Bücher mit dem Tag "senioren"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "senioren" gekennzeichnet haben.

148 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783570585016)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (5.822)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson trägt leider einen so faden Titel, dass ich mich quasi überwinden musste, das Buch endlich zu lesen. 

    Zunächst fühlte ich mich in dem bestätigt, was ich erwartet hatte: Eine langwierig und unnötig detailreich beschriebene Story über einen Alten, der ... naja, aus dem Fenster steigt und verschwindet. 

    Sobald ich jedoch über die ersten 30 Seiten hinweg gekommen bin, hat die Geschichte Fahrt aufgenommen. Mittlerweile habe ich mich mit dem alles sehr präzise beschreibenden Schreibstil angefreundet ebenso wie damit, dass der Protagonist Allan Karlsson alle zwei Sätze 'Der Hundertjährige' oder 'Das Geburtstagskind' genannt wird. 

    Wer Allan ist und wen er alles auf seiner Flucht auf dem Altersheim trifft - auch da bleibt der Einfallsreichtum bei der Benennung der Hauptfiguren eher begrenzt und klischeehaft (Karlsson, Aronsson, Jonsson ...), was aber nach einer gewissen Zeit auch nicht mehr stört - entpuppt sich als eine äußerst amüsante und äußerst spannende Geschichte. 

    Auch die eingestreuten, teils ganze Kapitel hintereinander füllenden Rückblenden aus Allans Leben sind passend und lassen den Hundertjährigen zu einer sehr interessanten Figur werden: Seine chronologisch erzählte Lebensgeschichte ist eine Art Stationengang über den Erdball. 

    Man könnte Allan als stumpfsinnig, desinteressiert, unbeeindruckt - ja sogar als dümmlich bezeichnen. Jedoch erkennt man mit der Zeit, dass er ein Mann ist, der immer absolut und bedingungslos in der Gegenwart lebt, sich weder Sorgen oder Gedanken um die Zukunft noch um die Vergangenheit macht und dessen Prioritäten auf Höflichkeit und Spaß liegen. 

    Denn was er mag, tut er gerne: Sprengen. Erst, als er beauftragt wird auch Menschen 'wegzusprengen', reflektiert er die Moral in seinem Tun, aber auch das ist ihm dann nicht überaus wichtig. 

    Was er noch mag, ist Schnaps. Wo er Schnaps bekommt und wo er höflich behandelt wird, ist er seinem Gegenüber gut gesinnt. 

    Politik, so lernte er durch seinen verrückt gewordenen Vater, der übermäßig politisch engagiert war, bringt die Menschen gegeneinander auf. Allan interessiert sich nicht für Politik - das ganze ereignisreiche 20. Jahrhundert nicht. Er ist schnell gelangweilt von Parolen der Kommunisten oder Kapitalisten und versteht nicht, wo der ganze Hass auf der Welt herkommt. 

    Das macht ihn aber nicht zu einem komplett gleichgültigen Menschen. Nur die Politik - dargestellt wie ein großer globaler Sandkasten, in dem sich Kleinkinder wie z.B. Lenin, Hitler, Stalin, Truman und Mao mit Sand bewerfen - klammert er in seinem Leben aus. 

    Er widmet sein Leben dem Sprengen. Diese Leidenschaft katapultiert ihn ganz wie von selbst und ungewollt nach Spanien, in die USA, nach Russland, nach China, nach Südkorea, nach Sibirien, nach Paris und schlussendlich als alter Mann wieder nach Schweden. 

    Seine Lebensgeschichte ist beeindruckend und je trockener der Protagonist davon erzählt, desto beeindruckender wird sie. Er traf Truman, Stalin sowie Mao, lernt über fünf Sprachen, überquert den Himalaya zu Fuß und erfindet ganz nebenbei auch noch die Atombombe.

    Klingt unrealistisch? Unlogisch?

    Dieses Buch mit seinen knapp 400 Seiten schafft es, den Leser dazu zu bringen, dem politisch neutral und gleichgültig eingestelltem Protagonisten alles abzukaufen und dann einfach nur zu staunen. Es zeigt aus einem ganz neuen Blickwinkel auf, wie einfach die Weltpolitik (heute wie damals) funktioniert und was in ihr falsch läuft. Allan ist nicht beschränkt: Er ist immer ehrlich, immer unbesorgt und immer besonnen. Somit unterscheidet er sich von 90 Prozent aller Menschen.

    Ein Charakter, der im Nachhinein wahnsinnig schwer zu erfassen und zu beschreiben ist. Noch lange nach der Lektüre hat mich der Stil und der Protagonist mit seiner gleichgültig-klarsichtigen Art zum Nachdenken gebracht. 

    Schließen möchte ich mit dem Beweis dafür, dass Allan Karlsson kein emotions- und gefühlsloser Mensch ist. Der Tod seines Katers Molotow lässt ihn am Ende des Buches wütend werden, geradezu ausrasten. Denn ihn hatte er über Jahre wirklich geliebt. Molotow nimmt nur eine kurze, zweiseitige Episode im Buch ein, jedoch ist umso schwerwiegender und bedeutsamer seine Funktion und seine Wirkung auf Allan. 

    Dieses Buch hat etwas ganz Eigentümliches und Besonderes, das die politischen Ereignisse (die zwei Weltkriege und den Kalten Krieg) aus der Perspektive eines ganz gleichgültigen und zudem durchaus wertvollen Schweden beleuchtet. 

    Ich bin froh, dass ich mich schließlich doch zu der Lektüre aufraffen konnte! Der Film (auf Netflix) ist leider überhaupt nicht zu empfehlen und hat mich sehr enttäuscht. Die Charaktere sowie die Handlung sind aber auch einfach nicht für einen 90-minütigen Film gemacht, weshalb ich eine Verfilmung so oder so nicht für sinnvoll halte.



  2. Cover des Buches Starters (ISBN: 9783492269322)
    Lissa Price

    Starters

     (1.251)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie
    Das Cover finde ich interessant.
    Der Schreibstil finde ich gut - ich habe das Buch direkt durchgelesen.

    Die neue Welt ist für mich als Leserin erst mal interessant gewesen. Sicherlich schrecklich, aber die unterschiede zwischen Starters und Enders waren gut dargestellt.
    Callie fand ich direkt nett. Sie ist Fürsorglich und kümmert sich gut um ihren Bruder. Ihren Mut und den Verstand braucht sie auch. Ein oder zwei mal konnte ich ihre Handlungen zwar nicht nachvollziehen, trotzdem habe ich mit ihr mitgefibert. Spannend war es und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
    Es war mir dann doch etwas Zuviel mit der Body Bank (interessante Idee doch zu viel drum herum). Das Ende hat mich überrascht und ich bin auf den andern Band gespannt.
  3. Cover des Buches Fünf am Meer (ISBN: 9783453421639)
    Emma Sternberg

    Fünf am Meer

     (271)
    Aktuelle Rezension von: 9Buecherwurm9

    Linn wohnt zusammen mit ihrem Freund in einer Wohnung in München. Als sie diesen inflagranti mit einer Arbeitskollegin/Freundin erwischt bricht für Linn eine Welt zusammen, hatte sie doch eigentlich eher mit einem Antrag von Martin gerechnet. Da kommt ihr der exzentrische Mr. Cunningham gerade recht, welcher behauptet Erbermittler zu sein und dass sie von einer Tante zweiten Grades ein Haus in den USA geerbt habe. Spontan entschließt Linn sich ihn nach Amerika zu begleiten.


    Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist sommerlich bunt, zeigt direkt den Schauplatz und spiegelt den Titel wider.

    Der Schreibstil von Emma Sternberg ist angenehm flüssig und gut zu lesen. Teilweise geht sie mir etwas zu sehr ins Detail, besonders bei der Beschreibung von Objekten. Insgesamt stört das den Lesefluss aber nicht allzu sehr.

    Linn gehört zu den Charakteren, die zwar sympathisch sind, mit denen man (oder ich) sich jedoch nicht unbedingt identifizieren kann. Auch wenn ihre Beweggründe in den meisten Fällen nachvollziehbar sind, finde ich einige Handlungen und Einstellungen doch etwas sonderbar. Besonders ihre Beziehung zu den männlichen Charakteren.

    Die Idee, dass die Protagonistin von einer Tante erbt, von welcher sie bis zu dem Zeitpunkt noch nichts wusste, ist nicht allzu originell, trotzdem schön umgesetzt.

    Man ist als Leser direkt in der Geschichte drin und durch einige (mehr oder weniger) überraschende Wendungen wird der Spannungsbogen relativ hochgehalten.

    Leider kommt mir das Ende allerdings etwas zu abrupt. Emma Sternberg erzählt einige Szenen sehr ausschweifend und generell auch eher ausführlich. Das ist grundsätzlich schön, passt jedoch leider nicht zu Schluss. Hier hätte sie sich gerne ein paar mehr Seiten nehmen können, um „Fünf am Meer“ etwas ausführlicher und angemessener zu Ende zu erzählen.


    Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine schöne, leichte Urlaubslektüre. Er ist unterhaltsam und angenehm leicht zu lesen.

  4. Cover des Buches Im Freibad (ISBN: 9783548290416)
    Libby Page

    Im Freibad

     (212)
    Aktuelle Rezension von: Birdria

    Inhalt:
    Das Buch handelt von der Freundschaft zweier Frauen und ihren jeweiligen Lebensgeschichten. Das Freibad ist dabei ein zentraler Handlungsort.

    Meine Meinung:
    Ich mochte "Im Freibad" sehr gerne. Der Schreibstil von Libby Page ist sehr atmosphärisch. Während des Lesens hatte ich den typischen Chlorgeruch von Schwimmbädern in der Nase und hing ab und zu Gedanken an meine eigenen Erinnerungen an das Schwimmbad nach. Insgesamt gab es im Buch jedoch auch einige Längen, in welchen ich das Gefühl hatte, dass die Handlung nicht vorwärts geht.
    Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonistinnen geschrieben. Besonders gefallen haben mir die Abschnitte über Rosemarys Leben. In diesen Abschnitten hat sich bei mir ein Gefühl von Nostalgie eingestellt und die ein oder andere Stelle hat mich sogar zu Tränen geführt. Unvergessen bleibt für mich auf jeden Fall die Szene des nächtlichen Schwimmbadeinbruchs.
    Mit Kate habe ich anfangs etwas Zeit zum warm werden gebraucht. Ich habe es nicht geschafft, eine wirkliche Nähe zu ihrem Charakter aufzubauen. Die Liebesgeschichte war allerdings sehr bezaubernd. Sie hätte sehr gerne noch etwas mehr Raum in der Geschichte einnehmen dürfen.

    Fazit:
    Ein wunderbares Sommerbuch-Wohlfühlbuch. Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen ist herzermärmend und wunderschön zu lesen.

  5. Cover des Buches Das bisschen Hüfte, meine Güte (ISBN: 9783499270444)
    Renate Bergmann

    Das bisschen Hüfte, meine Güte

     (94)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989

    Das Cover passt einfach wahnsinnig gut in die Reihe rund um die Online-Oma, es ist immer witzig anzusehen und auch schön gezeichnet. Eben ein Cover, was gleich auffällt. 

    Renate Bergmann ist einfach unverwechselbar mit ihrer Art und das zeigt sich auch in diesem Buch wieder perfekt. Einfach mal reinlesen und sich von den nicht ganz normalen Alltag der Online-Oma verführen lassen, man wird sie wahrscheinlich nicht wieder missen wollen. 

    Etwas schade ist, dass es mit der eigentlichen Kur im Buch erst etwas spät einsetzt, da ist die Hälfte des Buches schon gelesen, aber das gibt nur Abzüge in der B-Note, weil sonst ist das Buch einfach zum Abschalten und für Zwischendurch sehr zu empfehlen.

    Renate Bergmann (alias Torsten Rohde) schafft es, Alltagsgeschichten mit einem Witz zu erzählen, dass man die Online-Oma einfach lieben muss, immer wieder fällt ihr etwas neues ein und immer wieder muss man lachen und auch, wenn man noch nie auf Kur war, finde man das Buch einfach wahnsinnig lustig und perfekt zum Abschalten. 

  6. Cover des Buches Enders (ISBN: 9783492269773)
    Lissa Price

    Enders

     (593)
    Aktuelle Rezension von: Adora
    Ich bin recht froh, dass ich die Bücher gleich nacheinander gelesen habe. Das kommt bei mir recht selten vor, weil ich nach einem Genre meist ein anderes brauche. Aber diese Story fand ich so spannend, dass ich gleich beide nacheinander gesuchtet habe.
    Callie fand ich jedoch in diesem Band etwas nervig. Irgendwie war sie mir zu perfekt und flasch gelutscht. Schade eigentlich, da ich sie im ersten Band dann doch recht gemocht habe.
    Die neuen Charaktere haben mir auch recht gut gefallen.
    Das Buch beginnt für mich auch wieder ziemlich spannend, kann aber die Spannung leider nicht so richtig halten.
    Nichts desto Trotz hat mir das Buch recht gut gefallen, einfach weil ich auch die Grundidee sehr spannend fand. Es war mal etwas anderes.
  7. Cover des Buches Der japanische Liebhaber (ISBN: 9783518467305)
    Isabel Allende

    Der japanische Liebhaber

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Alice-33

    Der japanische Liebhaber“ ist  die wunderbar erzählte Geschichte einer unmöglichen Liebe, die dennoch vom achten Lebensjahr zweier Kinder bis zu deren  achtzigsten währt. Eine Geschichte vor dem historischen Hintergrund des 20. Jhdts: Hitlers Vorgehen gegen die Juden, Amerika und die Japaner, Mädchenhandel aus dem Ostblock…

    Vor allem aber ist dieser Roman eine wunderbare Geschichte über das  Älterwerden. Sie beginnt mit  der Ankunft des polnischen Judenmädchens Alma bei Tante und Onkel in den USA; erzählt von Fremdheit und Tränen; später von  kindlicher Unbeschwertheit und Glück,  vom Auflehnen und  Sich-Fügen und vom Erkennen der eigenen Grenzen; berichtet von Dankbarkeit und Freundschaft aber auch vom   Festhalten und dem respektvollen  Umgang mit einer  - wenn auch räumlich getrennten -  so doch untrenn- und unzerstörbaren, über den Tod hinausreichenden Liebe.

  8. Cover des Buches Deiner Seele Grab (ISBN: 9783548611242)
    Inge Löhnig

    Deiner Seele Grab

     (145)
    Aktuelle Rezension von: misterh

    Kommissar Dühnfort bekommt es in diesem Buch mit einem Serienmörder zu tun, genannt der Samariter.
    Er ermordet alte Menschen und gibt ihnen Apfel und Trauben in die Hand als Symbol der Erlösung.
     Beider Suche nach dem Täter ermittelt Dühnfort in verschiedene Richtungen was seine ganze Konzentration erfordert. Dummerweise hat er es aber auch mit einer internen Ermittlung gegen sich selbst zu tun. Angeblich ist er bei einer Vernehmung handgreiflich geworden und dafür gibt es einen Polizeibeamten als Zeugen. Doch wer Kommissar Dühnfort kennt weiß, dass er nicht Gewalttätig ist.

    In ihrem 6. Dühnfort Fall hat Inge Löhning wieder einmal alle Register gezogen. Das Buch ist wie gewohnt von der ersten bis zur letzten Seite spannend.
    Auch hat Frau Löhning mit dem Thema über die ungenügende Betreuung im Alter ein sehr interessantes und aktuelles Thema angeschnitten.
    Besonders schmunzeln (auch wenn es traurig ist) musste ich bei der Situation als Clara ihren an Alzheimer erkranken Vater im Krankenhaus besucht hat.
    Diese Situation kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut.

    Ein Muss für alle Krimifans.

  9. Cover des Buches Zur Hölle mit Seniorentellern! (ISBN: 9783746629803)
    Ellen Berg

    Zur Hölle mit Seniorentellern!

     (117)
    Aktuelle Rezension von: JanaBabsi

    Anlässlich Elisabeth Schöllmanns 70. Geburtstag haben ihre 3 Töchter eine Überraschungsparty organisiert. Nicht nur die Party ist eine Überraschung, auch das Geschenk ihrer Töchter haut Lizzy schier aus den Schuhen. Leider jedoch nicht im positiven Sinne, denn ihre 3 Töchter offenbaren ihr, dass sie einen Platz im Seniorenheim für sie reserviert haben.

    Wütend und enttäuscht flüchtet Lizzy von ihrer Geburtstagsfeier, setzt sich in ein Taxi und verbringt den restlichen Abend mit Benno, dem Taxifahrer. Am nächsten Tag findet sie sich mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus wieder und kann sich an die vorhergehende Nacht nicht mehr erinnern.

    Während Lizzy im Krankenhaus liegt, lösen ihre Töchter ihre Wohnung auf und bereiten ihren Einzug ins Seniorenheim „Bellevue“ vor, so dass Elisabeth – gegen ihren Willen - direkt aus dem Krankenhaus in die Seniorenresidenz übergesiedelt wird. Eine kleine 2-Zimmer-Wohnung, natürlich von den Töchtern lieblos mit den wenigen Möbeln eingerichtet, die sie wahrscheinlich nicht auf einem Kleinanzeigen-Portal verscherbelt bekamen. Seit 8 Jahren ist Lizzy Witwe und hat erkannt, dass sie endlich wieder frei atmen kann - nun verbringt sie den Rest ihres Lebens sie in einem Rollstuhl im Seniorenheim? Über ihr eigenes Geld kann sie auch nicht mehr frei verfügen, sie bekommt ab jetzt von ihren Kindern ein Taschengeld in Höhe von 20,00 €.

    Im Speisesaal lernt sie ihre Tischnachbarn kennen, allesamt Leute, mit denen sie eigentlich nichts zu tun haben möchte. Am liebsten würde Lizzy sich auf ihr Zimmer verkriechen und die Mahlzeiten dort einnehmen. Diesem Wunsch kann und möchte die Heimleiterin Frau Fröhlich jedoch nicht entsprechen und so fügt Lizzy sich in ihr Schicksal. Ihre Tischnachbarn sind: Die frühere Operndiva Lila Fouquet, die permanent Arien schmettert, Hans Martenstein, ein ehemaliger Lehrer, Ella Janowski, die aufgrund ihrer Narkolepsie (Schlafkrankheit) mehr Zeit schlafend als im wachen Zustand verbringt und Vincent von Wackerbarth, einem gut situierten und zugegebenermaßen sehr gut aussehenden Herrn. 

    Diese illustre Tischrunde hat jedoch eines gemeinsam; sie alle möchten aus dem Seniorenheim ausbrechen und dazu brauchen sie 2 Dinge: Geld und einen Plan. Lizzy wird Teil des Einstein-Clubs und so treffen sich die Senioren wöchentlich an einem geheimen Ort, um einen Banküberfall und ihre anschließende Flucht nach Spanien zu planen. Als weitere Fluchthelfer werden – mehr oder weniger un-/freiwillig - Benno, der Taxifahrer, Schwester Klara, eine Pflegekraft aus dem „Bellevue“ und Pete, ebenfalls Pflegekraft im „Bellevue“ in den Plan eingespannt. 

    Wird ihnen die Flucht gelingen?

    Für meine Autofahrten habe ich nach einem Hörbuch gesucht, bei dem ich nicht akribisch hinhören muss um der Story folgen zu können, so bin ich bei diesem Hörbuch der Autorin Ellen Berg gelandet. Anhand des Covers und des Klappentextes habe ich hier jetzt keine vollkommen bierernste Geschichte erwartet, sondern etwas locker-leichtes, was einen gut unterhält. Genau das habe ich gefunden. Da es mein 1. (Hör-)Buch der Autorin ist, habe ich keinen Vergleich zu ihren anderen Werken, das wird sich aber sicherlich ändern, denn Auto fahren mit Hörbuch werde ich auch in Zukunft noch öfter mal. 

    Wer dieser Geschichte eine halbe Stunde zugehört hat, dem wird schnell klar, dass sich hier 2 Dinge vermischen – Realität und Fiktion. Auf der einen Seite zeigt die Autorin auf, wie schnell sich manche Kinder ihrer Eltern entledigen, indem sie sie kurzerhand in ein Pflegeheim stecken und, wie das Leben im Pflegeheim sich dann für diese anfühlen könnte, andererseits ist die Geschichte so überspitzt, dass man sie wohl kaum für bare Münze nehmen kann. Ohne eine offizielle Entmündigung kann man (wahrscheinlich !!) mit seinem Elternteil so nicht verfahren, wie Lizzys Töchter das mit ihr tun. 

    Lizzy ist eine rüstige 70igerin, die eigentlich noch gar nichts im Seniorenheim zu suchen hat. Sie ist klar im Kopf, kann sich zu Hause alleine versorgen, sie tanzt gerne und ist aktiv in einem Wanderverein. Eigentlich fällt sie niemandem zu Last, weswegen ich die Notwendigkeit, sie in einem Seniorenheim unterzubringen, als pure Schikane durch die Töchter empfinde. Logischerweise kommen die Töchter bei mir deswegen auch nicht sonderlich gut weg. Zum Ende hin kann ich mich – genau wie Lizzy - mit einer Tochter aussöhnen, aber das hat echt lange gedauert. 

    Frau Fröhlich, die Leiterin des Seniorenheimes, hat Lizzy – aus welchen Gründen auch immer – permanent auf dem Schirm und zu guter Letzt droht sie ihr sogar mit einem Aufenthalt auf der „Regenbogenstation“, das ist die Demenz-Station des Seniorenheimes und dort kommt so schnell niemand wieder raus. Bei Frau Fröhlich scheint aber auch nicht alles Gold zu sein was glänzt und so bekommt sie zum Ende der Geschichte dann auch noch ihr Fett weg. 

    Pete und Klara, die beiden Pflegekräfte des „Bellevue“, sind gegen den Plan des Einstein-Clubs, können die alten Leutchen jedoch nicht davon abhalten, den einmal eingeschlagenen Weg zu gehen. Vielleicht bekommen sie dann ja doch noch Unterstützung von den Beiden, wer weiß?! Auf jeden Fall sind die 2 ein Lichtblick im tristen Alltag des Seniorenheimes und beide kümmern sich sehr liebevoll und aufmerksam um Lizzy. Pete ist jemand, der genauer hin- und nicht wegschaut. 

    Lila Fouqet schmettert gerne mal eine Arie in den Raum, natürlich immer themenbezogen. Ich kann mit solcher Art von Posie nichts anfangen, ziehe aber meinen Hut vor der Sprecherin Sonngard Dressler, die mir bei jeder Arie das Grinsen ins Gesicht zauberte. 

    Hans Martenstein, der ehemalige Lehrer, fällt durch seine übergroße Korrektheit auf. Er wirkt auf mich sehr steif und konservativ, aber stille Wasser sind nun mal eben tief und auch seine Stunde schlägt, in der er zeigen kann, was in ihm steckt. 

    Von Ella Janowski bekommt man nicht sehr viel zu hören, außer ihrem Satz „Habe ich etwas verpasst? Wer sind Sie?“. Ansonsten versinkt sie permanent in ihrem Narkolepsie-Schlaf. Aber auch sie hat wache Momente und ihre Anregungen zum Banküberfall sind gar nicht so übel. 

    Der letzte im Bunde im Einstein-Club ist Vincent von Wackerbarth, wegen dem Lizzy im Alter von 70 Jahren dann doch nochmal Schmetterlinge in den Bauch bekommt. Kann man sich mit 70 noch einmal verlieben und beruht dieses Gefühl auf Gegenseitigkeit? Bei Vincent kann man dann aber auch sagen „trau, schau wem“. 

    Benno, der Taxifahrer, mit dem Lizzy an ihrer Geburtstagsfeier geflüchtet ist, wird auch ein wichtiger Teil des Planes, denn Benno hat ihnen allen gegenüber einen großen Vorteil: Er hat ein (Flucht-)Auto!! Die Herren der Schöpfung sind sich jedoch nicht immer so ganz grün und das führt zu Missverständnissen. 

    Wie eingangs schon erwähnt, habe ich hier eine Geschichte gehört, die mich wirklich sehr gut unterhalten hat. Es war teilweise witzig, teilweise hat mich das Gehörte nachdenklich gemacht, teilweise war es auch ein wenig traurig. Alles in allem hält die Autorin unserer Gesellschaft so ein klein wenig den Spiegel vor. Die Sprecherin Sonngard Dressler liest wirklich sehr gut und ich konnte ihr problemlos 8 Stunden und 37 Minuten zuhören. 

    Zur Mitte hin wird es jedoch leider etwas langatmig und somit auch ein klein wenig langweilig, man hätte die ein oder andere Passage gerne etwas kürzen dürfen, weil sich vieles dann einfach nur noch wiederholt - deswegen mein Punktabzug in der Bewertung. Dann nimmt die Geschichte jedoch wieder Fahrt auf und steuert auf ein Ende hin, das wirklich sehr überzogen daher kommt, die Geschichte aber hervorragend abrundet und es gibt für alle ein Happy End. 

    Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, ich hatte einige kurzweilige Autofahrten und werde ganz sicher noch einmal zu einem (Hör-)Buch von Ellen Berg greifen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt es noch 15 Bücher aus der (K)ein-Reihe von ihr.

  10. Cover des Buches Eierlikörtage (ISBN: 9783492311915)
    Hendrik Groen

    Eierlikörtage

     (76)
    Aktuelle Rezension von: AnnMey
    Als ich das Buch anfing, habe ich mir nicht besonders viel versprochen davon, was soll da auch schon passieren, es geht immerhin um einen alten Mann. Aber weit gefehlt, der Autor schreibt so erfrischend und es dauert nicht lange, da hat man den Hendrik richtig liebgewonnen.....
  11. Cover des Buches Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens (ISBN: 9783734850349)
    Jen Malone

    Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens

     (36)
    Aktuelle Rezension von: buecher_hinter_der_traumtuer

    Ich muss sagen, dass ~Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens~ das Fernweh etwas gestillt hat. Es war als wäre ich bei der Reise durch Europa komplett dabei gewesen. Es ist humorvoll und ich habe mich in der verpeilten Protagonistin die ganze Zeit mich gesehen. Auch die sechs Rentner haben hier und da für einen Lacher gesorgt und sind mir beim Lesen total an Herz gewachsen. Und dann gibt es da noch Sam, der sympathischer nicht sein könnte.

    Alles in allem ist es für mein ein absolutes Herzensbuch, weil es humorvoll ist, schöne Kulissen und Erlebnisse beschreibt und einfach tolle Charaktere dabei sind. Ich wäre das Buch am liebsten direkt noch einmal von vorne angefangen. Also wenn ich ein Buch sucht, welches das Fernweh etwas mindert funktioniert das mit diesem Schmuckstück ganz wunderbar

  12. Cover des Buches Weltverbessern für Anfänger (ISBN: 9783836960243)
    Stepha Quitterer

    Weltverbessern für Anfänger

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Hoppsi

    Klappentext

    An Minnas Schule wird ein Wettbewerb ausgeschrieben: Weltverbessern für Anfänger. Echt jetzt?! Immerhin, der Klasse, in der man sich am meisten engagiert, winkt eine Fahrt nach Tallinn. Minna lässt das erst mal kalt. Bis ihre Oma ins Pflegeheim kommt und glasklar wird, welchem Bereich des täglichen Lebens man eine deutliche Verbesserung verpassen könnte. Also organisiert Minna kurzerhand einen Pflegeheimbesuchsdienst. Keine leichte Aufgabe in einer Klasse, die selbst der Schulpsychologe meidet. Rumgezicke, Liebeskummer, Lehrergenerve und getrennte Eltern tun ihr Übriges. Was nach einigen Anlaufschwierigkeiten dann passiert, übersteigt allerdings nicht nur Minnas Vorstellungsvermögen ...
     Sprachspielerisch und lautstark zündet Stepha Quitterer in ihrem ersten Roman ein Feuerwerk an Ideen und erzählt mitreißend vom Weltverbessern, von generationenübergreifenden Freundschaften und nicht nur jugendlichem Übermut!

     

    Inhalt & Meinung

    Die gesamte Handlung ist aus der Sicht von Minna beschrieben. Dabei bekommen wir ihre Gedanken mit, es werden aber natürlich auch die Kommentare und Gespräche mit Eltern, Lehrern und Klassenkameraden wiedergegeben. Dies geschieht natürlich größtenteils in Jugendsprache und was soll ich sagen, das war für mich mal wirklich herrlich erfrischend. Die Gespräche und Gedanken über die Lehrer, die coolen Typen und Mädels mit ihren Ausdrücken und natürlich dazu immer wieder die Eltern und Lehrer. Für mich ist das sehr rund und gut gelungen. Da ich mich noch sehr gut dran erinnern kann, dass es bei mir ganz ähnlich war. Nun gibt es den Wettbewerb „ Weltverbessern für Anfänger“ an Minnas Schule, doch so richtig mit Begeisterung nimmt da zunächst niemand dran teil. Für Minna ändert sich einiges nach einem Besuch bei ihrer Oma im Pflegeheim. Dort stellt sie fest, dass man einiges verbessern könnte und kurzerhand geht sie mit ihren Kumpels Basti und Pawel ins nahe gelegene Pflegeheim und die drei verbringen ihre Zeit dort gemeinsam mit ganz unterschiedlichen Menschen. Irgendwann wird zumindest Minna bewusst, dass es für den Gewinn des Wettbewerbes wohl nicht ausreicht wenn nur drei aus einer Klasse versuchen die Welt zu verbessern. Also überlegen sie sich, wie sie den Rest ihrer Klasse überzeugen können und suchen passende Bewohner des Pflegeheims für ihre jeweiligen Klassenkameraden heraus. Doch so einfach ist es nicht eine Klasse die völlig zerteilt in Splittergruppen ist zusammen zu bringen. Wird es ihnen am Ende gelingen? Stepha Quitterer gelingt es sehr anschaulich zu zeigen, wie das Weltverbessern schon im Kleinen funktioniert. Mir hat es sehr gut gefallen, dass es hier nicht um die großen Veränderungen geht, die ein einzelner Mensch wahrscheinlich so wie so nicht alleine durchführen kann. Hier geht es um das was realistisch für viele umsetzbar ist, eine Veränderung in der näheren Umgebung, in dem man sich zusammen schließt und gemeinsam wirklich großes schaffen kann. Ein emotionales, lustiges, teilweise romantisches Buch, welches mich sehr positiv gestimmt zurück lässt.

     

  13. Cover des Buches Böse Leute (ISBN: 9783423216777)
    Dora Heldt

    Böse Leute

     (129)
    Aktuelle Rezension von: MAZERAK

    Unerklärliche Einbrüche in die Häuser der Inselbewohner - da stolpert Maren Thiele, Polizistin und gerade wieder nach Sylt versetzt, schon an ihrem ersten Arbeitstag in einen spannenden Fall. Und nicht nur dieser bringt sie in unvorhersehbare Schwierigkeiten...

    Dora Heldt hat es wirklich drauf: sie erzählt so witzig und charmant, ihre Charaktere sind so liebenswert und echt, man bekommt einfach nicht genug. Am liebsten würde man sich zu den konspirativen Treffen dazusetzen: zu Krabbenbrötchen und Sushi,  Tee und Eierlikör. 

    Ein Krimi, der vielfältiger nicht sein könnte: Irrungen und Wirrungen, Freundschaft und Liebe und ein Zusammenhalt wie Pech und Schwefel, bis der Mörder gestellt ist!  Sehr liebenswert, humorvoll und absolut unterhaltsam! 

  14. Cover des Buches Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch? (ISBN: 9783462047240)
    Minna Lindgren

    Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?

     (49)
    Aktuelle Rezension von: AhernRowlingAusten

    Als ich mir dieses Buch kaufte, tat ich es eigentlich in der Absicht, mir einen sehr lustigen und unterhaltsamen Schmöker zuzulegen. Ich dachte, dass Minna Lindgren das Alter gekonnt auf die Schippe nimmt und die Protagonistinnen mich lachen lassen, während sie einen ominösen Mordfall aufklären. Das ist der Autorin zwar gut gelungen, aber ich habe aus diesem Roman so viel mehr mitnehmen dürfen als nur ein bisschen Unterhaltung und drei alte Damen, die Witze über ihr Alter machen.

    Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, was ich allerdings nicht als selbstverständlich bei diesem Buch ansehe, da es eine ganz eigene Stimmung hat, auf die man sich einlassen muss. Geht man mit den gleichen Erwartungen an dieses Buch wie ich und will davon partout nicht abweichen, wird man das Buch wahrscheinlich schnell wieder zur Seite legen. Die Atmosphäre in diesem Buch empfinde ich nämlich als besonders. Sie ist sehr ruhig und hat auch in meinen Augen keinen üblichen Spannungsbogen. Mit diesem Buch greift man zu einer besonderen Lektüre, von der man denken könnte, sie ist selbst 94 Jahre alt und im Leben so gefestigt, dass sie nichts umhauen kann.

    Trotz dieser ruhigen Atmosphäre schaffen es die drei alten Damen den Leser kräftig zum Lachen zu bringen. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie keck und selbstironisch alte Leute sein können. Eine Prise schwarzer Humor gehört allerdings dazu.

    Ein Punkt, der mir jedoch nicht gefällt, ist, dass man wegen des Titels eigentlich davon ausgeht, dass hier ein Mordfall aufgeklärt wird: Warum starb der junge Koch? Leider weiß ich aber auch nach der Lektüre nicht genau, warum der junge Koch, Tero, nun starb. In dieser Geschichte geht es viel mehr um Kritik am finnischen Pflegesystem und wie die Gesellschaft mit alten Leuten umgeht. Ich habe viele Stellen als erschreckend empfunden und mir steigen sofort die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, dass es mal meinen Eltern so gehen könnte, denn vieles aus diesem Buch hat man auch schon in deutschen Nachrichten gehört. Es ist eine Schande wie wir mit der älteren Generation umgehen und deshalb bin ich unglaublich froh, dieses Buch gelesen zu haben, da es mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet hat.

    Ein weiterer Punkt, der mich ein wenig störte, war die Informationsflut, wenn Siiri mit der Straßenbahn durch Helsinki gefahren ist. Zu jedem Gebäude gab es was zu erzählen und das ist auch interessant, passte allerdings nicht zur Geschichte. Aber man merkt, dass die Autorin ihre Stadt liebt. Helsinki scheint einen Besuch wert zu sein.

    Dieses Buch lässt sich durchaus mit einem Rotwein genießen, wenn man die richtige Stimmung dafür mitbringt und bereit ist, sich darauf einzulassen. Allerdings sollte der Rotwein auch für die Stellen bereitgestellt werden, wenn man mal ausgiebig die Augen über das Pflegepersonal rollen will.

  15. Cover des Buches Der Köder (ISBN: 9783499252167)
    P. J. Tracy

    Der Köder

     (118)
    Aktuelle Rezension von: Alice3412
    "Der Köder"

    Inhalt:
    Sterben muss, wer Überlebt hat. 
    Im verschlafenen St. Paul wird der achtzigjährige Morey Gilbert tot aufgefunden. Jemand hat ihm eine Kugel in den Kopf geschossen. Die Polizei steht vor einem Rätsel; der alte Herr war allseits beliebt. Ein Mann ohne Feinde, wie es schien. Noch bevor die Ermittlungen anlaufen, kommt es zu weiteren Morden. Das Muster ist immer gleich: Offenbar macht ein Psychopath Jagd auf alte Menschen. Menschen, 
    die allesamt den Holocaust überlebten …

    Meinung:
    Insgesamt war dies eine sehr verwickelte, recht spannende und unterhaltsame Geschichte. 

    Im ersten Teil der Handlung geht es rasch voran und die Polizei steht vor einem Rätsel. Im Mittelteil zieht sie sich etwas und es wird viel gesprochen und nachgedacht. Das Ende ist dafür sehr überraschend, spannend und emotional gut gezeichnet. Spannend war für mich, mit zu überlegen, wer der Mörder ist und erneut bin ich bis zum Schluss nicht dahinter gestiegen.

    Besonders gut haben mir erneut die handelnden Personen der Geschichte gefallen. Sie sind detailliert und präzise gezeichnet. Magozzi und Rolseth treten erneut als Hauptcharaktere in den Mittelpunkt. Das Monkeewrench Team spielt dieses mal eine kleinere Rolle, einzig Grace McBride taucht immer auf und die zarte Beziehung zwischen ihr und Magozzi wird genauer beleuchtet. Es ist schön zu sehen, wie sie mit einander umgehen. 

    Interessant sind die Personen um die Ermordeten herum. Die Frau des Verstorbenen Morey Gilbert, die klein und doch so stark ist und ihr Sohn Jack, bei dem ich nie genau wusste, woran ich eigentlich bin. 

    Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen. 

    Ich kann den zweiten Teil der Reihe empfehlen, als unterhaltsame kriminal Geschichte. Ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe.


  16. Cover des Buches Romeo und Romy (ISBN: 9783458362753)
    Andreas Izquierdo

    Romeo und Romy

     (202)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Romy wollte eine große Schauspielerin werden, doch sie hat es nur zur Souffleuse geschafft. Während der Premierenaufführung von Romeo und Julia erhält sie die Nachricht, dass ihre Oma Lene verstorben ist. Erschüttert von dieser Mitteilung, verpasst sie es den Schauspielern, insbesondere Ben, der in sie verliebt ist, zu soufflieren. Die Aufführung endet in einer Katastrophe. Romy wird gekündigt und auch Ben, der durch einen Waschmittelspot bekannt geworden ist, steht ohne Job da. Romy reist aber erst mal zu der Beerdigung ihrer Oma nach Großzerlitscher, in ihre alte Heimat. Es ist ein kleiner idyllischer Ort im tiefsten Erzgebirge nahe der tschechischen Grenze weit abgelegen, schwer erreichbar und wird nur noch von den Alten bewohnt, da die Jungen das Dorf verlassen haben. Nach der Beerdigung will Romy noch einige Tage bleiben, um zu entscheiden, was sie machen möchte. Schnell merkt sie, dass die Alten alles daran setzen, um zu sterben, da nur noch zwei Grabstellen auf dem Friedhof zur Verfügung stehen. Romy setzt sich in den Kopf aus der alten Scheune ein elisabethanisches Theater zu bauen. Alle Alten machen mit, doch bevor es soweit ist, müssen noch viele Hindernisse überwunden werden.

    In seinem letzten Roman hatte Andreas Izquierdo benachteiligte Kinder als Hauptprotagonisten. In diesem Buch nimmt er sich der Alten an, die nicht mehr gebraucht werden, mit ihrem Leben abgeschlossen haben und nur noch daran denken, ob sie noch einen Platz auf dem hiesigen Friedhof erhalten. Sehr einfühlsam und mit Humor schildert der Autor den Streit um die beiden letzten freien Grabstellen, die Mitarbeit beim Bau des Theaters, die Wandlung zu Schauspielern in Renaissancekostümen und die Veränderungen, die dieses mit den Bewohnern des Dorfes macht. 

    Andreas Izquierdo hat wieder für mich ein tolles Buch geschrieben, über Träume, Vertrauen und das Leben. Ich habe seine Figuren liebgewonnen, die geschickt mit der Geschichte verwoben sind und am Ende feststellen, dass sie so viel Spaß seit Jahren nicht mehr gehabt hatten. Mein Fazit daraus ist, jeder hat eine Wahl, egal in welchem Alter, was er aus seinem Leben macht und seien es noch so verrückte Dinge. 

  17. Cover des Buches Etta and Otto and Russell and James (ISBN: 9780241185865)
    Emma Hooper

    Etta and Otto and Russell and James

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Eines Tages macht sich die 82jährige Etta auf den Weg ans Meer, quer durch Kanada. Ihr Mann Otto bleibt zu Hause und versucht, alleine zurechtzukommen. Doch Etta vergisst allmählich Dinge, Otto erinnert sich an fast alles. Und dann ist da noch Russell, der Nachbar, der selbst in Etta verliebt war. Und James, ein Koyote, der Ettas Begleiter auf der Wanderung ist. Auf dem Weg erzählen sie ihr Leben: von der Liebe, vom Krieg und einer Farm in der staubigen Einöde Saskatchewans, vom Backen und vom Briefeschreiben.

    Emma Hoopers Roman mit dem langen Titel ist ein bezaubernder, ein leiser Roman, der sich nicht vieler Worte bedient. Manchmal erschließt sich die Bedeutung nicht direkt, viele Passagen sind näher an einem Traum als an der Realität, z.B. Ettas Unterhaltungen mit James. Die Autorin überlässt dem Leser die Entscheidung, was geschieht und was nicht. So ist das Ende sehr offen für verschiedene Interpretationen. Diese Unbestimmtheit der Erzählung war mir manchmal etwas zu viel des Guten und ich habe nach tieferen Bedeutungen gesucht. Ich habe viel über die Handlung nachgedacht und bin mir bei den phantastischeren Elementen immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Daher schwanke ich zwischen 4 und 5 Sternen.

    Die Sprache ist sehr spartanisch und auf das Wichtigste beschränkt. Trotzdem konnte mich die Erzählung vom ärmlichen Leben auf einer Farm, von der Beziehung von Etta mit Otto und Russell und von Ottos Erlebnissen in Europa im 2. Weltkrieg fesseln und zutiefst berühren. Letzten Endes kommt es bei „Etta and Otto and Russell and James“ wohl auch eher auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Erinnerungen der Charaktere als auf die äußere Handlung an. In dieser Hinsicht konnte mich das Buch überzeugen.
  18. Cover des Buches Das Dach muss vor dem Winter drauf (ISBN: 9783499275883)
    Renate Bergmann

    Das Dach muss vor dem Winter drauf

     (29)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Nachdem ich fast alle Bücher von Renate Bergmann gelesen habe musste es dies auch sein. Nachdem mir manche Bände nicht so gut gefallen haben, da sich vieles wiederholte was man aus anderen Büchern schon kannte hat mich dieser Band nicht enttäuscht. Es war wieder viel neues von der Online Omi. Gute Unterhaltung für zwischendurch. 

  19. Cover des Buches Old School (ISBN: 9783453677210)
    John Niven

    Old School

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Julie Wickham hat Geburtstag. Sie wird 60 Jahre alt, feiert aber nur in kleinstem Kreis. Ihre Freundin Susan wartet beim besten Italiener Wroxhams "La Taverna" auf sie, wo sie schließlich verspätet eintrifft. Parkplatzprobleme gibt sie als Grund vor, doch leider klemmt es an ganz anderer Stelle.

    Julies Leben als erfolgreiche Unternehmerin erfuhr eine bittere Wende, als ihr Lebensgefährte und Geschäftspartner mit dem Firmenvermögen durchbrannte und fortan nicht mehr gesehen wurde. Seither lebt sie in einer Sozialwohnung und ist als Aushilfe in einem Pflegeheim tätig. Dort lernt sie die resolute Ethel kennen, die mit ihren 87 Jahren nicht daran denkt, sich irgendwelchem Reglement anzupassen, schon gar nicht, mit ihrem Rollstuhl für irgend jemand zu bremsen.

    Die gemeinsame Freundin Jill Worth hat ebenfalls größere Probleme. Ihre Tochter Linda hat ein schwerkrankes Kind. Jamie leidet an einer seltenen Lungenkrankheit und die einzige Klinik der Welt, die dieses Leiden beenden könnte, ist in Chicago. Die aufwendige Operation würde allerdings 60.000 Pfund kosten, was sich die junge Familie nicht leisten kann.

    Susan ahnt nicht, dass auch sie sehr bald vor einem Scherbenhaufen stehen wird. Ihr langjähriger Ehemann, ein ebenso spröder wie vereidigter Wirtschaftsprüfer, hat nach seinem hässlichen Ableben ein paar bizarre Überraschungen auf Lager. Die versammelten Damen aber auch. Es werden Pläne geschmiedet ...

    Nach " Coma " (2009) legt John Niven mit "Old School" eine weitere Thriller-Komödie vor, jedoch unter gänzlich anderen Vorzeichen. Diesmal sind die "Alten" an der Reihe und sie brauchen sich keineswegs zu verstecken. Ganz im Gegenteil, denn je älter sie sind, desto mehr machen sie ihren jüngeren Zeitgenossen vor, allen voran Ethel, die insbesondere ihr Mundwerk als Waffe zu benutzen weiß.

    Einmal mehr glänzt der schottische Autor mit einer ganzen Vielzahl von liebenswert-derben Unverschämtheiten in alle Himmelsrichtungen und mit brachialer Situationskomik, welche die Existenz der Grenze des guten Geschmacks leugnet. Insbesondere seine älteste Protagonistin besticht als verbale Dreckschleuder auf Rang eins.

    Mit der englischen Polizei steht der Autor wohl auf Kriegsfuß oder zumindest in kritischer Distanz. Anders kann man sich seine Figur des Detectice Sergeant Hugh Boscombe, einem Trottel vor dem Herrn, nicht vorstellen. Allerdings haben wir diesem Einfaltspinsel, dem kein Fettnapf zu groß zu sein scheint, eine ganze Reihe von herrlich schräger Action zu verdanken, beispielsweise die sicherlich skurrilste Verfolgungsjagd, die Hollywood noch nicht verfilmt hat!

    Auch im Zusammenhang mit diesem Werk, sollten Leserinnen und Leser, zum weiteren Verständnis der Lektüre, dem Sarkasmus nicht abgeneigt sowie in der Lage sein, sich an einem gerüttelt Maß Schadenfreude zu ergötzen. Spannender, lustiger, derber und unverschämter kann ein Thriller nicht sein.

    Schräg. Hart. Derb. Niven.
  20. Cover des Buches Gerechte Strafe - Ein Fall für Engel und Sander 5 (ISBN: B07ZQK3JW6)
    Angela Lautenschläger

    Gerechte Strafe - Ein Fall für Engel und Sander 5

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Endlich haben sich KHK Nicolas Sander und Nachlasspflegerin Friedelinde dazu entschlossen, zusammen zu ziehen. Das Haus ist ein wenig renovierungsbedürftig und so nutzt Nicolas seinen Urlaub, um die Fenster zu streichen. Kurz vor Abschluss der Arbeite wird er jedoch aus dem Urlaub zurückbeordert, denn es gibt mehrere unklare Todesfälle unter Pensionisten. 

    Während Sander versucht, die Zusammenhänge zu finden, fällt Friedelinde von der Leiter, als sie das Fenster streichen zu Ende bringen will. Dabei hat sie Glück, denn sie bricht sich nur den Fuß. Natürlich hält sie es kaum aus, zur Untätigkeit verdammt zu sein und ist heilfroh, als im Nebenhaus ein neues Paar einzieht, das sie umsorgt. Doch ganz geheuer sind ihr Thorsten und Monika auch nicht, denn sie wohnen im Haus einer alten Frau, die seit langem niemand mehr zu Gesicht bekommen hat. 

    Inzwischen ermitteln Nicolas und sein Kollege Gernot in der „Seniorentod“ genannten Soko und tappen lange im Dunklen.  

    Meine Meinung: 

    Wie bei allen Fällen für Engel & Sander fehlen rasende Verfolgungsjagden und blutrünstige Beschreibungen. Diese Krimis bestechen durch die höchst unterschiedlichen Charaktere der beiden Hauptdarsteller. 

    Herrlich sind die Dialoge zwischen Nicolas und Gernot, die die beiden oft wie ein altes Ehepaar wirken lassen. Witzig auch Gernots Faible für Kochrezepte, das oft ein „Türöffner“ für polizeiliche Nachfragen bei misstrauischen Personen ist. Denn, „Essen hält Leib und Seele zusammen“. Gernot ist überhaupt der Einfühlsamere der beiden. Nicolas fällt gerne mit der Tür ins Haus, während sein Kollege mit Charme mehr Infos erfährt. 

    Friedelinde kann es trotz Gipshaxen nicht lassen, zu ermitteln. Mit Hilfe ihrer Freundinnen und, sehr zum Missfallen von Nicolas zählt auch seine Noch-Ehefrau Maren dazu, gelingt es recht bald, den Betrugsfall aufzuklären. 

    Bei den toten Pensionisten dauert es eine Weile, da Nicolas und Friedelinde sich kaum miteinander austauschen. Wenn er spätabends müde heimkommt, schläft sie schon den Schlaf der Gerechten. Dennoch kann sie einen entsprechenden Hinweis geben, und nun fallen die Puzzlesteine an die richtige Stelle. 

    Das Cover passt wieder bestens zu den anderen Teilen der Serie. Ich mag solche Wiedererkennungsmerkmale.

    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Die handelnden Personen stellen sich durch ihr Handeln selbst vor und nicht durch mittelprächtige Adjektive beschrieben. Vor allem sind sie Menschen wie Du und Ich, mit allerlei Macken sowie Ecken und Kanten. 

    Das einzige womit ich nicht ganz einverstanden bin, ist der Titel. Aber, der Verlag wird sich sicherlich dazu etwas überlegt haben. 

    Fazit: 

    Wer einen eher ruhigen Krimi sucht, in dem auch über manche Person geschmunzelt werden darf, ist hier richtig. 

     

     

  21. Cover des Buches Liebe verlernt man nicht (ISBN: 9783746629469)
    Lilli Beck

    Liebe verlernt man nicht

     (55)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Paula, nach 25 Jahren Ehe seit einiger Zeit geschieden und ihre Freundinnen Biggi (gerade von einem jüngeren Liebhaber um ihre Ersparnisse gebracht) und Traudl (seit 2 Jahren – immer noch trauernde – Witwe), sind mit ihrem männerlosen Leben nicht so recht zufrieden. Doch wie einen passenden Mann finden? Alleinstehende Männer in ihrem Alter müsste es doch geben, das Problem ist nur das Zusammenfinden – und genau daraus ergibt sich für Paula und Biggi eine Geschäftsidee: Gründen wir doch eine Vermittlungsagentur für Oldies. Das ist dann allerdings leichter gesagt als getan …

    Lilli Beck hat ein Händchen für Themen die uns „ältere“ Frauen ansprechen, da wir die Probleme, die sie beschreibt, selbst gut kennen oder zumindest gut nachvollziehen können. Dass sie diese mit Humor zu ansprechenden Romanen verpackt, gefällt mir besonders gut. Eigentlich ist der sogenannte „Frauenroman“ nicht so mein Genre, aber hier haben wir einen Roman, der sicher vor allem Frauen ansprechen wird, der aber eben auch mir gefällt. Ich finde mich durchaus wieder in den Charakteren, den selbstkritischen Humor der Ich-Erzählerin Paula kann ich gut nachvollziehen und hin und wieder lese ich eben gerne Romane, die mich zum Lachen bringen.

    Die Charaktere, die die Autorin zum Leben erweckt, sind immer ein bisschen besonders – und das bis in die Nebenrollen. Wenn z. B. Pämela, viel jüngere Geliebte von Paulas Ex-Ehemanns und außerdem der Scheidungsgrund, immer mehr Konturen bekommt, wenn die trauernde Witwe wieder ins Leben zurückkehrt, wenn der „Callboy“ sich als ganz patenter und vor allem liebenswerter Mann herausstellt, dann ist das einfach schön zu lesen, vor allem, wenn es mit so viel Situationskomik erzählt wird.

    Lilli Beck lässt ihre Protagonistin Paula selbst in Ich-Form erzählen, so erlebt man als Leserin alles aus erster Hand und kommt Paula sehr nahe. Sehr lustig ist es zu verfolgen, wie (vor allem) Paula versucht, Material für ihre Dating-Kartei zu aquirieren sei es, indem sie zum Speed-Dating geht, sich in Fitness-Studions umsieht oder sogar einen „Begleiter“ engagiert.

    Mir hat der Roman viel Lesevergnügen bereitet und ich empfehle ihn gerne weiter (vor allem, aber nicht nur, an Frauen über 50, die auch einmal über sich selbst herzlich lachen können).

  22. Cover des Buches Liebe auf den letzten Blick (ISBN: 9783746627960)
    Lilli Beck

    Liebe auf den letzten Blick

     (50)
    Aktuelle Rezension von: abuelita
    Mathilde und ihre Freundinnen gründen eine WG, um dem drohenden Seniorenheim zu entrinnen. Doch offensichtlich ist man mit 60 nicht viel schlauer als mit 20, und der schöne Plan schlägt fehl. Statt in der Oldie-Idylle finden sich die vier plötzlich im Mehrgenerationen-Chaos wieder. Und dass die Hormone genauso verrückt spielen wie früher, merken sie nicht nur an Hitzewallungen. 

    Zwischendurch ist das Buch ja ganz lustig, aber das Verhalten von Mathilde ist sehr widersprüchlich, den anderen zwei Damen konnte ich rein gar nichts abgewinnen, einzig Gustl – und natürlich später die jüngeren Leute – kann man sich vorstellen.

    Die Story an sich - hier ist soviel unwahrscheinlich und an den Haaren herbeigezogen, dass es schon wieder zum Lachen ist.

    Na ja….man kann es lesen, verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht tut – das ist mein Fazit dazu.
  23. Cover des Buches 100 JAHRE LEBEN - Welche Werte wirklich zählen (ISBN: 9783455503753)
    Kerstin Schweighöfer

    100 JAHRE LEBEN - Welche Werte wirklich zählen

     (20)
    Aktuelle Rezension von: AnneMayaJannika
    Zum Cover:
    Auf dem Cover ist eine alte Dame zu sehen, die ein wenig keck in die Kamera schaut.
    Nein, es ist keine Frau aus dem Buch selbst, die Zentenaren deren Leben beschrieben wird, sind im Buch abgebildet.

    Zum Buch:
    Kerstin Schweighöfer hat über 10 Menschen betroffen. die 100 Jahre und älter sind. Alle haben den 2 Weltkriege erlebt, haben Männer, Brüder, Väter darin verloren.
    Haben ihr Leben in die Hand genommen und alle Veränderungen der modernen Jahre registriert.
    Die Autorin hat zusammengetragen, wie man gut, gesund und mit der nötigen Portion Optimismus alt werden kann - uralt!
    10 aufwühlende, spannende und bemerkenswerte Lebensläufe hat sie zusammengetragen und veröffentlicht. Jeder berührt auf seine Weise, insbesondere wenn man weiß, das nicht mehr viel leben kommt.

    Meine Meinung:
    Was wäre, wenn man heute schon wüßte, wie alt man wird?
    Sollte man dem Sprichwort folgen "Lebe jeden Tag, als sei es dein Letzter"?
    Oder doch lieber genügsam, vorausschauend - weise?

    Ein Buch über Hundertjähre ist wahnsinnig spannend, aber mein erster Gedanke war, wie können wir ein Leben auf im Schnitt dreißig Seiten pressen? Geht das, fällt da nicht viel weg? Ich denke, es ist einiges weggefallen. Aber man muss auch nicht jedes Glück oder Unglück episch ausschmücken. Und es kommt auch hinzu, das man sich vielleicht an viele gar nicht mehr erinnert.

    Kerstin Schweighöfer hat ein ergreifendes Vorwort geschrieben und eine langen Epilog, der auch ein bisschen mahnend zusammenfasst, was Frau Schweighöfer aus den Gesprächen mitgenommen hat.
    Jeder Lebenslauf der 10 Zentenaren enthält Weisheiten von normalen Menschen, die ihren Weg gegangen sind. Der am Häufigsten gefallene Satz war " man muss das Beste draus machen" - also niemals den Mut und die Hoffnung verlieren. Sie wußten alle nicht was sie erwartet, welche Schicksale sich ihnen in den Weg legen, welche Päckchen jeder von ihnen zu tragen hat.
    10 wunderbare Beeispiele, das das Leben lang und gut sein kann, wenn man sich damit arrangiert.
    Das Statistische Bundesamt gibt immer noch eine durchschnittliche Lebenserwartung bei Jungen mit 76 und bei Mädchen mit 83 an. Abe wir werden älter. War es 1950 nur 1% das die hundert erreichte, sind es jetzt (2015) bereits gut 5%. Aber ist das hohe Alter ein Segen oder ein Fluch, wenn man die eigenen Kinder begräbt, weil sie ebenfals bereits alt sind?
    Meine Schwiegermutter (79) sagte letzten "alt sein ist nichts für Feiglinge". Sie hat recht, so wie jeder Tag, jedes Lebensjahr eine Herausforderung ist und Mut erfordert, nicht nur im hohen Alter, sondern auch gerade in jungen Jahren.
    Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und auch wenn sich die Zeiten gerade für Frauen geändert haben, leichter, besser oder gleicher wie ein Männerleben sind sie noch lange nicht.
    Aber der Kampf lohnt sich, um Liebe, ein gutes Leben und das persönlichliche Glück. Man muss es nur selbst in die Hand nehmen und steuern, auch wenn natürlich manchmal das Schicksal zurückschlägt.

    Fazit:
    Ein sehr persönliches Buch, anregend, ergreifend und manchmal auch zum Schmunzeln.

  24. Cover des Buches Das Leben ist ein Seidenkleid (ISBN: 9783959671637)
    Tanja Wekwerth

    Das Leben ist ein Seidenkleid

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Lesehoernchen99

    Bewertet mit 5 Sternen

    Ein Kleid kann ein Leben verändern, sagt Maja. Jede Nacht sitzt sie allein an ihrer Nähmaschine und zaubert bestickte Mäntel oder raffinierte Röcke - die kaum jemand zu Gesicht bekommt. Dazu fehlt ihr der Mut. Bis sie sich mit Leonhard anfreundet, einem sanftmütigen älteren Herrn. Seit dem Tod seiner Frau Luise hat niemand mehr ihr Ankleidezimmer betreten dürfen, niemand außer Maja. Dort, zwischen Petticoats und Maßband, stellt sie mit Leos Hilfe bald fest, dass Lebensträume keinem Schnittmuster folgen.

    Ein wunderschönes Cover, das mich sofort ansprach.
    Der Roman ist sehr flüssig zu lesen, eine sehr berührende Geschichte, die mal nicht mir der sieben zwischen zwei Menschen beginnt, sondern der Liebe zu einem Kleid, zu Stoff.
    Eine berührende Geschichte über Maya, die mich sehr gut unterhalten hat. Mal was anderes, aber einfach nur wunderschön zu lesen.

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