Bücher mit dem Tag "sokrates"
16 Bücher
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.494)Aktuelle Rezension von: MyrdynDer Titel verspricht, das Buch handle von der "Welt" eines fünfzehnjährigen Mädchens. Doch über Sofie erfahren wir sehr wenig, über ihre Mutter und ihre Welt fast nichts. Den Autor interessiert seine Figur "Sofie" eigentlich nicht, sie ist nur dazu erfunden worden, einem schrulligen alten Mann namens Alberto als willige Zuhörerin bei seinen Monologen über Philosophie zu dienen und sich den Kopf mit lauter Buchwissen volllabern zu lassen. Alberto seinerseits ist eine Maske des Autors Jostein Gaarder, der unbedingt ein Jugendbuch über Philosophie schreiben wollte, aber sich eine schlüssige Einführung in das Philosophieren (= Philosophie als Aktivität denkender Menschen) für junge Leser nicht zutraute. Philosophieren lernt man jedoch nicht durch einen Spaziergang durch die verwitterten, brüchigen Monumente der europäischen Philosophiegeschichte.
Die Hintergrundstory vom geheimnisvollen Mentor eines hochpubertären und doch braven, leicht manipulierbaren Mädchens, dem er eine neue Welt erschließt, ist schon ohne den verkrampften Sprung ins Metaphysische unglaubwürdig. Wenn Sofie etwa Bücher wie "Die rote Zora und ihre Bande" (von Kurt Held), "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen" (von Anna Jürgen) oder "Yashor - Der Hirt aus Harkin" (von Michael Morgental) gelesen hätte, dann hätte sie über die Einübung in das Philosophieren im praktischen Leben eines jungen Menschen mehr gelernt als durch die aufdringlichen Versuche eines Hobbyphilosophen, der sich fast zwanghaft eine folgsame Rezipientin für seine fast manischen oberflächlichen Expektorationen suchen musste.
- Nicolas Dierks
Mit Wittgenstein im Wartezimmer
(13)Aktuelle Rezension von: CaroasMit Philosophen warten, eine interessante Idee und mit diesem Buch sehr gut durchgeführt.
Am besten liest man diese Büchlein – passt theoretisch sogar in die Hosentasche – während man selber warten muss. Es verkürzt einen die Zeit, lässt einen das Warten aus einem anderen Blickwinkel sehen und regt zum Philosophieren an.
Fazit, ein Buch gegen das Warten und man lernst manch einen guten Philosophen / gute Philosophin kennen von dem / der man bis dato – mir ging es so – nichts gehört hat. - Nora Kreft
Was ist Liebe, Sokrates?
(6)Aktuelle Rezension von: das_lesewesen#norakreft ist mit ihrem Buch „Was ist Liebe, Sokrates?“ etwas Einzigartiges gelungen. Sie holt acht der berühmtesten Philosophinnen und Philosophen der Geschichte ins Hier und Jetzt zurück. Sokrates, Augustinus, Kierkegaard, Murdoch, Freud, Scheler und de Beauvoir treffen sich zu einer fiktiven Dinnerparty bei Immanuel Kant. Um über die großen Fragen der Liebe zu philosophieren.
Das Ganze ist nicht etwa eine Abhandlung von Theorien und Überzeugungen, sondern eine Art Roman. Der besonderen Art. Gespickt mit fiktiven Gesprächen über Fragen, die wir uns alle stellen. Tagtäglich. Wann lieben wir einen Menschen? Wenn er schön ist oder klug, vielleicht auch beides? Können wir überhaupt beschreiben, warum wir einen Menschen lieben? Die philosophische Tischgesellschaft ringt um Antworten, diskutiert kontrovers. Auch über Fragen der heutigen Zeit. Wie verändert sich unser Liebesbegriff in Zeiten von Tinder? Sind wir bald in der Lage auch Maschinen zu lieben? Und gibt es überhaupt ein Recht darauf zu lieben?
Die Denkerinnen und Denker versuchen dem Wesen der Liebe auf die Spur zu kommen und nehmen den Leser mit auf eine interessante Reise. Auf eine Reise des Mitdenkens, des Reflektierens, des Nachdenkens. Die Spannung ist jederzeit groß, die Diskussionen lebhaft und emotional. Ein fantastisches Gedankenexperiment aus der Kategorie: Philosophie zum Verlieben! [Unbezahlte Werbung]
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Liebe Grüße,
das_lese_wesen
- Albert Kitzler
Denken heilt!
(21)Aktuelle Rezension von: katze267Albert Kitzler geht in seinem Buch „Denken heilt!“ von der schon seit Jahrhunderten von Philosophen in Ost und West propagierten These aus, dass geistiges Wohlbefinden auch das körperliche beeinflusst, dass also seelisches Ungleichgewicht, geistige Belastungen wie Ängste, Sorgen, das Gefühl der Überanstrengung, heftiger Zorn , Trauer u.s.w deutliche Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden haben..
Nach und nach nimmt er sich alle negativen Geisteshaltungen vor, analysiert sie und gibt anhand der klassischen Philosophielehren von Ost und West (Seneca, Platon, Konfuzius... um nur einige zu nennen) Anregungen, wie diese nicht unterdrückt sondern an der Entstehung gehindert werden sollen. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesen Schritt für Schritt erklärten, individuell auf das negative Gefühl angepassten Strategien nicht um Sofortmaßnahmen handelt,sondern dass die erstrebten Ziele ähnlich wie bei körperlicher Ertüchtigung nur durch kontinuierliche , möglichst tägliche Übung zu erreichen sind.
Auch wenn das Buch gespickt ist mit Zitaten aus bestimmt nicht leicht zu verstehenden philosophischen Überlegungen, so gelingt es Herrn Kitzler doch, diese schwierige Thematik anschaulich und für den Leser verständlich darzulegen. Zu jedem Kapitel , das jeweils einem negativen, das geistige Wohlbefinden beeinträchtigenden Gefühl gewidmet ist, gibt es eine Kurzfassung der jeweiligen mehrschrittigen Übung , passend dazu ebenfalls eine ausführlichere Erläuterung.
Ein beeindruckendes Buch, quasi eine Anleitung zur Herstellung des seelischen Gleichgewichtes mit praktischen Übungsanleitungen, die in den Alltag integriert werden können
- C. M. Herzog
Der Steineiche goldene Zweige
(1)Aktuelle Rezension von: pardenPHILOSOPHIE UND RELIGION IM KLASSISCHEN VERSMASS...
Der geneigte Leser findet im Werk "Der Steineiche goldene Zweige" einen Diskurs zwischen Vater und Sohn, gehalten im klassischen Versmaß. Vater Johann, der nicht mehr auf Erden weilt, besucht seinen Sohn in dessen Träumen und führt ihn auf den Weg der Weisheitslehren. Hier vermischen sich Philosophie und Religionen. Der Vater stellt seinem Sohn Lehrer vor, wie Konfuzius oder Seneca. Der Sohn begegnet König Salomon, Cato, dem Römer, Krishna, dem indischen Wagenlenker, und anderen Helden der Antike. Die Alten errichteten den Göttern Tempel, nach menschlichem Maß. Endlich möchte auch der Sohn einen Tempel errichten, der ihm festen Halt gibt und der ihn mit der Antike verbindet. Um einen Schritt weiter zu gehen: Was ist das für ein Tempel, den wir in unseren Tagen errichten?
Was für eine Arbeit hat sich C. M. Herzog da gemacht, wie viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt! Nicht nur, dass er sich intensiv mit den antiken Philosophen und Religionen auseinandergesetzt haben muss und hier sozusagen die Essenz präsentiert, nein, das gesamte Buch ist in klassischen Versmaß gehalten. Man ahnt, wie lange der Autor daran gesessen hat!
Dass der Autor geblildet und belesen ist, ergibt sich schon aus seiner kurzen Vita, die auf den einschlägigen Seiten zu finden ist: C. M. Herzog, geboren 1966 in St. Pölten, Niederösterreich; Studium Deutsch, Englisch, Französisch an der Universität Wien, Mag. phil.; Spanisch; Studien der Antike: Latein, Altgriechisch, Ivrit, Arabisch und Chinesisch; begonnen: Sanskrit; länger als ein Jahr Autor für das Wiener Journal...
Anstrengend zu lesen sind die Verse allemal, zumal ich mit den alten Philosophen, historischen Größen und den Inhalten der Religionen längst nicht so vertraut bin wie der Autor selbst. Verständnisprobleme also gleich in zweifacher Hinsicht - und doch bin ich beeindruckt. C. M. Herzog führt durch das Nebeneinanderstellen der verschiedenen Lehren und Richtungen vor Augen, dass diese sich von den Kernaussagen her oft gar nichts so sehr voneinander unterscheiden. Das Streben nach Weisheit, ein Besinnen auf die wahren Werte und die Empfehlung, ein tugendvolles Leben zu führen ist vielen der vorgestellten Lehren immanent.
Wenn man schon fast am Ende angelangt ist und denkt, was hat das alles eigentlich mit mir zu tun und mit der heutigen Zeit, kommt plötzlich - immer noch im klassischen Versmaß - der Brückenschlag zur Gegenwart. Ein unbequemer Brückenschlag, tauchen da doch unvermittelt das arme Afrika auf sowie die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Und führt vor Augen, dass wir all den weisen Schriften und Religionen zum Trotz noch weit entfernt von dem entfernt sind, was die Umsetzung der Lehren anbelangt.
Gerade dieser überraschende Bezug zu den Problemen der heutigen Zeit hat mir sehr gut gefallen. Das ist kein erhobener Zeigefinger, sondern eine Erkenntnis wie ein Schlag in den Magen. Wirklich gelungen!
© Parden - Maria Regina Kaiser
Xanthippe
(30)Aktuelle Rezension von: ArsAstrologicaMan darf sich nicht vom Äußeren abschrecken lassen:
Diesem schlecht abgescannten, falsch skalierten und mit einem ausdruckslosen Cover versehen Reprint liegt ein mehrere Jahrzehnte altes Original zugrunde, was einst liebevoll farbig gestaltet war.
Geblieben ist der Inhalt, eine leichte, liebevolle und ganz ohne Männerhass geschriebenen fiktive Biografie der Geliebten und Partnerin von Sokrates, jenes großen griechischen Philosophen, dessen Werk nur über die Aufzeichnungen seines Schülers Platon bekannt wurde.
Maria Regina Kaiser flechtet in die Erzählung historische Hintergründe des alten Griechenlands ein, uneitel und leichtfüßig. Ein großartiges Werk!
- Robert Aldrich
Gay Lives. Lebensgeschichten
(2)Aktuelle Rezension von: NespavanjeIn kurzen und kurzweiligen Kapiteln erzählt der Historiker Robert Aldrich, die Leben verschiedener, teils sehr berühmten, homosexuell liebenden Personen. Er beleuchtet ihr Leben und die sehr gut geschriebenen und illustrierten Biografien laden zum quer und immer wieder lesen ein. Dabei sind die Geschichten sehr informativ und unterhaltsam. Gay Lives repräsentiert ein facettenreiches Sammelsurium an Charakteren, manche mehr, manche weniger bekannt, und zeigt auf, dass es schon immer Menschen gab, die gleichgeschlechtlich geliebt haben. Keiner der porträtierten Menschen lebt noch. Manchmal hapert es ein wenig mit der Übersetzung – gewisse Begriffe wirken überholt und mögen ein wenig antiquiert wirken. Allerdings stehen die interessanten Lebensgeschichten im Vordergrund. Leider sind zurzeit die Bücher von Robert Aldrich auf Deutsch vergriffen. Bleibt zu hoffen, dass sich ein Verlag findet, seine Bücher aufzulegen und eventuell neu zu Übersetzen.
- Musiolek Peter und Peter Rößler:
Stadt der Athene
(1)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Die Kunst spielt eine wichtige Rolle bei der Erziehung. Das gilt sogar für die Musik, die doch keine Bilder zur Verfügung hat wie die Bildhauerei oder die Malerei und keine Worte wie die Dichtung, sondern nur die schwer deutbare Sprache der Töne...“
Das Buch beginnt mit einer alten Sage um die griechische Göttin Athene. Dann werden historische Stationen in der Geschichte Athens beschrieben.
Das sind die Schlacht von Marathon und der Kampf vor Salamis. In einem weiteren Kapitel wird erläutert, wie die Demokratie in Athen funktionierte und eine Volksversammlung arbeitete.
Ich als Leser darf philosophische Gespräche im Hause des Perikles belauschen. Hier wird die ganze Breite der damaligen Gedankenwelt in einer sehr exakt ausgearbeiteten Gesprächsrunde wiedergegeben. Dabei prallen sehr gegensätzliche Meinungen aufeinander. Daraus stammt das obige Zitat, das meiner Meinung nach auch nach mehr als 2000 Jahren nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Handel und Wandel der Zeit, Berufe wie Töpfer, Schuster und Bergbauer, Feste und Feiern sind weitere Themen. Der Sieg der Spartaner über Athen und der Tod des Sokrates schließen den geschichtlichen Exkurs ab.
Das Buch ist für die jugendliche Zielgruppe geschrieben. Der Sprachstil wird dem gerecht. Die Fakten werden verständlich dargelegt. Kurze Erzählungen sind dabei stets mit eingebettet, die den Stoff auflockern.
Jedes Kapitel beginnt mit einem farbigen Bild. Originalzitate aus historischen Quellen wurden gelb unterlegt und vervollständigen die Ausführungen. Gleiches gilt für einige Zusammenstellungen, wie den Festkalender oder die Auflistung der Handwerker beim Bau der Akropolis. Viele Zeichnungen unterstützen das Verständnis. So sind zum Beispiel historische Schiffsmodelle, Säulenformen, Transportmittel und vieles mehr an passender Stelle eingefügt. Zu fast allen historischen Personen gibt es ein Bild.
Auf der Umschlagseite befindet sich eine historische Karte.
Das Cover ist ansprechend und weckt Interesse.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich würde es geschichtlich interessierten Jugendlichen als Informationsquelle empfehlen. Leider ist es nur noch gebraucht zu bekommen.
- Ferdinand von Schirach
Die Herzlichkeit der Vernunft
(18)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannNach der Lektüre des Vorworts habe ich das Büchlein erst einmal – zur Seite gelegt. Das dort Niedergeschriebenen schien mir, selbst bei einigem Wohlwollen, bar jeglicher Vernunft, die doch laut Titel im Mittelpunkt dieses Büchleins stehen sollte. Zu sehr wurde da auf „kosmische Intelligenz“ und Glaube evoziert. Selbst als Metapher gewendet, blieb ein schaler Nachgeschmack: „Wir glauben, als manche Meteorologen, Stratosphärenforscher und Physiker, dass die unverwechselbare Farbe unseres Planeten von dieser Geistestätigkeit [von Menschen sie Sokrates und Voltaire] und nicht bloß vom Wetter und einer besonderen Zusammensetzung der Elemente herrührt.“ Nun denn – der Vorstellungskraft sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt und sie kann durchaus einen Bedeutungsrahmen abbilden.
Lassen wir also diesen ungünstigen Schlenker beiseite und schauen auf den tatsächlichen Inhalt, auf die in diesem Buch angebotenen Inhalte zur Vernunft, seien sie nun herzlich oder nicht. Dabei zeigen die beiden Giganten der Gedankentiefe zunächst einmal, was sie alles bezüglich ihres Geschichtswissens „drauf haben“ – und das ist nicht wenig. Man wird ein wenig schwindlig bei einigen Passagen, freut sich allerdings auf den einen oder anderen Wiedererkennungswert und fragt sich dennoch, wie man all diese Fakten im Gespräch so galant auf den Punkt bringen kann. Insofern liegt der Verdacht nahe, dass diese Dialoge zumindest zu einem Teil – zum Vorteil des Lesers – nachträglich überarbeitet und mit jener Tiefe versehen wurden, die den Ausführungen ihren besonderen Reiz verleihen, weil sie einfach so wunderbar und treffsicher formuliert wurden (da braucht es diesen im Vorwort anklingenden esoterischen Budenzauber gar nicht): „Wir scheitern fast immer an der Liebe. Wir wollen die Dinge richtig machen, wir versprechen etwas, und dann können wir es nicht halten, weil wir uns selbst nicht kennen.“ Allein für diese kurze Passage hat sich die Lektüre dieses Buches gelohnt. Denn spätestens hier schweifen die Gedanken der Liebenden (also aller Menschen) zu den eigenen Erfahrungen ab, zu dem Zauber der Gefühle, zu den Brüche, die kaum merklich entstanden – und die dennoch nur durch Liebe geheilt werden können … Wie gesagt, man schweift ab – ganz unwillkürlich …
Das zeichnet das Buch aus. Es werden Gedanken entwickelt und Zusammenhänge (im geschichtlichen und aktuellen Kontext; ja auch Donald Trump „bekommt sein Fett weg“ …) hergestellt, die den Leser einbinden, ihm die Möglichkeit der Selbstreflektion geben und den Wunsch entstehen lassen, dieses Gedanken mit anderen Menschen zu teilen. Das Buch lässt die Synapsen klirren und die Gefühle galoppieren. Der Inhalt mit dem all dies gelingt steht in anderen Beschreibungen und braucht hier nicht wiederholt zu werden.
(14.1.2018)
- Cornelius Hartz
Tatort Antike
(2)Aktuelle Rezension von: Anna_ResslerInhalt: Grausame Todesfälle, Morde und Hinrichtungen üben bereits in der Antike einen morbiden Reiz auf die Menschen auf. Vielleicht sind sie aufgrund dessen auch so gut überliefert? In diesem Hörbuch werden die bekanntesten Fälle besprochen.
Meine Meinung: Meine Hörbuchfassung ging etwas über eine Stunde und hat mich unterhalten. Nicht mehr, nicht weniger. Die meisten besprochenen Fälle und deren Hintergründe, waren mir als Geschichtsinteressenten bekannt. Sie wirkten gut recherchiert. Die Erzählung konnte mich nicht richtig fesseln. Dem angenehm lockeren Vortragsstil habe ich trotzdem gern gelauscht.
Mein Fazit: Alt bekannt - neu erzählt. Für mich kein Muss. Wer mit der Antike allerdings nicht vertraut ist, dem könnte das Hörbuch gut gefallen.
- Maria Regina Kaiser
Xanthippe, Schöne Braut des Sokrates
(2)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Ganz nach dem Motto „Back to childhood“ habe ich endlich wieder zurück zu den alten Griechen gefunden. Als Kind stand ich auf die Sagen von Odysseus und las erstaunt über die zahlreichen Fähigkeiten der griechischen Götter und deren Abenteuer.
Mit Maria Regina Kaiser bin ich nunmehr zu den alten Philosophen vorgedrungen. Doch hier geht es nicht um die Philosophen selbst, sondern um die Frauen in ihrem Leben.
Xanthippe lebt bescheiden mit ihrem Vater und ihrem Zwillingsbruder in Athen. Die Zeiten stehen auf Sturm. Der unmittelbare Krieg steht kurz bevor.
Während sich die Jungen tagtäglich auf den Krieg vorbereiten, opfern die Alten in den zahlreichen Tempeln.
Immer häufiger schlägt der schon etwas in die Jahre gekommene Sokrates bei Xanthippe auf und hält sie davon ab, ins Leid zu fallen.
Die Hochzeit zwischen den Beiden wird spruchreif. Der Krieg jedoch verläuft für die Athener völlig anders als erwartet und düstere Zeiten legen sich über Athen.
Xanthippe muss sich erneut mit dem Tod beschäftigen. Ihr Bruder gefallen, die beste Freundin im Kindbett gestorben. Ihr bleibt wie schon so oft nur noch Sokrates. Doch der hat noch Myrto im Gepäck, die Xanthippe zu einem anderen Menschen werden lässt.
Maria Regina Kaiser lässt uns die sagenumwobene Xanthippe aus einem ganz anderen Licht betrachten. Führsorglich gegenüber ihren Lieben und mit zahlreichen Verlusten kämpft diese sich durchs Leben. Sie steht also keineswegs für das altbekannt gezeichnete zänkische Weib, sondern für eine moderne junge Frau, die weder die Hoffnung noch ihren Mut aufgibt.
Superman Comic Superband # 5 - Superman kämpft gegen Freunde - Ehapa Verlag 1980 (Ehapa Verlag, Superman, Superband)
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenSuperman muß (wie ungewohnt) gegen seine Freunde antreten, zB gegen die monstermäßig mutierte Lois Lane, oder gegen Jimmy Olsen, der plötzlich ganz komische Freunde zuhaben scheint. Um die hysterische Lois zu schnappen, "verwandelt" Supie sich sogar in ein körperliches Wrack, damit sie ihm vertraut und er sie kurieren kann (alles lag an der Halskette aus dem All und an ihrer Erkältung). Tolle Stories, mit denen man aufgewachsen ist.- Ulrich Trebbin
Letzte Fahrt nach Königsberg
(25)Aktuelle Rezension von: anushkaElla Aschmoneit wächst recht behütet in Königsberg auf, als Tochter eines Weinhändlers ist sie gut versorgt. Doch das Verhältnis zur Mutter ist für das eigenwillige junge Mädchen nicht leicht. Dennoch verlebt sie unbeschwerte Sommer an der Küste des Samlandes in Ostpreußen, das zu diesem Zeitpunkt noch zum Deutschen Reich gehört.
Anfang 1945 befindet sich die etwas ältere Ella jedoch mit ihren beiden Kindern in Potsdam, wo sie unter den Auswirkungen des Krieges leben und Hunger leiden. Nicht selten denkt Ella an die vielen Vorräte, die noch im Haus der Familie in Königsberg lagern. Schließlich fasst sie sich ein Herz und reist entgegen jeglichen guten Rats der Schwester und auch des eigenen Ehemanns ein letztes Mal nach Königsberg, um von den reichlichen Vorräten zu holen, die sie in Potsdam lange über Wasser halten würden. Doch Ellas Vorhaben ist aberwitzig, denn die russische Armee marschiert unaufhaltsam auf Königsberg zu und aus anderen Gegenden Ostpreußens kursieren angsterregende Geschichten ...
Der Autor Ulrich Trebbin hat in diesem Buch die Geschichte seiner Großmutter literarisch verarbeitet. Zeitlebens stand bei Ella das Foto eines Mannes auf dem Sekretär, der nicht Ellas Ehemann war. Während Ella sich auf die Reise nach Königsberg begibt, erstehen die Stadt und das Umland in vielen Rückblenden wieder auf. Ella erinnert sich an ihre Jugend, die erste Verliebtheit und auch die Heirat mit einem Mann, mit dem sie 1945 schon nichts mehr gemein hat. Diese Episoden vermitteln ein Gefühl von Heimat, nach dem sich Ella den Rest ihres Lebens sehnen wird, denn sie wird schließlich eine Geflüchtete bleiben, Königsberg zu Russland gehören. Aber nicht nur Heimweh, sondern auch Sehnsucht nach einem anderen Mann als dem eigenen bestimmen viele Gedanken Ellas und so stehen beide Themen im Mittelpunkt des Buches. Die Liebesgeschichte ist absolut unkitschig, stattdessen manchmal sogar eher unterkühlt, denn sie scheint oft auf Einseitigkeit zu beruhen. So wird bis zu einer gewissen Stelle des Buches nicht ganz ersichtlich, warum (die literarische) Ella so sehr an dieser Liebe hängt. Der Bogen schloss sich für mich tatsächlich erst am Ende. Eindringlich wird dagegen das Leid der Vertriebenen geschildert, die Blauäugigkeit der Menschen ist Ostpreußen, die immer noch der Nazi-Propaganda glauben und das böse Erwachen, dass sie schließlich ereilt. Trebbin greift ein eher tabuisiertes Thema auf, nämlich dass Menschen sich nicht als Opfer betrachten dürften, die zum Volk eines Kriegsaggressoren gehören. Und so zeigt sich auch hier und da die ein oder andere unschöne Szene, was die Geschichte noch glaubhafter macht, da der Autor nicht verklärend schreibt, sondern die Mentalität der damaligen Zeit meiner Meinung nach realistisch einfängt. Er macht jedoch auch deutlich, wie wenig jeder einzelne dennoch die Rache verdient hat, die über das eingekesselte Ostpreußen kommt.
Insgesamt hat mir dieses Buch gut gefallen. Besonders Ellas letzte Fahrt nach Königsberg war beklemmend und gleichzeitig spannend. Diese Spannung hält nicht durchweg an. Zu großen Teilen ist es eher eine einfühlsame Geschichte in ein Einzelschicksal, das jedoch nicht allein von Kriegsereignisse handelt, sondern auch dem Verlust von Heimat und individuellen Träumen und Wünschen. Einige Passagen in den Rückblenden wirken etwas zu ausschweifend. Sie machen die Figuren zwar lebensnaher, drosseln aber auch das Tempo der Handlung etwas. Alles in allem ist dieses Buch jedoch empfehlenswert. Es ist eine liebenswerte Ode an eine starke, eigenwillige Frau und auch die Herkunft und Heimat einer ganzen Familie, deren Verlust die ganze Familie geprägt hat. - Hannah Arendt
Über das Böse: Eine Vorlesung zu Fragen der Ethik
(1)Aktuelle Rezension von: pardenPHILOSOPHIE FÜR FORTGESCHRITTENE...
Hannah Arendt geht in dieser Vorlesung der Frage nach, wie - nach dem beispiellosen Zusammenbruch und Versagen von Moral im Sinne von Tugend und Sitte im Nationalsozialismus - eine Ethik oder gar Natur des Guten begründbar ist. In freier Bezugnahme auf Denker wie Kant, Sokrates, Jesus von Nazareth und Friedrich Nietzsche lässt sie sich von dem Empfinden leiten, dass das "Böse" ein "Oberflächenphänomen" ist: "Das größte Böse ist nicht radikal, es hat keine Wurzeln, und weil es keine Wurzeln hat, hat es keine Grenzen, kann sich ins unvorstellbar Extreme entwickeln und über die ganze Welt ausbreiten..."
Das Gute bzw. das Bedürfnis, Gutes zu tun, erscheint hingegen als die ursprünglichere Kraft, als naturgegebene Energie, als genuiner Instinkt. "Und natürlich ist es auch dieses Mehr an Kraft (Nietzsche), diese extravagante Großzügigkeit oder der 'überströmende, verschwenderische Willen', der Menschen dazu veranlaßt, Gutes tun zu wollen und es gerne zu tun. Was bei den wenigen und bekannten Menschen, die ihr ganzes Leben dem 'Gutes-Tun' gewidmet haben, wie Jesus von Nazareth oder der heilige Franziskus von Assisi, am offenkundigsten ist, ist sicher nicht Sanftmut, sondern eher eine überfließende Kraft, vielleicht nicht des Charakters, sondern schon ihrer Natur." (Hannah Arendt)Ein befreundetes Buchgesicht hat vor Jahren einmal behauptet, es gebe keine weiblichen Philosophen. Unverschämtheit, dachte ich, und wollte unbedingt den Gegenbeweis antreten. Nun, Hannah Arendt ist solch ein Beweis - auch wenn sie sich selbst einmal nicht als Philosophin, sondern als Dozentin für "politische Theorie" bezeichnet hat (Interview mit Günter Gaus im ZDF vom 28.10.64).
Nun, bislang habe ich eher ÜBER Hannah Arendt gelesen, die v.a. auch durch ihre Beschäftigung mit dem Eichmann-Prozess in Jerusalem bekannt wurde: 'Ein Bericht von der Banalität des Bösen'. Diese Äußerung sorgte für große Aufregung, und Hannah Arendt wurde deswegen vielfach heftig angegriffen. Diese hier vertonte Vorlesung wurde im Kontext der Eichmann-Debatte vor Studenten gehalten. Wer dieser Vorlesung folgt, wird am Ende zumindest eine Vorstellung davon haben, wie Arendt auf den Begriff der 'Banalität des Bösen' kam.
Erst einmal vorweg: es wird mir nicht möglich sein, hier detailliert wiederzugeben, welche Inhalte, Querverweise, Kernpunkte Hannah Arendt in dieser Vorlesung alle anspricht. Deutlich wird: sie hat sich intensiv mit allen Denkern/Philosophen der Vergangenheit auseinandergesetzt und greift hier auf deren Theorien und Erkenntnisse ausführlich zurück. Vielfach geht es um genaue Definitionen von Begrifflichkeiten (das Wollen, das Denken, das Gewissen usw.) - denn nur wenn sehr deutlich ist, welcher Begriff welche exakte Bedeutung hat, kann man sich über deren Funktion und Auswirkung klar werden.
Arendt baut hier eine logische Kette auf, die deutlich macht, von welchen Faktoren ein Mensch in seinem Handeln geleitet wird - und wo zwangsläufig Probleme auftreten (können). Die Philosphin bietet hier zudem und sozusagen nebenher einen Überblick über die Geschichte der Moralphilosophie. Sokrates, Platon, Aristoteles, Jesus, Paulus, Augustinus, Kant und Nietzsche werden hier beleuchtet und von Arendt argumentativ bestätigt oder auch widerlegt.
Vereinfacht ausgedrückt, verortet Arendt v.a. die Gedankenlosigkeit und die Weigerung der Menschen, Verantwortung zu übernehmen und Umstände überhaupt auch nur zu beurteilen als Kern des Bösen. "Das größte begangene Böse ist das Böse, das von Niemanden getan wurde, das heißt, von menschlichen Wesen, die sich weigern, Personen zu sein."
Dieses zugrunde gelegt, wird deutlich, dass Eichmann und die Geschichte des Nationalsozialismus mit seiner Entmenschlichung der Politik und Gesellschaft nur ein Beispiel für das Böse in der Welt sein kann. Davor und seither lassen sich zahllose weitere Beispiele festmachen, und unsere heutige Grundhaltung des Wegschauens und des Mitläufertums, der Abstumpfung gegenüber täglich neuen 'bad news', der von Politikern vorgelebten Kultur der Nicht-Verantwortlichkeit lässt nichts Gutes für die Zukunft ahnen.
Keine leichte Kost, schon gar nicht in der Hörbuchversion. Hier gilt es, die gesamte Zeit über höchst konzentriert zu bleiben, denn ansonsten - fängt man den Abschnitt besser von vorne an, weil der Zusammenhang ansonsten verloren geht. 5 Stunden und 58 Minuten dauert die Lesung von Axel Grube, der ausgesprochen langsam liest, was mich zunächst irritierte, dann aber durchaus sinnvoll erschien, da die gelesenen Sätze erst einmal verarbeitet werden wollten...
Ob nun als Hörbuch oder in der Print-Version - dies ist Philosophie von nicht nachlassender Aktualität.
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