Bücher mit dem Tag "sonett"
6 Bücher
- Thomas Kunst
Kolonien und Manschettenknöpfe
(2)Aktuelle Rezension von: Trishen77„wir schossen auf
Alles, was sich dem Anschein nach
Nicht mehr bewegte, so unterbanden
wir die moderne Ethnologie noch ausstehender
Höflichkeitsmuster, bleibe immer
Da, wo es belebt ist, aber meide alle
Öffentlichen Plätze"
Thomas Kunsts Gedichte sind so etwas wie wilde Stürme und gleichsam filigrane Winde. Auf jeden Fall keine leichte Kost, aber sie bieten in ihrer Heftigkeit und Feinheit eine ausdauernde und langanhaltene lyrische Auseinandersetzung und verschmelzen auf erstaunliche Weise das Vordergründige mit dem Durchscheinenden. Thema kann alles sein, vom Biographischen bis zum Entlegenen.
Eine längere Besprechung von mir findet sich auch beim Onlinemedium Signaturen-Magazin.
„nachmittags, die maximale
Helligkeit in meinem Hausaufgabenheft, heute habe ich
Erfahren, dass ich meine Schere verloren
Habe, Schere, Zirkel und Kleber, reine, ungefochtene
Gestüte auf dem Heimweg, go home“ - Edmund Spenser
Die Lilienhand
(1)Aktuelle Rezension von: buchwanderer„Das Leben ist ein Licht, das du entfacht,
der Tod – die Schattenseite deiner Macht.“ (S.13)Zum Inhalt: Alexander Nitzberg, welcher für die Übersetzung der Sonette Spensers in diesem Band firmiert , fasst seine Intention für die Texte wie folgt zusammen: „Ziel war es , organische deutsche Gedichte zu schaffen, die nicht nur den Sinn, sondern auch die Duftnote der Spenserschen Lyrik ahnen lassen…“ (S.132). Edmund Spenser – um 1552 in London geboren – war englischer Dichter mit einem ausgeprägten Sinn für kontemplativ Lyrisches, dessen Einfluss auf die angelsächsische Literatur Gegenstand unzähliger Forschungen war und ist (siehe dazu u.a. Spenser Online). Beginnend mit Amoretten (S. 7-94), geht die Zusammenstellung im Insel-Band über zu einem Kapitel genannt „Visionen vom Weltenwahn“(95-107) und schließt mit einem erläuternden Anmerkungsteil zu einzelnen Gedichten, deren Wortspielen und Bildern, sowie einem informativen Nachwort von Alexander Nitzberg. Was den Leser an Textvielfalt erwartet, lässt sich bereits anhand des Untertitels erahnen : sämtliche Sonette Spensers, deren sprachliche Intensität und Bilddichte dem Leser Sich-Einlassen-Wollen, innere Ruhe und etwas mentale Disziplin abverlangen, denn Nebenbei-Lektüre sind sie beileibe nicht.
Fazit: Es bedarf einiger Zeit und v.a. Muße, um sich mit den Sonetten Spensers anzufreunden, sich auf sie ein- und auf sich wirken zu lassen. Nicht bei allen fand ich einen tieferen Zugang, so als bliebe das letzte Velum ungelüftet. Das Nachwort des Übersetzers erschließt dem modernen Leser auch ohne sprachwissenschaftliche Ausbildung Einblicke in Spensers literarisches Bildschaffen, ohne ermüdend zu sein, sich an die eigene Vorgabe haltend: „Das Ergebnis will nicht so sehr ein philologisches als vielmehr ein sinnliches sein.“ (S.134)
Zum Buch: Die bibliophile Tradition der Insel-Bücherei fortsetzend, präsentiert sich der Band Nr. 1412 in seiner ersten Auflage in dezenten, weichen Herbstfarben, wobei das Bezugspapier auf das Tapetenmuster „Sonnenblume“ von William Morris zurückgeht. Die Bünde sind ausgezeichnet zu einem Block in Fadenheftung verarbeitet und die Typografie lässt dem Text – gesetzt aus der Stempel Garamond LT Std. – Raum für sich zu stehen. Der Leser hält mit dem Band ein haptisch und gestalterisch, sowie handwerklich wertiges Buch einer traditionsreichen Reihe in Händen.
Merken - Sabine Hartmann
Gedichte schreiben
(13)Aktuelle Rezension von: AischaLangeweile während des Corona-Lockdowns? Lust auf ein neues, kreatives Hobby? Dann kann ich dieses kleine Sachbuch nur wärmstens empfehlen.
Autorin Sabine Hartmann ist hauptberuflich Schulleiterin und hat sich schriftstellerisch bislang vor allem im Krimi-Genre betätigt. Nun also eine Anleitung zum Verfassen eigener Gedichte - kann das gut gehen?
Ja! Das "Lehr- und Übungsbüchlein", so der Untertitel, nimmt schnell jegliche Scheu vor Poesie, so sie denn beim geneigten Leser überhaupt vorhanden sein sollte. Natürlich gibt es auch, kurz und sehr einfach gehalten, etwas Theorie zu Reim, Versmaß und Co., überraschenderweise jedoch nicht als einleitenden Teil, sondern zum Abschluss. Denn Hartmann möchte keinesfalls mit trockenen Abhandlungen langweilen oder gar abschrecken, sondern der Leser ist eingeladen, schon auf den ersten Seiten seine eigene Kreativität beim Dichten zu entdecken. Dazu werden einzelne Gedichtformen vorgestellt, vom simplen Elfchen über japanische Haikus bis zu Schüttelreim und Sonett. Nach der jeweiligen knappen Definition gibt es ein Beispiel, und dann ist der Leser auch schon aufgefordert, selbst zu schreiben. Dies geschieht sehr spielerisch und motivierend, und das Büchlein bietet Platz, um die ersten eigenen Dichtversuche gleich einzutragen.
Durch das Postkartenformat und geringe Gewicht eignet sich das Buch bestens als Begleiter für unterwegs. Man kann somit Fahrt- und Wartezeiten kreativ nutzen. Auch als kleines Mitbringsel kann ich das Büchlein wirklich empfehlen.
- Dirk von Petersdorff
Wie schreibe ich ein Gedicht?
(1)Aktuelle Rezension von: Minje"Wie schreibe ich ein Gedicht" von Dirk von Petersdorff erschien 2013 im Reclam Verlag.
Inhalt
Das Buch enthält 11 Kapitel. Stück für Stück für der potentielle Lyriker mit der Thematik vertraut gemacht.
Meinung
Struktur
Das Buch ist toll strukturiert, alles ist logisch aufgebaut. Außerdem findet auch Wiederholung statt, beinah zwangsläufig. So taucht bei Gedichtformen wieder die Thematik Kreuzrein/ Paarreim auf. Ist man schon länger raus aus dem Schulbetrieb, so sind das Sachen, die man total vergessen hat und da bin ich dankbar für Wiederholung, da sich so manches am besten festigt.
Übungen
Das Buch enthält insgesamt 50 Übungen. Die Übungen befinden sich nicht am Ende des Buches, sondern, immer da, wenn es gerade passt. Wird z.B. eine Ballade erklärt, liest man plötzlich:"Schreiben Sie doch nun mal selber eine." Und man ist überrascht, was man alles zustande bringt, wenn man nur will...
Das Buch ist gut verständlich geschrieben. Es arbeitet auch mit vielen Beispielen, das finde ich schön.
Am Ende des Buches findet der willige Leser eine Fülle von Literaturhinweisen. Vieles habe ich mir markiert und eine ganze Liste erstellt, was ich noch über Lyrik lesen möchte.
Fazit
Ein tolles Buch für den Einstieg. Die wichtigsten Grundlagen werden erklärt. Dichtungen des Michelangelo. Übertragen von Rainer Maria Rilke, Insel 496
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