Bücher mit dem Tag "selbsttäuschung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "selbsttäuschung" gekennzeichnet haben.

20 Bücher

  1. Cover des Buches Sieben Minuten nach Mitternacht (ISBN: 9783442485345)
    Patrick Ness

    Sieben Minuten nach Mitternacht

     (807)
    Aktuelle Rezension von: rebell

    Inhaltsangabe: Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber das jagt Conor keine Angst ein. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter so schwer krank ist. Das wilde und weise Monster aber wird Conor in seinen Albtraum begleiten und ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit hinter seinem Schmerz!


    Cover: Da ich die Filmausgabe besitze mit dem Plakatfoto als Cover, kann ich nicht viel dazu sagen. Es zeigt eine Szene aus dem Buch/Film wieder und passt an sich auch sehr gut. Mehr der Titel ist es der einen in den Bann zieht.


    Sichtweise/Erzählstil: Conor's (Lebens-)Geschichte erleben wir als Leser von Außen. Trotzdem geht die Geschichte einem Emotional sehr nahe und lässt einen nicht los.


    Spannung/Story: Die Geschichte geht direkt los. Wir lernen Conor, die Krankheit seiner Mutter und das Monster während der ersten Kapiteln kennen. Auch wenn es nie ausgesprochen wird, ahnt man bereits woran Conor's Mutter leidet und weiß aufgrunddessen auch wie dieses Buch ausgehen wird. Trotzdem gibt einem dieses Buch so viel und gleichzeitig fragt man sich immer wieder "Warum?" ...

    Auf diesen wenigen Seiten werden Verlust, Trauer, aber auch Hoffnung zu einer Achterbahnfahrt. Immre wieder hat man den Drang Conor am liebsten zu Umarmen und zeitgleich teilt man seinen Schmerz und weiß genau was er durchmacht. Ich selbst konnte seine innere Zerrissenheit selbst nachempfinden, da ich es selbst schon mehrfach erlebt habe.

    Patrick Ness hat es einfach unglaublich gut geschafft durch den Schreibstil und die Szenerie Emotionen in einem wachzurufen, die man gerne verdrängt.
    Am Ende des Buches habe ich nur noch geweint und auch jetzt lässt es mich im nachhinnein immer noch nicht los. Aber dennoch gibt es einem das Gefühl nicht alleine zu sein mit seiner Trauer und das man es schafft, diese zu überwinden.


    Fazit: Emotional tiefgehend und eine Thematik, die jeden beschäftigt.

  2. Cover des Buches Factfulness (ISBN: 9783550081828)
    Hans Rosling

    Factfulness

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Daniel_krezdorn

    Das Buch dreht sich ausschließlich um Fakten und wie wir diese 1) erkennen und 2) richtig einsortieren. Der mittlerweile verstorbene Autor blickte auf ein reichhaltigen Erfahrungsschatz im Bereich der öffentlichen Gesundheit und des Infektionsschutz, so dass er seine Thesen immer mit anschaulichen Beispielen unterstreichen kann. Neben dem Erkennen von Fakten im Wust der Informationen gibt er dabei auch Methoden an die Hand, um seine inneren Instinkte - die einen auch einmal die Sicht verblenden können  - zu hinterfragen und den Blick auf die wesentlichen und tatsächlich existierenden Fakten zu legen.

    Insgesamt sehr gut geschrieben und leicht verständlich. Ich kann es jedem empfehlen, der sich mit seinem Umgang mit Faktenwissen auseinandersetzen will und auch bereit ist, manche Überzeugungen und angewöhnten Herangehensweisen zu überdenken. 

  3. Cover des Buches Vom Ende einer Geschichte (ISBN: 9783442748747)
    Julian Barnes

    Vom Ende einer Geschichte

     (234)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Hier gibt es wieder ein Highlight! Späte Einsichten passieren Tony in diesem Buch, späte Einsichten zu seinem eigenen Tun und dessen Folgen. Als alter Mann wird er mit seinem Tun in seiner Jugend konfrontiert, muss seine Fehler erkennen, was ihm nicht leichtfällt. Finn Adrian und Tony Webster treffen in ihrer Schulzeit aufeinander und werden Freunde. Doch waren sie das wirklich? Oder ist hier ein gewisses Konkurrenzdenken federführend? Sichtweisen und Erinnerungen seiner Jugend wurden von Tony für sich selbst schöngefärbt, sind nicht wirklich glaubwürdig. Und gerade dadurch ergeben sich auch gewisse Differenzen im Geschilderten. Männliche Freundschaften werden von Julian Barnes hier beleuchtet. Jetzt muss Tony erkennen, dass er eine Mitschuld an gewissen Dingen hat und hatte. Und diese Erkenntnis trifft ihn. Und lässt ihn immer  noch innehalten in seiner Selbstwahrnehmung, lässt diese Selbstwahrnehmung Risse bekommen, aber sie letztlich auch nicht einstürzen. Dadurch ist Tony kein sympathischer Charakter, auch wenn die Geschichte sehr gefällig von Julian Barnes geschildert wird. Auch dadurch ergibt sich ein gewisser Zwiespalt. Aber Tony fällt für mich in keine angenehme Kategorie Mann. Tony und sein Umgang mit seiner männlichen und weiblichen Umgebung werden mehr und mehr fragwürdig. Diese schöngefärbten Erinnerungen haben immer weniger Wahrheitsgehalt. Die zugrundeliegende Geschichte würde von den anderen Protagonisten sicher ganz anders erzählt werden. Und irgendwie fühle ich mich erinnert an ähnliche Menschen im realen Leben. "Vom Ende einer Geschichte" ist ungeheuer spannend und auch etwas verworren geschrieben von Julian Barnes, verworren nicht wegen der Schreibweise und/oder wegen dem Schreibstil von Julian Barnes, sondern eher wegen der Fehler in Tonys Erinnerungen. Barnes zeigt hier sein ungeheures Talent! Es ist ein preisgekröntes Buch, für mich vollkommen nachvollziehbar preisgekrönt! Und es ist ein Buch, dem ich viele, viele Leser wünsche!!!

  4. Cover des Buches Der Tod in Venedig (ISBN: 9783596904075)
    Thomas Mann

    Der Tod in Venedig

     (445)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Buchbesprechung geht es hier:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-3wa9m-f72663

    Vorsicht, Spoiler!

  5. Cover des Buches Der Hals der Giraffe (ISBN: 9783518467909)
    Judith Schalansky

    Der Hals der Giraffe

     (251)
    Aktuelle Rezension von: Schwalbe71

    Für Menschen die gerne lesen ist dieses Buch, schon aufgrund seiner literarischen Sprache und Gestaltung,  eine wirkliche Empfehlung. Im Grunde genommen reicht es, wenn Sie, bevor Sie beginnen diesen Roman zu lesen, den Klappentext durchlesen.

    Der Rest ist Literatur. Ein ausgezeichneter, kleiner (Bildungs-) Roman, zudem man der Autorin Judith Schalansky gratulieren muss, ja muss! 

  6. Cover des Buches Tod eines Handlungsreisenden (ISBN: 9783596270958)
    Arthur Miller

    Tod eines Handlungsreisenden

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Matalina85
    Viel und nichts hat sich geändert in der amerikanischen Wirklichkeit, seit der 'Handlungsreisende' zum ersten Mal seine Musterkoffer auf die Bühne schleppte. Entlassen würde er heute wohl früher als mit 63, Biff wäre auch mit 32 noch arbeitslos, wenn er den Wettkampf mit seinem Nächsten ablehnt, ein Haus abzuzahlen dauert länger als 25 Jahre, und mit 40 Dollar die Woche käme keiner mehr über die Runde. Und doch gibt es den amerikanischen Traum noch, den Traum, dass jeder es zur Nummer Eins bringen kann. Obwohl wir ihn durchschauen, verhalten wir uns noch danach. Ich habe dieses Buch damals in der Schule lesen müssen, aber im Gegensatz zu den bisherigen Schullektüren fand ich dieses Buch sehr interessant. Erzählungen gibt es keine. Das gesamte Buch ist wie ein einziges Gespräch aufgebaut und sehr tragisch wie die Inhaltsangabe schon unter Beweis stellt. Fazit: Wenn es in der Schule auseinander gepflückt wird, macht es weniger Spaß dieses Buch zu lesen, aber wenn man es sich nach ein paar Jahren mal wieder hervorholt, ist es ein kurzes Lesevergnügen wert.
  7. Cover des Buches Zwischen jetzt und immer (ISBN: 9783423717540)
    Sarah Dessen

    Zwischen jetzt und immer

     (166)
    Aktuelle Rezension von: buch_freak
    Inhalt:
    Macy weiß, was sie keinesfalls will: Chaos. Also sucht sie sich einen hyperintelligenten Freund, der auf alles eine Antwort hat. Was er ihr nicht geben kann, ist Wärme. Trotzdem ist Macy am Boden zerstört, als Jason eine Beziehungspause vorschlägt. Und obwohl sie es so gründlich aus ihrem Leben verbannt hat, scheint jetzt eine gute Portion Chaos ihre einzige Rettung. Die kann sie haben - indem sie einen Job bei Wish Catering annimmt. Denn die Menschen, denen sie dort begegnet, bringen ihr Leben ins Rollen.

    Meinung:
    Zu dem Buch habe ich zwei unterschiedliche Meinungen. Zum einen hat es mir sehr gut gefallen wie Sarah Dessen die Perfektion und das Chaos immer wieder gegenüberstellt. Auf die Protagonistin prallen zwei unterschiedliche Welten, die einen inneren Konflikt in ihr Auslösen. Sie muss einige Entscheidungen für sich treffen um ihren ganz persönlichen Weg gehen zu können.  Macy macht in dem Buch eine ganz besondere Wandlung durch, die mir unheimlich gut gefallen hat. Diese Wandlung, die durch das Chaos in ihrem neuen Job beim Wish Catering ausgelöst wurde, hat sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte gezogen. Die Botschaft der Buchs und die Wandlung der Protagonistin haben mir sehr gut gefallen.
    Leider hatte das Buch in meinen Augen auch einige Schwachstellen. Sarah Dessen hat es leider nicht geschafft mir die Protagonisten näher zu bringen. Ich hatte nach dem Beenden das Gefühl, dass mir die Charaktere Fremd waren und leider hatte ich nicht das Gefühl, einen Teil von ihrem Leben erfahren zu haben, sowie es eigentlich sein sollte. Dadurch herrschte eine gewisse Distanz, durch die ich nicht das Bedürfnis hatte immer weiter lesen zu wollen, um mehr zu Erfahren.

    Zitate:
    • ,,Ich arbeitete hart, um perfekt zu werden - Betonung auf Arbeit -, während diese Mädchen längst perfekt waren.'' ~ Seite 62
    • ,,Aber es war völlig okay, irgendwo nicht dazuzugehören, solange es einen Ort gab, wo man dazugehörte.'' ~ Seite 230
    • ,,>>Trauern macht einen nicht zu einem perfekten oder nicht perfekten Menschen<<, sagte Delia ruhig.. >>Trauern macht einen überhaupt erst zu einem Menschen.<<'' ~ Seite 388
    • ,,>>Perfekt. Sie ist perfekt<<, antwortete ich. Und ausnahmsweise war es genau das richtige Wort.'' ~Seite 401

    Fazit:
    ,,Zwischen jetzt und immer'' hat einige gute, aber auch einige schlechte Aspekte. Ich habe lange überlegt wie ich dieses Buch bewerten soll. Schlussendlich habe ich mich dazu entschlossen die Mitte zu wählen. Deswegen habe ich dem Buch 3 von 5 Sternen gegeben.
  8. Cover des Buches Immortal - In den Armen der Dunkelheit (ISBN: 9783426506639)
    Jennifer Ashley

    Immortal - In den Armen der Dunkelheit

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Pergamentfalter
    Jennifer Ashley: Wolfsjagd
    Auf knapp 120 Seiten entspinnt sich die Geschichte zwischen dem Werwolf Logan und der Dämonin Nadia, die eigentlich Feinde sein müssten und zwischen denen es doch eine nahezu magische Anziehungskraft gibt. Nachdem Nadia von Mitgliedern aus Logans altem Rudel entführt und gejagt wurde, stellt Logan sie unter seinen persönlichen Schutz. Dass dabei nicht alle von vornherein mit offenen Karten spielen, wird erst nach und nach deutlich und hebt die Spannung. Als Logan sich entschließt, den Kampf mit seinem ehemaligen Alpha anzunehmen, kommt es zu einem unerwarteten Finale...
    Leider erschien mir Logan recht oft zu Trieb-gesteuert. Fast pausenlos denkt er an Sex oder wie es einfach nur wäre, Nadias nackten Körper zu spüren, was selbst in der Kürze der Geschichte recht schnell nervig wurde. Glücklicherweise besaß die Geschichte dann doch noch ein paar Funken richtig Erotik und blieb nicht so plump, wie ich aufgrund von Logans Gedanken zuerst erwartet hatte.

    Joy Nash: Blutschuld
    Die Geschichte um Leanna und Jackson spielt auf den nächsten 130 Seiten und ist mit den unterschiedlichsten authentischen Gefühlen gespickt. Hass, Angst, Scham, Wut, Abneigung, Schmerz, aber auch Liebe, Zuneigung und Hoffnung füllen diese Geschichte mit Leben. Die knisternde Erotik zwischen Leanna und Jackson, der auch die vergangenen einhundert Jahre und Jacksons Wut nichts anhaben konnten, ist deutlich spürbar. Die Charaktere sind sauber ausgearbeitet und besitzen klare Persönlichkeiten, die in dieser Geschichte deutlich hervortreten.
    Ein wenig verwirrt war ich anfangs über die Namensgebung in Bezug auf Jackson, der mit vollem Namen Arthur Jackson Cabot heißt. Sowohl auf dem Buchrücken als auch zu Beginn der Geschichte wird er als Arthur benannt, ist dann jedoch im Großteil der Geschichte Jackson. Es wäre logisch gewesen, sich von vornherein auf einen "Rufnamen" zu spezialisieren.

    Robin T. Popp: Hinter dem Nebel
    Auf den letzten etwa 130 Seiten geht es um Dave und Jenna, die man zunächst als vollkommen ungleiches Paar einschätzt.
    Der Beginn der Geschichte ist reichlich verwirrend. Man wird mit einer Vielzahl von Namen und persönlichen Verbindungen der einzelnen Personen zueinander konfrontiert, die man sich erst einmal gar nicht alle merken kann und von denen einige kaum eine Bedeutung für den Fortgang der Geschichte haben.
    Glücklicherweise ist der Rest der Geschichte jedoch in einem leicht zu lesenden Stil geschrieben, der viel Aufmerksamkeit auf die Gefühle der beiden Protagonisten legt. Das eine oder andere Mal wirkte die Erotik hier ein wenig aufgesetzt, was den Lesefluss jedoch nicht allzu sehr störte.
    Im Gegensatz zu den anderen beiden Geschichten wartet man hier vergebens auf einen Epilog oder ähnliches, der die Geschichte langsam ausklingen lässt. "Hinter dem Nebel" schließt zwar inhaltlich problemlos ab, besitzt jedoch ein recht abruptes Ende im Vergleich zu den anderen beiden Geschichten.

    FAZIT
    "In den Armen der Dunkelheit" vereint drei Geschichten voller Spannung und Erotik. Tiefgreifende Geschichten erwartet man hier vergebens, aber sie können einem gut und gern den Nachmittag oder Abend versüßen und bieten kurze Lesevergnügen.
  9. Cover des Buches Elf Arten der Einsamkeit (ISBN: 9783328104735)
    Richard Yates

    Elf Arten der Einsamkeit

     (44)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Miss Price freut sich darauf, an diesem Morgen ihrer vierten Klasse den neuen Mitschüler vorstellen zu dürfen; sie fühlt sich beschwingt, regelrecht berufen den Jungen aufs Herzlichste willkommen zu heißen und ihn freudig der Versammlung stumm dreinblickender Grundschüler nahezubringen. Auch wenn sie nicht mehr von ihm weiß, als dass er nach Jahren im Waisenhaus nun endlich bei Pflegeeltern in New York City unterkommen konnte, so hört Miss Price doch ihr missionarisches Herz höher schlagen.

    Doch die Klasse lässt den neuen Mitschüler links liegen und konzentriert sich in der vorhandenen Struktur eher noch dichter. Vincent Sabella bleibt vorerst der stille Außenseiter und genügt sich in dieser Rolle. Ermuntert durch Miss Price, wagt er sich jedoch an den Erlebnisbericht am Montagmorgen heran, bei dem die Schüler der Klasse etwas von sich und ihren Erlebnissen mit Familie oder Freunden berichten. Vincent fühlt sich ermutigt durch die Symphathie und das Verständnis, die seine Lehrerin ihm entgegenbringt. Die kleine Erlebnis-Episode entpuppt sich leider als abstruse Lügengeschichte, die Vincent keinerlei Bonuspunkte bei seinen Mitschülern einbringt, sondern ihn durch einen plumpen Versprecher zusätzlich noch vor der ganzen Klasse lächerlich macht. In der Pause drängen die Gefühle aus Vinnie heraus und er besudelt eine Wand mit den wüstesten Ausdrücken, die er kennt.

    Als Vincent nun von einer Klassenkameradin verpetzt wird, will Miss Price sich in ihrer Mission noch nicht geschlagen geben und redet ihrem neuen Schützling nur gut zu. Ihren Dank erhält sie nach Schulschluß, als Vincent anderen Schülern von einer Prügelstrafe durch Miss Price erzählt und nun sogar ein Bildnis von seiner Lehrerin umrahmt von Kraftausdrücken und wilden Flüchen an die Schulmauer malt.

    Bereits die erste Kurzgeschichte im Band „Elf Arten der Einsamkeit“ von Richard Yates erzählt von diesen Situationen, in denen Menschen einfach nicht zueinander finden. Es ist nie der Einzelne, der einsam ist, die Atmosphäre ist angereichert mit Einsamkeit und wird von allen eingeatmet. In „Doktor Schleckermaul“ beipielsweise stehen alle Protagonisten isoliert, die Einsamkeit der Lehrerin ist genauso spürbar, wie die des neuen Schülers Vincent, aber auch die Klasse als Verbund wirkt weder homogen, noch harmonisch eingespielt. Gefangen in all ihren Rollen und vorgefertigten Lösungen distanzieren sich alle Parteien mehr und mehr voneinander.

    So auch in „Alles, alles Gute“, eine Geschichte, die vom letzten Abend vor der Hochzeit von Grace und Ralph erzählt. Anfangs zuversichtlich durch Glückwünsche und Geschenke von Kollegen auf das bevorstehende gemeinsame Glück vorbereitet, sinkt die Stimmung zügig auf einen Nullpunkt und der Leser begreift, dass hier zwei Menschen in ihr Unglück rennen, nur, um den gesellschaftlichen Richtlinien nach beglaubigter Zweisamkeit zu genügen. Was für Grace die Verbriefung ihres Glückes darstellt, ist für Ralph die Chance sich endlich legitim über die Kurven der begehrten Kandidatin herzumachen und die langersehnte lederne Reisetasche für die Hochzeitsreise zu erstehen.

    Wie zuletzt bei der Lektüre der Erzählungen von Raymond Carver, kann auch bei Richard Yates uneingeschränkter Beifall verlauten. Seine Schauplätze sind so vielfältig, wie seine Protagonisten und zeigen ein breites Spektrum der Gesellschaft. Dabei verliert er jedoch nie seine Verbindung zur Handlung, sein Verständnis ist spürbar, ob aus eigener Erfahrung oder aufgrund großer Menschenkenntnis. Es wird jedoch sehr deutlich, wie kleingeistig und engstirnig manches Leben gelebt wird, aber es wird nicht weniger bewusst, in welches Korsett wir uns zwängen lassen. Sei es unser Umfeld, unsere Erziehung, unsere Gene und welche Ausreden wir noch erfinden, nur um uns nicht daraus befreien zu müssen. Eine Vielfalt von Einsamkeiten umgibt uns.

    „Und wo sind die Fenster? Wo kommt das Licht herein?…hier sollte irgendwo unbedingt ein Fenster sein, für uns alle.“

  10. Cover des Buches Das Stephen King Buch (ISBN: 9783453033160)
    Stephen King

    Das Stephen King Buch

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein Buch, das den Anspruch erhebt, ein wenig Licht in das Dunkel um einen der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt zu werfen. Wie kam es zu diesem phänomenalen Erfolg? Warum wählte King gerade dieses literarische Genre? Ist er privat auch a bisserl schräg? King äußert sich zu all diesen Fragen umfänglich, er erklärt, warum ein kleines bißchen Horror auch für ganz junge Menschen zur Persönlichkeitsbildung gut sein kann, und eine Handvoll Kurzgeschichten zum Beleg der Qualität der Werke Kings sind auch enthalten. Bleibt das Bild eines bodenständigen, sehr sympathischen Familienmenschens!
  11. Cover des Buches Hier sind Drachen (ISBN: 9783492315500)
    Husch Josten

    Hier sind Drachen

     (21)
    Aktuelle Rezension von: bluesjj
    Kennt ihr das? Ihr habt ein Buch beendet und fragt euch nach den letzten Zeilen: Was will mir dieses Buch sagen? So erging es mir mit „Hier sind Drachen“ von Husch Josten. Ich muss zugeben, erschlossen haben sich mir letztendlich nicht alle Handlungsstränge. Und so blieben große Fragezeichen und etwas Enttäuschung. Dabei sind die Thematik und der Aufbau des nur 160 Seiten dünnen Buches durchaus spannend und bieten Potenzial.
    Husch Josten erzählt von der Journalisten Caren, die einen Tag nach den Pariser Terroranschlägen (Herbst 2015) auf das Bataclan, das Stade de France und mehrere Bars und Cafés auf dem Weg in die Metropole ist, um von den Geschehnissen zu berichten. Bereits ihr bisheriges Leben ist von früheren Anschlägen gezeichnet, so hat sie sowohl den 11. September als auch den Anschlag auf den Bosten Marathon durch glückliche Fügungen überlebt. Am Flughafen Heathrow wird sie von einem Mann, den sie Wittgenstein nennt, in ein philosophisches Gespräch über Zufälle und unerzählte Geschichten verwickelt. Währenddessen wird der Start ihrer Maschine verschoben, Sicherheitskräfte riegeln das Terminal ab und Passagiere werden kontrolliert. Ist das alles nur Zufall?

    Allerdings ist damit nur ein Bruchteil der Geschichte erzählt. Es geht um eine Dreiecksbeziehung, die die Beteiligten bei genauer Betrachtung alles andere als glücklich macht, Carens traumatischen Erlebnissen und deren Folgen, ihre unterdrückte Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe, die Rolle der Medien, die Bedingungen und Grenzen des Geschichtenerzählens, Zufall, Schicksal, Bestimmung, Schuld, die Frage nach dem Warum… Und letztendlich auch um das Unmögliche. Und vielleicht ist es genau das, was die Geschichte unglaubwürdig erscheinen lässt und sie überfrachtet. Hinzu kommt, dass ich die Anfänge des philosophischen Gesprächs mit Wittgenstein einfach viel zu lang und ermüdend fand – vor allem, da in der ersten Hälfte des Buches eh kaum eine Handlung vorhanden ist.














    Verwende die App



  12. Cover des Buches Bessere Verhältnisse (ISBN: 9783499123917)
    John Updike

    Bessere Verhältnisse

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Der dritte Teil von John Updikes großartiger „Rabbit Tetralogie“ „Bessere Verhältnisse“ (orig. „Rabbit is rich“) setzt genau zehn Jahre nach dem erneuten Zusammenkommen des Ehepaares Harry „Rabbit“ Angstrom und seiner Frau Janice ein. Wir schreiben die Jahre 1979/1980. Im Leben der Amerikaner hat sich viel verändert, Benzin ist teuer, man spart am Benzin, kleine, japanische, Benzin sparende Autos verkaufen sich gut. Rabbit hat nach dem Tod seines Schwiegervaters dessen gut gehendes Autogeschäft geerbt und sich damit mehr oder weniger in gemachte Bett gelegt. Er erfüllt seine Aufgabe als Geschäftsleiter mit einer für Harry überraschenden Leidenschaft, sein treuester Kollege ist der ehemalige Liebhaber seiner Frau Janice, Charlie Stavros. Seit das Haus der Angstroms abgebrannt ist, leben Janice und Harry mit Janices Mutter im Haus der Springers gemeinsam zusammen. Die Fernsehsucht der Springer-Frauen nervt Harry einerseits, mehr als Golf hält er dem nicht entgegen. Die Angstroms sind wichtige Mitglieder im Country Club, Golf-Spiele und faule Schwimmnachmittage, Drinks am Pool und gelangweilt belanglose Unterhaltung gehören zur Tagesordnung. Harry wäre nicht Harry, wenn er nicht (fast) jede Frau sexuell irgendwie anziehend finden und nicht genau beobachten würde. Obwohl er seiner Frau treu ist, hat es ihm Cindy, die knapp dreißigjährige Frau seines Golfpartners besonders angetan. Mit Janice hat er sich arrangiert, ja, man spürt sogar so etwas wie Liebe zwischen den beiden aufkeimen, eine Art Liebe, wie sie sich wahrscheinlich nur nach gut zwanzig Ehejahren mit vielen Höhen und Tiefen entwickeln kann. Geld ist genug vorhanden, man gibt gern aus und lässt sich durch das Ausgeben, durch diesen eigenartigen Reiz erregen. Alles wäre wunderbar, wäre da nicht Nelson, der, nun dreiundzwanzigjährig, mit einer gewissen Melanie nach Hause kommt und die Eltern vor die Tatsachen stellt, dass er sein Studium abgebrochen hat und jetzt hier auf Jobsuche ist. Als die beiden Springer-Frauen mit der Idee kommen, Nelson als Ersatz für Charlie in die Firma einzuarbeiten, spürt er, dass seine Frau und Schwiegermutter mehr über die Hintergründe dieser Flucht nach Hause wissen als er. Viel später, als sich die Spannungen zwischen Nelson und Harry ins Unerträgliche verdichtet haben, erfährt er von der Schwangerschaft Teresas (Pru), die Nelson jetzt ins Springer-Angstrom Heim holt und in Bälde zu heiraten beabsichtigt. Als eines Tages ein junges Paar in die Autovertretung auf der Suche nach einem neuen Auto kommt, bildet sich Harry ein, in dem jungen Mädchen seine vermeintliche Tochter mit Ruth zu sehen, was ihn nicht mehr loslässt. Heimlich forscht er ihre Herkunft aus und findet schlussendlich wirklich Ruth, eine Begegnung, die ihn endgültig von ihr löst. Ein Urlaub mit zwei weiteren Paaren in der Karibik steigert die sexuelle Faszination Cindys auf Harry. Ein spontan ausgemachter Partnertausch bringt ihm dann jedoch die falsche Frau. In dieser Urlaubsidylle kommt ein Hilferuf von Harrys Schwiegermutter ungünstig, beunruhigt brechen die beiden vorzeitig ihren Urlaub ab und kommen sich auf der Heimreise noch näher. John Updikes große Kunst ist es, anhand Harry „Rabbit“ Angstroms Geschichte und Entwicklung, ein literarisch berauschendes Bild der USA in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu zeichnen. Seine Kunst ist auch die Fähigkeit, mit wenig Handlung, in scheinbar langweiligen, sonnengetränkten Poolnachmittagen, oder auf feuchtfröhlichen Partys; einerseits durch quasi belanglose Dialoge viel zu sagen, über die USA, über die Weltsituation, Innen- und Außenpolitik, den Papst Johannes Paul II und die Befindlichkeit einer bestimmten Gesellschaftsschicht, andererseits durch eine phänomenale Beobachtungsgabe, die in den drei ersten „Rabbit-Romanen“ (Hasenherz, Unter dem Astronautenmond und Bessere Verhältnisse) bewunderwert genialisch sind. Man lese nur langsam die erste Beobachtung vom Bademattenabdruck an Cindys Hüfte, oder ähnlich großartige Sätze auf fast jeder Seite. Seine Figuren sind, trotz teilweise politisch inkorrekter Aussagen und Handlungen, irrationaler Ausbrüchen, doch immer sympathisch. Man spürt in jeder Zeile, wie sehr John Updike seinen Harry liebt, welch starke Empathie der Autor seinen Figuren entgegenbringt. Ein wirklich großer Wurf und im Ganzen wahrscheinlich eines der wichtigsten Bücher über die Vereinigten Staaten von Amerika und die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts überhaupt. Absolute Empfehlung.
  13. Cover des Buches Gustav (ISBN: 9783955100414)
    Wolf Kampmann

    Gustav

     (15)
    Aktuelle Rezension von: abetterway
    Inhalt:
    "`Was Wahrheit ist, entscheide ich! Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens, vom Ende des Zweiten Weltkrieges über den Zusammenbruch der DDR bis zur Jahrtausendwende. Er ist Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Sein Bezugssystem ist das Reich der Fantasie. `Wer Probleme damit hat, ist ein Idiot. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, samt einer mysteriösen Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Abenteuer mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Die Wirklichkeit ist Gustav stets dicht auf den Fersen, doch er ist der Wahrheit immer eine Nasenlänge voraus. Wolf Kampmann erzählt mit Wortwitz die Lebensgeschichte eines Hochstaplers und entführt die Leser in eine bunte Welt voller Mut, Fantasie und Husarenstücke. Mit einem einzigen Satz kann Wolf Kampmann wie seine Hauptfigur `Hunderte in Erstarrung versetzen oder zu Tränen rühren . Dieser Romanheld verspricht: `Ihr werdet euch noch alle wundern!"

    Meinung:

    Das Cover ist sehr ruhig und passt wie ich finde gut zu dem Buch . Die Kapitel sind etwas kurz gehalten, für meinen Geschmack könnten diese länger sein.
    Der Schreibstil ist ruhig und flüssig, das Buch lässt sich locker in drei Tagen wenn nicht schneller lesen ohne das einem langweilig wird.
    DIe Spannung allerdings hält sich in Grenzen aber dafür unterhaltet es gut. Es hat Charme und ist super für zwischendurch.
    Ich finde man könnte allerdings die gleiche Schriftart wählen.

    Fazit:

    Gutes Buch für zwischendurch, ein paar Kapitel könnten länger sein.
  14. Cover des Buches Einst die goldenen Jahre (ISBN: 9783426028506)
    Robert Wilder

    Einst die goldenen Jahre

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Vertrauen (ISBN: 9783717518945)
    Henry James

    Vertrauen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: MissWatson76
    Von der Schreibweise gefällt es mir ein bisschen besser als "Portrait einer Lady". Es liest sich schneller und nicht ganz so ausführlich beschrieben. Dennoch ist es eindeutig ein Henry James und man wenn es ein Ebook gewesen wäre, wäre ich sicher ständig dabei gewesen, einige Zitate oder Textteile sofort zu markieren. Einige Sätze sind einfach wirklich merkenswert. 

    Von der Story selbst ist es keine große Überraschung. Heute wäre es dennoch ebenfalls ein guter Liebesroman mit eventuell ein paar mehr Verwicklungen und Verwirrungen. Aber es zeigt halt auch, dass die Menschen heute noch immer genauso handeln wir damals. Dass wir uns
    leiten lassen von scheinbar offensichtlichen Gefühlen, von Missverständnissen und das was für fühlen doch für uns behalten, weil man nicht weiß, wie ein guter Freund darauf reagiert. Dadurch könnte sicher einiges an Irritationen vermieden werden, aber so sind die Menschen halt nicht. 

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, ich war immer sofort mittendrin und habe es mit Begeisterung gelesen. Und hoffe, dass es doch mal als Ebook erscheint. 
  16. Cover des Buches Der Kuss des Highlanders (ISBN: 9783734101298)
    Monica McCarty

    Der Kuss des Highlanders

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Swiftie922

    Inhalt :

    Magnus MacKay ist ein starker und überaus stolzer Krieger, jedoch allen Frauen gegenüber misstrauisch. Seine große Liebe, Helen Sutherland, hat sich aus Pflichtgefühl gegen ihn und für eine Heirat mit seinem besten Freund und Kameraden entschieden. Doch als kurz nach der Hochzeit ihr Ehegatte tödlich verwundet wird, versucht Helen hingebungsvoll, Magnus' Vertrauen zurückzugewinnen – selbst als sie in ein gefährliches Spiel aus Lüge und Verrat verwickelt werden. Werden ihre Leidenschaft und ihre Hartnäckigkeit Magnus dazu bringen, seine Chance auf Erlösung, Vergebung und Liebe zu ergreifen?

    Meine Meinung :

    In der Kuss eines Highländers geht es um Magnus MacKay, der ein stärker und stolzer Krieger ist und seit seiner Kindheit mit Helen befreundet ist. Er würde sie gerne heiraten, doch sie muss sich um ihren kranken Vater kümmern und ihre Familien sind verfeindet. Als sie dann seinen besten Freund heiratet und er kurz nach der Hochzeit stirbt will Helen unbedingt sein Vertrauen wieder gewinnen.
    Wird sie es schaffen??

    Helen Sutherland kennt Magnus schon aus ihrer Kindheit und seit damals sind beide sehr eng miteinander verbunden. Genau wie er steht sie aber zwischen einer Feindschaft die ihre Familien betreffen.

    Magnus MacKay ist Überlebensexperte und Waffenschmied bei der Highland-Garde. Er ist in Helen verliebt, aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn ihre Familien sind Feinde.

    Der Schreibstil hat mich sofort in den Bann der Highlands gezogen und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Die Charaktere wie Helen und Magnus haben die Geschichte noch interessanter gemacht und man konnte aus verschiedenen Sichten erfahren wie sie das erlebte empfunden haben.

    Die Spannung hat sich durch das ganze Buch gezogen und man merkt einfach wie viel Kraft die Autorin in ihre Geschichte gelegt hat. Die Hintergründe wie die Highlands und die verschiedenen Clans fand ich auch interessant und natürlich auch die Highland-Garde bei der man durch die Reihe von Monica McCarty die verschiedenen Mitglieder kenne lernt. Natürlich steht in diesem Roman auch die Liebe nicht zu kurz und man muss einfach mitfiebern bei Helen und Magnus Geschichte. Werden die beiden am Ende zusammen finden ?

    Das Cover mit den zwei Personen, die eng bei einander stehen und sie die Hand auf seine Brust legt, stellt man sich sofort Helen und Magnus vor.

    Das Ende habe ich bis zur letzten Seite verschlungen und auch von den beiden Hauptprotagonisten wurde noch eine Menge verlangt bis ihr Happy End in Sicht gerückt ist.

    Fazit :

    Mit der Kuss des Highlanders ist Monica McCarty wieder ein schöner historischer Roman gelungen der den Leser wieder mit in die Highlands führt.

    Spannung, Intrigen und eine Liebe die unter keinem guten Stern steht, ziehen den Leser mit in die Geschichte.





  17. Cover des Buches CIA (ISBN: 9783596190591)
    Tim Weiner

    CIA

     (24)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    CIA - Amerikanischer Geheimdienst, wer kennt ihn nicht?

    Tim Weiner offenbart in über 600 packenden Seiten, was die CIA ist.
    Ein unorganisierter Haufen Menschen, die denken, sie können alles und dabei so ziemlich alles vermasseln, was es zu vermasseln gibt. In wie weit weiss der jeweilige Präsident Bescheid? Ein Buch, das Details offenbart, die einen sprachlos, wütend, enttäuscht und einfach nur - ja, wie sagt man dem, geschockt? zurücklassen.

    Einziger Kritikpunkt; es gibt sehr viele Anmerkungen zu den jeweiligen Kapiteln. Mir fehlte einfach der Bezug dazu. Es wurde nicht mit Nummern gearbeitet oder anderen Hinweisen, so dass ich nun etliche Seiten Anmerkungen habe, aber irgendwie nicht weiss, wo ich diese dazu packen soll, das finde ich sehr, sehr schade.

    Der Schreibstil von Tim Weiner ist hervorragend, man merkt, dass er sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat und was mich persönlich am meisten überraschte, ein Geschichtsbuch, dass auch noch spannend und fesselnd geschrieben ist. Das muss man mal schaffen. Es ist schwere Kost und man kann es nicht einfach "durchfuttern", es ist aber nicht lahm oder zäh, dass man kaum vom Fleck kommt, es ist spannend in einer eigenen sehr speziellen Art und Weise. Man braucht einfach Lesepausen um das ganze zu verdauen.

    Fazit: Wer sich für die Geschichte Amerikas und den Geheimdienst interessiert muss dieses Werk lesen. Jedoch Vorsicht; man liest vielleicht vieles, das man lieber nie gelesen / erfahren hätte. Der Blickwinkel zu Amerika könnte sich auf einmal verdüstern oder die schöne heile Traumwelt platzen...
  18. Cover des Buches Die Kindheit eines Chefs (ISBN: 9783499155178)
    Jean-Paul Sartre

    Die Kindheit eines Chefs

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer


  19. Cover des Buches Die eiskalte Jahreszeit der Liebe (ISBN: 9783596188185)
    A.D. Miller

    Die eiskalte Jahreszeit der Liebe

     (29)
    Aktuelle Rezension von: TochterAlice

    ... schnuppert der britische Anwalt Nicholas - auch Nick oder Nikolaj genannt - nun schon seit einigen Jahren berufsbedingt. Er kennt Russland gut, spricht auch russisch, doch begegnet er dem Land, der Stadt Moskau nur von außen, quasi aus der Distanz - bis er die attraktive Mascha in Begleitung ihrer Schwester Katja an einer U-Bahn-Haltestelle kennenlernt und sich Hals über Kopf verliebt. Nicholas kennt das Land, seine Sitten und Gebräuche zwar bereits recht gut, doch nun schlittert er in ein neues Leben, das sich vor allem an der schönen Russin orientiert, doch es bahnt sich Fatales an...

    Naiver Brite gerät in die Fänge russischer Mafiosi? Nun, im weitesten Sinne schon, doch ist viel Gefühl und Detailkenntnis mit im Spiel. Nicht zuletzt werden jede Menge Klischees bedient, denn man darf nicht vergessen - hier wird Russland im allgemeinen und Moskau im speziellen ganz klar aus westeuropäischer Sicht geschildert. West meets East - dies jedoch in durchaus facettenreicher und vielschichtiger Form: nicht nur Westler, nein, auch und vor allem die russischen Landleute selbst, sind in der Opferrolle.

    Und wie gefällt mir das alles? Mittel, würde ich sagen - einerseits macht es zwar betroffen, doch mir persönlich ist es nicht eindrücklich genug, um nachhaltig zu wirken und auf lange Sicht hängenzubleiben. Der Autor A.D. Miller hat die Ehre, von einem der Top-Übersetzer, nämlich von Bernhard Robben, ins Deutsche übertragen worden zu sein, doch hat dies sein Werk leider nicht von einem umständlichen, wenig einprägsamen deutschen Titel geschützt. "Snowdorps", Schneeglöckchen heißt der Roman im Original und das ergibt einen Sinn, werden doch im Moskauer Slang so Leichen bezeichnet, die quasi im Eis überwintern und erst bei Tauwetter gefunden werden (können) - und diese spielen in vorliegendem Buch eine nicht unbedeutende Rolle. Über große Strecken ist der Roman sprachlich ein Genuss. Passagen wie "...bei den Russen konnte man nie so recht wissen. Mal suhlten sie sich Jahrzehnte in Wodka und Dreck, dann aber, wenn ihnen der Sinn danach stand und der Anreiz stimmte, zogen sie in Null Komma nichts einen Wolkenkratzer hoch oder ermordeten an einem Nachmittag die ganze königliche Familie." (S. 105) treffen den Leser mit ihrer Schärfe bis ins Mark. Andererseits - und da bin ich bei dem oben erwähnten Starübersetzer doch ein bisschen enttäuscht - wird das englische "Comrade" mit "Kamerad" übersetzt ... wir sind jedoch in Russland, im Herzen der ehemaligen Sowjetunion und hier wäre "Genosse" ganz klar die passende Wahl.

    Ich empfehle dieses Buch folglich vor allem ausgewiesenen Rußland- bzw. Osteuropa-Kennern als zusätzliche literarische Facette zum Gesamtbild - alle anderen laufen aus meiner Sicht Gefahr, sich ein extrem einseitiges Bild zu machen - oder sie müssten stapelweise Lektüre von Ludmilla Ulitzkaja und anderen zeitgenössischen russischen Autoren nachschieben...

  20. Cover des Buches Der Hirschpark (ISBN: 9783811821910)
    Norman Mailer

    Der Hirschpark

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Mailer rechnet gnadenlos mit Hollywood und seinem Starsystem ab, und allzuviel hat sich seit den 50er Jahren nicht verändert. Gleich zu Beginn heißt es, es sei das Schwerste, zwei gleichrangige Menschen zu finden, die einfach nur miteinander befreundet sein wollten, weil alle bedeutenden Menschen permanent mit einer Wolke von Speichelleckern umgeben seine. Mailer berichtet aus dem Hollywood-Ferienort Desert d`Or in der kalifornischen Wüste, in der sich die Filmprominenz zum Urlaub vom Filmdreh einfindet. Jeder ist dreimal geschieden, wenn irgendwo eine Kamera auftaucht, verändert sich jeder total, und die Besäufnisse finden rund um die Uhr statt. Und was man vom McCarthy-Ausschuß zu halten hat, bekommt man gleich zu Anfang mit. Ein tolles Buch, es wäre mal wieder Zeit für eine Neuauflage.
  21. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks