Bücher mit dem Tag "sioux"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sioux" gekennzeichnet haben.

41 Bücher

  1. Cover des Buches Auf den zweiten Blick (ISBN: 9783492263115)
    Jodi Picoult

    Auf den zweiten Blick

     (171)
    Aktuelle Rezension von: Storyteller98
    Nachdem ich bereits viele der Picoult-Romane gelesen habe, kann ich von diesem sagen, dass es mich nicht enttäuscht hat. Aber auch nicht übermäßig begeistert. Es ist wohl schwierig, noch beeindruckender zu schreiben als in beispielsweise "Ein Lied für meine Tochter" oder "In den Augen der anderen". Dieser Roman verschafft einen intensiven und ehrlichen Blick auf das Thema häusliche Gewalt – wie immer wählt die Autorin somit ein wichtiges Thema, das wohl jeden Leser ansprechen und mehr oder weniger betreffen mag.
    Sympathisch an diesem Buch fand ich vor allem auch den Einblick in das Leben des Indianerstammes, welches man gemeinsam mit Protagonistin Cassie entdecken kann. Besonders das Ende des Romans sagte mir sehr zu, denn es ist authentisch und passend.

    Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, jedoch mit einigen Schwächen im Vergleich zu anderen Büchern der Autorin.
  2. Cover des Buches Der scharlachrote Pfad (ISBN: 9783941485235)
    Kerstin Groeper

    Der scharlachrote Pfad

     (29)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Wild ging es zu, als diverse Indianerstämme noch Kriege gegeneinander führten, Frauen und Kinder raubten und an ein freies Leben glaubten. Doch zum Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich alles. Die Indianer mussten ihre Lebensweise umstellen und wurden den von Weißen aus ihren Jagdgebieten vertrieben. 

    Neun Jahre lang begleitet die Autorin eine fiktive Familie und beschreibt deren Leben ebenso, wie die Stammesbräuche. Als Leser erfährt man, wie Familien auseinander gerissen und neu zusammengestellt werden. Man sieht die Kinder aufwachsen und das Streben der Jungen danach, Krieger zu werden. Auch wenn die Autorin in ihrem Nachwort schreibt, dass die sich weniger für die Kriegsführung und die Kämpfe interessiert, kommt sie nicht umhin, auch diese zu beschreiben. Besser gefallen haben mir allerdings die Szenen, die das Alltagsleben der Indianer zum Inhalt haben.

    Ebenso wie die Jahreszeiten wiederholen sich viele Verhaltensweisen und Erlebnisse der Indianer in der ersten Hälfte des Romans. Beinahe hätte ich die Lust am Weiterlesen verloren. Dabei hatte ich vor Jahren schon „Im fahlen Licht des Mondes“ von Kerstin Groeper gelesen, das mir sehr gut gefallen hatte. Beim „scharlachroten Pfad“ (ihrem ersten Roman) gelang es der Autorin erst etwa ab der Hälfte, mich in gewohnter Weise einzufangen. Da kannte ich die Personen und verfolgte atemlos mit, wie die Weißen mit Amerikas Ureinwohnern umgingen, so dass sie über die Grenze nach Kanada flüchten mussten, um ihr Leben zu retten.

    Sieben Bücher über das Leben von Indianern hat Kerstin Groeper inzwischen veröffentlicht. Die Idee dafür entstand bereits in den 80er Jahren, als sie in Kanada lebte und die Reservation „Wood Mountain“ in Saskatchewan besuchte und die Geschichte einer Lakota-Gruppe erfuhr. 

    Obwohl mich der Anfang des Buches teilweise langweilte und maximal drei Sterne wert war, fand ich den zweiten Teil so spannend, dass insgesamt doch eine vier-Sterne-Wertung zustande kam. 

  3. Cover des Buches Tausend Monde (ISBN: 9783958297753)
    Sebastian Barry

    Tausend Monde

     (9)
    Aktuelle Rezension von: nonostar

    "Tausend Monde" knüpft an das Buch "Tage ohne Ende" an, in dem wir die beiden Unionssoldaten Thomas McNulty und John Cole kennen lernen. Die beiden werden ein Paar und adoptieren irgendwann ein Lakota-Mädchen. Dieses Mädchen, genannt Winona, erzählt nun ihre Geschichte. Ein geschichte von der ersten Liebe und Freundschaft, vielleicht von einer Vergewaltigung und einem Mord. Aber auch eine Geschichte davon, wie es ist als lakota-Mädchen aufzuwachsen, die Familie zu verlieren und wieder eine neue zu finden und davon, wie es ist, als Außenseiter und in ständiger Gefahr zu leben.

    "Tage ohne Ende" habe ich nach ca. der Hälfte abgebrochen. Ich kam mit dem abgehackten Schreibstil und der verwirrenden Handlung und Sprache nicht wirklich zurecht und auch die beiden schwulen Männer konnten nicht zu mir durchdringen. Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen an "Tausend Monde" und zu Beginn hatte ich auch ein eher schlechtes Gefühl. Doch dann hat sich Winona in mein Herz geschrieben/erzählt. Sie erzählt auf sehr einfühlsame Weise, wie sich das Leben für sie gestaltet, was sie fühlt und erlebt. Und auch ihre beiden Ersatzväter sowie die anderen Bewohner der Farm haben sich mir dadurch in einem ganz neuen Bild gezeigt. Plötzlich hatten sie Kontur und wurden mit Leben gefüllt, was ich in "Tage ohne Ende" so schmerzlich vermisst hatte.

    Winona ist nicht unbedingt die zuverlässigste Erzählerin, sie springt manchmal in der Zeit zurück, ein ander Mal greift sie voraus und vieles was geschehen ist, erinnert sie nicht mehr richtig. Dennoch hat mich das nie gestört. es offenbart Winonas Innerstes, das sich eben nicht so zuverlässig chronologisch darstellt. Winona selbst ist eine sehr faszinierende junge Frau. Sie ist intelligent, mutig und versucht ihren Weg zu gehen, egal welche Steine auf dem Weg liegen. Und davon gab es so einige in ihren erst 17 Jahren. Dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen, sie steht zu sich selbst und entwickelt sich zu einer starken Frau.

    Mit "Tausend Monde" hat Sebastian Barry ein sehr ergreifendes und einfühlsames Buch über ein kleines Mädchen geschrieben, das zu einer mutigen jungen Frau heranwächst, die ihren Weg unbeirrbar verfolgt.

  4. Cover des Buches Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses (ISBN: 9783426628041)
    Dee Brown

    Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Wiosna
    Dieses Buch zeigt auf, wie die Eroberung des amerikanischen Kontinents durch die "Weißen" aus Sicht der Ureinwohner ablief. Schonungslos stellt Dee Brown dar, wie rücksichtslos und brutal der "Weiße Mann" bei der Okkupation des Kontinents vorging.

    Dieses detailliert recherchierte Buch sollte Pflichtlektüre für alle werden, die den "Amerikanischen Traum" bejubeln - er wurzelt in einem blutgetränkten Boden.
    Es wird aufgeräumt mit dem durch seichte "Wild-West-Filme" verbreiteten Bild des "bösen Roten", der die "armen Weißen" abschlachtet.

    Millionenfaches Leid auf Seiten der Ureinwohner - und nur wenige interessiert es. Schaut auf die aktuelle Situation der "Indianer". Es macht fassungslos. Die Verbitterung ist nachvollziehbar.

    Ein wichtiges Buch.
  5. Cover des Buches Verlorene Welten: Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700-1910 (ISBN: 9783608949148)
    Aram Mattioli

    Verlorene Welten: Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700-1910

     (10)
    Aktuelle Rezension von: SiCollier
    Die Zerstörung des indianischen Nordamerika darf als Schlüsselereignis nicht mehr länger aus der Geschichte der USA wegretuschiert werden, gerade weil viele Amerikaner diese Katastrophe jahrzehntelang ausblendeten oder sie in ihrer Bedeutung bis heute kleinreden. (Seite 348)

    Meine Meinung

    „Es ist nicht möglich, alle an California Indians verübten Massenmorde zu thematisieren, weil es schlicht zu viele an der Zahl sind.“ (S. 210) Der Satz stand bei der Überlegung, welches Zitat ich über meine Rezension stelle, mit zur Auswahl. Immerhin hat er es an den Beginn der Rezension geschafft und deutet so auf zweierlei hin: daß es weder im Buch noch in der Rezension möglich ist, alles Relevante zu erwähnen (weil es schlicht zu viel ist) und wes Geistes Kind die heutigen USA sind, was zu deren Verständnis hilfreich ist.

    Selten hat mich ein Buch dermaßen wütend zurückgelassen wie dieses. Und das, obwohl (oder gerade deswegen?) der Autor in durchweg sachlicher, aber gut lesbarer, Sprache die historischen Ereignisse schildert. Daß er sich diese nicht aus den Fingern saugt, mag die übergroße Anzahl von Quellenhinweisen am Ende des Buches bezeugen.

    Zu Beginn führt er aus, daß es heute drei Positionen zum Untergang der Indianer gibt: die erste besagt, daß der Untergang nicht gewollt passierte, sondern eine „unbeabsichtigte Nebenfolge“ (S. 22) der Westexpansion war. Der zweite ist der Meinung, daß die nordamerikanischen Indianer seit Beginn der europäischen Expansion „Opfer eines gezielten und systematisch betriebenen Völkermordes“ wurden. (S. 22f) Der dritte schließlich besagt, daß die erstgenannten beide nicht zutreffend sind, sondern daß die Indianer an verschiedenen einzelnen Formen der Massengewalt, wie zum Beispiel Todesmärsche bei Umsiedelungsaktionen, Unterversorgung in Reservaten, Kindeswegnahmen, Massakern (vgl. S. 24f) unter gingen, diese insgesamt jedoch nicht die Bedingungen der Genozidkonvention vom 9. Dezember 1948 erfüllen würden.

    Das Buch selbst ist in einzelne Kapitel, die sich mit jeweils einer Großthematik, wiederum unterteilt in bestimmte Regionen bzw. Nationen, befassen aufgeteilt. So entsteht für die Zeit ab etwa 1700 bis in die Neuzeit ein sehr umfangreiches und detailliertes Bild dessen, was durch die Besiedelung des Westens durch die Amerikaner den dort seit Jahrhunderten lebenden indigenen Völkern widerfahren ist. Sicherlich würde eine Gesamtdarstellung aller Nationen samt deren Schicksal den Rahmen dieses (und auch jedes anderen Buches) sprengen, aber dadurch, daß wesentliche Schwerpunktthemen behandelt werden, erhält der Leser doch ein recht vollständiges Bild jener Ereignisse, die oft als „Eroberung des Wilden Westens“ verklärt dargestellt werden.

    Neu waren für mich die Ausführungen dazu, weshalb sich viele Nationen mit den Briten und/oder Franzosen gegen die Amerikaner verbündeten. Vor allem die Franzosen gestanden den Indianern - im Gegensatz zu den Amerikanern - viele Rechte zu, so daß sie relativ frei und unbehelligt in von diesen kontrollierten Gebieten leben konnten. Die Parteinahme für Briten und Franzosen war also wohlüberlegt im Sinne des eigenen Überlebens. Die verheerende Wirkung der von den Europäern eingeschleppten Seuchen war mir allerdings schon früher in anderen Veröffentlichungen begegnet.

    Immer wieder wird deutlich, daß es den Amerikanern völlig egal war, wie sie ihr Ziel, den Kontinent vollständig zu unterwerfen und zu besiedeln, erreichen. Dabei trat ein erschreckender Rassismus zutage, der bis heute wirkmächtig ist. Denn die First People wurden nicht als (gleichberechtigte) Menschen, sondern als „Wilde“, als „auf Steinzeitstufe stehengebliebene“, als „unterlegene Rasse“ angesehen, deren natürliches Schicksal es sei auszusterben. Niemand störte sich daran, daß dazu beispielsweise auch der 1. Zusatzartikel zur Verfassung gebrochen wurde (vgl. S. 297).

    Nach der Lektüre des Buches bin ich persönlich zu der Überzeugung gekommen, daß vielleicht kein expliziter schriftlicher Regierungsbeschluß zur vollständigen Ausrottung der Indianer existiert haben mag, die Handlungsweise sowohl von Regierung, US Army als auch den Siedlern lief jedoch auf genau diese hinaus. Weshalb vielleicht nicht im strengen juristischen Sinne nach einer Definition, die Jahrzehnte später erst erstellt wurde, in sachlicher und „gesunder menschenverstandsmäßigen“ Hinsicht jedoch sehr wohl ein gewollter Genozid vorliegt.

    Schriftlich nachweisen läßt sich allerdings der Ethnozid (vgl. das Kapitel S. 294ff: „Versuchter Ethnozid: ‘Töte den Indianer, rette den Menschen’“), in dem versucht wurde, die indianische Religion und Kultur vollständig auszulöschen. Es grenzt schon an ein Wunder, daß dies trotz der massiven Maßnahmen letztlich nicht gelang, wenngleich viel verloren gegangen ist.

    Vieles ließe sich noch anführen, aber wie eingangs erwähnt, reicht dafür der Platz nicht aus. Nur zwei aktuelle Bezüge sind mir im Verlauf des Lesens bewußt bzw. klar geworden. Zum Einen, daß der derzeitige US Präsident Donald Trump in „bester“ amerikanischer Tradition handelt und zum Anderen Europa (bzw. die EU Staaten) aufpassen müssen, daß es ihnen nicht ähnlich ergeht wie den Native Americans. Denn rücksichtslose und rüpelhafte Politik hat in Amerika offensichtlich eine jahrhundertelange Tradition. Dagegen hilft nur große Geschlossenheit, Entschiedenheit und Stärke. Wer weiß, wie die Geschichte in Nordamerika verlaufen wäre, hätten die indigenen Völker über diese Eigenschaften verfügt.

    So bleibt am Ende nur der Hinweis von Simon Pokagon, einem Potawatomi, von 1893 in seinem Büchlein „The Red Man’s Rebuke“:
    „Und während ihr, die ihr Fremde seid und hier lebt, die Angebote der Handarbeit eurer eigenen Länder hierher bringt und eure Herzen voller Bewunderung frohlocken über die Pracht und Größe dieser jungen Republik (...) vergesst nicht, dass diesem Erfolg unsere Heimstätten und eine einst glückliche Rasse geopfert wurden.“ (S. 337)


    Mein Fazit

    Eine umfassende, mit großer Sachkenntnis gut lesbar geschriebene Darstellung der Geschichte der Indianer der USA und ihres Unterganges. Ein unbedingtes Muß für jeden, der sich für die Thematik interessiert.
  6. Cover des Buches Die Geschichte des Sitting Bull. (ISBN: 9783938305959)
    Erik Lorenz

    Die Geschichte des Sitting Bull.

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Lessayr
    Dieses illustrierte Buch „Geschichte des Sitting Bull“ vom Autor Erik Lorenz erschien im März 2016 im Palisander Verlag. Es erzählt die Geschichte von Sitting Bull, einem Indianer vom Stamm der Lakota.

    Der Klappentext spiegelt sehr gut den Inhalt des Buches wieder ohne zu viel zu verraten:
    Der zehnjährige David vom Stamm der Sicangu Lakota kennt Tatanka Iyotake, besser bekannt als Sitting Bull, nur als eine mythische Gestalt seines Volkes. Als er seinen Großvater besucht, erfährt er von ihm die wahre Geschichte des berühmten Häuptlings und Medizinmanns der Lakota. Am Lagerfeuer des alten Mannes taucht er ein in eine längst vergangene Zeit, in die faszinierende Welt des amerikanischen Westens – die spannende Lebensgeschichte Sitting Bulls.
    In dieser großartig illustrierten, auf historischen Tatsachen beruhenden Erzählung für Jung und Alt wird die wechselvolle Geschichte des Jägers, Sonnentänzers, Kriegers, Geheimnismanns, Kriegshäuptlings und Showmanns Sitting Bull zu neuem Leben erweckt.

    Statt einer trockenen Biografie schreibt der Autor Erik Lorenz eine sagenumwobene bewegende Geschichte in die man tief hinein taucht und sich versinken sieht. Alle biographischen Aspekte werden in der Erzählweise eines Romans geschildert. Die Umgebung und die Geschehnisse werden alle sehr detailliert und ausführlich beschrieben. Die Umgebungen sind traumhaft dargestellt was durch die zahlreichen Illustrationen auch zur Geltung kommt. Sehr gut gefallen haben mir die Seiteninformationen im Buch. Hier wurde zusätzliches Hintergrundwissen genannt oder Begriffe erläutert. Gerade wenn nicht alles sehr geläufig ist eine gute Ergänzung.

    Die Gestaltung und die Aufmachung des Buches sind hochfertig. Das gebundene Buch überzeugt von seinem Material und wurde zusätzlich mit vielen liebevollen Illustrationen von Claudia Lieb geschmückt.

    Auch wenn dieses Buch eher ein Sachbuch mit romanhaften Zügen ist, empfehle ich jedem dieses Buch. Es ist ein Werk welches inhaltlich und äußerlich auf ganzer Linie überzeugt.
  7. Cover des Buches Einzig dir gehört mein Herz (ISBN: 9783548262857)
    Petra Last

    Einzig dir gehört mein Herz

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Lauraaaa92
    Emely die Verlobte von Charls wurde von Indianern entführt. Ihr Verlobter beauftragte Rafe (ein Halbblut) seine Verlobte zurückzu bringen. Emely und Rafe mussten in einer Höhle überwintern und verliebten sich ineinnander... Wenn da blos nicht Emelys Verlobter Charls wäre... Ich finde Petra Last hat die Gefühle zwischen Rafe und Emely gut dargestellt. Man kann dieses Buch nur weiterempfehlen.
  8. Cover des Buches Wintercount - Dämmerung über dem Land der Sioux (ISBN: 9783941485020)
    Dallas Chief Eagle

    Wintercount - Dämmerung über dem Land der Sioux

     (4)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir
    Buchinhalt:

    „Wintercount“ erzählt die bewegende Geschichte des Lakota-Kriegers Keyaschante und seiner weißen Frau Tscheyesa-win, vor dem Hintergrund der großen Veränderungen, die der Weiße Mann für die Prärieindianer mit sich brachte.

    Wir schreiben das Ende des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit den beiden Protagonisten darf man als Leser Zeuge des kargen und einfachen, aber dennoch glücklichen Lebens in einem Indianerdorf in der Prärie sein. Gefühlvoll und berührend aber auch dramatisch und packend erzählt der Roman vom Leben eines stolzen Volkes.

     

    Persönlicher Eindruck:

    Für mich war „Wintercount“ insofern  ein besonderes Lesevergnügen, da der Autor selbst, ein Lakota, Zeitzeuge der damaligen Ereignisse war und weitere Zeitzeugen persönlich kannte.

    Der Roman erschien erstmalig 1967 und wartet mit so vielen kleinen und großen Setails auf, dass beim Lesen das Leben in der Prärie nahezu mit Händen greifbar wird. Sei es nun der Sonnentanz, eine Hochzeitszeremonie oder auch nur das alltägliche Leben – ich war auf jeder Seite mit Spannung und großem Interesse dabei. Es ist einfach nochmal etwas ganz Anderes, so eine Geschichte aus der Feder eines echten amerikanischen Ureinwohners zu lesen.

    Die beiden Hauptfiguren, Keyaschante und Tscheyesa-win, stehen den ganzen Roman über im Mittelpunkt, ihr Leben zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und sie nehmen den Leser quasi an die Hand. Am Beispiel ihres Lebens nimmt man teil am großen Ganzen und wird Zeuge der damaligen Ereignisse.

    Historische Fakten wie das Wounded Knee-Massaker oder auch Personen wie Sitting Bull und Crazy Horse sind genauso ein Thema wie die kleinen, alltäglichen, leisen Töne, die das Leben der Indianer des 19. Jahrhunderts mit sich brachte.

    Auf jeden Fall kann ich das Buch wärmstens weiter empfehlen – ein wahres Kleinod, das vielleicht unter der Masse des Mainstreams unter gehen würde. Denn es ist ganz und gar nicht Mainstream: es ist die Geschichte eines stolzen Volkes, dessen Leben vom Weißen Mann so tiefgreifend und brutal verändert wurde.

    Packend und spannend auf jeder Seite – der Roman ist eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Indianerfreunde!

  9. Cover des Buches Deadwood (ISBN: 9783935890823)
    Pete Dexter

    Deadwood

     (39)
    Aktuelle Rezension von: simonfun

    Einfache Geschichten einfacher Menschen mit einfachen Lebensweisheiten. Der Autor hüpft ständig zwischen den Protagonisten und verliert sich in ihren Schicksalen. Die Atmosphäre in Deadwood ist gut erfasst und die damalige Zeit im Wilden Westen gut beschrieben. Mehr aber auch nicht.
    Wie auch immer - Langweilig.

  10. Cover des Buches Die Grastänzer (ISBN: 9783442426676)
    Susan Power

    Die Grastänzer

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Giuse
    Aus verschiedenen Perspektiven erzählt Susan Power aus 150 Jahren ihrer Familiengeschichte. Die einzelnen Geschichten bilden ein lose zusammengefügtes Gesamtbild.

    Fasziniert haben mich die Dichte an Informationen über Philosophie, Mythen, Rituale, Lebensweisheit, soziale Lebensumstände, Chancen und Gefahren dieser Art von Leben. 

    Beeindruckt wurde ich durch den dem Buch innewohnenden Versuch, einem unerbittlichen Schicksal mit Gelassenheit zu begegnen, diese in Weisheit zu wandeln und sie in Erkenntnis und spirituelle Verbundenheit zu tradieren. Es handelt von zerstörten Hoffnungen, welche der Zeit ausgesetzt, wie ein Grashalm auf der Weide oder ein Tropfen Wasser in der prallen Sonne. Ein Buch der Trauer und der innerlichen Arbeit an dieser Trauer, aufgehoben in kleinen Geschichten des Alltags im Indianer Reservat, davor und danach.

    Es war mein erstes Buch 'indianischer Literatur', Castaneda nicht mitgezählt und ein Türöffner für Weiteres. Es ist ein literarisches Werk, verklausuliert, keine Eso-Bibel, eher eine Brücke zu anderen Gestaden.


     
  11. Cover des Buches Lockruf der Gefahr (ISBN: 9783453361041)
    Nora Roberts

    Lockruf der Gefahr

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Lil lebt ihren Traum, sie hat ihr eigenes Wildkatzenreservat und erforscht und schützt Großkatzen. Doch dieses Paradies bekommt erste Risse, als ihre Jugendliebe Coop wieder zurück kommt. Als dann auch noch Tiere freigelassen, verletzt und sogar getötet werden, ist Lil doch froh das Coop wieder da ist.
    Mir hat die Geschichte gut gefallen. Zeitweise hatte ich tatsächlich das Gefühl das Reservat zu sehen und die Tiere zu hören, so deutlich hat Nora Roberts alles beschrieben.
    Da lag aber auch zum Teil das Problem, denn teilweise war mir die Geschichte zu langatmig.
    Lil und Coop haben mich hin und wieder auch genervt, besonders aber Lil, die das ein oder andere mal äußerst stur (bockig) war.
    Es gab aber auch eine zweite Liebesgeschichte und die war so schön, davon hätte es ruhig etwas mehr geben können.
    Alles in allem war das eine spannende Geschichte, die definitiv Lust auf mehr Geschichten der Autorin machen.

  12. Cover des Buches Der Ölprinz (Taschenbuch) (ISBN: 9783780211378)
    Karl May

    Der Ölprinz (Taschenbuch)

     (59)
    Aktuelle Rezension von: seoirse_siuineir

    Der Roman Der Ölprinz erschien erstmals zwischen Oktober 1893 und September 1894 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Der Gute Kamerad, für die May zuvor bereits unter anderem Der Schatz im Silbersee geschrieben hatte. Auch dieser Band zählt damit zu den sogenannten Jugendbüchern Mays, was durch das Auftreten jugendlicher (oder zumindest junger) Protogonisten - in diesem Fall der junge Häuptlingssohn Schi-So  und dessen deutscher Freund Adolf Wolf - zum Ausdruck kommt. Allerdings sind diese beiden nicht die Hauptpersonen - hier begegnen uns wie im Schatz im Silbersee Winnetou und Old Shatterhand. Neben diesen treten auch wieder Sam Hawkens, diesmal als Teil des "Kleeblatts" zusammen mit Dick Stone und Will Parker, sowie der Hobble-Frank und die "Tante Droll" in Aktion, an einigen Stellen wird auch explizit auf die Abenteuer am Silbersee verwiesen.

    Erzählt wird die Reise eines deutschen Auswanderertrecks in das Indianergebiet. Die Banditenbande "The Finders" plant diesen zu überfallen, was jedoch durch das Eingerifen von Sam Hawkens und seiner beiden Gefährten verhindert wird. Nachdem Poller, der zwielichtige Scout des Trecks ,den Anführer der Finders Butler, befreit hat und mit ihm geflohen ist, führt das "Keeblatt" den Treck weiter. Auf der Reise treffen sie auf den Bankier Rollins (in späteren Ausgaben wurde aus Rollins Duncan) und dessen aus Hamburg stammenden Buchhalter Baumgarten, die in Begleitung des als "Ölprinzen" bekannten Geschäftsmanns Grinley auf dem Weg zu einer angeblich von Grinley entdeckten Ölquelle sind, Unbemerkt von den Auswanderern begegnen Poller und Butler Grinley. Es stellt sich heraus, daß Butler und Grinley Halbbrüder sind. Gemeinsam wollen sie den Bankier um sein Geld bringen. Mit Hilfe befreundeter Indianer sorgt Grinley dafür, daß die Auswanderer gefangen genommen werden, so daß er mit Rollins weiter Richtung Ölquelle reiten kann. In der Zwischenzeit gelingt es Winnetou und Old Shatterhand, die Auswanderer zu befreien. Gemeinsam wollen sie nun noch Rollins und dessen Buchhalter Baumgarten aus den Händen des Ölprinzen retten...

    Wie alle Jugenderzählungen Mays ist diese Gescichte leicht zu lesen. Im Unterschied zum ursprünglichen Kolportageroman wurde die spätere Buchausgabe leicht gekürzt - es fehlen vor allem einige Episoden und Diskussionen mit dem trotteligen "Kantor emeritus" Hampel (in der gleichnamigen Verfilmung wurde dieser von Heinz Erhardt gespielt). Interessanterweise wurden in der späteren Überarbeitung einige Grausamkeiten hinzugefügt: (Achtung Spoiler!) Während er im Original der Ölprinz "nur" erschossen wurde, wurde er später zuvor noch lebendig skalpiert.

  13. Cover des Buches Deadlands - Ghostwalkers (ISBN: 9783959620000)
    Jonathan Maberry

    Deadlands - Ghostwalkers

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Elohym78
    Nach dem alles zerstörenden Erdbeben 1868 ist so gut wie nichts mehr von Kalifornien übrig. Das Land liegt nicht nur in Schutt und Asche, sondern es wurde regelrecht entzwei gerissen. Tiefe Spalten ohne erkennbaren Grund, zerteilen das Land, aus dem merkwürdige Kreaturen empor kommen. Von alldem hat der Auftragskiller Grey Torrance zwar gehört, aber es mit eignen Augen zu sehen und am eigenen Leib zu erleben, sind völlig verschiedene Dinge. Durch einen Zufall verschlägt es ihn nach Paradise Falls. Es scheint, dass nur Grey zusammen mit seinem neuen Freund, dem Sioux Thomas Schaut-Weg, die Bevölkerung vor habgierigen Großgrundbesitzern, Geistern, Untoten und den schier unendlichen Möglichkeiten von Geisterstein retten können...
    Besonders gereizt hat mich an Jonathan Maberrys Buch die Mischung aus romantischer Wild West Cowboy Atmosphäre und Untoten. Horror trifft auf den Pistolenschuss-Romantik. Und ich muss gestehen, enttäuscht hat mich der Autor nicht!
    Auf der einen Seite ist der knallharte Auftragskiller Grey Torrance. Doch noch nur auf den ersten Blick wirkt er so hart, denn tief in seinem Inneren wird er von den Geistern seiner Vergangenheit gejagt. Umso mehr erschreckt es ihn, dass seine Geister plötzlich Gestalt anzunehmen scheinen und ihn als Untote verfolgen. Durch das zerstörende Erdbeben entließ das Land nicht nur Kreaturen der Hölle, sondern auch Geistersteine. Von den einen als Heilsbringer verehrt, die die Moderne voranbringen und eine technische Zukunft ohne Grenzen verspricht, werden sie von den anderen als Waffe verehrt. Gerade diesen Gegensatz von ich spannend und ließ mich gerne von Maberry in diese gegensätzliche Welt ziehen.
    Vor meinen Augen ließ der Autor ein zerstörtes Land entstehen, dass unter Hitze, Dürre und Armut leidet. Doch nicht nur dass, denn die Natur ist aus den Angeln gerissen und jagt mit zerstörerischen Unwettern über das gepeinigte Land. Ätzender Regen, schreiende Winde und Tiere, die nie an die Oberfläche gelangen hätten dürfen, um nur ein paar Dinge zu nennen. Dazu kommen die Schrecken, welche die Menschheit Dank gnadenloser Gier heraufbeschwor. Spannend geschrieben, keine Frage, aber auf mich wirkte alles zusammen genommen überladen. Egal an welcher Ecke ich mit den Helden der Geschichte auftauchte, ein nie geahntes Grauen war garantiert schon dort. Was anfangs spannend und fesselnd war, kippe leider zu nervig. Zumindest in meinen Augen. Ich wurde den Schrecken bald müde, denen sich meine Helden stellen mussten.
    Im Mittelpunkt der Geschehnisse ist der Auftragskiller Grey Torrance. Als gefragter Killer, gibt es kaum einen zweiten, der so präzise töten kann wie er: Ein Schuss, ein Treffer. Und dieses Können ist auch dringend erforderlich, als er in Paradise Falls eintrifft, denn die zerstörte Stadt benötigt dringend einen Revolverhelden. Schien Grey anfangs kalt und unnahbar, wurde er schnell zu meinem Helden mit dem weichen Kern. Es scheint fast, dass er unabsichtlich in die Rolle des Killers gedrängt wurde, durch persönliche Verluste und Schläge des Schicksals. Ich beobachtete ihn gerne und folgte den Wendungen, die er nahm.
    An Greys Seite, der Sioux Thomas Schaut-Weg. Auch er widerwillig in die Rolle des Helden gedrückt, wollte er eigentlich Forscher sein und damit der Welt helfen.
    Beide zusammen geben ein interessantes Paar ab, denen ich gerne folgte und ihre Abenteuer beobachtete.
    Mein Fazit
    Ein spannender Helden-Horror-Cowboy-Roman, der hier und da überfrachtet wirkte. Trotzdem lesenswert.
  14. Cover des Buches Der mit dem Wolf tanzt (ISBN: 9783795112158)
    Michael Blake

    Der mit dem Wolf tanzt

     (67)
    Aktuelle Rezension von: TWDFanST

    Der erfolgreiche Film in Buchform. Autor Michael Blake entführt einen in den Wilden Westen. Dass man dabei immer Kevin Costner vor Augen hat, mag für manche von Vorteil sein. Mich persönlich hat es eher gestört. Aber das mag auch daran liegen, dass der Film nahezu perfekt ist.

    Meine Empfehlung: Erst das Buch, dann der Film. Bringt mehr Spass.

  15. Cover des Buches Moonstick (ISBN: 0064436195)
    Eve Bunting

    Moonstick

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Unter Geiern (Taschenbuch) (ISBN: 9783780211354)
    Karl May

    Unter Geiern (Taschenbuch)

     (41)
    Aktuelle Rezension von: seoirse_siuineir

    Bei dem Band "Unter Geiern" handelt es sich um zwei Geschichten, bei denen weitgehend aber dieselben Protgonisten auftreten: "Der Sohn des Bärenjägers" erschien erstmals 1887 in der neu gegründeten Jugendzeitschrift "Der gute Kamerad", "Der Geist des Llano estakado" ein Jahr später in derselben Zeitschrift. Die beiden Erzählungen sind Mays erste Werke, die er explizit für ein jugendliches Lesepublikum verfaßte, was auch dadurch verdeutlicht wird, daß einige der Hauptpersonen im Alter von 16 - 18 Jahren sind. Erstmals begegnet man Personen wei dem Hobble-Frank , dem Langen Davy und dem Dicken Jemmy, die einem in späteren Werken wieder begegnen werden.

    In "Der Sohn des Bärenjägers" befreien Davy, Jemmy und Hobble-Frank zusammen mit dem jungen Indianer Wokadeh und Martin Baumann (dem "Sohn des Bärenjägers") Martins Vater, der in die Hände der Sioux-Oglala geraten ist und am Marterpfahl sterben soll. Auf dem Weg dorthin erhalten Sie Hilfe von Winnetou und Old Shatterhand, so daß die Befreiung nach einigen Abenteuern gelingt.

    Mit dem "Bloody Fox" taucht auch in "Der Geist des Llano estakado" ein junger Held auf. Als Kind war er der einige Überlebende nach einem Überfall der "Wüstengeier" auf einen Auswanderertreck. Nun sieht er seine Aufgabe darin, den Llano-Geiern  das Handwerk zu legen, die immer wieder Reisende auf Weg duch den Llano in's Verderben führen. Am Rande des Llano treffen diverse Westmänner, die man bereits im "Sohn des Bärenjägers" kennergelernt hat, und Winnetou zusammen und beschließen, die Llano-Geier zur Stecke zu bringen. Unterstützt werden sie von dem jungen Häuplingssohn Schiba-bigk, der die Ermorderung seines Vaters durch die Geier rächen will.

    Für die (mir vorligenede) Buchausgabe des Karl-May-Verlags wurden die Erzählungen kurz nach Mays Tod 1913 von E.A. Schmid überarbeitet und gekürzt. Den Kürzungen fielen vor allem Landschaftsbeschriebungen und einige Szenen mit dem Hobble-Frank zum Opfer.

    Anders als in der Winnetou-Trilogie werden die Jugenderzählungen nicht aus Old Shatterhands Ich-Perspektive geschildert, sondern aus der Er-Perspektive, wobei es keine eindeutige Hauptperson gibt. In den verschiedenen Kapiteln wird die Handlung jeweils aus der Perspektive unterschiedlicher Protagonisten geschiildert, durchaus auch hin und wieder aus Sicht der "Geier". Im Hinblick auf die Zielgruppe sind die Geschichten einfach zu lesen. Trotzdem finden sich einige Beschreibungen grausamer Szenen, auch wenn diese nicht so drastisch sind, wie in manch anderen Werken, die für ein erwachsenes Publikum geschrieben wurden (dort wurden sie später oft vom Karl-May-Verlag um Einiges entschärft). 



  17. Cover des Buches Die Söhne der großen Bärin. Tl.1 (ISBN: 9783473540242)
  18. Cover des Buches Sioux / Lakota - Wort für Wort (ISBN: 9783894163617)
    Rebecca Netzel

    Sioux / Lakota - Wort für Wort

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis (ISBN: 9783941485457)
    Ernie LaPointe

    Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis

     (7)
    Aktuelle Rezension von: karatekadd
    ... stammt dieses biografische Buch.

    * * *

    Einer der Hauptgründe für den diesjährigen Besuch der Leipziger Buchmesse, war die Vorstellung des Buches DIE GESCHICHTE DES SITTING BULL von Erik Lorenz. Zu diesem Buch wird es demnächst noch manches zu schreiben geben, jetzt und hier ist aber erst mal ein anderes Buch dran: SITTING BULL – SEIN LEBEN UND VERMÄCHTNIS. Geschrieben hat dies ein Urenkel des großen Medizinmannes und Häuptlings der Hunkpapa Lakota, Tatanka Iyotake. Oder Tatanka-Yotanka wie ich den Namen zwar falsch, aber trotzdem in Erinnerung behalten werde.

    Dies ist letztlich kein Zufall, denn der Weg durch die Messe führte mich durch die vielen Stände auch zum Traumfänger-Verlag, zu Kerstin Groeper, auf die ich erst kurz vorher aufmerksam geworden war. Im Regal des auf Indianerthemen spezialisierten Verlages sah ich das hier nun vorzustellende Buch. Es lag nahe, dies unmittelbar, fast gemeinsam, mit dem Buch von Erik Lorenz zu lesen, zumal Erik es auch in der Bibliografie erwähnt.

    Doch nun erst einmal zu Sitting Bull, dem „Bisonbullen, der im Begriff ist, sich hinzusetzen“ – Tatanka Iyotake.

    „Mein Name ist Ernie LaPointe. Mein Lakota Name ist Kangi Sie (Crowfoot). Ich bin eines von vier Urenkelkindern von Sitting Bull (Tatanka Iyotake). Ich schreibe dieses Buch über die Familiengeschichten – traditionell mündliche Überlieferungen – die mir, meiner ältere Schwester Marlene Andersen sowie meiner Nichte und meinem Neffen von meiner Mutter Angelique Spotted Horse-LaPointe erzählt wurden. Dieses Buch ist keine Biografie, weil ich nur die Geschichten wiedergebe, die mir meine Mutter über meinen Urgroßvater erzählte… meine Schwester Marlene hat mir die rechtliche Vollmacht gegeben, die Angelegenheiten, die unseren Urgroßvater betreffen, zu regeln. Wir sind die direkten Nachkommen von Sitting Bull.“ [1]

    Der Urenkel erzählt das Leben seines Urgroßvaters in Geschichten. Und er erzählt auch die Familiengeschichte. 

    Im Jahr 1831 wird einem Paar der Hunkpapa Tiatunwan Lakota (von den Weißen Teton ausgesprochen), namens Her Holy Door Woman und Returns Again ein Junge geboren, der den Namen Jumping Badger erhält: Springender Dachs. Dieser unterschied sich von den anderen Jungs durch Zurückhaltung und Nachdenklichkeit. Und er sollte doch einer der größten Krieger, Häuptlinge und Medizinmänner werden, einer der bekanntesten Prärieindianer Nordamerikas. [2]

    Mit 14 Jahren nimmt er erstmals an einem Kriegszug teil. In Folge dessen überträgt der Vater seinen Namen, Tatanka Iyotake auf den Sohn. Selbst nennt er sich nun Jumping Bull, einer von vier „Bison“-Namen, die ihm ein weißer Bison übermittelt hat. [3] Tatanka Iyotake wird dann Mitglied im Kriegerbund der Starken Herzen. Im weiteren erzählt LaPointe, was die Lakota unter „Verwandschaft machen“ verstehen, das ist die Geschichte eines Jungen der eigentlich verfeindeten Assiniboine, sie werden Hunka-Brüder, eine „Verbindung die tiefer und wichtiger als die Beziehung zwischen Blutsverwandten“ [4] ist.

    LaPointe erzählt von Zeremonien wie dem „Zurückhalten der Seele“ Verstorbener und von den Beziehungen zu Frauen und Kindern. Zum Beispiel gehört das Tipi der Frau. Der Mann durfte nur beim Aufstellen z.B. helfen, wenn sie ihn darum bat. Kindern wurde die beste Führsorge entgegengebracht, das ganze Dorf war daran beteiligt. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete er gleich zwei Frauen, trennt sich aber später von einer, weil er sich der anderen wohl stärker hingezogen fühlte und die erste wohl eifersüchtig war. [5]

    Tatanka Iyotake nahm mehrmals am Sonnentanz teil, die Zeremonie wird detailreich beschrieben. [6]

    Im Weiteren werden die ersten Begegnungen und Kämpfe mit den weißen Amerikanern beschrieben. Tatanka Iyotake glaubt nicht an die Nachhaltigkeit von Friedensverträgen, verfolgt aber eine Politik der Vermeidung von Angriffen, wenn die Lakota in Ruhe gelassen werden.

    Der Häuptling der Hunkpapa, Tatanka Iyotakes Onkel Four Horns, entscheidet sich für die Notwendigkeit einer neuen Führung der Lakota. Infolge dessen werden Tatanka Iyotake und Crazy Horse zu deren Anführern.

    „Vier Häuptlinge gingen zu Tatanka Iyotakes Tipi und führten ihn hinaus. Sie brachten ein Büffelfell mit und hießen ihn, sich daraufzusetzen. Dann trugen sie ihn zum Ratszelt, um die Zeremonie durchzuführen… [Four Horns] teilte allen mit, dass es nun in [Tatanka Iyotakes] Verantwortung läge, die Ernährung und die Verteidigung der Titunwan Lakota zu gewährleisten… ‚Wenn du uns sagst, dass wir kämpfen sollen, werden wir unsere Waffen erheben, und wenn du uns sagst, wir sollen Frieden schließen, dann werden wir sie niederlegen. Jetzt wollen wir Cannunpa Wakan rauchen, die Heilige Pfeife, damit Wakan Tanka unsere Entscheidung segnen möge.‘“ – Jedoch stimmten nicht alle Lakota Abteilungen, zum Beispiel die Oglala unter Red Cloud der Wahl zu. [7]

    Die folgenden Kapitel erzählen dann von den Kämpfen mit der US-Armee.

    Der Häuptling wird nach der Schlacht am Little Bighorn (1876) mit seiner Stammesgruppe nach Kanada wandern, sich aber nach fünf Jahren doch den US-Truppen ergeben: für eine solche große Gruppe von hunderten von Familien gibt es dort kein auskommen. Landwirtschaft können sie noch nicht, Bisonherden gibt es kaum noch und die Jagdgründe geben für so viele nicht genug her. Hunger und Heimweh sind auch Beweggründe, die zur Rückkehr führen – in die Standing Rock Reservation.

    Tatanka Iyotake bleibt der nachdenkliche Führer, der aber doch nicht alle Stammesangehörigen auf dem „alten“ Glaubensweg behalten kann. Er kommt bis nach Washington, reist mit William Cody (Buffalo Bill) im Zirkus durch die Städte der USA und versucht, um Verständnis für sich und sein Volk zu werben.

    Am 15. Dezember 1890 wird er ermordet, maßgeblich von eigenen Stammesangehörigen, Verrat übte auch ONE BULL, sein eigener Neffe. Die unmittelbare Familie flieht und kommt in die Pine Ridge Reservation. Dem ging die sogenannte Geistertanzbewegung voraus, vor der die Reservationsagentur viel Angst hatte. Da sich Tatanka Iyotake deren Gebote nicht beugen wollte, galt er ihnen als Aufrührer.

    * * *

    Im Buch geht es aber nicht nur um das Leben und die Wirkung des Häuptlings. Einen großen Teil nimmt die Geschichte ein, wie Ernie LaPointe den Nachweis um die Nachkommenschaft führte, da andere Indianerfamilien ebenfalls Ansprüche erhoben.[8] Diese Ansprüche gingen seltsamerweise einher mit einerseits der Werbung mit dem Namen Sitting Bull auf der Standing Rock Reservation und andererseits mit der Diffamierung als Aufrührer zum Beispiel.

    Im Gegensatz zu anderen Autoren haben wir hier einen, der „indianisch“ schreibt. Der amerikanische Herausgeber schreibt im Vorwort über die Schwierigkeit, die Form der mündlichen Überlieferungen, die sich von den üblichen Standardbiografien sehr unterscheiden, mit eben der Biografieform zu verschmelzen. Er erzählt auch von Übersetzungsschwierigkeiten und unterschiedlichen Weltanschauungen. [9] Und so haben wir ein Buch vor uns liegen, welches sich unterscheidet von sonstigen Biografien, da es von den Lebenserfahrungen der Lakota, gepflegt von den Nachkommen eines der wichtigsten Lakotahäuptlingen, aber eben auch von deren Glauben, deren Weltanschauungen erzählt. Manches davon erscheint uns fremd, Die Begriffe von Ehre und Mut im Kampf, wenn in einem solchen auf Leben und Tod mit anderen Indianergruppen dem sogenannten Coup, dem Berühren eines feindlichen Kriegers ohne ihn zu verletzen oder zu töten eine solche Bedeutung zukommt. Unseren Werten wie Leben und Freiheit setzt Ernie LaPointe, der als Soldat in Vietnam gewesen ist und mit diesen sicherlich etwas anzufangen weiß, Werte wie Ehre, Respekt, Demut und Mitgefühl hinzu.

    Das Buch fördert auf eine bisher weniger bekannte Art und Weise das Verständnis für die Geschichte aber auch die heutige Lage der Lakota.

    Kleine Kritik von nicht übermäßiger Bedeutung: Der einzige Name, der transkribiert wurde und damit auf „Lakota“ gedruckt, ist Tatanka Iyotake. Alle anderen werden auf Englisch wiedergegeben. Dies verwundert doch ein wenig. Tatanka Iyotake bedeutet soviel wie „Bisonstier, der im Begriff ist, sich hinzusetzen“. Nicht einfach Sitzender Bisonbulle, wie Sitting Bull einfach übersetzt werden kann. Dies führt auch bei Crazy Horse, Tȟašúŋke Witkó zu vermutlichen Widersprüchen, man kennt ihn eigentlich nicht als „verrücktes Pferd“, sondern eher als „Geheimnispferd“.

     

    * * *

     

    Der Traumfänger Verlag stellte das Buch auf der Buchmesse im Jahr 2011 vor und hatte Ernie LaPointe dabei auch zu Gast. Kerstin Groeper, Autorin und Verlegerin des kleinen Verlages macht sich seit Jahren verdient und eine Indianerliteratur, die durchaus besonders ist, auch weil sie teilweise von Indianern selbst verfasst wurde. Zudem kommt noch der Umstand, dass es nicht nur um historische Geschichten geht, aktuelle Jugendbücher, Krimis, Thriller zählen ebenso zu den Angeboten des Verlages.

    Ich danke Kerstin Groeper für die Überlassung des Buches, der Traumfängerverlag bleibt seit dem Kennenlernen auf der letzten Buchmesse in Leipzig in ständiger „Beobachtung“.


    © KaratekaDD


    [1] Siehe LaPointe, Ernie: Sitting Bull… ; Traumfänger Verlag, Hohenthann 2011, ISBN: 978-3-941485-20-4, Seite 14

    [2] Vgl. Ebenda, Seite 21

    [3] LaPointe erzählt den und durch den Glauben seiner Vorfahren.

    [4] LaPointe, Sitting Bull, Seite 36

    [5] Vgl. Ebenda, Seite 41ff, Kapitel „Frauen und Kinder“ / Eine zweite Frau war gelegentlich üblich, da deren Familee ja versorgt werden musste, wenn der Mann zum Beispiel im Kampf gefallen war.

    [6] Auch Ernie LaPointe ist ein Sonnentänzer, die Zeremonie wird auch heutzutage durchgeführt.

    [7] Vgl. Ebenda Seite 52/53

    [8] Vgl. Ebenda, Seite 14: Vier Wege zur Ermittlung der Abstammungslinie. Überlieferungen, Dokumente, eine heilige Zeremonie, aber auch die DNA Bestätigung auf Grund einer Haarlocke.

    [9] Vgl. Ebenda Seite 10ff


  20. Cover des Buches Die Farben der Glasperlen (ISBN: 9783485008747)
    Delphine Red Shirt

    Die Farben der Glasperlen

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Roter Vogel erzählt (ISBN: 9783938305706)
    Zitkala-Sa

    Roter Vogel erzählt

     (3)
    Aktuelle Rezension von: karatekadd
    „Roter Vogel“ heißt auf Lakota Zitkala-Ša. Zitkala-Ša wure im Jahr 1876 geboren. In diesem Jahr wurde durch die vereinten Stämme der „Sieben Ratsfeuer“ – Dakota – und der Cheyenne unter Führung von Tȟašúŋke Witkó, Tȟatȟáŋka Íyotake [1] und Matohinshdar, besser bekannt als Grazy Horse, Sitting Bull und Gall, die Schlacht am Little Bighorn gewonnen und das 7th. Kavallerieregiment unter Lt. Col. Custer geschlagen. [2]

    Doch ist ihr Geburtsjahr wohl weniger ausschlaggebend für ihren späteren schriftstellerischen, politischen und musikalischen Einsatz für die Rechte und die Kultur der Indianer.[3]

    Ellen Simmons, so ihr Taufnahme, besuchte eine Boarding School, eine Internatsschule und lernte dort wohl hervorragend Englisch. Dies bewies sie 1896 auf einem Rede-Wettbewerb mit dem Vortrag „Seite an Seite“.[4] Dieser ist in Roter Vogel erzählt abgedruckt und wird hier noch näher behandelt werden.

    Später unterrichtete sie zwei Jahre an der Carlisle Indian Industrial Border School.[5]

     Diese Schule war eine der ersten und ihr Gründer Richard Pratt hatte den Standpunkt, dass „man den Indianer in den Kindern töten muss, um Amerikaner aus ihnen zu machen.“ [6]

    Mit  Zitkala-Ša ist dies überhaupt nicht gelungen, diese Art von „Lehr- und Lernziel“ veranlasste die talentierte Halbindianerin die Schule wieder zu verlassen.

    Im ersten Teil von des Buches gibt es einen Abschnitt der mit „Schultage eines Indianermädchens“ überschrieben ist. Darin erzählt sie, die ja unbedingt auf die Schule wollte, in das „Land der Roten Äpfel“, wie ihr die Haare geschnitten werden sollten:

    „Auf Händen und Füßen kroch ich unter das Bett und kauerte mich in den dunklen Winkel.

    Ich spähte aus meinem Versteck hervor, vor Furcht bebend, wenn ich in der Nähe Schritte vernahm. Obgleich im Saal laute Stimmen meinen Namen riefen… öffnete ich nicht den Mund, um zu antworten. Die Schritte wurden immer schneller und die Stimmen aufgeregter. Die Geräusche kamen immer näher. Frauen und Mädchen kamen in das Zimmer. Ich hielt den Atem an und beobachtete, wie sie Schranktüren öffneten und hinter große Koffer spähten. Jemand zog die Vorhänge auf, und plötzlich war der Raum von Licht durchflutet… Ich erinnere mich daran, wie ich darunter hervorgezogen wurde, obgleich ich mich mit Tritten zur Wehr setzte und wild kratzte. Gegen meinen Willen wurde ich die Treppen hinabgetragen und fest an einen Stuhl gebunden.

    Ich schrie laut, warf die ganze Zeit meinen Kopf hin und her, bis ich die kalten Klingen der Schere an meinem Hals spürte und das Geräusch hörte, mit dem sie einen meiner dicken Zöpfe abfraßen. Ich war außer mir. Seit ich von meiner Mutter weggeführt worden war, hatte ich die schlimmsten Demütigungen erdulden müssen. Leute hatten mich angestarrt. Ich wurde in die Luft geworfen wie eine Holzpuppe. Und jetzt wurde mir mein langes Haar abgeschnitten wie bei einem Feigling! In meiner Seelennot wimmerte ich nach meiner Mutter, aber niemand kam, um mich zu trösten. Nicht eine einzige Seele sprach ruhig mit mir, wie meine Mutter dies zu tun pflegte. Von nun an war ich nur noch eines von vielen kleinen Tieren, die von einem Hirten getrieben wurden.“[7]

    In der US-amerikanischen Miniserie „Into the West“ wird im fünften Teil gezeigt, wie eine Gruppe Indianerkinder in die Schule des Capt. Pratt kommt. Es ist, als ob der Regisseur Zitkala-Ša´s Beschreibungen gelesen hätte. Und auch die Darstellungen der Liselotte Welskopf-Henrich von den Schulbedingen achtzig Jahre später zeigen Parallelen auf. Das Verbot „indianisch“ zu sprechen war auch zu dieser Zeit, als Zitkala-Ša bereits mehr als zwanzig Jahre vorher starb, immer noch präsent.

    Die Autorin erzählt auch von ihrem ersten Tag als Lehrerin an der genannten Indianerschule und ihrer Begegnung mit Richard Pratt.

    „Ich sah vor mir die eindrucksvolle Gestalt eines stattlichen grauhaarigen Mannes. In seiner Linken hielt er einen leichten Strohhut, und die rechte Hand streckte er mir zur Begrüßung entgegen. Er lächelte mich freundlich an. Aus irgendeinem Grund fühlte ich mich eingeschüchtert von seiner bemerkenswerten Größe und seinen starken. quadratischen Schultern, die sich, wie es mir schien, knapp oberhalb meinen Kopfes befanden. Mir war klar, dass es sich um den Schulleiter handeln musste…

    ‚Aha! Sie sind also das kleine Indianermädchen, das für so viel Aufregung bei den College-Rednern gesorgt hat!‘ sagte er mehr zu sich selbst als an mich gerichtet- Ich glaubte, einen leichten Unterton von Enttäuschung in seiner Stimme wahrzunehmen.“[8]

    Wer sich für die Indianerliteratur nicht nur der Professorin Welskopf-Henrich interessiert, findet in Zitkala-Ša eine Augenzeugin der besonderen Art, denn trotz der oben angedeuteten Erziehungsmethoden passieren mit ihr zwei Dinge: Zum einen wird sie wirklich Amerikanerin. Sie behält ihre Identität als Lakota, als die sie aufgewachsen und hält die Vereinigten Staaten für das fortschrittlichste, freiheitlichste und demokratischste Land der Welt. Genau wie die vielen irischen, polnischen, russischen, spanischen, italienischen Amerikaner auch. Sie sieht die vielen Unlänglichkeiten, die in extremer Rassendiskriminierung ihren Höhepunkt finden und kämpft als Lehrerin, Musikerin und Politikerin in der   Society of American Indians und gründet später die National Council of American Indians gemeinsam mit ihrem Ehemann. Gegen die Politik des Bureau of Indian Affairs kämpft sie an ohne ihren amerikanischen und indianischen Standpunkt zu verlassen.

    Wie weit die junge Indianerin hierbei bereits mit ungefähr zwanzig Jahren war, zeigt der Vortrag „Seite an Seite“, mit dem sie den zweiten Preis in einem Wettbewerb gewann.

    Diesen Vortrag beginnt sie mit „Das Universum ist das Ergebnis der Evolution.“ Die Eroberung Britanniens durch die Sachsen und die Magna Carta Libertatum führt sie weiter zu den Eingeborenen Amerikas und die Ankunft einer „bleicheren Rasse“.

    Sie ergreift Partei für „ihr Volk“ mit „Einer Nation im langsamen Lauf von Jahrhunderten das Leben zu nehmen, ist wohl kein geringeres Verbrechen, als sie in einem Augenblick mit einem tödlichen Schlag zu zerschmettern."

    Am Ende des 19. Jahrhunderts zeugt der Vortrag von großem Wissen und großer Reife, wenn sie trotzdem ausführt:

    „Amerika begann seine Laufbahn von Freiheit und Wohlstand mit der Erklärung, dass ‚alle Menschen frei und gleich geboren sind‘. Sein Wohlstand ist in dem Maße gewachsen, wie es seinen Bürgern das Geburtsrecht auf Freiheit und Gleichheit bewahrt hat. Abgesehen von der Forderung nach allgemeiner Menschlichkeit, könnt ihr als konsequente Amerikaner es denn einem amerikanischen Volk verwehren, dass es die gleichen Chancen wie ihr selbst hat bei seinem Kampf darum, sich aus Unwissenheit und Erniedrigung zu erheben? Der Anspruch auf Brüderschaft. Auf Liebe und späte Gerechtigkeit, die einer benachbarten Rasse zustehen, kann doch von eurem Herzen und eurem Bewusstsein nicht völlig unverstanden bleiben.“[9]

     

    * * * 

    Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil ist mit Indianische Erzählungen überschrieben. Hier erzählt Zitkala-Ša auch von ihrer Kindheit und Jugend. Im zweiten Teil geht es um Mythen, Märchen und Legenden.[10] Der dritte Teil beinhaltet Vorträge und Essays, er spiegelt die politische Tätigkeit der Autorin wieder. Mehrere Bücher wurden hier in der Auflage des Palisander-Verlages verwendet. Bereits im Jahr 1901 brachte Zitkala-Ša das Buch „Old Indian Legends“ heraus. Dieses wurde von Hinook-Mahiwi-Kilinaka (Angel de Cora 1871 – 1919), einer Winnebago-Indianerin illustriert. Von ihr finden sich in der hier vorgestellten Ausgabe ebenfalls Zeichnungen (2. Teil) wieder, außerdem wurden zwei Erzählungen und eine autobiografische Skizze im Anhang mit aufgenommen.[11]

    In dieser erzählt sie, dass sie im Jahr 1906 vom Kommissar für Indianerangelegenheiten auf Talentsuche u.a. in die Carlisle Indian School gesendet wurde. „Es besteht kein Zweifel daran, dass junge Indianer ein Talent für bildliche Darstellung besitzen, und das künstlerische Verständnis der Indianer verdient es sehr wohl, anerkannt zu werden.“[12]

    Zitkala-Ša selbst hat im Jahr 1913 „The Sun Dance Opera“ aufgeführt, eine Oper, an der Ute-Indianer beteiligt waren. Unter Leitung eines hundertjährigen Indianers führten sie Lieder und Tänze auf, die allerdings nicht in der Partitur standen.[13]

    Hier schließt sich ein Kreis. Zitkala-Ša, Angel de Cora und die Romanfigur Queenie Tashina King aus der Pentalogie Das Blut des Adlers von Liselotte Welskopf-Henrich: ebenfalls eine an einer indianischen Kunstschule ausgebildete Indianerin, die ihre „Vorbilder“ in den beiden bewundernswerten Indianerinnen „findet“, welche in einer Zeit, da Bürger- und Indianerkrieg noch sehr lebendige Erinnerungen waren, bereits hörbar für die Rechte und die Kultur der Indianer eintraten.

     

    Dem Palisander-Verlag ist ein weiteres Mal zu danken für die Auflage eines großartigen Werkes von und über die nordamerikanischen Ur-Amerikaner.

    © KaratekaDD

    (ausführlich unter Litterae-Artesque)

     

    [1] „Deutsche“, bekanntere Schreibweise: Tashunka-Witko, Tatanka-Yotanka

    [2] Oft wird von einer Armee des Generals (Brigadier) Custer geschrieben. Erstens war Custer im Bürgerkrieg Brevet-General, was bedeutete, dass dies ein Rang im Kriege war. Er hatte aber nur den Rang eines Lieutenant Colonel inne und führte 1876 die 7th. Cavallry.

    [3] Ein weiterer indianischer Schriftsteller, John Okute Sica (geb. 1890) beschreibt den letzten siegreichen Kampf der Indianer in „Das Wunder vom Little Bighorn“

    [4] Vgl. Vorwort von Dr. Frank Elstner in: Zitkala-Ša: Roter Vogel erzählt, Chemnitz 2015, Seite 7ff

    [5] Diese Schule wurde unter anderem durch die Miniserie „Into the West“ bekannt. Die Lehrerfiguren Wheeler weisen in ihren Ansichten durchaus Ähnlichkeiten mit  Zitkala-Ša auf. https://www.youtube.com/watch?v=ZdCxTF3o9qs&list=PLHzafdpoftzMX6XTEEOwuVp60Cx4VY0pA&index=5

    [6] Zitat aus „Into the West“

    [7] Zitkala-Ša: Roter Vogel erzählt, Chemnitz 2015, Seite 42/43

    [8] Vgl. Ebenda, Seite 60/61

    [9] Vgl. Ebenda, Seite 327 ff

    [10] Hierzu wird ein weiterer Beitrag im Blog folgen.

    [11] Vgl. Vorwort Elstner in:  Zitkala-Ša, Roter Vogel erzählt, Seite 7 ff

    [12] Siehe Angel de Cora, Eine autobiografische Skizze in: Zitkala-Ša, Roter Vogel erzählt, Seite 396

    [13] Vgl. Elstner, Die Sonnentanzoper in: Zitkala-Ša , Roter Vogel erzählt, Seite 10

  22. Cover des Buches Die Sioux. Amerika und seine Indianerpolitik. ( November 1982 ) (ISBN: B0160JR25K)
  23. Cover des Buches Der Schatz im Silbersee (Taschenbuch) (ISBN: 9783780211361)
    Karl May

    Der Schatz im Silbersee (Taschenbuch)

     (89)
    Aktuelle Rezension von: seoirse_siuineir

    Der Roman erschien erstmals 1890/91 als Fortsetzungsroman in der Jugendzeitschrift "Der gute Kamerad", in der Karl May (der natürlich der Verasser ist und nicht der von LOVELY-BOOKS angegbene Lothar Schmid; das ist lediglich der ehemalige Eigentümer des Karl-May-Verlags und Inhaber des Copyrights) einige Jahre zuvor 2 Wildwest-Erzählungen veröffentlicht hatte, die heute in dem Band "Unter Geiern" vorliegen. In "Der Schatz im Silbersee" wird mehrfach auf die Geier-Abenteuer verwiesen, man begenet auch einigen der damaligen Hauptpersonen wieder. Neben Old Firehand, Winnetou und Old Shatterhand treten der Hobble-Frank, der Lange Davy sowie der Dicke Jemmy in Aktion.

    Im ersten Teil ist Old Firehand mit einigen Gefährten auf dem Weg zum Silbersee, um dort eine Silbermine auszubeuten. Mehrfach müssen sie sich zum Teil mit der Unterstützung Winnetous mit einer Bande von "Tramps" (keine Wanderarbeiter im ursprünglichen Sinne, sondern Verbrecher) herumschlagen. Deren Anführer ist im Besitz einer Karte, die zu einem Schatz im Silbersee führen soll. Später stoßen Old Shatterland und die oben erwähnten Personen dazu, nachdem diese sich mit List und Geschick aus den Händen feindlicher Utah-Indianer befreit haben. Gemeinsam erreichen sie den See, doch die Utah, die mit den ihnen in die Hände gefallenen Tramps kurzen Prozeß gemacht haben, sind Ihnen dicht auf den Fersen...

    "Der Schatz im Silbersee" gehört zu meinen Favoriten von Karl May. Nicht umsonst war dieser Roman auch der erste, der von Horst Wendlandt 1962 unter der Regie von Harald Reinl als Film produziert wurde und die große Welle der Karl-May-Filme mit Pierre Brice (Winnetou) und Lex Barker (Old Shatterhand) lostrat und - zumindest für mich - die Optik der Karl-May-Figuren nachhaltig prägte.

  24. Cover des Buches Das Mädchen und der Deserteur (ISBN: 9783956071263)
    Luke Sinclair

    Das Mädchen und der Deserteur

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Thunderdreamer
    Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an einen deutschen "sogenannten" klassischen Western gewagt ... und war doch recht positiv überrascht. Die Story um einen Soldaten, der inmitten eines Massakers an indianischen Frauen und Kindern sein Gewissen entdeckt, eine junge Frau des Stammes rettet, damit zum Deserteur und selbst zum Gejagten wird ist überzeugend angelegt, die Protagonisten und ihre jeweiligen Motive werden klar herausgearbeitet und die Sprache erinnert nicht an einen "Groschenroman" (wie das leider bei vielen Werken dieses Genres der Fall ist). Ich habe mich also in jeder Hinsicht gut unterhalten gefühlt, auch das dann etwas überraschende Ende gefällt.
    Natürlich gibt es einige Kritikpunkte ... deshalb auch der Stern Abzug ...
    Es ist löblich, dass man dem Genre der Westernliteratur nun im Ebook-Bereich eine neue Heimat bietet, denn es gab und gibt ein Interesse daran. Wenn man sich jedoch dazu entschließt, die "alten" Romane von Bastei und Co. neu zu verlegen, würde ich sie zumindest im Bezug auf die neue Rechtschreibung (die ja in Deutschland seit dem Jahr 2000 gilt) überarbeiten. Das ist hier nicht geschehen, sodass manches "daß" ins Auge fällt ...
    Ein noch größeres Problem in dieser Hinsicht ist für mich als Indianerfan allerdings, dass man sich wohl darum bemüht hat, "indianische" Worte und Ausdrücke widerzugeben, dabei allerdings mehrfach komplett daneben greift und Dinge vermischt. Ja, der Begriff "Vehos" bedeutet "Spinnen", ABER er entstammt der Sprache der Cheyenne! Die Lakota (nicht Dakota, denn die Oglala gehörten den "westlichen Sioux" an) nannten die Weißen hingegen "Wasicu" (was an einer anderen Stelle des Textes übrigens korrekt benutzt wurde!) ... Ein bisschen mehr Recherche und eine "kleine" Überarbeitung würden dem Werk somit gut tun.

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