Bücher mit dem Tag "sexualität"
259 Bücher
- Laura Kneidl
Someone New: Special Edition
(1.684)Aktuelle Rezension von: Christineleifert1Die Geschichte von Micah und Julian war super schön und das Julian sich seinen Freunden öffnet in bezug auf seine Geheimnisse die er verbergen wollte aus angst vor den Reaktionen fand ich auch richtig gut. Ich kann dieses Buch immer wieder lesen es gehört zu meinen lieblings Büchern. Kann ich wirklich nur empfehlen
- E. L. James
Grey - Fifty Shades of Grey von Christian selbst erzählt
(1.147)Aktuelle Rezension von: Xenia_FFast niemand ist an der Erfolgsserie Fifty Shades of Grey vorbei gekommen. Das Buch erzählt die Handlung des ersten Bandes aus Sicht von Christian.
Der zurückgezogene und kalte Christian wird zufällig mit Anastasia konfrontiert als sie ihn interviewen soll. Was beide nicht ahnen, es beginnt ein Monat voller emotionaler Achterbahnfahrten. Anastasia weckt Christians Interesse und je näher sich die beiden kommen, desto mehr bricht er seine selbst auferlegten Regeln. Die beiden feiern lauter Premieren: die erste Frau im Helikopter, die erste Frau, die in seinem Bett schlafen darf, die erste die seine Familie kennen lernt …..Doch als Christian ihr sein wahres Gesicht zeigt, verlässt Ana ihn. Sie macht so viele Eingeständnisse und er nicht. Doch bis er erkennt, dass er sie liebt, ist sie bereits weg.
Im Vergleich zum Pendant fand ich es zunächst schwieriger einen Zugang zu den Charakteren zu erhalten. Dies hat sich erst im Lesefluss ergeben. Zudem fand ich es etwas befremdlich, dass Christian mit sich selbst in der dritten Person spricht. Es erweckt aber auch unglaublich viel Mitgefühl, als geschildert wird wie sehr er leidet als Ana ihn verlässt.
Das Highlight ist natürlich die Gedankenwelt des verschlossenen Mister Grey. Man erfährt was er seinem Therapeuten, seiner Familie und natürlich Mrs. Robinson erzählt. Ideal für neugierige Leser.
Das Buch ist für alle geeignet, die Gefallen an den Originalen gefunden haben und sich manches Mal fragten - was denkt er nur oder was wurde hier gesprochen.
- Audrey Carlan
Calendar Girl - Verführt
(1.119)Aktuelle Rezension von: Chrissi_liebtIn den Wintermonaten Januar, Februar und März startet das Jahr für die Erzählerin Mia Saunders. Sie steht vor einer Aufgabe die eigentlich viel zu groß für sie ist, doch sie muss ihren Vater einfach helfen. Ihr einziger Weg soll es sein, ein Escort-Girl zu werden. Und das für die nächsten Monate - oder eben das ganze Jahr! Wenn sie sich monatsweise buchen lässt, dann bekommt sie das Geld zusammen um die Schulden ihres Dads zu begleichen. Eine heikle Angelegenheit, doch ich fand es spannend, wie jeder Monat ganze anders und einzigartig verlief. Ich habe mir nach dem ersten Band gleich alle weiteren Bücher bestellt und werde Mia nun durch ihr Jahr begleiten und mitfiebern.
- James Joyce
Ulysses
(193)Aktuelle Rezension von: AQuaAchtung, bei den meisten Rezensionen hier handelt es sich um Beurteilungen des Originalwerks von James Joyce.
Das hier abgebildete Buch ist aber eine sehr freie Bearbeitung des Stoffes in Form einer graphic novel von Nicolas Mahler. Bloom heißt hier Wurmb, Ort der Handlung ist nicht Dublin sondern Wien. Mir fällt es schwer, mich auf das neue Setting und die minimalistischen Zeichnungen einzulassen.
- David Levithan
Letztendlich sind wir dem Universum egal
(1.328)Aktuelle Rezension von: Buecherfreak_M"LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL" 🪐✨️ 4/5 Sterne - eine Rezension ohne Spoiler
"Letztendlich sind wir dem Universum egal" erzählt die außergewöhnliche Geschichte von A, einer Seele ohne festen Körper. Jeden Tag erwacht A in einem neuen Körper und lebt ein neues Leben. Die Grundidee finde ich total interessant und einzigartig - sowas habe ich noch nie zuvor gelesen! Die Geschichte von A wird gefühlvoll und flüssig erzählt, mir gefällt der Aufbau des Buches sehr, nämlich dass jeder Tag ein neues Kapitel ist. Es ähnelt dem Aufbau eines Tagebuchs wie ich finde.
Was mir ebenfalls total gut gefallen hat, ist dass der Autor A in so viele ganz verschiedene Menschen gesteckt hat: Depressionen, familiäre Probleme, Übergewicht, LGBTQ - all das und noch viel mehr hat dabei in dem Buch Platz gefunden.
Ziemlich unerwartet für mich war die Tiefe an einigen Stellen des Buches. Ich habe mir tatsächlich einen Marker genommen und ein paar Zitate bzw. Aussagen hervorgehoben, die ich super schön geschrieben fand. Hier ein paar Beispiele:
⋆。𖦹° "Wenn ich eins gelernt habe, dann das: Wir alle wollen, dass immer alles okay ist. Wir streben gar nicht so nach so sehr nach phantastisch oder grandios oder hervorragend. Wir geben uns gerne mit okay zufrieden, denn in den meisten Fällen ist okay völlig ausreichend." ⋆❀˖° (Seite 14)
♡₊˚ "Ich denke so oft ans Ausbrechen - da ist es echt schön, es tatsächlich mal zu tun. Für einen Tag. Statt ewig aus dem Fenster zu starren, tut es gut, mal auf der anderen Seite vom Fenster zu sein."・₊✧ (Seite 22)
Einziger Minuspunkt ist, dass ich die Beziehung zwischen A und Rhiannon etwas schnell und unrealistisch fand. A war an einigen Stellen ziemlich voreilig (auch körperlich, er wollte sie echt früh küssen, Händchen halten usw). In Wirklichkeit hätte Rhiannon wohl schon ziemlich schnell das Weite gesucht. Rhiannons Charakter finde ich ebenfalls nicht so gut gelungen. Er ist leider nicht tiefgründig genug beschrieben und sie kommt mir manchmal sehr oberflächlich und unentschlossen vor. Trotzdem war die Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr schön und regt zum Nachdenken an: Zählt, wer wir sind - oder wie wir aussehen?
- Iain Banks
Lolita
(519)Aktuelle Rezension von: AirdemVladimir Nabokovs Lolita ist kein Buch für schwache Nerven. Es ist ein Werk, das man übersteht, während man von der schieren Qualität der Prosa geblendet wird. Wer hier eine bloße Provokation vermutet, unterschätzt das gefährliche Spiel, das Nabokov mit seinen Lesern treibt.
Das Werk ist ein rhetorischer Kraftakt. Nabokov nutzt die Sprache nicht nur, um eine Geschichte zu erzählen, sondern um den Leser aktiv zu korrumpieren. Während Humbert Humbert seine Verbrechen begeht, kleidet er sie in eine derart lyrische und intellektuelle Sprache, dass man sich dabei ertappt, seinen Ausführungen fast fasziniert zu folgen. Im nächsten Moment ist man von der eigenen Akzeptanz angewidert.
Das Genie des Romans liegt in der Parallelität. Humbert manipuliert Lolita durch emotionale und physische Abhängigkeit. Parallel dazu manipuliert Nabokov den Leser durch unzuverlässiges Erzählen und sprachliche Brillanz.
Wir erhalten einen so präzisen Einblick in die psychologische Planung und die Rechtfertigungsmechanismen eines Täters, dass es schmerzt. Nabokov lässt uns nicht nur den Verbrecher sehen. Er zwingt uns, durch seine Augen zu schauen. Das ist politisch und moralisch unbequem, aber als literarisches Experiment von einer Präzision, die ihresgleichen sucht.
Lolita bleibt ein zutiefst verstörendes Werk über Machtmissbrauch und die Zerstörung einer Kindheit. Dass Nabokov es schafft, den Leser zum Komplizen seiner Ästhetik zu machen, macht das Buch zu einem der wichtigsten Klassiker der Moderne. Wer verstehen will, wie Manipulation auf höchstem sprachlichem Niveau funktioniert, kommt an diesem Albtraum nicht vorbei. 5 Sterne für die literarische Wucht.
- Charlotte Roche
Feuchtgebiete
(2.338)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchCharlotte Roche schreibt in „Feuchtgebiete“ unglaublich offen und schockierend ehrlich über Körperlichkeit und Hygiene. Der Schreibstil ist flüssig und man merkt, dass sie bewusst Grenzen austesten will. Für mich war es stellenweise allerdings ein bisschen zu viel des Guten – manche Szenen sind so detailliert eklig beschrieben, dass der Lesespaß etwas auf der Strecke bleibt. Wer auf extreme Tabubrüche steht, wird es lieben, mir war es für eine Top-Bewertung dann doch etwas zu gewollt provokant.
- Haruki Murakami
1Q84 (Buch 3)
(459)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Vom ersten Buch war ich unfassbar begeistert, weswegen mich der zweite bzw dritte Teil etwas enttäuscht zurück lässt. Wahrscheinlich hatte ich zu hohe Erwartungen...
Das Problem ist, dass das Buch teilweise langsam voran schreitet und nur wenig passiert.
Trotzdem ist es natürlich toll geschrieben und die Auflösung um die Geschichte, sowie das lange ersehnte Aufeinandertreffen von Aomame und Tengo sind für den Fan vom ersten Buch unbedingt notwendig zu lesen. Man will ja wissen, wie die Geschichte endet. Das Ende ist zwar nicht so fulminant und überraschend, wie es hätte sein können, aber es ist überzeugend.
Definitiv ein gutes Buch, welches aber vom riesigen Schatten seines Vorgängers etwas versteckt wird.
- Geneva Lee
Royal Desire
(860)Aktuelle Rezension von: Gina_1234„Royal Desire“ knüpft nahtlos an den ersten Teil an und hat mir durch die emotionalere Grundstimmung sogar etwas besser gefallen. Die Beziehung steht stärker im Fokus, es wird intensiver, verletzlicher und dramatischer, wodurch man noch leichter mit den Figuren mitfühlt. Gleichzeitig bleibt der Stil sehr leicht und schnell zu lesen, perfekt zum Wegsuchten zwischendurch, auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe in der Nebenhandlung und bei einzelnen Konflikten gewünscht hätte. Insgesamt aber eine sehr unterhaltsame Fortsetzung, die Lust macht, die Reihe weiterzuverfolgen
- Margarete Stokowski
Untenrum frei
(274)Aktuelle Rezension von: Trishen77„Haben wir die Fesseln der Unterdrückung längst gesprengt, oder haben wir nur gelernt, in ihnen shoppen zu gehen?“
Man könnte das ganze Buch von Margarete Stokowski – das in 7 Kapitel unterteilt ist, von denen jedes in sich abgeschlossen ist und als Einzeltext gelesen werden kann – als eine lange, ausführliche, von verschiedenen Seiten beleuchtete Antwort auf eine einzige Frage lesen: Warum Feminismus?
Das wäre selbstverständlich eine stark verknappte Zusammenfassung. Natürlich schleift diese Frage einen Rattenschwanz von weiteren Fragen hinter sich her: Was ist Feminismus? Wie wirken sich feministische Positionen auf das eigene Leben aus, wie stellt sich eine unter feministischen Gesichtspunkten betrachtete Wirklichkeit dar? Inwiefern hängen Feminismus und Gendertheorie zusammen? Ist Feminismus grundsätzlich solidarisch mit allen anderen Anti-Diskriminierungsbewegungen? Was will der Feminismus erreichen?
All diese Fragen bindet Stokowski ein und es wird schnell ersichtlich, dass es ihr nicht um einen Feminismus spezieller Prägung, sondern um Feminismus als Ausdruck und Sammelbegriff einer generellen Unzufriedenheit mit den hierarchischen, determinierten, unverhältnismäßigen & ungerechten Gesellschaftsverhältnissen, Normen und Vorstellungen geht, dessen Hauptanliegen und Ziel die Freiheit beim Ausleben der eigenen Persönlichkeit und der Ausformung der eigenen Identität ist (solange dies nicht die Freiheit eines anderen Individuums oder einer Gruppe einschränkt).
„Es geht um die kleinen, schmutzigen Dinge, über die man lieber nicht redet, weil sie peinlich werden könnten, und um die großen Machtfragen, über die man lieber auch nicht redet, weil vieles so unveränderlich scheint. Es geht darum, wie die Freiheit im Kleinen mit der Freiheit im Großen zusammenhängt, und am Ende wird sich zeigen: Es ist dieselbe.“
Ich werde nicht müde, Camus zu zitieren, der einmal in seinen Cahiers angemerkt hat, dass alle größeren Konflikte der Menschheit letztlich Kämpfe um Privilegien waren und sind. Noch immer sind die Privilegien auf dem Planeten ungleich verteilt, in jeglicher Hinsicht. Hauptsächlich, weil die Menschen die mehr Privilegien haben nicht bereit sind, einen Teil davon abzugeben, damit irgendwann alle dieselben Privilegien genießen können.
Rebecca Solnit hat in ihrem Buch „Wenn Männer mir die Welt erklären“ eindrucksvoll geschildert, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung immer noch vom anderen Teil unterdrückt wird. Frauen (und als Frauen definierte oder so wahrgenommene Personen jedweden/r Geschlechts/Genderbezeichnung) üben lediglich 10% der Gewalttaten aus, sind aber selbst häufig Opfer von Gewalt, speziell von sexueller Gewalt. Auch in Deutschland hat mindestens jede vierte Frau einmal sexuelle Gewalt erfahren.
Es gibt in Deutschland und generell in Westeuropa vielleicht keine Zwangsheiraten mehr und keine gesetzlich verankerte sexuelle Repression. Aber immer noch sind unsere Systeme und Vorstellungen von repressiven und problematischen Geschlechterbildern durchdrungen. Das beginnt schon in den banalsten alltäglichen Wortverwendungen, wird deutlich in der pornogeprägten Sexualsprache (z.B.: wenn man in vielen Kontexten bei Frauen von schmutzigen, statt schlicht von sexuellen Phantasien spricht), aber letztlich springt uns diese Problematik überall entgegen. Stokowski spricht in einem Kapitel von einer Studie, bei der den Testpersonen Aussagen vorgelegt wurden, die entweder aus Männermagazinen entnommen waren oder von verurteilten Vergewaltigern stammten.
„Die Testpersonen waren nicht fähig zu unterscheiden, welche Sätze aus Männermagazinen stammen und welche von Vergewaltigern. Ja, sie fanden sogar die Aussagen aus den Magazinen tendenziell herabwürdigender.“
Stokowskis Buch ist aber nicht bloß eine gute Darstellung solcher systemimmanenter Diskriminierungen und Idiotien, sondern auch das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit der eigenen Entwicklungsgeschichte, von der Bravolektüre bis zum Beziehungsalltag als Erwachsene. Die Kapitel beginnen fast immer mit einem Erlebnis aus ihrer eigenen Biographie und sind von solchen Selbstausleuchtungen mal mehr, mal weniger durchzogen. Klug und überzeugend knüpft sie mit Biographischem an größere Zusammenhängen an. Ihre Prosa hat eine coole Dynamik, ist eine bestechende Mischung aus fachlich Gediegenem und genauestens Durchdachtem, tiefergehenden Selbstzeugnissen und hingerotzten und herbeizitierten Klarstellungen. Sie nimmt letztlich keine hohe Warte ein, doziert nicht, sondern begegnet ihren Leser*innen auf Gesprächsniveau, verständnisvoll und unversöhnlich zugleich.
Stokowski spricht davon, wie sie selbst lange nicht glaubte, dass Feminismus wichtig ist oder sich zumindest nicht genauer mit ihm auseinandersetzte. Bis sie begriff, was das mit uns macht, wenn wir die gesellschaftlichen Rollen, in die wir gesteckt werden (auch wenn wir nicht glauben, dass wir uns in ihnen durch die Welt bewegen), nicht hinterfragen. Wenn wir uns nicht mit ihnen auseinandersetzen. Dann gibt es sie trotzdem, dann machen sie trotzdem etwas mit uns.
„Wir stecken viel Energie in die Rollen, die wir spielen, weil wir glauben, dass alles eine Ordnung haben muss und so viel anders auch gar nicht geht. Wir geben uns Mühe, die wir oft kaum bemerken, weil sie so alltäglich geworden ist. Und auch, weil es leichter ist, sich an vorhandene Muster zu halten.“
Sie spricht über ihre eigenen Erfahrungen mit Sex, Bildung, Sozialgefügen, etc. und schafft es, dabei sowohl die menschliche als auch theoretische Ebene konkret herauszuarbeiten, hervorstechen zu lassen – ein bemerkenswerter Balanceakt, den man ihr als Unentschlossenheit, als Makel ankreiden könnte. Doch dann würde man ignorieren, wie nachdrücklich dieses Buch Dinge auf den Punkt bringt, wie versiert und uneitel es sich innerhalb dieser komplexen Themen bewegt und wie weit es sich an manchen Stellen den Leser*innen öffnet.
„Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern aufzuzeigen wirkt manchmal so, als wolle man die Gräben zwischen ihnen vertiefen, obwohl man sie auf Dauer abschaffen will: Ein nerviges Dilemma, aus dem man nicht rauskommt, solange man Probleme beheben will.
Wir müssen zeigen, nach welchen Kriterien sich Reichtum und Erfolg, Gesundheit und Lebensdauer, Gewalt und Leid verteilen, wenn wir wollen, dass alle dieselben Chancen auf ein glückliches Leben haben – auch wenn oder gerade weil diese Kriterien das sind, was wir auf Dauer abzuschaffen versuchen.“
Ja, wir müssen, im Interesse aller, daran arbeiten, dass eine Gesellschaft, in der Gleichberechtigung nicht nur ein Vorsatz, sondern eine verwirklichte, gelebte Realität ist, entstehen kann und das heißt, dass einiges planiert, einiges platt gemacht werden muss. Dass einige Privilegien verschwinden und letztlich alle.
„Denn es gibt keine neutrale Sicht auf das Leben, und wir brauchen sie nicht. Wir brauchen Vielfalt – Vielfalt lehrt uns Freiheit.“
Margarete Stokowskis Buch hat mir seit langem mal wieder Mut gemacht; etwas in mir angefacht, dass an dieser Welt arbeiten, sie auf positive Weise mitgestalten will. Es ist ein Buch mit vielen Facetten und ich hoffe, ich habe keine von ihnen allzu sehr in der Mittelpunkt gerückt oder unter den Tisch fallenlassen.
Manches hat mich tief berührt, manches schockiert, manches hat meinen Horizont erweitert, manches meine eigenen Gedanken bestärkt. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: am meisten hat mich beeindruckt, wie dieses Buch aufklärerlisch argumentiert, auf theoretischen Ebenen arbeitet und doch durch seine Direktheit, seine Sprache, eben nicht belehrt, sondern kommuniziert, ein Aufruf zum Dialog ist. Aufmerksamkeit erzeugt und nicht nur Wissen.
Solche Bücher braucht es. Bücher, in denen das Abstrakte und das Lebendige zusammenfallen. Die uns Zusammenhänge aufzeigen, Tatsachen vermitteln, die uns aber auch auffordern, in denen wir nicht einfach nur sichere und schweigsame Teilnehmer sein können, sondern die uns mit uns selbst, mit dem Schönen und Schlimmen in uns und um uns, konfrontieren. Bücher, die uns inspirieren.
„Sie sagen, dass wir von Hass getrieben sind, weil sie sich wundern, dass da Frauen mal keine Harmonie und Liebe versprühen, sondern Forderungen haben. Aber Wut ist nicht dasselbe wie Hass. Hass will Zerstörung. Wut will Veränderung. Hass ist destruktiv, Wut ist produktiv.“
Stokowski zitiert Susan Sontag mit den Worten: „Wir müssen lernen, mehr zu sehen, mehr zu hören und mehr zu fühlen.“ Ich glaube, dass Literatur eine Schule des Sehens, des Zuhörens, des Hinhörens und Fühlens sein kann – „Untenrum frei“ hat es mir mal wieder gezeigt, mich darin bestärkt. Genauso wie Stokowski glaube ich daran, dass es wichtig ist
„hinter Sätze, die in Stein gemeißelt sind, ein Fragezeichen [zu] setzen.“
Dieses Buch setzt ein paar fette Fragezeichen und fügt meist noch ein fettes Ausrufezeichen hinzu. - Simone de Beauvoir
Das andere Geschlecht
(68)Aktuelle Rezension von: julia-elysiaIch habe Auszüge des Buches in meinem Studium behandelt und es nun zu großen Teilen - allerdings nicht komplett - gelesen.
Mit seinen knapp tausend Seiten ist das Buch keine kurze und einfache Lektüre. Simone de Beauvoir erklärt ausführlich, dass man nicht als Frau geboren, sondern zu dieser gemacht wird. Hierzu hat sie das Werk in zwei Teile geteilt. Der erste Teil befasst sich mit den Fakten und Mythen und ist in die Kapitel "Schicksal", "Geschichte" und "Mythos" unterteilt. Der zweite Teil befasst sich mit den gelebten Erfahrungen der Frau und genauer mit dem Werdegang, der Situation, den Rechtfertigungen und dem Weg zur Befreiung.
Das Buch ist nichts für zwischendurch. De Beauvoir untersucht auf biologischer, historischer, philosophischer und soziologischer Ebene, inwieweit Frauen zum anderen Geschlecht (gemacht) wurden. An einigen Stellen wiederholt die Autorin sich; oft führt sie sogar ähnliche Aussagen, die sie bereits zu Beginn getätigt hat, später noch einmal auf.
Dennoch hat sich de Beauvoir ausführlich mit dem Thema beschäftigt und sich auch insbesondere mit den biologischen und historischen Aspekt auseinandergesetzt, um diese, so wie sie seit Jahrhunderten weitergegeben werden, zu entkräften und den Ursprung der vermeintlichen biologischen und historischen Gegebenheiten zu erläutern.
Trotz dessen ist das Werk auch noch über 70 Jahre nach Erscheinung von erschreckender Aktualität. Viele Passagen, die ich gelesen habe, haben immer noch ihren aktuellen Wert und haben sich bis heute nicht geändert. Auch wenn das Werk kein einfaches oder kurzes ist, würde ich dieses sehr empfehlen, zumindest auch ausschnittweise.
- Bernardine Evaristo
Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019
(170)Aktuelle Rezension von: Leseratte_09Trotz aller Bemühungen für mehr Gleichberechtigung und Integration von Frauen in Berufs- und öffentlicher Welt leben wir nach wie vor in einer patriarchalen Welt. Schon für weiße Frauen ist es oft ein steiniger Weg mit vielen Vorurteilen und viel fehlender Solidarität unter Frauen. Wie viel schwerer muss es da sein, wenn noch eine andere Hautfarbe hinzukommt.
In ihrem mit dem Booker Price ausgezeichneten Roman wirft Bernardine Evaristo einen Blick auf gleich 12 Frauenschicksale.
Als erstes ist mir die Textgestaltung aufgefallen: Abschnitte beginnen mit Kleinbuchstaben, die Absätze sind ungewöhnlich eingerückt. Die Sprache wirkt stakkatohaft und hindert mich daran, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Und doch enthält der Roman wunderschöne Formulierungen, wie „Carole, deren Alltagswortschatz sich im Orbit von Dividenden, Terminkontrakten und Finanzplanung bewegt“ (S.149). Auch berühren die Themen der einzelnen Geschichten Aspekte des Lebens, mit denen sich viele auseinandersetzen, egal der Hautfarbe, Orientierung und Alter. Es geht um Nichtaufgeben, sich nicht entmutigen lassen, unabhängig werden von den Urteilen anderer. Wichtige Themen, die durchaus zum Nachdenken anregen. Die Protagonisten sind grundsätzlich interessante und meist auch starke Frauen, Dennoch hat mich der Roman nicht wirklich erreicht und ist nur wenig in mir nachgehallt.
- Hanya Yanagihara
A Little Life
(109)Aktuelle Rezension von: yellbeeIch habe das Buch angefangen, wissend das sehr viele meinten das die ersten 400 Seiten langweilig sind. Allerdingsdings finde ich das Persönlickeitsabhängend, da ich seit der ersten Seite gefesselt war.
Die Einblicke in den 5 Freunden ihr Leben fande ich super, man findedest schnell herraus um wen es sich Handelt. Jeder einzelte von Ihnen hat ein Päckchen zum tragen und das wir sehr schön da gestellt.
Ich konnte Jude sehr nachvollziehen weshalb er manche entscheidungen trifft und gleichzeitig konnte ich die Perspektive der Freunde nachvollziehen.
Das Buch ist voller Trauma und selbstzerstörerische Denkweise. Aber trotzdem empfehlenes Wert!!
- Becky Albertalli
Love, Simon (Nur drei Worte – Love, Simon)
(685)Aktuelle Rezension von: ronja_schreibt_Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, weil es ziemlich gehyped wurde. Den Hype verstehe ich nicht ganz, obwohl es ein gutes Buch war. Es war süß und herzlich, aber mir hat das gewisse Etwas gefehlt.
Würde ich es empfehlen: Ja
Ein solides Buch, das mich nicht gecatched hat, aber doch zum Lächeln gebracht hat.
3,5 Sterne von mir :)
- Anne Freytag
Den Mund voll ungesagter Dinge
(695)Aktuelle Rezension von: downey_jr"Und ich gebe es ja nur sehr ungern zu, weil es so traurig und langweilig ist, aber irgendwie ist normal zu sein auch beruhigend. Weil man kein einzelner Fisch, sondern Teil eines riesigen Schwarms ist. Weil man Deckung und Schutz in der Masse findet. Weil man weiß, dass man nicht allein ist."
Das Leben der 17jährigen Sophie war von Anfang an nicht einfach: Ihre Mutter verließ sie gleich nach ihrer Geburt und sie wuchs alleine bei ihrem Vater Christian in Hamburg auf. Ihr bester Freund Lukas, mit dem sie von klein auf unzertrennlich war, ist zu seiner Freundin nach Frankreich gezogen, um dort sein Abitur zu machen.
Sophie selbst war noch nie richtig verliebt, obwohl sie schon was mit dem einen oder anderen Jungen hatte.
Als ihre Vater eine ernsthafte Beziehung eingeht, muss Sophie gegen ihren Willen zu Lena und ihren Söhne Leon und Valentin nach München ziehen.
Sophie ist fest entschlossen, Lena und ihre Söhne nicht zu mögen, doch Lena ist so ganz das Gegenteil einer "typischen" Stiefmutter.
Und dann ist da noch das Nachbarsmädchen Alex, von der Sophie gleich fasziniert ist.
Das Leben in der neuen Stadt ist besser, als Sophie erwartet hätte, doch ein unerwarteter Kuss bringt alles durcheinander...
Anne Freytags Erzählstil hat mir auch bei diesem Jugendbuch sehr gut gefallen. Sophies Verhalten konnte ich (vor allem Jungs gegenüber) nicht immer nachempfinden oder gut finden, ihre Selbstzweifel und Ängste kamen jedoch sehr gut rüber.
Besonders liebenswert fand ich die Charaktere von Leon und Lena. Auch Alex fand ich recht authentisch getroffen, und einen besten Freund wie Lukas hätten wohl viele Mädchen gerne.
Schön ist, dass Anne Freytag nicht explizit die sexuelle Orientierung hervorhebt, sondern das Gefühl, geliebt zu werden und zu lieben.
Die stets treffend formulierten Kapitelüberschriften sowie die am Ende des Buchs aufgeführte Playlist sind schon typisch für Anne Freytag und gefallen mir richtig gut.
Ein sehr schöner, emotionaler Coming-of-Age-Roman (nicht nur) für Jugendliche.
- Charlotte Roche
Schoßgebete
(451)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannIch bin hin und wieder mal so ein bisschen veranlagt und lese Ekliges, auch gerne mal was über ganz schlimme Schicksale. Allerdings habe ich mich an "Feuchtgebiete" nie herangetraut, da reichten mir die in der Presse zu findenden Zitate völlig aus. Das war mir eine Spur zu heftig, und ich möchte bei aller Sensationsgier und gewisser Freude am Ekel nicht brechen müssen, während ich lese.
Schoßgebiete sollte ja nun angeblich irgendwie anspruchsvoller sein als "Feuchtgebiete", und zudem hatte mich der furchtbare Unfall, bei dem Charlotte Roche ihre drei Brüder verloren hatte, bewegt, mir tat das einfach sehr leid, und außerdem wollte ich genau wissen, was da passiert war - da zeigt sich dann auch wieder ein bisschen die Sensationslust bei mir.
Ich muss sagen, dass mir ganz und gar klar ist, wie die Protagonistin tickt, was das Drama ihres Leben in ihr ausgelöst hat. Das ist Charlotte schon recht gut gelungen, ich finde es hierbei auch nicht schlimm, dass sie sich einer meist sehr einfachen Sprache bedient. Diesen schrecklichen Verlust und dessen Folgen zu beschreiben, ist quasi unmöglich. Es ist ihr aber gelungen, den Irrsinn, der mit einem solchen Schlag in das Leben tritt, recht anschaulich zu schildern und auch die Gefühle darzustellen, die verwirrend und ambivalent sind. Dafür gibt es 2 Sterne.
Was mich aber nicht sonderlich für den Roman einnimmt, ist die gewisse Nicht-Handlung, die bei mir - da schriftstellerisch hier nicht viel geboten wird - zu Nicht-Interesse führt. Nur der wirklich gute Autor ist in der Lage, mit Banalem, Alltäglichem wirklich zu fesseln und nicht nur mit Drama und großen Gefühlen. Ein Stuart O`Nan z.B. kann das, Roche jedoch nicht.
Außerdem fand ich die Sexszenen abstoßend, aber nicht in dem Sinne "Freude am Ekeln", sondern richtig übel. Allein die mangelnde Hygiene der Eheleute - es sei denn, man macht sich für den Puffbesuch fein - und die Beschreibung des Ehemannes, ja , da schüttelt es mich. Da lieber keinen Sex.... - Meredith Wild
Hardwired - verführt
(582)Aktuelle Rezension von: love1988Das Cover ist schlicht, aber trotzdem ein echter Blickfang – es macht sofort neugierig auf die Geschichte.
Und was soll ich sagen? Diese Story ist einfach hot! Blake ist der Inbegriff eines attraktiven, selbstbewussten Mannes – arrogant, dominant und absolut zielstrebig. Sein Fokus liegt ganz klar auf Erica, und die Chemie zwischen den beiden ist einfach elektrisierend. Sie passen perfekt zusammen und sorgen für jede Menge Spannung und Emotion.
Auch die Nebenfiguren bringen Tiefe und machen die Geschichte lebendig. Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, sodass man mühelos in die Handlung eintauchen kann. Das Setting rundet das Ganze wunderbar ab.
Ein fesselnder, leidenschaftlicher Roman, den man in einem Rutsch durchlesen möchte!
Von mir eine klare Leseempfehlung!!!!!
- Mareike Fallwickl
Dunkelgrün fast schwarz
(344)Aktuelle Rezension von: FloBorkeFallwickls Sprache ist bildhaft und sensorisch: Farben („dunkelgrün fast schwarz“ als Symbol für Verderben) durchziehen den Text, machen Moritz’ Wahrnehmung greifbar („Ihr Gelb ist zerschnitten, löchrige Fransen“). Die Figuren sind nuanciert – keiner durchgängig sympathisch, alle nachvollziehbar in Ängsten, Abhängigkeiten und Verrat. Temporeich, emotional wühlend, ohne Schönfärberei.
Manche Wechsel zwischen Zeitebenen bremsen anfangs; Raffaels „Böses“ bleibt rätselhaft, was fasziniert, aber auch frustriert. Dennoch: Ein Highlight über Freundschafts-Dunkel, Vergebung und Neuanfang – herausragend für Debüt-Standards.
- Andreas Steinhöfel
Die Mitte der Welt
(724)Aktuelle Rezension von: Fynn_AugustusMir hat es wirklich super gefallen, da das Thema Sexualität und vor allem sexuelle Orientierung normal behandelt werden, wie es eben sein sollte. Ich finde die Charaktere spannend, nach und nach taucht man in die Welt der verschiedenen Charaktere ein, man lernt sie alle kennen und lieben. Der Hauptcharakter und Ich-Erzähler legt eine tolle emotionale Entwicklung hin. Diese Selbstfindung ist toll 😊 und auch bei einem Buch schön mit anzusehen. Man fühlt mit!
- Emma Cline
The Girls
(295)Aktuelle Rezension von: NinaVeronikaDer düstere Roman „The Girls“ von Emma Cline, welcher bereits 2016 erschien, erstrahlt nun mit einem neuen Cover bei Hanser Literatur. Die Geschichte rund um Evie, Suzanne und die vielen anderen Mädchen, orientiert sich stark an dem Fall der Manson Familie, die durch zahlreiche Straftaten und Morde Bekanntheit erlangte.
So wie die Manson Familie, ist auch die Formation im Buch eine sektenartige Kommune, welche vom Anführer Russel geleitet und manipuliert wird. Dabei zeigt das Buch auf wie Sekten gezielt nach Menschen Ausschau halten, die sich in einer schweren Lebensphase befinden um diese für ihre eigenen perfiden Interessen anzulocken. So gerät auch Evie immer tiefer in einen gefährlichen Strudel aus Gehirnwäsche, Gewalt und Abkapslung vor der „anderen Welt“. Der verzweifelte Wunsch nach Zugehörigkeit und Freundschaft, verwässern die Realität und binden Evie immer stärker an eine Gruppe, die schon bald ihre ganze Grausamkeit entlädt.
Wow! Die Geschichte hat mich ab Seite 1 so sehr gefesselt, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Der Schreibstil war dabei zwar oft herausfordernd, weil er alles andere als einfach verständlich ist, aber hat für mich auch den Charme der Geschichte ausgemacht. Emma Cline schreibt so detailliert, intensiv und stellenweise wirklich düster, dass eine ganz bestimmte Atmosphäre erzeugt wird. Es war durchgehend spannend und durch den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit fühlte sich die Story noch greifbarer an. Dieses Buch war definitiv ein Highlight für mich!
Dieses Buch thematisiert grausame Taten und auch sexuelle Gewalt, daher möchte ich an dieser Stelle eine Trigger Warnung für das gesamte Buch aussprechen.
- Lisa Taddeo
Three Women – Drei Frauen
(142)Aktuelle Rezension von: Beasonders… sogar ziemlich schlimm. Ich hatte damit gerechnet, dass das Buch sicher keine angenehme Geschichte sein wird, aber am Ende kann man es wirklich nur so zusammenfassen: schlimm.
Sprachlich fand ich es ab und an etwas holprig, was den Lesefluss minimal gestört hat. Oft konnte ich aber auch aufgrund der Geschichte nur ein Kapitel lesen und musste es dann erst einmal beiseite legen.
Dennoch könnte man sich fragen, ob das eine Pflichtlektüre sein sollte.
- Ocean Vuong
Auf Erden sind wir kurz grandios
(184)Aktuelle Rezension von: Aukje'Little Dog' ist der Sohn einer vietnamesischen Mutter die Analphabetin ist. Zudem ist sie die Tochter von Lan und einem amerikanischen Soldaten, der aber kurz vor Ende des Krieges Vietnam bereits verlassen hatte. Gemeinsam wandert er mit seiner Mutter, seine Großmutter und seine Tante nach Hartford, Connecticut aus und hoffen auf ein besseres Leben. Nun muss er mit fünf Jahren relativ schnell englisch lernen um für seine Mutter und Großmutter übersetzen zu können, da beide schlecht bis gar nicht die Sprache sprechen können. Er wächst unter ärmlichen Verhältnissen auf und wird von anderen gehänselt da er eher schwächlich ist. Zudem haben beide Frauen ein Kriegstrauma das sich bei seiner Großmutter durch Schizophrenien zeigt und seine Mutter sehr schnell ausrasten lässt und ihn regelmäßig schlägt. Mit 14 Jahren lernt er im Sommer während der Erntearbeit auf einer Tabakfarm Trevor kennen. Er fühlt sich durch ihn das erste Mal gesehen und entwickelt Gefühle für ihn.
Ich mochte dieses Buch unheimlich gerne. Es ist in Briefform geschrieben die er seiner Mutter schickt, mit dem wissen das diese sie gar nicht lesen kann da sie Analphabetin ist. Diese Tatsache machte die Story für mich noch ein wenig tragischer. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt wobei sich der erste um sein aufwachsen in Hartford und das Leben mit seiner Mutter und Großmutter beschäftigt. Der zweite beschäftigt sich um Trevor und der letzte um den Verlust der Menschen in seinem Leben. Wie bereits gesagt möchte ich das Buch und las es in einem durch und es löste eine Bandbreite an Emotionen in mir aus.
- Lize Spit
Und es schmilzt
(266)Aktuelle Rezension von: fitreadDa ich keine Triggerwarnungen im Buch finden konnte, nennen wir die schlimmsten Themen, die Kernthemen des Romans, doch mal beim Namen: Es geht um (sexuellen) Missbrauch bzw. Übergriffe und um Suizid. Wer damit keine Probleme hat, findet eine sehr ausgeklügelt konstruierte Handlung mit unterschiedlichen Strängen vor, die schlussendlich ineinander fußen. In seiner Düsternis ist dieser Roman ein Meisterwerk. Ich glaube, man kann die Details des Dorflebens, der Umgebung, der Verhaltensweisen der Menschen nur so genau beschreiben, wenn man selbst Teil davon gewesen ist. Und das beängstigt mich, so sehr geht mir das Buch unter die Haut. Zugleich bin ich angeekelt, fasziniert, erschüttert. Es wird mich noch ein paar Tage lang nachdenklich zurücklassen.
- Elfriede Jelinek
Die Klavierspielerin
(241)Aktuelle Rezension von: AliknechtDie Klavierspielein ist ein ältliches Fräulein von 38 Jahren, an dem das Leben bisher vorbeigegangen ist. Sie lebt unter der Fuchtel ihrer ehrgeizigen Mutter. Ihre Karriere ist ins Stocken geraten und sie fristet ihr Dasein als Professorin für Klavier. Dann bringt ein Schüler ihr Leben durcheinander. Sie können aber nicht zueinander finden und die Geschichte entwickelt sich tragisch. Hervorragend in einer ganz eigenen Sprache geschrieben.























