Bücher mit dem Tag "serbien"
41 Bücher
- Markus Heitz
Kinder des Judas
(692)Aktuelle Rezension von: 19gernot-winkler90Mit "Kinder des Judas" trifft Markus Heitz genau meinen Vampirgeschmack. Auf der einen Seite richtig schön blutig, wie sich das für Vampirliteratur gehören sollte, auf der anderen Seite historische, intelligente und organisierte Vampire. Das einzige, was etwas stört, ist die im dritten Teil des Buches etwas zu sehr im Vordergrund stehende Lovestory. Aber irgendwie auch ein cleverer Schachzug von Heitz, so wollte er sicherlich das Buch auch für Frauen ansprechender machen. Man muss ja auch auf die Verkaufszahlen achten. Aber da der Ausgang des ganzen versöhnt, sehe ich von einem Punktabzug ab.
- Saša Stanišić
HERKUNFT
(294)Aktuelle Rezension von: ManonaBei Herkunft von Saša Stanišić, dem Autor mit Schmuck im Namen, hatte ich zunächst etwas anderes erwartet. Enttäuscht wurde ich aber nicht.
Das Buch besteht aus mal kürzeren, mal längeren Kapiteln, in denen der Autor Geschichten aus seiner Familie in Jugoslawien erzählt. Gleichzeitig geht es auch um seine Jugend in Heidelberg, wo er nach seinen Flut vor dem Krieg lebt, und seinen weiteren Weg bis hin zum Studium. Dadurch entsteht kein ganz klassischer, geradliniger Roman, sondern eher ein vielschichtiges Erzählen über Familie, Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit.
Für mich ist die eigentliche Hauptperson des Buches seine Oma. Sie bleibt trotz des Krieges in Jugoslawien dort und bildet für mich eine Art Mittelpunkt der Erzählung. Ihre Geschichte und ihre Präsenz haben mich besonders berührt.
Zur Mitte hin wurde mir das Buch stellenweise ein bisschen zu langatmig. Trotzdem vergebe ich fünf Sterne, weil die Geschichten insgesamt sehr eindrücklich sind, teilweise wirklich lustig erzählt werden und viele sympathische Menschen beschrieben werden. Gerade diese Mischung aus Humor, Erinnerung und Familiengeschichte hat mir sehr gut gefallen.
- Nina Blazon
Totenbraut
(807)Aktuelle Rezension von: Helena_KawaiiNina Blazon hat mich seit „Faunblut“ von ihren Fähigkeiten als Autorin überzeugen können. Sie gehört zu einer meiner Lieblingsautoren.
Ich hab das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen, da mich das Setting und die Story komplett mitgerissen hat. Man lernt viel über historischen slawischen Aberglauben und ist es sehr spannend geschrieben, vor allem da ich man selten Romane liest, wo das historische Serbien der Schauplatz der Handlung ist. Wer Blazon gerne liest, sollte nicht nur Fantasy erwarten. Das Buch steht auf dem schmalen Grad zwischen historischem Roman und Fantasy-Romanze. Diese Kombi war sehr erfrischend, ist aber vielleicht nicht für jeden etwas, der Fantasy alá Blazon gewohnt ist.
Zwei Sachen haben mich jedoch gestört, sodass ich nicht vollständig überzeugt von „Totenbraut“ war.
Neben ein paar Logik- sowie Rechtschreibfehlern, war es vielmehr der Schreibstil, den ich nicht so flüssig und verständlich fand wie ich ihn sonst von Blazon gewöhnt bin. Auch hatte ich etwas mit der Sympathie gegenüber den Charakteren zu kämpfen. Erst zum Ende hin waren mir die Protagonisten sympathisch. Vor allem die Gedanken und Handlungen von Jasna waren für mich teilweise unverständlich. Erst am Ende konnte ich Sympathie und Verständnis aufgebaut.
Nichtsdestotrotz hab ich das Lesen sehr genossen!4 von 5 Sternen
- Marie Benedict
Frau Einstein
(167)Aktuelle Rezension von: ZamsIch fand das Buch im Großen und Ganzen sehr realistisch.
Besonders gefallen hat mir zum Beispiel die Freundschaft zwischen den Frauen, und die Beziehung zu Milevas Vater im ersten Teil der Geschichte.
Glaubwürdig fand ich auch Mitza und Alberts Beziehung, unter anderem weil ich die selben Verhaltensmuster und Situationen auch im echten Leben schon beobachten konnte, und leider kommen ähnliche Dinge mit ähnlichem Ausgang auch heute noch vor.
Die Geschichte ist definitiv herzzerreißend, mit viel emotionalem Tiefgang.
Allerdings fan ich die Botschaft oft etwas auf die Nase gedrückt, was nicht sein hätte müssen, weil der Rest der Geschichte dazu meiner Meinung nach definitiv ausreicht.
- Mirsada Simchen-Kahrimanovic
Lauf, Mädchen, lauf!
(21)Aktuelle Rezension von: InesD"Lauf, Mädchen, Lauf" ist nicht nur eine fesselnde Geschichte, sondern auch eine wichtige Erinnerung an die Stärke und den Überlebenswillen von Menschen in Zeiten der Not. Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt und wird noch lange in meinen Gedanken verweilen.
Eine absolute Empfehlung und verdiente fünf Sterne!
- Fred Vargas
Der verbotene Ort
(144)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderKommissar Adamsberg muss für einen Kongress nach London reisen und macht dort einen grausamen Fund. Auf einem berühmten Friedhof stehen 17 Paar Schuhe mit den Füßen von Menschen drin. Die dortigen Kollegen ermitteln sofort und als er wieder nach Frankreich zurück kehrt, wird er auch an einen schrecklichen Tatort gerufen. Ein Journalist wurde grausam hingerichtet. Alles scheint etwas merkwürdig und es gibt so viele Spuren, auch Mythen um Vampire und alte Geschichten und Sagen. Die Spuren führen nach Serbien, nach Wien und Adamsberg muss immer mit einem Dolmetscher die Befragungen vornehmen. Menschliche Ängste und alte Rituale halten ihn fest im Griff und er stößt immer wieder an seine Grenzen. Fred Vargas schreibt ungeheuer spannend, mit viel Witz und schwarzem Humor und nimmt die ]Sprachenfaulheit[ ihrer Landsleute auf die Schippe. Eine ungeheuer spannende Lektüre.
- Kati Hiekkapelto
Schattenschlaf
(9)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIn diesem 3. Band spielt keine einzige Szene in Finnland, denn Anna Fekete ist im Urlaub zurück in ihre alte Heimat Serbien gekehrt. Doch statt Erholung wird ihr auf einem Fest die Handtasche gestohlen und nun ist die Ruhe dahin, denn der Dieb wird ermordet aufgefunden. Klar, das Anna das keine Ruhe lässt und sie beginnt alleine zu ermitteln, da sie von der hiesigen Polizei keine Hilfe zu erwarten braucht. Neben Menschenhandel mit Flüchtlingen, dem Problem der Gesellschaft mir Sinti und Roma, dem Raub und Mord, steht auch die Korruption der Polizei diesmal im Mittelpunkt. Doch als Anna sich immer tiefer in diesen Fall eingräbt, sieht sie auf einmal Verbindungen zum Tod ihres Vaters, der 1988, als Anna 5 Jahre alt war, im Polizeidienst erschossen wurde. Ist der Taschendiebstahl nur Zufall, oder soll er als Hinweis dienen, damit Anna diesen alten, sehr persönlichen, Fall wieder aufrollen soll? Sozusagen mit Blick von außen und neuen Gesichtspunkten. Gefallen hat mir diesmal, das man ein paar Abschnitte aus der Sicht des Täters liest und das man Anna noch näher kommt, da sie die Leser ziemlich tief in ihre Seele blicken lässt. Die Umgebung der Geschichte hat mir leider nicht so gut gefallen, da sollte die Autorin dann doch lieber in Finnland bleiben. - Slavenka Drakulić
Mileva Einstein oder Die Theorie der Einsamkeit
(9)Aktuelle Rezension von: RosaEmmaBei ihr stehen zumeist starke Frauen im Vordergrund. Kluge Frauen voller Kreativität, die am Beginn einer vielversprechenden Karriere stehen, aber deren Leben an der Seite eines berühmten Genies tragisch endet. Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulić hat in ihrer einzigartigen Fiktion bereits die Geschichte zweier Frauen dieses Kalibers thematisiert, deren Liebe zu einem exzentrischen Künstler ihrer Zeit in Selbstaufgabe mündete: Die bedeutende Malerin Frida Kahlo und ihre bedingungslose Hingabe zu Diego Rivera (Frida, 2007) sowie die bekannte Fotografin und Malerin Dora Maar und ihre obsessive Leidenschaft für Pablo Picasso (Dora und der Minotaurus, 2016).
In den Fokus ihres neuesten Werkes stellt Drakulić erneut eine äußerst intelligente Frau und studierte Physikerin, die jedoch an der Seite ihres namhaften Mannes gar nicht wahrgenommen wurde und die ihr zugeteilte Rolle der Ehefrau und Mutter schweigsam absorbierte, bis sie daran zerbrach: Mileva Einstein, die erste Frau des Physik-Nobelpreisträgers Albert Einstein. Ihr Leben im Schatten des omnipräsenten Wissenschaftlers, das die Autorin mit großem Einfühlungsvermögen aus Milevas Sicht erzählt, beginnt im siebten Himmel und endet in der absoluten Hölle – ein psychisches Martyrium, dem nicht einmal die Scheidung ein Ende setzen kann. Was ihr letztendlich bleibt, ist ein existentieller Scherbenhaufen, eine zerstörerische Lethargie und ein Verlust, der zu groß ist, um ihn jemals bewältigen zu können…
Auf dem Tiefpunkt
Der Roman beginnt mit einem entscheidenden Tiefpunkt in Milevas Leben. Ihre Ehe mit Einstein steht nach elf Jahren vor dem Aus. Noch schlimmer als die Trennung, die jedoch nicht öffentlich bekannt werden soll, ist die Verachtung und Ignoranz, die ihr seitens Albert unverhohlen entgegenschlägt. Er wagt es sogar, ihr einen Forderungskatalog für ihr Verhalten bei gelegentlichen Besuchen zu übermitteln, der u.a. folgende Anweisungen enthält:
Du sorgst dafür, dass meine Kleider und Wäsche ordentlich in Stand gehalten werden; dass ich die drei Mahlzeiten im Zimmer ordnungsgemäß vorgesetzt bekomme … Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen.1
Natürlich übergibt er diese Bedingungen Mileva nicht persönlich. Nein, er lässt diese für ihn unschöne Aufgabe von einem Kollegen erledigen, denn Mut gehört nicht zu den Qualitäten des Konfliktvermeiders, der den Schein unbedingt wahren möchte. Dabei kursieren längst Gerüchte, dass er in seine Cousine Elsa verliebt und mit ihr bereits verbandelt sein soll.
Wehmütiger Rückblick
Mileva bleibt bei aller Demütigung nichts anderes übrig, als auf Alberts Forderungen einzugehen, denn sie und ihre zwei Söhne, Hans Albert (10) und Eduard (4), sind finanziell gänzlich von ihm abhängig. Immer häufiger ist sie deprimiert und würde am liebten nicht mehr aufstehen, doch für ihre Kinder will sie stark sein. Aber wozu? Ihr eigenes Leben, ihre vielversprechende Laufbahn als Physikerin hat sie zugunsten von Alberts Karriere aufgegeben.
Wehmütig denkt sie an ihre Studienzeit zurück, als sie und Albert sich kennenlernten. Beide waren Außenseiter und schienen wie für einander geschaffen: Mileva, die Hinkende, die seit frühester Jugend Zielscheibe des Spotts ihrer Mitmenschen war, und Albert, der bizarre Junge mit den strubbeligen Haaren, dessen Sarkasmus und verletzende Witze ihn in seiner Studiengruppe relativ unbeliebt machten.
Doch Mileva versteht ihn wie keine andere und nimmt ihn stets in Schutz. Beide können stundenlang über wissenschaftliche Theorien diskutieren und dabei alles um sich herum vergessen. Mileva leistet ihm fachkundig Hilfestellung und unterstützt ihn bei allen Aufgaben. Für Albert ist sie eine gleichberechtigte Partnerin, die ihn geistig fordert. Dass sie hinkt, stört ihn in keiner Weise, er thematisiert es nicht. Mileva liebt ihn dafür und blüht in seiner Anwesenheit regelrecht auf. Als die beiden schließlich heiraten, sieht sich Mileva am Ziel ihrer Wünsche.
Schleichende Entfremdung
Doch das junge Glück hält nicht lange. Ein schwerer traumatischer Verlust, der sie beide betrifft, aber der nur Mileva in tiefe Verzweiflung stürzt, belastet ihre Ehe. Als sie jedoch ihre Kinder bekommt, fasst sie sich eine Zeit lang wieder. Aber Alberts beruflicher Aufstieg verstärkt die schleichende Entfremdung des Ehepaars, die Mileva nicht wahrhaben will. Er verbringt immer mehr Zeit ohne sie und die Kinder. Denn mit dem Erfolg kommen die Frauen: Albert wird umschmeichelt und ist nicht mehr länger nur eine Randfigur. Das stärkt sein Selbstbewusstsein – bis zur Überheblichkeit. Mileva zieht sich gekränkt zurück und verfällt wieder in Depressionen.
Desillusionierter Rückzug
Nach ihrer Trennung von Albert zieht Mileva mit ihren Kindern zurück nach Zürich. Ihre depressiven Phasen nehmen zu und ihr permanent kränkelnder Körper reflektiert ihre Seele, die Stück für Stück zerbricht. Ihre völlige Selbstaufgabe fordert ihren Tribut – die Einsamkeit, die ganz von ihr Besitz ergriffen hat, frisst sie auf. Doch sie darf nicht aufgeben, denn bei Sohn Eduard wird eine schwere psychische Erkrankung diagnostiziert. Mileva nimmt nochmals all ihre Kraft zusammen, doch reicht sie aus, um ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben?
Ein einfühlsamer Roman über eine starke, kluge Frau, die an ihrem Selbstverlust zerbrach
Mit Mileva Einstein oder Die Theorie der Einsamkeit ist Slavenka Drakulić ein großartiger, sehr berührender Roman gelungen, der die ganze Lebenstragik einer Frau offenbart, deren Liebe in völliger Selbstaufgabe endete. Mit viel Empathie und einem brillanten Gespür für die leisen Untertöne menschlicher Befindlichkeiten lässt uns die Autorin teilhaben an Milevas Gedankenwelt, an ihrer innigen Zuneigung zu Albert, ihren Hoffnungen und Träumen, aber auch an ihren Selbstzweifeln und Dämonen, die sie ihr Leben lang verfolgten. Mit einer einfachen, klaren Sprache macht Drakulić Milevas zunehmende Einsamkeit und Verzweiflung spürbar, ohne dabei in Rührseligkeit zu verfallen.
Aber die Autorin macht auch deutlich, dass Mileva nicht allein an ihrem Selbstverlust zerbrach. Als eine der ersten Physikstudentinnen der damaligen Zeit, in der Frauenbildung in der Gesellschaft einen Sonderstatus hatte, wurde sie misstrauisch beäugt. Eine eigene Karriere für Frauen war undenkbar, sie hatten ausschließlich mit Ehegatten eine Daseinsberechtigung. So bleibt auch Mileva im Grunde nur die Passivrolle, in der sie stumm ausharrt – eine Tatsache, die sie sich später immer wieder vorwirft. Ihre Unfähigkeit, sich zu wehren und ihren eigenen Weg zu gehen, rührt somit auch von der Rigidität einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft, an der jede Form der weiblichen Auflehnung abprallt.
Die Lebensbilanz, die Mileva am Ende zieht, ist bitter. Für ihre aufopferungsvolle Liebe und ihren Verzicht auf Selbstverwirklichung hat sie den höchsten Preis gezahlt – einen Preis, der es nicht wert war.
Mein Fazit: Ein unbedingtes Must read – wie alle Romane von Slavenka Drakulić!
Zitat1: Deutsche Ausgabe, S. 6 (Auszug)
- Markus Heitz
Vampire! Vampire!
(115)Aktuelle Rezension von: TraubenbaerIn dem Buch "Vampire! Vampire!" verarbeitet Markus Heitz offenbar seine Rechercheergebnisse, die er für seine Bücher zusammengetragen hat. Er berichtet anschaulich über die ersten Sichtungen und Beschreibungen von Vampiren. So bekommt man schnell einen Überblick darüber, in welchen Gegenden an Vampirismus geglaubt wurde bzw. wie sich die Geschichten und Sagen ausbreiteten. Später geht Heitz dann darauf ein, wie Vampire früher beschrieben wurden und welche Verhaltensweise ihnen zugeschrieben wurden.Kurzum ist das Buch interessant, wenn man etwas mehr über die Geschichte von Vampiren erfahren möchte. Der Text vereint wissenschaftliche Aspekte mit einer unterhaltsamen Schreibweise.Wer jedoch einen Roman erwartet wird dieses Buch nicht unbedingt mögen. Alle anderen, die hinter den Mythos "Vampire" sehen möchten und wissen wollen, wie Vampire früher beschrieben wurden werden dieses Buch mögen. Aufgrund der sorgsamen Recherche und der geschichtlich belegten Details kann dieses Buch auch zur Grundlage für eine wissenschaftliche Arbeit genutzt werden. - Dean Nicholson
Nalas Welt
(73)Aktuelle Rezension von: BlintschikDas Buch lässt sich gut und flüssig lesen und doch war ich am Anfang skeptisch, weil sehr viel auf wenig Seiten erzählt wird und es so schwer ist die Abenteuer richtig mitzuverfolgen. Aber das legt sich schnell und es liest sich alles so als ob der Autor vor einem sitzt und seine Geschichte erzählt. Dabei werden die Gefühle und Gedanken ziemlich gut beschrieben, sodass man echt gut mitfiebern kann. Außerdem kommt dabei auch echt Spannung auf und ich wollte das Buch garnicht mehr weglegen, weil ich mir Sorgen um die Zwei gemacht habe. Aber man erfährt auch viel darüber wie es ist auf Reisen und mit social media und so ehrlich wie hier alles beschrieben wird, muss man die Zwei einfach mögen. Mir hat das Buch deshalb seht gut gefallen. Es ist nicht nur sehr süß und sympathisch, sondern auch interessant und sorgt für Spannung und gute Unterhaltung.
Totenbraut von Blazon. Nina (2011) Taschenbuch
(18)Aktuelle Rezension von: hooks-books-buecherEine super gruselig- schöne Geschichte über die dunklen Geheimnisse einer Familie, eine Reihe an Morden bei der, der Schuldige von Anfang an anscheinend schon feststeht, nur liegt die Wahrheit jenseits aller Vorstellungskraft.
Ich kann die Bücher von Nina Blazon nur empfehlen.
- Christopher Clark
Die Schlafwandler
(4)Aktuelle Rezension von: sabatayn76‚Auf dem europäischen Kontinent herrschte Frieden an jenem Morgen des 28. Juni 1914, einem Sonntag, als Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chotek auf dem Bahnhof von Sarajevo ankamen. Nur 37 Tage später befand sich Europa im Krieg.‘ (Track 1)
Christopher Clark erzählt in seinem Buch detailreich von europäischer Politik und Geschichte zwischen der Revolution von 1848 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914.
Dabei geht Clark sehr genau auf die Innen- und Außenpolitik in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, im Deutschen Reich, in Russland, Frankreich, Großbritannien und Serbien ein.
Clark arbeitet in seinem Buch sehr anschaulich heraus, wie es zum Ersten Weltkrieg kommen konnte, und stellt die Komplexität der Thematik sehr gelungen dar. Dies bedeutet aber auch, dass er relevante Ereignisse, Entwicklungen und Zusammenhänge so klar und so genau darlegt, dass ich das Hörbuch teilweise etwas überladen fand und beim Hören öfters abgeschweift bin, obwohl das (Hör-) Buch insgesamt extrem gut erzählt wird und packend ist.
Clark ist ein sehr guter Beobachter, kann gut mit Sprache umgehen und schafft es dadurch, den Leser oder Hörer bei der Stange zu halten, auch wenn sein Buch so ausführlich und komplex geraten ist.
Frank Arnold sorgt mit seiner angenehmen Stimme und der ansprechenden Lesung dafür, dass die fast 30 (!) Hörstunden trotzdem ein Hörvergnügen sind.
- Ulf Schiewe
Der Attentäter
(86)Aktuelle Rezension von: JanaS74Am Anfang ist es schwierig, in die Geschichte reinzukommen, denn bei den vielen Figuren, die in dem Roman vorkommen, ist es nicht einfach, sich jeden Namen zu merken. Sobald diese Hürde jedoch überwunden ist, entpuppt sich "Der Attentäter" allerdings als ein echter Geheimtipp. Der Autor beleuchtet verschiedene Perspektiven und betrachtet die jungen Attentäter nicht als die Bösen, sondern einfach als Opfer einer Ideologie, die ihnen eingeredet wurde. Es gibt Figuren, die versuchen, das Unglück zu verhindern, dabei jedoch auf taube Ohren stoßen und obwohl ich den geschichtlichen Hintergrund kenne, habe ich mich doch dabei erwischt, wie ich auf einen positiven Ausgang gehofft hatte. Besonders gefällt mir an dem Buch, dass die Realität nicht verfälscht, sondern nur durch einige fiktive Figuren erweitert wurde.
- Kelly Moran
Kissing in the Rain
(259)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Cam braucht unbedingt jemanden, der sich als ihr fester Freund ausgibt und sie zur Hochzeit ihrer Schwester begleitet um sie vor den mitleidigen Blicken ihrer Verwandten zu bewahren. Cams Wahl fällt auf Troy, der schon seit ihrer Kindheit mit ihr befreundet ist. Was zunächst ganz nach Plan verläuft wird dann jedoch schon bald unerwartet kompliziert: Zwar ist die Beziehung von Cam und Troy nur vorgespielt aber die beiden müssen sich schon bald eingestehen, dass echte Gefühle im Spiel sind…
Meine Meinung:
Man kann sich sehr gut in Cams Gedanken- und Gefühlswert hineinversetzen. Sie ist eine liebe und sympathische Person, weshalb es umso trauriger ist wie andere über sie denken und wie sehr sie an sich zweifelt. Nach außen hin wirkt Cam eher verschlossen, abweisend, manchmal schon fast gefühlskalt und so als könnte ihr nichts etwas anhaben. Im ihrem Inneren sieht es aber anders aus. Sie hat eine Mauer um sich herum errichtet um sich zu schützen und um nicht verletzt zu werden. Troy ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil von ihr. Er ist nach außen hin ein richtiger Sonnenschein, dessen charmante und freundliche Art darüber hinwegtäuscht, dass auch er persönliche Kämpfe auszufechten hat.
Die Dynamik zwischen Cam und Troy hat mir sehr gefallen. Man spürt wie sehr sich die beiden einander trotz ihrer Unterschiede verbunden fühlen. Es ist sehr schön wie sich Cam und Troy gegenseitig unterstützen, füreinander da sind und im jeweils anderen das Beste zum Vorschein bringen. Besonders zu Herzen geht es wie Troy mit seiner kreativen und gutgemeinten Liste versucht Cam aus der Reserve zu locken und sie zu ermutigen spontaner zu sein und Neues auszuprobieren. Auf diese Weise versucht Troy wieder mehr Freude in Cams Leben zu bringen und sie glücklicher zu machen. Absolut gelungen sind zudem auch einige sehr rührende Rückblicke in die Vergangenheit, die unterstreichen warum Cam für Troy immer eine wichtige Bezugsperson gewesen ist und ihn zu der Person hat werden lassen, die er heute ist.
Diese Geschichte hat ein sehr mitreißendes und stellenweise wirklich herzzerreißendes Drama zu bieten, das einem sehr mit den Protagonisten mitfiebern lässt. Es ist lange Zeit ziemlich kompliziert zwischen Cam und Troy und es fällt beiden nicht ganz leicht zu den eigenen Gefühlen zu stehen und darüber zu sprechen. Beide haben aus unterschiedlichen Gründen die Befürchtung für den jeweils anderen nicht gut genug zu sein. Während Cam Selbstzweifel plagen ist Troys Problem seine zerrüttete Kindheit, die ihm noch immer nachgeht. Wenn Cam und Troy es früher geschafft hätten über gewisse Dinge zu reden hätten sie sich natürlich einiges von dem späteren Gefühlschaos und Drama ersparen können. Für den Leser macht dieses Hin und Her aber die große Geste am Ende des Buches und das rundum gelungene Happy End nur umso schöner.
Kelly Moran ist gelungen mit kleinen Dingen unerwartet große Gefühle herüberzubringen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein kleines und unscheinbares Spielzeugauto oder ein schlichter Notizzettel mit wenigen Worten darauf für derart emotionale und bewegende Momente sorgen kann. Auch wie Troy „Paris zu Cam bringt“ ist wirklich schön. Diese Szenen haben mein Herz gewonnen und bleiben in Erinnerung.
Eine große Stärke des Buches ist es wie feinfühlig und in welch berührender Weise mit den Themen Selbstzweifel und Selbstwertgefühl umgegangen wird. Es wird sehr eindringlich und nachvollziehbar beschrieben wie sehr Cam mit sich selbst hadert und wie sich das auf ihre Beziehungen mit anderen Menschen auswirkt. Sie misstraut Komplimenten und Zuneigungsbekundungen und kann diese schwer annehmen, weil sie glaubt, dass die Leute nur aus Mitleid nett zu ihr sind und es nicht ernst meinen können. Außerdem hemmen Cams Selbstzweifel sie daran sie selbst zu sein und für das einzutreten was ihr wichtig ist, denn sie hat schnell das Gefühl gewissen Dinge nicht verdient zu haben. Bei zwischenmenschlichen Konflikten sucht sie die Fehler vor allem bei sich selbst. Darüber hinaus wird gut deutlich gemacht wie das Problem eines geringen Selbstwertgefühls durch ungünstige äußere Umstände noch verstärkt werden kann: Cams Verwandt merken gar nicht was sie mit ihren unbedachten und ziemlich unsensiblen Kommentaren anrichten. Bissige Bemerkungen über Cams Figur oder das Anzweifeln, dass sie für jemanden wie Troy interessant ist sind sehr verletzend. Klar, die Verwandten meinen es nicht böse und lieben Cam, aber problematisch und verletzten ist es nichtsdestotrotz.
Das Verhalten von Cams Verwandten fand ich teilweise schwer zu ertragen, weil sie sich manchmal wirklich erschreckend unsensibel verhalten haben und Cam mit ihren unüberlegten Sprüchen schon sehr zugesetzt haben. Das konnte ich aber verzeihen, weil zumindest Troy Cam verteidigt und zu ihr gehalten hat. Außerdem gab es auf Seiten der „Übeltäter“ am Ende zumindest teilweise auch Einsicht, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung war.
Erwähnenswert ist auch noch, dass es toll ist, dass am Anfang der Kapitel jeweils ein lustiger und thematisch passender Spruch steht. Diese Sprüche waren erheiternd und haben für Abwechslung gesorgt. Hier zwei Beispiele:
Lachen ist nur dann die beste Medizin, wenn man diejenige ist, die lacht. (S. 55)
Das Leben an sich ist einfach. Es sind die verdammten Menschen, die es kompliziert machen. (S. 131)
Das Buch hält für die liebgewonnenen Protagonisten ein wunderschönes Happy End bereit, das sie nach all dem Gefühlswirrwarr auch wirklich verdient haben.
Fazit:
Es handelt sich und eine wunderschöne, emotionale und bewegende Liebesgeschichte.
Anschließend habe ich von der Autorin noch „When you look at me“ gelesen, das mich leider nicht so überzeugen konnte wie „Kissing in the Rain“. Auch „Redwood Love – Bd. 3: Es beginnt mit einer Nacht“ (die übrigen Bände kenne ich nicht) kam für mich leider nicht an das vorliegende Buch heran.
Zum Schluss noch drei besonders rührende Zitate aus dem Buch:
Er hatte sich immer nur als wertvoll empfunden, wenn sie in der Nähe war. Den Großteil seines Lebens hatte er damit verbracht, diesem Gefühl nachzujagen, nur um jetzt zu verstehen, dass sie der Grund dafür war. (S. 303)
Sein Herz würde sie niemals gehen lassen. Nicht einmal, wenn sie ihn verließ.(S. 405)
Ich will den Rest meines Lebens verrückte Dinge mit dir tun, wie im Regen zu tanzen.(S. 462)
- Melinda Nadj Abonji
Schildkrötensoldat
(12)Aktuelle Rezension von: tragalibrosZoltán ist ein Außenseiter in einem kleinen serbischen Örtchen, kurz vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg. Seit er als Kind vom Motorrad seines Vaters gefallen ist, hat er „Schläfenflattern“, wie er es selbst nennt. Als er 1991 zur Armee eingezogen wird, beginnt für ihn die schlimmste Zeit. Bei einem Gewaltmarsch kommt sein bester Freund zu Tode. Zoltán sucht verzweifelt nach einem Ausweg, ohne Gewalt, ohne Geschrei, ohne Leid…
Eigentlich war „Schildkrötensoldat“ ein Zufallsfund, als ich für die diesjährige Lovelybooks Themenchallenge nach Büchern suchte, die an meinem Geburtstag erschienen sind.
Bisher ist mir noch kein anders Buch der Autorin untergekommen, doch der Klappentext dieses Romans, hat mich sehr angesprochen.
Als ich anfing zu lesen, war ich erst irritiert und skeptisch, wegen der völligen Abwesenheit der wörtlichen Rede. Auch die Regeln der Groß- und Kleinschreibung hat die Autorin für ihr Buch, sagen wir, neu gestaltet. Dies wirkt anfangs sehr befremdlich, führt dem Leser aber den Geisteszustand des Protagonisten wunderbar vor Augen. Man kann, zwar zu Beginn nur mit etwas Mühe und Konzentration, den teils wirren Gedankengängen und Vergleichen des Hauptcharakters folgen, die sehr poetische Vergleiche enthalten, mit denen er seine Umwelt beschreibt.
Hier wird schnell deutlich, dass Zoltán ein sanftmütiger Charakter ist, der Gewalt und Streit ablehnend gegenübersteht.
Ergänzt werden die Ereignisse durch Zoltáns Cousine, die sich oft und sehr liebevoll an ihren Cousin erinnert.
Eine weitere Besonderheit dieses Romans ist es, dass der Leser häufig direkt angesprochen wird. („Wer sind Sie eigentlich?“, „…verstehen Sie?“) Dadurch fühlt man sich als Teil, als Beobachter in dieser Geschichte.
Und obwohl auch die Handlung selbst sehr rührend und tiefgründig ist, tue ich mich mit meiner Bewertung eher schwer.
Ich war unterhalten, ich habe schnell Sympathie zum Protagonisten aufgebaut und mich gleich zu Beginn in die Handlung eingelesen, aber der Schreibstil hat mich nach einer Weile angestrengt. Hier kam dem Buch allerdings die Kürze (etwas über 170 Seiten) zugute.
Ich vergebe drei Sterne. Das Buch war definitiv gut, hinterlässt bei mir einen wunderbaren Eindruck, ist aber sehr speziell in der Erzählweise und daher sicher nichts für jeden. - Gunther Lennert
Tod im Allgäu
(7)Aktuelle Rezension von: Rose75Ich habe dieses Buch beim Stöbern in der Bibliothek entdeckt und habe es nur mal aus Neugier mitgenommen, weil es im Allgäu spielt.
Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Handlung drin und die 'sprechende' Katze Kassandra war für mich mal was anderes. Der Kommissar Stocker hat eine telepathische Verbindung zu seiner Katze Kassandra, die ihn fleißig bei seinen Ermittlungen begleitet und unterstützt. Hört sich zwar merkwürdig an, ist aber wirklich nett zu lesen.
Die Handlung ist relativ breit angelegt und neben dem Allgäu wird auch in Griechenland und im Kosovo ermittelt. Da aber eher inoffiziell. Der Jugendfreund von Kommissar Stocker ist in Griechenland zu Tode gekommen und sein engeres Umfeld glaubt nicht an einen Unfall. Parallel gibt es im im Allgäu brutale Morde an jungen süd-osteuropäischen Frauen, die illegal als Prostituierte arbeiteten. In beiden Fällen führen Spuren zu einer Allgäuer Getränkefabrik.
Mir hat dieser Krimi richtig gut gefallen, weil ich die Mischung aus sehr speziellem Humor und auch einer ernsten Thematik ( Kosovokonflikt, Menschenhandel, Waffen, Organisierte Kriminalität,..) gut gelungen fand.
Band 1 dieser Reihe ist unter zwei verschiedenen Titeln "Schneeblind" und "Schnee im August" erschienen. Ich werde mal die Augen offen halten, ob ich da noch ein Exemplar finde.
So wie es ausschaut, wurde die Reihe nicht fortgesetzt. Schade.
- Rafael Haslauer
23312
(11)Aktuelle Rezension von: noitaDieses Buch hat mir gut gefallen. Es liest sich angenehm und schnell weg. Keine unnötigen Längen, eher manchmal ein bisl zu wenig Info um ein Thema. Eigentlich hatte ich eine ganz andere Vorstellung von der Geschichte nach dem Klappentext. Schwere Jungs, Machtkämpfe usw... !!! Zwischenmenschlich lief hier alles sehr harmonisch. Für mich schien es doch eher um die Wandlung in dieser Zeit zu gehen. Ein Häftling, der die Zeit nutzt sich Gedanken um sich zu machen und sich zu verändern. Hat mir gefallen !!! - A. K. Tolstoi
Gruselkabinett - Folge 3
(29)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Von den vielen Vampirgeschichten dieser Serie finde ich diese eher schwächerer Natur. Ein wenig gruselige Atmosphäre kommt zustande, jedoch erscheinen mir die Opfer des Vampirs ein wenig dümmlich, indem sie nicht beachten, was eigentlich klar sein sollte. Ein wenig unlogisch meiner Meinung nach. Da gibt es bessere Vampirgeschichten, die nicht so stark ins Unlogische gezogen werden und bei denen es dem Vampir nicht so einfach gemacht wird, wie in dieser. Zudem finde ich die Atmosphäre ein bisschen befremdlich und konnte mich nicht direkt einfühlen.
- Christoph Scheuring
Absolute Gewinner
(20)Aktuelle Rezension von: MissStrawberryLuca ist ein Einzelgänger und liebt es, auf dem „Günni“, dem Basketballplatz seiner Schule, Moves zu üben und Bälle zu werfen. Als eines Tages der Hausmeister auf die Idee kommt, ihn und weitere Kids als Team zu trainieren und beim „Night Move“ mitzumachen, glaubt Luca, dass das eine verrückte Idee ist und niemals funktionieren kann. Aber er lässt sich auf das Abenteuer ein, da Jana auch im Team ist und er sie sehr mag. Kurz vor einem wichtigen Spiel verschwindet der Trainer und die Kids müssen, um weiterzukommen, eine Lösung finden. Doch dann kommt alles anders, als sie je gedacht hätten …
Wer weder Interesse noch auch nur ein klein wenig Ahnung von Basketball hat, wird über ein paar Begriffe stolpern und manche Stellen nicht so ganz verstehen, wenn es um Spielzüge und Taktiken geht. Doch ich vermute, damit tun sich Erwachsene wohl schwerer, als die eigentliche Zielgruppe der Leser zwischen 12 und 15 Jahren. Als Kind und Teenager habe ich auch viel Zeit auf dem Basketballplatz verbracht, aber seither sind so einige Jährchen ins Land gezogen. Trotzdem – das Buch hat mich problemlos zurückgebeamt und ich stand mit Luca, Jana, Heinrich und den anderen auf dem Platz.
Zu Beginn ist es eine leicht ironische Geschichte über das Teenager-Sein an einer Schule, mit all den Gedanken und Problemen, die man in dieser Zeit so hat. Hier plätschert es so vor sich hin. Nicht uninteressant, aber auch nicht besonders spannend. Das ändert sich dann aber, sobald die Kids auf dem Platz sind. Eine Handvoll Einzelgänger, die sich mehr oder weniger selbst als Außenseiter und Loser sehen, treffen aufeinander und erkennen, dass im Grunde alle ganz ähnliche Probleme haben. Sie wachsen immer mehr zusammen, respektieren aber auch Regeln und Abstände. Das ist nicht zuletzt ihrem Trainer zuzuschreiben, der, das merkt man recht schnell, eine besondere Rolle einnimmt. Wie besonders, kommt erst spät zum Tragen, dafür aber umso effektvoller.
Die Sprache, die Scheuring Luca, dem Ich-Erzähler, gibt, ist altersgemäß. Ich musste oft schmunzeln, wenn Einschübe kamen, wie „Sag ich jetzt mal so.“. Ich empfand nichts als extrem übertrieben, sondern alles recht realitätsnah. So geschrieben, dass die Zielgruppe Spaß daran hat, aber eben nicht hanebüchen.
Gut gelungen ist auch, wie der Autor die Kriege in und um Jugoslawien bzw. Kroatien, Serbien und Bosnien eingebaut und beschrieben hat. Hier wird den Kids gut und angepasst vor Augen geführt, was Kriege bedeuten und bewirken. Das recht kurz und knapp, aber auch ohne erhobenem Zeigefinger – die Kids kommen ganz allein drauf, was das heißt.
Ein klein wenig Krimi plus „Emil und die Detektive“ in modern kommen noch obendrauf. Es macht also wirklich riesig Spaß und wird nie langweilig. Der Wert von Freundschaft, Ehrlichkeit, Treue, Zusammenhalt kommt klar raus. Gefällt mir. Gefällt mir außerordentlich gut. Deshalb gibt das dann in Konsequenz auch fünf Sterne! - Sandra Gugic
Zorn und Stille
(12)Aktuelle Rezension von: leseleaSelten war der Titel eines Romans so passend wie bei Zorn und Stille, denn das Leben der Familie Banadinović, das hier erzählt wird, wird maßgeblich durch diese beiden Zustände bestimmt. Da ist nämlich einerseits eine große Wut, vor allem bei den weiblichen Familienmitgliedern: Die Fotografin Billy, eigentlich Biljana, verlässt mit 17 Jahren ihr Elternhaus und hat fortan nur noch sporadisch Kontakt mit ihrer Familie. Die Haltung ihrer Eltern (serbische Migranten in Österreich), hart zu arbeiten, wenig aufzufallen und irgendwie durchs Leben zu kommen, stößt sie ab, doch der Bruch kommt mit dem Jugoslawienkrieg und der politischen Position, die die Eltern beziehen. Auch Mutter Azra ist wütend, war sie schon immer, doch seitdem ihr Sohn Jonas Neven verschwunden ist, kennt ihr Zorn keine Grenzen mehr. Sie richtet sich ein in diesem Gefühl, das doch besser ist als Trauer, und ihr hilft die Sprachlosigkeit angesichts des Verlusts ihres Kindes zu kompensieren. Vater Sima zeichnet sich ebenfalls durch Schweigen aus: Das Reden über Gefühle hat er wie viele Männer seiner Generation nicht gelernt, in Österreich halten ihn die Blicke seiner Mitmenschen, die ihn doch nur für einen Hilfsarbeiter mit schlechten Sprachkenntnissen halten, ab. Verluste zeichnen das Leben der Familie Banadinović über viele Jahre aus: Verlust der alten Heimat, Verlust der Tochter/Schwester bzw. des Sohnes/Bruders, bis am Ende – das in diesem Roman den Anfang darstellt – der Verlust des Vaters steht. Erst jetzt beginnt Billy sich die Fragen zu stellen, die sie all die Jahre nie verbalisiert hat.
Sandra Gugić erzählt in Zorn und Stille die Geschichte einer Familie vor dem Hintergrund des Zerfall Jugoslawiens. Die Banadinović sind Serben, die als Gastarbeiter nach Wien kommen, und aus der Ferne miterleben müssen, wie das Land, das sie Heimatland nennen, verschwinden. Gugić erzählt von Identität, Generationskonflikten und einer allumfassenden Sprachlosigkeit. Wie spricht man über Herkunft und kulturelle Wurzeln, wenn das Land, aus dem man kommt, nicht mehr existiert? Wie erklärt man Kinder einen Krieg, indem die feindlichen Parteien zuvor als Bruderstaaten nebeneinander existierten? Die politische Stummheit der Eltern bleibt nicht ohne Folgen für die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander: Mutter und Vater können ihren Kindern nicht vermitteln, wer sie einst gewesen sind und was sie geprägt hat; Billy flüchtet sich in die Fotografie, um mit Bildern auszudrücken, wofür sie keine Worte hat; und Jonas Neven bleibt als Nesthäkchen in der Stille zurück, bis er auf Spurensuche in den ehemaligen jugoslawischen Staaten geht und nicht mehr zurückkehrt.
Weder mein Bruder noch ich - keiner von uns hatte den Krieg erlebt, nur Schatten hatten uns gestreift. Und doch hatte er uns alle verändert. (S. 78)
Der Jugoslawien-Krieg ist das zentrale Thema in Gugićs Roman, um das – der Unfähigkeiten der Protagonist:innen enstprechend – immer nur gekreist wird, ohne dass seine Bedeutung zentral benannt und erklärt wird. Gugić schreibt assoziativ und lässt die Protagonist:innen sich in ihren Erinnerungen verlieren. Der Roman besteht zum größten Teil aus Rückblicken und ist in drei kurze Kapitel geschildert, in denen jeweils Billy, Azra und Sima zur Wort kommen und die 2016, 2008 und 1999 spielen. So setzt sich die Familiengeschichte bruchstückhaft in der Rückschau zusammen, was zwar einerseits sehr reizvoll ist, bisweilen aber auch ermüdet. Zorn und Stille fehlt es mitunter an Handlung, die knapp 240 Seiten fühlen sich aufgrund der Machart durchaus wiederholend, manchmal auch zäh an.
Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll und intensiv, der Stil trägt über die fehlende Spannung und auftretende Langeweile hinweg. Zorn und Stille ist deswegen vor allem ein Roman für Leser:innen, die sich an einer bedachten Erzählweise erfreuen und mit Leerstellen in einer Geschichte (und vor allem mit offenen Enden) umgehen können. Ein Roman, in dem Form und Inhalt Hand in Hand gehen und der häufig mitschweigt, statt zu erklären. 4 Sterne,
Jugoslawien war ein Märchen, dieses Land hatte nie existiert. (S. 215)
- Jonathan Holt
Marter
(23)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Eine weibliche Priesterin wird bei Aqua Alta in Venedigs Lagune angespült und bringt Kat als Ermittlerin auf den Plan. Die unerschrockene junge Kat sieht diesen Fall als Sprungbrett ihrer Karriere insbesondere, da sie nunmehr dem Chefermittler zugeteilt wird. Doch es stellt sich schnell heraus, das hinter der vermeintlich toten Priesterin viel mehr steckt.
Während Kat in den Reigen der Kirche ermittelt, kommt Holly Boland zurück nach Venedig und stationiert sich in Camp Ederle ein. Sie stößt dort auf eine Anfrage einer Journalistin, die ihre Vorgängerin ihr vererbt hat und gerät dabei in eine Verschwörung aus der guten alten Zeit des Kosovo-Krieges.
Die Ermittlunge bringen Kat und Holly unerwartet auf die selbe Seite der Ermittlungen und unerwartete Unterstützung erhalten sie von dem frisch auf der Anklagebank sitzenden Darknet-Programmierers Carnivia.
Ein sehr spannender und schonungslos offener Thriller, der gnadenlos seine Opfer exikutiert und bepackt mit CIA, NSA, Militär, Kirche und brilliant verkannter Kriegsführung mal wieder zeigt, das Krieg das Allerletzte ist! - Klaudija Sabo
Ikonen der Nationen: Heldendarstellungen im post-sozialistischen Kroatien und Serbien
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Tobias Wilhelm
Weißer Asphalt
(7)Aktuelle Rezension von: FrauWunderInPerson• WEISSER ASPHALT •
Tobias Wilhelm beschreibt in seinem Debütroman „Weisser Asphalt“ das Leben eines Jugendlichen, inmitten eines von Gewalt und Drogen geprägten Umfeld.
Eine mitreißende, unerbittliche Geschichte. Durch die klaren, direkten und schonungslosen Schreibstil des Autors, befindet man sich als Leser mitten im Milieu. Drogen, Brutalität, Kriminalität spielen eine zentrale Rolle. In diesem Umfeld wachsen vier Jugendliche auf und es scheint so, als ob der Weg in die Kriminalität längst vorgezeichnet ist. Doch schnell schaut man hinter die Fassade der Freunde: sie sind verletzbar, zeigen Emotionen, verarbeiten Erlebnisse und kämpfen ums Überleben. Dabei trifft es den einen härter und die anderen weniger. Sie müssen sich entscheiden, Umdenken oder der Weg in die Kriminalität.
Ein wirklich starkes Buch. Trotz der 180 Seiten habe ich mitgefiebert, gehofft und gebangt. Vor allem die familiären Hintergründe und die Einzelschicksale haben mich berührt.
📖 Schonungslose, direkte Sprache. Ein Buch mit Wucht, was mich emotional abholen konnte. Für mich eine kleine Überraschung. - Lara Haworth
Das Abschiedsmahl
(4)Aktuelle Rezension von: Aischa"Das Abschiedsmahl" ist ein originelles und beeindruckendes Romandebüt, das sich auf ungewöhnliche Weise mit der mangelnden Erinnerungskultur in osteuropäischen Staaten auseinandersetzt. Auf gerade einmal 139 Seiten gelingt es der Belgierin Lara Haworth, ein ebenso funkensprühendes wie skurriles Panoptikum einer Familie zu entwerfen, das mich von der ersten Seite an bestens unterhalten hat.
Ausgangspunkt ist eine ebenso absurde wie folgenreiche Nachricht: Das Haus der Familie in Belgrad soll beschlagnahmt werden, um dort eine Gedenkstätte einzurichten. Diese soll an „das Massaker“ erinnern – welches Massaker genau gemeint ist, bleibt allerdings bewusst im Ungefähren. Gerade dieser Kunstgriff hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vielleicht will Haworth damit verdeutlichen, dass die jüngere Geschichte des Balkans von so vielen Massakern und Gewalttaten geprägt ist, dass sich das Erinnern kaum auf ein einzelnes Ereignis reduzieren lässt.
Besonders gelungen fand ich die verschiedenen Entwürfe der Architekt*innen, die jeweils ganz eigene Vorstellungen davon entwickeln, wie eine solche Gedenkstätte aussehen könnte. Haworth überspitzt diese Konzepte mit viel Ironie und legt dabei die Widersprüche und Absurditäten offen, die mit institutionalisierter Erinnerungskultur einhergehen. Ihre Kritik am gesellschaftlichen Umgang mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist klug, pointiert und niemals belehrend.
Auch die Geschichte der Familie funktioniert weit über das Private hinaus als Spiegel der Gesellschaft. Hinter den schrägen Figuren, den skurrilen Dialogen und den vielen komischen Momenten verbergen sich ernste Fragen nach Schuld, Verdrängung und Erinnerung.
So ist "Das Abschiedsmahl" für mich ein temporeicher, bunter und wilder Ritt, der Witz, Unterhaltung und Tiefgang auf bemerkenswerte Weise miteinander verbindet. Lediglich eine traumhafte Szene gegen Ende erschien mir etwas zu überzogen und nicht ganz stimmig.
Den insgesamt äußerst positiven Eindruck konnte das jedoch kaum schmälern. Lara Haworth ist mit ihrem Debüt ein ebenso origineller wie kluger Roman gelungen, der auf wenigen Seiten erstaunlich viele Denkanstöße liefert und dabei bestens unterhält.























