Bücher mit dem Tag "shoa"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "shoa" gekennzeichnet haben.

43 Bücher

  1. Cover des Buches Solange am Himmel Sterne stehen (ISBN: 9783442381210)
    Kristin Harmel

    Solange am Himmel Sterne stehen

     (781)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Da ich bereits "Über uns der Himmel" gelesen habe, war ich neugierig, was mich hier erwarten wird. Schon der Klappentext und der Titel hatten mich neugierig gemacht, dennoch stand das Buch noch eine Weile in meinem Regal.

    Kaum hatte ich angefangen, war ich sofort in der Geschichte drin. Hope ist eine geschiedene Frau, die mit Annie, die mitten in der Pubertät steckt, zu kämpfen hat. Außerdem hat die Bäckerei, die seit 60 Jahren im Familienbesitz ist, arge finanzielle Schwierigkeiten. Wenn das nicht schon alles wäre, würde Hope ganz gut klar kommen. Doch ihre demente Oma Rose, die sie gerne Mamie (frz für Großmutter) nennt, hatte sie im klaren Zustand gebeten, nach Paris zu fahren, um ihre Verwandten, die sie namentlich auf einen Zettel aufgeschrieben hatte, zu suchen.

    Hope ist anfänglich skeptisch, ob das nicht irgendein Scherz von Rose war. Aber Annie und Gavien redeten mit ihrer und letztendlich reist sie nach Paris. Mit einer Handvoll an Recherchematerial begibt sie sich vor Ort auf die Suche und kommt langsam hinter der Geschichte von Rose.

    Der Roman hatte mich so gefangen genommen, dass ich kaum vom Buch wegkam. Ich war gefangen in Paris und wer nah am Wasser gebaut ist, sollte sich definitiv Taschentücher bereit legen. Habt ihr euch schon mit der Frage befasst, welche Religion die bessere ist? Sicherlich kommt es euch vom Deutschunterricht aus Gotthold Ephraim Lessing "Nathan der Weise" bekannt vor. Hier wird alles in einer rührenden Geschichte erklärt und dennoch ist es nicht zu viel. Kristin Harmel schreibt bewegende Romane, die dich weiterhin begleiten werden.

    Wenn ihr das nächster Mal zu den Sternen seht und ihr sie nicht benennen könnt, gebt ihnen Namen. So habt ihr euren Lieblingsmenschen immer bei euch.

  2. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.242)
    Aktuelle Rezension von: rotkehlchen

    Das Buch ist ein Jugendbuch, welches häufig als Schullektüre verwendet wird um mit den Schülern das Thema Holocaust zu bearbeiten. Das Buch ist aus Brunos Sicht geschrieben und mit 270 Seiten und größerer Schrift relativ kurz.

    Das Buch nimmt einen beim Lesen mit und ist sehr eingängig geschrieben. Bruno als Protagonist ist gut gelungen, allerdings dachte ich manchmal, dass er für seine neun Jahre vielleicht manchmal etwas zu naiv ist (damit meine ich keineswegs die Punkte bei denen es um den Holocaust geht), habe mich aber auch gefragt ob das altersgerecht ist. Andererseits ist es dem Autor wunderbar gelungen wie Bruno die Dinge hinterfragt, bspw. Was so schlimm an Juden ist und wenn „die anderen“ Juden sind, was sind dann sie? Oder wer entscheiden darf wer Pyjamas und wer Uniformen tragen darf?

  3. Cover des Buches Alles ist erleuchtet (ISBN: 9783596510498)
    Jonathan Safran Foer

    Alles ist erleuchtet

     (515)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Kleine_Bardenhorst

    Jonathan Safran Foer möchte die Vergangenheit seiner Familie beleuchten. Seine Großeltern sind nach dem Krieg in die USA gekommen, aber ursprünglich aus der Ukraine/Polen.

    Um Licht in die Sache zu bringen und sich bei der Retterin seines Großvaters zu bedanken fliegt er dorthin. Da er der Sprache nicht mächtig ist hat er einen Fremdenführer, dessen eigene Geschichte ebenso mit diesem Ort verbunden ist. Aber davon weiß zunächst niemand.


    Die Geschichte wird als Briefwechsel zwischen dem Autor und seinem Fremdenführer erzählt. Hierbei ändert sich auch immer wieder die Sprache und der Schreibstil.


    Ich habe viele Seiten gebraucht um in die Geschichte rein zu kommen. Doch dann hat sie mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

  4. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    *Klappentext*

    Mit kühler Ironie und beeindruckender Prägnanz erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte der höchst eigenwilligen jungen Mascha, die keine Grenzen kennt. In ihrer Welt kommen viele Kulturen und viele Traditionen zusammen. Sie könnte überall leben. Doch eine Heimat hat sie nicht.

    (©dtv_verlag )


    *Meinung*

    Wow, dieses kurze Buch beinhaltet so viele Themen. Mascha ist traumatisiert von dem Bürgerkrieg in ihrem Geburtsland Aserbaidschan und erfährt in Deutschland eine Retraumatisierung durch einen schweren Schicksalsschlag. 

    Sie kann fünf Sprachen und hat verschiedene Wurzeln. Sie ist Jüdin, Russin, Deutsche.

    Es geht um Zugehörigkeit und um die Frage, wie sehr wir uns mit unserer Herkunft identifizieren (müssen?) und in wie fern sie uns ausmacht. 

    🌳🌳🌳🌳🌳🌳

    Die Geschichte wurde gegen Mitte etwas zäh und das zog sich bis zum Ende hin. Der Roman lebt nicht davon, DASS die Geschichte erzählt wird, sondern WIE.

    Die Autorin hat es aber sehr gut geschafft, das "Innere" der Protagonisten nach Außen zu bringen und es gleichzeitig geschafft, dass sie uns fern bleibt, weil sie einfach niemanden an sich ran lässt.


    *Fazit*

    Für mich ein gutes Buch, welches wichtige Themen anspricht, mich aber ab der zweiten Hälfte nicht mehr richtig packen konnte.

    Hätte ich es nicht empfohlen bekommen, wäre es mir aufgrund des (meiner Meinung nach) nicht gelungen Covers wohl nicht aufgefallen. 

  5. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

  6. Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)
    Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe

     (228)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Man mag daran zweifeln, ob es eine relativ junge Autorin vermag, das schwerwiegende Thema der Judenverfolgung angemessen zu erzählen und man staunt darüber, wie gut ihr das gelingt.

    Das Buch fängt äusserst amüsant und humorvoll an, wird dann etwas exaltiert und verschroben und endet zum Schluss sehr traurig und bitter. Drei Kapitel unterteilen den Roman in Gegenwart und Vergangenheit. Der junge Edward Cohen, der mit seiner Mutter und Grossmutter in einem Haushalt lebt, wird immer wieder auf die Ähnlichkeit mit seinem Onkel, welchen er selber nie gekannt hat, angesprochen. Erzählt wird das schrullige Zusammenleben der drei. Man fragt sich als Leser nach bald 100 Seiten, was es mit dieser Ähnlichkeit auf sich hat.

    Das zweite und längere Kapitel des Buches handelt dann von eben diesem Adam, dessen Suche nach seiner grossen Jugendliebe ihn ins Warschauer Ghetto führt und im drittel Teil eine geschickte Verknüpfung zum Anfang nimmt.

    Es handelt sich um einen sehr authentischen Bericht über ein Stück deutsch/polnische Vergangenheit, die sehr spannend erzählt wird und den Leser nachdenklich zurücklässt.

  7. Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783499253690)
    Imre Kertész

    Roman eines Schicksallosen

     (228)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    „Vom Glück der Konzentrationslager“ will er erzählen, der Überlebende in Imre Kertész‘ „Roman eines Schicksalslosen“. Es sind Sätze wie dieser, die mir als Leserin den Atem rauben. Sätze wie dieser, die es mir unmöglich machen, eine „normale“ Rezension zu verfassen. Die sonst üblichen Maßstäbe versagen hier schlicht.

    Kerstesz‘ 1975 erstmals erschienener Roman ist mehr als ein Buch über das Leben im Konzentrationslager. Sein Roman ist dem Akt des Erinnerns gewidmet. Kertész breitet die Erinnerungen seines 15-jähigen Ich-Erzählers vor uns aus. Dieser wird völlig unerwartet aus seinem Leben gerissen. Ohne Anklage verhaftet man ihn am helllichten Tag  in seiner Heimatstadt Budapest und verschleppt ihn mit Hunderten anderen ins Konzentrationslager Ausschwitz, später nach Buchenwald.  Nur langsam bahnt sich das Grauen einen Weg in sein Bewusstsein. Schritt für Schritt, Wort für Wort, verändert sich sein Blick. Das Unnormale wird normal, so dass ihm Stück für Stück die Normalität verloren geht.

    Spätestens jetzt wird klar: Dieser Roman ist eine Perversion, denn jeder Versuch das Unerklärbare erklärbar zu machen ist obszön. Der Tabubruch bricht den Menschen. Das Erinnern gerät zum unmöglichen Akt, weil es versucht das Unbegreifbare verstehen zu wollen.

    Kertesz gelingt es, dieses Unfassbare in Worte zu fassen. Nicht dass es so verständlich würde, nein, dieser Teil der Geschichte entzieht sich jeden Verstehens. Aber so, dass wir, die Leser, dieses Nichtverstehen mit dem Erzähler teilen müssen ohne uns ihm entziehen zu können.

    Es ist unbestreitbar grandios, wie Kertész Form und Inhalt seines Textes zu einer Einheit verschmelzen lässt. Mehr und mehr entgleitet Kertész Protagonisten die Realität und mit ihr die Fähigkeit diese noch zu beschreiben. Selbst als er gerettet ist, kann er die Grenzen seines inneren Gefängnisses nicht sofort überwinden. Er erkennt die zurückgekehrte Normalität einfach nicht mehr. Sie passt nicht mehr in sein Weltbild.

    Durch den Akt des Erinnerns wird das Erinnerte selbst zum Mahnmal, zum Apell gegen das Vergessen. Denn die Zeit, stellt der Überlebende fest, ist nur im Rückblick unveränderlich. Alles was passiert, passiert durch die, die es tun oder lassen. Und so wird jeder zum Verantwortlichen für das Schicksal.

    „Aber auch so habe ich ihnen erklärt, dass man nie ein neues Leben beginnen, sondern immer nur das alte fortsetzen kann. Ich und kein anderer hat meine Schritte gemacht, und ich behaupte mit Anstand. (…) Ob sie denn wollten, dass diese ganze Anständigkeit und alle meine vorangegangenen Schritte nun ihren ganzen Sinn verlören? … warum diese Widerspenstigkeit, warum dieser Unwille, einzusehen: wenn es ein Schicksal gibt, dann ist Freiheit nicht möglich: Wenn es aber (…) die Freiheit gibt, das heißt also, wir selbst sind das Schicksal“

    „Ich werde mein nicht fortsetzbares Dasein fortsetzen“, läßt Kertesz seinen Protagonisten am Ende des Romans sagen. Der Widerspruch löst sich nicht auf. Er bleibt als unheilbare Wunde für immer bestehen.

  8. Cover des Buches Die Wohlgesinnten (ISBN: 9783833306280)
    Jonathan Littell

    Die Wohlgesinnten

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Guccini

    Einfach ekelhaft das Buch. Dann lieber Frankls „ ... trotzdem Ja zum Leben sagen“.Jedes weitere Wort ist hier Verschwendung.

  9. Cover des Buches weiter leben (ISBN: 9783835321519)
    Ruth Klüger

    weiter leben

     (84)
    Aktuelle Rezension von: _sternenguckerin_

    Aber die Luft war nicht frisch, sie roch wie sonst nichts auf dieser Welt. Und ich wusste instinktiv und sofort, dass man hier nicht weinte, nicht die Aufmerksamkeit auf sich lenkte.


    Ruth Klüger erzählt ihre Kindheit und Jugend als Jüdin. Mit elf Jahren kam sie ins KZ und berichtet von dessen Grauen, Erlebnissen und Gedanken, die sie geprägt haben, vielmehr aber noch vom "weiter leben". Von dem, was danach kommt.

    ********************************************************************************Ich will so viel sagen über dieses Buch, soviel zitieren und es scheint mir als gäbe es so viel Diskussionsbedarf. Und doch bleiben mir die Worte weg. 

    Ruth Klüger erzählt mit einer solchen Klarheit und einer Ehrlichkeit, die den Leser und die Leserin gleichermassen aufwühlt und ihm/ihr das Herz aufgehen lässt. Mir persönlich scheint das Wichtigste und Zentrale dieses Werks ihre Menschlichkeit, die Gedanken, die sie sich macht und die immer wieder kommen, manchmal auch in den unpassendsten Momenten. 

    Ein Buch, dass in meinen Augen sehr wichtig ist, sehr ernst und trotzdem menschlich. Ich will nicht viel mehr darüber sagen, aus Angst es mit unangebrachten Worten zu etwas zu machen, was es eigentlich gar nicht ist. In meinen Augen ein absoluter Lesetipp für jede und jeden!


  10. Cover des Buches Der Sohn (ISBN: 9783257068115)
    Jessica Durlacher

    Der Sohn

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie dieses Buch so viele gute Bewertungen bekommen hat. Es ist tatsächlich der größte Mist, den ich seit langem gelesen habe, und das, obwohl ich dieses Buch nach 80 Seiten abgebrochen habe.

    Auf diesen 80 Seiten passiert Folgendes: Eine Frau trauert um ihren Vater (ihre Trauer wiederholt sich in immer derselben Wortwahl), dieselbe Frau joggt und dies eigentlich ständig, dieselbe Frau fährt mit Mutter und Schwester nach Baden-Baden. Dort joggt sie natürlich auch. Außerdem wird dieselbe Frau - natürlich - beim Joggen von einem wildfremden Mann mit dem Auto gestellt und am helllichten Tag am Straßenrand vergewaltigt.

    Hört sich das absurd an? Ja, definitiv!

  11. Cover des Buches Doitscha (ISBN: 9783596033126)
    Adriana Altaras

    Doitscha

     (23)
    Aktuelle Rezension von: 3erMama
    Adriana Altaras, die auch Schauspielerin ist, schreibt einfach ganz fantastisch über den Alltag, das Leben, die Generationen, das jüdische Leben und die dadurch auftauchenden Probleme und Sorgen.

    Ich habe oftmals herzlich gelacht und man kann sich nicht nur einmal davon eine Scheibe abschneiden, mit wieviel Humor sie Sorgen und Probleme meistert.

    Danke für diesen wunderbaren Einblick. 
  12. Cover des Buches Jakob der Lügner (ISBN: 9783518468098)
    Jurek Becker

    Jakob der Lügner

     (300)
    Aktuelle Rezension von: valyien

    Inhalt:

    Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner; er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.

    Meinung:

    Am Anfang ist das Buch ein bisschen verwirrend. Der Einstieg passt einfach irgendwie nicht zum Rest des Buches und ich hatte Mühe den Ich-Erzähler zu entziffern, sofern ich erst gegen Mitte gemerkt habe, dass es einen Ich-Erzähler gibt und es kein Auktorialer-Erzähler ist. Es gibt keine grosse Spannung, jedoch wird es gegen Ende richtig gut. Das Thema ob lügen okay ist und ob es gutes und schlechtes lügen gibt ist unglaublich interessant – Es bringt einem ein wenig ins grübeln. 

  13. Cover des Buches Das Kind von Noah (ISBN: 9783596511310)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Das Kind von Noah

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel
    "Das Kind von Noah" schildert auf knapp 140 Seiten sehr bewegend die Geschichte des kleinen 7-jährigen jüdischen Jungen Joseph, der in Brüssel in den 1940er Jahren sich von seiner Famile trennen und untertauchen muss.

    Joseph ist, wie ich es verstanden habe, ein fiktiver Charakter, dennoch wird seine Geschichte sehr bewegend beschrieben, sodass die Person Joseph für den Leser real wird.

    Die Perspektive des kleinen Jungen, der erst nach und nach versteht, was um ihn geschieht, gelingt dem Autor hervorragend.

    Alles in allem ein sehr lesenswerter Roman.
  14. Cover des Buches Klaras Nein (ISBN: 9783442733682)
    Soazig Aaron

    Klaras Nein

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Alice Pieszecki
    Klara hat 29 Monate im Konzentrationslager Auschwitz zugebracht. Ihre Schwägerin schildert im Tagebuchstil ihre Eindrücke nach Klaras (ungewollter) Rückkehr. Klara ist natürlich nicht mehr dieselbe. Sie ist bis auf die Knochen abgemagert, ernst geworden und hat ihr Lachen in Polen gelassen. Den Kontakt zu ihrer Tochter, die nach Klaras Weggang bei einer befreundeten Amme untergekommen ist, möchte sie zu deren Schutz unterbinden; zu schlechter Letzt verlässt sie den Haushalt ihrer Schwägerin, um unter neuem Namen ein neues Leben (???) zu beginnen. Ich möchte mich bewusst nicht zum Inhalt dieses kleinen Buchs äußern; der Leser wird wissen, das man ohnehin nur eine Meinung dazu haben kann. Es steht für mich außer Frage, dass man Klaras Erfahrungen nicht bewerten kann. Man erfährt, wenn man schon einiges an Lektüre zum Nationalsozialismus kennt, nichts Neues. Daher möchte ich klar herausstellen, dass ich mich nur auf die Textform beziehen werde. ...und die hat mich leider überhaupt nicht überzeugt. Natürlich ist Klaras Botschaft erschütternd, das ist klar. Für mich gibt es aber "Abzüge in der B-Note". Anfangs hielt ich es für spannend, dass eine Unbeteiligte Klaras Rückkehr in Form von Tagebucheinträgen skizziert, grundsätzlich habe ich mit fingierten Tagebüchern jedoch Probleme, da diese Erzählform sich für mich persönlich immer etwas gestelzt und künstlich-steril anhört. Die Einträge versuchten, einen sehr großen Bereich (ein ganzes Leben VOR Auschwitz) in wenige Seiten zu pressen. Der Leser stolpert in eine Momentaufnahme aus Klaras Umfeld hinein, aus der sie allerdings 29 Monate zuvor herausgerissen wurde. Es werden viele Namen genannt, ohne dass man die Personen auch nur ansatzweise kennenlernt oder erfährt, in welcher Beziehung sie zu Klara oder ihrer Schwägerin stehen. Dies ist relativ verwirrend, wenn natürlich auch so gewollt. Das ganze Drumherum störte mich allerdings in höchstem Maße. In dem Zusammenhang hat mich persönlich nicht interessiert, was diese anderen Menschen ausmacht, was sie bewegt und was die Kinder treiben. Sie hätten in ihren Aktionen ebenso gut wegbleiben können. Eine genauere Beobachtung Klaras hätte mir mehr zugesagt. Natürlich erfährt man unheimlich viel von ihr und ihrem "neuen" Sein - der Rest ist meines Erachtens aber überflüssig, zumal die Schwägerin anfangs erklärte, vorher noch nie Tagebuch geschrieben zu haben und sich nun Klara wegen damit beschäftigen wolle. Auch gefällt mir der Erzählstil nicht. Ein Großteil der Einträge ist beinahe ausschließlich in wörtlicher Rede gehalten und gleicht so eher einem "Protokoll". Das Buch lässt sich trotzdem leicht lesen, allerdings sind häufiger Sätze und Satzteile aneinandergereiht, die nicht zueinander gehören. Ab und an ein Semikolon anstelle eines Kommas zu setzen wäre der Lesbarkeit zugute gekommen. Alles in allem kann ich mich sonst immer auf Elke Heidenreichs Empfehlungen verlassen, im Falle von "Klaras Nein" aber leider (aus Gründen der Form, wie ich noch einmal betonen möchte!) nicht.
  15. Cover des Buches Ihr sollt die Wahrheit erben (ISBN: 9783499332517)
    Anita Lasker-Wallfisch

    Ihr sollt die Wahrheit erben

     (25)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Es ist gut,dass Anita Lasker-Wallfisch den Holocaust überlebt  und  ihre Erinnerungen an diese Zeit aufgeschrieben hat.Offenbar hat es ihr damals geholfen,dass sie sehr musikalisch war und ein Cello zur Verfügung gestellt bekommen hat und so gehörte sie zu dem Mädchenorchester in Auschwitz.Dadurch  haben sie und ihre Schwester das KZ Bergen-Belsen überlebt und es ist erschütternd zu lesen,wie schwer die Bedingungen waren nicht getötet zu werden.
  16. Cover des Buches "Versuche, dein Leben zu machen" (ISBN: 9783499623042)
    Margot Friedlander

    "Versuche, dein Leben zu machen"

     (11)
    Aktuelle Rezension von: FabAusten
    “Versuche, dein Leben zu machen.“

    Diese Worte hinterlässt Margot Friedlanders Mutter ihrer Tochter bevor sie dem von der Gestapo verhafteten Sohn folgt und beide deportiert werden. Margot, zurückgelassen und allein, fragt sich, ob sie ihrer Familie folgen oder sich von nun an alleine durchschlagen soll. Margot entscheidet sich, ihre Chance zu nutzen und geht in den Untergrund. Deutsche helfen ihr bis sie schließlich doch festgenommen und nach Theresienstadt geschickt wird. Tatsächlich schafft es die junge Frau, zu überleben und verlässt nach dem Krieg Deutschland in Richtung USA. 

    In dem biografischen Roman, den Malin Schwerdtfeger aus der Sicht Margot Friedlanders verfaßt hat, folgt der Leser dieser auf all ihren Stationen, begleitet sie in die unterschiedlichen Wohnungen und Leben ihrer Helfer. Er kann ihr Gefühl der Verlassenheit ebenso nachvollziehen wie ihren ungebrochenen Willen, den
    allgegenwärtigen Gefahren der nationalsozialistischen Verfolgung zu trotzen. Die prägnanten Sätze, welche die Charaktere und Umstände treffend beschreiben, ermöglichen eine sehr gute Lesbarkeit und einen Lesefluss. Doch wünscht man sich
    manchmal, es wäre alles noch ein wenig eingehender und länger erörtert worden. Möglicherweise gab es aber zu manchen Helfern einfach nicht mehr zu sagen, da beide Seiten eine gewisse
    Anonymität wahren mussten. Falls ein Verhör durchgestanden werden musste, konnte der Betreffende andere nicht belasten.
    Sehr berührend sind die beigefügten Fotos, die M. Friedländer retten konnte. Manchmal wird über eine Person geschrieben, dann schlägt man die Seite um und sie schaut einen an. Sehr eindrucksvoll und es führt einmal mehr vor Augen, dass es sich um tatsächliche Geschehnisse handelt.

    Margot Friedländer, die nicht nur die Erfahrung der Verfolgung machen musste, sondern durch hilfsbereite Menschen auch erleben konnte, dass nicht alle Hitler unterstützten, ist nach dem Tod ihres Mannes aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt. Anfangs besuchte sie ihre Heimatstadt Berlin, inzwischen hat sie ihren Lebensmittelpunkt wieder dorthin zurückverlegt. Sie engagiert sich, indem sie als Zeitzeugin über ihre Erfahrungen berichtet. Ergebnisse dieses Engagements sind auch die Dokumentarfilme “Don’t call it Heimweh“ und “Späte Rückkehr“, die sich mit ihrer Lebensgeschichte beschäftigen.
  17. Cover des Buches Die Elenden von Lódz (ISBN: 9783608938975)
    Steve Sem-Sandberg

    Die Elenden von Lódz

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ruth_liest
    Das Ghetto von Łódź steht für die maßlosen Verbrechen des Dritten Reiches an seinen jüdischen Mitbürgern. Es steht aber auch für die Frage, was tun, wenn man als Mensch dem unfassbar Bösem gegenüber steht? Dieser Frage geht Steve Sem-Sandberg nach, in dem er der historischen Gestalt des "Judenältesten" Mordechai Chaim Rumkowski literarisch nachspürt. Sem-Sandberg nimmt den Leser mit auf die Reise durch das Ghetto, auf eine Reise durch die Gedanken und Gefühle der eingesperrten Elenden und ihres Anführers. Es fällt schwer, dem Autor immer zu folgen: Nicht sprachlich, sondern seelisch. Zwischendurch will man sich gerne abducken und dem Grauen entziehen. Das liegt nicht nur an den furchtbaren Szenen. Es liegt vor allem an der Auseinandersetzung mit uns selber. Welche Hoffnungen hätten wir in der Situation genährt? Wie hätten wir an Rumkowskis Stelle entschieden, als die deutschen Besatzer die Alten und Kinder forderten und im Gegenzug die Sicherung der verbleibenden Arbeiter im Ghetto in Aussicht stellten? Wären wir überhaupt an Rumkowski Stelle gewesen? Klar, die Fragen sind nicht neu. Aber sie wurden zumindest literarisch selten so eindringlich gestellt. Und vielleicht führt ein Bestseller wie dieser dazu, dass sich auch Leute diese Fragen stellen, die bisher keinerlei Verbindung zwischen sich und der Nazizeit ziehen konnten oder den Naziterror von heute für eine Randerscheinung halten, die sie ja nichts angeht. Das Buch ist in jedem Falle lesenswert, aber nur in stabiler Seelenlage empfehlenswert.
  18. Cover des Buches Die Violine von Auschwitz (ISBN: 9783442742981)
    Maria Àngels Anglada

    Die Violine von Auschwitz

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Auch unter den Nazis gab es Personen, die noch menschlich waren, zumindest halbwegs. Aus der Sicht eines KZ-Häftlings erzählt, der sein Verhalten den abstrusen Vorstellungen der Aufseher anpasste und dadurch überlebte.

  19. Cover des Buches Der Anfang von etwas Schönem (ISBN: 9783423146302)
    Lizzie Doron

    Der Anfang von etwas Schönem

     (12)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick



    Lizzie Dorons dritter ins Deutsche übersetzte Roman erzählt verfremdet von ihrer Kindheit im Tel Aviver Viertel Yad Elijahu, einem kleinen, aber geschlossen wirkenden Viertel, in das damals fast nur Überlebende der Konzentrationslager zogen.
    Schon in ihrer autobiographischen Novelle "Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?" hat die 1953 geborene Lizzie Doron von Yad Elijahu erzählt, von ihrer prinzipienfesten Mutter, die über ihre Vergangenheit in den Lagern der Nazis wie so viele andere beharrlich schwieg. Doron hat erzählt von den Aufträgen und Botschaften der Mutter, die wollte, dass die Tochter ihr Leben ganz auf die Zukunft ausrichtet. Dass ihre Tochter sich womöglich für ein Leben m Kibbuz entscheiden könnte, war ihr ein schrecklicher Gedanke. Und doch kam es genauso.

    In ihrem Roman "Der Anfang von etwas Schönem" erzählt die Autorin von drei Menschen, die in Yad Elijahu geboren sind und miteinander aufwachsen und deren Lebenswege sich 40 (!) Jahre später wieder kreuzen. Dabei hat sie jeder Figur ein eigenes Kapitel gewidmet, lässt sie jeweils in der Ich-Form erzählen, sich erinnern und die sich langsam bei der Lektüre erschließenden Zusammenhänge zwischen den Lebensgeschichten der drei Menschen schildern.

    Da ist Malinka Zuckmayer, die sich Amalia Ben Ami nennt und seit drei Jahrzehnten allein im Haus ihrer Mutter lebt. Verkaufen kann sie es nicht, denn die Mutter hat verfügt, dass sie zuvor erst heiraten müsse. So lebt sie, mit wechselnden Affären mit verheirateten Männer auch sinnbildlich "im Haus der Mutter" und arbeitet, vorzugsweise nachts, als Moderatorin beim israelischen Armeesender.

    Da ist Gadi. Durch eine Kinderlähmung behindert, wurde der hinkende junge Mann vom Armeedienst befreit. Seit Kindertagen ist er in Malinka verliebt und träumt von einer Hochzeit mit ihr. Um ihn vor der Schande der militärischen Untauglichkeit zu bewahren, organisiert seine Mutter Sarke seine Auswanderung nach Amerika, wo man "kein Brot aus Erinnerungen backt", wie sie sagt. Sarke war mit Etka, Malinkas Mutter zusammen in Auschwitz und sie leben in Yad Elijahu als direkte Nachbarn.

    Gadi wird in Amerika ein erfolgreicher Mann, doch er beginnt sich immer heftiger nach seinem Geburtsort zu sehnen, sehr zum Unwillen seiner Frau Dina, die ihr Judentum verlassen zu haben glaubt, und mit Gadi kontroverse Diskussionen darüber führt, welche Bedeutung Israel für die Juden hat. Er will zurück und mit Amalia leben.

    Und da ist Chesi als dritter im Bunde. Er ist nach Paris gegangen und hat dort als Zeithistoriker Karriere gemacht. Er ist wie besessen von der Idee, dass der Zweite Weltkrieg erst vorbei sei, wenn die Juden bzw. ihre Nachkommen wieder in ihre ursprünglichen Orte in Polen zurückkehren und dort die jüdischen Häuser und Gebetstätten wieder aufbauen. Als er während eines Israelbesuchs Amalias Stimme im Radio hört, die sich mit einen "Schlager aus dem Lager" nämlich dem Lied "Still, still, mein Kind, schweig still, hier wachsen Gräber" von ihren Hörern verabschiedet, trifft er sich mit Amalia. Dieses Lied war die Hymne ihrer Kindheit. Er versucht sie zu überzeugen, dass ihre Begegnung "der Anfang von etwas Schönem" sei, doch sie endet schlussendlich in einem Fiasko, nachdem er sie mit nach Polen zu seinem "Wiederaufbauprojekt" genommen hat.
    Es ist der Umgang mit dem geschichtlichen Erbe, an dem sich in Dorons Büchern entscheidet, ob sich etwas Schönes oder eine versöhnende Idee in einen Schrecken verwandelt oder nicht.

    Dorons Figuren sitzen allesamt wie in einer Falle. So wie sie sie schildert, versucht sie nachzuweisen, dass es keinen "richtigen" Umgang mit dem Gedenken an die Shoa und ihre Opfer geben kann.
    Die zweite Generation, aufgewachsen im auch aggressiv vorgetragenen Schweigen ihrer Eltern, hat für ihr ganzes Leben wirksame Beschädigungen erlitten, weil sie ihr Leben nur verstehen können als Trost für die Eltern. So behutsam zum Beispiel Etka und Sarke miteinander umgehen, so aggressiv und lieblos reagieren alle beide auf die Selbstbehauptungsversuche ihrer Kinder.
    Die suchen so wie Amalia, Chesi und Gadi ihr eigenes Leben und stoßen doch immer wieder auf die Gräber der Vergangenheit: "chweig still, mein Kind, hier wachsen Gräber".

    Lizzie Doron versucht mit ihren Büchern das Schweigen zu brechen. Es gibt niemand sonst, der in der Lage ist, die widerstrebenden Gefühle der Nachkommen der Überlebenden tiefer und schmerzhafter auszuloten. Man spürt der sensiblen und gelungenen Übersetzung Mirjam Presslers ab, welche unsagbare Anstrengung das Schreiben dieser Bücher für Lizzie Doron bedeutet.

    Wie wir wohl die dritte Generation damit umgehen?
    Etwa so wie Jonathan Littel in "Die Wohlgesinnten"?




  20. Cover des Buches Ruhige Zeiten (ISBN: 9783423145749)
    Lizzie Doron

    Ruhige Zeiten

     (25)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick

    Dies ist die Geschichte von Leale, genannt Lea, einer Überlebenden der Shoah, die von Mordechai, einem Mitarbeiter der Jewish Agency nach dem Krieg in einem polnischen Waisenhaus entdeckt und nach Israel gebracht wird.
    Nach dem Tod von Srulik, den sie als junges Mädchen heiratet und mit dem sie einen Sohn hat, wird sie Maniküre im Friseursalon von Sajtschik. Auch Sajtschik kommt „von dort“ und lebt mit Mordechai in einer versteckten homosexuellen Beziehung, die Lea aber nicht wahrhaben will.
    Sie liebt Sajtschik über all die langen Jahre, die sie bei ihm arbeitet, und als auch er stirbt, erinnert sich Lea in einer langen Zeit der Trauer an „Menschen, an die sich niemand erinnern wird“ ( Widmung der Autorin).

    Schon in ihrem ersten Buch „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?“ ist es Lizzie Doron gelungen, das Unaussprechliche in eine eigene Sprache zu fassen, das Schweigen hörbar zu machen und den Überlebenden der Shoah eine ganz eigene Würde zu geben.

    In ihrem neuen Buch „Ruhige Zeiten“ lässt sie Lea in genau demselben Tel Aviver Viertel leben, in dem auch ihre Mutter Helena aus dem ersten Buch ihr Leben verbracht hat. Die Rabbinerfrau Guta taucht wieder auf und auch „Frau Helena“ wird in einer kurzen Sequenz erwähnt.

    Und sie lässt die Menschen sprechen, erzählen von ihrem Leben im neuen Land, von ihrem Kampf mit einem Gott, an den sie nicht mehr glauben können und dessen Rituale sie dennoch befolgen, von ihrem täglichen Kampf der Entscheidung zwischen Leben und Tod. Sie tut das mit einer wundervollen Sprache, die von Mirjam Pressler wie auch beim ersten Buch sehr sensibel ins Deutsche übertragen wurde.

    In Sajtschiks Friseursalon passieren seltsame Dinge mit den Menschen.
    „Im Friseursalon, hatte Sajtschik einmal zu mir gesagt, können die Tauben hören, die Blinden sehen und die Stummen sprechen.“

    Mit einer tiefen menschlichen Wärme und einem ganz eigenen  Witz schildert Lizzie Doron den schwierigen Balanceakt von Überlebenden, trotz aller unaussprechlichen Erfahrungen sich den Herausforderungen und Zumutungen des Lebens und Weiterlebens zu stellen, und sich dabei gegenseitig zu stützen.

    Ich habe auch dieses zweite Buch von Lizzie Doron mit großer innerer Erregung gelesen. Die Erschütterung, die es ausgelöst hat, wird lange anhalten. Bleiben wird aber auch eine genuine Form von Hoffnung, die diese beiden Bücher ausstrahlen, Hoffnung darauf, dass nichts und niemand den Kern der menschlichen Seele wirklich auslöschen kann.  




  21. Cover des Buches Vater. Zwei Koffer (ISBN: 9783570195222)
    Carl Friedman

    Vater. Zwei Koffer

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Everything Is Illuminated (ISBN: 0060529709)
    Jonathan Safran Foer

    Everything Is Illuminated

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Wuwei
    So genial ich Foers Zweitling finde (incredibly ...), so mäßig finde ich den (hochgelobten) Erstling. Leider habe ich den Zweitling zuerst gelesen, vielleicht liegt es daran ... Sicher, auch hier gibt es einen komplizierten Plot, mehrere Handlungsstränge, aber außer dem ukrainischen Briefeschreiber Alex (?), fand ich alles andere für mich pers. zu uninteressant. ach ja, das Mädchen, Brod, ist auch eine gute Figur. Der Rest erget sich in alten Klischees (Hunde, Hochzeiten etc.) und das leider immer weider. Besser als ein deutscher Spielfilm, aber doch deutlich schlechter als nummer zwei. Aber das Gute ist: Man sieht hier, wie aus einem Talent (dieses Buch) ein wahrer Meister wurde (incrfedibly). Natürlich ist dieses Buch immer noch besser als 90% der Bücher, die man in einer üblichen Buchhandlung sieht, also seht bitte meine Kritik im rechten Licht. Auch hier gilt: Auf Englisch lesen ,wenn möglich. Die Übersetzung ist auch hier ziemlich bescheiden.
  23. Cover des Buches Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen? (ISBN: 9783423145459)
    Lizzie Doron

    Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?

     (17)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick

    Helena kommt von „dort", jenem für die Überlebenden unaussprechlichen Ort mit dem deutschen Namen Buchenwald. Sie hat das Vernichtungslager überlebt und ist unter großen Anstrengungen nach Israel gekommen. Hier ähnelt ihre Geschichte der von Aharon Appelfeld („Geschichte eines Lebens" - 2005).
    In Israel bekommt sie 1953 eine Tochter und gibt ihr den Namen Elisabeth. Und diese Elisabeth wird genau 45 Jahre später - Helena ist schon 8 Jahre tot - ihre Geschichte aufschreiben und sie veröffentlichen.

    Lizzie Doron erzählt von ihrer Mutter in kleinen, zwischen 6 und 10 Seiten umfassenden Geschichten, die mit zu der dichtesten Literatur gehören, die ich je gelesen habe. In diesen Prosaminiaturen berichtet sie in einer wunderbaren, von Mirjam Pressler sehr sensibel ins Deutsche übersetzten Sprache von den Erfahrungen ihrer Mutter. Immer wieder will Helena, die von ihrer Umwelt auf den ersten Blick für verrückt gehalten wird, erzählen von dem, was sie im Lager erlebt hat. Und sie drückt es auf seltsam-eigenartig tiefgehende und die Seelen ihrer Mitmenschen ergreifende Art und Weise aus.

    Während die Literatur der Überlebenden der Shoah in den letzten Jahren wieder eine Renaissance erlebt (vgl. die Bücher von Appelfeld), sind Bücher, die von der zweiten Generation geschrieben wurden, den Söhnen und Töchtern der Überlebenden, eher selten. „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen" zählt sicher zu den besten von allen.
    Inzwischen zählt es zu dem für israelische Schulen empfohlenen Lektürekanon.

    Hat man dieses Buch einmal in die Hand genommen, legt man es nicht mehr weg bis zur letzten Seite. Es ist ein Buch voller Witz und Trauer, das in wenigen Worten etwas begreiflich machen kann vom Überleben „trotz allem".

  24. Cover des Buches Einfach so (ISBN: 9783518750667)
    Lily Brett

    Einfach so

     (48)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Lily Brett ist die Tochter von Holocaust-Überlebenden und lebt in Amerika mit ihrer Familie in New York.Sie verdient ihr Geld mit dem Schreiben von Nachrufen und ihr zweiter Mann ist Maler.Das Buch wurde vor ca. 20 Jahren geschrieben als es offenbar noch selbstverständlich war nirgendwo ein Blatt vor den Mund zu nehmen.Sie erzählt "einfach so" aus ihrem Leben,sei es Liebe und Sex,Alttagserlebnisse und andere geselllschaftliche Ereign isse.Man erfährt leider zu wenig über ihre Eltern und ihr eigenes Leben als Jüdin in Amerika und das hat mich gestört.Das hätte mich sehr viel mehr interessiert als die Gespräche mit ihrer Freundin über Sex usw.Das hat mich leider enttäuscht!

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks