Bücher mit dem Tag "sibirien"

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190 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.226)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Vampire Academy - Blutschwur (ISBN: 9783802582042)
    Richelle Mead

    Vampire Academy - Blutschwur

     (967)
    Aktuelle Rezension von: An-chan

    Mittlerweile kann mich die Vampire Academy-Reihe weitgehend fesseln, was ich bei den ersten beiden Bänden nie erwartet hätte. Doch die Reihe hebt sich von ähnlichen Genrevertretern deutlich durch unvorhersehbare Entwicklungen ab.

    Nach dem tragischen Ende des 3. Bandes macht sich Rose auf die Suche nach Dimitri. Ihr Weg führt sie in dessen alte Heimat Russland, wo sie nicht nur Dimitris Familie aufsucht, sondern auch auf eine Gruppe von Alchemisten trifft, die außerhalb der Akademien dabei helfen, die Vampir-Welt vor den Menschen geheim zu halten. Diesen neuen Aspekt fand ich wirklich interessant und hätte gerne noch mehr über die geheimnisvollen Alchemisten erfahren.
    Aber auch Dimitris Familie kennenzulernen, hat Spaß gemacht. Man erfährt dadurch nicht nur mehr über Dimitiri, sondern lernt auch Dampire mit etwas anderen Lebensläufen kennen, als Rose es in der Akademie beigebracht bekommt. Das Bild der Romanwelt wird in diesem Band insgesamt positiv erweitert.

    Leider kann ich gar nicht viel zur Handlung sagen, ohne zu spoilern, daher nur so viel: Rose' Gefühle halten sie leider von einer wichtigen Handlung ab, sodass im Mittelteil lange Zeit kaum etwas passiert, was ich leider als recht zäh empfand. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass Rose an der Stelle mehr Willenkraft gezeigt hätte und nicht so lange mit ihren Gefühlen hadert. Auch wenn ich nachvollziehen kann, warum sie so zögert, passt es nicht ganz zu ihrem sonst so taffen Charakter.

    Auch wenn Rose alleine unterwegs ist, besucht sie Lissa immer wieder in ihren Gedanken, sodass man auch die dortigen Entwicklungen weiterverfolgen kann. Und natürlich wird Rose' Abwesenheit dort direkt ausgenutzt und von neuer Seite versucht, Lissa zu beeinflussen. Diesen Handlungsstrang fand ich ziemlich cool und unerwartet! In dem Zusammenhang wird auch die Geistfähigkeit noch wichtiger und nimmt in diesem Band generell viel Raum ein, inklusive neuen Möglichkeiten, die sich durch diese Fähigkeit ergeben.

    Das Ende war dann unheimlich spannend und hat mich für die längere "Durststrecke" entschädigt.

  3. Cover des Buches Die Wege der Macht (ISBN: 9783453419926)
    Jeffrey Archer

    Die Wege der Macht

     (110)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Ein Buch welches man in einem Rutsch durchlesen möchte, sehr guter Schreibstil. Eine Familiengeschichte mit Spannung und Intrigen.....freu mich auf Band 6 

  4. Cover des Buches Sturm (ISBN: 9783453419803)
    Uwe Laub

    Sturm

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Schmoekerente

    Das Buch zu Lesen war wie in einem schlechten Actionfilm. Eine reißerische Szene jagte die nächste. Auf der Strecke blieb die Handlung. Alles war an den Haaren herbeigezogen und völlig unglaubwürdig.  Die Charaktere sind oberflächlich dargestellt und blieben mir alle unsympathisch. 

  5. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (269)
    Aktuelle Rezension von: Annilove

    für Geschichts- und Kunstliebhaber sehr zu empfehlen, wer aber nichts daran sieht der wird in dem Buch auch nichts finden

  6. Cover des Buches Licht und Schatten (ISBN: 9783407754622)
    Zoran Drvenkar

    Licht und Schatten

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Elchi130

    Die Welt befindet sich im Kampf zwischen Gut und Böse. 1704 wird das Mädchen Vida geboren. Lange hat die Welt auf sie gewartet und ihre Ankunft heiß ersehnt. Denn Vida soll auf der Seite des Guten das Böse besiegen. Doch das Böse versucht, dies mit allen Mitteln zu verhindern.

    In „Licht und Schatten“ erschafft der Autor eine Welt, die zum Teil sehr an unsere Welt in der Vergangenheit angelehnt ist. Doch ergänzt er dies durch eine eigene Schöpfungsgeschichte und fantastische Elemente. Die Wendungen, die die Erzählung genommen hat, waren für mich nicht vorhersehbar, sondern immer wieder überraschend.

    Bereits auf den ersten Seiten war ich einfach begeistert vom Schreibstil des Autoren Zoran Drvenkar. Dieser Schreibstil zeichnet sich durch eine sehr wortreiche Sprache und einen auktorialen Erzähler aus. Beides vermittelte mir Tiefe. Dazu kommt, dass der Erzählstil mich teilweise an Märchen erinnert hat.

    Doch leider mochte ich das Buch inhaltlich nicht. Die Geschichte war langatmig und umständlich entwickelt. Nur selten wurde es einmal spannend. Schnell bin ich an den Punkt gekommen, dass ich mich nur noch durch die Erzählung gequält habe. Immer in der Hoffnung, dass die Geschichte doch noch fesselnder wird. Leider war das nicht der Fall. Im Gegenteil, wenn ich gewusst hätte, wie das Buch endet, hätte ich die vielen Stunden, die ich mit diesem Buch verbracht habe, lieber in unterhaltsamere Lektüre investiert.

    Schade, dass ein Autor, der stilistisch super schreiben kann, sein Talent nutzt, um eine gute Idee langweilig umzusetzen.

  7. Cover des Buches Das Verschwinden der Erde (ISBN: 9783423282581)
    Julia Phillips

    Das Verschwinden der Erde

     (105)
    Aktuelle Rezension von: brauchnix

    Dieses Buch enttäuschte mich sehr. Meine Erwartungen waren ganz andere. Vielleicht dachte ich ein wenig an "Fräulein Smillas Gespür für Schnee". Vielleicht rechnete ich mit mehr Crime. Aber vo rallem rechnete ich mit einer durchgehenden Handlung. Statt dessen bekam ich mehrere mehr oder weniger abgeschlossene Geschichten vorgesetzt, die zwar im gleichen Universum spielten, aber immer andere Frauenschicksale zum Thema hatten. Die verschwundenen Mädchen kamen erst ganz am Ende nochmal vor und - vorsicht Spoiler - mir blieb unklar, was wirklich mit ihnen geschehen ist.

    Ein interessantes Setting. Aber die etwas hölzerne Sprache und die wechselnden Hauptdarsteller, die das Buch eher zu einer Geschichtensammlung denn zu einem Roman machten, haben mir nicht gefallen.

  8. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Sven Michaelsen

    Schuld und Sühne

     (485)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Zuerst möchte ich sagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe. Ob das eine gute Entscheidung war? Das musst du natürlich selbst entscheiden, es ist aber gar nicht so einfach, eine passende Vertonung zu finden.  Ich habe eine gefunden, mit der ich mich gut arrangieren konnte. Denn ihr könnt euch sicher denken, dass es min. ein Monatsvorhaben ist. Ich glaube, ich war zwei beschäftigt. Mit einer nervigen Stimme sicher kein spaßiges Vergnügen. Wer das Buch aber intensiv lesen möchte, dazu gehört meiner Meinung nach auch, sich Bemerkungen am Rand zu machen, der sollte es lieber gleich selbst lesen. Ich habe viel mitbekommen, aber manchmal bin ich auch mit den Gedanken abgeschweift. 

    Ganz ehrlich: Es ist kein Klassiker, den ich bedingungslos weiterempfehle oder den man meiner Meinung nach gelesen haben muss. Es gilt als der Ur-Krimi. Ich bezweifle das. Das fängt schon dabei an, dass es eher ein Psychothriller ist, der aufzeichnet, wie die Gewissensbisse den Mörder auffressen. Da der Erzähler auktorial ist, können die einzelnen Figuren bis in die hintersten Ecken durchleuchtet werden. Was in ihnen vorgeht, wissen die Leser*innen sofort. Es geht also nicht per se um die Ermittlungen, sondern darum, ob Raskolnikow ungestraft davonkommt. 

    Eine andere Besonderheit des Romans sind die vielen gesellschaftlichen Themen, die mitmischen, allen voran die Theorie über die Polarität der Menschheit in Große und weniger wertvolle. Aber das hat mich persönlich jetzt nicht sonderlich inspiriert, weil ich die Theorie nicht für tragfähig und deswegen auch für bedeutungslos halte. Zu sehen, dass Raskolnikow daran scheitert, sie zu bestätigen, hat mich keineswegs überrascht. Es ist wohl eher eine Ermessenssache, dass manche Morde aufgrund deren (positiver) Wirkung in den Hintergrund geraten und ungestraft davon kommen. Die meisten von uns, wenn sie sich die Taten vor Augen führen, werden sie aber doch wohl trotzdem verurteilen. Vielleicht bin ich da aber auch zu optimistisch. Man sollte den Roman auch nicht aus dem räumlichen und zeitlichen Kontext seiner Entstehung heben. Für mich klang es jedenfalls an manchen Stellen ziemlich aus der Luft gegriffen. Das durchgängige geisteswissenschaftliche Geplätscher (Die Hinzunahme vieler verschiedener Diskurse von Politik über Philosophie bis hin zu Psychologie) erinnert stark an Dostojewski erinnert stark an seinen Kollegen Tolstoi. Von beiden russischen Autoren habe ich bis jetzt nur ein Werk gelesen, weswegen es schwer fällt, die Beobachtungen zu verallgemeinern. Aber Tolstoi konnte mich besser unterhalten. Bei ihm habe ich mehr Witz vorgefunden und in der Düsternis der gläsernen Figuren (beide schaffen es, dass man sich in die verschiedensten Personen hineinversetzen und ihre Schwächen erkennen kann) ist auch mehr Wärme übrig geblieben. Schwierig machen es einem beide, was die Namen angeht, besonders für den ungeübten. Wer bitteschön hat sich das russische Namensystem ausgedacht?

    Das Ende von Schuld und Sühne war auch gar nicht mein Fall. Wenn ich ihm auch lassen muss, dass es gar nicht mal so einfach ist, am Ende die Frage zu beantworten, ob er denn nun gerecht gestraft wurde oder nicht. Fast alle Diskussionen im Buch haben mit dieser Schlüsselfrage irgendwie zu tun, weswegen ich schon sagen würde, dass es sich als Schullektüre eignete, wenn es nicht so dick wäre. Sprachlich ist es auch gut lesbar. Aber genauso gut kann man meiner Meinung nach auch Das Parfum von Süsskind oder Der Prozess von Kafka lesen. Auch Der Richter und sein Henker von Dürrenmatt wären thematisch eine gute Alternative. Das einzige Argument, das für mich für Dostojewski sprechen würde, wäre die besondere psychologische Innensicht und die auktoriale Erzählhaltung. Vielleicht sollte ich noch mehr von ihm lesen, um ein besseres Urteil zu fällen.

  9. Cover des Buches In Zeiten des abnehmenden Lichts (ISBN: 9783498057862)
    Eugen Ruge

    In Zeiten des abnehmenden Lichts

     (232)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eugen Ruge liebt alle seine Figuren, das merkt man beim Lesen. Bis auf zwei. In seinem Roman, der den Deutschen Buchpreis im Jahr 2011 gewonnen hat „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, kommt daher fast jede Person zum Zuge. 

    Wie üblich, erzählt auch hier der Autor zum Teil in Rückblenden die Geschichte der Familie Umnitzer/Powileit. Charlotte, die starke Frau in der Familie, die immer und überall ihren Kopf durchsetzen will und mit Entscheidungen, die ihr Leben bestimmen sollte, hadert. Ihr das Lager in der Sowjetunion überleben Sohn Karl liebt sie zwar über alles, nicht aber dessen russische Frau Irina, die er nach der jahrelangen Gefangenschaft mitgebracht hat.

    Irina verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung bei ihren Schwiegereltern zunächst schleichend, dann immer schneller. Ihren Alkoholismus kann sie lange geheim halten, aber die Missachtungen, die ihr von allen Seiten entgegenschlagen, sind für sie kaum noch zu ertragen. Vor allem, da ihr geliebter Sohn Alexander sich ebenfalls von ihr abwendet. Mit jedem Schluck mehr in seiner Gegenwart schwindet seine Liebe und verstärkt dadurch ihre Sucht.

    Das kleinbürgerliche Leben von Karl und seiner Familie, das durchaus zunächst besser erscheinende seiner Eltern, hat seinen Preis. Wie es in der ehemaligen DDR zuging, davon konnte sich in den letzten Jahrzehnten die Leserschaft ein Bild machen. Wirklich frei, wie sich Charlotte und ihr Mann vorstellten, konnten sie ihr Leben nicht führen. Viele Jahre harrten sie in Mexiko im Exil aus, bis sie endlich wieder in der Heimat einen Platz gefunden hatten. 

    Die nächste im Bunde ist Irinas Mutter Nadjeshda. Auch sie ist geprägt von ihrer Vergangenheit und dem unablässigen Wunsch, ein Kind zu haben. In zutiefst ärmlichen Verhältnissen groß geworden, lehnt sie es entschieden ab, bevorzugt zu werden. Ihren Urenkel Markus würde sie so gerne öfter sehen, doch die Beziehung zwischen seinen Eltern ist zerbrochen. Ein letztes Treffen kommt zustande bei der legendären Geburtstagsfeier des Patriarchen. Markus ist begeistert von den Andenken seiner Urgroßeltern aus Mexiko und nimmt sehr gerne ein Geschenk als vorgezogenes Erbe entgegen.

    Oh, wie Charlotte im Grunde die ewig gleichen Lobpreisungen und Orden verachtet, genauso wie Wilhelm seine Gäste. „Das Gemüse“ soll auf den Friedhof oder in den Müll, von den Orden hat er genug. Seine halb erfundene Lebensgeschichte wird immer und immer wieder nacherzählt, sehr zum Verdruss von Charlotte, die sich von Partei und DDR mehr versprochen hat. Es sollte schließlich nicht umsonst geschehen sein, dass sie den Vater ihrer Kinder verlassen hat.

    Man kann sich in jedes einzelne Leben hineinversetzen, die Gründe für jegliche Wandlungen nachvollziehen. Die Abhängigkeiten und kleinen Siege, die jede Figur durchleben sind teils bitter erkauft. Ich war sofort tief in dieser Welt versunken. Dass er mich so spät erreicht hat zeigt mir klar, es gibt noch unendlich viel zu entdecken, und das ist gut so. Ach ja, der Film wartet auch noch auf mich.

    Mehr darüber findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/In_Zeiten_des_abnehmenden_Lichts

  10. Cover des Buches Kolyma (ISBN: 9783442472352)
    Tom Rob Smith

    Kolyma

     (278)
    Aktuelle Rezension von: nord_zeilen

    Bereits ab der ersten Szene des Buches, baut der Autor Spannung auf. Diese Spannung wird immer wieder durch kleine Verfolgungsjagden oder anderen Zwischenereignissen gesteigert. Die Atmosphäre ist detailreich beschrieben, sodass mir das Buch an manchen Stellen sogar zu brutal war. Ab und zu musste ich es weglegen, um die Geschehnisse im Buch zu verarbeiten. Grundlegende Geschichtskenntnisse sind in diesem Fall sinnvoll, um den Geschichtsstrang zu verstehen.

    Der Hauptcharakter Leo Demidow ist mir zu Anfang sehr sympathisch, allerdings ändert sich das im Laufe des Buches. Leo setzt sein Leben auf`s Spiel, um seine Tochter zu retten, die ihn hasst und seine Liebe nicht erwidert. Dieses Verhalten erscheint mir naiv und ich kann seine Handlungen nicht immer nachvollziehen.

    Obwohl das Buch immer wieder in Zeitabschnitte gegliedert ist, gehen mir manche Geschehnisse zu schnell. Dabei geht es nicht um fehlendes Verständnis, sondern darum, dass die Ereignisse in der Realität nicht so schnell ablaufen können.

    Insgesamt kann das Buch den Leser durch die durchgehende Spannung sowie den lebhaften und detailreichen Schreibstil fesseln, weshalb ich das Buch mit vier Sternen bewerte.

  11. Cover des Buches Der Schneesturm (ISBN: 9783462046823)
    Vladimir Sorokin

    Der Schneesturm

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Mein allererstes Buch von einem Russen. Seit einer Zeit interessiere ich mich für die russische Literatur und bin auch zufällig auf dieses hier gestossen. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, wusste jedoch nicht, was mich erwarten würde. Nun, es war durchaus sehr skurril...

    Doktor Garin muss so schnell wie möglich in ein Dorf gelangen, um die Menschen zu impfen. Dort ist nämlich eine Krankheit ausgebrochen und er hat die Spritzen bei sich. Da es draussen jedoch eiskalt ist und der Schnee ununterbrochen fällt, findet er fast keine Möglichkeit irgendwie dorthin zu gelangen. Doch ein Fuhrmann erklärt sich bereit und nimmt ihn mit seinen Pferden mit. Auf ihrem Weg geschehen ein paar skurrile Ereignisse und die beiden scheinen wie nicht richtig voran zu kommen. Immer passiert etwas, als ob Gott nicht will, dass sie in das Dorf eintreffen. Oder ist es eher Russland selbst?

    Ich muss sagen, ich war zum Teil sehr verwundert, was sich hier alles abgespielt hat. Der Doktor und der Fuhrmann sind zwar sehr verschieden, aber versuchen dennoch miteinander klar zu kommen. Es gab durchaus sehr witzige Momente, vor allem wegen der Sprache. Dann gab es Momente, wo ich wirklich dämlich aus der Wäsche geschaut habe und gegen Ende fand ich es sogar etwas eklig. Dass Russland solche Schneestürme hat ist uns ja durchaus bekannt, aber wenn man wirklich miterlebt, was passieren kann, wenn man nicht weiterkommt, fängt man schon an darüber nachzudenken... Jedenfalls, hat mich das Buch eigentlich ganz gut unterhalten. Obwohl das Ende ziemlich plötzlich kam, ich hätte da schon mehr erwartet. Oder so ist der  Schreibstil des Autors, kann ja auch sein... Es war jetzt nicht der Knüller, aber durchaus ein interessantes, komisches, fragwürdiges und witziges Buch.

  12. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

     (408)
    Aktuelle Rezension von: lisarf

    Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise in eine andere Zeit. Felicia ist eine sehr starke, unabhängige Frau, die ihren eigenen Weg geht. Wer ihr dabei Steine in den Weg legt, dem wird es noch leid tun, denn mit ihr darf man sich nicht anlegen. Sie zeigt uns, was eine Frau ihren Alters durchmachen musste, um etwas zu erreichen. 

    Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Eine sehr faszinierende junge Frau, von der man sich einiges abgucken könnte. Sie lässt sich nicht von anderen beeinflussen. Und wenn man dann doch denkt, dass sie sehr egoistisch ist, ist sie sofort zur Stelle, sobald es um ihre Familie geht. Seher mitreißend, kann ich jedem nur empfehlen !

  13. Cover des Buches Jakobs Mantel (ISBN: 9783426304426)
    Eva Weaver

    Jakobs Mantel

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Sahnchen

    Das ist eins meiner Lieblingsbücher. Super geschrieben. Kann ich nur empfehlen. 

  14. Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783442742127)
    Sofi Oksanen

    Fegefeuer

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Mein erstes Buch von Sofi Oksanen, meine erste Finnin. Eine heftige Geschichte, die ich leider auch ein wenig genau so erwartet habe: Stalinismus, Missbrauch, Propaganda, Parteizugehörigkeit, Verrat. Der Familie Pekk bleibt nichts erspart.

    Aliide Truu lebt in einem alten Bauernhaus mitten in der Provinz von Estland. Sie hat ein schweres Leben hinter sich, von dem sie stark gezeichnet ist. Eines Tages taucht ein Mädchen vor ihrer Tür auf. Obwohl Aliide skeptisch ist und stets das Schlimmste befürchtet, nimmt sie das Bündel von Mensch mit in ihr Haus.

    Das Bündel Mensch entpuppt sich als eine junge, russische Frau namens Zara, die auf Grund scheinheiliger Versprechungen in den Westen geflohen ist und dort ein leider sehr übliches Schicksal erleiden musste: Sie gerät in die Prostitution. Die beiden Frauen haben Schwierigkeiten miteinander zu kommunizieren, dabei verbindet sie eine recht ähnliche Leidensgeschichte. Während Zara sich also bei Aliide versteckt, versucht sie gleichzeitig herauszufinden, ob es sich bei Aliide tatsächlich um die Schwester ihrer Großmutter handelt.

    Ein Buch, bei dem mich das Gefühl beschleicht bestimmte Nationalitäten schreiben stets über bestimmte Themen. Gab es tatsächlich nichts anderes als politisch auf der richtigen Seite zu stehen? Macht? Unterdrückung? Folter und Missbrauch? Es scheint wohl so.

    Die Geschichte beider Frauen erscheint mir so typisch. Warum trifft es immer die Gleichen? Warum setzen sich diese Leiden in der gesamten Familie fort? Ist es wie ein Teufelskreis, dem man einfach nicht entfliehen kann?

    Eindringlich beschrieben bleibt man doch betroffen zurück und ich kann wirklich nicht sagen, ob es am Ende ein gutes Buch war.

  15. Cover des Buches Der Geiger (ISBN: 9783426654446)
    Mechtild Borrmann

    Der Geiger

     (134)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Ilja Wassiljewitsch Grenko war ein großer Geiger, der sein Instrument nie ungeschützt durch die Gänge und Flure trug. Schließlich war die Stradivari ein Geschenk von Zar Alexander II und befand sich seit 1862 im Familienbesitz.

    Im Mai 1948 wird der Musiker urplötzlich nach einer Aufführung in Moskau verhaftet und verschwindet mitsamt seiner Geige spurlos. Seiner Frau wird weisgemacht, dass er in den Westen geflohen ist, weshalb sie und ihre Kinder für zehn Jahre ins Arbeitslager nach Sibirien gebracht werden. Als Leser wissen wir bald mehr über Iljas Schicksal, der ebenfalls in die Weiten Sibiriens verschleppt wurde.

    In einem weiteren Erzählstrang widmet sich die Autorin den Nachkommen, die sich in der Gegenwart auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit und dem Verbleib der Geige machen.


    Mechthild Borrmann. geboren 1960, debütierte 2006 mit einem Krimi, dem zwei weitere folgten. 2012 erhielt sie für „Wer das Schweigen bricht“ den Deutschen Krimipreis. 


    Auch dieses Buch liest sich wie ein Krimi, wurde aber als Roman gekennzeichnet. Spannend, erschreckend und erschüttert erfuhr ich als Leserin, wie sich korrupte russische Staatsdiener auf Kosten unbescholtener Bürger bereicherten. Ich durchlebte Straflager im kalten Sibirien und wie sich unter diesen unmenschlichen Zuständen Menschlichkeit breit machte. 

    Dies war mein erstes Buch von Mechthild Borrmann, wird aber sicherlich nicht mein letztes bleiben. Selten wurde mir Zeitgeschichte so mitreißend dargeboten. 

  16. Cover des Buches Und in mir der unbesiegbare Sommer (ISBN: 9783551582546)
    Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer

     (109)
    Aktuelle Rezension von: ariadne
    Ich wusste schon von vornherein, dass mir das Buch sehr gut gefallen würde und wurde zum Glück auch nicht enttäuscht.
    Über die Baltischen Länder im 2. Weltkrieg weiß ich leider viel zu wenig und war froh, dass mir dabei dieser Roman etwas mehr Licht in meine dunkle Wissenslücke gebracht hat. 
    Auch wenn die Figuren der Geschichte erfunden sind, so stellen sie doch repräsentativ das Schicksal vieler Tausender Menschen dar, die von dem sowjetischen Regime deportiert, gefangen, und ermordet wurden. Ein dunkles Kapitel zum Krieg, das hoffentlich noch viel mehr erforscht werden wird.
    Von der Autorin werde ich mir auf jeden Fall noch weitere Bücher besorgen.
    Einzig der Erzählstil war mir etwas zu "jugendlich" gehalten, aber das sollte wohl vielen jungen Lesern ein Anreiz sein, sich mit dieser Geschichte zu befassen.
  17. Cover des Buches Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein (ISBN: 9783492062299)
    Heather Morris

    Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Susanna_Schober

    Nicht ohne Grund, wurde dieses Buch ein Spiegel - Bestseller. Nicht nur, dass es erschreckend, unglaublich traurig und einprägend ist, was darin steht, die Autorin hat es auch geschafft, alles so zusammenzutragen, dass es am Ende dazu führt, Tränen in den Augen zu haben vor Erleichterung ...

    Cecilia Klein. Wer 'Der Tätowierer von Auschwitz' gelesen hat, weiss, wer diese junge Frau ist. Allen Obrigkeiten zum Trotz, hat sie überlebt, hat die schlimmsten Jahre ihres jungen Lebens hinter sich gelassen nur ... um dann wieder eingesperrt zu werden. Cilka, wie sie alle nennen, wird als Nazi-Sympathisantin nach Russland gebracht, wo sie eine 15 Jährige Haftstrafe absitzen soll. Zusammen mit etlichen Frauen wird sie in eine Hütte gesperrt, immer wieder vergewaltigt, bedroht und zur Zwangsarbeit gezwungen, bis sie einer Ärztin des Lagers auffällt und dort Hilfe bekommt ...

    Der Klappentext:

    1942: Cecilia Klein ist sechzehn Jahre alt, als sie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wird. Fasziniert von ihrer Schönheit, trennt der Kommandant des Lagers sie von den anderen Gefangenen und missbraucht sie regelmäßig. Cilka lernt schnell, dass ihre unfreiwillige Machtposition Überleben bedeutet. Doch nach der Befreiung von Auschwitz wird Cilka von den Russen als Kollaborateurin angeklagt und in das brutale Gefangenenlager Workuta in Sibirien geschickt. Dort steht sie vor neuen und gleichzeitig schrecklich vertrauten Herausforderungen. Unter unvorstellbaren Bedingungen muss sie die Kranken im Lager versorgen. Doch sie stellt auch fest, dass in ihrem Herzen trotz allem Elend noch Raum für Liebe ist.

  18. Cover des Buches Eiskalte Berührung (ISBN: 9783802584954)
    Kresley Cole

    Eiskalte Berührung

     (177)
    Aktuelle Rezension von: Vampir-Fan
    Als der Vampirkrieger Murdoch Wroth der schönen Walküre Daniela begegnet, entbrennt er in heißer Liebe zu ihr. Seit dreihundert Jahren ist sie die erste Frau, die solch tiefe Gefühle in ihm weckt, und er würde alles tun, um sie für sich zu gewinnen. Doch Daniela ist eine Eisfee, und ihre Berührung kann für Murdoch tödlich sein ...

    Eiskalte Berührung ist der 7. Teil der Immortals-After-Dark-Reihe der amerikanischen Autorin Kresley Cole. Wie wir es aus der Reihe kennen entführt uns die Autorin in die Welter der mytenwesen. In diesem Fall haben wir das Vergnügen mit einer
  19. Cover des Buches Wie Gräser im Wind (ISBN: 9782919808670)
    Ella Zeiss

    Wie Gräser im Wind

     (58)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Der Roman Wie Gräser im Wind von Ella Zeiss beschreibt die Geschichte zweier deutschstämmiger Familien, die ihre neue Heimat auf der Krim gefunden haben.  Wie viele Deutsche wanderten auch die Vorfahren der Familie Scholz einst nach Russland aus, nach Missernten und Krieg in Deutschland erhofften sie sich in Russland eine neue Heimat zu finden.

     

    Der Landwirt Wilhelm Scholz hat sich auf der Krim etwas aufgebaut und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf dem Land, bis eines Tages das Regime beschließt, dass er Haus und Grund aufgeben muss und binnen weniger Stunden verlassen soll. Er weigert sich, aber erfolglos und es bleibt ihm nichts anderes als Hab und Gut zu verlassen um sein Leben und das seiner Familie zu retten.

     

    Auch dem Lehrerehepaar Hilde und Samuel Pfeiffer  ergeht es ähnlich, auch sie werden vertrieben und auch sie müssen ihre Heimat verlassen.

     

    Es beginnt für beide Familien ein langer Weg durch die Weite Russlands, begleitet von Hunger und Kälte, Krankheit und Anfeindungen und Verhaftungen. Haben sie scheinbar ein Ziel erreicht ändert sich erneut der Weg und die Odyssee scheint kein Ende zu nehmen. 

     

    Sowohl die Familie Pfeiffer als auch Scholz werden immer wieder denunziert und müssen sich in Sicherheit bringen.

     

    Ella Zeiss ist ein spannender Roman gelungen, der auf wahren Gegebenheiten beruht.

    Der leichte Schreibstil war flüssig zu lesen.

    Ich hätte mir, wie bei so vielen Büchern, ein wenig Hintergrundwissen gewünscht, warum ist die Familie einst ausgewandert, was hat sie auf die Krim gebracht. Auch ein Personenverzeichnis wäre schön und idealerweise erfährt die Leserin im Vor- oder Nachwort von der Autorin die Parallelen zur eigenen Geschichte.

     

    Insgesamt ein gut zu lesender Roman, der die Leserin mitreißt und aufzeigt, wie grausam dieses Regime war und ist, welche Willkür herrscht, wenn sich der Bürger den Luxus einer eigenen Meinung gönnt.   Denunzierungen sind an der Tagesordnung, willkürliche Enteignung, menschenunwürdige Unterbringung und Behandlung. Nichts kann die Familien brechen und es bleibt der eiserne Wille zu überleben, so unwirtlich und lebensfeindlich die Umgebung auch ist. 

     

    Ein lesenswerter Roman der zum Recherchieren und Nachdenken anregt.

  20. Cover des Buches Auferstehung (ISBN: 9783423146555)
    Leo N. Tolstoi

    Auferstehung

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Shannon
    Um "Die Auferstehung" habe ich lange einen Bogen gemacht. Es gibt Schriftsteller in meinem Leben von denen ich immer noch ungelesene Bücher haben will - Tolstoi ist einer von ihnen. Er ist ein Meister. Ich könnte mich wochenlang in seinen Büchern verlieren.
    Nun gilt dieses Buch als schwierig. Nach der Lektüre liegt für mich auf der Hand wieso.
    Tolstoi setzt sich hier sehr lange und detailliert mit dem Thema Moral, Schuld, Sühne, Strafe und dem gesamten Justizsystem in seinem Land zu seiner Zeit auseinander. Das kann ermüdend sein, erlaubt aber auch Einblicke, die schockierend, mitleiderregend und aufrüttelnd sind.
    Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt. Reicher Adliger verführt junges Mündel seiner Tanten um sie anschließend fallen zu lassen. Das Mädchen ist schwanger und verliert das Kind, nicht aber das Stigma, das durch den Vorfall entstanden ist. Sie versucht einige Male Anschluss an die "anständige" Welt zu finden, scheitert aber immer an den Zudringlichkeiten der Männer bis sie sich diese schließlich zunutze macht und ihren Lebensunterhalt als Dirne verdient.
    Jahre später sitzt der Adlige als Geschworener eines Mordprozesses vor Gericht, erkennt in der Angeklagten die Gefallene und in sich die Ursache für ihren Fall. Nun findet eine moralische Wandlung statt. Unfähig die Mühlen der Justiz zugunsten der Angeklagten mahlen zu lassen, begleitet er die letztendlich Verurteilte auf ihrem Weg zur Zwangsarbeit in Sibirien.
    Auf diesem Weg schildert Tolstoi die Leiden der Gefangenen. Kurz hatte ich ihn im Verdacht alle Verurteilten und Gefangenen als unschuldig zu erklären, aber er macht doch hin und wieder klar, dass es durchaus zu Recht Verurteilte gibt, weist aber dennoch auf die Verantwortung der Gesellschaft und die Schuld derselbigen beim Verfall ihrer Mitglieder hin.
    Ich meine schon bei dem Werk das fortgeschrittene Alter des Autors herauslesen zu können. Er versucht meiner Meinung nach die im Laufe des Lebens erworbene Moral dem Leser schmackhaft zu machen. Ob ihm das gelingt, ist fraglich.
    Gold wert sind hingegen seine Einblicke in die russische Gesellschaft und die Lebensumstände in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da beschenkt unsere Hauptfigur großzügig seine Bauern mit Land und die können so gar nichts damit anfangen, im Gegenteil, jammern und bemitleiden sich noch ob des Geschenks. Festgefahrenes lässt sich nicht in kurzer Zeit ändern.
    Auch die politischen Gefangenen bringt Tolstoi uns näher und diesen Aspekt fand ich ob der zukünftigen, aber bereits erahnten Geschehnisse später, doch sehr lesenswert.
    Vier Sterne gibt es von mir für diese stark moralisierende Geschichte, in der sicherlich das mit aller Eindringlichkeit dargebrachte Plädoyer für Russlands Unterschicht die Hauptrolle spielt.
  21. Cover des Buches Roter Herbst in Chortitza (ISBN: 9783765509889)
    Tim Tichatzki

    Roter Herbst in Chortitza

     (17)
    Aktuelle Rezension von: vielleser18
    Was für ein bewegender Roman !

    Erzählt wird die Geschichte von Willi und seinem Freund Maxim. Willi gehört zu der Mennonitengemeinde von Osterwick, einem kleinen Ort in der Ukraine. Ihre Vorfahren kamen auf Einladung von Katharina der Großen aus Deutschland und besiedelten die Gebiete. Von den Menschen, die 1919, als die Geschichte beginnt,  in Osterwick lebten, hat kaum einer Deutschland je gesehen, dennoch werden Sprache und Traditonen von Generation zu Generation weitergegeben. Genauso wie das Rechts der Mennoniten auf Kriegsdienstverweigerung.
    1919 herrscht Bürgerkrieg. Der erste Weltkrieg ist zu Ende, der Zar gestürzt. Es herrst Gewalt und Willkür, Kämpfe zwischen den "Roten und den "Weißen" - und mittendrin Willi und sein Freund Maxim. Maxim und sein Vater konnten nach Osterwick flüchten, während seine Mutter und seine zwei Schwestern gefangen genommen wurden. Die kommende Zeit wird eine Zerreißprobe, nicht nur für die Freunde, sondern auch für die Dorfbevölkerung.
    Repressalien, Konfizierungen und hohe Abgabequoten, die erfüllt werden sollen. Sollte man sich wehren ? Wie lang kann alles ertragen und erduldet werden?
    Hier beginnt die Geschichte von Willi und Maxim und führt uns durch die bitteren Jahre bis 1947. Am Ende des Buches rundet noch ein Ausblick auf 70 Jahre später die Geschichte ab.

    Es ist keine reine fiktive Geschichte, es sind die Erinnerungen und Erlebnisse seiner Schwiegermutter, die der Autor Tim Tachatzki zu diesem Roman verarbeitet hat. Damit sie nie in Vergessenheit geraten. Ihre Geschichte ist die von vielen. Es sind die Erinnerungen an Zeiten des Umbruchs, der Willkür, der Diktatur und Krieg, geprägt von Gewalt und Hungersnöten, Zeiten, in denen es ums reine Überleben, aber auch um das Festhalten am Glauben ging. Es geht um die Opfer und ihr Leid, aber auch die Täter werden beschrieben.

    Die Sichtweisen verändern sich im Buch, die Grausamkeiten werden so ziemlich deutlich beschrieben. Keine leicht Lektüre, man fühlt und leidet mit. Nicht alles ist leicht zu ertragen. Dennoch ist es wichtig, dass es erzählt wird, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

    Von mir bekommt "Roter Herbst in Chortitza" volle Leseempfehlung. Wichtiges Thema, fesselnd erzählt  - die Geschichte einer Russlanddeutschen Familie, aber auch die einer dunklen Zeit.
  22. Cover des Buches Suleika öffnet die Augen (ISBN: 9783746634517)
    Gusel Jachina

    Suleika öffnet die Augen

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Die Zeitreise in die Welt einer im Rahmen der sowjetischen Entkulakisierung deportierten tatarischen Bäuerin fand ich eindringlich und spannend erzählt. Die Figur Suleika glaubhaft und ans Herz wachsend. Etwas befremdlich vielleicht, dass das Leben in Sibirien bei einigen Figuren als positiver Neustart beschrieben wird. Allerdings werden auch die Schattenseiten der Zwangsumsiedlung in eine unwirtliche Gegend nicht verschwiegen. 

    Insgesamt doch sehr lesenswert und nahegehend.

  23. Cover des Buches Der Rabe (ISBN: 9783328100027)
    Lionel Davidson

    Der Rabe

     (24)
    Aktuelle Rezension von: himbeerbel

    „Inmitten der sibirischen Steppe liegt ein Geheimnis begraben, von dem nur eine Handvoll Menschen wissen: ein unterirdisches russisches Forschungslabor. Offiziell existiert es nicht, und wer einmal dort ist, wird es nie wieder verlassen. Doch der Biologe Rogatschow weiß, dass das, was dort geschieht, nicht im Eis verborgen bleiben darf. Er schickt einen verschlüsselten Hilferuf an den einen Mann, der die Wahrheit ans Licht bringen kann: Dr. Johnny Porter, eigenwilliger Einzelgänger indianischer Abstammung, Mikrobiologe und Sprachgenie, begibt sich auf die lebensgefährliche Mission nach Sibirien.“

    So lautet der Klappentext, den ich hier komplett zitiere und der mich innerlich auf einen Thriller eingestimmt hat, der in der nahen Gegenwart spielt und von dem ich mir erhofft hatte, dass er mir eine spannende Geschichte über ein ominöses gefährliches unterirdisches Forschungslabor erzählen würde. Stattdessen wurde jedoch die lebensgefährliche abenteuerliche Geschichte von Johnny Porter erzählt, der sich zur Zeit des kalten Krieges auf den Weg macht, um die Geheimnisse dieses Forschungslabors ans Tageslicht zu bringen.

    Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos. Der Autor nimmt sich viel Zeit, um seinen Protagonisten darzustellen, ihn planen und handeln zu lassen. Das sorgt zwar stellenweise dafür, dass sich die Handlung zieht und man dem Buch die Bezeichnung Thriller aberkennen möchte, aber letztlich sorgt auch diese Genauigkeit in dem Aufbau des Charakters dafür, dass man ihm seine Taten schließlich auch zutraut. Alles ist logisch durchdacht und immer wieder gerät man darüber ins Staunen, wie ausgefeilt die Pläne des Protagonisten sind und wie wohl überlegt er zu jeder Zeit handelt.

    Und doch habe ich während des Lesens immer der im Prolog kurz erwähnten Forschungsstation entgegen gefiebert. Nach knapp 2/3 des Buches war es schließlich so weit, aber dieser Teil wurde für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt. Gerne hätte ich mehr darüber erfahren und war letztlich von diesem Teil der Geschichte eher enttäuscht.

    Gegen Ende nimmt dieser Thriller dann allerdings nochmal richtig Fahrt auf und mündet in einem runden schlüssigen Ende, bei dem keine Fragen mehr offen bleiben. Obwohl mir das Buch letztlich nicht die Geschichte geliefert hat, die ich ursprünglich erwartet hatte, konnte es mich dennoch überzeugen und ich habe es trotz einiger Längen gerne gelesen.

    Wer einen gut durchdachten und abenteuerlichen Thriller in Agenten-Manier lesen möchte, dessen Schauplatz überwiegend im eisig kalten Sibirien zur Zeit des kalten Krieges spielt, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.
  24. Cover des Buches Blood Promise (ISBN: 9781595143105)
    Richelle Mead

    Blood Promise

     (82)
    Aktuelle Rezension von: rosebud
    Original-Rezension: The emotional life of books

    Meine Meinung:

    Nach Shadow Kiss war ich erst einmal von dem Ende ziemlich mitgenommen und habe mir gesagt, du brauchst jetzt mindestens ein anderes Buch bevor du mit der Reihe weitermachen kannst. Gesagt getan, ich las also ein anderes Buch, doch war ich nicht einmal in der Hälfte dessen, als ich es nicht mehr ausgehalten habe und unbedingt Vampire Academy weiterlesen musste. Die Rezension wird übrigens ein wenig kryptisch, vor allem für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben, denn ich versuche sie so Spoiler frei wie möglich zu halten. Diejenigen, die das Buch aber schon gelesen haben, werden hoffentlich verstehen, auf was ich hinaus will.

    Zuerst sei gesagt, dass Blood Promise von der Story her ziemlich anders ist als all die vorherigen Bücher. Der Mittelpunkt der Geschichte ist nicht mehr die Academy, wodurch man andere Bereiche der Vampir-Gesellschaft nun näher kennenlernt.
    Der Grund dafür ist jedoch kein sonderlich erfreulicher. Denn der Hauptbeweggrund für Rose das zu tun, was sie nun macht, ist genau das, was mich am Ende des dritten Teils so fertig gemacht hat (diejenigen die die Reihe schon gelesen haben, werde – hoffentlich - den Sinn hinter diesen Sätzen erkennen).
    Jedoch hat es mir keineswegs gefallen, wie Rose damit umgegangen ist. Das war einfach so eine unüberlegte und komplett sinnlose Aktion, die sie eigentlich nur den Kopf kosten kann und zu sonst nichts führen würde – was von Anfang an klar ist. Auch das, was im Verlaufe des Buches passiert, besonders wenn DIE beiden wieder aufeinander treffen, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Klar trauert sie, aber ganz ehrlich: Ich persönlich finde, dass es überhaupt nicht zu der Rose passt, die ich in den vorherigen Bänden kennengelernt habe, wie sie sich dann gehen lässt, ihren Schmerz in dieser gewissen anderen Sache ertränkt und sich damit selber belügt. Die Rose die ich zu kennen geglaubt habe, hätte dagegen angekämpft und sich nicht in einem Loch verkrochen!
    Was ich auch etwas seltsam finde, ist, dass dort, wo Rose nun ist, jeder, auf den sie trifft, Englisch kann – und dass das dann auch noch so betont wird. Ein paar wenige Personen wäre ja noch realistisch, aber jeder einzelne? Nein, das halte ich nicht für sonderlich realistisch. 
    Schön finde ich hingegen, dass man durch die besondere Verbindung zwischen Rose und Lissa immer noch mitbekommt, was in der Academy passiert. Und das war für mich – um ehrlich zu sein – auch der spannendste Teil der Geschichte, auch wenn ich die „überraschende“ Wendung am Ende eigentlich schon relativ früh vorhersehen konnte. Dennoch ist dies der Teil der Geschichte, der wie gewohnt Action bereithält und den Leser in Atem hält.
    Zwar hat sich Blood Promise weiterhin sehr schnell und einfach lesen lassen, jedoch war es – was der Story zu verschulden ist – stellenweise ungewohnt zäh, sodass ich nicht immer in jedem Moment den Drang hatte, es unbedingt weiterlesen zu müssen, wie es sonst bei den vorherigen Bänden der Fall war. 
    Interessant finde ich jedoch, dass ich über das, was am Ende von Shadow Kiss passiert ist, relativ leicht hinweg gekommen bin. Am Anfang war ich zwar immer noch total traurig, doch das ist dann relativ schnell verfolgen, vor allem als man dann wieder auf ihn trifft. 

    Mein Fazit:

    Abschließend lässt sich also sagen, dass Blood Promise definitiv nicht mein Lieblingsband der Reihe ist. Ich bin einfach nicht recht mit Roses Verhalten klar gekommen und auch die Geschichte war nicht mehr durchgehen so fesselnd, wie ich es gewohnt war, auch wenn sie sich dennoch immer noch sehr schnell und leicht lesen lässt. Interessant ist jedoch, dass man in Blood Promise wieder mehr über die Vampir-Gesellschaft lernt und bisher unbekannte Aspekte kennen lernt. Trotz der leichten Schwächen kann ich das Buch – und die Reihe sowieso! - immer noch vollen Herzens weiterempfehlen.

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