Bücher mit dem Tag "serbien"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "serbien" gekennzeichnet haben.

103 Bücher

  1. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (208)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    Wie fühlt es sich an, wenn man auf seine Herkunft reduziert wird? Auf etwas, worauf man überhaupt keinen Einfluss hat? 

    Stanišić hat in seinem autobiografisch-gefärbten Roman seine eigenen sehr persönlichen Erfahrungen niedergeschrieben. Er zeigt: Auch wenn Herkunft ein Zufall ist – so der zentrale Gedanke des Buches – bestimmt sie trotzdem unser Leben. Herkunft ist Familiengeschichte. Sie ist daher immer etwas sehr persönliches, sehr individuelles und  - wie am Beispiel der Großmutter gezeigt wird – sie ist am Ende sogar etwas Unauslöschliches. 

    Stanišić ‘ Ton wechselt zwischen humorvoll  und melancholisch, zwischen poetisch und flappsig. Oft scheint es als ob der Autor den Ereignissen rückblickend ihre Schärfe nehmen will. „Herkunft“ ist dadurch ein überraschend leises Buch geworden. Aber genau darin liegt seine große Klugheit. 

    Der Autor lässt sich erst gar nicht hineinziehen in die politische Diskussion um die Herkunftsfrage. Stattdessen entlarvt er den nationalistischen Ansatz, Herkunft zu definieren, per se als diskriminierend. Herkunft alleine geografisch oder religiös zu verorten, zeigt Stanišić, raubt den so in eine Kategorie eingeteilten Menschen das Recht auf ihre Individualität.

    Herkunft, das wird hier sehr eindringlich klar, ist niemals eine Frage der Politik. Diese Frage ist von grundsätzlich menschlicher Natur. Und so ist dieses unpolitische Buch irgendwie auch sehr politisch, einfach, weil es so menschlich ist.

  2. Cover des Buches Kissing in the Rain (ISBN: 9783499006067)
    Kelly Moran

    Kissing in the Rain

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Lieselotte1990

    Was soll ich sagen, meine lieben Freunde: Ich bin verzückt! Kelly Moran hat es wieder geschafft, mich mit einer relativ simplen, aber toll auserzählten Geschichte zu verzaubern. Das Thema ist nicht neu, der Ausgang völlig klar, die Meilensteine vorhersehbar und trotzdem schwebe ich auf Wolke 7. Entscheidend hierfür sind die wundervoll gezeichneten Charaktere. Ich fiebere mit ihnen mit und kann Ängste, Zweifel und Sorgen total nachvollziehen. Auch wenn das Hin und Her und das Ja und dann doch wieder Nein zwischen den beiden Turteltäubchen diesmal doch ganz schön ausgereizt wird, bin ich mit viel Herzklopfen dabei. Und der serbische Familienclan ist genau mein Fall: Ein bisschen laut und ein bisschen fies, aber doch allesamt super liebenswürdig. Das Buch ist also ein rund um Wohlfühlpaket.

    Camryn hat es am Anfang der Geschichte wirklich nicht leicht. Erst verliert sie ihre Wohnung, dann ihren Job und als Sahnehäubchen ihren Freund. Bei genauerer Betrachtung war nichts davon ausfüllend für sie, doch Veränderungen sind ja immer schwer. Charakterlich wirkt Camryn nicht leicht zu händeln. Sie verbirgt ihre Gefühle hinter einer autoritären und kalten Fassade und lässt nur ungern Nähe zu. Auch ein Lächeln ringt sie sich eher selten ab. Das brachte ihr nicht nur keine Freunde auf der Arbeit ein, sondern lässt sie auch ziemlich sonderbar in ihrer Familie erscheinen. Als Älteste wird von ihr erwartet, nun auch nach beruflichem Erfolg endlich einen Mann mit nach Hause zu bringen. Ein Thema für alle Frauen Ü 30. Ich fühle mich ihr da sehr nahe. Der Druck der Familie, endlich jemanden zu finden, den man heiraten und mit dem man Kinder kriegen kann, steigt ins Unermessliche und bei Camryn führt es dazu, dass sie sich fast auf den Falschen einlässt. Der sie zum Glück verlässt. Und dann kommt Troy, der ihr zeigt, was es heißt, verliebt und vor allem glücklich zu sein. In diesem Punkt bin ich sehr neidisch auf Camryn, so einen Troy hätte ich auch gern :-) Doch bei ihr geht es nicht nur darum, dass sie bisher noch nicht denjenigen gefunden hat, der ihr Schmetterlingen in den Bauch zaubert, sondern auch um tief verwurzelte Selbstzweifel, die auch viele Frauen kennen. Sie findet sich nicht hübsch genug, nicht nett genug und ist auch sonst im sozialen Bereich eher unzulänglich. Aber sie ist schlau. Sie hat gelernt, sich hinter ihrer Intelligenz zu verstecken, um ihre Unsicherheiten zu verbergen. Sie sagt von sich selbst, dass sie weiß, dass jemand, der sie lieben möchte, ganz genau hinschauen muss; glaubt aber nicht daran, dass sich jemand die Mühe machen würde. Ihre Familie ist für ihr Selbstbewusstsein meist eher hinderlich. Sie verspotten sie und halten ihr ihre (angeblichen) Makel unter die Nase. Um mit sich und ihrer Umwelt klarzukommen, verliert sich Camryn in Tagträumen, die ihr helfen, ihre Wut und Aggressionen in sich zu behalten. Das ist äußerst amüsant und sehr fantasievoll und für mich als Leserin ein absoluter Spaß. Und doch tut sie mir vor allem am Anfang des Buches einfach nur leid. Zudem bewundere ich, wie sie mit den teilweise wirklich heftigen Aussagen ihrer Familie zurechtkommt. Aber manchmal verstehe ich auch nicht, warum sie das mit sich machen lässt. Doch das gehört zur Struktur des Buches und zu dem Ziel, dass Troy ihr bei ihrem Weg helfen soll. Im Allgemeinen gefällt mir Camryns Entwicklung sehr gut: Troy gibt ihr den Schubs in die richtige Richtung, aber auch sie arbeitet (wenn auch manchmal unbewusst) an sich. Ich mag Camryn mit ihren Ecken und Kanten!

    Troy ist Teil von Camryns Familie. Als ihn der Sozialdienst von seinem alkoholkranken Vater wegholt, kommt er zu den Covics. Seit dieser Zeit verbindet Camryn und Troy ein besonderes Band, dass zunächst nichts mit romantischer Liebe zu tun hat. Aber sie mögen und verstehen sich. Troy ist ein Mann, der die Frauenwelt gern beglückt und trotzdem nach der Richtigen sucht. Doch auch ihn plagen Selbstzweifel. Er hat Angst, wie sein Vater zu werden und nicht gut genug für die Liebe einer Frau zu sein. Doch allein an der Tatsache, wie er auf Camryns Vorschlag, ihren Freund zu spielen, eingeht, zeigt, was für ein netter, loyaler und guter Typ er ist. Auch im Laufe des Buches wird deutlich, was für ein liebevoller, emotionaler und ehrlicher Charakter hinter der hübschen Entertainerfassade steckt. Ich war eigentlich sofort schockverliebt, da Kelly Moran mit den Handlungen und Aussagen dieser Figur bei mir genau die richtigen Knöpfe drückt. Wer will ihn nicht, den unheimlich gutaussehenden, aber auch zweifelnden und zudem unglaublich netten Mann, der im Bett eine Granate ist und dich vor allem negativen in der Welt schützen will? *seufz* So gut, genug geschwärmt. Troy ist ein nachvollziehbar gezeichneter Charakter, der Camryn mit seiner So-wirst-du-glücklich-to-do-Liste hilft und sich gleichzeitig selbst von trüben Gedanken heilt. Natürlich ist er zu gut um wahr zu sein, aber das ist manchmal genau das, was ich brauche ;-)

    Kelly Moran schreibt keine Bücher, die die Welt verändern, aber sie verbessern meine. Ich bin nach jedem ihrer Bücher unheimlich glücklich und habe Lust, gleich wieder von vorn zu beginnen. Troys und Camryns Geschichte ließ mich meinen Alltag vergessen, verursachte Schmetterlinge in meinen Bauch und Tränchen in meinen Augen. Dieses Buch hat alles, was ich an romantischen Büchern liebe. Die Mischung aus Liebe, Selbstfindung, Emotion, Witz und Tiefgang hat mich süchtig gemacht und die Charaktere haben mich zum Nachdenken gebracht. Als riesen Fangirl freue ich mich unheimlich auf jedes weitere Buch aus der Feder dieser talentiereten Autorin!

  3. Cover des Buches Kinder des Judas (ISBN: 9783426637685)
    Markus Heitz

    Kinder des Judas

     (680)
    Aktuelle Rezension von: Michelly

    Die "Kinder des Judas" ist der Auftakt einer Vampir-Trilogie und alle drei Bücher gehören zum "Pakt der Dunkelheit". Die Kinder des Judas wird meines Wissens offiziell als Band 3 gehandelt des Paktes der Dunkelheit, ich habe allerdings die anderen Bände vorher nicht gelesen und ich hatte keine Probleme die Geschichte zu verstehen.

    Markus Heitz liefert uns hier einen soliden Vampir-Roman mit viel Spannung, Action und Blutvergießen. Mitunter sind die Szenen recht brutal, aber nicht niveaulos oder billig. Ein hochwertiger Vampirroman ohne den bekannten Kitsch, abwechslungsreich und mit einigen Tempowechseln in der Geschichte. Es gibt einen ordentlichen Spannungsbogen, was die Geschichte sehr kurzweilig macht.

    Die Protagonistin Sia ist sehr gut dargestellt, kann ich das Wort "authentisch" benutzen, obwohl sie eine Vampirin ist? Mir gefällt die Figur ausgesprochen gut, eine mitunter brutale Kämpferin mit sehr schön ausgearbeiteten menschlichen Zügen und überraschend viel Herzwärme. Auch die Figuren um Sia herum sind gut ausgearbeitet und gestalten so eine abwechslungsreiche und fesselnde Geschichte. Der Schreibstil ist locker und flüssig.

    Ich hatte bisher noch keines der Bücher von Markus Heitz gelesen, war aber so begeistert, das ich mir gleich Band 2 und 3 der Trilogie gekauft habe. Wer Vampire mag, dem kann ich den Roman nur ans Herz legen.

  4. Cover des Buches Der Attentäter (ISBN: 9783404179039)
    Ulf Schiewe

    Der Attentäter

     (77)
    Aktuelle Rezension von: buchstabentraeume

    „Der Attentäter“ erzählt eine Geschichte, von der jeder Mensch in Europa gehört hat, hat sie doch eine der schlimmsten Katastrophen der Neuzeit nach sich gezogen. Die Hintergründe dieses Anschlags werden mit dem Buch in ein Licht gerückt, das in seiner Aktualität geradezu erschreckend ist. Geboren aus Nationalstolz und der Überheblichkeit des Stärkeren entwickelt sich eine Spirale, die unweigerlich im Chaos enden muss. Die Erzählstruktur, die sich zwischen der österreichisch-ungarischen und der bosnischen Seite abwechselt, macht diese Spirale für den Leser gut erlebbar. Wer sich dann noch die Mühe macht, nach dem Lesen des Buches die zeithistorischen Ereignisse nachzurecherchieren, wird mit der Erkenntnis belohnt, dass der Autor es verstanden hat, dem Leser politische Zusammenhänge in einem Gewand nahezubringen, das den Leser mitfiebern lässt. Der Leser lernt, beide Seiten zu verstehen, und wird sich unweigerlich für eine Seite entscheiden müssen, denn auch ohne nähere Kenntnis der historischen Abläufe erlangt man schnell ein Gefühl für das Geschehen. Überrascht hat mich beim Lesen, dass dieses Attentat mit ein wenig mehr Weitsicht und Toleranz, deren Ansätze durchaus da waren, aber aus politischen und auch egoistischen Gründen ignoriert wurden, hätte verhindert werden können, womöglich mit der Vermeidung einer der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte. 


    Fazit: Wenn „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ über den gesunden Menschenverstand siegt, geht das schief – immer.

  5. Cover des Buches Tribunal (ISBN: 9783518465158)
    André Georgi

    Tribunal

     (76)
    Aktuelle Rezension von: eleisou
    Das Buch handelt um das Den-Haager-Kriegsverbrecher-Tribunal. Jasna Brandic, eine junge Sonderermittlerin, ermittelt für das Tribunal gegen Kriegsverbrecher im ehemaligen Jugoslawien. Als ihr Kronzeuge Jovan Oreskovic ermordet wird, ist sie verzweifelt denn sie hat es nicht geschafft den Verantwortlichen Kovac für seine Gräueltaten in Serbien von Gericht zu bringen. Denn leider hat Kovac viele Anhänger draußen die jeden Feind eliminieren. Kurz danach aber bietet sich ein weiterer Kronzeuge an und Jasna möchte diese Chance ergreifen. So kann sie ihren Fehler wieder gut zu machen und zu einer Verurteilung beitragen. Auf eigene Faust reist sie nach Belgrad um Kontakt aufzunehmen. Doch damit begibt sie sich in großer Gefahr. 
    Ein sehr realistischer Krimi in dem die Handlung schnell voran geht, ohne Zögern und ohne dass man ins Stocken gerät. Etwas zu kalt für meinem Geschmack war es schon teilweise und mir fehlte ein wenig Humor, Gefühl, eben eine kleine Mischung wie es öfters in Krimis auch vorkommt. Natürlich ist das Thema an sich sehr ernst und am Ende habe ich mitgefiebert od Jasna es letztendlich schafft ihm die gerechte Strafe zu geben. 
    Insgesamt wurde ich aber das Buch weiterempfehlen.
  6. Cover des Buches Ein seltsamer Ort zum Sterben (ISBN: 9783499230868)
    Derek B. Miller

    Ein seltsamer Ort zum Sterben

     (86)
    Aktuelle Rezension von: twentytwo
    Sheldon Horowitz, 82 Jahre jung, hat sich entgegen seiner inneren Überzeugung, von seiner Enkelin dazu überreden lassen seinem Heimatland den Rücken zu kehren undihr nach Oslo, in das für ihn unbekannte Norwegen zu folgen. Kurz darauf und ohne ihm eine Chance gelassen zu haben sich einzuleben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und er wird in einen Anschlag mit tödlichem Ausgang verwickelt. Zurück bleibt ein kleiner schwer traumatisierter Junge, dessen Rettung für Sheldon Mission und Sühne zugleich bedeutet. So wird die Flucht vor den Verfolgern letztendlich zu einer gedanklichen Zeitreise, die sich zwischen Zukunft und Vergangenheit bewegt, bevor sie in einem dramatischen Showdown ihr Ende findet.

    Fazit
    Eine beeindruckende Geschichte, die sowohl politisch wie auch philosophisch gesehen, alles andere als leichte Kost ist und für zahlreiche Denkanstöße sorgt.
  7. Cover des Buches Lautlos (ISBN: 9783442459223)
    Frank Schätzing

    Lautlos

     (503)
    Aktuelle Rezension von: Bookreader34

    Lautlos von Frank Schätzing ist ein Thriller über ein geplantes Attentat auf ein Staatsoberhaupt während des G8-Gipfels im Juni 1999 in Köln nach dem Kosovo-Konflikt. 

    Das Buch ist in ein Vorwort über westliche Medien und ihre Konsumenten, einen in vier größere, Phasen genannte Abschnitte unterteilten Hauptteil, einen Epilog und einen Anhang geteilt. In letzterem sind genauere Informationen zu ein paar im Buch angesprochenen Themen wie dem Kosovo-Konflikt und Whisk(e)y enthalten.

    Die Hauptpersonen sind der irische Physiker und Autor Liam O'Connor, der eine Vorliebe für Whiskey hat, seine Presseagentin Kirsten-Katharina "Kika" Wagner, sein Lektor Franz Maria Kuhn und die Terroristen Mirko und Jana. 

    O'Connor will eigentlich nur sein neuestes Buch vorstellen, trifft aber auf einen alten Studienfreund. Das bringt ihn dazu, Nachforschungen anzustellen, durch die er, seine Presseagentin und sein Lektor ins Visier der Terroristen geraten.

    Eingeflochten in die Handlung erhält der Leser einige Informationen unter anderem über Köln und die damalige politische und gesellschaftliche Situation, verbunden mit Kritik daran. Vor allem bis etwa zum Ende von Phase 1 fand ich das teilweise aber übertrieben viel. 

    Dadurch und weil in diesem Teil des Buches noch nicht viel außer der Planung des Attentats und der Schilderung von O'Connors vorgesehenen Terminen in Köln passiert, fand ich die Handlung bis zum Ende von Phase 1 eher langweilig. Ab dem Beginn von Phase 2 wird sie aber immer spannender, bis zum wirklich fesselnden Finale.

    Positiv ist die ziemlich ausführliche Charakterisierung von O'Connor und Jana, durch die ihre Handlungen gut nachvollziehbar sind. Ich hätte sogar fast ein bisschen Mitgefühl und Sympathie für die Terroristin Jana empfunden, wenn sie nicht skrupellos den Tod von jedem in Kauf nehmen würde, der das Gelingen des Plans gefährdet.

    Insgesamt hat mir Lautlos recht gut gefallen. Ich weiß aber nicht, ob ich es noch einmal lesen werde.

  8. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: B0044ZC3N4)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (107)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen in Sturz der Titanen vier Familien kennen, die in verschiedenen Ländern bzw. Kontinenten wohnen: Die Familien, die Ken Follett beschreibt, stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Wir beginnen zuerst mit zwei Arbeiterfamilien:
    Da wären die Brüder Lew und Grigori Peschkow, die in Russland leben und von einem neuen, freien Leben in Amerika träumen.
    Bei der zweiten Arbeiterfamilie handelt es sich um die Bergarbeiter Familie Williams mit den Geschwistern Billy und Ethel, aus deren Perspektive viele Kapitel der Geschichte erzählt werden. Billy tritt in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters und wird Bergarbeiter, während seine Schwester Ethel zu Beginn der Geschichte als Haushälterin bei Familie Fitzherbert arbeitet, womit wir bei der ersten Familie einer neuen Gesellschaftsschicht wären.

    Familie Fitzherbert kennzeichnet sich durch das konservative Familienoberhaupt Fitz und dessen Schwester Maud, die sich für die Frauenrechte einsetzt und sich damit in England keine Freunde macht. Fitz ist aufgrund seines gesellschaftlichen Status in politischen Kreisen unterwegs und lernt hier den deutschen Diplomaten Walter von Ulrich kennen, dessen Familie ebenfalls dem Adel angehört und die letzte Familie darstellt aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

    Wir erleben welche Auswirkungen der erste Weltkrieg auf die verschiedenen Familien hat. Ken Follett verknüpft hier wichtige historische Zusammenhänge mit fiktiven Charakteren und sorgt somit beinahe automatisch dafür, dass das politische Interesse wächst, weil uns hier fiktive Charaktere begegnen, mit denen wir mitfiebern und anhand derer wir beobachten können, wie fatal die ein oder andere politische Entscheidung ist.

    Als ich die Geschichte das erste Mal gelesen habe, war ich noch fasziniert davon, wie Ken Follett seine Handlungsstränge miteinander verbindet und dafür sorgt, dass sich Charaktere begegnen, die in unterschiedlichen Ländern leben.
    Als ich die Geschichte nun zum zweiten Mal gehört habe, war ich überrascht, dass ich mich nach über zehn Jahren noch an so viele Szenen erinnern konnte. Allerdings muss ich auch feststellen, dass ich die Elemente, die mich früher faszinierten, nun als etwas konstruiert und somit unglaubwürdig erlebte.

    Von der Hörbuch Gestaltung war ich etwas enttäuscht. Die Jahrhundert Saga erschien sowohl als ungekürztes als auch als gekürztes Hörbuch. Ich habe die ersten beiden Bände als gekürzte Fassung gebraucht gefunden und dachte, dass es sich bei über 1.000 Buchseiten sicher nicht um wichtige inhaltliche Kürzungen handeln konnte. Leider traf das hier nicht zu.
    Was ich bei Sturz der Titanen so faszinierend fand, war die Mischung aus fiktiver Handlung und den politischen Diskussionen, deren Inhalt ja durchaus real war. Allerdings musste ich feststellen, dass viele politische Gespräche im gekürzten Hörbuch fehlten. (Oder zumindest kam es mir so vor). Stattdessen gab es viel Erotik zu hören, was ich teilweise verdrängt, oder beim Lesen vielleicht auch überflogen hatte, weil mich die erotischen Szenen nicht interessierten.
    Gerade um den Handlungsstrang der beiden Brüder aus Russland verstehen zu können, braucht es Informationen über die politische Siutation von Russland, die hier leider fehlten. Deswegen nervte es mich, dass man auf der einen Seite viel ERotik-Content in der gekürzten Fassung unterbrachte, aber auf der anderen Seite das wirklich Relevante, nämlich politische Situationen, strich.
    Allerdings glaube ich, dass es sich hier auch um Jammern auf hohem Niveau handelt und Hörer*innen, die ausschließlich das gekürzte Hörbuch kennen, womöglich nichts vermissen.
    Das Hörbuch wird von Johannes Steck gelesen, der eine angenehme Stimmfarbe hat. Er hat eine vergleichsweise helle Stimme, zeigt aber, dass er sich gut darauf versteht, den verschiedenen Charakteren unterschiedliche Stimmen zu geben. Seine Interpretation der Geschichte hat mich gut unterhalten.

    Ken Folletts Schreibstil ist lebendig, was mir einen schnellen Einstieg in die Geschichte ermöglichte. Er erzählt die Handlung aus der dritten Person, erzählt die Handlung aber aus den Perspektiven unterschiedlicher Charaktere. Was ich besonders faszinierend finde ist, dass er es schafft, die Gedanken und Gefühle von Figuren darzustellen, deren Einstellung ich sehr fragwürdig finde. Dennoch schafft er es, ihre Gefühle und Handlungen so gut zu beschreiben, dass diese für mich nachvollziehbar waren, obwohl ich ihre Motive fragwürdig fand.

    Gesamteindruck

    Die gekürzte Ausgabe von Sturz der Titanen stellte sich für mich als gute Zusammenfassung heraus, um wieder in die Reihe reinzukommen.
    Wer einen historischen Roman für Zwischendurch sucht, ist mit der gekürzten Fassung gut beraten. Wer sich hingegen für die Reihe und die politischen Hintergründe interessiert, sollte besser zur ungekürzten Ausgabe greifen.

  9. Cover des Buches Nalas Welt (ISBN: 9783404617111)
    Dean Nicholson

    Nalas Welt

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Lesewuermchen

    Das Buch ist in einem flüssigen Stil geschrieben und hat mich von der ersten Seite an begeistert. 

    Dean plant mit seinem Freund Ricky eine Reise um die Welt - per Fahrrad.

    Letztendlich ist Dean dann aber alleine unterwegs und trifft auf seiner Reise auf eine kleine Straßenkatze, die er nicht alleine zurücklassen möchte. Nala wird seine ständige Begleiterin, fährt in einer Tasche am Fahrrad mit oder auch teilweise auf seiner Schulter. Ganz hinreißend dazu fand ich die Fotos, die Dean, seine Katze und auch viele der Menschen zeigen, denen er im Laufe seiner Reise begegnet ist. Es gibt lustige und auch traurige Begebenheiten.

    Dean hat ein großes Herz. Nicht nur um Nala hat er sich gekümmert, auch zwei Hunde will er retten, spendet viel Geld, dass er durch seinen plötzlichen Ruhm, den er selbst kaum fassen kann, verdient.

    Ein außergewöhnliches Reiseteam auf einer ungewöhnlichen Reise - wundervoll erzählt. Ich kann das Buch aus vollem Herzen weiterempfehlen.


  10. Cover des Buches Das Buch von Eden (ISBN: 9783404155453)
    Kai Meyer

    Das Buch von Eden

     (157)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Roman spielt in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Das Abendland ist in den christlichen Überlieferungen und Mythen gefangen. Das Morgenland erlebt den Ansturm der Mongolen. Dies sind die groben Rahmenbedingungen.

    Die Geschichte beginnt mitten im Winter in der Eifel. Albertus Magnus und eine Novizin aus dem Frankenreich - Favola - tauchen in einem abgelegenen Kloster auf. Sie tragen ein gar seltsame und seltene Fracht mit sich; die letzte Pflanze aus dem Garten Eden. Das Ziel diese Pflanze in den verschwundenen Garten Eden zurückbringen auf Grundlage einer uralten und unvollständigen Karte. Mit den beiden Reisenden tauchen die Schergen des Erzbischofs von Köln, angeführt von Gabriel von Goldau, auf. 

    Zusammen mit Aelvin, Libuse und Corax von Wildenburg gelingt den Wanderern die Flucht aus dem Kloster mit knapper Not. 

    Der zweite Handlungsstrang spielt in Asien - irgendwo zwischen dem heutigen Irak und vermutlich Afghanistan. Dort belagert die große Horde den Hauptort der Nizarer. Sinaida, eine mongolische Prinzessin ist die Hauptfigur. 

    Nachdem ihr Ehemann und sie Opfer eines Machtspiels geworden sind, schwört sie Rache und flieht nach Persien.

    Fazit:

    Ein kurzweiliger, farbenprächtiger Roman. Von christlichen Mythen über Magie und die große mongolische Horde bis hin zum Fall Bagdads werden viele Themen angesprochen. 

    Viele Charaktere sind gut dargestellt. Insbesondere die Entwicklung von Aelvin vom unsicheren, zu Streichen aufgelegten Novizen hin zum erwachsenen Mann während der Reise hat mir gefallen. Sinaida ist vielleicht zu eindimensional in ihrem von Rache getriebenen Bestreben geraten.

    Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung. Bei den Sternen habe ich zwischen 4 und 5 geschwankt und mich letztlich für 5 entschieden.


  11. Cover des Buches Frau Einstein (ISBN: 9783462053432)
    Marie Benedict

    Frau Einstein

     (138)
    Aktuelle Rezension von: nikos_buecherregal

    "Frau Einstein" von Marie Benedict ist die Geschichte einer besonders starke Frau.

    Mileva Marić (Mitza) ist in Vojvodina geboren, in einer wohlhabenden serbischen Familie. Sie ist von Anfang an anders als die meisten Mädchen. Sie ist klein und hat Probleme beim Gehen. Die Eltern erkennen sehr früh, dass Milena intellektuell begabt ist und sie fördern sie.

    Schließlich studiert sie Mathematik und Physik an das Eidgenössische Polytechnikum, die spätere Eidgenössische Technische Hochschule (ETH). Sie war die einzige Frau in ihr Schuljahr und sie hat die gleichen Vorlesungen wie Einstein besucht, sie waren Kommilitonen. 

    Der Schreibstill ist flüssig, bildhaft und sehr angenehm zu lesen. Das Buch ist in Ich-Form geschrieben, somit wird es noch persönlicher. Es bleiben unglaublich viele Bilder im Kopf hängen: als Mileva klein war und die Atmosphäre in ihr Elternhaus war, als sie nach Zürich umgezogen war und die ersten wahre Freundinnen kennengelernt hat, als sie sich in Einstein verliebt hat und sie sich auf ihn verlassen hat - was sehr Schade war, weil dafür wird sie unglaublich teuer zahlen müssen. Und nicht zuletzt was für eine starke Mutter Milena war, wie sie für jedes ihres drei Kinder gekämpft hat.

    Sie war eine sehr starke Frau, die lange vor ihrer Zeit geboren wurde und das Pech gehabt hat, sich in Einstein zu verlieben.

    Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, Mileva Marić ist eine starke Frau, die leider noch wenig bekannt ist aber ein echtes Vorbild sein sollte. Die Relativitätstheorie ist so anschaulich und zugleich herzzerreißend erklärt, dass man nicht mehr vergessen kann. Und man lernt aus dem Buch auch, dass nicht alles was es glänzt aus Gold gemacht ist. 


  12. Cover des Buches Judassohn (ISBN: 9783426637708)
    Markus Heitz

    Judassohn

     (318)
    Aktuelle Rezension von: Michelly

    Band zwei der Judas-Reihe von Markus Heitz kann sich durchaus sehen lassen, ist für mich aber ein wenig schwächer als Band eins (4/5 Sternen).

    Die Geschichte ist durchweg spannend und sehr interessant und es gibt Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Mir war lange Zeit nicht klar, wie der Autor die verschiedenen Handlungsstränge denn letztendlich in eine Geschichte verflechten möchte, was durchaus die Spannung zusätzlich erhöhte. Dennoch war mir die Auflösung ein wenig zu abgehoben, damit musste ich mich erst einmal auseinander setzen und darüber nachdenken, was denn nun genau passiert ist. Da ist für mich der Knick in der Geschichte und daher auch der leichte Punkteabzug im Vergleich zum Vorgänger. Zudem geht es in dem Buch (leider) kaum um Sia, sondern wir reisen in deren Vergangenheit und lernen viel über die Umstände dazu. Das ist natürlich nicht negativ in dem Sinne, der Klappentext lies jedoch eine ganz andere Geschichte vermuten.

    Ich werde natürlich trotzdem den dritten Band lesen, die Geschichte rund um Sia ist wirklich spannend und gut aufgebaut und für Vampirfans, die es mögen, wenn es ein wenig härter zugeht, durchaus zu empfehlen. 

  13. Cover des Buches Der verbotene Ort (ISBN: 9783746626444)
    Fred Vargas

    Der verbotene Ort

     (135)
    Aktuelle Rezension von: NicoleP
    Kommissar Adamsberg muss zu einem Polizeikongress nach London. Während sein Adlatus Danglard begeistert ist, kann sich Adamsberg besseres vorstellen und kann es kam erwarten, dass es wieder nach Hause geht. Während einer Stadtbesichtigung finden sie am Friedhof Highgate 17 Schuhe – inklusive der dazugehörigen Füße säuberlich aufgereiht. Adamsberg ist froh, dass dies in London passiert ist und er nichts mit der Sache zu tun hat.

    Kaum zurück in Paris wird Adamsberg zu einem brutalen Mordfall gerufen. Es gibt keine Leiche, zumindest keine richtige. Der Mörder hat den Leichnam in kleine und kleinste Teilchen zerlegt, die im ganzen Raum zerstreut sind. Ein Brief bringt Adamsberg auf die Spur eines kleinen Ortes in Serbien. Dort, wo der Vampirglaube seinen Ursprung hat, findet er das Grab des Bauern Peter Plogojowitz. Dieser starb 1725 und galt als Vampir. Nähere Infos zu Plogojowitz sind u.a. auf Wikipedia zu finden.

    Adamsberg stellt fest, dass die Schuhe samt Inhalt, der Mord in Paris und dieses Dorf in Serbien eine Verbindung haben müssen. Dann gerät auch er in große Gefahr, denn er ist dem Täter dicht auf den Fersen – zu dicht?

    Ein gelungener Roman, der den Leser fesselt. Lange Zeit wird nicht klar, wie alles miteinander verknüpft ist und welches Motiv der Mörder haben könnte. Fred Vargas schafft es, eine spannende Geschichte mit Vampirglauben zu vermischen – ohne „übersinnlich“ zu werden. Die komplexe Lösung dieses Falles lässt sich nur in weiter Vergangenheit finden. Unglaublich, wie es alte Legenden und Geschichten schaffen, heute noch Menschen zu beeinflussen. Der Aberglaube ist mächtig – wie diese Geschichte beweist.
  14. Cover des Buches Totenbraut (ISBN: 9783473543915)
    Nina Blazon

    Totenbraut

     (794)
    Aktuelle Rezension von: Yuria

    "Totenbraut" ist ein Einzelroman von der deutschen Autorin Nina Blazon. Das Buch ist bereits etwas älter und 2009 erschienen. Ich habe schon etliche Bücher der Autorin gelesen, aber mit diesem Mystery-Thrill-Roman konnte sie mich ganz besonders begeistern.

    Klappentext: Es gibt Augenblicke im Leben, die lassen das Herz stillstehen und das Blut kalt werden. Heute weiß ich, es ist der Kuss des Todes, der uns in jenen Sekunden streift und uns alle Wärme nimmt. Das fremde Gesicht, in das ich damals blickte, war von der eisigen Schönheit des Todes und von der Hässlichkeit eines Leidens, tiefer und schmerzhafter, als ein Lebender es ertragen könnte. Ich sah erloschene Augen und totenfahle Haut. Ich sah schwarze Zähne. Und Lippen, die kaum mehr vorhanden waren. Ich roch Taubenfedern und Regen und sah, wie die Gestalt nach meiner ausgestreckten Hand griff.

    Wir befinden uns im Jahre 1731. Unsere junge Protagonistin Jasna wird von ihrem Vater an einen vorbeiziehenden, reichen Fremden verkauft und muss in die unbekannte Ferne reisen, an den Rand Serbiens, nahe der Osmanischen Grenze. Nichts ungewöhnliches für die damalige Zeit. Mädchen wurden oft verkauft, auf das Alter des Bräutigams wurde dabei nur selten geachtet. Arme Familien waren froh, wenn sie die jungen Mädchen unter die Haube bringen, vor allem wenn man viele Töchter hat. Mit 17 galt man schon als alte Jungfer.
    Jasna lebt in einer Zeit und in einem Land, das von Unwissenheit und Aberglauben geprägt ist. Die bäuerlichen Gemeinden am Land bekommen von den großen Änderungen im Kaiserreich in Bezug auf Bildung und Weltanschauung nicht viel mit. Wissenschaft wird als Humbug abgetan. Krankheiten und Hungersnöte werden mit Übernatürlichem erklärt. Wenn plötzlich viele Menschen im Dorf krank werden, treibt sich ein Untoter in der Nähe rum, dass weiß sogar der Pfarrer. Ich habe schon viele Dokumentation über die Herkunft des Vampir-Mythos gesehen, welcher im südöstlichen Europa seine Ursprünge findet. Die Autorin hat wirklich jede Menge Recherchearbeit geleistet, bevor sie sich an dieses Thema wagte. Und das hat sich voll ausgezahlt, ich habe bisher noch keinen Vampir-Roman gelesen, der einen so historisch korrekten Inhalt aufweist. Da kommt die Fragen auf ob es sich hier nicht eher um einen historischen Roman handelt, als um ein Fantasy-Buch. Ist "Übernatürliches" nicht einfach nur ein Mangel an Wissen? Die Angst und der Aberglaube waren damals die größten Feinde der Menschheit.

    Der Inhalt des Buches und dessen Handlungsstrang konnte mich auf jeden Fall voll überzeugen. Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd und zwischendurch auch gruselig. Außerdem geschehen ständig unvorhergesehene Plottwists. Du denkst du weißt wie sich die Geschichte entwickeln wird - du liegst völlig falsch! Die Autorin hat mich immer wieder überrascht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
    Auch die Protagonistin konnte mich voll überzeugen. Jasna ist fromm, abergläubisch und ungebildet, so wie die ländliche Bevölkerung es damals eben war. Trotzdem hat sie einen willensstarken Charakter, ist wissbegierig und kann ihr Köpfchen einsetzen. Als Leser/Leserin bleibt man bis zum Schluss genauso unwissend wie Jasna. Ich musste voll mit ihr mitfiebern und habe mich beim Lesen genauso gegruselt, gefürchtet und ungerecht behandelt gefühlt wie sie.

    Der einzige Schwachpunkt war die eingebaute Liebesgeschichte. Die Gefühle kamen bei mir nicht richtig an, weil der Hauptaugenmerk ja am Mystery-Thrill liegt. Wenn aber eine Liebesgeschichte eingebaut wird, dann soll sie auch echt sein. Eine eingebaute Wischi-Waschi-Liebe kann ich nicht nachvollziehen. Die Geschichte hätte diese gar nicht gebraucht.

    Auf jeden Fall ist "Totenbraut" mal etwas völlig anderes und ich finde es sehr schade, dass diese spannende Geschichte so lange auf meinem SUB versauert ist. Wer mal Lust auf den Ursprung der heutigen Vampir-Romane hat, ist hier goldrichtig.
    Mystery-Thrill, gepaart mit historischen Wahrheiten - fesselnd, gruselig und kaum aus der Hand zu legen. - 4,5 Sterne

  15. Cover des Buches Suna (ISBN: 9783548611655)
    Pia Ziefle

    Suna

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Biene759

    Kurzrezension:
    Aufgrund der vielen positiven Bewertungen zu diesem Buch hatte ich doch eine gewisse Erwartungshaltung an die Geschichte. Ich hab zumindest eine Geschichte erwartet, die mich wirklich berührt. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

    Die Geschichte an sich fand ich langatmig und anstrengend. Die vielen Namen, mit denen der Leser konfrontiert wird, konnte ich lange nicht in Zusammenhang bringen und musste immer wieder zurückblätter um zu verstehen, wer - wie - mit wem zusammenhängt. Die Schicksale der einzelnen Protagonisten waren mir alle zusammen "zu viel". Zu den Protagonisten konnte ich keine Verbindung herstellen und im nachhinein kann ich nicht einen benennen, der mir wirklich sympathisch gewesen wäre. Im Gegenteil, die meisten Personen in diesem Buch fand ich unsympathisch.

    Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich nicht berühren. Teilweise hatte ich das Gefühl, das Sätze ohne jeden Zusammenhang aneinandergereiht wurden. Das hat es mir schwer gemacht manche Abschnitte auf Anhieb zu verstehen. Ich hab mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen. Durchgezogen habe ich es eigentlich nur, weil ich gehofft habe, am Ende irgendwas von diesem Buch mitzunehmen. Dem ist leider nicht so. Kein Buch, dass einen Platz in meinem Regal oder meiner Erinnerung finden wird.

  16. Cover des Buches Das Einstein-Mädchen (ISBN: 9783423213998)
    Philip Sington

    Das Einstein-Mädchen

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Physsie

    Ich bin sofort in das Buch "Das Einstein-Mädchen" von Phillip Sington eingetaucht. Der Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen.

    Die Geschichte spielt in Berlin im Jahr 1932. Hauptschauplatz ist die psychiatrische Abteilung der Charité. Dr. Martin Kirsch, der dort als Psychiater tätig ist, ist verschwunden. Seine Verlobte macht sich auf die Suche nach ihm. In einer Rückblende wird seine Geschichte erzählt. Er wird behandelnder Arzt einer Frau, die in der Nähe von Albert Einsteins Sommerhaus fast nackt gefunden wurde. Sie leidet unter Amnesie und hatte nur einen Zettel mit einer Ankündigung eines Vortrags von A. Einstein dabei. Deshalb wird sie das Einstein-Mädchen genannt.

    Es wird eine ganze Menge über psychische Krankheiten, Vererbung, Rasse, usw. erzählt. Für meinen Geschmack etwas zu viel. Die darüber hinausgehende politische Situation wird nur soweit angesprochen, wie nötig, um die Atmosphäre zu beschreiben. Das gefällt mir sehr gut, es gibt schon genügend Bücher die sich mit Nazideutschland beschäftigen.

    Wie der Titel des Buches schon vermuten lässt, wird auch auf die physikalischen Theorien von A. Einstein eingegangen, allerdings nur sehr kurz und oberflächlich, genau richtig, um dem Roman das nötige Flair zu geben.

    Der Erzählstil zeichnet sich durch deutliche Sprünge zwischen den Erzählsträngen aus. Dies erzeugt Tempo und Spannung. Allerdings werden nicht alle zu Ende gebracht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die ganze Geschichte nicht völlig durchdacht ist.

    Mein Fazit: Das Buch ist spannend und unterhaltsam. Reale Personen (Einstein, von Laue) und reale Begebenheiten werden mit Fiktion verknüpft. Dies macht die Geschichte lebendig, aber nicht zu anspruchsvoll. Als Lektüre zur Entspannung zu empfehlen!

  17. Cover des Buches Die guten Tage (ISBN: 9783552059115)
    Marko Dinic

    Die guten Tage

     (16)
    Aktuelle Rezension von: evaczyk

    In seinem Roman "Die guten Tage" setzt sich Marko Dinic ähnlich wie Buchpreisträger Sasa Stanisic mit "Herkunft" mit der jungen Generation aus dem ehemaligen Jugoslawien und ihrer Neuankunkft im Ausland auseinander. Die Erfahrung von Migration, von Heimatlosigkeit, von Exil - das eint beide Schriftsteller und beide Bücher. Ebenso die Rolle der Großmütter, die die Erzähler gewissermaßen in der verlorenen beziehungsweise verlassenen Heimat verankern, auch emotional, und deren Tod ein Einschnitt ganz besonderer Art ist.

    Es gibt aber auch ganz klare Unterschiede. Stanisic´s Ich-Erzähler hat seine bosnische Heimat als Kind verlassen, auf der Flucht vor dem Krieg, in dem auch die ethnische Zusammensetzung seiner Familie plötzlich gefährlich geworden war. Sein Buch handelt or allem vom Ankommen und den Erinnerungen an das verlorene Land, das es nicht mehr gibt. Dinic´s Erzähler ist ein junger Serbe, in einem Vorort Belgrads geboren und aufgewachsen. Als er, von den Freunden wegen seiner guten Deutschkenntnisse als "Svabo" verspottet, nach dem Abitur nach Wien aufbricht, ist das auch ein Bruch mit dem Vater, einem Beamten.

    Aus der Sicht des Erzählers ist der Mann, der sich vom Kommunisten und Tito-Anhänger zum serbischen Nationalisten wandelte ein Schreibtischtäter, die Onkel, innerlich und äußerlich versehrt aus dem Krieg zurückgekommen, sind in seinen Augen Verbrecher. Mit diesem Vater, diesen Onkeln, der Indoktrination nationaler Größe, wollte er nichts mehr zu tun haben. Und schon ohne den Krieg wäre es eine harte, archaische Welt gewesen, in der die Männer den Ton angaben, mit Worten oder Fäusten schlugen und die Frauen schweigen und gehorchen mussten. Dass er aus dieser Welt ausbrechen kann, verdankt der Erzähler der geliebten Großmutter, die ihm finanziell den Neustart in Wien ermöglicht und die Chance, ein "normaler Mensch" zu werden.

    Erst zu ihrer Beerdigung kehrt er zehn Jahre späte, eher widerwillig und an Bord eines "Gastarbeiterbusses" zurück nach Belgrad. Es ist das Jahr 2015, und während der Bus an der ungarischen Grenze steht, warten irgendwo im Dunkel der Nacht verzweifelte Menschen, eben diese Grenze in umgekehrter Richtung zu überqueren.. Dabei werden diejenigen, die im Bus sitzen, so beschrieben, als könnten auch Jahre in der Diaspora nicht das auslöschen, wovor der Erzähler aus Belgrad geradezu geflohen ist. Der Bus als Mikrokosmos männlichen Imponiergehabes, von Flüchen, Aggression und Alkohol - irgendwie gleicht er der Trostlosigkeit der Belgrader Vorstadt mit kiffenden, trinkenden und perspektivlosen Jugendlichen, aus der der Erzähler einst zu entkommen versuchte.

    Balkan-Folklore liegt diesem Buch fern. Dinic zeichnet das Bild einer wütenden, frustrierten Generation, die ihren Vätern nicht verzeihen kann, die eigentlich nur Niedergang erlebt. Düster, aber eindrucksvoll.

  18. Cover des Buches Schildkrötensoldat (ISBN: 9783518427590)
    Melinda Nadj Abonji

    Schildkrötensoldat

     (11)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros

    Zoltán ist ein Außenseiter in einem kleinen serbischen Örtchen, kurz vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg. Seit er als Kind vom Motorrad seines Vaters gefallen ist, hat er „Schläfenflattern“, wie er es selbst nennt. Als er 1991 zur Armee eingezogen wird, beginnt für ihn die schlimmste Zeit. Bei einem Gewaltmarsch kommt sein bester Freund zu Tode. Zoltán sucht verzweifelt nach einem Ausweg, ohne Gewalt, ohne Geschrei, ohne Leid…

    Eigentlich war „Schildkrötensoldat“ ein Zufallsfund, als ich für die diesjährige Lovelybooks Themenchallenge nach Büchern suchte, die an meinem Geburtstag erschienen sind.
    Bisher ist mir noch kein anders Buch der Autorin untergekommen, doch der Klappentext dieses Romans, hat mich sehr angesprochen.
    Als ich anfing zu lesen, war ich erst irritiert und skeptisch, wegen der völligen Abwesenheit der wörtlichen Rede. Auch die Regeln der Groß- und Kleinschreibung hat die Autorin für ihr Buch, sagen wir, neu gestaltet. Dies wirkt anfangs sehr befremdlich, führt dem Leser aber den Geisteszustand des Protagonisten wunderbar vor Augen. Man kann, zwar zu Beginn nur mit etwas Mühe und Konzentration, den teils wirren Gedankengängen und Vergleichen des Hauptcharakters folgen, die sehr poetische Vergleiche enthalten, mit denen er seine Umwelt beschreibt.
    Hier wird schnell deutlich, dass Zoltán ein sanftmütiger Charakter ist, der Gewalt und Streit ablehnend gegenübersteht.
    Ergänzt werden die Ereignisse durch Zoltáns Cousine, die sich oft und sehr liebevoll an ihren Cousin erinnert.
    Eine weitere Besonderheit dieses Romans ist es, dass der Leser häufig direkt angesprochen wird. („Wer sind Sie eigentlich?“, „…verstehen Sie?“) Dadurch fühlt man sich als Teil, als Beobachter in dieser Geschichte.

    Und obwohl auch die Handlung selbst sehr rührend und tiefgründig ist, tue ich mich mit meiner Bewertung eher schwer.
    Ich war unterhalten, ich habe schnell Sympathie zum Protagonisten aufgebaut und mich gleich zu Beginn in die Handlung eingelesen, aber der Schreibstil hat mich nach einer Weile angestrengt. Hier kam dem Buch allerdings die Kürze (etwas über 170 Seiten) zugute.

    Ich vergebe drei Sterne. Das Buch war definitiv gut, hinterlässt bei mir einen wunderbaren Eindruck, ist aber sehr speziell in der Erzählweise und daher sicher nichts für jeden.

  19. Cover des Buches Absolute Gewinner (ISBN: 9783734850080)
    Christoph Scheuring

    Absolute Gewinner

     (20)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry
    Luca ist ein Einzelgänger und liebt es, auf dem „Günni“, dem Basketballplatz seiner Schule, Moves zu üben und Bälle zu werfen. Als eines Tages der Hausmeister auf die Idee kommt, ihn und weitere Kids als Team zu trainieren und beim „Night Move“ mitzumachen, glaubt Luca, dass das eine verrückte Idee ist und niemals funktionieren kann. Aber er lässt sich auf das Abenteuer ein, da Jana auch im Team ist und er sie sehr mag. Kurz vor einem wichtigen Spiel verschwindet der Trainer und die Kids müssen, um weiterzukommen, eine Lösung finden. Doch dann kommt alles anders, als sie je gedacht hätten …

    Wer weder Interesse noch auch nur ein klein wenig Ahnung von Basketball hat, wird über ein paar Begriffe stolpern und manche Stellen nicht so ganz verstehen, wenn es um Spielzüge und Taktiken geht. Doch ich vermute, damit tun sich Erwachsene wohl schwerer, als die eigentliche Zielgruppe der Leser zwischen 12 und 15 Jahren. Als Kind und Teenager habe ich auch viel Zeit auf dem Basketballplatz verbracht, aber seither sind so einige Jährchen ins Land gezogen. Trotzdem – das Buch hat mich problemlos zurückgebeamt und ich stand mit Luca, Jana, Heinrich und den anderen auf dem Platz.

    Zu Beginn ist es eine leicht ironische Geschichte über das Teenager-Sein an einer Schule, mit all den Gedanken und Problemen, die man in dieser Zeit so hat. Hier plätschert es so vor sich hin. Nicht uninteressant, aber auch nicht besonders spannend. Das ändert sich dann aber, sobald die Kids auf dem Platz sind. Eine Handvoll Einzelgänger, die sich mehr oder weniger selbst als Außenseiter und Loser sehen, treffen aufeinander und erkennen, dass im Grunde alle ganz ähnliche Probleme haben. Sie wachsen immer mehr zusammen, respektieren aber auch Regeln und Abstände. Das ist nicht zuletzt ihrem Trainer zuzuschreiben, der, das merkt man recht schnell, eine besondere Rolle einnimmt. Wie besonders, kommt erst spät zum Tragen, dafür aber umso effektvoller.

    Die Sprache, die Scheuring Luca, dem Ich-Erzähler, gibt, ist altersgemäß. Ich musste oft schmunzeln, wenn Einschübe kamen, wie „Sag ich jetzt mal so.“. Ich empfand nichts als extrem übertrieben, sondern alles recht realitätsnah. So geschrieben, dass die Zielgruppe Spaß daran hat, aber eben nicht hanebüchen.

    Gut gelungen ist auch, wie der Autor die Kriege in und um Jugoslawien bzw. Kroatien, Serbien und Bosnien eingebaut und beschrieben hat. Hier wird den Kids gut und angepasst vor Augen geführt, was Kriege bedeuten und bewirken. Das recht kurz und knapp, aber auch ohne erhobenem Zeigefinger – die Kids kommen ganz allein drauf, was das heißt.

    Ein klein wenig Krimi plus „Emil und die Detektive“ in modern kommen noch obendrauf. Es macht also wirklich riesig Spaß und wird nie langweilig. Der Wert von Freundschaft, Ehrlichkeit, Treue, Zusammenhalt kommt klar raus. Gefällt mir. Gefällt mir außerordentlich gut. Deshalb gibt das dann in Konsequenz auch fünf Sterne!
  20. Cover des Buches Die Villa am Rande der Zeit (ISBN: 9783423141123)
    Goran Petrovic

    Die Villa am Rande der Zeit

     (32)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks
    Deckblatt:


    Der Belgrader Student Adam erhält ein ungewöhnliches Angebot: Er soll ein Jahrzehnte zuvor erschienenes Buch umarbeiten. Ein scheinbar harmloser Auftrag. Doch bei der Lektüre macht Adam eine sonderbare Erfahrung: Unversehens findet er sich mitten in dem Roman wieder und begegnet anderen Lesern, die über dieselbe Gabe verfügen. Nicht alle haben ein unschuldiges Interesse an dem Buch. Als ein Mord geschieht, muss Adam sich entscheiden: Will er seinen Auftrag erfüllen oder verhindern, dass dieser imaginäre Zufluchtsort unwiederbringlich verloren geht?



    Inhalt:


    Um etwas Geld für seine Miete dazu verdienen zu können, nimmt der Student Adam einen Auftrag an der nicht so einfach scheint. Er soll ein Buch umschreiben . Als er anfängt  es zu lesen bemerkt er das sich etwas Merkwürdiges ereignet. Er kann in das Buch hinein und die Handlung in echt erleben. Fasziniert davon ,taucht er immer wieder und für längere Zeit in die Geschichte ein. Darunter leidet sein echtes Leben und er bekommt es nicht mit. Er fragt sich ob er diesen Auftrag überhaupt erledigen kann.


    Meinung:


    Neugierig auf diesen Roman machte mich die interessante Handlung, wer würde nicht in die Story eines Buches reinhüpfen können ,wenn er die Gelegenheit dazu hat. Auch fand ich das Cover mit der blauen Feder und dem Tintenfaß schön. Leider kam ich am Anfang nicht in die Geschichte rein. Das dauerte ein ganzes Stück, aber dann entfaltete sich auch bei mir der Zauber dieser Geschichte und ich wollte unbedingt weiter lesen.Schön fand ich auch die einzelnen Kapitel.

  21. Cover des Buches Die Tigerfrau (ISBN: 9783499256806)
    Téa Obreht

    Die Tigerfrau

     (69)
    Aktuelle Rezension von: buch_kati
    Téa Obreht wurde für ihren Roman "Tigerfrau " 2011 mit dem "Orange Prize for Fiction" ausgezeichnet. Der Roman wurde auf Grund seiner poetischen Sprache und mystischen Erzählweise sogar mit Romanen von 
    Gabriel García Márquez verglichen. Der Roman handelt von der Ärztin Natalie , die zusammen mit ihrer Freundin Zóra in einem Waisenhaus arbeitet. Als ihr Großvater stirbt, macht sie sich auf die Suche nach seiner Geschichte. Zwei wiederkehrende Motive sind die Tigerfrau und der Mann, der nicht sterben konnte. 
    Es ist poetisch und märchenhaft, so richtig ist der Funken aber nicht übergesprungen. Dafür war mir die
    Geschichte nicht spannend genug. 
  22. Cover des Buches Walküre (ISBN: 9783404166909)
    Craig Russell

    Walküre

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Captured_Inside_Books

    Zum Inhalt:

    Der fünfte Fall von Jan Fabel sorgt ziemlich schnell für großes Aufsehen. Das Opfer ist ein britischer Popstar, der vor seinem Tod noch ausrichtet, dass die Tat von dem sogenannten “Engel von St. Pauli“ begangen wurde. Unter diesem Namen verbirgt sich eine Frau, die vor mehr als 10 Jahren mehrere brutale Morde an Männern begangen hat und nie gefasst wurde. Doch ist sie wirklich zurückgekehrt oder steckt etwas anderes dahinter?


    Meine Meinung:

    Mit einigen Zögern habe ich mich diesem Teil der Reihe gewidmet. Bisher haben mir die meisten Bände ja eher nicht so gefallen und dementsprechend war meine Motivation am Anfang relativ gering.

    Das Cover ist auf den ersten Blick nicht besonders aussagekräftig, passt aber definitiv zur Handlung.

    Mit dem Schreibstil bin ich immer noch nicht ganz warm geworden. Allerdings bin ich dieses Mal besser vorangekommen mit dem Lesen. Das liegt zum einen wahrscheinlich daran, dass mich die Thematik mehr interessiert hat und zum anderen sicherlich auch daran, dass ich inzwischen etwas besser mit dem Schreibstil zurechtkomme.

    Meine Meinung zu den meisten Charakteren ist im Großen und Ganzen unverändert geblieben. Allerdings ist mir Jan zwischendrin ein bisschen unsympathisch geworden. Das liegt an seiner Haltung gewissen Themen gegenüber und seinem Verhalten in manchen Situationen.

    Die neu aufgetauchten Charaktere fand ich alle ziemlich interessant. Aufgrund der verschiedenen Perspektiven konnte man einiges über sie und ihre Gedankengänge erfahren. Nur Karin Vestergaard ist mir bis zum Schluss ein Rätsel geblieben. Dafür, dass sie einen großen Teil der Ermittlungen dabei war, hat man kaum etwas über ihre Person und Gefühle erfahren.

    Der Thriller startet mit einem Prolog, der zwar mein Aufmerksamkeit geweckt hat, aber nichts Besonders war. Allerdings geschieht im Laufe des Buches etwas, was dazu führt, dass man den Prolog mit ganz anderen Augen sieht.

    Insgesamt fand ich die Handlung in diesem Band viel interessanter und spannender als bei den Vorgängern. Das beruht auf der Tatsache, dass es mal um eine Mörderin geht, aber auch auf dem Bezug zur Stasi und dem Schwerpunkt auf Feminismus. Es wurden einige Fakten und Geschichten aufgegriffen, die ich noch nicht kannte.

    Was mich aber nach kurzer Zeit genervt hat, ist die ständige Feststellung, das Jan Frauen nicht versteht. Das wurde meiner Meinung nach viel zu oft bei jeder annähernd passenden Situation erwähnt und war auch einer der Gründe, warum mir der Gute etwas unsympathisch wurde.

    Die Mordfälle fand ich dieses Mal um einiges spannender. Besonders weil anfangs noch keine ersichtlichen Zusammenhänge zu sehen sind und der Modus Operandi auch nicht jedes Mal genau der Gleiche war.

    Trotzdem gibt es zwischendurch auch wieder einige Abschnitte, die mich etwas gelangweilt haben. Das waren hauptsächlich die, in denen es um Wirtschaft und Politik geht. Das ist einfach nichts, worüber ich gerne Bücher lese. Ich verstehe, dass diese Thematiken wichtig für die Handlung waren, aber ich fand sie teilweise etwas zu lang ausgeführt.

    Die ganzen Hintergründe zu den Walküren waren wiederum unglaublich spannend und faszinierend. Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, um Spoiler zu vermeiden, aber alles zu der Vergangenheit und den ganzen Abläufen damals habe ich regelrecht verschlungen. Besonders interessant finde ich auch, wie unterschiedlich sich das alles auf die einzelnen Walküren ausgewirkt hat und was diese aus ihrem Leben gemacht haben.

    Das Ende war dann auch mega spannend. Das lag besonders an der extrem professionellen Vorgehensweise der Mörderin. Allerdings finde ich, dass es dafür am Ende etwas zu einfach für die Ermittler war.

    Der Epilog hat das eigentliche Finale sogar noch in den Schatten gestellt. Zumindest was überraschende Wendungen angeht. Mehr kann ich dazu jetzt so nicht sagen XD


    Fazit:

    “Walküre“ ist zusammen mit dem zweiten Teil bisher der beste der Reihe. Die Tatsache, dass es sich bei der Täterin mal um eine Frau handelt verbunden mit der extremen Professionalität, macht das ganze wirklich spannend. Zudem waren die ganzen Hintergründe, wie sie zu der Person geworden ist, die sie jetzt ist, mega interessant. Trotzdem kann ich nur 3,5 Sterne vergeben, da ich immer noch mit dem Schreibstil hadere und es einige Thematiken gibt, die ich langweilig oder sogar nervig fand.

  23. Cover des Buches Totenbraut von Blazon. Nina (2011) Taschenbuch (ISBN: B00GM5CZ28)

    Totenbraut von Blazon. Nina (2011) Taschenbuch

     (16)
    Aktuelle Rezension von: hooks-books-buecher

    Eine super gruselig-  schöne Geschichte über die dunklen Geheimnisse einer Familie, eine Reihe an Morden bei der, der Schuldige von Anfang an anscheinend schon feststeht, nur liegt die Wahrheit jenseits aller  Vorstellungskraft.

    Ich kann die Bücher von Nina Blazon nur empfehlen.

  24. Cover des Buches Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen (ISBN: 9783608505092)
    Hallgrímur Helgason

    Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

     (148)
    Aktuelle Rezension von: evaczyk

     Hallgrimur Helgason  und Quentin Tarrantino müssen Geistesverwandte sein. Zumindest dürfte der islaändische Autor den amerikanischen Regisseur sehr schätzen, denn er setzt ihm in seinem Roman  "Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen" nicht nur ein kleines literarisches Denkmal,  auch die Mischung aus Gewaltexzessen und schwarzen Humor ähnelt den Filmen Tarrantinos.

    Ich-Erzähler des Romans, dessen Titel auf jeden Fall schon mal ein Eyecatcher ist, ist Tomek, genannt Toxic, ein lange Zeit sehr erfolgreicher Profikiller der kroatischen Mafia in New York mit traumatischer Vergangenheit im jugoslawischen Bürgerkrieg. Toxic war mit 66 Auftragsmorden höchst erfolgreich - bis er dann ausgerechnet einen FBI-Beamten umbringt. Plötzlich wird ihm in New York der Boden unter den Füßen heiß, er muss dringend verschwinden und auch seine Auftraggeber sind alles andere als angetan, dass ihnen nun das FBI ordentlich Ärger machen dürfte.

    Toxic ist schon auf dem Flughafen, mit falschem russischen Pass unterwegs nach Split, als ihn seine gut funktionierenden Instinkte warnen - offenbar sind ihm die Ermittler schon auf den Fersen. Er braucht einen neuen Plan, und das schnell. Auf einer Flughafentoilette stößt er auf einen Mann, der ihm leidlich ähnlich sieht und dessen gewaltsamer Tod damit vorprogrammiert ist. Toxic nimmt die Identität und das Flugticket des fundamentalistischen Predigers Friendly auf dem Weg zu geistlichen Verbündeten in Island an - und damit ist eine tragikomische Ereigniskette vorprogrammiert.

    Island ist eine andere Welt, nicht nur wegen der bibelfesten Gutmenschen, mit denen Toxic auf einmal zu tun hat und wegen des eisigen Frühlings, in dem zehn Grad schon fast als Hitzewelle gelten. Eine Inselrepublik ohne harte Drogen, Prostituton oder eine Armee - das sprengt Toxics Vorstellungskraft vom menschlichen Zusammenleben.

    Dass die angenommene Identität als Fensehprediger nicht so ganz leicht durchzuhalten ist und die Anpassung an die neuen Umstände die eine oder andere Herausforderung darstellt, ist wohl nicht überraschend. Noch überaschender aber ist, dass Toxics Gastgeber ganz anders als erwartet reagieren, als seine Tarnung auffliegt - sie wollen ihn bekehren und mit der Läuterung des Profikillers wird der Kulturkonflikt noch einmal auf die Spitze getrieben. 

    Reichlich schräge Figuren - wie ein karateerprobter Prediger, ein bulgarischer Bauarbeiter mit speziellen Vorlieben und ein Koch mit Killer-Instinkten kreuzen Toxics Weg, während er stets fürchten muss, dass seine Vergangenheit ihn doch noch einholt.

    Grausames und komisches gehen hier eine Verbindung ein,  ganz wie in einem Tarrantino-Film eben. Der lakonische Tonfall Toxics trägt zum trockenen, mitunter überspitzten Humor des Romans bei, in dem Toxics 66 Auftrags-Tote nicht die einzigen Leichen bleiben.

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