Bücher mit dem Tag "sexualisierte gewalt"
48 Bücher
- Stephanie Garber
Caraval
(1.151)Aktuelle Rezension von: queeniWorum geht es?
Scarlett und ihre Schwester Tella legen auf der Insel Trisda. Dort werden sie tyrannisiert und kontrolliert von ihrem Vater. Eines Tages erhaltende Schwestern die Chance am legendäre Spiel Caravan teilzunehmen. Gemeinsam mit Julian fliehen sie von ihrem Vater und lassen die Insel hinter sich. Auf der Privatinsel des mysteriösen Spielmasters Legend ist jedoch nichts wie es scheint. Alles ist nur Teil des Spiels, alles ist nur Illusion, oder etwa doch nicht? Scarlett muss sich dem stellen und herausfinden, was ist real und was nicht? Und wie kann sie das Spiel gewinnen ohne dabei verrückt zu werden?
- Achtung Spoiler möglich -
Caraval ist für mich ein absolutes Highlight. Ich war gefesselt von dieser Geschichte rund um die Geschwister und Julian. Ich hab gelacht und gelitten mit ihnen und auch ich habe mich an der Nase rumführen lassen. Bis zum Schluss war ich von den Illusionen geblendet und habe mich täusche lassen. Dieses Buch hat mich so unglaublich gut unterhalten, ich konnte es so schwer aus der Hand legen. Ich war am Ende sogar richtig traurig, dass es vorbei war. Der Magievibe, das Magische und die farbefrohe Erzählweise fand ich wirklich so schön. Dass es am Ende im nächsten Teil um andere Personen geht, hat mich etwas enttäuscht, muss ich ehrlich sein und ich bin sehr gespannt ob Teil zwei dann überhaupt an Teil eins rankommen kann.
- Delia Owens
Der Gesang der Flusskrebse
(1.431)Aktuelle Rezension von: koechlDieses Buch hat sich komplett anders entwickelt, als ich es erwartet habe. Als ich den Klappentext gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen etwas ungewöhnlichen Krimi handelt. Ja, es ist ein Krimi, aber die eigentlichen Kriminalelemente (mit Ausnahme des Gerichtsprozesses in hinteren Teil) bilden nur einen ganz kleinen Teil der Handlung.
In den Sümpfen North Carolinas wird die Leiche von Chase Andrews gefunden. Der Sheriff geht nicht von einem Unfall aus und stellt Untersuchungen an. Sein Verdacht fällt schnell auf Kya Clark, die abgeschieden und isoliert von allen anderen im Marschland wohnt und von jedermann nur "das Marschmädchen" genannt wird.
Erzählt wird hauptsächlich aus Kyas Perspektive, wie sie als Kind zunächst von ihrer Mutter, später vom Rest der Familie verlassen wird. Sie schlägt sich alleine, mit der Hilfe von sehr wenigen Freunden, durchs Leben, geht nicht zur Schule, lebt von Fisch- und Muschelfang. Ihr Freund Tate bringt ihr lesen bei und hilft ihr, zwei Bücher zu veröffentlichen.
Ich fand das Buch schön zu lesen, auch wenn es ganz anders war, als erwartet. Allerdings war ich bis zum überraschenden Ende hin und her gerissen, wie ich es nun bewerten sollte. Mir kam doch vieles zu unwahrscheinlich vor (Kya kann zwar lesen und schreiben und verbringt viel Zeit in der Natur, aber wissenschaftliche Bücher zu verstehen und sogar selbst zu schreiben, scheint mir doch etwas weit hergeholt). Wenn man darüber hinwegsieht, ist es aber eine schöne Lektüre, die mich am Schluss sogar zu Tränen gerührt hat. - Julia Quinn
Bridgerton - Daphne & Simon
(677)Aktuelle Rezension von: Kristina_RitterIch habe das Buch mit dem Cover mit den beiden Personen auf dem Cover und finde es ist passend für das Buch.
Es geht um Daphne und Simon, Simon ist der Duke of Hastings und möchte niemals heiraten, die Linie der Hastings soll mit ihm sterben. Daphne ist die Schwester seines besten Freundes und damit absolut Tabu. Ein Deal um beiden einen Vorteil zu verschaffen läuft aber leider in die falsche Richtung.
Ich muss sagen ich habe zuerst die Serie geschaut und liebe Daphne und Simon und deren Geschichte. Leider hat mich aber das Buch etwas enttäuscht es ist sehr vieles anders und für mich damit schlechter als die Serie. Mir gefällt Daphne hier irgendwie nicht so sehr, sie wirkt irgendwie arrogant. An vielen Stellen war ich genervt von ihr. Simon war mir auch irgendwie zu weich. Alles in allem hat mich die Geschichte nicht abholen können.
Leider hat das nicht so meinen Geschmack getroffen, vielleicht gefällt mir die Serie aber auch einfach besser.
- Christina Henry
Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
(664)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrGrundlegend ist die Idee der Geschichte echt Klasse - Die Geschichte von Alice mal ganz anders, mit Horror und Mord und Totschlag. Aber leider hapert es an der Umsetzung. Die Charaktere sind schwach ausgearbeitet, über das Magiesystem erfährt man so gut wie gar nichts (nur Brocken aus dem Kontext raus gerissen) und auch die Umgebung der alten und neuen Stadt - und wie es zur Spaltung kam - wird kaum beschrieben.
Im Buch ist immer was los. Die Seiten fliegen dahin und man hat das Gefühl die Autorin rattert eine Szene nach der anderen einfach runter. Als Leser wird einem kaum Zeit gelassen sich an ein neues Setting oder neue Charaktere zu gewöhnen. Pluspunkt: Man hat das Buch schnell durchgelesen. 200 Seiten mehr hätten es aber auch getan um die Geschichte sorgfältiger auszuarbeiten und den Leser nicht durch die Handlung zu schubsen.
Fazit: Ich finde das Buch ist verschwendetes Potenzial. Mit ein bisschen mehr Mühe und Detailverliebtheit hätte das eine wirklich tolle Story werden können.
- Holly Jackson
A Good Girl’s Guide to Murder
(748)Aktuelle Rezension von: crimeworldofarthurEs hat so Hammer gematcht
Zugegeben auf dieses Buch war ich ultra gespannt. Jugendbücher waren in meiner Teenager Zeit sehr angesagt . Noch bevor ich a good girls guide to murder aufgeschlagen hatte, war da dieses Gefühl dass es richtig gut wird und so war es letztendlich auch .
Holly hat einen unfassbaren guten Schreibstil. Man ist sofort mitten im Geschehen. Dass bedeutet kein langes Geplänkel bis es los geht sondern man wird schon mit einem Fingerschnipsen in den Pool geworfen.
Die Story hat mich von Anfang an gefesselt . Wir haben hier eine Jugendliche namens Pippa oder einfach Pip genannt die für ihr Schulprojekt ein Mordfall wieder aufrollt . Allein dass hat schon meine Neugier sehr geweckt. Ich weiß nicht wer von euch die Serie pretty little Liars kennt aber ich hatte beim Lesen solche vibes gespürt.
Da die Geschichte in einer Kleinstadt namens little Kilton gespielt hat , hat es diese so genannte jeder-hat-ein-Geheimnis Dynamik gehabt was echt stark war und super umgesetzt wurde.
Langweile war eigentlich nie vorhanden. Ich sage mal das Buch verbindet krimi / Thriller Elemente mit den typischen Jugendbuch Touch. Auch die auflockernden szenen mit Humor haben perfekt rein gepasst typische Jugendliches Verhalten und so.
Allein das Konzept des Buches in Form von Interviews und das einfügen von ortskarten oder Diagrammen war mal was neues.
Mit Pip hatte man eine geniale Besetzung der Hauptfigur. Sie war taff, klug, ehrgeizig und wie es sich für einen Teenager gehört frech .
Die einzige Anmerkung die ich habe ist dass nicht alle Charaktere mir nah waren . Liegt vielleicht auch daran dass es sich viel um Pip und den Mordfall gedreht hat und andere Charaktere eher in Gastauftritten zu lesen waren.
Aber alles in allem ein Buch mit sehrrr großem Suchtfaktor. Für mich hat Holly mit diesen Auftakt die Messlatte schon sehr hoch gelegt. Trotzdem werde ich mir Band 2 holen .
- Lisa Taddeo
Three Women – Drei Frauen
(140)Aktuelle Rezension von: ReadingWitchRezension „Drei Frauen“
Liebe, Leidenschaft und Intimität sind für die meisten von uns positive Begriffe. Wir verbinden sie mit Glück und Zufriedenheit. Aber was passiert, wenn Liebe zur Obsession wird oder wenn das Objekt unserer Begierde unsere Gefühle nicht teilt. Oder noch schlimmer – unsere Liebe wird ausgenutzt. Wenn man den Begriff “unglückliche Liebe“ googelt, stößt man schnell auf Ausdrücke wie z. B. Co. Abhängigkeit, Narzissmus und toxische Partnerschaft. Und nach einer kleinen Umfrage im Freundeskreis musste ich feststellen, dass solche Beziehungen gar nicht so selten sind.
Genau solche ungesunden Beziehungen macht Lisa Taddeo zum Thema in ihrem Roman „Three Women – Drei Frauen“. Sie schreibt über drei unterschiedliche, amerikanische Frauen, die alle einer unglücklichen Liebe verfallen sind. Eine der drei Frauen ist Maggie. Sie ist 17 Jahre alt und lebt noch bei ihren Eltern. Die Verhältnisse bei ihr zuhause sind nicht besonders stabil, und aus dem Wunsch heraus sich jemandem anzuvertrauen entsteht nach und nach eine Liebesbeziehung zu ihrem Vertrauenslehrer. Dann ist da noch Lina. Sie ist verheiratet und hat Kinder. Ihr Mann hat sie seit langer Zeit nicht mehr angerührt, geschweigenden begehrt. Ihr Verlangen nach Liebe und Zärtlichkeit treibt sie in die Arme ihrer Jugendliebe Aidan. Die dritte Frau ist Sloane. Sie stammt aus einer Upper-Class Familie und heiratet einen Mann, dem sie jeden sexuellen Wunsch erfüllt.
All diese Frauen haben eins gemeinsam. Sie glauben, dass sie aus Liebe handeln. Dabei fällt dem Leser schnell auf, dass diese Liebesbeziehungen nicht gesund sind, sondern geradezu toxisch. Die Männer geben den Ton an und die Frauen bleiben mit ihren Wünschen auf der Strecke. In der Beziehung zu ihrem Lehrer muss sich Magie seinen Bedingungen fügen. Lina lässt alles stehen und liegen, wenn ihre Affäre sich bei ihr meldet. Und Sloane überschreitet ihre moralischen Grenzen, um den Vorstellungen ihres Mannes zu genügen.
Diese drei Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten und werden von Lisa Taddeo abwechselnd Schritt für Schritt entwickelt. Taddeo schreibt aus der Sicht ihrer Figuren und erlaubt dem Leser damit den vollen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Der Leser erfährt warum sich diese Frauen auf diese toxischen Partnerschaften einlassen. Besonders berührt hat mich das Schicksal von Magie, die für ihre naive und kindliche Liebe zu einem Mann brutal bestraft wurde. Bei Lina hatte ich oft das Bedürfnis diese zu schütteln und sie zu fragen, wo denn ihr Stolz sei. Und dass es nur Unglück bringt einem Mann in dem Ausmaß nachzurennen. Sloane macht auf den ersten Blick einen emanzipierten Eindruck. Sie arbeitet, ist ihr eigener Chef und trifft auch eigenständig Entscheidungen. Doch dieser Eindruck täuscht, sie wünscht sich Aufmerksamkeit und Liebe und macht sich damit selbst zum Opfer.
Gesellschaftliche Unterdrückung von Frauen ist kein Thema der Vergangenheit. Wie die #Metoo-Debatte zeigt, ist die Gleichbehandlung von Mann und Frau noch nicht erreicht. Genau damit setzt sich Lisa Taddeo in diesem Roman auseinander. Sie beleuchtet Themen wie Solidarität unter Frauen, toxische Männlichkeit, weibliche Rollenbilder, Co. Abhängigkeit und Depressionen und zeigt schonungslos, dass Unterdrückung nicht nur durch Männer erfolgt, sondern auch von Frauen angefacht wird. Die Frauen denunzieren sich selbst, um in der Männerwelt erfolgreicher zu sein. Das alles umrahmt Taddeo mit ihrem unaufgeregtem und klarem Schreibstil. Sie erschafft eine zum Inhalt passende düstere und hoffnungslose Atmosphäre.
Fazit
Warum lassen Frauen das mit sich machen? Auf diese Frage gibt auch die Autorin keine Antwort, aber sie zeigt anschaulich, wie es bei den betreffenden Frauen dazu kam. Sind diese Geschichten nachvollziehbar? Wahrscheinlich kann man diese Frauen nur dann verstehen, wenn man selbst in einer toxischen Beziehung festhing. Gibt es von mir eine Leseempfehlung? Ein klares Jein an dieser Stelle. Dieses Buch zeigt Missstände auf, ohne Hoffnung auf Änderung zu machen. Es ist keine leichte Kost oder Unterhaltung für zwischendurch. Dieser Roman soll aufrütteln und zum Denken anregen. Wenn man dazu bereit ist, muss man es lesen.
https://www.readingwitch.com/post/drei-frauen
- Patricia Cornwell
Scarpetta
(107)Aktuelle Rezension von: MaFuSeit Cornwell Benton Wesley hat sterben und dann völlig unlogisch wieder hat auferstehen lassen, lese ich die Scarpetta-Reihe nur noch mit viel Skepsis und weil ich einige der Charaktere sehr mag. Aber auch diesmal bin ich enttäuscht worden, die Geschichte bleibt flach, ich hatte nie wie in den ersten Bänden das Gefühl, mittendrin zu stecken. Und die Aussage von Marino, die versuchte Vergewaltigung von Scarpetta sei die ehrlichste Tat in seinem Leben gewesen? Sehr fragwürdig...
- Rupi Kaur
milk and honey - milch und honig
(96)Aktuelle Rezension von: nayeziDas Buch hatte - aus meiner Sicht - eine ziemlich merkwürdige thematische Einteilung. Zudem war die Reihenfolge, in der die Gedichte vorkamen, öfters grauenhaft: So folgte auf einen Text zur emotionalen Beziehung mit dem eigenen Vater einer zur sexuellen Selbstbefriedigung, was offensichtlich in starkem Kontrast zum vorher erwähnten steht und unangemessen ist. Im Werk kamen, für meinen Geschmack, auch viel zu viele sexuelle Verse vor, die sich dann teils sogar wiederholt haben.
Neben dem thematisiert das Buch aber auch Bereiche wie Selbstbestimmung, Rassismus und sexuelle Vergewaltigung. Diese werden in Form von poetischen Texten und teils auch kurzen Essays tiefgründig - und aus einer feministischen Perspektive - betrachtet. Persönlich gefiel mir das sehr, da die Aussagen (manchmal auch Affirmationen) Gehör verdienen, was ihnen durch dieses Buch auch gegeben wird.
Abschließend war das Buch nicht so ganz mein Fall, es ist aber auch nicht schlecht. Die Leseprobe von dem Buch gibt einem schon einen guten Eindruck zum Inhalt und Aufbau des Buches, daher würde ich - falls dir der Ausschnitt aus der Lektüre gefallen hat - durchaus zu einem Kauf raten.
- Tess Sharpe
River of Violence
(47)Aktuelle Rezension von: AnsonsternTess Sharpe kannte ich vorher von ihrem Jugendbuch “The Girls I’ve Been”, welches mir gut gefallen hatte, aber noch besser hätte es mir gefallen, wenn der Fokus ausschließlich auf dem Thrillerteil statt dem Highschool-Beziehungsdreieck gelegen hätte. Und genau das bekam ich bei “River of Violence”.
Harley Jean ist neun Jahre alt, als ihr Vater ihr beibringt zu töten. Zehn Jahre, als sie im Kofferraum eines fahrenden Autos aufwacht. Siebzehn, als sie das erste Mal eine Leiche verschwinden lässt und beinahe achtzehn, als sie das erste Mal auf jemanden schießt, um zu töten.
Als Tochter eines Mannes, der die Stadt in seiner Westentasche hat wie Don Corleone, hatte sie so gut wie nie ein normales Leben. Mit 22 Jahren ist sie nun dran, das Vermächtnis ihres Vaters zu erben. Wie es dazu kam und wie sie ihre Gegner in die Knie zu zwingen versucht, wird abwechselnd mit Sprüngen zwischen Gegenwart und Vergangenheit erzählt, sodass sich Stück für Stück die Puzzleteile ihres Lebens zusammenfügen.
“River of Violence” wirft einen scharfen Blick darauf, wie uns unsere Eltern (ungewollt) prägen, verpackt in einen düsteren Thriller über Kriminalität und bittere Rivalität. Auf dem Cover steht “Thriller” und anders würde ich es auch nicht einordnen. Dies ist kein Jugendbuch, aber mit ihren 22 Jahren ist die Protagonistin ungewöhnlich jung. “Der Pate” trifft auf “Breaking Bad” – leise bedrohlich, bevor es knallt, wortwörtlich. Noch treffender ist der Vergleich mit der Netflix-Serie “My Name” aus Südkorea. Aufgrund des Themas ist es nicht gerade ein vergnügliches Leseerlebnis, aber ungemein fesselnd. Spannung erzeugt nicht etwa atemberaubende Verbrecherjagden, sondern vielmehr die aufgeladene Atmosphäre, bis man plötzlich mittendrin ist. Am Anfang habe ich einige Kapitel gebraucht, um richtig einzutauchen, aber am Ende wollte ich das Buch gleich noch einmal von vorne lesen.
- Richard Laymon
Das Inferno
(104)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Laymon - man liebt ihn, oder man hasst ihn....! Dieses Buch ist mal wieder typisch dafür. Wie schon in der Überschrift bemerkt gibt Isa kaum eine Grausamkeit, die der Autor auslässt. Dazu kommen die vielen sexuellen Anspielungen - da wippen haufenweise die Brüste vor den sabbernden Augen der Figuren. Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die erst zum Finale hin zusammenlaufen. Logik sucht man hier vergebens - aber wer will schon Logik, wenn man einen Laymon liest.
Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Aber nach zwei Büchern des Autors in Folge ist jetzt erstmal eine längere Pause angesagt. Von dem Trip muss man dann erstmal wieder runterkommen.....!
- Lea Adam
Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
(132)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisVorab, dieser Krimi, der als Thriller beworben wird, ist keine leichte Kost.
Jagoda „Milo“ Milosevic und Vincent Frey ermitteln in einem komplexen Mordfall: Ein Jogger wird im Hamburger Bürgerpark mit einem Müllsack über dem Kopf ermordet aufgefunden. Der Mann ist nicht nur tot, sondern ihm wurden die Augen entfernt. Wenig später die nächste Leiche - ihm fehlt die Zunge. Recht bald ist klar, dass die beiden nicht nur die Todesart, sondern andere Gemeinsamkeiten teilen. Je tiefer die Ermittler in die Leben der Ermordeten eindringen, desto mehr grausame Details kommen ans Tageslicht, die einen Anflug an Sympathie mit dem Täter aufkommen lässt. Dennoch wird gewissenhaft ermittelt. Die Ermittler nehmen Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe, die Vergewaltigungsopfern hilft, auf. Und auch die berühmten drei weisen Affen „Nichts Sehen, nichts Hören, nichts Sagen“ spielen eine Rolle ....
Meine Meinung:
Hinter Leo Adam verbergen sich die Autorinnen Regina Denk und Lea Bitzer, die in diesem Krimi eine wichtige, aber sensible Thematik ansprechen: Der Umgang mit Vergewaltigungsopfern. Wie mit diesem Stigma umgehen? Nach wie zeigen Opfer die Täter aus Scham nicht an. Vor allem dann, wenn sie in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Täter feststecken. Auch bei Gerichtsverfahren scheint man manchmal eher auf Täter- als auf Opferseite zu sein. Kein Wunder, dass die traumatisierten Opfer den Wunsch nach Rache verspüren. Manchmal muss man mit seinen Wünschen vorsichtig umgehen, denn sie könnten in Erfüllung gehen.
Die Ermittlungen sind spannend angelegt, auch wenn die Spur(en) und das Motiv ziemlich aufgelegt sind. Die einzelnen Opfer erhalten jeweils eigene Kapitel, die in kursiver Schrift geschrieben sind. Damit wird ihnen gebührend Raum gegeben.
Neben der Mysogenie und den Verbrechen gegen die Frauen wird noch ein weiteres gesellschaftliches Tabuthema aufgeworfen: Ist Selbstjustiz in jenen Fällen, in denen die Justiz versagt, gerechtfertigt? Der Staat ruft ja sonst auch gerne zur Selbsthilfe auf, wenn er sich, aus welchen Gründen auch immer, außer Stande sieht, helfend einzugreifen.
Hilft Selbstjustiz den Opfern wirklich? Und was ist, wenn der Täter ursprünglich selbst ein Opfer war? Wie ist mit solchen Grenzgängern umzugehen?
Fazit:
Gerne gebe ich diesem fesselnden Krimi, der nichts für Zartbesaitete ist, 5 Sterne.
- Jessica Lind
Kleine Monster
(221)Aktuelle Rezension von: gstLucas Eltern werden in die Schule gerufen, weil sich der Siebenjährige daneben benommen hat. Verzweifelt will Pia ihn dazu bewegen, seine Version des Vorfalls zu schildern. Doch er schweigt beharrlich, was sie schwer belastet. Nach und nach drängen ihre eigenen Traumata ans Licht.
Dieses dreiteilige Buch lässt uns tief in Pia hineinschauen. Nicht nur ihre Überforderung mit dieser Situation umzugehen, wird deutlich, sondern auch, welche Erinnerungen ihre Gedanken beeinflussen. Der Titel des Buches ist hervorragend gewählt. Schließlich erleben wir nicht nur Kinder als kleine Monster, sondern ebenso die Erinnerungen an die eigene Kindheit.
Pia erzählt lebendig und glaubhaft von ihrer Liebe zu ihrem Kind, aber auch von ihrer Überforderung. Ihre Selbstzweifel kennen wohl die meisten Mütter – auch wenn sie nicht alle zugeben. Mich erinnerte vor allem der erste Teil an den Kampf während der Erziehung, bei der man alles richtig machen will und es trotzdem nicht überall schafft. Auch diese Hilflosigkeit, in der einem von anderen gesagt wird, was nicht gut läuft, obwohl man doch alles tut, was einem möglich ist, wird im Buch deutlich.
Beeindruckt hat mich, wie viele Fragen zum Nachdenken auffordern: Wollen wir noch ein weiteres Kind? Wie schafft es ein Elternpaar, sich bei der Erziehung nicht zu streiten? Und warum handeln Eltern so und nicht anders?
Fazit: Ein Buch für Eltern, Großeltern und alle, die Kinder lieben. Mit großem Einfühlungsvermögen geschrieben.
- Eve Kellman
How To Kill a Guy in Ten Ways
(72)Aktuelle Rezension von: zwischenkapitelnundkaffeeAlso, ich weiß nicht...
Die Protagonistin? Uff. Sie lästert hinter den Rücken ihrer Freundinnen?! Sie betreibt alle möglichen Arten von shaming und sie ist einfach unfreundlich. Nur der Humor, den sie oft raushaut, war etwas Positives an ihr, sehr düster aber, wenn man das mag, gut.
Der Schreibstil? Hmmm. Wenn man sich daran gewöhnt hat, gings. Aber anfangs bin ich immer wieder gestolpert.
Die Logik? Nicht vorhanden. Dass sie nicht direkt von der Polizei geschnappt wurde, ergibt absolut keinen Sinn. Ihre DNA müsste überall sein, so wie sie sich verhält.
Message M? Vom Klappentext her hätte ich erwartet, dass das Thema oft vorkommt. Aber nein, leider nur sehr wenig, sehr sich wiederholend und sehr oberflächlich, fand ich schade.
Das Ende? Hör mir auf. Ne. Also es passt zum restlichen Buch, aber was???? Absolut unlogisch und auch ehrlichgesagt nicht sehr befriedigend.
Zusammengefasst: Humor gut, Spannung halbwegs da, Rest naja. Empfehlung? Nicht wirklich. Schade.
- Katja Lewina
Sie hat Bock
(89)Aktuelle Rezension von: sozicuSowohl witzig als auch informativ. Hier wurde kein Blatt vor den Mund genommen.
Es wurde verschiedenes Betrachtet: Consent; Verhütung; Männer als "Frauenhelden" während Frauen als Schlampen betitelt werden; dass nicht nur Männer gerne Sex haben; Polyamorie; was das Patriarchat mit all dem zu tun hat
Ich habe das Buch verschlungen
- Patricia Cornwell
Postmortem
(11)Aktuelle Rezension von: HoldenKay Scarpettas erstes Abenteuer, ein Frauenserienmörder geht um, der scheinbar wahllos nachts bei Frauen eindringt, diese fesselt und stranguliert. Bereits zu Beginn leidet Kay unter Alpträumen wegen ihrer Unfähigkeit, den Fall zu lösen, die männlichen Kollegen, mit denen sie zusammenarbeitet, hätten lieber einen Mann an ihrer Stelle, und privat läuft auch fast alles schief: Ihre Mutter hält ihr schweigend vor, daß sie kinderlos geblieben ist, die altkluge Nichte Lucy fühlt sich vernachlässigt, und Schwester Dorothy heiratet mal wider überstürtz und vermutlich wieder den Falschen. Die Haushälterin Bertha hält solange zu Hause die Stellung und Kay den Rücken frei (hoffentlich nicht die "Bertha" aus "Two and a half men"!). Mörderisch spannend und höchst gelungen, wie das komplexe Beziehungsgeflecht um Doc Kay dem Leser präsentiert wird, suchterzeugend und ein echter Pageturner! - Eva Reisinger
Männer töten
(44)Aktuelle Rezension von: libriamoooreMänner töten war unser Buchclubbuch und ich bin mit sehr gemischten Gefühlen aus der Lektüre gegangen. Das Thema ist ohne Frage wichtig und relevant, aber ich bin leider nicht richtig warm mit dem Buch geworden. Besonders der Schreibstil, die Formatierung und die vielen Sprünge in der Erzählweise haben mir den Zugang erschwert. Die Geschichte konnte mich emotional nicht so abholen, wie ich es mir bei diesem starken Thema gewünscht hätte. Für mich persönlich war es einfach nicht das richtige Buch.
2,5 von 5 Sternen!
- Susanne Kaiser
Backlash - Die neue Gewalt gegen Frauen
(13)Aktuelle Rezension von: Aenna612Frauen werden angefeindet, wenn sie sich politisch äußern, zu ganz bestimmten Themen wie Feminismus, LGBTQ+, Migration, oder wenn sie mit professioneller Autorität in früheren Männerdomänen in Erscheinung treten, wie Politikerinnen oder Sportkommentatorinnen. Sie werden nicht angefeindet, wenn sie Schminktipps geben. Frauen sind online nicht per se Hass und Hetze ausgesetzt, weil sie Frauen sind - sondern weil sie Frauen sind, die sich außerhalb der von ihnen erwarteten Rolle bewegen."
Susanne Kaiser liefert in "Backlash - Die neue Gewalt gegen Frauen" zahlreiche Beispiele, Hintergründe und Erklärungen für den "Backlash", die zunehmende Gewalt gegen Frauen, sowohl in der realen als auch in der digitalen Welt.
Leider dreht sie sich inhaltlich insbesondere in der ersten Hälfte auch oftmals im Kreis. Dennoch empfehle ich das Buch insbesondere denjenigen, die sich noch wenig mit dem Thema beschäftigt haben.
- Lea Stein
Altes Leid
(23)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Frauen bei der Polizei … Das mag funktionieren, solange die Männer in Kriegsgefangenschaft sind. Aber wenn sie erst wieder zurück sind, wenn wieder Ruhe und Ordnung herrscht und alles beim Alten ist, dann wird es in allerlei Haushalten ein gewaltiges Donnerwetter geben … Dann heißt es: zurück in Ihren Wirkungskreis, Beste, ins traute Heim zu Kindern und Kochtöpfen.«
Hamburg im Frühjahr 1947. Nach einer extrem kurzen Ausbildung beginnt Ida Rabe ihren Dienst bei der weiblichen Polizei. Von einer freundlichen Begrüßung ist nichts zu merken, ihr Vorgesetzter auf der Davidwache macht mehr als deutlich, was er von Frauen bei der Polizei hält und dass sie, wenn es nach ihm ginge, so schnell wie möglich wieder an den heimischen Herd zurückkehren sollten. Bis dahin weist er Ida und ihrer Kollegin streng umrissene Aufgaben zu, sie sollen sich um Kinder und Frauen kümmern und Anzeigen abtippen. Wobei letzteres schon daran scheitert, dass man ihnen kein Papier zur Verfügung stellt.
Der toughen Ida werden also zahlreiche Steine in den Weg gelegt, trotzdem macht sie sich motiviert an die Arbeit und bemüht sich um kreative Lösungen beispielsweise für das Papierproblem. Schnell merkt sie, wo es im derzeitigen System hakt, denn in Hamburg treibt ein Vergewaltiger sein Unwesen, was er auch unbesorgt und ohne sonderliche Angst vor Entdeckung tun kann, da kaum eine Frau bereit ist, auszusagen. Die Männerwelt würde ihnen eh nicht glauben!
Ida will sich damit nicht abfinden und beginnt mit eigenen Ermittlungen. Damit eckt sie bei Vorgesetzten und Kollegen gewaltig an, gehört so etwas doch nicht zu ihren Aufgaben. Und Ida hätte eigentlich allen Grund, sich still und unauffällig einzufügen, denn ihr eigener Hintergrund ist alles andere als gut und sie hat bei den Einstellungsgesprächen einiges verschwiegen. Als jedoch auch noch eine Frau ermordet und grausam verstümmelt aufgefunden wird, gibt es für sie kein Zögern mehr und sie riskiert alles…
Die Ausgangssituation fand ich hochinteressant und Ida verdient für den Mut, mit der sie sich allen Schwierigkeiten zum Trotz ihrer Aufgabe widmet, große Achtung. Sehr intensiv werden auch die Lebensbedingungen im Nachkriegshamburg beschrieben, Trümmer, Hunger, große Not regieren an allen Ecken und Kanten. Die Atmosphäre ist sehr dicht, beim Lesen stand mir alles deutlich vor Augen. Und auch der Fall selbst passt genau in die damalige Zeit.
Über ein paar Punkte bin ich trotzdem gestolpert. Ich erfahre über die private Ida zu wenig, oft bleibt es bei Andeutungen. Gut, vielleicht sollte es da in den Folgebänden mehr Infos geben, aber für mich ist sie als Charakter noch nicht rund. Wie kann es darüber hinaus sein, dass der kritische Hintergrund Idas, der eine Beschäftigung bei der Polizei klar ausschließen würde, nicht überprüft wurde? Ist es wahrscheinlich, dass man eine blutige Anfängerin, die ständig eigene Dinge tut statt die angeordneten, tagelang gewähren lässt und sie nicht in hohem Bogen rausschmeißt? Und wieso bloß muss bei einer solch starken Frau unbedingt eine Liebesgeschichte eingeflochten werden? Ein männlicher Ermittler verliebt sich schließlich auch nicht zwingend in jedem Buch. Ich lande bei 3,5 Sternen, die ich auf 4 Sterne aufrunde. Die Reihe werde ich aber wohl nicht weiterverfolgen.
Fazit: Spannende und reizvolle Ausgangssituation, leider mit etwas unnötiger Romantik und ein paar Logikschwächen.
»Ich habe kein hübsches Näschen, sondern eine ganz normale Nase. Ich bin auch kein Blümchen. Ich bin überhaupt kein -chen. Oder soll ich zu Ihnen Kommissarchen sagen?«
- Neel Mukherjee
Das Leben in einem Atemzug
(5)Aktuelle Rezension von: PantoffeltierMukherjee wirft einen genauen Blick auf das moderne und doch in Traditionen verhaftete Indien. Er begleitet Menschen, die aufbrechen, um ein besseres Leben zu finden. Eine Köchin, die hart arbeitet, um ihrem Neffen eine Ausbildung im Ausland zu ermöglichen; einen Mann, der mit einem Tanzbären durch's Land zieht; ein Mädchen, dass vor Terroristen flieht; einen Mann, der im Ausland lebt und jedes Mal, wenn er zurück nach Indien kommt bemerkt, wie fremd ihm die Gesellschaftsstruktur geworden ist...Das Buch ist fast schon schmerzhaft intensiv. Mehrmals musste ich pausieren und konnte doch nicht aufhören zu lesen.Der Autor lässt jegliche exotische Romantik beiseite und fokussiert auf Gewalt, Herrschaftsverhältnisse und Armut. Die ProtagonistInnen sind gut gewählt, denn sie bieten sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die indische Lebensrealität.Es bleibt vor allem die Erkenntnis, wie tief verwurzelt das Kastensystem auch im modernen Indien noch ist und wie unbarmherzig das Schicksal die Armen von den Reichen trennt. Man muss sich Zeit lassen für das Buch, denn es werden viele Besonderheiten, besonders was das Essen oder regionale Unterschiede betrifft, sehr genau erklärt und oft passiert nicht viel. Belohnt wird man mit einem sehr eindrücklichen, oft schmerzhaft intensiven Leseerlebnis. - Nana Ekvtimishvili
Das Birnenfeld
(17)Aktuelle Rezension von: CorisoLela lebt schon lange im Internat für "Debile" in Tibilissi, Georgien. Zäune und ein sumpfiges Birnenfeld sind die Begrenzungen des Internats, Der Umgangston ist rauh, Gewalt und sexuelle Übergriffe sind an der Tagesordnung. Die Lehrer:innen sind überfordert und je älter Lela wird, desto mehr übernimmt sie die Rolle der Beschützerin für die Kleinen und Schwachen. Es ist die Zeit der zerbröckelnden Sowjetunion, 1990, als bald darauf Georgien als erste Teilrepublick die Gelegenheit zur Unabhängigkeit ergriff. Es sind die dunklen und kalten Jahre in Georgien.
Die Figuren sind klar gezeichnet und immer wieder gibt es Szenen im Buch, die wie aus einem Theaterdrehbuch wirken. Ekvatimishvili gelingt es, das Internat aus der Innenperspektive zu beleuchten und deren Wirkung nach außen in wenigen Worten zu beschreiben. Nicht alles wird wirklich erzählt und doch ist klar, wie die Dinge abgelaufen sein müssen.
Die Sprache und die Ausgestaltung der Figuren haben mir gut gefallen. Schwer aushaltbar war für mich die Armut und die Gewalterfahrung, der die Kinder ausgesetzt waren.
- Chimamanda Ngozi Adichie
Dream Count
(73)Aktuelle Rezension von: coffee2goDer Roman ist so aufgebaut, dass jede der Hauptcharakterinnen ein eigenes Kapitel gewidmet wird, in dem ihre Lebenssituation und ihre Gedanken, Ängste, Sorgen geschildert werden. Als Leser*in hat man ausreichend Informationsmaterial, um sich mit der jeweiligen Situation auseinanderzusetzen. Im weiteren Verlauf verknüpfen sich die einzelnen Geschichten und es entsteht ein Zusammenhang, der nicht von vorneherein ersichtlich oder klar war.
Die Erzählungen sind tiefgreifend und erfordern Aufmerksamkeit und auch die Bereitschaft, sich den unbequemen Fragen über die Liebe, die Selbstverwirklichung und über den gesellschaftlichen Erwartungsdruck zu stellen. Welche Wünsche werden im Leben erfüllt? Der Roman zeigt auf, wie stark weibliche Lebensentwürfe noch immer von äußeren Zwängen, Machtverhältnissen oder internalisierten Erwartungen geprägt sind. Er involviert auch die Leser*innen und macht betroffen. Die Sprache direkt, ohne zu beschönigen und spricht mich auf der emotionalen Ebene an, sodass die Lebensgeschichten bei mir auch noch im Nachhinein nachwirken und nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Es gibt keine einfachen und bequemen Antworten auf viele Fragen, manche sind unbequem, manchmal gibt es auch keine, aber die Message ist deutlich und ausdrucksstark.
- Angie Kim
Miracle Creek
(230)Aktuelle Rezension von: LidenKann man machen, muss man nicht.
Datum : 12.06.2025
✨Handlung✨
In Miracle Creek steht eine privat betriebene Unterdruckkammer, die Menschen durch Sauerstofftherapie heilen soll bzw. deren gesundheitliches Leiden lindern soll. Eines Abends fängt die Kammer Feuer und 2 Menschen (eine erwachsene Frau und ein 8 jähriger Junge) versterben. Angeklagt für den Mord und die Brandstiftung wurde die Mutter des Jungen, Elizabeth. Wir beobachten den Gerichtsprozess.
✨Protagonisten✨
Charaktere : 2 / 5
Große Schwachstelle. Ich hab eigentlich nur einen Zugang zu Teresa und Elizabeth finden können. Ich mag auch gute Antagonisten, die dürfen auch richtig mies sein, aber hier blieben eigentlich fast alle Charaktere blass und sachlich.
✨Setting✨
Unterhaltung : 2,5 / 5
Die Story findet in der gleichnamigen Stadt Miracle Creek, Virginia, statt.
Das Thema an sich hat soviel Potenzial für eine richtig geniale Story. Nachbarschaft, Geheimnisse, Lügen, Gerichtsverhandlung- so so gute Themen !! Aber zu langatmig erzählt. Die Quintessenz des Buches war : LÜGEN.
Es gab noch viele andere Punkte, die in dem Buch thematisiert wurden (z.B. Immigration, Autismus, Kinderwunsch, Mutterschaft …)
✨Schreibstil✨
Spannung : 2 / 5
Leider hat die Autorin viel zu viel Längen eingebaut. Einige Kapitel wurden so enorm (unnötig) gestreckt, das ich anfing Teile zu überspringen.
Das letzte Drittel hat mir am Besten gefallen.
✨Fazit✨
War nen ganz schön dicker Schinken. Keine unbedingte Leseempfehlung, aber auch keine Lebenszeitverschwendung.
- Zoey Aldrich
Stella 2036
(36)Aktuelle Rezension von: Mark_Fear..und das trotz Zombies.
Zoey Aldrich hat alles richtig gemacht. Ihr Stil ist flüssig, zog mich in den Bann und wie ein Strudel hinab in die Tiefe. Hinab in ein Was-wäre-wenn, das zu real, zu glaubhaft, zu nah ist.
Stella ist naiv, vielleicht etwas zu naiv für diese harten Zeiten. Aber kann man es ihr verübeln? Sie hält sich eben an dem Glauben ans Gute und an der Hoffnung fest. Das unterscheidet sie von den anderen Monstern, die sich Menschen schimpfen. Oder sind wir im Kern alle so?
Die Neugier ist der Katze Tod. Das hätte Stellas Mutter ihr beibringen müssen. Wer zu viele Fragen stellt, bringt sich ins Verderben.
Es ist das erste Buch, das ich abbrechen musste. Nicht, weil es schlecht wäre, um Himmels willen, nein! Es ist mir zu beklemmend, zu nah, zu real. Dem Mensch wird die Maske abgenommen, er zeigt seine wahre Fratze...
Aber das muss man der Autorin zugestehen: So unter die Haut zu gehen, die Brust einschnüren und eine schiere Angst durch die Wirbelsäule wandern lassen, das ist eine Kunst für sich.
Darum war es mir ein Anliegen, trotz Abbruch das Buch zu bewerten. Es ist nichts für sanfte Gemüter, auch nichts für Menschen wie mich, denen das aktuelle Weltgeschehen ohnehin schon Angst macht.
Ich weiß nicht, wie viel Stella noch in der Geschichte erleiden muss, was sie zu durch- und überleben hat und ob es am Ende Hoffnung gibt. Aber ich wünsche es ihr. Und uns allen.
- Agustina Bazterrica
Zart ist das Fleisch
(70)Aktuelle Rezension von: Eva_BeeDieses Buch hat mich gleichermaßen fasziniert und abgestoßen. Ich musste immer wieder Pausen machen, weil es mich angeekelt und aufgewühlt hat – und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen.
Nach dem sogenannten "Übergang" wurde das Verzehren von Menschenfleisch legal, da tierische Produkte (angeblich) von einem Virus befallen sind. Der Protagonist Marcos arbeitet in einem Schlachthof und sieht sich einem perversen System der Gewalt gegenüber, zu dessen Erhalt er mit seiner Arbeit schlussendlich beiträgt.
Bazterrica zeigt, wie schnell moralische Grenzen verschwimmen, wenn ein ganzes System Gewalt normalisiert. Dass sie die Vorgeschichte – also wie die Menschheit überhaupt so weit kommen konnte – kaum erklärt, macht das Ganze für mich sogar noch gruseliger. Es ist viel beunruhigender, sich vorzustellen, dass so eine Entmenschlichung in nur einer Generation möglich wäre.
Marcos, die Hauptfigur, ist facettenreich beschrieben und nimmt uns mit in eine dystopische Zeit, bei der der Wert des Individuums der kapitalistischen Gier untergeordnet ist und unter dem Vorwand von Schutz totalitäre Staatsgewalt gemeinsam mit Fleischeslust das System erhält. Sprache erfährt dabei (wie in anderen dystopischen Werken, etwa bei Orwell) eine tragende Rolle: So wird aus Menschen "Spezialfleisch" und aus dem Lebewesen ein Produkt, das "Stück".
Besonders spannend fand ich die liebevolle Darstellung der Tiere – etwa die Welpenszene – im Kontrast zur völligen Kälte gegenüber Menschen. Es ist eine Umkehrung dessen, was wir als „menschlich“ bezeichnen. Auch die Roboterhunde und Haustiersimulatoren haben für mich symbolisch funktioniert: Sie zeigen, dass Technik echte Nähe nicht ersetzen kann und wie sehr die Menschen in dieser Welt bereits verlernt haben, zu fühlen.
Der Zoo, der Kolibri beim Tod des Vaters – das alles sind kleine, traurige Symbole für eine Welt, die ihr Lebendiges verloren hat. Überhaupt bietet das Buch an allen Ecken und Enden symbolische Figuren und Elemente, so dass sich ein mehrfaches Lesen oder Diskutieren unter verschiedenen Gesichtspunkten definitiv lohnt!
Das Ende hat mich schockiert, auch wenn ich es im Nachhinein folgerichtig finde. Bis dahin glaubt man noch, dass Marcos vielleicht gegen das System aufbegehren wird. Stattdessen zeigt er uns, dass wir alle nur so lange gegen Gewalt und Ungerechtigkeit sind, wie es bequem für uns ist.
Sprachlich setzt die Autorin die Sätze präzise und genau wie mit dem Tranchiermesser. Nüchtern und erbarmungslos bietet sie den Fortlauf der Geschichte Schnittchen um Schnittchen an, kein Wort ist dabei überflüssig.
Ein grausames, aber beeindruckendes Buch, das mich sehr beschäftigt hat – und wohl noch lange tun wird.























