Bücher mit dem Tag "siebenbürgen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "siebenbürgen" gekennzeichnet haben.

38 Bücher

  1. Cover des Buches Die Unschärfe der Welt (ISBN: 9783608983265)
    Iris Wolff

    Die Unschärfe der Welt

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

    „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff


    "Es gab Sehnsucht nach etwas, das verloren war, Sehnsucht nach etwas, das sich nicht erfüllt hatte, Sehnsucht danach, etwas zu finden, und manchmal auch danach, etwas zu verlieren."


    Rumänien / Banat - 20. Jahrhundert

    Hannes ist evangelischer Pfarrer und tritt seine erste Pfarrstelle im rumänischen Banat an. Seine Frau Florentine begleitet ihn dorthin und bringt einige Zeit später einen Sohn zur Welt, der den Namen Samuel erhält.

    „Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird?

    Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte?“


    Fazit:

    Iris Wolff erzählt eine bewegende Familiengeschichte in der es um 4 Generationen geht, wobei Hannes, Florentine und Samuel sozusagen der rote Faden dieser Erzählung sind.

    Die Geschichte spielt hauptsächlich im rumänischen Banat und so bekommen wir auch geschichtlich einiges von dieser Region geboten. Hier hätte ich mir an einigen Stellen allerdings die Auseinandersetzung mit der Diktatur in Rumänien und einem despotischen Ceaușescu-Regime etwas ausführlicher gewünscht.

    Die Autorin hat einen wunderschönen, sprachgewaltigen, jedoch auch einfühlsamen Erzählstil. Nach und nach lernen wir die einzelnen Protagonisten der Geschichte kennen. Dabei ist Wolff eine sehr genaue Beobachterin, die uns ihre verschiedenen Charaktere sehr detailliert und liebevoll vorstellt. Dabei hat jeder der Protagonisten so seine Eigenarten, seine Ecken und Kanten, die jene dadurch sehr authentisch erscheinen lassen. Es ist keineswegs ein reißerisches Buch, schon eher eine Geschichte mit wunderschönen stillen und nachdenklichen Momenten.

    Völlig zu Recht wurde „Die Unschärfe der Welt“ für den „Deutschen Buchpreis 2020“, den „Bayerischen Buchpreis 2020“, sowie dem „Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020“ nominiert.

    Das Taschenbuch erscheint bereits im Oktober diesen Jahres.


    Eine poetische und sehr warmherzige Familiengeschichte!



    Die ganze Rezension auch auf meinem Literaturblog:
    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2021/08/08/die-unscharfe-der-welt-von-iris-wolff/


    Besten Dank an den „Klett-Cotta Verlag“ für das Rezensionsexemplar.





  2. Cover des Buches Die Erfindung des Countdowns (ISBN: 9783423282383)
    Daniel Mellem

    Die Erfindung des Countdowns

     (52)
    Aktuelle Rezension von: hannelore259

    Daniel Mellem ht mit seinem Roman Die Erfinung des Countdowns versucht das Leben Hermann Oberths zu beleuchten, dabei aber durch das Fehlen eines roten Fadens bei mir eher viel Verwirrung gestiftet.

    Hermann Oberth lebt vor dem ersten Weltkriegs als Siebenbürgener Sachse in Siebenbürgen und sieht sich als Deutscher. Doch die Folgen des ersten Weltkriegs machen ihn offiziell zu einem Rumänen und damit auch für die Deutschen zwischen den beiden Weltkriegen zu einem Ausländer, den sie nicht zwingend in ihrem Land wollen.
    Hermann hat seit Kindertagen erstaunliche Ideen und einen brillianten Kopf, mit dem er aber immer wieder gegen Wände läuft.
    Er ist eine streitbare Person, die sich im Laufe seines Lebens von einem neugierigen, sonderbaren Wissenschaftler zu einem nationalistisch, rassistischen, verblendeten Mann entwickelt, den noch nicht mal seine lebensfrohe Frau wieder erkennt. 

    Leider war dieses Buch weitesgehend eine Enttäuschung für mich. Konnte ich anfangs noch Sympathie für  Hermann Oberth empfinden, so wandelte sich das Gefühl immer weiter in Unverständnis und Antipathie um. Die Ansichten des Wissenschaftlers wurden immer egozentrischer. Teilweise konnte ich aber auch durch sprunghafte Erzählweise nicht wirklich nachvollziehen was die verschiedenen Protagonisten antreibt. Vor allem die Beweggründe seiner Frau blieben mir unlogisch. Da wäre etwas mehr Tiefe von Vorteil gewesen. 

    Interessant sind natürlich die Denkanstösse, wie weit darf man im Sinne der Wissenschaft gehen, wann wird es unethisch. War Hermann Oberth das? Diese Frage wird nicht beantwortet. Man muß sich seine eigene Meinung bilden. Dazu kann man das Buch lesen, aber ein großer Wurf ist es aus literarischer Sicht für mich nicht.

  3. Cover des Buches Atemschaukel (ISBN: 9783596512034)
    Herta Müller

    Atemschaukel

     (262)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Eindringlich, wortgewaltig und unprätentiös schildert Herta Müller die Geschichte eines Rumäniendeutschen und dessen Schicksal in einem russischen Gefangenenlager nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erzählung lehnt sich an die eigenen Erfahrungen von Oskar Pastior, einem Lyriker und Übersetzter aus Siebenbürgen.


    Der Alltag in den Arbeitslagern ist von Mangel, Entbehrung und Grausamkeit durchsetzt. Trotzdem findet die Autorin eine Sprache, die weder anklagend noch schuldzuweisend ist, sondern sachlich und mit grosser Intensität das Los und die ganze Hoffnungslosigkeit dieser Menschen beschreibt. Dieses verdaut man als Leser nur stückweise und die unmenschlichen Zustände lassen einem sprachlos zurück.


    Eine beklemmende Lektüre einer grossen Schriftstellerin. Herta Müller wurde 2009 der Literaturnobelpreis verliehen.

  4. Cover des Buches Am Himmel drei Sterne (ISBN: 9783746636528)
    Maya Freiberger

    Am Himmel drei Sterne

     (37)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Puh, das war keine leichte Lektüre, zumal sie auf wahren Tatsachen beruht. Es geht hier um die beiden Schwestern Selma und Irma, die in den frühen Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts beide noch zu Hause bei ihren Eltern in Siebenbürgen leben. Sie gehören als Siebenbürger Sachsen zur deutschen Minderheit in Rumänien. Als Rumänien – ursprünglich Deutschland gegenüber treu - schließlich die Fronten wechselt und die rote Armee das Land besetzt, werden den Rumäniendeutschen ihre bürgerlichen Rechte aberkannt und viele der arbeitsfähigen Männer und Frauen werden zur „Wiederaufbauarbeit“ in sowjetische Lager gesteckt. Auch die beiden Schwestern ereilt dieses grausame Schicksal, obwohl Irma – geschwächt durch jahrelange Krankheit – mitnichten in einem arbeitsfähigen Zustand ist. Doch von russischer Seite wird keine Rücksicht darauf genommen und so beginnt für die jungen Frauen eine grausame Odyssee, für die einem fast die Worte fehlen …

    Die Schilderung des Lagers spiegelt die entsetzlichen Zustände und die grausamen Behandlungen auf realste Weise wider. Immer wieder wird mir beim Lesen schmerzhaft bewusst, was manche Menschen zu Lebzeiten ertragen müssen und dennoch ihren Kampfgeist und Lebenswillen nicht verlieren. Der Spruch „Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“ wird dem Erlebten nicht einmal annähernd gerecht. Der Schreibstil ist sehr stimmig, aber irgendwie konnte mich das Buch dennoch emotional nicht ganz erreichen, wofür ich ein klitzekleines Sternchen abziehe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem aussprechen, denn das Buch befasst sich mit einem Thema, das Aufmerksamkeit verdient und sicher nicht nur bei mir eine Wissensliste schließen konnte. Eine weitere wichtige Geschichte von vielen gegen das Vergessen und für den Kampf gegen Krieg und Unterdrückung. Dieses Buch verdient eine breite Leserschaft! 

  5. Cover des Buches Die Alchimistin (ISBN: 9783453419049)
    Kai Meyer

    Die Alchimistin

     (388)
    Aktuelle Rezension von: n8eulchen

    Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Aura Institoris, Tochter eines Alchimisten, wächst in einem düsteren Schloss am Meer auf. Auf dem Weg nach Zürich, wo sie ein Mädcheninternat besuchen soll, verliebt sie sich in den Mörder ihres verhassten Vaters und gerät mit ihm in einen Krieg zwischen Templern und Unsterblichen, der über Jahrhunderte voller Hass brodelt.

    Meine Meinung:
    - düstere Atmosphäre
    - durchweg fesselnd und spannend
    - teils grausame Szenen
    - detailreiche Landschafts- und Charakterbeschreibungen
    - gerade die detaillierten Beschreibungen in Verbindung mit dem leicht und schnell zu lesenden Schreibstil gefiel mir sehr.
    - leider blieben die Charaktere bezüglich ihrer Gedanken und Emotionen etwas farblos
    - die eigentliche Geschichte beginnt erst ab ca der Hälfte und ab da nahm leider auch die Spannung etwas ab, da das vorangegangene Rätseln von Antworten abgelöst wurde.

    Top oder Flop?
    - für mich persönlich eher Top

    Empfehlung?
    - Für Freunde von Genremix, historischen Romanen (Templer), Krimis/Thriller mit Fantasy/Mysterytouch

  6. Cover des Buches Die Erben der Nacht - Dracas (ISBN: 9783570306567)
    Ulrike Schweikert

    Die Erben der Nacht - Dracas

     (147)
    Aktuelle Rezension von: TamariasSpiegel

    Inhalt - ACHTUNG - SPOILER (Wer nicht zu viel wissen will, stoppt bitte spätestens nach dem ersten Absatz)

    Im vierten Jahr der Akademie der Vampire reisen die "Erben der Nacht" nach Wien zum Clan der Dracas, wo sie jedoch statt deren Expertise, der hohen Kunst des Gedankenlesens, zunächst einmal Walzer Tanzen und Fechten lernen. Während sich die anderen Erben sichtlich weiter entwickelt haben - nicht zuletzt Luciano, der inzwischen zu einem ansehnlichen jungen Mann herangewachsen ist -, fällt Ivys nach wie vor kindliche Erscheinung mehr und mehr auf und droht, ihr Geheimnis zu entlarven. Gleichzeitig spürt sie eine weitere, noch gewichtigere Bedrohung auf sich zukommen: Dracula, Stammvater aller Vampire, hat es nach wie vor auf sie abgesehen. Während ihr Schutz gegen ihn schwindet, kommt er immer näher - und schafft es schließlich, sie in seine Heimat Transsilvanien zu entführen. 

    Gleichzeitig stellt Franz Leopold die Freundschaft von Luciano und Alisa auf eine harte Probe. Dabei schienen sich die Wogen zwischen ihm und Alisa zu Beginn des Akademiejahres zunehmend geglättet zu haben. Tatsächlich hatten sie sich mehr und mehr angenähert (u. a. führt er sie zum Walzer Tanzen aus). Als Luciano sich jedoch in eine junge Adelige verliebt, die seine Zuneigung erwidert, ohne zu wissen, dass er ein Vampir ist, fühlt sich Leo in seiner Eitelkeit verletzt. Aus einem Impuls heraus nutzt er seine Geisteskräfte, küsst sie und versucht ihr einzureden, dass er doch die bessere Wahl für sie sei. Dabei kommt es zu einem Unfall, sie verletzt sich und Leo kann dem Geruch ihres Blutes nicht widerstehen. Er beißt sie. Im letzten Moment gelingt es ihm, von ihr abzulassen, bevor es für das Mädchen zu spät ist. Im Gegenteil zu Luciano, der nicht mehr in der Lage ist, sich zu beherrschen, als er die Geschwächte besucht und von den frischen Bissspuren gegen seinen Willen unwiderstehlich angezogen wird. Letztlich bleibt ihm nur noch die Wahl, sie sterben zu lassen oder zu wandeln. Als Alisa von Franz Leopolds Rolle in diesem Drama erfährt, stürzt sie sich mit dem Degen auf ihn - und landet unter seinen leidenschaftlichen Lippen. 

    Auch Latona weilt als Mündel von Bram Stoker gerade in Wien, der sich dort mit dem berühmten Vampirjäger Van Helsing trifft sowie dem Wissenschaftler Ármin Vámbéry. Als Bram von Ivys Entführung erfährt, lässt er alles stehen und liegen, um sie aus den Fängen Draculas zu befreien, begleitet von den beiden anderen Herren. Auch Ivys Freunde Alisa, Leo und Luciano zögern nicht, Ivy zur Rettung zu eilen, obwohl sie keine Ahnung haben, wie sie gegen den größten aller Vampirfürsten bestehen sollen. Zu allem Übel sind neben Dracula auch noch weitere blutrünstige Vampire hinter ihnen her - der Clan der Upiry, der die Erben bereits in Irland verfolgt hat. 

    In Transsilvanien kommt es zu einem Showdown, bei dem sich eine unwahrscheinliche Allianz bildet - und den Freunden das Erlernte aus den vorherigen Akademiejahren definitiv zu Gute kommt.


    Fazit:

    Mir hat dieser Band der "Erben der Nacht" bislang am besten gefallen. Er bietet eine schöne Mischung aus Spannung, unerwarteten Wendungen (dass Leo Lucianos Angebetete Clarissa beißt, hätte ich nie erwartet - und hätte ihm am liebsten die ganze Zeit das Buch über den Schädel gezogen ;)), einer schönen, plastischen Szenerie und ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH auch einer richtigen Portion Romantik. Zwischen den richtigen Personen, wohlgemerkt. Auf eine bestimmte Paarbildung habe ich schon seit vier Bänden gewartet :). 

    Schön finde ich auch, dass von Band zu Band die Handlungsstränge immer mehr zusammenfließen und auch in den vorherigen Bänden aufgeworfene Fragezeichen in den Folgebänden (zumindest teilweise) geklärt werden. Während mich die vielen Perspektiven und ständigen Wechsel zu Parallel-Handlungssträngen in früheren Bänden eher gestört haben, nimmt das im vorliegenden Teil immer mehr ab, da man jetzt weiß, wozu sie gut sind, mit den Charakteren warm geworden ist und begreift, dass alles irgendwie zusammengehört.

    Für meinen Geschmack manchmal zu genau sind allerdings nach wie vor die Beschreibungen historischer Details. Diese sind natürlich oft auch interessant und für die Handlung durchaus relevant, doch in abgespeckter Form hätten sie mir noch besser gefallen. Wobei diese natürlich auch einen schönen Hauch der Authentizität liefern und einen bei jedem Band ein bisschen hinzulernen lassen. Die Charaktere, deren Handlungsweisen und Geschichte finde ich persönlich allerdings noch viel, viel interessanter.


  7. Cover des Buches Am Abgrund (ISBN: 9783548251653)
    Wolfgang Hohlbein

    Am Abgrund

     (370)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Der Protagonist ist von Anfang an interessant und weiß nicht einmal selber, was er genau ist. Er gerät unfreiwillig in ein Abenteuer.


    Inhalt: Andrej will in das Dorf seiner Kindheit zurück kehren. Er möchte seinen Sohn wiedersehen und die Trauer um seine Frau verarbeiten. Doch im Dorf angekommen sieht er nur noch eine menschenleere Siedlung und im großen Wehrturm findet er die Leichen all jener, die er eben noch vermisst hat.

    Einzig ein Junge, ein Familienmitglied, aber eben nicht sein Sohn, hat überlebt und kann ihm erzählen, was passiert ist.

    Frederic und Andrej machen sich an die Verfolgung der Entführer und der Dorfbewohner, welche sie mitgenommen haben. Dabei stoßen sie auf ihre Widersacher und Andrej seine Weichheit sorgt später dafür, dass unschuldige Gasthausbesucher in einem höllischen Flammenmeer umkommen müssen.

    In Constanta angekommen, scheinen Frederic und Andrej so ziemlich an ihrem Ziel zu sein. Doch sie haben sich mit ziemlich zwielichtigen Leuten eingelassen, die Andrej jetzt in die Pfanne hauen.

    Andrej gerät in Gefangenschaft und in den Strudel von Machenschaften mächtiger Leute. Und er lernt etwas wichtiges über sich und seine Familie.


    Fazit: Oh man, schon wieder eine Reihe. Ich kann aber auch machen, was ich will. Jedes, aber auch jedes Buch, was mich in irgendeiner Form anmacht, was ich gern lesen wollen würde, ist Teil einer Reihe. - So auch hier. Einziger Vorteil: In diesem Fall handelt es sich um den ersten Band eben dieser Reihe. Und eins ist mal klar, wenn mich der Band hier überzeugt, dann werde ich mir wohl auch die folgenden noch irgendwie holen müssen. Da führt wohl kein Weg daran vorbei *seufz - Kann nicht mal jemand das Erschaffen von immer und immer wieder neuen Reihen einfach verbieten…. das wäre doch mal was. - Alles klar, es werden wohl die die nächsten 9 Folgebände auch noch werden.

    Der Start in die Reihe war spannend und authentisch. Hohlbein hat hier kein langes Vorgeplänkel gemacht und ist gleich voll in die Handlung eingestiegen. Gleich zu Anfang bin ich auf den Protagonisten neugierig geworden. Dass er nicht ganz “normal” ist, war mir von Anfang an klar und dass er so auffällig wenig über sich selber wusste, hat die Handlung nur noch zusätzlich aufgepeppt.

    Alles an der Handlung war so beschrieben, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam oder die Handlung gestoppt hätte. Ich hatte die ganze Zeit diesen Andrej vor meinem geistigen Auge, wie er mit seinen langen schwarzen Haaren den Schwarm aller Frauen verkörpert, gleichzeitig aber auch irgendwie naiv und unwissend durch die Welt tappt. - Ich bin wirklich klasse unterhalten worden und bereue die Lektüre in keiner Weise.


    Wie schon einmal gesagt, müssen hier unbedingt die Folgebände ran. Mich interessiert einfach, wie es mit diesem seltsamen jungen Mann weiter geht. Was er noch über sich lernt, wie sich sein Körper noch weiter verändert und was mit Frederic, sein kleiner Verwandter, noch wird.


    Ich kann dieses Buch wirklich ruhigen Gewissens empfehlen. Es ist zwar schon etwas älter, wenn man nach dem Erscheinungsdatum geht, aber der Leser wird gut unterhalten. Es hat Spannung, es hat Drama und es hat Mystik. Wolfgang Hohlbein hat hier ein Werk abgeliefert, was durchaus mit zu seinen besten gezählt werden kann.

    Aber Vorsicht, es handelt sich hier um den Auftakt zu einer Reihe. Ihr lauft Gefahr, da in eine wirklich spannende und umfangreiche Geschichte hinein zu geraten.

  8. Cover des Buches Zeiden, im Januar (ISBN: 9783803132680)
    Ursula Ackrill

    Zeiden, im Januar

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Corsicana
    Eine sehr interessante, anspruchsvolle Sprache, die ein wenig "altmodisch" wirkt, eben die Sprache, die die Rumänien-Deutschen gesprochen haben oder sogar noch sprechen. Sprache entwickelt sich bei Auswanderern eben anders. Man kann dies auch bei Herta Müller erleben. Und wie bei Herta Müller (auch Rumäniendeutsche) auch hier eine eher traurige, depressive Grundstimmung im Buch. 
    Zeiden im Januar wird nicht chronologisch erzählt sondern in vielen vielen Zeitwechseln und als Mosaik, dass der Leser selbst zusammensetzen muss.Das macht die Lektüre für den Leser schwierig. Der rote Faden ist ein Tag im Januar, dieser dient immer wieder als Ausgangspunkt für Rückblicke. Kein Buch für den Strand, kein Buch für Zwischendurch sondern für ein langes Wochenende im Winter. Dieses Buch muss man aufmerksam lesen und in Ruhe, sonst verliert man leicht den Überblick. Sprachlich und von der Komplexität her sicher 4 Sterne, das ist mein bisheriger Eindruck. Wobei mir bisher das Winterwochenende Zeit fehlt, um das Buch zu Ende zu lesen.
  9. Cover des Buches Der Vampyr (ISBN: 9783802581335)
    Wolfgang Hohlbein

    Der Vampyr

     (277)
    Aktuelle Rezension von: breathingfailure

    In diesem Teil des Buches geht es weiter mit Andrejs und Abu Uns Geschichte. Sie finden sich in Draculs Reich wieder und kämpfen gegen den Pfähler.


    Ich mag die Dynamik zwischen Andrej und Abu Dun, aber Andrej beginnt mir richtig auf den Keks zu gehen, da er immer und immer wieder seinem Unterbewusstsein nicht vertraut. Jedes Mal ist er derjenige, der seine Freunde und Mitmenschen, meiner Meinung nach, in unnötig gefährliche Situationen bringt. Er würde auch jedes Mal sterben, wären da nicht seine Mitmenschen. Die Naivität die er an den Tag legt, ist schrecklich.

  10. Cover des Buches Die Wahrscheinlichkeit des Glücks (ISBN: 9783492308212)
    Gisa Klönne

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks

     (38)
    Aktuelle Rezension von: fraeulein_lovingbooks
    Inhalt

    Die Astrophysikerin Frieda Telling glaubt nicht an Schicksal, sie verlässt sich lieber auf ihre Berechnungen. Doch als ihre Tochter Aline am Tag ihrer Verlobung vor ein Auto läuft und ins Koma fällt, wird ihr geordnetes Leben aus den Angeln gehoben. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Um Aline zu retten, muss Frieda über all ihre Schatten springen. Und sich dem Thema Liebe noch einmal ganz neu stellen.
    (Quelle: Klappentext)

    Meine Meinung

    Die Geschichte fing in meinen Augen sehr vielversprechend an: Frieda begegnet nach langer Zeit des Nicht-Sehens ihrer Tochter (Aline) wieder. Diese hat sie zu einer Aufführung, in der sie mitspielt eingeladen und möchte ihr im gleichen Zug den neuen Mann (Jan) an ihrer Seite zeigen. Die beiden haben sich vor kurzem verlobt. Frieda ist über diese Entwicklung nicht sonderlich begeistert und man merkt schnell, das das Verhältnis zwischen der Mutter und der Tochter lange sehr unterkühlt war.
    Am Abend des Wiedersehens wird Aline in einen Unfall verwickelt – lange ist es nicht klar, ob sie überleben wird. Jan und Frieda bleiban an ihrer Seite. Auch die Eltern von Jan bieten mentale Unterstützung. Zusätzlich kommt der Mann von Frieda aus den Staaten nach Deutschland und auch der Vater von Aline findet den Weg zu seiner Tochter.
    Bis dahin konnte mich die Story wirklich überzeugen, auch wenn mich die Kapitel aus Sicht des Schriftstellers (Arno) sehr irritiert und genervt haben. Es war in meinen Augen wirklich nicht interessant, wie er seinen Tagesablauf bestreitet.
    Nachdem Aline ein paar Tage im Koma lag und Frieda herausfindet, das sie aufgrund von einem zerschnittenen Kopftuch vor ein Auto lief, ging es für mich beim Lesen bergab.
    Das Buch liest sich ab hier wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die stellenweise vor Kitsch und unrealistischen Begebenheiten, die im wahren Leben nie so ablaufen würden, trotzte. Für mich war das kein Lesevergnügen.

    Mit den Charakteren wurde ich leider überhaupt nicht warm – für mich blieben sie alle sehr oberflächlich und uninteressant. Keiner der Hauptprotagonisten hatte die richtige Tiefe um eine Beziehung zu ihm aufzubauen – die Handlungen wirkten in sich nicht stimmig und langweilten mich sehr. Ich hätte das Buch sehr gerne abgebrochen, aber da es eine Rezensionsexemplar ist, habe ich nicht aufgegeben und mich durch die Kapitel gequält. Im Nachheinein hätte ich besser abbrechen sollen.
    Auch wenn das Kriegstrauma ein (für mich) interessantes Thema ist, ließ es mich hier kalt. Die Beschreibung erinnerte mich an eine Geschichtsunterrichtseinheit in der Schule und nicht an eine spannende Erzählung.
    Auch die Liebesgeschichten rund um Frieda, Graham, Paul und Arno wirkte zu übertrieben und war einfach nur ermüdent. Wie auch der Schreibstil, die gesamte Lesezeit war ein Kampf gegen die Langeweile.

    Leider kann ich keine Lese- oder Kaufempfehlung aussprechen, weil mir die Geschichte überhaupt nicht zugesagt hat.

    Schönstes Zitat

    „Man darf sich nicht täuschen lassen von dem, was man erwartet.“
    (Vater von Frieda, S. 242)

     Sterne


  11. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

     (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden
  12. Cover des Buches Die Schrift in Flammen (ISBN: 9783423143202)
    Miklós Bánffy

    Die Schrift in Flammen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Minoo
    Zusammenfassend geht es in dem ersten Band der Siebenbürger-Trilogie von Miklos Banffy vor allem um Ungarns Geschichte, die damalige Politik und Gesellschaft, Intrigen und natürlich die Liebe.

    Besonders genossen habe ich den ausschweifenden, eindringlichen Schreibstil. „Die Schrift in Flammen“ ist kein einfaches Werk und lässt sich nicht mühelos lesen. Doch selten lohnt sich die Mühe so sehr wie bei diesem Buch. Banffys Schreibstil ist wunderschön. Wie er die Menschen, die Natur, die Bälle und die Liebe beschreibt ist teilweise urkomisch, teilweise melancholisch und immer voller Leben. Natürlich muss man Gefallen, an seitenlangen (Natur-)Beschreibungen finden. Leser, die einen eher knappen Schreibstil bevorzugen, dürften sich hier langweilen und wenig Freude an dem Buch finden. Banffy selbst gehörte zum ungarischen Adel, was sicherlich zu der Authentizität der Geschichte und der Melancholie, mit welcher der Untergangs der Aristokratie beschrieben wurde, beitrug. Mit Ungarns Geschichte und Politik befasst sich der Autor sehr genau. Interesse an ebendieser sollte der Leser auf jeden Fall mitbringen. Als Laie fiel es mir schwer, den politischen Geschehnissen zu folgen, sodass ich während dem Lesen, Nachhilfe im Bereich der ungarischen Geschichte nahm. Alles konnte ich dennoch nicht ganz nachvollziehen, weshalb ich vor Band 2 auf jeden Fall noch einiges nachlesen möchte.

    Das Buch ist in sechs ungefähr gleichgroße Kapitel unterteilt. Die Leben der Protagonisten Balint und Laszlo sind sehr unterschiedlich. Während Balint ein sehr geordnetes und zielstrebiges Leben führt, ist Laszlo der Träumer, der etwas planlos durchs Leben schreitet und sich letzten Endes durch seine Spielsucht in den Ruin treibt.

    Gleich zu Beginn des Buches, wurden die Personen auf einem Ball vorgestellt. Mein erster Gedanke war, dass ich mir die Namen und deren Gesichter und Geschichten bestimmt nicht merken kann, das sicherlich aber auch nicht muss. Weit gefehlt. Trotz der ungewohnten Namen, konnte ich mir diese sehr gut einprägen. Dies war auch notwendig, da die Personen vom Anfang alle wieder vorkommen. Es ist nun mal ein geschlossener Kreis, in welchem sich die großen Familien des Landes bewegen.

    "Beim Anblick seiner Stupsnase, des runden Gesichts und des mächtigen Schnurrbarts hätte man meinen können, er sei ein alter Kater, der irgendwo eine Wurst gestohlen hat."  (S. 338)
    Die Charaktere zeichnete Banffy sehr detailreich und authentisch, sodass ich bei manchen Ekel empfand und mich auf andere freute. Manche verachtete ich zutiefst, anderen hätte ich gerne in ihrem Leid beigestanden. Besonders angetan war ich von dem groben und doch liebenswerten Nebencharakter Zakatas, dessen Bemerkungen ich immer mit einem Grinsen las.

    "Ihr Rindviecher! Ein Gast kommt an, und mir sagt niemand etwas! Ich werde euch alle so durchprügeln, dass ihr bis zu eurem letzten Tag Krüppel bleibt! Wo bist du, mein Vögelein?" Breit fuchtelnd kam er zwischen den Fliederbüschen zum Vorschein, während er sich immer wieder brüllend zurückwandte: "Ihr Esel, ihr Schweine", um dann erneut lächelnd Balint zuzurufen: "Lieb, dass du gekommen bist, du machst mir wirklich große Freude!"  (S. 558/559)
    Auch das Leben der Charaktere empfand ich als sehr spannend und authentisch. Der glamouröse Lebensstil der sich in Bällen und Pferderennen widerspiegelt, aber auch unterschiedliche Besuche, der Druck der Gesellschaft, die Lästereien und Intrigen habe ich unglaublich gerne gelesen. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz und in kaum einem Werk zuvor, habe ich so authentische und mitreißende Liebesgeschichten gelesen, wie in "Die Schrift in Flammen". Sowohl Balints Liebe zu Adrienne, als auch Laszlos Liebe zu Klara hat sich  mich zutiefst berührt und mitgerissen. Die Beschreibung, wie sich die Männer nach diesen Frauen sehnen ist unvergleichbar .
     
    "So wortlos verblieben sie noch lange; der Mann starrte an die Decke, die Frau, das Kinn in die Hand gestützt, wandte den Blick nicht vom Gesicht des Freundes. Lage Zeit verharrten sie in der unendlichen Stille ihres nach Liebe riechenden Heims, wo doch jeder Winkel von ihren vielen wilden Umarmungen wusste." (S. 659)
    Fazit: Die Mühe, die man beim Lesen aufbringen muss wird tausendfach belohnt. Dennoch sollte man Interesse an der ungarischen Geschichte sowie eine Vorliebe für den ausschweifenden Schreibstil mitbringen, um Banffys Meisterwerk wirklich genießen zu können.
  13. Cover des Buches Abends Gäste : Erzählungen 1930 - 1939 (ISBN: B003D7OFJO)
  14. Cover des Buches Kinder der Revolution (ISBN: 9783947706365)
    Silvia Hildebrandt

    Kinder der Revolution

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Darryl1208

    Vorneweg:
    Das Buch kann für sich alleine gelesen werden, da aber einige Spoiler drin sind, über die Handlung des vorherigen Bandes, würde ich, wenn ich nochmal zu tun hätte, erst "Die Stadz der Freiheit" lesen.

    Nachdem Sturz der Ceaucescus und dem Tod seines besten Freundes und seiner Lebensgefährtin fühlt sie Tiberiu völlig leer und versucht vor sich und seiner Vergangenheit wegzulaufen. Interessanterweise tut er das im Auto seines toten Freundes in dem er zu einer Jagdhütte fährt, die diesem gehörte. Da er in die Bürgerklriegsartigen Zustände in Targu Mures im Frühjahr 1990 verwickelt wird brechen seine Pläne, in der dortigen Abgeschiedenheit zu versuchen sich selbst und einen weiteren Sinn in seinem Leben zu finden, in sich zusammen. Während der Kämpfe in Targu Mures lernt er den Medizinstudenten Janko und dessen Partner den Arzt Leo kennen. In weiten Teilen des Buches wird dann das Jahr 1990 aus Sicht Tiberius beschrieben, seine Entwicklung bis April 2000 wird deutlich kürzer beschrieben, aber genauso interessant wie der Hauptteil des Buches.
    Sehr deutlich tritt im Buch hervor wie abhängig Tiberiu über weite Teile seines Lebens von der Familie Novak war und nach dem Tod deren jüngsten Sohnes Attila noch mehr ist. Bis auf seine alte Uniform aus Armeezeiten scheint Tiberiu nichts zu besitzen und alles was er nach Ende der Ceasescu Äera nutzt, gehörte einmal seinem besten Freund Attila. Diese Abhängigkeit wird gegen Ende des Buches noch deutlicher, als Tiberius Hauptbeschäftigung darin besteht für Frau Novak die Felder zu bestellen und er sich gleichzeitig von ihr beschimpfen lassen muß und sie seinen Liebhaber ns Gefängnis bringt.
    Das Buch ist sprachlich angenehm zu lesen und viele Situationen sind plastisch beschrieben, das man mit den Charakteren mitfühlt. Sehr gut gefallen hat mir, das das Buch mehrere einzeln schon schwierige Themen (Politische und Wirtschaftliche Situation im Rumänien der 1990er, Homosexualität) aufgreift und auf hohem Niveau mit einander verbindet. Es handelt sich zum Glück nicht um einen seichten Liebesroman vor historischer Kulisse, sondern um ein Buch das sehr zum nachdenken anregt und wo man sich regelmäßig fragt, warum sind Menschen so.
    Die Charaktere sind alle überzeugend beschrieben und verdienen in einzelnen Situationen echte Bewunderung. So zB Leo als er an seinem Hypokratischen Eid festhält und eine rumänische Faschistin verarztet, nachdem ihm eben jene Rumänen die Approbation entzogen haben, weil er ethnischer Ungar und Jude ist.


    Insgesamt ein hervorragender historischer Roman über eine Zeit und einen Krieg, den wir in Westeuropa weitestgehends verdrängt haben.

  15. Cover des Buches Das Paprika-Raumschiff (ISBN: 9783946046189)
    Sigrid Katharina Eismann

    Das Paprika-Raumschiff

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Kulturkorrespondenz

    Wo landet ein „Paprikaraumschiff“? Gewiss, ostwärts, wo zum Frühstück Paprika und „Paradeis“ serviert werden. In einer Region, in der man weiß, dass ein „Bizikel“ ein Fahrrad ist, eine „pungă“ eine Tüte und ein „bácsi“ ein ungarischer Onkel. Wenn eine Mutter mit ihrer Tochter in Richtung „Innere“ fährt, weiß hier jeder: Fahren die beiden nur eine Haltestelle mit der „Dschanga“ (Straßenbahn) und gehen ins „Dispensar“, ist die Tochter krank; bei mehreren Stationen ist die „Schul“ in der „Inneren Stadt“ das Ziel. In dieser Gegend liebt ein Mensch einen anderen, auch wenn er ihn eine „Sekatur“ nennt. Mit Eismanns Debüt-Roman tummeln wir uns, geografisch gesehen, in der Hauptstadt des Banats: in Temeswar/Timișoara und Umgebung. Doch verläuft die Reise eher in der Zeit. Sprunghaft geht’s aus der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder retour. Mal suchen wir die rebellischen Hotzen im Schwarzwald zur Zeit Maria Theresias auf; mal befinden wir uns mitten in der Kindheit der Ich-Erzählerin. Und wenn wir uns gerade in diese versenkt haben, wird’s ungemütlich: Es schlägt die Stunde der poetischen Zeit, in der Beobachtungen in Emotionen umschlagen; den einen oder anderen Satz müssen wir zwei-, dreimal lesen, um ihn zu enträtseln. Die aus Temeswar stammende Autorin ist nämlich auch Lyrikerin. „Die Erinnerung an meinen Ota ist ein ausgeleierter Pullover mit großen Löchern.“ Der Ota (mütterlicherseits) ist ein Temeswarer „Tausendsassa“. Hat er Hunger, muss man „die Speis verriegeln“. Wenn die „zerbrechliche Nee- Oma“ (väterlicherseits) Zeugin seiner Verwandlung in einen „Wolf aus dem Siebenbürger  Märchenbuch“ wird, bleibt ihr der Atem weg. Doch in Ceaușescus Rumänien „dampfen“ immer seltener „Köpfe und Küche“. Wehe, wenn der Kopf dampft und man sagt etwas Falsches! Wehe, wenn man sich zu spät in der Schlange anstellt und mit leeren Tüten nach Hause geht! Wenn es mal zu Weihnachten Orangen gibt, glaubt man gerne ans Wunder vollbringende Christkind. Doch Oma hat Schlimmeres erlebt: Als 44-Jährige wurde sie aus ihrem „Obstgartendorf in die südrumänische Steppe deportiert und unter freiem Himmel ausgespuckt“. Wer in einem „Erdloch“ überlebt hat, lässt sich von Sachbearbeitern, die fragen: „Wo haben Sie denn so gut Deutsch gelernt?“, nicht einschüchtern. Von Ahnungslosen, die nicht wissen, dass es in Südosteuropa deutsche Schulen und Bühnen gibt, dass sich Menschen, die von dort nach „Taitschland“ kommen, über ihren Flüchtlingsausweis wundern: „Sind wir wieder Flüchtlinge?“ Eismanns banatschwäbische Familiengeschichte präsentiert sich als eine üppige Erinnerungstafel. Mit Vișinată, Paprikasch, Sarmale – doch vor allem mit viel Humor.

    Veröffentlicht im Magazin Kulturkorrespondenz östliches Europa 

    (Juli / August 2021), geschrieben von Ingeborg Szöllösi

  16. Cover des Buches Dracula (ISBN: 9783958705166)
    Bram Stoker

    Dracula

     (953)
    Aktuelle Rezension von: SorenVC

    Es war an sich viel besser als Frankenstein, da es sich nicht so oft wiederholt hat und es war auch kreativer. Wusstet ihr, dass sich Dracula auch in einen Wolf verwandeln konnte? Ich nicht. Es hatte ein paar Höhepunkte, aber der Schluss war nicht sehr amüsant. Dafür, dass es Dracula Original ist, hätte ich mehr vom Ende erwartet. Na ja, aber es ist DRACULA.

  17. Cover des Buches Das dunkle Herz der Welt (ISBN: 9783426517604)
    Liliana Le Hingrat

    Das dunkle Herz der Welt

     (65)
    Aktuelle Rezension von: DANTE
    Vladislav Barasab Draco, Sohn des Walachischen Fürsten, wächst an König Sigismunds Hof auf Endlich steht die lang ersehnte Zeremonie zur Aufnahme in den berüchtigten Drachenorden bevor. Auch sein langjähriger Freund und Kampfgefährte Janos Hunyadi reist zu den Feierlichkeiten an. Doch rund Sigismunds Hof werden unzählige Intrigen gesponnen und Vladislav und Janos werden schnell zum Spielball der Mächtigen. Die Freundschaft bekommt erste Risse als Vladislav obwohl er verheiratet ist ein Verhältnis zu Clara, an die Janos schon sein Herz verloren hat unterhält.
    Bald nach der Zeremonie werden sowohl Vladislav als auch Janos von Sigismund beauftragt in dem Kampf gegen die Osmanen zu ziehen. Wird die Freundschaft der beiden wird auf eine harte Probe gestellt, wird sie den Intrigen standhalten können...?

    In diesem Roman lernt man den berüchtigten Walachen, sonst immer bekannt als blutrünstiger Vampir, einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen.
    Die Geschichte ist somit einer solchen Anschaulichkeit erzählt, dass man sich schnell mitten im Geschehen wieder findet und an Vladislav´s und Janos´s Seite durch die Lande reitet. Gespannt verfolgt man die Geschichte der beiden Freunde und merkt gar nicht wie schnell man durch die fast 800 Seiten saust.
    Ein wirklich toller und auch lehrreicher Roman den jeder der historische Romane mag lesen sollte. Auch das Hörbuch mit Stephan Benson als Erzähler kann ich uneingeschränkt empfehlen.
  18. Cover des Buches Ankunft Konjunktiv (ISBN: 9783518409053)
    Franz Hodjak

    Ankunft Konjunktiv

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Reiseführer Siebenbürgen (ISBN: 9783897945975)
    Birgitta Gabriela Hannover Moser

    Reiseführer Siebenbürgen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: KerstinTh

    Siebenbürgen hat mehr zu bieten, als Graf Dracula. Den Reisenden erwarten eine herrliche Landschaft, sowie schöne Städte und Dörfer. Eine Reise nach Siebenbürgen ist wie eine Reise in eine andere Welt oder in die Vergangenheit. Neben der idyllischen Ruhe gibt es auch quirlige Großstädte zu entdecken.

    Die Einleitung ist ausführlich und interessant geschrieben/gestaltet. Der Leser erfährt die wichtigsten Informationen zu „Land und Leute“, in Bezug auf Geografie, Geschichte, Bevölkerung, Religion und Kultur. Der Hauptteil des Reiseführers ist in vier Teile unterteilt. In diesen Kapiteln wird auf die vier Regionen Süden, Westen, Norden und Osten Siebenbürgens eingegangen. Hier werden die wichtigsten/größten Städte genannt und näher beschrieben. Zu diesen gibt es auch eine Box mit Fakten, wie Websiteadresse, Größe, Einwohnerzahl, Kennzeichen oder der Vorwahl. Außerdem folgen ein paar Hotel- und Restauranttipps. Sowie Hinweise, was der Besucher unbedingt sehen sollte. Für meinen Geschmack hätten es mehr Tipps sein können. Weiter liegt auch Kartenmaterial für die einzelnen Innenstädte vor. Allerdings dienen diese nur dem groben Überblick. Neben den größeren Städten werden auch einige kleine erwähnt, falls es dort etwas zu entdecken gibt. Positiv gefallen haben mir die Bilder, sie bieten (zumindest) einen kleinen Einblick in die Landschaft Siebenbürgens. Leider waren diese meist recht klein. Weiter enthält dieser Reiseführer auch viele allgemeine Hinweise und Tipps für eine Reise nach Siebenbürgen. Zum Beispiel der Hinweis auf die schlechten Straßen, so dass mit einem höheren Reifenpannenrisiko gerechnet werden muss. Sehr gefallen hat mir, dass am Ende des Buchs noch ein kleiner Sprachführer abgedruckt ist, der die wichtigsten Worte/Sätze auf Rumänisch enthält. Im Großen und Ganzen hat mir dieser Reiseführer gefallen, obwohl er stellenweise nicht so gut recherchiert ist. Ich würde diesen Reiseführer eher Siebenbürgen-Neulingen empfehlen. Sein Format ist handlich und passt in die Handtasche oder den Rucksack. Allerdings wiegt der Reiseführer knapp einen halben Kilo.

    Von mir erhält dieser Reiseführer vier von fünf Sternen.
  20. Cover des Buches Ein Lied aus Tränen (ISBN: 9783737556712)
    Kerstin Hornung

    Ein Lied aus Tränen

     (17)
    Aktuelle Rezension von: schafswolke
    Dorothea und Eric sind ein Traumpaar. Gefunden haben sie sich durch die klassische Musik, denn Eric war Dorotheas Klavierlehrer. Nur ihr gemeinsamer Kinderwunsch ist bisher unerfüllt geblieben und nach mehreren Fehlgeburten beschließt Dorothea auf Kinder zu verzichten. Obwohl Dorothea eine sehr begabte Klavierspielerin ist kann sie sich nicht mehr wie früher an der Musik erfreuen, sehr zum Kummer ihres Mannes. Als Dorothea dann auch wieder den Kontakt zu alten Freunden aus ihrer Heimat Rumänien aufnimmt, ist Eric davon gar nicht begeistert. Er merkt zwar das es Dorothea gut tut, aber er selbst erträgt es nicht, dass Dorothea auch ohne ihn glückich sein kann.
    Dabei soll doch Dorothea doch nur eins: nämlich nur mit Eric allein glücklich sein!
     
    Mich hat "Ein Lied aus Tränen" sehr an das "Phantom der Oper" erinnert und das war laut der Autorin auch kein Zufall. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich musste mich erstmal an die verschiedenen Erzählperspektiven gewöhnen, aber das ging dann doch schneller als zuerst gedacht. Die Figuren sind emotional gut ausgearbeitet und man kann sie sich gut vorstellen.

    Von mir gibt es 4 Sterne für eine spannende Geschichte um Liebe und Besessenheit.
  21. Cover des Buches Wenn die Adler kommen (ISBN: 9783404142378)
    Hans Bergel

    Wenn die Adler kommen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Rock-n-Roll
    Wenn die Adler kommen, die Geschichte einer Familie aus Siebenbürgen von Hans Bergel, ist eine wunderbar erzählte Geschichte aus der Perspektive des jungen Peter, der in Rosenau bei Kronstadt behütet mit und in der Natur auf wächst. Das Buch ist voller schöner Landschaftsbeschreibungen und erzählt von der längst vergessenen Welt der Siebenbürger Sachsen zwischen den Weltkriegen; somit ist dieses Buch lesenswert für alle, die sich für die Geschichte Osteuropas interessieren. Teilweise werden über Seiten hinweg politische Zusammenhänge und aktuelle Geschehnisse der Zeit beleuchtet und so mit der Familiengeschichte verwoben, dass es keinesfalls für den Leser langweilig wird. Man sollte jedoch ein gewisses Interesse mitbringen, denn es ist nicht ganz einfach zu lesen. Was den Leser absolut fesselt, ist die spürbare Veränderung der Stimmung mit dem Näher rücken des zweiten Weltkrieges. Alles läuft darauf hinaus, dass die politischen Veränderungen der späten 30er-Jahre in Deutschland Unruhe in die Familie bringen; Teile der Familie sind Hitler-Deutschland nicht abgeneigt, nachdem Siebenbürgen an Rumänien fiel und nun viele Deutsche das Gefühl haben von den Rumänien in ihrem „eigenen Land“ regiert und vor allem diskriminiert zu werden. Somit sind die vielen Details über das Verhältnis von Rumänen, Zigeunern und Deutschen untereinander sehr spannend. Familie Hennerth hat Freunde unter allen Völkern, was die Frage aufwirft, ob die Realität nicht doch anders aussah. Der Adler kommt mehrfach im Buch vor, unter anderem im Wappen der Hohenzollern Familie, dann als Aasfresser nach dem tragischen Unfalltod einer ganzen Familie und schließlich als Abzeichen auf der Uniform deutscher Soldaten, die am Ende immer näher Rücken. Der Autor lebte lange Zeit in Kronstadt und siedelte nach München über. Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie, die das Leben in Siebenbürgen für die Nachwelt erhalten soll. Der zweite Band ist unter dem Titel Die Wiederkehr der Wölfe, erschienen und beschreibt das Leben der Hennerths nach der Übersiedlung von Rosenau nach Kronstadt.
  22. Cover des Buches Das Karpatenschloss (ISBN: 9783868209587)
    Jules Verne

    Das Karpatenschloss

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Annesia
    Es freut einen immer selbst, wenn man aus der Fülle von Büchern etwas so gigantisches herauszieht. Das Werk von Jules Verne war nicht nur unheimlich und spannend, sondern auch angenehm zu lesen und toll geschrieben.
    Von einem kleinen Dorf in den Karpathen aus, kann man ein altes Schloss sehen. Eines Tages entdeckt ein Schäfer Rauch aus dem Schloss aufsteigen und bald machen sich zwei Dorfbewohner auf, um herauszufinden was dort vor sich geht. Doch nicht nur der Weg dorthin ist gefährlich.
    Ich bin im Allgemeinen ein Fan von spannender und mysteriöser Literatur und von daher freut ees mich besonders, ein so gutes Buch gefunden zu haben und ich kann es nur weiterempfehlen!
  23. Cover des Buches Maffay - Auf dem Weg zu mir (ISBN: 9783442155811)
    Edmund Hartsch

    Maffay - Auf dem Weg zu mir

     (3)
    Aktuelle Rezension von: winni123
    Eine beeindruckende Biografie-eine beachtliche Karriere, die immer noch anhält.
    Wie bei allen großen Musikern egal welcher Generation sie angehören oder welchem Genre sie zugehörig sind, es bleibt nicht viel Zeit und Muse ausserhalb deines Lebenstraumes. Nur so wird man wohl zu einer Legende.
    Ich glaube es war eine "Höllenarbeit" alles zu recherchieren und zusammen zu tragen. Es dauerte meines Wissens über 2 Jahre das Buch so zu gestalten, dass auch PM zufrieden war. Er outete sich auch da als Perfektionist.
    Sehr viele Fotos und persönliche Statments runden diese Biografie ab. Ein gelungenes Werk. Lesenswert auch für die(z.B. mich) die kein ausgespochener Fan dieses Künstlers sind.
  24. Cover des Buches Leeres Versprechen (ISBN: 9783957443083)
    Evelyn Barenbrügge

    Leeres Versprechen

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ursula_Meyer
    Evelyn Barenbrügge bietet einen interessanten und offenbar gründlich recherchierten Einblick in das ländliche Leben im Sauerland und im Siebenbürgen des späten achtzehnten Jahrhunderts. Getrieben von der Hoffnung auf Steuerfreiheit  und leichtere Lebensbedingungen schließt sich die Bauernfamilie Baumann  in Attendorn einem Auswanderertreck nach Österreich an. Doch in Wien angekommen, werden sie weiter nach Siebenbürgen geschickt und landen schließlich in der Stadt Simeria (Siebenbürgen). Wie der Titel schon andeutet, bleiben die Aussiedler dort völlig auf sich allein gestellt und müssen sich mit primitivsten Mitteln eine Existenzgrundlage schaffen. Sie fallen Naturgewalten, Seuchen und Hungersnöten zum Opfer, und Agnes Baumann stirbt bei der Geburt ihres Kindes, sodass von der Familie nur noch Kaspar und seine kleine Schwester Marie zurück bleiben. Und so machen sich die beiden Kinder auf den weiten Rückweg in die Heimat.   
    Mir persönlich war diese Aussiedlungspolitik des Habsburgischen Kaiserreichs, dem es lediglich darum ging, entlegene und unzugängliche Ländereien nutzbar zu machen, unbekannt. Umso interessierter habe ich das Schicksal dieser betrogenen und mit ewig neuen Versprechungen hingehaltenen Menschen verfolgt.

    Das Buch ist flüssig geschrieben und weckt im Leser Mitgefühl. Allerdings hat es einige Längen. So wird die Spannung durch langatmige Beschreibungen (u.a. die Schifffahrt auf der Donau) und Dialoge (im Laufe der wochenlangen Fußmärsche) unterbrochen.
    Trotzdem würde es mich interessieren, wie es mit den beiden Geschwistern weitergeht. Empfehlenswert für Liebhaber historischer Geschichten.       




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