versucht hat und leider
    den Spieler mit dem falschen Namen
    arrangieren wollte oder die Privatisierung
    der Essenlieferungen an der Front für
    die Soldaten.

    Der Leser bekommt einen hervorragenden
    Einblick in die Lebensweise und auch
    Denkweise der in Israel lebenden Menschen,
    mit all ihren Macken und Eigenarten.
    Sehr amüsant fand ich es.

    Auch hat Robert Scheer so seinen ganz
    eigenen Stil etwas zu erzählen. Durch
    häufige Wiederholungen der Wörter und
    Sätze prägt sich der Text richtig ein.
    Lässt es noch mal Revue passieren, denkt
    darüber nach und ich musste dann auch
    immer mal wieder Dinge nachschlagen
    oder auch Passagen aus der Bibel
    heraussuchen. Habe einiges neues gelernt,
    über die ausgestorbene Gattung der
    Amalekiter und über die geheimnisvollen
    Drusen, die nur noch in einigen wenigen
    Ländern leben.

    Von solchen Geschichten darf es ruhig
    noch mehr geben. 
  9. Cover des Buches Der Nagel (ISBN: 9783738648133)
    Rainer Homburger

    Der Nagel

    (3)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    Wir schreiben das Jahr 1944. Wernher von Braun und sein Team haben den Bau der A4 beendet und arbeiten am Nachfolgemodell.

    Währenddessen rollen Lastwagen mit den Raketen durch das besetzte Frankreich. Bertrand sieht sie und setzt einen Funkspruch ab. Wenige Minuten später steht die SS vor der Tür.

    Hans Frieder lebt mit seiner Frau Elisabeth in Dresden. Gleichzeitig ist er einer der führenden Raketeningenieure in Peenemünde unter Wernher von Braun. Zusammen mit seinem Freund Klaus wird er nach Frankreich geschickt. Dort sollen die ersten Raketen gestartet werden.

    Der schwedische Diplomatensohn Carl Rechert hat brisante Dokumente in seinem Auto. Er ist auf den Weg nach Stockholm.

    In London findet ein Treffen bei Churchill statt. Anwesend ist auch David Petrie, der Geheimdienstchef. Sie warten dringend auf einen Anruf aus Stockholm.

    Diese wenigen Sätze skizzieren die wesentlichen Handlungsstränge, die sich durch den Roman ziehen. Der Autor hat einen fesselnden historischen Roman mit Elementen von Krimi und Thriller geschrieben. Das Buch lässt sich gut lesen. Das liegt auch an den kurzen Kapiteln und den schnell wechselnden Handlungsorten und Protagonisten. Dadurch wird außerdem der Spannungsbogen sehr hoch gehalten. Der Autor versteht es geschickt, im entscheidenden Moment in eine neue Szene überzuleiten.

    Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Carl hat lange ein Deutschland gelebt. Er mag das Land. Deshalb ist er auch bereit, sein Leben für eine mögliche Beendigung des Krieges einzusetzen. David hat bei einem Bombenangriff seine Frau verloren. Sein Tun und Handeln ist von Hass und Rache geprägt. Er benutzt Menschen für seine Zwecke. Frank, sein Mitarbeiter, versucht ihn zu bremsen, hat aber keine Chance.

    Der Schreibstil ist vielseitig. So gibt es Abschnitte, in denen detailliert technische Zusammenhänge beschrieben werden. Das gilt insbesondere für eine neu entwickelnden U-Boot-Typ und den ersten Start der Rakete. Gleichzeitig werden die menschlichen Probleme im U-boot ins Visier genommen. Das Zusammenleben auf engen Raum ist nicht immer einfach. Das Verhältnis von der Beschreibung von Kriegsereignissen und den persönlichen Erleben ist sehr ausgewogen. Interessant waren für mich die Gespräche bei Churchill. Dabei musste ich bitter feststellen, dass im Krieg der Zweck jedes Mittel heiligt. Auch hier spielten Menschenleben keinerlei Rolle. Besonders betroffen war ich von den Begründungen für die Bombardierung von Dresden. Ein einziger in der Runde sprach sich dagegen aus. Sehr viel Wert legte der Autor auf die Emotionen seiner Protagonisten. Die Angst von Elisabeth um Hans war mit den Händen greifbar. Die Tränen eines Mitglieds der Flugzeugcrew, die ihre Last über Dresden ablud, waren das Spiegelbild des Widerstreits zwischen Pflichterfüllung und persönlicher Betroffenheit. Er wusste, das seine Waffen Kinder tötet und dachte an die eigenen. Genau solche Feinheiten geben dem Buch ein besonderes Flair und heben es über eine normalen Kriegsroman hinaus. Besonders deutlich wurde Hans` innere Zerrissenheit dargestellt. Er war stolz auf seine Arbeit als Ingenieur, hatte aber nie Raketen bauen wollen, die Menschen töten. Gleichzeitig hatte er eine kritische Distanz zum herrschenden System. Er beginnt sein Tun zu hinterfragen. Dabei konnte er nicht einmal wissen, dass persönliche Rachegefühle eine tödliche Bedrohung für ihn und seine Familie darstellen konnten. Gekonnt erlaubt mir der Autor einen Einblick in die Arbeit der unterschiedlichen Geheimdienste und in die Schaltzentralen der Macht.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Autor zeigt die Folgen von Krieg und Hass am Beispiel seiner Protagonisten. Während für Carl Freundschaft und Dankbarkeit Werte sind, die er lebt, fehlt David jegliche Empathie. Elisabeth erweist sich als starke Frau.

  10. Cover des Buches Leona (ISBN: 9783453420670)
    Jenny Rogneby

    Leona

    (11)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

     Oslo steht unter Schock, als ein Mann eine Bombe im Parlamentsgebäude zündet. Dieser hat war schwer verletzt überlebt, will jedoch nur mit einer einzigen Person über die Hintergründe sprechen: Leona Lindberg. Pflichtbewusst übernimmt diese zwar den Fall, ist wegen ihres turbulenten Privatlebens aber nicht immer voll bei der Sache. Denn neben dem Scheidungskrieg mit ihrem Mann hat sie auch Geldsorgen, die sie auf unkonventionelle Weise lösen will…

    „Der Zweck heiligt der Mittel“ ist als Titel des zweiten Bandes um die schwedische Polizistin Leona Lindberg ziemlich clever gewählt, lässt es sich doch in mehrerlei Hinsicht auf die Handlung beziehen. Dabei spielt die oben beschriebene Szenerie um das Sprengstoffattentat zwar eine gewichtige Rolle, nimmt aber bei weitem nicht den ganzen Raum ein. Im Gegenteil, in vielen Szenen entfernt sich Autorin Jenny Rogneby stark von diesem Teil der Geschichte und widmet sich dafür ausführlich dem ziemlich turbulenten Leben ihrer Hauptfigur, die noch mehr an Komplexität hinzugewinnt. Charakterlich ist sie ja bereits im ersten Band alles andere als makellos dahergekommen, Scheidung und Geldnöte lassen sie hier aber noch einmal weiter von dem rechtschaffenen Weg abweichen. Mehr über das Seelenleben der Figur erfährt der Leser in einigen Therapiesitzungen, gespickt mit Details aus ihrer Vergangenheit, was einerseits Mitleid erweckt, aber eben doch nicht entschuldigt, wie sie derart auf die schiefe Bahn gekommen ist. Mir gefällt, wie komplex die Figur mit ganz eigenen Wertevorstellungen und moralischem Gewissen ausgestattet ist – dass das aber vielleicht ein paarmal zu oft dick aufgetragen wirkt, muss man mögen.

    Die verschiedenen Elemente der Handlung sind hier eng aneinander getaktet, die einzelnen Handlungsstränge werden zwar konsequent und spannend weitererzählt. Da es aber derer viele gibt, wirkt das Tempo trotz aufkommender Dynamik etwas gebremst. Erst später merkt man, warum dies genau so sein musste und kein Teil ausgelassen oder verkürzt werden konnte, am Ende wird alles zu einem stimmigen und packenden Finale zusammengeführt. Die Stimmung ist wieder dicht und prägnante, die Handlung wirkt aber insgesamt noch überladener als in ersten Band.

    „Der Zweck heiligt die Mittel“ ist spannend und unterhaltsam – besonders wegen der komplexen und durchaus zwiespältigen Hauptfigur. Auf ihr liegt der Fokus, auch wenn der eigentliche Fall fintenreich geschrieben ist. Ihr Privatleben und einiges an krimineller Energie nehmen einen großen Teil der Handlung ein, was sich am Ende zu einem geschickt erzählten Finale verdichtet.   

  11. Cover des Buches Der Novembermann (ISBN: 9783404170494)
    Bill Granger

    Der Novembermann

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Peter Devereaux ist Geheimagent bei der Abteilung R, einem amerikanischen Geheimdienst, der darunter leidet, daß er gegenüber der CIA im Schatten steht. Er wird von seinem Vorgestzten, einem Bürokraten, den er wegen dieser Tätigkeit verachtet, nach Schottland geschickt, um zu überprüfen, ob die Infos, die ein Zuträger angeblich verkaufen möchte, die hohe Kaufsumme wert ist. Bevor sich die beiden so recht austauschen können, wird der Informant blutrünstig ermordet, aber Devereaux erfuhr immerhin so viel, daß ein Angriff auf ein Mitglied des englischen Köngshauses geplant ist. Ein wunderbarer Thriller, in dem so viel gepichelt wird, daß man beim Lesen schon ganz dune wird, wo die Konkurrenz aus dem konkurrierenden Geheimdienst eine ebenso große Gefahr wie die eigentlichen Gegner darstellt, und wo ein realistisches Bild der Agententätigkeit gezeichnet wird, und mordsspannend ist es obendrein. Darauf einen Whisky *hicks*!
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